BasisBibel NT+Ps (BB)
27

Jesus wird Pilatus übergeben

Markus 15,1; Lukas 23,1; Johannes 18,28
271Früh am Morgen fiel die Entscheidung über Jesus.Alle führenden Priester27,1 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,1 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. des Volkes fassten den Beschluss:Jesus soll hingerichtet werden.2Sie ließen ihn fesseln,führten ihn abund übergaben ihn dem römischen27,2 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Bevollmächtigten Pilatus27,2 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr..

Judas bereut seinen Verrat und erhängt sich

Apostelgeschichte 1,16-20
3Als Judas erfuhr,dass Jesus zum Tod verurteilt wurde,packte ihn die Reue –denn er hatte Jesus verraten.Er brachte die dreißig Silberstücke27,3 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. zu den führenden Priestern27,3 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,3 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. zurück4und sagte:»Ich habe große Schuld27,4 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen.Ein Unschuldiger wird getötetund ich habe ihn verraten!«Sie antworteten:»Was geht uns das an?Das ist deine Sache!«5Da warf Judas die Silberstücke27,5 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. in den Tempel27,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.,lief weg und erhängte sich.

6Die führenden Priester27,6 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. nahmen die Silberstücke27,6 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters.und sagten:»Es ist nicht möglich,sie zum Tempelschatz27,6 Tempelschatz: In der Antike war es üblich, einem Heiligtum Wertgegenstände zu schenken und zu weihen. zu legen.Denn es ist Geld27,6 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.,das für eine Bluttat27,6 Bluttat: Körperverletzung oder Mord, also eine Tat, bei der Blut fließt. Geld, das im Zusammenhang damit steht, galt als unrein. gezahlt wurde.«7Deshalb beschlossen sie:»Wir kaufen von dem Geld den Acker27,7 Töpferacker: Ein im Töpferviertel gelegenes Feld bei Jerusalem. des Töpfers.Dieser Acker soll als Friedhof für Fremde27,7 Fremde: Gemeint sind alle Nicht-Juden. Sie durften nicht mit den Juden auf dem selben Friedhof begraben werden. dienen.«8Daher heißt dieser Ort bis heute »Blutacker«.9So ging in Erfüllung,was der Prophet27,9 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Jeremia gesagt27,9 gesagt: Vergleiche aus dem Alten Testament Sacharja 11,12-13; für den sachlichen Bezug siehe aber auch aus dem Alten Testament die Zitate aus Jeremia 19,1-13 und Jeremia 32,6-15. hat:»Sie nahmen die dreißig Silbermünzen27,9 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters..Das ist der Preis,den er den Leuten von Israel27,9 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. wert war.10Sie kauften davon den Töpferacker.So hatte der Herr es mir befohlen.«

Jesus wird von Pilatus verhört

Markus 15,2-5; Lukas 23,2-5; Johannes 18,29-38
11Jesus wurde vor den römischen27,11 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Bevollmächtigten Pilatus27,11 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. gebracht.Dieser fragte ihn:»Bist du der König der Juden27,11 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. Jesus antwortete:»Du sagst es.«

12Die führenden Priester27,12 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,12 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.brachten ihre Anklagepunkte gegen Jesus vor.Aber Jesus gab darauf keine Antwort.13Da sagte Pilatus27,13 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. zu ihm:»Hörst du nicht,was sie alles gegen dich vorbringen?«14Jesus sagte kein einziges Wort dazu.Pilatus27,14 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. wunderte sich sehr darüber.

Jesus wird zum Tod verurteilt

Markus 15,6-15; Lukas 23,13-25; Johannes 18,39–19,16
15Jedes Jahr zum Passafest27,15 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.begnadigte der römische27,15 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Bevollmächtigte Pilatus27,15 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. einen Gefangenen,den die Volksmenge bestimmen durfte.Das war so üblich.

16Damals gab es einen berüchtigten Gefangenen,der Jesus Barabbas hieß.17Als die Menschen versammelt waren,fragte Pilatus27,17 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. sie:»Wen von beiden wollt ihr?Wen soll ich euch freigeben:Jesus Barabbas oder Jesus, der Christus27,17 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. genannt wird?«18Denn er wusste,dass sie27,18 sie: Gemeint sind die führenden Priester und Ratsältesten des Volkes. ihm Jesus nur aus Neid übergeben hatten.

