BasisBibel NT+Ps (BB)
26

Leiden, Tod und Begräbnis von Jesus

26,1–27,66

Pläne gegen Jesus

Markus 14,1-2; Lukas 22,1-2; Johannes 11,45-53
261Damit hatte Jesus die letzte seiner Reden beendet.Später sagte er zu seinen Jüngern26,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :2»Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Passafest26,2 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. beginnt.Dann wird der Menschensohn26,2 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. ausgeliefert werdenund gekreuzigt26,2 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. werden.«

3Da kamen die führenden Priester26,3 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und die Ältesten26,3 Ältester: Bezeichnung für ein Amt, das stets von älteren Männern ausgeübt wurde. des Volkesim Palast des Obersten26,3 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. Priesters26,3 Oberster Priester: Der Oberste Priester zu dieser Zeit hieß Kajaphas. zusammen.Sein Name war Kajaphas.4Gemeinsam fassten sie den Beschluss,Jesus heimlich zu verhaftenund dann umzubringen.5Aber sie sagten sich:»Auf gar keinen Fall während des Festes26,5 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.,damit es keine Unruhe im Volk gibt.«

Jesus wird gesalbt

Markus 14,3-9; Johannes 12,1-8
6Jesus war in Betanien26,6 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. .Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen26,6 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. .7Da kam eine Frau zu Jesus.Sie hatte ein Fläschchen26,7 Fläschchen: Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt. mit teuerstem Salböl26,7 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. bei sich.Als Jesus am Tisch lag26,7 am Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen. und aß,träufelte sie ihm das Salböl26,7 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. auf den Kopf.8Als die Jünger26,8 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. das sahen,ärgerten sie sich.Sie sagten:»Wozu diese Verschwendung?9Man hätte es teuer verkaufenund das Geld den Armen geben können.«

10Jesus bemerkte dasund sagte zu ihnen:»Warum macht ihr der Frau das Leben schwer?Sie hat etwas Gutes für mich getan.11Es wird immer Arme bei euch geben.Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.12Sie hat mich im Voraus für mein Begräbnis gesalbt26,12 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen.,als sie dieses Öl über meinen Körper gegossen hat.13Amen26,13 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Überall in der Welt,wo die Gute Nachricht26,13 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. von mir weitergesagt wird,wird auch erzählt werden,was sie getan hat.So wird man sich immer an sie erinnern.«

Judas wird zum Verräter

Markus 14,10-11; Lukas 22,3-6
14Danach ging einer der Zwölf26,14 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren.es war Judas Iskariot –zu den führenden Priestern26,14 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte..15Er fragte:»Was gebt ihr mir dafür,dass ich euch Jesus in die Hände liefere?«Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke26,15 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters..16Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit,um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.

Vorbereitungen zum Passamahl

Markus 14,12-16; Lukas 22,7-13
17Es war der erste Tag vom Fest der Ungesäuerten Brote26,17 Fest der Ungesäuerten Brote: Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen..Da kamen die Jünger26,17 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu Jesus und fragten:»Wo sollen wir das Passamahl26,17 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. für dich vorbereiten?«18Jesus antwortete:»Geht in die Stadt zu dem und dem Mann –richtet ihm aus:›Der Lehrer26,18 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. lässt dir sagen:Die Zeit, die Gott für mich bestimmt hat, ist da.Ich will bei dir das Passamahl26,18 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. feiernzusammen mit meinen Jüngern26,18 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. .‹«19Die Jünger26,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. machten alles so,wie Jesus ihnen aufgetragen hatte.Und sie bereiteten das Passamahl26,19 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. vor.

