BasisBibel NT+Ps (BB)
11

Die Passionsgeschichte

11,1–16,20

Die Vorgeschichte der Passion

11,1–12,44

Jesus zieht in Jerusalem ein

Matthäus 21,1-11; Lukas 19,28-40; Johannes 12,12-19
111Kurz vor Jerusalem11,1 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. kamen Jesus und seine Jünger11,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. nach Betfage11,1 Betfage: Ortschaft östlich des Ölbergs vor der Stadtmauer von Jerusalem, Nachbarort von Betanien. Der hebräische Name der Ortschaft bedeutet »Haus der unreifen/grünen Feigen«. und Betanien11,1 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. am Ölberg11,1 Ölberg: Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..Da schickte Jesus zwei seiner Jünger11,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. voraus2und sagte zu ihnen:»Geht in das Dorf, das vor euch liegt.Gleich, wenn ihr hineinkommt,findet ihr einen jungen Esel11,2 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. angebunden.Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten.Bindet ihn losund bringt ihn her.3Und wenn jemand euch fragt:›Was macht ihr da?‹,dann sagt:›Der Herr braucht ihn,aber er wird ihn gleich wieder zurückschicken.‹«

4Die Jünger11,4 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. gingen in das Dorfund fanden den Esel11,4 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist..Er war an einem Hoftor draußen an der Straße angebunden.Sie machten ihn los.5Und einige von denen, die dort standen,fragten sie:»Was macht ihr?Wieso bindet ihr den Esel11,5 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. los?«6Die zwei Jünger11,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. antworteten den Leuten,wie Jesus es gesagt hatte.Da ließen sie es zu.

7Sie brachten den Esel11,7 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. zu Jesusund legten ihre Mäntel11,7 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. auf seinen Rücken.Und Jesus setzte sich darauf.8Viele Leute breiteten ihre Mäntel11,8 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. als Teppich auf der Straße aus.Andere aber legten Zweige11,8 Palme, Dattelpalme: Wenn in der Bibel von Palmen die Rede ist, sind meist Dattelpalmen gemeint. hin,die sie am Feldrand abschnitten.9Und die Leute, die vor Jesus hergingenund die nach ihm kamen,riefen immer wieder:»Hosanna11,9 Hosanna: Gebetsruf; wörtlich »Hilf doch!« oder »Gib Heil!«.!Stimmt ein in unser Loblied auf den,der im Namen des Herrn kommt!10Stimmt ein in unser Lobliedauf die Herrschaft unseres Vaters David11,10 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. ,die jetzt neu beginnt.Hosanna11,10 Hosanna: Gebetsruf; wörtlich »Hilf doch!« oder »Gib Heil!«. in himmlischer Höhe!«

11So zog Jesus in Jerusalem11,11 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ein.Er ging in den Tempel11,11 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes..Dort sah er sich alles an.Als es spät geworden war,ging er mit den Zwölfen11,11 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren. hinaus nach Betanien11,11 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. .

Der Konflikt mit den jüdischen Autoritäten spitzt sich zu

11,12–12,12

Der Feigenbaum ohne Früchte

Matthäus 21,18-19
12Als sie Betanien11,12 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. am nächsten Morgen verließen,bekam Jesus Hunger.13Von Weitem sah er einen Feigenbaum11,13 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln.,der schon Blätter hatte.Da ging er hin,um vielleicht auch Früchte an ihm zu finden.Aber als er hinkam, fand er nichts als Blätter.Denn es war nicht die Jahreszeit für Feigen11,13 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln..14Da sagte Jesus zu dem Feigenbaum11,14 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln.:»Nie mehr soll jemand eine Frucht von dir essen.«Und seine Jünger11,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. hörten es.

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel

Matthäus 21,12-17; Lukas 19,45-48; Johannes 2,13-17
15Dann kamen sie nach Jerusalem11,15 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .Jesus ging wieder in den Tempel11,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes..Sofort fing er an,die Leute hinauszujagen,die im Tempel11,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. etwas verkauften oder kauften.Die Tische der Geldwechsler11,15 Geldwechsler: Bei ihnen konnten die Pilger Geld in die Tempelwährung (Schekel) umtauschen – nur in dieser Währung durfte die Tempelsteuer bezahlt werden.und die Stände der Taubenverkäufer11,15 Tempelverkauf: In einem bestimmten Tempelbereich gab es Stände von Geldwechslern und Händlern, die Opfertiere zum Verkauf anboten.stieß er um.16Er ließ nicht zu,dass jemand irgendetwas durch den Tempel11,16 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. trug.

