BasisBibel NT+Ps (BB)
18

Jesus lehrt: Anweisungen für die Gemeinschaft der Jünger

18,1-35

Wer ist bei Gott wichtig?

Markus 9,33-37; Lukas 9,46-48
181Zu dieser18,1 dieser: Jesus befindet sich vermutlich gerade in Kafarnaum im Haus von Petrus und Andreas. Zeit kamen die Jünger18,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu Jesusund fragten:»Wer ist der Größte im Himmelreich18,1 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«.2Jesus rief ein Kind herbeiund stellte es in ihre Mitte.3Dann sagte er:»Amen18,3 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Ihr müsst euch ändernund wie die Kinder werden.Nur so könnt ihr ins Himmelreich18,3 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«. kommen.4Wer wie dieses Kind wird –klein und unbedeutend –der ist der Größte im Himmelreich18,4 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«..5Und wer ein Kind wie dieses aufnimmt,und sich dabei auf mich beruft,der nimmt mich auf.«

Warnung vor jeder Art von Verführung

Markus 9,42-48; Lukas 17,1-3a
6»Wer einen von diesen kleinen, unbedeutenden Menschen,die an mich glauben,von mir abbringt,für den wird es schrecklich:Es wäre am besten für ihn,wenn man ihn mit einem Eselsmühlstein18,6 Eselsmühlstein: Der Eselsmühlstein ist der obere Mühlstein von größeren Mühlen. um den Hals ins Meer wirft –dort wo es am tiefsten ist.7Wie schrecklich wird es für die Welt,die Menschen von mir abbringt!Das ist unvermeidlich –aber wie schrecklich muss es erst für den Menschen sein,der andere von dem abbringt,was ich euch gelehrt habe.

8Wenn dich deine Hand oder dein Fuß von mir abbringt:Schlag sie abund wirf sie weg!Es ist besser für dich,verstümmelt oder lahm ewig bei Gott zu leben,als mit beiden Händen und Füßenin das ewige Feuer geworfen zu werden.

9Wenn dich dein Auge von mir abbringt:Reiß es ausund wirf es weg.Es ist besser für dich,mit nur einem Auge ewig bei Gott zu leben,als mit zwei Augenin das Feuer der Hölle18,9 Hölle, Totenreich, Unterwelt: In der Antike Reich, in dem die Toten wohnen; auch Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. geworfen zu werden.«

Das Gleichnis vom verirrten Schaf

Lukas 15,3-7
10»Nehmt euch in Acht:Ihr sollt keinen von diesen kleinen, unbedeutenden Menschen von oben herab behandeln!Denn das sage ich euch:Ihre Engel18,10 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. stehen im Himmel18,10 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.direkt vor meinem himmlischen Vater.11[…]18,11 […]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Der Menschensohn ist gekommen, die Menschen zu retten, die verloren sind.«

12Was meint ihr:Ein Mann besitzt hundert Schafe,aber eines davon verläuft sich.Wird er dann nicht die neunundneunzig Schafeim Bergland zurücklassenund losgehen,um das verirrte Schaf zu suchen?13Und wenn er es gefunden hat –Amen18,13 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Er freut sich über dieses eine Schaf viel mehrals über die neunundneunzig anderen Schafe,die sich nicht verlaufen haben.

14Genau das will euer Vater im Himmel18,14 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.:Kein einziger von diesen kleinen, unbedeutenden Menschen darf verloren gehen.«