Jesus feiert mit seinen zwölf Jüngern das Passamahl

Markus 14,17-26; Lukas 22,14-23
20Als es Abend geworden war,ließ sich Jesus mit den zwölf26,20 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren. Jüngern26,20 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zum Essen nieder.21Während sie aßen,sagte er zu ihnen:»Amen26,21 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Einer von euch wird mich verraten.«22Die Jünger26,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. waren tief betroffen.Jeder einzelne von ihnen fragte Jesus:»Doch nicht etwa ich, Herr?«23Jesus antwortete:»Der sein Brot26,23 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel mit mir in die Schale26,23 Schale: Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch. taucht26,23 taucht: Wörtlich lautet der Vers 23: Jesus antwortete: »Der seine Hand mit mir in die Schale taucht, der wird mich verraten.« Noch heute ist es bei traditionellen Gastmahlen üblich, dass alle am Mahl Teilnehmenden aus einer Schüssel essen.,der wird mich verraten.24Der Menschensohn26,24 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. muss sterben.So ist es in den Heiligen Schriften26,24 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. angekündigt.Wie schrecklich für den Menschen,der den Menschensohn26,24 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. verrät.Er wäre besser nie geboren worden!«25Da sagte Judas,der ihn verraten wollte,zu Jesus:»Doch nicht etwa ich, Rabbi26,25 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer.Jesus antwortete:»Du sagst es!«

26Beim Essen nahm Jesus ein Brot26,26 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel .Er lobte Gottund dankte ihm dafür.Dann brach er das Brot26,26 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel in Stückeund gab es seinen Jüngern26,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. .Er sagte:»Nehmt und esst!Das ist mein Leib.«

27Dann nahm er den Becher26,27 Becher: Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. .Er sprach das Dankgebet26,27 Dankgebet: In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott. und gab ihn seinen Jüngern26,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. .Er sagte:»Trinkt alle daraus!28Das ist mein Blut26,28 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. .Es steht für den Bund26,28 Bund: Eine gegenseitige Verpflichtung zwischen zwei Partnern, die durch einen förmlichen Vertrag geregelt sein kann. ,den Gott mit den Menschen schließt.Mein Blut26,28 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. wird für die vielen vergossen werdenzur Vergebung ihrer Schuld26,28 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet..29Das sage ich euch:Ich werde von jetzt ab keinen Wein26,29 Wein: Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. mehr trinken.Erst an dem Tag werde ich mit euch neu davon trinken,wenn mein Vater sein Reich26,29 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. vollendet hat.«

30Jesus und seine Jünger sangen die Dankpsalmen26,30 Dankpsalmen: Nach dem Passamahl werden die Psalmen 114–118 gesungen..Dann gingen sie hinaus zum Ölberg26,30 Ölberg: Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

Markus 14,27-31
31Da sagte Jesus zu seinen Jüngern26,31 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :»Ihr werdet euch alle von mir abwenden –noch in dieser Nacht.Denn so steht26,31 steht: Jesus bezieht an dieser Stelle eine Aussage des Propheten Sacharja (vgl. Sacharja 13,7) auf sich und das Verhalten seiner Jünger während seiner Verhaftung und Hinrichtung, die nun unmittelbar bevorsteht. es in den Heiligen Schriften26,31 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.:›Ich werde den Hirten26,31 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. tötenund die Schafe seiner Herde werden auseinanderlaufen.‹32Aber nach meiner Auferstehung26,32 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. vom Todwerde ich euch nach Galiläa26,32 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. vorausgehen.«33Aber Petrus26,33 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. widersprach ihm:»Auch wenn sie sich alle von dir abwenden –ich werde es ganz bestimmt nicht tun!«34Jesus antwortete ihm:»Amen26,34 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich dir:In dieser Nacht,noch bevor der Hahn kräht,wirst du dreimal abstreiten,dass du mich kennst.«35Darauf sagte Petrus26,35 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. zu Jesus:»Sogar wenn ich mit dir sterben muss –ich werde nicht abstreiten, dich zu kennen.«Das Gleiche sagten auch die anderen Jünger26,35 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. .