17Und er erklärte es denen, die dabei waren, so:»Steht nicht in den Heiligen Schriften11,17 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.:Mein Haus11,17 mein Haus: Gemeint ist der Tempel. soll ein Ort sein,an dem alle Völker zu mir beten11,17 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. können‹?Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht11,17 gemacht: Jesus zitiert an dieser Stelle zwei Propheten aus dem Alten Testament (vgl. Jesaja 56,7 und Jeremia 7,11).18Das hörten die führenden Priester11,18 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Schriftgelehrten11,18 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst..Und sie überlegten, wie sie Jesus umbringen könnten.Sie hatten nämlich Angst vor ihm.Denn die Volksmenge war begeistert von seiner Lehre.

19Am Abend verließen Jesus und seine Jünger11,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder die Stadt.

Lebensgrundlagen für Jünger

Matthäus 21,20-22; Matthäus 6,14
20Früh am nächsten Morgen kamen Jesus und seine Jünger11,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder an dem Feigenbaum11,20 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln. vorbei.Sie sahen:Er war bis in die Wurzeln abgestorben.21Da erinnerte sich Petrusund sagte zu Jesus:»Rabbi11,21 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer., sieh doch, der Feigenbaum11,21 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln.,den du verflucht hast –er ist abgestorben.«

22Und Jesus antwortete ihnen:»Glaubt11,22 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. an Gott!23Amen11,23 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Wenn jemand zu diesem Berg sagt:›Auf, stürze dich ins Meer!‹,und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt,sondern fest daran glaubt,dass eintrifft, was er sagt,für den wird es geschehen.24Deshalb sage ich euch:Für alles, worum ihr im Gebet11,24 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. bittet, gilt:Glaubt11,24 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. fest daran,dass ihr es bekommt,dann wird es euch geschenkt.25Wenn ihr euch hinstellt,um zu beten11,25 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,dann vergebt dem Menschen,gegen den ihr etwas habt.Dann wird euch auch euer Vater im Himmel11,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.das Unrecht vergeben,das ihr begangen habt.«26[…]11,26 […]: Einige spätere Handschriften fügen aus Matthäus 6,15 hinzu: »Wenn ihr ihm aber nicht vergebt, dann wird euch auch euer Vater im Himmel das Unrecht nicht vergeben, das ihr begangen habt.«

Woher hat Jesus seine Vollmacht

Matthäus 21,23-27; Lukas 20,1-8
27Dann kamen Jesus und seine Jünger11,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder nach Jerusalem11,27 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .

Als Jesus sich im Tempel11,27 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. aufhielt,kamen die führenden Priester11,27 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte., die Schriftgelehrten11,27 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. und die Ratsältesten11,27 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.28und fragten ihn:»Mit welchem Recht trittst du so auf?Oder wer hat dir die Vollmacht gegeben,so aufzutreten?«29Jesus antwortete ihnen:»Ich will euch eine Frage stellen.Antwortet mir!Dann werde ich euch sagen,mit welchem Recht ich so auftrete.30Von wem hatte Johannes11,30 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. den Auftrag zu taufen11,30 Taufe: Taufen bedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld.?Von Gott oder von Menschen?Antwortet mir!«

31Da überlegten sieund sagten zueinander:»Wenn wir sagen: ›Von Gott‹,dann wird er fragen:›Warum habt ihr ihm nicht geglaubt?‹32Aber sollen wir etwa sagen:›Von Menschen‹?« –dafür hatten sie zu viel Angst vor der Volksmenge.Denn alle waren überzeugt,dass Johannes11,32 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. wirklich ein Prophet11,32 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. war.33Deshalb antworteten sie Jesus:»Wir wissen es nicht.«Da sagte Jesus zu ihnen:»Dann sage ich euch auch nicht,mit welchem Recht ich so auftrete.«
12

Das Gleichnis von den bösen Weingärtnern

Matthäus 21,33-46; Lukas 20,9-19
121Und Jesus begann,ihnen Gleichnisse12,1 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen. zu erzählen:

»Ein Mann legte einen Weinberg12,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. an.Er baute eine Mauer darum,hob eine Grube12,1 Kelter, Weingrube: Eine Weingrube (Kelter) ist eine Anlage zum Auspressen von reifen Trauben. zum Auspressen der Trauben ausund errichtete einen Wachturm12,1 Wachturm: Um Weinberge zu schützen, errichtete man im Weinberg einen Turm, von dem aus man das ganze Gelände überblicken konnte. .Dann verpachtete er ihnund ging auf Reisen.