Regeln für den Streitfall

Lukas 17,3b
15»Wenn dein Bruder18,15 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. – oder deine Schwester18,15 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. – dir Unrecht tut:Geh hinund stell ihn unter vier Augen zur Rede!Wenn er auf dich hört,hast du deinen Bruder zurückgewonnen.16Wenn er aber nicht auf dich hört,dann nimm noch ein oder zwei andere mit zu ihm.Denn jeder Streitfall soll mithilfe von zwei oder drei Zeugen18,16 Zeugen: Dieser Grundsatz stammt aus 5. Mose/Deuteronomium 19,15 und beschreibt die gängige Rechtspraxis im Land der Bibel. entschieden werden.17Wenn er auch auf sie nicht hört,dann sage es den Leuten eurer Gemeinde.Wenn er auch auf die Gemeinde nicht hört,behandle18,17 behandle: Gemeint ist: Schließe ihn aus der Gemeinde aus. ihn wie einen Heiden18,17 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben. und Zolleinnehmer18,17 Zolleinnehmer, Zollstation: Sie erhoben z. B. an Stadttoren im Auftrag der römischen Regierung auf Waren Zölle und wirtschafteten dabei auch in die eigene Tasche. .18Amen18,18 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Was ihr auf der Erde für gültig erklärt,wird auch im Himmel18,18 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. gelten.Was ihr nicht für gültig erklärt,wird auch im Himmel18,18 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. nicht gelten18,18 gelten: Wörtlich übersetzt lautet der Vers 18: »Was ihr auf der Erde bindet, wird im Himmel gebunden sein. Und was immer ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.«

Gemeinsam beten

19»Und auch das sage ich euch:Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsam um irgendetwas bitten:Mein Vater im Himmel18,19 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. wird ihnen ihre Bitte erfüllen.20Denn wo zwei oder drei Menschen in meinem Namen zusammenkommen,da bin ich selbst in ihrer Mitte.«

Grenzenlose Vergebung

Lukas 17,4
21Da wandte sich Petrus18,21 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. an Jesusund fragte ihn:»Herr, wenn mein Bruder18,21 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. oder meine Schwester18,21 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. an mir schuldig18,21 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. wird,wie oft soll ich ihnen vergeben?Bis zu siebenmal?«22Jesus antwortete ihm:»Nicht nur siebenmal!Ich sage dir:Bis zu siebzigmal siebenmal!«

Das Gleichnis vom hartherzigen Verwalter

23Jesus fuhr fort:»Das Himmelreich18,23 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«. gleicht einem König,der mit den Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte.24Gleich zu Beginn wurde einer zu ihm gebracht,der ihm zehntausend Talente18,24 Talent: Gewichtseinheit, entspricht etwa 36 kg. Große Geldmengen wurden ebenfalls in Talent gemessen. 1 Talent entsprach etwa 36 kg Silber. schuldete.25Er konnte ihm nichts davon zurückzahlen.Da befahl der König:›Er soll als Sklave verkauft werden,ebenso seine Frauund seine Kinder.Verkauft auch seinen ganzen Besitz –so kann wenigstens ein Teil zurückbezahlt werden.‹26Der Mann fiel auf die Knieund flehte den König an:›Hab Geduld mit mir!Ich werde dir alles zurückzahlen!‹27Da bekam der Herr Mitleid mit dem Mann.Er gab ihn freiund erließ ihm die Schulden.

28Der Mann ging hinausund traf dort einen anderen Verwalter,der schuldete ihm 100 Silberstücke.Er packte ihn an der Kehle,würgte ihn und sagte:›Bezahl deine Schulden!‹29Der andere fiel vor ihm auf die Knieund flehte ihn an:›Hab Geduld mit mir!Ich werde es dir zurückzahlen.‹30Aber das wollte der Mann nicht –im Gegenteil:Er ging wegund ließ seinen Mitverwalter ins Gefängnis werfen.Dort sollte er bleiben,bis seine Schulden bezahlt waren.

31Die übrigen Verwalter bekamen mit,was da vor sich ging,und waren empört.Sie gingen zum Königund berichteten ihm alles.32Da ließ der Herr seinen Verwalter zu sich kommen.Er sagte zu ihm:›Du böser Mensch!Deine ganzen Schulden habe ich dir erlassen,weil du mich darum gebeten hast.33Und du?Warum hattest du kein Erbarmen mit dem anderen Verwalter –so wie ich mit dir?‹34Voller Zorn übergab er ihn den Folterknechten –bis seine Schulden bezahlt waren.

35So wird mein Vater im Himmel18,35 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auch euch behandeln –wenn ihr eurem Bruder18,35 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. oder eurer Schwester18,35 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. nicht von Herzen vergebt.«
19

Unterwegs nach Jerusalem

19,1–20,34

Jesus bricht auf nach Judäa

Markus 10,1
191Jesus beendete seine Rede.Dann verließ er Galiläa19,1 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.und ging in das Gebiet von Judäa19,1 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. auf der anderen Jordanseite19,1 Jordan: Der Jordan ist der wichtigste Fluss im Land der Bibel. .2Eine große Volksmenge folgte ihmund er heilte dort die Kranken.

