BasisBibel NT+Ps (BB)
10

Jesus bricht auf nach Judäa

Matthäus 19,1-2
101Jesus brach von dort10,1 dort: Jesus befand sich mit seinen Jüngern vermutlich in Kafarnaum; vgl. Markus 9,33. auf.Er kam in das Gebiet von Judäa10,1 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. und auf die andere Jordanseite10,1 Jordan: Der Jordan ist der wichtigste Fluss im Land der Bibel. .Wieder versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm,und wie immer sprach er zu den Menschen.

Über die Ehescheidung

Matthäus 19,3-12
2Da kamen Pharisäer10,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und fragten ihn:»Darf sich ein Mann von seiner Frau scheiden lassen?«Damit wollten sie Jesus eine Falle stellen.3Jesus antwortete:»Was hat euch Mose10,3 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. vorgeschrieben?«4Da sagten die Pharisäer10,4 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.:»Mose10,4 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. hat erlaubt, dass ein Mann seiner Frau eine Scheidungsurkunde10,4 Scheidungsurkunde: Nach jüdischem Recht musste ein Mann seiner Frau eine sog. Scheidungsurkunde ausstellen, wenn er sich von ihr trennen wollte. ausstelltund sie dann wegschickt10,4 wegschickt: In 5. Mose/Deuteronomium 24,1-4 sind alttestamentliche Gebote für die Trennung von Ehepaaren nachzulesen.5Jesus sagte zu ihnen:»Nur weil ihr euer Herz gegen Gott verschlossen habt,hat Mose10,5 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. euch dieses Gesetz10,5 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. gegeben.6Aber vom Anfang der Welt10,6 Anfang der Welt: In 1. Mose/Genesis 1,1–2,4a und 1. Mose/Genesis 2,4b-25 wird berichtet, wie Gott die Welt und die Menschen geschaffen hat. anhat Gott die Menschen als Mann und Frau geschaffen.7Deshalb verlässt ein Mannseinen Vater und seine Mutterund lebt in Gemeinschaft mit seiner Frau.8Die zwei sind dann eins,mit Leib und Seele.Sie sind also nicht mehr zwei,sondern ganz eins10,8 eins: Jesus zitiert an dieser Stelle den Vers aus 1. Mose/Genesis 2,24..9Was Gott so verbunden hat,das soll der Mensch nicht trennen.«

10Zu Hause fragten ihn die Jünger10,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. noch einmal danach.11Und Jesus sagte zu ihnen:»Wer sich von seiner Frau scheiden10,11 Scheidungsurkunde: Nach jüdischem Recht musste ein Mann seiner Frau eine sog. Scheidungsurkunde ausstellen, wenn er sich von ihr trennen wollte. lässtund eine andere heiratet,der begeht Ehebruch10,11 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten. gegenüber der ersten.12Ebenso gilt:Wenn sich eine Frau von ihrem Mann scheiden10,12 Scheidungsurkunde: Nach jüdischem Recht musste ein Mann seiner Frau eine sog. Scheidungsurkunde ausstellen, wenn er sich von ihr trennen wollte. lässtund einen anderen heiratet,begeht sie Ehebruch10,12 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.

Sich-Beschenken-Lassen

10,13-31

Jesus und die Kinder

Matthäus 19,13-15; Lukas 18,15-17
13Einige Leute brachten Kinder zu Jesus.Er sollte sie segnen10,13 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt..Aber die Jünger10,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wiesen sie schroff zurück.

14Als Jesus das merkte,wurde er zornig und sagte zu ihnen:»Lasst doch die Kinder zu mir kommen,hindert sie nicht daran.Denn für Menschen wie sieist das Reich Gottes10,14 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. da.15Amen10,15 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Wer sich das Reich Gottes10,15 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. nicht wie ein Kind schenken lässt,wird nie hineinkommen.«16Und er nahm die Kinder in die Arme,legte ihnen die Hände aufund segnete10,16 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. sie.