Jesus betet im Garten Getsemani

Markus 14,32-42; Lukas 22,39-46
36Dann kam Jesus mit seinen Jüngern26,36 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu einem Garten,der Getsemani26,36 Getsemani: Der Name Getsemani bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Abhang des Ölbergs. hieß.Dort sagte er zu seinen Jüngern26,36 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :»Bleibt hier sitzen.Ich gehe dort hinüberund bete26,36 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.

37Er nahm Petrus26,37 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon.und die beiden Söhne des Zebedäus26,37 Söhne des Zebedäus: Gemeint sind Johannes und Jakobus; vgl. Matthäus 4,21. mit.Plötzlich wurde er sehr traurigund Schrecken überfiel ihn.38Da sagte er zu ihnen:»Ich bin ganz verzweifelt.Am liebsten wäre ich tot.Wartet hier und wacht mit mir.«39Jesus selbst ging noch ein paar Schritte weiter.Dort warf er sich zu Boden und betete26,39 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.:»Mein Vater,wenn es möglich ist,erspare es mir,diesen Becher26,39 Becher: Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Matthäus 20,22). auszutrinken!Aber nicht wie ich will, soll es geschehen,sondern wie du willst!«

40Jesus kam zu den drei Jüngern26,40 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zurückund sah, dass sie eingeschlafen waren.Da sagte er zu Petrus26,40 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon.:»Könnt ihr nicht diese eine Stundemit mir wach bleiben?41Bleibt wach und betet26,41 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,damit ihr die kommende Prüfung besteht!Der Geist ist willig,aber die menschliche Natur ist zu schwach.«

42Dann ging er ein zweites Mal einige Schritte wegund betete26,42 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.:»Mein Vater,wenn es nicht anders möglich ist,trinke ich diesen Becher26,42 Becher: Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36)..Es soll geschehen,was du willst.«43Als er zurückkam, sah er,dass seine Jünger26,43 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder eingeschlafen waren,die Augen waren ihnen zugefallen.

44Jesus ließ sie schlafen.Wieder ging er wegund betete26,44 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. ein drittes Mal mit den gleichen Worten wie vorher.45Dann ging er zu den Jüngern26,45 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zurückund sagte zu ihnen:»Schlaft ihr immer nochund ruht euch aus?Seht doch:Die Stunde ist da!Jetzt wird der Menschensohn26,45 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. ausgeliefertan Menschen, die voller Schuld26,45 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. sind.46Steht auf,wir wollen gehen.Seht doch,der mich verrät,ist schon da!«

Jesus wird verhaftet

Markus 14,43-50; Lukas 22,47-53; Johannes 18,3-12
47Noch während er das sagte,sieh doch:Judas, einer der Zwölf26,47 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren., näherte sich ihm.Mit ihm kam eine große Truppe,die mit Schwertern26,47 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. und Knüppeln bewaffnet war.Die führenden Priester26,47 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten26,47 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. hatten sie geschickt.48Der Verräter hatte mit den Männernein Erkennungszeichen ausgemacht:»Wem ich einen Kuss26,48 Kuss: Auch zur Zeit von Jesus war es unter Männern üblich, sich durch einen »Begrüßungskuss« oder auch »Bruderkuss« auf die Wange willkommen zu heißen. gebe,der ist es.Nehmt ihn fest!«49Judas ging sofort auf Jesus zu.Er sagte:»Sei gegrüßt, Rabbi26,49 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer.Dann gab er ihm einen Kuss26,49 Kuss: Auch zur Zeit von Jesus war es unter Männern üblich, sich durch einen »Begrüßungskuss« oder auch »Bruderkuss« auf die Wange willkommen zu heißen..50Doch Jesus sagte zu ihm:»Mein Freund, dazu bist du gekommen?«Da traten die Männer heran,packten Jesus und nahmen ihn fest.