2Als es an der Zeit war,schickte der Besitzer einen Knecht zu den Pächtern.Der sollte seinen Anteil vom Ertrag des Weinbergs12,2 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. abholen.3Aber sie packten den Knecht,verprügelten ihnund jagten ihn mit leeren Händen davon.4Noch einmal schickte der Besitzer einen Knecht.Dem schlugen sie den Kopf blutig,und beschimpften ihn.5Der Besitzer schickte einen weiteren,den töteten sie.Er schickte noch viele andere.Die einen verprügelten sie,die anderen töteten sie.

6Da blieb ihm nur noch sein einziger Sohn,den er sehr liebte.Ihn schickte er als Letzten.Er sagte sich:›Vor meinem Sohn werden sie Respekt haben.‹7Aber die Pächter sagten zueinander:›Er ist der Erbe.Kommt, wir töten ihn,dann gehört sein Erbe uns.‹8Sie packten ihn,töteten ihnund warfen seine Leiche hinaus vor den Weinberg12,8 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. .9Was wird der Weinbergbesitzer jetzt tun?Er wird selbst kommen,die Pächter tötenund den Weinberg12,9 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. anderen anvertrauen.10Ihr kennt doch die Stelle in den Heiligen Schriften12,10 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.:›Der Stein, den die Bauleute verworfen haben12,10 verwerfen: Für das Fundament lassen sich nur Steine von bester Qualität gebrauchen. Die Bauleute begutachten sie und sortieren sie aus.,ist zum Grundstein12,10 Grundstein, Eckstein: Fundamentstein, der für das Bauwerk unverzichtbar ist. geworden.11Der Herr hat ihn dazu gemacht.Ein Wunder ist geschehen vor unseren Augen.‹«

12Die Priester12,12 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten., Schriftgelehrten12,12 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. und Ratsältesten12,12 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.hätten Jesus am liebsten verhaften lassen.Aber sie fürchteten sich vor der Menge.Sie hatten verstanden,dass er in dem Gleichnis12,12 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen. von ihnen gesprochen hatte.Sie ließen ihn einfach stehenund gingen weg.

Weitere Streitgespräche

12,13-40

Steuern für den Kaiser?

Matthäus 22,15-22; Lukas 20,20-26
13Danach schickten die führenden Priester12,13 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.,Schriftgelehrten12,13 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. und Ratsältesten12,13 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.einige Pharisäer12,13 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und Anhänger des Herodes12,13 Herodes – Anhänger des Herodes: Innerhalb der Juden gab es eine kleine Gruppe, die die Herrschaft des Königs Herodes Antipas unterstützte. zu Jesus.Die sollten ihn mit einer Fangfrage in die Falle locken.

14Sie gingen zu ihm und sagten:»Lehrer12,14 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir wissen:Dir geht es nur um die Wahrheit,und du fragst dabei nach keinem anderen.Denn du siehst nicht die Person an.Sondern du sagst uns die Wahrheit,wenn du lehrst,wie wir nach Gottes Willen leben sollen.Ist es erlaubt,dem Kaiser12,14 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. Steuern zu zahlen oder nicht?Sollen wir sie nun zahlenoder nicht zahlen?«15Jesus durchschaute ihr falsches Spielund sagte zu ihnen:»Wollt ihr mir eine Falle stellen?Gebt mir eine Silbermünze12,15 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters..Ich will sie mir ansehen.«16Sie gaben ihm eine,und er fragte sie:»Wer ist auf dem Bild zu sehenund wer wird in der Inschrift genannt?«Sie antworteten ihm:»Der Kaiser12,16 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich.17Da sagte Jesus zu ihnen:»Gebt dem Kaiser12,17 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich., was dem Kaiser12,17 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. gehört,und Gott, was Gott gehört.«Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

Werden die Toten auferstehen?