19Während er noch auf dem Richterstuhl saß,ließ ihm seine Frau ausrichten:»Tu diesem Menschen nichts an!Er ist ein Gerechter27,19 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote halten und seinen Willen erfüllen..Seinetwegen hatte ich heute Nacht einen Albtraum.«

20Doch die führenden Priester27,20 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,20 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.überredeten die Menschenmenge:Sie sollten die Freilassung für Barabbas erbitten,aber für Jesus den Tod fordern.21Da wandte sich Pilatus27,21 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. an die Menschenmengeund fragte:»Wen von beiden wollt ihr?Wen soll ich euch freigeben?«Sie riefen:»Barabbas!«22Pilatus27,22 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. fragte sie weiter:»Was soll ich mit Jesus machen,der Christus27,22 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. genannt wird?«Da schrien alle:»Ans Kreuz27,22 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. mit ihm!«23Er fragte sie:»Was hat er denn verbrochen?«Aber sie schrien nur noch lauter:»Ans Kreuz27,23 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. mit ihm!«

24Pilatus27,24 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. merkte,dass er nichts erreichen konnte.Der Tumult wurde immer größer.Da ließ er sich Wasser bringenund wusch sich vor der Volksmenge die Hände.Er sagte:»Mich trifft keine Schuld27,24 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. an seinem Tod.Das ist eure Sache.«25Darauf rief das ganze Volk:»Die Strafe für seinen Tod soll unsund unsere Kinder treffen!«

26Daraufhin gab Pilatus27,26 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. ihnen Barabbas frei.Jesus aber ließ er auspeitschen.Er übergab ihn den Soldaten,damit sie ihn kreuzigten27,26 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde..

Die Soldaten verspotten Jesus

Markus 15,16-20; Johannes 19,2-3
27Die Soldaten von Pilatus27,27 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. brachten Jesus in den Palast,das so genannte Prätorium27,27 Prätorium: Das Prätorium war ein Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem leitenden römischen Regierungsbeamten als Amtssitz diente..Dort kam die ganze Kohorte27,27 Kohorte: Etwa 500 bis 1000 Mann. zusammen.28Sie zogen Jesus ausund hängten ihm einen scharlachroten Mantel27,28 Mantel: Gemeint ist wohl der rote römische Soldatenmantel. um.29Sie flochten eine Krone aus Dornenzweigen27,29 Dornenzweige: Ein dorniger Busch, der in Israel und dem Nachbarland Syrien weit verbreitet ist. Seinen Namen »Christusdorn« bekam er, weil aus seinen Zweigen vermutlich die Dornenkrone geflochten wurde, die man Jesus vor seiner Hinrichtung aufsetzte. und setzten sie ihm auf den Kopf.In seine rechte Hand gaben sie ihm einen Stock27,29 Stock: Wie ein König sein Zepter muss Jesus den Stock halten..Dann knieten sie vor ihm nieder undmachten sich über ihn lustig:»Hoch lebe der König der Juden27,29 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. 30Dabei spuckten sie ihn an,nahmen ihm den Stock wegund schlugen ihn damit auf den Kopf.31Nachdem sie ihn so verspottet hatten,nahmen sie ihm den Mantel27,31 Mantel: Gemeint ist wohl der rote römische Soldatenmantel. abund zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.Und sie führten Jesus ab,um ihn zu kreuzigen27,31 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde..

Jesus am Kreuz

Markus 15,21-32; Lukas 23,26-43; Johannes 19,17-27
32Als sie die Stadt verließen,trafen sie einen Mann aus Zyrene27,32 Zyrene: Gegend in Nordafrika, benannt nach der gleichnamigen Stadt. .Sein Name war Simon.Den zwangen sie,für Jesus das Kreuz27,32 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. zu tragen.33So kamen sie zu der Stelle,die Golgota27,33 Golgota: Hebräisch für »Schädel«. Bezeichnet eine Anhöhe bei der Stadt Jerusalem, deren Form möglicherweise an einen Schädel erinnerte. heißt,das bedeutet »Schädelplatz«.