Die Gefahr des Reichtums

Matthäus 19,16-26; Lukas 18,18-27
17Jesus machte sich wieder auf den Weg.Da kam ein Mann angelaufen.Er fiel vor ihm auf die Knieund fragte ihn:»Guter Lehrer10,17 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde.,was soll ich tun,damit ich das ewige Leben bekomme?«18Jesus antwortete ihm:»Warum nennst du mich gut?Niemand ist gut außer einem: Gott.19Du kennst10,19 kennst: Diese Gebote stammen aus den sog. Zehn Geboten (vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-12). Sie regeln das Zusammenleben zwischen den Menschen und beschreiben zugleich, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Gott bestimmt sein soll. doch die Gebote10,19 Gebote: Diese Gebote stammen aus den Zehn Geboten, vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17. Sie regeln das Zusammenleben zwischen den Menschen und beschreiben, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Gott sein soll.:›Du sollst nicht töten.Du sollst die Ehe nicht brechen10,19 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten..Du sollst nicht stehlen.Du sollst keine falschen Aussagen machen.Du sollst nicht betrügen.Ehre10,19 Eltern ehren: Gemeint ist auch das Sorgen für die Eltern, wenn sie alt geworden sind. deinen Vater und deine Mutter.‹«20Aber der Mann sagte:»Lehrer10,20 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., das alles befolge ichseit meiner Jugend.«

21Jesus sah ihn an.Er gewann ihn liebund sagte zu ihm:»Eins fehlt dir:Geh los.Verkaufe alles, was du hast,und gib das Geld den Armen.So wirst du unverlierbaren Reichtum im Himmel haben.Dann komm und folge10,21 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. mir!«22Der Mann war unglücklich über das,was Jesus sagte,und er ging traurig weg.Denn er hatte großen Grundbesitz.

23Jesus sah seine Jünger10,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. an und sagte:»Wie schwer ist es doch für die Menschen,die viel besitzen,in das Reich Gottes10,23 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. hineinzukommen.«24Die Jünger10,24 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. waren bestürzt über seine Worte.Aber Jesus sagte noch einmal zu ihnen:»Ja, Kinder, wie schwer ist es doch,in das Reich Gottes10,24 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. zu kommen.25Es ist leichter,dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht,als dass ein Reicher in das Reich Gottes10,25 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. hineinkommt.«26Da waren die Jünger10,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. völlig bestürztund sagten zueinander:»Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«27Jesus sah sie an und sagte:»Für Menschen ist es unmöglich,aber nicht für Gott.Denn für Gott ist alles möglich.«

Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben

Matthäus 19,27-30; Lukas 18,28-30
28Da sagte Petrus zu Jesus:»Sieh doch, wir haben alles zurückgelassenund sind dir gefolgt10,28 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.29Jesus antwortete:»Amen10,29 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Jeder, der etwas zurückgelassen hat– Haus, Brüder, Schwestern,Mutter, Vater, Kinder oder Felder –,um mir zu folgen10,29 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.und um die Gute Nachricht10,29 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. weiterzusagen,30wird das, was er zurückgelassen hat,hundertfach neu bekommen:Haus, Brüder, Schwestern,Mutter, Kinder und Felderschon jetzt in dieser Zeit– wenn auch unter Verfolgungen –und das ewige Lebendann, wenn Gottes Reich10,30 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. kommt.31Viele, die jetzt bei den Ersten sind,werden dann die Letzten sein.Und viele, die jetzt bei den Letzten sind,werden dann die Ersten sein.«

Zum Dienen berufen

10,32-52

Jesus kündigt zum dritten Mal seinen Tod an

Matthäus 20,17-19; Lukas 18,31-34
32Auf dem Weg hinauf nach Jerusalem10,32 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ging Jesus vor den anderen her.Alle, die dabei waren, wunderten sich.Aber die Jünger10,32 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. ,die ihm nachfolgten10,32 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.,hatten Angst.Da nahm Jesus die Zwölf10,32 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren. noch einmal beiseite,und sagte ihnen,was nach dem Willen Gottes mit ihm geschehen sollte:33»Seht doch, wir ziehen jetzt hinauf nach Jerusalem10,33 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .Dort wird der Menschensohn10,33 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.den führenden Priestern10,33 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Schriftgelehrten10,33 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. ausgeliefert.Sie werden ihn zum Tod verurteilenund ihn an die Heiden10,33 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben. ausliefern,die unser Land besetzt haben10,33 haben: Wörtlich lautet der Vers: Seht doch, wir ziehen jetzt hinauf nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn den führenden Priestern und Schriftgelehrten ausgeliefert. Sie werden ihn zum Tod verurteilen und ihn an die Heiden ausliefern..34Die werden ihn verspotten und anspucken,ihn auspeitschen und töten.Aber nach drei Tagen wird er vom Tod auferstehen10,34 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich.