Matthäus 22,23-33; Lukas 20,27-40
18Dann kamen Sadduzäer12,18 Sadduzäer: Eine jüdische Religionspartei, der die vornehmen Priesterfamilien und Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht angehörten. zu Jesus.Diese Leute behaupten,dass es keine Auferstehung der Toten gibt.Sie fragten Jesus:19»Lehrer12,19 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., Mose12,19 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. hat uns vorgeschrieben12,19 vorgeschrieben: In dieser Textstelle wird beschrieben, was vom Gesetz her passieren soll, wenn Verwandte heiraten (5. Mose/Deuteronomium 25,5-6).:›Wenn ein Mann stirbtund eine Frau hinterlässt,aber kein Kind hat,dann soll sein Bruder die Frau heiratenund so dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹

20Nun gab es einmal sieben Brüder.Der erste heiratete eine Frauund starb kinderlos.21Dann heiratete sie der zweite.Aber auch er starb kinderlosund ebenso der dritte.22Alle sieben blieben kinderlos.Als Letzte von allen starb auch die Frau.23Bei der Auferstehung12,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. der Toten nun,wenn sie tatsächlich auferstehen12,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. :Mit wem wird die Frau dann verheiratet sein?Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.«

24Da sagte Jesus zu ihnen:»Ihr irrt euch!Das liegt vielleicht daran,dass ihr weder die Heiligen Schriften12,24 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. kenntnoch wisst, wie groß Gottes Macht ist.25Wenn die Menschen vom Tod auferstehen,werden sie nicht mehr heiratenund nicht mehr geheiratet werden,sondern sie werden leben wie die Engel12,25 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. im Himmel12,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt..26Was aber die Auferstehung12,26 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. der Toten angeht –habt ihr nie im Buch Moses12,26 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament.die Geschichte vom brennenden Dornbusch gelesen,wo Gott zu Mose12,26 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. sagt12,26 sagt: In 2. Mose/Exodus 3,6.15 wird berichtet, wie Mose Gott begegnet und von ihm dazu berufen wird, das Volk Israel aus der Gefangenschaft in Ägypten zu führen.:›Ich bin der Gott Abrahams12,26 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. ,der Gott Isaaks12,26 Isaak: Einziger Sohn von Abraham und Sara. und der Gott Jakobs12,26 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. ‹?27Gott ist doch nicht ein Gott der Toten,sondern der Lebenden.Ihr seid völlig im Irrtum.«

Was ist das wichtigste Gebot?

Matthäus 22,34-40; Lukas 10,25-28
28Ein Schriftgelehrter12,28 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. war dazugekommenund hatte die Auseinandersetzung mit angehört.Als er merkte, wie treffend Jesusden Sadduzäern12,28 Sadduzäer: Eine jüdische Religionspartei, der die vornehmen Priesterfamilien und Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht angehörten. geantwortet hatte,fragte er ihn:»Welches Gebot12,28 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ist das wichtigste von allen12,28 alle Gebote: Gemeint sind die Gebote, die in den Mose-Büchern aufgeschrieben sind.29Jesus antwortete:»Das wichtigste Gebot12,29 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ist dieses12,29 dieses: In 5. Mose/Deuteronomium 6,1-9 wird das Volk Israel dazu aufgefordert, Gott über alles zu lieben.:›Höre, Israel12,29 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. !Der Herr ist unser Gott,der Herr allein.30Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebenmit deinem ganzen Herzen,mit deiner ganzen Seele,mit deinem ganzen Willenund mit deiner ganzen Kraft.‹31Das zweite ist12,31 ist: In 3. Mose/Levitikus 19 finden sich viele Lebensordnungen, die das Volk Israel einhalten soll.:›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹Kein anderes Gebot12,31 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ist wichtigerals diese beiden.«

32Da antwortete ihm der Schriftgelehrte12,32 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.:»Ja, Lehrer12,32 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde.,du sagst die Wahrheit12,32 Wahrheit: Der Schriftgelehrte zitiert an dieser Stelle zwei Verse aus 5. Mose/Deuteronomium 6,4-5.:›Einer ist Gott,und es gibt keinen anderen Gott außer ihm.33Ihn zu liebenmit ganzem Herzen,mit ganzem Verstandund mit ganzer Kraftund seinen Mitmenschen zu lieben wie sich selbst‹,das ist viel wichtigerals alle Brandopfer12,33 Brandopfer: Beim Brandopfer wurde das geschlachtete Opfertier mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und anderen Opfer12,33 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt.