51Und sieh doch:Einer von denen,die bei Jesus waren,streckte die Hand ausund zog sein Schwert26,51 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen..Er schlug nach dem Anführer der Truppe des Obersten Priesters26,51 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.und hieb ihm ein Ohr ab.52Da sagte Jesus:»Steck dein Schwert26,52 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. wieder zurück an seinen Platz.Denn alle, die zum Schwert26,52 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. greifen,werden auch durch das Schwert26,52 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. umkommen.53Weißt du nicht,dass ich meinen Vater um Hilfe bitten kann?Dann schickt er mir sofort mehr als zwölf Legionen26,53 Legion: Größte Abteilung des römischen Heeres, 4000–6000 Mann. Ausdruck für eine sehr hohe Zahl. Engel26,53 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes..54Aber wie kann sich dann erfüllen,was in den Heiligen Schriften26,54 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. steht?Es muss alles so kommen.«

55In derselben Stunde sagte Jesus zu der Menschenmenge:»Mit Schwertern26,55 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. und Knüppelnseid ihr hier angerückt,um mich gefangen zu nehmenwie einen Verbrecher!Täglich habe ich im Tempel26,55 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. gesessenund zu den Menschen gesprochen.Dabei habt ihr mich nicht festgenommen.56Aber alles ist so geschehen,damit in Erfüllung geht,was die Propheten26,56 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. in den Heiligen Schriften26,56 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.über mich gesagt haben26,56 haben: Jesus bezieht sich hier auf eine Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja (vgl. Jesaja 52,13–53,12) bzw. auf verschiedene Stellen aus den Psalmen (vgl. Psalm 22,2-19; bzw. Psalm 69,5-22).

Da ließen ihn alle Jünger26,56 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. im Stichund ergriffen die Flucht.

Jesus vor dem jüdischen Rat

Markus 14,53-65; Lukas 22,54-55.63-71; Johannes 18,12-24
57Die Männer,die Jesus gefangen nahmen,brachten ihn zu Kajaphas,dem Obersten Priester26,57 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf..Dort hatten sich die Schriftgelehrten26,57 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.und Ratsältesten26,57 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. schon versammelt.58Petrus26,58 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. folgte Jesus in einiger Entfernungbis zum Palast des Obersten Priesters26,58 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf..Er ging in den Innenhof des Palastes hineinund setzte sich zu den Männern26,58 Männer im Innenhof: Gemeint sind die Männer, die Jesus verhaftet haben..Denn er wollte sehen,wie die Sache ausging.

59Die führenden Priester26,59 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.und der ganze jüdische Rat26,59 jüdischer Rat: Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums. suchtennach einer falschen Zeugenaussage,die Jesus belastete.Das sollte ihnen einen Vorwand liefern,damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten.60Obwohl viele falsche Aussagen machten,fanden sie nichts.Zum Schluss traten zwei Zeugen auf.61Sie sagten:»Er hat behauptet:›Ich kann den Tempel Gottes niederreißenund in drei Tagen wieder aufbauen.‹«62Da stand der Oberste Priester26,62 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. aufund fragte Jesus:»Hast du nichts zu sagen zu dem,was diese Leute gegen dich vorbringen?«63Aber Jesus schwieg.Daraufhin sagte der Oberste Priester26,63 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.:»Ich nehme dich unter Eid:Bei dem lebendigen Gott –sag uns,bist du der Christus26,63 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. ,der Sohn Gottes26,63 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.64Jesus antwortete ihm:»Du sagst es.Aber ich sage euch:Von jetzt an werdet ihr sehen,wie der Menschensohn26,64 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. an der rechten Seite26,64 rechte Seite: Der Platz rechts neben einem Herrscher ist für seinen Stellvertreter bestimmt. Gottes sitzt,der Macht über alles hat.Und wie er auf den Wolken des Himmels26,64 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. erscheint.«

65Da zerriss der Oberste Priester26,65 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. sein Gewand26,65 Gewand zerreißen: Das Zerreißen der Kleider war ursprünglich ein Ausdruck von Trauer und Schmerz (vgl. 2. Samuel 1,11-12). In der jüdischen Justiz vollzog es ein Richter, wenn er eine Gotteslästerung hörte.und sagte:»Er hat Gott gelästert26,65 Gotteslästerung: Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens.!Wozu brauchen wir noch Zeugen?Seht doch:Ihr habt die Gotteslästerung26,65 Gotteslästerung: Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens. selbst gehört!66Was ist euer Urteil?«Sie antworteten:»Er ist schuldigund muss sterben.«