34Sie gaben Jesus Wein27,34 Wein: Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. zu trinken,der mit Galle27,34 Galle: Durch Gallensaft wurde der Wein bitter. Matthäus hat Psalm 69,22 vor Augen: Wie der Beter des Psalms wird auch Jesus von seinen Feinden gequält und verspottet. gemischt war.Er probierte davon,wollte ihn aber nicht trinken.

35Dann kreuzigten27,35 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. sie ihn.Sie verteilten seine Kleider27,35 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt.und losten sie untereinander aus27,35 aus: Was der Psalmbeter David im Alten Testament in Psalm 22,19 beschreibt, erlebt auch Jesus..36Danach setzen sie sich hinund bewachten ihn.37Über seinem Kopf brachten sie ein Schild an.Auf dem stand der Grund für seine Verurteilung:»Das ist Jesus, der König der Juden27,37 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. 38Mit Jesus kreuzigten27,38 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. sie zwei Verbrecher,den einen rechts, den anderen links von ihm.

39Die Leute, die vorbeikamen,lästerten über ihn.Sie schüttelten ihre Köpfe40und sagten:»Du wolltest doch den Tempel27,40 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. abreißenund in nur drei Tagen wieder aufbauen.Wenn du wirklich der Sohn Gottes27,40 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. bist,dann rette dich selbstund steig vom Kreuz27,40 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. herunter!«

41Genauso machten sich die führenden Priester27,41 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.zusammen mit den Schriftgelehrten27,41 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. und Ratsältesten27,41 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. über ihn lustig.Sie sagten:42»Andere hat er gerettet.Sich selbst kann er nicht retten.Dabei ist er doch der ›König von Israel27,42 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. ‹!Er soll jetzt vom Kreuz27,42 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. herabsteigen,dann glauben wir an ihn.43Er hat Gott vertraut –der soll ihn auch retten,wenn er ihn liebt.Er hat doch behauptet:›Ich bin Gottes Sohn27,43 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt..‹«

44Genauso verspotteten ihn die beiden Verbrecher,die mit ihm gekreuzigt27,44 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. waren.

Jesus stirbt

Markus 15,33-41; Lukas 23,44-49; Johannes 19,28-30
45Es war die sechste Stunde27,45 sechste Stunde: 12:00 Uhr.,da breitete sich im ganzen Land Finsternis aus.Das dauerte bis zur neunten Stunde27,45 neunte Stunde: 15:00 Uhr..46Um die neunte Stunde27,46 neunte Stunde: 15:00 Uhr.schrie Jesus laut27,46 Jesus schrie laut: Der Ruf von Jesus ist ein Zitat aus Psalm 22. Angeredet wird »mein Gott«. Auch in der äußersten Verlassenheit wendet Jesus sich an seinen Gott.:»Eli, Eli, lema sabachtani?«Das heißt:»Mein Gott, mein Gott,warum hast du mich verlassen?«

47Als sie das hörten,sagten einige von denen,die dabeistanden:»Er ruft nach Elija27,47 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr.48Sofort lief einer von ihnen hin,nahm einen Schwammund tauchte ihn in Essig27,48 Essig: Meint in der Bibel nicht ein Würzmittel, sondern einen billigen, sauren Wein..Dann steckte er ihn auf eine Stangeund hielt ihn Jesus zum Trinken hin.49Aber die anderen riefen:»Lass das!Wir wollen sehen,ob Elija27,49 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. kommtund ihn rettet.«50Aber Jesus schrie noch einmal laut aufund starb27,50 starb: Wörtlich lautet der Vers: »Aber Jesus schrie laut auf und gab den Geist auf.« »Den Geist aufgeben« war ein gebräuchlicher Ausdruck für »sterben«. So wie Gott am Anfang allen Lebens dem Menschen den Geist eingehaucht hat (vgl. 1. Mose/Genesis 2,7), entweicht der Geist beim Sterben..