34Als Jesus merkte,mit wie viel Einsicht der Schriftgelehrte12,34 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. geantwortet hatte,sagte er zu ihm:»Du bist nicht weit weg vom Reich Gottes12,34 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.Von da an wagte es niemand mehr,Jesus etwas zu fragen.

Davids Sohn oder Davids Herr?

Matthäus 22,41-46; Lukas 20,41-44
35Dann wandte Jesus sich im Tempel12,35 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. an die Menschen.Er stellte ihnen die Frage:»Wie können die Schriftgelehrten12,35 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. behaupten:›Der Christus12,35 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. ist ein Sohn Davids12,35 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. ‹?36David12,36 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. selbst hat doch gesagtund wurde dabei vom Heiligen Geist12,36 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. geleitet:›Gott, der Herr, sagte zu meinem Herrn:Setze dich an meine rechte Seite.Ich will dir alle deine Feinde unterwerfen.Sie sollen wie ein Schemel12,36 Schemel: Fußbank, die zum Thron des Königs gehört. Sinnbild der königlichen Herrschaft. für deine Füße sein.‹37aDavid12,37a David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. selbst nennt den Christus12,37a Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. also ›Herr‹.Wie kann dieser dann sein Sohn sein?«

Jesus warnt vor den Schriftgelehrten

Matthäus 23,1.6-7.14; Lukas 20,45-47
37bDie ganze Volksmenge hörte Jesus gerne zu.38Und das lehrte er sie:»Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten12,38 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.:Sie zeigen sich gern in ihren langen Gewändernund wollen auf dem Marktplatzrespektvoll gegrüßt werden.39In der Synagoge12,39 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden.und bei den Festessenmöchten sie die Ehrenplätze.40Sie bringen die Häuser der Witwen in ihren Besitzund sprechen nur zum Schein lange Gebete12,40 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..Dafür werden sie sehr hart bestraft werden.«

Die Opfergabe der Witwe

Lukas 21,1-4
41Dann setzte Jesus sich in die Nähe des Schatzhauses12,41 Schatzhaus: Halle auf dem Gelände des Tempels in Jerusalem. Dort konnten die Tempelbesucher ihre Gaben abliefern..Dort beobachtete er,wie die Volksmenge Geld12,41 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. in den Opferkasten12,41 Opferkasten: Geldbehälter für die Gaben, die von den Besuchern des Tempels in Jerusalem gespendet wurden. warf.Viele wohlhabende Leute taten viel hinein.42Da kam auch eine arme Witwe.Sie warf zwei kleine Kupfermünzen12,42 Kupfermünzen: Wörtlich lautet der Vers: »… zwei Lepta, das ist ein Quadrans.« Lepton ist die griechische Bezeichnung für die kleinste, jüdische Kupfermünze; Quadrans drückt den Geldwert in römischer Währung aus. hinein,das entspricht einem Pfennig.

43Jesus rief seine Jünger12,43 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. herbeiund sagte zu ihnen:»Amen12,43 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Diese arme Witwe hat mehr gegebenals alle anderen,die etwas in den Opferkasten12,43 Opferkasten: Geldbehälter für die Gaben, die von den Besuchern des Tempels in Jerusalem gespendet wurden. geworfen haben.44Denn alle anderen haben nur etwas von ihrem Überfluss abgegeben.Aber diese Witwe,die doch selbst arm ist,hat alles hergegeben, was sie besaß –alles, was sie selbst zum Leben brauchte.«
13

Die Rede von Jesus über die Endzeit

13,1-37

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Matthäus 24,1-2; Lukas 21,5-6
131Als Jesus den Tempel13,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. verließ,sagte einer seiner Jünger13,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu ihm:»Lehrer13,1 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., sieh doch,was für Steine und was für Bauwerke!«2Da sagte Jesus zu ihm:»Du bewunderst diese mächtigen Bauwerke?Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben.Es wird alles zerstört werden.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Wann kommt das Ende?

