BasisBibel NT+Ps (BB)
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Die Bergpredigt: Gelebter Glaube im Alltag

6,1-18

Die Bergpredigt: Leben, wie es Gott gefällt …

61»Hütet euch:Stellt nicht vor den Menschen zur Schau,was für ein frommes Leben6,1 frommes Leben: Hier: Das Bemühen, durch Taten Gott zu gefallen; z. B. durch Almosengeben, Fasten usw. ihr führt.Sonst habt ihr keinen Lohn mehr zu erwartenvon eurem Vater im Himmel6,1 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.

Die Bergpredigt: … beim Spenden für Bedürftige

2»Wenn du also einem armen Menschen etwas gibst,häng es nicht an die große Glocke!So verhalten sich die Scheinheiligen in den Synagogen6,2 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden. und auf den Straßen,damit die Leute sie bewundern.Amen6,2 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Sie haben damit ihren Lohn schon bekommen.3Wenn du einem armen Menschen etwas gibst,soll deine linke Hand nicht wissen,was deine rechte Hand tut.4So bleibt deine Gabe im Verborgenen.Aber dein Vater,der auch das Verborgene sieht,wird dich dafür belohnen.«

Die Bergpredigt: … beim Beten

Lukas 11,2-4; Markus 11,25-26
5»Wenn ihr betet6,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,macht es nicht wie die Scheinheiligen:Sie stellen sich zum Beten6,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. gernein den Synagogen6,5 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden. und an den Straßenecken auf –damit die Leute sie sehen können.Amen6,5 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Sie haben damit ihren Lohn schon bekommen.6Wenn du betest6,6 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,geh in dein Zimmer6,6 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.und verriegel die Tür.Bete6,6 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. zu deinem Vater,der im Verborgenen ist.Und dein Vater,der auch das Verborgene sieht,wird dich dafür belohnen.

7Sprecht eure Gebete6,7 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. nicht gedankenlos vor euch hin –so machen es die Heiden6,7 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben.!Denn sie meinen,ihr Gebet6,7 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. wird erhört,weil sie viele Worte machen.8Macht es nicht so wie sie!Denn euer Vater weiß,was ihr braucht,noch bevor ihr ihn darum bittet.

9So sollt ihr beten6,9 Vaterunser/Unser Vater: Das Gebet, dass Jesus die Menschen gelehrt hat. :›Unser Vater im Himmel6,9 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,dein Name soll geheiligt6,9 geheiligt: »Name« steht hier für »Gott« selbst; gemeint ist: »Gott, verändere die Welt so, dass sie dich ehrt.« werden.10Dein Reich soll kommen.Dein Wille soll geschehen.Wie er im Himmel6,10 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. geschieht,so soll er auch auf der Erde Wirklichkeit werden.11Gib uns das Brot6,11 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel ,das wir für heute brauchen!12Und vergib uns unsere Schuld6,12 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.so wie wir denen vergeben haben,die uns gegenüber schuldig6,12 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. geworden sind.13Und stelle uns nicht auf die Probe,sondern rette uns vor dem Bösen.‹

14Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt,dann wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.15Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt,dann wird euer Vater euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.«

Die Bergpredigt: … beim Fasten

16»Wenn ihr fastet6,16 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken.,macht kein leidendes Gesicht wie die Scheinheiligen.Sie vernachlässigen ihr Aussehen,damit die Leute sehen,dass sie fasten6,16 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken..Amen6,16 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Sie haben damit ihren Lohn schon bekommen!17Wenn du fastest6,17 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken.,salbe6,17 salben: Haare wurden damals mit Öl gepflegt. Gemeint ist, dass man sich um sein Äußeres bemühen soll. deinen Kopfund wasche dein Gesicht!18Tu das,damit niemand bemerkt,dass du fastest6,18 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken.außer deinem Vater,der im Verborgenen ist.Und dein Vater,der auch das Verborgene sieht,wird dich dafür belohnen.«

Die Bergpredigt: Wo man Schätze sammeln soll

Lukas 12,33-34; Lukas 11,34-36
19»Häuft keine Schätze auf der Erde an –wo Motten und Würmer sie fressenund wo Diebe einbrechen und sie stehlen.20Sondern häuft euch Schätze im Himmel6,20 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. an –wo weder Motten noch Würmer sie fressenund wo keine Diebe einbrechen und sie stehlen.21Denn wo dein Schatz ist,da wird auch dein Herz sein.