Nicht herrschen, sondern dienen

Matthäus 20,20-28; Lukas 22,24-27
35Jakobus und Johannes,die Söhne von Zebedäus,traten nahe an Jesus heranund sagten zu ihm:»Lehrer10,35 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir möchten,dass du uns eine Bitte erfüllst.«36Jesus fragte sie:»Was möchtet ihr denn?Was soll ich für euch tun?«37Sie antworteten ihm:»Lass uns rechts und links10,37 rechts und links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze. neben dir sitzen,wenn du regieren wirstin deiner Herrlichkeit10,37 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor.38Aber Jesus sagte zu ihnen:»Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet.Könnt ihr den Becher10,38 Becher: Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36). austrinken,den ich austrinke?Oder könnt ihr die Taufe10,38 Taufe: Taufen bedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld. auf euch nehmen,mit der ich getauft10,38 getauft: Die Taufe steht hier für das Leiden, das Jesus bevorsteht. werde?«39Sie antworteten ihm:»Das können wir.«Da sagte Jesus zu ihnen:»Ihr werdet tatsächlich den Becher10,39 Becher: Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36). austrinken,den ich austrinke.Und ihr werdet die Taufe10,39 Taufe: Taufen bedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld. auf euch nehmen,mit der ich getauft10,39 getauft: Die Taufe steht hier für das Leiden, das Jesus bevorsteht. werde.40Aber ich habe nicht zu entscheiden,wer rechts und links10,40 rechts und links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze. von mir sitzt.Dort werden die sitzen,die Gott dafür bestimmt hat.«

41Die anderen zehn hörten das Gespräch mit anund ärgerten sich über Jakobus und Johannes.42Da rief Jesus auch sie näher herbeiund sagte zu ihnen:»Ihr wisst:Die Herrscher der Völker unterdrücken die Menschen,über die sie herrschen.Und die Machthaber missbrauchen ihre Macht.43Aber bei euch darf das nicht so sein:Sondern wer von euch groß sein will,soll den anderen dienen.44Und wer von euch der Erste sein will,soll der Sklave10,44 Sklave, Sklavin: Sklaverei gab es in der ganzen Alten Welt in mannigfachen Formen und unter den verschiedensten Bedingungen. von allen sein.45Denn auch der Menschensohn10,45 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.ist nicht gekommen,um sich dienen zu lassen.Im Gegenteil:Er ist gekommen,um anderen zu dienenund sein Leben hinzugeben10,45 hingeben: Das Wort vom Hingeben des Lebens erinnert an Jesaja 53,10-12. Dort ist die Rede von einem schuldlosen Menschen, der sein Leben hingibt, um die Schuld aller Menschen zu tragen.als Lösegeld für die vielen Menschen.«

Jesus heilt einen Blinden

Matthäus 20,29-34; Lukas 18,35-43
46Dann kamen sie nach Jericho10,46 Jericho: Jericho, auch Palmenstadt genannt, ist eine Oase in der jüdäischen Wüste in der Jordansenke. Sie gilt als die älteste befestigte Stadt der Welt. .Als Jesus zusammen mit seinen Jüngern10,46 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. und einer großen Volksmenge Jericho10,46 Jericho: Jericho, auch Palmenstadt genannt, ist eine Oase in der jüdäischen Wüste in der Jordansenke. Sie gilt als die älteste befestigte Stadt der Welt. wieder verlassen wollte,saß da am Straßenrand ein blinder Bettler.Es war Bartimäus, der Sohn von Timäus.47Als er hörte,dass Jesus von Nazaret10,47 Nazaret: Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. da war,fing er an, laut zu rufen:»Jesus, du Sohn Davids10,47 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. !Hab Erbarmen mit mir!«48Viele fuhren ihn an:»Sei still!«Aber der Blinde schrie noch viel lauter:»Sohn Davids10,48 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. !Hab Erbarmen mit mir!«