67Dann spuckten sie ihm ins Gesichtund schlugen ihn mit Fäusten.Einige gaben ihm Ohrfeigen.68Sie forderten ihn auf:»Du bist doch ein Prophet26,68 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.,du Christus26,68 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. !Sag uns:Wer hat dich geschlagen?«

Petrus bestreitet, dass er Jesus kennt

Markus 14,66-72; Lukas 22,56-62; Johannes 18,15-27
69Petrus26,69 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. saß draußen im Hof26,69 Hof: Gemeint ist der Innenhof des Palastes vom Obersten Priester (vgl. Matthäus 26,58)..Da kam ein Dienstmädchen des Obersten Priesters26,69 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. auf ihn zuund sagte:»Du warst doch auch mit diesem Jesus aus Galiläa26,69 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. zusammen!«70Petrus26,70 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. stritt das ab vor allen,die dabei waren,und sagte:»Ich weiß nicht,wovon du da sprichst.«

71Dann ging er in das Torgebäude hinaus.Dort sah ihn ein anderes Dienstmädchen.Sie sagte zu denen,die dort standen:»Der war auch mit diesem Jesus von Nazaret26,71 Nazaret: Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. zusammen.«72Aber Petrus26,72 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. stritt es wieder abund schwor:»Ich kenne diesen Menschen nicht!«

73Kurz darauf sagten andere,die dabeistanden:»Natürlich gehörst du auch zu denen.Deine Sprache26,73 Sprache: Petrus spricht einen galiläisch-aramäischen Dialekt. verrät dich.«74Da legte Petrus26,74 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. einen Schwur ab:»Gott soll mich strafen, wenn ich lüge!Ich kenne diesen Menschen nicht.«In demselben Moment krähte der Hahn.75Da erinnerte sich Petrus an das,was Jesus gesagt hatte:»Noch bevor der Hahn kräht,wirst du dreimal abstreiten,dass du mich kennst.«Und er lief hinausund weinte heftig.
27

Jesus wird Pilatus übergeben

Markus 15,1; Lukas 23,1; Johannes 18,28
271Früh am Morgen fiel die Entscheidung über Jesus.Alle führenden Priester27,1 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,1 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. des Volkes fassten den Beschluss:Jesus soll hingerichtet werden.2Sie ließen ihn fesseln,führten ihn abund übergaben ihn dem römischen27,2 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Bevollmächtigten Pilatus27,2 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr..

Judas bereut seinen Verrat und erhängt sich

Apostelgeschichte 1,16-20
3Als Judas erfuhr,dass Jesus zum Tod verurteilt wurde,packte ihn die Reue –denn er hatte Jesus verraten.Er brachte die dreißig Silberstücke27,3 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. zu den führenden Priestern27,3 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,3 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. zurück4und sagte:»Ich habe große Schuld27,4 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen.Ein Unschuldiger wird getötetund ich habe ihn verraten!«Sie antworteten:»Was geht uns das an?Das ist deine Sache!«5Da warf Judas die Silberstücke27,5 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. in den Tempel27,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.,lief weg und erhängte sich.