22Aus dem Auge leuchtet das Innere des Menschen:Wenn dein Auge klar ist,ist dein ganzer Körper hell;23wenn dein Auge trübe ist,dann ist dein ganzer Körper voller Dunkelheit.Wenn nun das Licht in dir trübe ist,wie schrecklich ist dann die Dunkelheit.«

Die Bergpredigt: Kümmert euch um die Herrschaft Gottes!

Lukas 16,13; Lukas 12,22-31
24»Niemand kann gleichzeitig zwei Herren dienen!Entweder wird er den einen hassenund den anderen lieben.Oder er wird dem einen treu seinund den anderen verachten.Ihr könnt nicht gleichzeitig Gottund dem Geld dienen!25Darum sage ich euch:Macht euch keine Sorgenum euer Leben –was ihr essen oder trinken sollt.Oder um euren Körper –was ihr anziehen sollt.Ist das Leben nicht mehr als Essen und Trinken?Und ist der Körper nicht mehr als Kleidung?26Seht euch die Vögel an!Sie säen nicht,sie ernten nicht,sie sammeln keine Vorräte in Scheunen:Und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

27Wer von euch kann dadurch,dass er sich Sorgen macht,sein Leben nur um eine Stunde verlängern?28Und warum macht ihr euch Sorgen,was ihr anzieht?Seht euch die Wiesenblumen an:Sie wachsen,ohne zu arbeitenund ohne sich Kleider zu machen.29Ich sage euch:Nicht einmal Salomo6,29 Salomo: Einer der berühmtesten israelitischen Könige (ca. 972–932 v. Chr.). in all seiner Herrlichkeit6,29 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor.war so schön gekleidet wie eine von ihnen.30Gott macht die Wiesenblumen6,30 Wiesenblumen: In Vers 30 wörtlich »Wiesenkraut«. Dazu gehörten auch die Wiesenblumen. Das Kraut diente armen Leuten im Backofen als Brennmaterial. so schön.Und dabei gehen sie an einem Tag aufund werden am nächsten Tag im Backofen verbrannt.Darum wird er sich noch viel mehr um euch kümmern.Ihr habt zu wenig Vertrauen!

31Macht euch also keine Sorgen!Fragt euch nicht:Was sollen wir essen?Was sollen wir trinken?Was sollen wir anziehen?32Um all diese Dingedreht sich das Leben der Heiden6,32 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben..Euer himmlischer Vater weiß doch,dass ihr das alles braucht.33Strebt vor allem anderennach seinem Reichund nach seinem Willen –dann wird Gott euch auch das alles schenken.34Macht euch also keine Sorgen um den kommenden Tag –der wird schon für sich selber sorgen.Es reicht, dass jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten hat.«
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Die Bergpredigt: Nicht verurteilen

Lukas 6,37-42
71»Ihr sollt andere nicht verurteilen,damit Gott euch nicht verurteilt.2Denn das Urteil,das ihr fällt,wird euch treffen.Und der Maßstab,den ihr an andere anlegt,wird auch für euch gelten.

3Du siehst den Splitter im Auge deines Gegenübers7,3 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. .Bemerkst du nicht den Balken in deinem eigenen Auge?4Wie kannst du zu deinem Gegenüber7,4 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. sagen:›Komm her!Ich zieh dir den Splitter aus deinem Auge.‹Sieh doch:In deinem Auge ist ein Balken!5Du Scheinheiliger!Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge!Dann hast du den Blick frei,um den Splitter aus dem Augedeines Gegenübers7,5 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. zu ziehen.«

Die Bergpredigt: Wertvolle Perlen

6»Gebt das,was heilig7,6 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. ist,nicht den Hunden7,6 Hunde: Wer streunende Hunde fütterte, musste damit rechnen, dass sie wiederkommen und vor Hunger über einen herfallen.!Werft eure Perlen nicht vor die Schweine7,6 Schwein: Schweine galten in der Bibel als unreine Tiere.!Sonst zertreten sie die Perlenund reißen euch in Stücke!«