Matthäus 24,3-8; Lukas 21,7-11
3Jesus ging auf den Ölberg13,3 Ölberg: Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem.und setzte sich genau gegenüber vom Tempel13,3 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes..Nur Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas waren bei ihm.Sie fragten ihn:4»Sag uns,wann wird das13,4 das: Gemeint ist die Zerstörung des Tempels (vgl. Vers 2). sein?Und an welchen Zeichen erkennen wir,dass das Ende13,4 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. von allem bevorsteht?«

5Jesus antwortete ihnen:»Passt auf,dass euch niemand in die Irre führt.6Viele werden unter meinem Namen auftretenund behaupten:›Ich bin es.‹Damit werden sie viele Menschenin die Irre führen.

7Erschreckt nicht,wenn ihr von Kriegenund Kriegsgerüchten hört.Das muss so geschehen.Aber das ist noch nicht das Ende13,7 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit..8Denn ein Volk wird gegen das andere kämpfenund ein Reich das andere angreifen.An vielen Orten wird es Erdbebenund Hungersnöte geben.Doch das ist erst der Anfang der Geburtswehen13,8 Geburtswehen: Damals verbreitetes Bild für eine Schreckenszeit, die dem Kommen des von Gott gesandten Retters vorausgeht.

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Standhalten in Verfolgung

Matthäus 24,9-14; Lukas 21,12-19
9»Ihr selbst aber müsst aufpassen:Man wird euch an die Gerichte13,9 Synagogengericht: Ein örtliches Gericht, das in der Synagoge tagte. ausliefern,die in den Synagogen13,9 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden. tagen,und euch dort auspeitschen lassen.Ihr werdet vor hohen Regierungsbeamtenund Königen stehen müssen,weil ihr euch zu mir bekennt.Auch vor ihnen sollt ihr als Zeugen für mich auftreten.10Es ist Gottes Wille,dass die Gute Nachricht13,10 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. zu allen Völkern gebracht wird,bevor das Ende kommt.11Und wenn sie euch verhaftenund an die Gerichte ausliefern,dann macht euch vorher keine Sorgen darüber,was ihr sagen sollt.Sondern sagt,was euch in dem Augenblick einfällt.Denn nicht ihr werdet dann reden,sondern der Heilige Geist13,11 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt..

12Ein Bruder wird den anderen dem Henker ausliefernund ein Vater seine Kinder.Kinder werden sich gegen ihre Eltern stellenund sie in den Tod schicken.13Alle werden euch hassen,weil ihr euch zu mir bekennt.Aber wer bis zum Ende13,13 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. standhält,wird gerettet werden.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Die Zeit der Not, bevor der Menschensohn kommt

Matthäus 24,15-28; Lukas 21,20-24; Lukas 17,23
14»Ihr werdet sehen,dass das ›Scheusal der Entweihung13,14 Scheusal der Entweihung: Götzenbild, das den Tempel entweiht. Steht hier zugleich für den Antichrist, der vor dem Ende der Welt gegen Christus kämpft (vgl. Daniel 9,27 und Daniel 12,11).‹ dort steht,wo es nicht stehen darf –wer das liest, soll überlegen,was es bedeutet!Wenn das geschieht,dann sollen die Einwohner von Judäa13,14 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. in die Berge fliehen.15Wer gerade auf dem Dach13,15 Dach: Dächer bestanden zur Zeit des Neuen Testaments aus mehreren Lagen Reisig und Putz. ist,soll nicht erst hinuntersteigen und ins Haus13,15 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. gehen,um noch etwas von dort zu holen.16Und wer gerade auf dem Feld ist,soll nicht zurücklaufen13,16 zurücklaufen: Gemeint ist die Stelle, an der er mit seiner Arbeit begonnen und dazu den Mantel abgelegt hat.,um noch seinen Mantel13,16 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. zu holen.17Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein,die gerade ein Kind erwarten oder stillen!

18Betet13,18 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. darum,dass es nicht Winter ist,wenn das geschieht.19Denn eine so schreckliche Not wie in diesen Tagenhat es von allem Anfang an,als Gott die Welt geschaffen hat,bis heute noch nie gegebenund wird es auch bis zu dieser Zeit nicht geben.20Wenn der Herr diese schreckliche Zeit nicht verkürzen würde,dann könnte kein Mensch gerettet werden.Aber er wird diese Zeit verkürzen– denen zuliebe, die er erwählt hat.