49Da blieb Jesus stehen und sagte:»Ruft ihn her.«Die Leute riefen den Blinden herbeiund sagten zu ihm:»Du kannst Hoffnung haben,steh auf, er ruft dich!«50Da warf der Blinde seinen Mantel10,50 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. ab,sprang auf und kam zu Jesus.51Jesus fragte ihn:»Was willst du?Was soll ich für dich tun?«Der Blinde sagte zu ihm:»Rabbuni10,51 Rabbuni: Eine Steigerung der einfachen Anrede »Rabbi« (Lehrer)., dass ich sehen kann!«52Und Jesus sagte zu ihm:»Geh nur, dein Glaube10,52 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. hat dich gerettet.«Sofort konnte er sehen,und er folgte10,52 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. Jesus auf seinem Weg.
11

Die Passionsgeschichte

11,1–16,20

Die Vorgeschichte der Passion

11,1–12,44

Jesus zieht in Jerusalem ein

Matthäus 21,1-11; Lukas 19,28-40; Johannes 12,12-19
111Kurz vor Jerusalem11,1 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. kamen Jesus und seine Jünger11,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. nach Betfage11,1 Betfage: Ortschaft östlich des Ölbergs vor der Stadtmauer von Jerusalem, Nachbarort von Betanien. Der hebräische Name der Ortschaft bedeutet »Haus der unreifen/grünen Feigen«. und Betanien11,1 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. am Ölberg11,1 Ölberg: Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..Da schickte Jesus zwei seiner Jünger11,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. voraus2und sagte zu ihnen:»Geht in das Dorf, das vor euch liegt.Gleich, wenn ihr hineinkommt,findet ihr einen jungen Esel11,2 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. angebunden.Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten.Bindet ihn losund bringt ihn her.3Und wenn jemand euch fragt:›Was macht ihr da?‹,dann sagt:›Der Herr braucht ihn,aber er wird ihn gleich wieder zurückschicken.‹«

4Die Jünger11,4 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. gingen in das Dorfund fanden den Esel11,4 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist..Er war an einem Hoftor draußen an der Straße angebunden.Sie machten ihn los.5Und einige von denen, die dort standen,fragten sie:»Was macht ihr?Wieso bindet ihr den Esel11,5 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. los?«6Die zwei Jünger11,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. antworteten den Leuten,wie Jesus es gesagt hatte.Da ließen sie es zu.

7Sie brachten den Esel11,7 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. zu Jesusund legten ihre Mäntel11,7 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. auf seinen Rücken.Und Jesus setzte sich darauf.8Viele Leute breiteten ihre Mäntel11,8 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. als Teppich auf der Straße aus.Andere aber legten Zweige11,8 Palme, Dattelpalme: Wenn in der Bibel von Palmen die Rede ist, sind meist Dattelpalmen gemeint. hin,die sie am Feldrand abschnitten.9Und die Leute, die vor Jesus hergingenund die nach ihm kamen,riefen immer wieder:»Hosanna11,9 Hosanna: Gebetsruf; wörtlich »Hilf doch!« oder »Gib Heil!«.!Stimmt ein in unser Loblied auf den,der im Namen des Herrn kommt!10Stimmt ein in unser Lobliedauf die Herrschaft unseres Vaters David11,10 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. ,die jetzt neu beginnt.Hosanna11,10 Hosanna: Gebetsruf; wörtlich »Hilf doch!« oder »Gib Heil!«. in himmlischer Höhe!«

11So zog Jesus in Jerusalem11,11 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ein.Er ging in den Tempel11,11 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes..Dort sah er sich alles an.Als es spät geworden war,ging er mit den Zwölfen11,11 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren. hinaus nach Betanien11,11 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. .

Der Konflikt mit den jüdischen Autoritäten spitzt sich zu

11,12–12,12

Der Feigenbaum ohne Früchte

Matthäus 21,18-19
12Als sie Betanien11,12 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. am nächsten Morgen verließen,bekam Jesus Hunger.13Von Weitem sah er einen Feigenbaum11,13 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln.,der schon Blätter hatte.Da ging er hin,um vielleicht auch Früchte an ihm zu finden.Aber als er hinkam, fand er nichts als Blätter.Denn es war nicht die Jahreszeit für Feigen11,13 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln..14Da sagte Jesus zu dem Feigenbaum11,14 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln.:»Nie mehr soll jemand eine Frucht von dir essen.«Und seine Jünger11,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. hörten es.

Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel

Matthäus 21,12-17; Lukas 19,45-48; Johannes 2,13-17
15Dann kamen sie nach Jerusalem11,15 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .Jesus ging wieder in den Tempel11,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes..Sofort fing er an,die Leute hinauszujagen,die im Tempel11,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. etwas verkauften oder kauften.Die Tische der Geldwechsler11,15 Geldwechsler: Bei ihnen konnten die Pilger Geld in die Tempelwährung (Schekel) umtauschen – nur in dieser Währung durfte die Tempelsteuer bezahlt werden.und die Stände der Taubenverkäufer11,15 Tempelverkauf: In einem bestimmten Tempelbereich gab es Stände von Geldwechslern und Händlern, die Opfertiere zum Verkauf anboten.stieß er um.16Er ließ nicht zu,dass jemand irgendetwas durch den Tempel11,16 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. trug.

17Und er erklärte es denen, die dabei waren, so:»Steht nicht in den Heiligen Schriften11,17 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.:Mein Haus11,17 mein Haus: Gemeint ist der Tempel. soll ein Ort sein,an dem alle Völker zu mir beten11,17 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. können‹?Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht11,17 gemacht: Jesus zitiert an dieser Stelle zwei Propheten aus dem Alten Testament (vgl. Jesaja 56,7 und Jeremia 7,11).18Das hörten die führenden Priester11,18 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Schriftgelehrten11,18 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst..Und sie überlegten, wie sie Jesus umbringen könnten.Sie hatten nämlich Angst vor ihm.Denn die Volksmenge war begeistert von seiner Lehre.

19Am Abend verließen Jesus und seine Jünger11,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder die Stadt.

Lebensgrundlagen für Jünger

Matthäus 21,20-22; Matthäus 6,14
20Früh am nächsten Morgen kamen Jesus und seine Jünger11,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder an dem Feigenbaum11,20 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln. vorbei.Sie sahen:Er war bis in die Wurzeln abgestorben.21Da erinnerte sich Petrusund sagte zu Jesus:»Rabbi11,21 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer., sieh doch, der Feigenbaum11,21 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln.,den du verflucht hast –er ist abgestorben.«

22Und Jesus antwortete ihnen:»Glaubt11,22 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. an Gott!23Amen11,23 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Wenn jemand zu diesem Berg sagt:›Auf, stürze dich ins Meer!‹,und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt,sondern fest daran glaubt,dass eintrifft, was er sagt,für den wird es geschehen.24Deshalb sage ich euch:Für alles, worum ihr im Gebet11,24 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. bittet, gilt:Glaubt11,24 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. fest daran,dass ihr es bekommt,dann wird es euch geschenkt.25Wenn ihr euch hinstellt,um zu beten11,25 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,dann vergebt dem Menschen,gegen den ihr etwas habt.Dann wird euch auch euer Vater im Himmel11,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.das Unrecht vergeben,das ihr begangen habt.«26[…]11,26 […]: Einige spätere Handschriften fügen aus Matthäus 6,15 hinzu: »Wenn ihr ihm aber nicht vergebt, dann wird euch auch euer Vater im Himmel das Unrecht nicht vergeben, das ihr begangen habt.«

Woher hat Jesus seine Vollmacht

Matthäus 21,23-27; Lukas 20,1-8
27Dann kamen Jesus und seine Jünger11,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder nach Jerusalem11,27 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .

Als Jesus sich im Tempel11,27 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. aufhielt,kamen die führenden Priester11,27 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte., die Schriftgelehrten11,27 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. und die Ratsältesten11,27 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.28und fragten ihn:»Mit welchem Recht trittst du so auf?Oder wer hat dir die Vollmacht gegeben,so aufzutreten?«29Jesus antwortete ihnen:»Ich will euch eine Frage stellen.Antwortet mir!Dann werde ich euch sagen,mit welchem Recht ich so auftrete.30Von wem hatte Johannes11,30 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. den Auftrag zu taufen11,30 Taufe: Taufen bedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld.?Von Gott oder von Menschen?Antwortet mir!«

31Da überlegten sieund sagten zueinander:»Wenn wir sagen: ›Von Gott‹,dann wird er fragen:›Warum habt ihr ihm nicht geglaubt?‹32Aber sollen wir etwa sagen:›Von Menschen‹?« –dafür hatten sie zu viel Angst vor der Volksmenge.Denn alle waren überzeugt,dass Johannes11,32 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. wirklich ein Prophet11,32 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. war.33Deshalb antworteten sie Jesus:»Wir wissen es nicht.«Da sagte Jesus zu ihnen:»Dann sage ich euch auch nicht,mit welchem Recht ich so auftrete.«
12