6Die führenden Priester27,6 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. nahmen die Silberstücke27,6 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters.und sagten:»Es ist nicht möglich,sie zum Tempelschatz27,6 Tempelschatz: In der Antike war es üblich, einem Heiligtum Wertgegenstände zu schenken und zu weihen. zu legen.Denn es ist Geld27,6 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.,das für eine Bluttat27,6 Bluttat: Körperverletzung oder Mord, also eine Tat, bei der Blut fließt. Geld, das im Zusammenhang damit steht, galt als unrein. gezahlt wurde.«7Deshalb beschlossen sie:»Wir kaufen von dem Geld den Acker27,7 Töpferacker: Ein im Töpferviertel gelegenes Feld bei Jerusalem. des Töpfers.Dieser Acker soll als Friedhof für Fremde27,7 Fremde: Gemeint sind alle Nicht-Juden. Sie durften nicht mit den Juden auf dem selben Friedhof begraben werden. dienen.«8Daher heißt dieser Ort bis heute »Blutacker«.9So ging in Erfüllung,was der Prophet27,9 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Jeremia gesagt27,9 gesagt: Vergleiche aus dem Alten Testament Sacharja 11,12-13; für den sachlichen Bezug siehe aber auch aus dem Alten Testament die Zitate aus Jeremia 19,1-13 und Jeremia 32,6-15. hat:»Sie nahmen die dreißig Silbermünzen27,9 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters..Das ist der Preis,den er den Leuten von Israel27,9 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. wert war.10Sie kauften davon den Töpferacker.So hatte der Herr es mir befohlen.«

Jesus wird von Pilatus verhört

Markus 15,2-5; Lukas 23,2-5; Johannes 18,29-38
11Jesus wurde vor den römischen27,11 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Bevollmächtigten Pilatus27,11 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. gebracht.Dieser fragte ihn:»Bist du der König der Juden27,11 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. Jesus antwortete:»Du sagst es.«

12Die führenden Priester27,12 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,12 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.brachten ihre Anklagepunkte gegen Jesus vor.Aber Jesus gab darauf keine Antwort.13Da sagte Pilatus27,13 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. zu ihm:»Hörst du nicht,was sie alles gegen dich vorbringen?«14Jesus sagte kein einziges Wort dazu.Pilatus27,14 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. wunderte sich sehr darüber.

Jesus wird zum Tod verurteilt

Markus 15,6-15; Lukas 23,13-25; Johannes 18,39–19,16
15Jedes Jahr zum Passafest27,15 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.begnadigte der römische27,15 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Bevollmächtigte Pilatus27,15 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. einen Gefangenen,den die Volksmenge bestimmen durfte.Das war so üblich.

16Damals gab es einen berüchtigten Gefangenen,der Jesus Barabbas hieß.17Als die Menschen versammelt waren,fragte Pilatus27,17 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. sie:»Wen von beiden wollt ihr?Wen soll ich euch freigeben:Jesus Barabbas oder Jesus, der Christus27,17 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. genannt wird?«18Denn er wusste,dass sie27,18 sie: Gemeint sind die führenden Priester und Ratsältesten des Volkes. ihm Jesus nur aus Neid übergeben hatten.

19Während er noch auf dem Richterstuhl saß,ließ ihm seine Frau ausrichten:»Tu diesem Menschen nichts an!Er ist ein Gerechter27,19 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote halten und seinen Willen erfüllen..Seinetwegen hatte ich heute Nacht einen Albtraum.«

20Doch die führenden Priester27,20 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Ratsältesten27,20 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.überredeten die Menschenmenge:Sie sollten die Freilassung für Barabbas erbitten,aber für Jesus den Tod fordern.21Da wandte sich Pilatus27,21 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. an die Menschenmengeund fragte:»Wen von beiden wollt ihr?Wen soll ich euch freigeben?«Sie riefen:»Barabbas!«22Pilatus27,22 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. fragte sie weiter:»Was soll ich mit Jesus machen,der Christus27,22 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. genannt wird?«Da schrien alle:»Ans Kreuz27,22 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. mit ihm!«23Er fragte sie:»Was hat er denn verbrochen?«Aber sie schrien nur noch lauter:»Ans Kreuz27,23 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. mit ihm!«

24Pilatus27,24 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. merkte,dass er nichts erreichen konnte.Der Tumult wurde immer größer.Da ließ er sich Wasser bringenund wusch sich vor der Volksmenge die Hände.Er sagte:»Mich trifft keine Schuld27,24 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. an seinem Tod.Das ist eure Sache.«25Darauf rief das ganze Volk:»Die Strafe für seinen Tod soll unsund unsere Kinder treffen!«

26Daraufhin gab Pilatus27,26 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. ihnen Barabbas frei.Jesus aber ließ er auspeitschen.Er übergab ihn den Soldaten,damit sie ihn kreuzigten27,26 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde..