Die Bergpredigt: Voll Vertrauen zu Gott beten

Lukas 11,9-13
7»Bittetund es wird euch gegeben!Suchtund ihr werdet finden!Klopft anund es wird euch aufgemacht!8Denn wer bittet,der bekommt.Und wer sucht,der findet.Und wer anklopft,dem wird aufgemacht.9Wer von euchgibt seinem Kind einen Stein,wenn es um Brot bittet7,9 bittet: Wörtlich übersetzt heißt es in Matthäus 7,9: »Oder wo ist unter euch ein Mensch, der, wenn ihn sein Sohn um Brot bittet, ihm einen Stein gibt?«?10Oder eine Schlange,wenn es um einen Fisch bittet?11Ihr Menschen seid böse –trotzdem wisst ihr,was euren Kindern guttut,und gebt es ihnen.Wie viel mehr Guteswird dann euer Vater im Himmel denen geben,die ihn darum bitten?«

Die Bergpredigt: Eine einfache Grundregel

Lukas 6,31
12»Genau so,wie ihr behandelt werden wollt,behandelt auch die anderen!Denn so steht es im Gesetz7,12 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose.und bei den Propheten7,12 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Die Bergpredigt: Das weite und das enge Tor

Lukas 13,24
13»Geht durch den engen Eingang!Denn das Tor zum Verderben ist weitund der Weg dorthin ist breit –viele wählen diesen Weg.14Aber wie eng ist das Tor zum Lebenund wie schmal ist der Weg dorthin –nur wenige finden diesen Weg.«

Die Bergpredigt: Warnung vor falschen Propheten

Lukas 6,43-44
15»Nehmt euch in Acht vor den falschen Propheten7,15 falscher Prophet: Mensch, der vorgibt, im Auftrag Gottes zu reden, und so seine Mitmenschen zu falschem Tun verführt.!Sie kommen zu euchund verhalten sich wie Schafe.Aber im Innern sind sie Wölfe,die auf Raub aus sind.16An ihren Früchten könnt ihr sie erkennen:Oder erntet man Trauben von einem Dornbuschund Feigen7,16 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln. von einer Distel7,16 Distel: Disteln sind im Land der Bibel sehr häufig. Sie wachsen in dichten Streifen auf kultivierten oder brachliegenden Böden. ?17Ein guter Baum bringt gute Früchte hervor.Aber ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte hervor.18Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringenund ein schlechter Baum keine guten Früchte.19Ein Baum, der keine guten Früchte bringt,wird umgehauenund ins Feuer geworfen.20Also gilt:An ihren Früchten werdet ihr die falschen Propheten erkennen.«

Die Bergpredigt: Fataler Irrtum

Lukas 6,46; Lukas 13,26-27
21»Nicht jeder,der zu mir sagt:Herr, Herr7,21 Herr, Herr: Respektvolle Anrede. Die Verdopplung soll ausdrücken, dass jemand mit Ernst und Hingabe Jesus als seinen Herrn bekennt.!‹,wird in das Himmelreich7,21 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«. kommen –sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.22Am Tag des Gerichts7,22 Gericht: Gemeint ist der Tag, an dem ein Mensch vor Gott treten und sich vor ihm verantworten muss. werden viele zu mir sagen:›Herr, Herr!Haben wir nicht in deinem Namen als Propheten7,22 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. geredet?Und haben wir nicht in deinem Namen Dämonen7,22 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. ausgetrieben?Und haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder7,22 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. getan?‹23Dann werde ich ihnen ins Gesicht sagen:›Ich kenne euch überhaupt nicht!Geht mir aus den Augen!Ihr habt getan,was gegen Gottes Willen ist!‹«

Die Bergpredigt: Das Gleichnis vom Hausbau

Lukas 6,47-49
24»Wer diese meine Worte7,24 Worte: Gemeint sind die Worte aus der Bergpredigt insgesamt (Kapitel 5–7). hörtund sie befolgt,ist wie ein kluger Mann,als er sein Haus7,24 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. baute:Er errichtete es auf felsigem Boden.25Dann kam ein Wolkenbruch.Die Flüsse traten über die Ufer,die Stürme tobtenund rüttelten an dem Haus.Doch es stürzte nicht ein –denn es war auf Fels gebaut.26Wer diese meine Worte7,26 Worte: Gemeint sind die Worte aus der Bergpredigt insgesamt (Kapitel 5–7). hörtund sie nicht befolgt,ist wie ein dummer Mann,als er sein Haus7,26 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. baute:Er errichtete es auf sandigem Boden.27Dann kam ein Wolkenbruch.Die Flüsse traten über die Ufer,die Stürme tobtenund prallten gegen das Haus7,27 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war..Da stürzte es ein –es fiel völlig in sich zusammen.«