Das Gleichnis von den bösen Weingärtnern

Matthäus 21,33-46; Lukas 20,9-19
121Und Jesus begann,ihnen Gleichnisse12,1 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen. zu erzählen:

»Ein Mann legte einen Weinberg12,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. an.Er baute eine Mauer darum,hob eine Grube12,1 Kelter, Weingrube: Eine Weingrube (Kelter) ist eine Anlage zum Auspressen von reifen Trauben. zum Auspressen der Trauben ausund errichtete einen Wachturm12,1 Wachturm: Um Weinberge zu schützen, errichtete man im Weinberg einen Turm, von dem aus man das ganze Gelände überblicken konnte. .Dann verpachtete er ihnund ging auf Reisen.

2Als es an der Zeit war,schickte der Besitzer einen Knecht zu den Pächtern.Der sollte seinen Anteil vom Ertrag des Weinbergs12,2 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. abholen.3Aber sie packten den Knecht,verprügelten ihnund jagten ihn mit leeren Händen davon.4Noch einmal schickte der Besitzer einen Knecht.Dem schlugen sie den Kopf blutig,und beschimpften ihn.5Der Besitzer schickte einen weiteren,den töteten sie.Er schickte noch viele andere.Die einen verprügelten sie,die anderen töteten sie.

6Da blieb ihm nur noch sein einziger Sohn,den er sehr liebte.Ihn schickte er als Letzten.Er sagte sich:›Vor meinem Sohn werden sie Respekt haben.‹7Aber die Pächter sagten zueinander:›Er ist der Erbe.Kommt, wir töten ihn,dann gehört sein Erbe uns.‹8Sie packten ihn,töteten ihnund warfen seine Leiche hinaus vor den Weinberg12,8 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. .9Was wird der Weinbergbesitzer jetzt tun?Er wird selbst kommen,die Pächter tötenund den Weinberg12,9 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. anderen anvertrauen.10Ihr kennt doch die Stelle in den Heiligen Schriften12,10 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.:›Der Stein, den die Bauleute verworfen haben12,10 verwerfen: Für das Fundament lassen sich nur Steine von bester Qualität gebrauchen. Die Bauleute begutachten sie und sortieren sie aus.,ist zum Grundstein12,10 Grundstein, Eckstein: Fundamentstein, der für das Bauwerk unverzichtbar ist. geworden.11Der Herr hat ihn dazu gemacht.Ein Wunder ist geschehen vor unseren Augen.‹«

12Die Priester12,12 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten., Schriftgelehrten12,12 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. und Ratsältesten12,12 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.hätten Jesus am liebsten verhaften lassen.Aber sie fürchteten sich vor der Menge.Sie hatten verstanden,dass er in dem Gleichnis12,12 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen. von ihnen gesprochen hatte.Sie ließen ihn einfach stehenund gingen weg.

Weitere Streitgespräche

12,13-40

Steuern für den Kaiser?

Matthäus 22,15-22; Lukas 20,20-26
13Danach schickten die führenden Priester12,13 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.,Schriftgelehrten12,13 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. und Ratsältesten12,13 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.einige Pharisäer12,13 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und Anhänger des Herodes12,13 Herodes – Anhänger des Herodes: Innerhalb der Juden gab es eine kleine Gruppe, die die Herrschaft des Königs Herodes Antipas unterstützte. zu Jesus.Die sollten ihn mit einer Fangfrage in die Falle locken.

14Sie gingen zu ihm und sagten:»Lehrer12,14 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir wissen:Dir geht es nur um die Wahrheit,und du fragst dabei nach keinem anderen.Denn du siehst nicht die Person an.Sondern du sagst uns die Wahrheit,wenn du lehrst,wie wir nach Gottes Willen leben sollen.Ist es erlaubt,dem Kaiser12,14 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. Steuern zu zahlen oder nicht?Sollen wir sie nun zahlenoder nicht zahlen?«15Jesus durchschaute ihr falsches Spielund sagte zu ihnen:»Wollt ihr mir eine Falle stellen?Gebt mir eine Silbermünze12,15 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters..Ich will sie mir ansehen.«16Sie gaben ihm eine,und er fragte sie:»Wer ist auf dem Bild zu sehenund wer wird in der Inschrift genannt?«Sie antworteten ihm:»Der Kaiser12,16 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich.17Da sagte Jesus zu ihnen:»Gebt dem Kaiser12,17 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich., was dem Kaiser12,17 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. gehört,und Gott, was Gott gehört.«Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

Werden die Toten auferstehen?