51Und sieh doch:Da zerriss der Vorhang27,51 Vorhang: Gemeint ist der Vorhang, der den innersten Raum (Allerheiligstes) von dem Bereich trennt, der für Menschen zugänglich ist. Das Zerreißen des Vorhangs macht deutlich: Der Weg zu Gott ist jetzt für alle frei. im Tempel27,51 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.von oben bis unten in zwei Teile.Die Erde bebteund Felsen spalteten sich.52Grabkammern öffneten sichund viele Körper von verstorbenen Heiligen27,52 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. wurden auferweckt.53Nach der Auferstehung von Jesuskamen sie aus ihren Grabkammern27,53 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren. herausund gingen in die Heilige Stadt27,53 Heilige Stadt: Gemeint ist Jerusalem..Dort wurden sie von vielen Menschen gesehen.

54Ein römischer27,54 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Hauptmann mit seinen Soldaten bewachte Jesus.Sie sahen das Erdbebenund alles, was geschah.Da fürchteten sie sich sehrund sagten:»Er war wirklich der Sohn Gottes27,54 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.

55Es waren auch viele Frauen da,die aus der Ferne alles mit ansahen.Seit Jesus in Galiläa27,55 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. wirkte,waren sie ihm gefolgt und hatten ihn unterstützt.56Unter ihnen waren Maria aus Magdalaund Maria, die Mutter von Jakobus und Josef,und die Mutter der Söhne des Zebedäus27,56 Söhne des Zebedäus: Gemeint sind Johannes und Jakobus; vgl. Matthäus 4,21..

Jesus wird ins Grab gelegt

Markus 15,42-47; Lukas 23,50-56; Johannes 19,38-42
57Als es spät geworden war,kam ein reicher Mann aus Arimathäa.Er hieß Josefund gehörte zu den Jüngern27,57 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. von Jesus.58Er ging zu Pilatus27,58 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr.und bat ihn um den Leichnam von Jesus.Da befahl Pilatus27,58 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr.,ihm den Leichnam zu übergeben.

59Josef nahm den Leichnamund wickelte ihn in ein neues Leinentuch.60Dann legte er Jesus in seine eigene Grabkammer27,60 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren..Die war noch unbenutztund in den Felsen gehauen.Schließlich rollte er einen großen Steinvor den Eingang zur Grabkammer27,60 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren.und ging weg.

61Maria von Magdala und die andere Maria blieben dort.Sie ließen sich gegenüber vom Grab nieder.

Das Grab wird bewacht

62Am nächsten Tag –es war der Sabbat27,62 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet.gingen die führenden Priester27,62 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.und die Pharisäer27,62 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.gemeinsam zu Pilatus27,62 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr..63Sie sagten:»Herr, uns ist etwas eingefallen.Als dieser Betrüger noch lebte, hat er gesagt:›Nach drei Tagen werde ich vom Tod auferweckt!‹64Gib doch den Befehl,das Grab bis zum dritten Tag zu bewachen.Sonst kommen seine Jünger27,64 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. ,stehlen die Leicheund behaupten gegenüber dem Volk:›Er wurde von den Toten auferweckt!‹Dieser letzte Betrug wäre schlimmerals alles vorher.«65Pilatus27,65 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. antwortete ihnen:»Ihr sollt die Wache bekommen!Geht und sichert das Grab,so gut ihr könnt!«

66Da gingen sie zum Grab27,66 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren..Sie versiegelten den Stein vor der Grabkammer27,66 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren.und sicherten es durch eine Wache.
28

Die Ostergeschichte: Die Auferstehung von Jesus

28,1-20

Die Frauen am leeren Grab

Markus 16,1-8; Lukas 24,1-12; Johannes 20,1-18
281Der Sabbat28,1 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. war vorüber.Da kamen ganz früh am ersten WochentagMaria aus Magdala und die andere Maria,um nach dem Grab28,1 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren. zu sehen.

2Und sieh doch:Plötzlich gab es ein heftiges Erdbeben,denn der Engel28,2 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. des Herrn kam vom Himmel28,2 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab.Er ging zum Grab28,2 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren.,rollte den Stein wegund setzte sich darauf.3Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitzund seine Kleider waren weiß wie Schnee.4Die Wachen zitterten vor Angstund fielen wie tot zu Boden.