Die Wirkung der Bergpredigt

28So beendete Jesus seine Verkündigung.Die Volksmenge war von seiner Lehre tief beeindruckt.29Denn an seiner Lehre erkannten sie,dass Gott ihm die Vollmacht dazu gegeben hatte –ganz anders als bei den Schriftgelehrten7,29 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst..
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Jesus vollbringt Wunder

8,1–9,34

Jesus heilt einen Mann vom Aussatz

Markus 1,40-45; Lukas 5,12-16
81Jesus stieg vom Berg hinab und zog weiter.Eine große Volksmenge folgte ihm.2Sieh doch:Da kam ein Mann zu Jesus,der an Aussatz8,2 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. erkrankt war.Er fiel vor ihm auf die Knieund sagte:»Herr, wenn du willst,kannst du mich rein8,2 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. machen.«3Jesus streckte die Hand aus,berührte ihn und sagte:»Ich will! Sei rein8,3 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen.Im selben Augenblick wurde der Mannvon seinem Aussatz8,3 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. geheilt und rein8,3 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen..4Jesus sagte zu ihm:»Pass auf, dass du niemandem davon erzählst!Geh, zeige dich dem Priester8,4 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten.und bring die Opfergaben8,4 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt.,die Mose8,4 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. vorgeschrieben hat.Das soll ihnen als Beweis dienen,dass ich das Gesetz8,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. achte.«

Der Hauptmann von Kafarnaum

Lukas 7,1-10; Lukas 13,28-29; Johannes 4,46-53
5Jesus kam nach Kafarnaum8,5 Kafarnaum: Stadt am Nordufer des Sees Gennesaret und Ort, an dem Jesus vermutlich wohnte..Da ging ihm ein römischer Hauptmann entgegen.Er bat Jesus:6»Herr, mein Kind liegt gelähmt zu Hause.Es hat furchtbare Schmerzen!«7Jesus fragte ihn:»Soll ich etwa kommenund es gesund machen?«8Der Hauptmann antwortete:»Herr! Ich bin es nicht wert8,8 wert: Fromme Juden vermieden jeden Kontakt mit Nichtjuden. Deshalb wollte der Hauptmann es Jesus nicht zumuten, zu ihm nach Hause zu kommen.,dass du mein Haus betrittst!Aber sprich nur ein Wortund mein Kind wird gesund!9Denn auch bei mir ist es so,dass ich Befehlen gehorchen muss.Und ich selbst habe Soldaten,die mir unterstehen.Wenn ich zu einem sage:›Geh!‹,dann geht er.Und wenn ich zu einem anderen sage:›Komm!‹,dann kommt er.Und wenn ich zu meinem Diener sage:›Tu das!‹,dann tut er es.«10Jesus war über die Antwort erstaunt.Er sagte zu den Leuten,die ihm gefolgt waren:»Amen8,10 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Bei niemandem in Israel8,10 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. habe ich so einen Glauben gefunden!11Ich sage euch:Viele werden aus Ost und West kommen.Sie werden mit Abraham8,11 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. , Isaak8,11 Isaak: Einziger Sohn von Abraham und Sara. und Jakob8,11 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. im Himmelreich8,11 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«. zu Tisch liegen8,11 am Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen..12Aber die Erben des Reiches8,12 Erben des Reiches: Menschen, die eigentlich ein Anrecht auf das Reich hatten, aber die Botschaft von Jesus nicht annehmen.werden hinausgeworfen in die völlige Finsternis.Dort gibt es nur Heulen und Zähneklappern.«13Dann sagte Jesus zum Hauptmann:»Geh! So wie du geglaubt8,13 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. hast,soll es geschehen!«In derselben Stunde wurde sein Kind gesund.

Jesus heilt die Schwiegermutter von Petrus und viele andere Menschen

Markus 1,29-34; Lukas 4,38-41
14Jesus ging in das Haus von Petrus.Er sah,dass die Schwiegermutter von Petrusmit Fieber im Bett lag.15Da nahm er ihre Handund das Fieber verließ sie.Sie stand aufund brachte ihm etwas zu essen.16Am Abend brachten die Leuteviele Menschen zu Jesus,die von Dämonen8,16 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. besessen waren.Er trieb die bösen Geister8,16 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. durch sein Wort aus.Und alle Kranken machte er gesund.