Die Soldaten verspotten Jesus

Markus 15,16-20; Johannes 19,2-3
27Die Soldaten von Pilatus27,27 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. brachten Jesus in den Palast,das so genannte Prätorium27,27 Prätorium: Das Prätorium war ein Palast im Zentrum von Jerusalem, der dem leitenden römischen Regierungsbeamten als Amtssitz diente..Dort kam die ganze Kohorte27,27 Kohorte: Etwa 500 bis 1000 Mann. zusammen.28Sie zogen Jesus ausund hängten ihm einen scharlachroten Mantel27,28 Mantel: Gemeint ist wohl der rote römische Soldatenmantel. um.29Sie flochten eine Krone aus Dornenzweigen27,29 Dornenzweige: Ein dorniger Busch, der in Israel und dem Nachbarland Syrien weit verbreitet ist. Seinen Namen »Christusdorn« bekam er, weil aus seinen Zweigen vermutlich die Dornenkrone geflochten wurde, die man Jesus vor seiner Hinrichtung aufsetzte. und setzten sie ihm auf den Kopf.In seine rechte Hand gaben sie ihm einen Stock27,29 Stock: Wie ein König sein Zepter muss Jesus den Stock halten..Dann knieten sie vor ihm nieder undmachten sich über ihn lustig:»Hoch lebe der König der Juden27,29 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. 30Dabei spuckten sie ihn an,nahmen ihm den Stock wegund schlugen ihn damit auf den Kopf.31Nachdem sie ihn so verspottet hatten,nahmen sie ihm den Mantel27,31 Mantel: Gemeint ist wohl der rote römische Soldatenmantel. abund zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.Und sie führten Jesus ab,um ihn zu kreuzigen27,31 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde..

Jesus am Kreuz

Markus 15,21-32; Lukas 23,26-43; Johannes 19,17-27
32Als sie die Stadt verließen,trafen sie einen Mann aus Zyrene27,32 Zyrene: Gegend in Nordafrika, benannt nach der gleichnamigen Stadt. .Sein Name war Simon.Den zwangen sie,für Jesus das Kreuz27,32 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. zu tragen.33So kamen sie zu der Stelle,die Golgota27,33 Golgota: Hebräisch für »Schädel«. Bezeichnet eine Anhöhe bei der Stadt Jerusalem, deren Form möglicherweise an einen Schädel erinnerte. heißt,das bedeutet »Schädelplatz«.

34Sie gaben Jesus Wein27,34 Wein: Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. zu trinken,der mit Galle27,34 Galle: Durch Gallensaft wurde der Wein bitter. Matthäus hat Psalm 69,22 vor Augen: Wie der Beter des Psalms wird auch Jesus von seinen Feinden gequält und verspottet. gemischt war.Er probierte davon,wollte ihn aber nicht trinken.

35Dann kreuzigten27,35 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. sie ihn.Sie verteilten seine Kleider27,35 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt.und losten sie untereinander aus27,35 aus: Was der Psalmbeter David im Alten Testament in Psalm 22,19 beschreibt, erlebt auch Jesus..36Danach setzen sie sich hinund bewachten ihn.37Über seinem Kopf brachten sie ein Schild an.Auf dem stand der Grund für seine Verurteilung:»Das ist Jesus, der König der Juden27,37 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. 38Mit Jesus kreuzigten27,38 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. sie zwei Verbrecher,den einen rechts, den anderen links von ihm.

39Die Leute, die vorbeikamen,lästerten über ihn.Sie schüttelten ihre Köpfe40und sagten:<