Matthäus 22,23-33; Lukas 20,27-40
18Dann kamen Sadduzäer12,18 Sadduzäer: Eine jüdische Religionspartei, der die vornehmen Priesterfamilien und Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht angehörten. zu Jesus.Diese Leute behaupten,dass es keine Auferstehung der Toten gibt.Sie fragten Jesus:19»Lehrer12,19 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., Mose12,19 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. hat uns vorgeschrieben12,19 vorgeschrieben: In dieser Textstelle wird beschrieben, was vom Gesetz her passieren soll, wenn Verwandte heiraten (5. Mose/Deuteronomium 25,5-6).:›Wenn ein Mann stirbtund eine Frau hinterlässt,aber kein Kind hat,dann soll sein Bruder die Frau heiratenund so dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹

20Nun gab es einmal sieben Brüder.Der erste heiratete eine Frauund starb kinderlos.21Dann heiratete sie der zweite.Aber auch er starb kinderlosund ebenso der dritte.22Alle sieben blieben kinderlos.Als Letzte von allen starb auch die Frau.23Bei der Auferstehung12,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. der Toten nun,wenn sie tatsächlich auferstehen12,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. :Mit wem wird die Frau dann verheiratet sein?Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.«

24Da sagte Jesus zu ihnen:»Ihr irrt euch!Das liegt vielleicht daran,dass ihr weder die Heiligen Schriften12,24 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. kenntnoch wisst, wie groß Gottes Macht ist.25Wenn die Menschen vom Tod auferstehen,werden sie nicht mehr heiratenund nicht mehr geheiratet werden,sondern sie werden leben wie die Engel12,25 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. im Himmel12,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt..26Was aber die Auferstehung12,26 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. der Toten angeht –habt ihr nie im Buch Moses12,26 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament.die Geschichte vom brennenden Dornbusch gelesen,wo Gott zu Mose12,26 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. sagt12,26 sagt: In 2. Mose/Exodus 3,6.15 wird berichtet, wie Mose Gott begegnet und von ihm dazu berufen wird, das Volk Israel aus der Gefangenschaft in Ägypten zu führen.:›Ich bin der Gott Abrahams12,26 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. ,der Gott Isaaks12,26 Isaak: Einziger Sohn von Abraham und Sara. und der Gott Jakobs12,26 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. ‹?27Gott ist doch nicht ein Gott der Toten,sondern der Lebenden.Ihr seid völlig im Irrtum.«

Was ist das wichtigste Gebot?

Matthäus 22,34-40; Lukas 10,25-28
28Ein Schriftgelehrter12,28 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. war dazugekommenund hatte die Auseinandersetzung mit angehört.Als er merkte, wie treffend Jesusden Sadduzäern12,28 Sadduzäer: Eine jüdische Religionspartei, der die vornehmen Priesterfamilien und Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht angehörten. geantwortet hatte,fragte er ihn:»Welches Gebot12,28 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ist das wichtigste von allen12,28 alle Gebote: Gemeint sind die Gebote, die in den Mose-Büchern aufgeschrieben sind.29Jesus antwortete:»Das wichtigste Gebot12,29 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ist dieses12,29 dieses: In 5. Mose/Deuteronomium 6,1-9 wird das Volk Israel dazu aufgefordert, Gott über alles zu lieben.:›Höre, Israel12,29 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. !Der Herr ist unser Gott,der Herr allein.30Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebenmit deinem ganzen Herzen,mit deiner ganzen Seele,mit deinem ganzen Willenund mit deiner ganzen Kraft.‹31Das zweite ist12,31 ist: In 3. Mose/Levitikus 19 finden sich viele Lebensordnungen, die das Volk Israel einhalten soll.:›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹Kein anderes Gebot12,31 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ist wichtigerals diese beiden.«

32Da antwortete ihm der Schriftgelehrte12,32 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.:»Ja, Lehrer12,32 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde.,du sagst die Wahrheit12,32 Wahrheit: Der Schriftgelehrte zitiert an dieser Stelle zwei Verse aus 5. Mose/Deuteronomium 6,4-5.