5Der Engel28,5 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. sagte zu den Frauen:»Habt keine Angst!Ich weiß:Ihr sucht Jesus,der gekreuzigt28,5 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. wurde.6Jesus ist nicht hier.Gott hat ihn vom Tod auferweckt,wie er es vorausgesagt28,6 vorausgesagt: Vergleiche folgende Bibelstellen: Matthäus 12,40; Matthäus 16,21; Matthäus 17,23; Matthäus 20,19. hat.Kommt her und seht:Hier ist die Stelle,wo er gelegen hat.7Und jetzt geht schnell zu seinen Jüngern28,7 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. !Sagt ihnen:›Jesus wurde vom Tod auferweckt.‹Seht doch:Er geht euch nach Galiläa28,7 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. voraus.Dort werdet ihr ihn sehen.Seht doch:Ich habe es euch gesagt.«

8Die Frauen waren erschrockenund doch voller Freude.Schnell liefen sie vom Grab28,8 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren. weg,um den Jüngern28,8 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. alles zu berichten.

9Und sieh doch:Da stand Jesus vor ihnenund sagte:»Seid gegrüßt!«Sie gingen zu ihm,berührten seine Füßeund warfen sich vor ihm zu Boden.10Da sagte Jesus zu ihnen:»Habt keine Angst!Geht und sagt meinen Brüdern:›Macht euch auf nach Galiläa28,10 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene..Dort werdet ihr mich sehen.‹«

Der Bericht der Wache

11Während die Frauen noch auf dem Weg waren,sieh doch:Einige von den Wächtern liefen in die Stadt.Sie meldeten den führenden Priestern28,11 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. alles,was geschehen war.12Die führenden Priester28,12 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. fassten gemeinsam mit den Ratsältesten28,12 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. einen Beschluss über das weitere Vorgehen:Sie gaben den Soldaten viel Geld28,12 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.13und forderten sie auf:»Erzählt allen:›Seine Jünger28,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sind in der Nacht gekommen.Als wir schliefen,haben sie den Leichnam gestohlen.‹14Wenn Pilatus28,14 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. davon hört,werden wir mit ihm sprechen.Wir werden dafür sorgen,dass ihr nichts zu befürchten habt.«15Die Soldaten nahmen das Geld28,15 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.und erfüllten ihren Auftrag.So ist dieses Gerücht entstandenund hält sich bei den Juden28,15 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. bis heute.

Jesus zeigt sich seinen Jüngern und sendet sie zu allen Völkern

16Die elf Jünger28,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. gingen nach Galiläa28,16 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene..Sie stiegen auf den Berg28,16 Berg: Im Matthäus-Evangelium begibt sich Jesus oft auf einen Berg, um zu lehren oder zu beten (vgl. z. B. Matthäus 14,23 oder Matthäus 15,29). Das erinnert an Mose, der auf dem Berg Sinai von Gott die Zehn Gebote empfing (2. Mose/Exodus 19–20).,wohin Jesus sie bestellt hatte.17Als sie Jesus sahen,fielen sie vor ihm nieder.Aber einige hatten auch Zweifel.

18Jesus kam zu ihnenund sagte:»Gott hat mir alle Macht gegeben,im Himmel28,18 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. und auf der Erde!19Geht nun hin zu allen Völkernund macht die Menschen zu meinen Jüngern28,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. und Jüngerinnen28,19 Jünger und Jüngerin: Wörtlich »Macht alle zu Jüngern«; meint: »Lehrt alle Menschen, so zu leben, wie ich es euch vorgelebt habe.«:Tauft28,19 Taufe: Taufen bedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld. sie im28,19 im: Wörtlich lautet der Vers 19: »Tauft sie in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.« Gemeint ist: Unterstellt sie Gottes Herrschaft. Namen des Vaters,des Sohnes28,19 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.und des Heiligen Geistes28,19 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt.!20Und lehrt sie, alles zu tun,was ich euch geboten habe.Und seht doch:Ich bin immer bei euch,jeden Tag, bis zum Ende28,20 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. der Welt!«