17So ging in Erfüllung,was der Prophet8,17 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Jesaja8,17 Jesaja: Er wirkte um 700 v. Chr. als Prophet und verkündete den Menschen den Willen Gottes. gesagt8,17 gesagt: An dieser Stelle wird aus dem Alten Testament Jesaja 53,4 zitiert und von Matthäus auf Jesus hin gedeutet. hat:»Er hat unsere Leiden von uns genommenund die Krankheiten weggeschafft.«

Sich ganz auf Jesus einlassen

Lukas 9,57-62
18Jesus sah,wie groß die Volksmenge um ihn herum war.Deshalb befahl er seinen Jüngern8,18 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :»Lasst uns wegfahren auf die andere Seite des Sees8,18 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret.19Doch da kam ein Schriftgelehrter8,19 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.und sagte zu ihm:»Lehrer8,19 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., ich will dir folgen8,19 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.,wohin du auch gehst!«20Jesus antwortete ihm:»Die Füchse haben ihren Bauund die Vögel haben ihr Nest.Aber der Menschensohn8,20 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. hat keinen Ort,wo er sich ausruhen kann.«

21Ein anderer,einer von den Jüngern8,21 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. ,sagte zu ihm:»Herr, erlaube mir,zuerst noch einmal nach Hause zu gehenund meinen Vater zu begraben.«22Aber Jesus antwortete ihm:»Folge8,22 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. mir!Und überlass es den Toten,ihre Toten zu begraben!«

Im Sturm auf die Probe gestellt

Markus 4,35-41; Lukas 8,22-25
23Jesus stieg in das Bootund seine Jünger8,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. folgten ihm.24Sieh doch:Da brach plötzlich ein starker Sturm auf dem See8,24 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret. los,und die Wellen drohten das Boot unter sich zu begraben.Aber Jesus schlief.25Die Jünger8,25 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. gingen zu ihm und weckten ihn.Sie riefen:»Herr, rette uns!Wir gehen unter!«26Jesus sagte zu ihnen:»Warum habt ihr solche Angst?Ihr habt zu wenig Vertrauen!«Dann stand er aufund bedrohte den Wind und den See.Da wurde es ganz still.27Die Leute wunderten sichund sagten zueinander:»Wer ist er eigentlich?Sogar der Wind und die Wellen gehorchen ihm!«

Zwei Heilungen

8,28–9,8

Jesus befreit zwei Männer, die von Dämonen beherrscht werden

Markus 5,1-20; Lukas 8,26-39
28Jesus kam auf die andere Seite des Sees8,28 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret.in das Gebiet von Gadara8,28 Zehn Städte: Zur Zeit des Neuen Testaments ein Verbund aus ursprünglich zehn Städten (Dekapolis). .Da liefen ihm aus den Grabkammern8,28 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren. zwei Männer entgegen,die von Dämonen8,28 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. besessen waren.Sie waren so gefährlich,dass niemand es wagte,diesen Weg zu benutzen.29Sieh doch:Sie schrien laut:»Was willst du von uns,du Sohn Gottes8,29 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.?Bist du gekommen,um uns schon vor der Zeit8,29 vor der Zeit: Gemeint ist das endgültige Gericht Gottes am Ende der Zeit. zu quälen?«

30In einiger Entfernung von ihnenwar eine große Schweineherde8,30 Schwein: Schweine galten in der Bibel als unreine Tiere. auf der Weide.31Die Dämonen8,31 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. baten Jesus:»Wenn du uns schon vertreibst,dann schick uns in die Schweineherde8,31 Schwein: Schweine galten in der Bibel als unreine Tiere.32Jesus sagte zu ihnen:»Geht!«Da verließen die Dämonen8,32 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. die beiden Männerund fuhren in die Schweine8,32 Schwein: Schweine galten in der Bibel als unreine Tiere..Sieh doch:Da stürzte sich die ganze Herde den Abhang hinabin den See8,32 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret.und ertrank im Wasser.

33Die Schweinehirten ergriffen die Flucht.Sie liefen in die Stadtund erzählten alles,was geschehen war –mit den beiden Männern,die von den Dämonen8,33 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. beherrscht waren.34Und sieh doch:Alle kamen aus der Stadt heraus,um Jesus zu begegnen.Als sie ihn sahen,forderten sie ihn auf,ihre Gegend zu verlassen.
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