21Und wenn jemand zu euch sagt:›Seht her, hier ist der Christus13,21 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. !‹,oder: ›Seht her, dort ist er!‹,dann glaubt es nicht.22Denn mancher falsche Christus13,22 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. und mancher falsche Prophet13,22 falscher Prophet: Mensch, der vorgibt, im Auftrag Gottes zu reden, und so seine Mitmenschen zu falschem Tun verführt. wird auftreten.Sie werden Zeichen und Wunder13,22 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. tun.So wollen sie möglichst auch die Menschen in die Irre führen,die von Gott erwählt sind.23Passt also auf!Ich habe euch alles vorhergesagt.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Der Menschensohn kommt

Matthäus 24,29-31; Lukas 21,25-28
24»Aber dann, nach dieser schrecklichen Zeit,wird sich die Sonne verdunkeln,und der Mond wird nicht mehr scheinen.25Die Sterne werden vom Himmel13,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. fallen,und die Ordnung des Himmels13,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. wird erschüttert werden13,25 werden: In Jesaja 13 wird beschrieben, wie Gott in einem großen Gerichtstag die Völker zur Verantwortung für ihr Handeln ziehen wird. Der große Gerichtstag kommt unausweichlich und wird von kosmischen Ereignissen begleitet (Jesaja 13,10). Ähnliches kündigt auch der Prophet Joel für die Feinde des Volkes Israel an (vgl. Joel 4,14-15)..

26Dann werden alle es sehen:Der Menschensohn13,26 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. kommt auf den Wolkenmit großer Macht und Herrlichkeit13,26 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor..27Dann wird er die Engel13,27 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. ausschicken,um die Menschen zusammenzubringen,die von Gott erwählt sind.Aus allen vier Himmelsrichtungen kommen sie herbei,vom äußersten Rand der Erdebis zum äußersten Rand des Himmels13,27 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Das Gleichnis vom Feigenbaum

Matthäus 24,32-36; Lukas 21,29-33
28»Nehmt den Feigenbaum13,28 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln. als Gleichnis13,28 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen.,an dem ihr etwas lernt.Wenn seine Zweige frisch austreibenund Blätter bekommen,dann wisst ihr:Der Sommer ist bald da.29So ist es auch mit euch:Wenn ihr seht,dass das alles geschieht,dann wisst ihr:Das Ende13,29 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. ist nahe.Der Menschensohn13,29 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. steht vor der Tür.

30Amen13,30 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Diese Generation wird nicht sterben,bevor dies alles geschieht.31Himmel13,31 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. und Erde werden vergehen,aber meine Worte vergehen nicht13,31 Worte vergehen nicht: Gemeint ist: Meine Worte gelten für immer..32An welchem Tag oder zu welcherStunde das13,32 das: Bezieht sich auf das Ende dieser Zeit und das Kommen des Menschensohnes (vgl. Vers 29). sein wird,weiß niemand,auch nicht die Engel13,32 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. im Himmel,nicht einmal der Sohn13,32 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.,sondern nur der Vater.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Bleibt wach!

Matthäus 25,13-15; Matthäus 24,42.44; Lukas 19,12-13; Lukas 12,38-40
33»Passt auf!Seid wachsam!Denn ihr wisst nicht,wann der Zeitpunkt da ist.

34Es ist wie bei einem Mann,der auf Reisen ging.Er verließ sein Haus13,34 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.und übertrug seinen Knechten die Verantwortung.Jedem teilte er seine Arbeit zu.Dem Wächter an der Tür befahl er:›Bleib wach!‹

35Bleibt also wach!Denn ihr wisst nicht,wann der Hausherr kommt:spät am Abend, um Mitternacht,beim Hahnenschrei13,35 Hahnenschrei: Nach römischem Brauch wurde die Nacht in vier Nachtwachen aufgeteilt. Hier ist die dritte gemeint; sie ging von 24 bis 3 Uhr. oder früh am Morgen.36Wenn er plötzlich kommt,soll er euch doch nicht im Schlaf überraschen.

37Was ich euch13,37 euch: Angeredet sind die Jünger Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas (vgl. Vers 3). sage,das sage ich allen:Bleibt wach!«