Über Ehescheidung und Ehelosigkeit

Markus 10,2-12
3Da kamen Pharisäer19,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. zu Jesus.Sie wollten ihm eine Falle stellen,deshalb fragten sie ihn:»Darf sich ein Mann aus jedem beliebigen Grundvon seiner Frau scheiden lassen?«4Jesus antwortete:»Wisst ihr etwa nicht,dass Gott vom Anfang der Welt andie Menschen als Mann und Frau geschaffen hat?«5Weiter sagte er:»Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutterund lebt zusammen mit seiner Frau.Die zwei sind dann eins,mit Leib und Seele.6Sie sind also nicht mehr zwei,sondern ganz eins.Was Gott so verbunden hat,das soll der Mensch nicht trennen!«7Darauf sagten die Pharisäer19,7 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. zu Jesus:»Warum hat Mose19,7 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. dann erlaubt,dass ein Mann seiner Fraueine Scheidungsurkunde19,7 Scheidungsurkunde: Nach jüdischem Recht musste ein Mann seiner Frau eine sog. Scheidungsurkunde ausstellen, wenn er sich von ihr trennen wollte. ausstelltund sie wegschickt?«

8Jesus antwortete ihnen:»Weil ihr euer Herz gegen Gott verschlossen habt!Nur deshalb hat euch Mose19,8 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. erlaubt,eure Frauen wegzuschicken.Aber ursprünglich war das nicht so.9Ich aber sage euch:Wer sich von seiner Frau scheiden lässtund eine andere heiratet,der begeht Ehebruch19,9 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.außer, sie hat zuerst die Ehe gebrochen19,9 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.

10Da sagten die Jünger19,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu Jesus:»Wenn das die Rechtslage des Mannes gegenüber der Frau ist,dann ist es besser,gar nicht zu heiraten.«11Jesus antwortete ihnen:»Nicht alle werden verstehen,was ich jetzt sage –nur die, denen Gott das Verstehen schenkt:12Es gibt Männer,die sind von Geburt an eheunfähig19,12 unfähig: Vom Griechischen her ist hier auch an solche Menschen zu denken, die keine Kinder bekommen können..Und es gibt Männer,die werden von Menschen eheunfähig19,12 unfähig: Vom Griechischen her ist hier auch an solche Menschen zu denken, die keine Kinder bekommen können. gemacht.Wieder andere haben sich selbst eheunfähig19,12 unfähig: Vom Griechischen her ist hier auch an solche Menschen zu denken, die keine Kinder bekommen können. gemacht,weil sie ganz für das Himmelreich da sein wollen.Wer das verstehen kann,soll es verstehen!«

Sich-Beschenken-Lassen

19,13-30

Jesus und die Kinder

Markus 10,13-16; Lukas 18,15-17
13Einige Leute brachten Kinder zu Jesus.Er sollte ihnen die Hände auflegenund für sie beten.Die Jünger19,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wiesen sie schroff zurück.14Aber Jesus sagte:»Lasst doch die Kinder!Hindert sie nicht daran,zu mir zu kommen.Denn für Menschen wie sieist das Himmelreich19,14 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«. da.«15Und Jesus legte den Kindern die Hände auf.Dann zog er von dort weiter.

Die Gefahr des Reichtums

Markus 10,17-27; Lukas 18,18-27
16Und sieh doch:Da kam ein Mann auf Jesus zuund fragte ihn:»Lehrer19,16 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., was muss ich Gutes tun,damit ich das ewige Leben19,16 ewiges Leben: Leben in Gottes Reich und in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm. bekomme?«17Jesus antwortete ihm:»Warum fragst du mich,was gut ist?Gut ist nur einer19,17 einer: Gemeint ist Gott.!Wenn du das Leben bekommen willst,dann halte die Gebote19,17 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose.18Der junge Mann fragte:»Welche?«Da antwortete19,18 antwortete: Diese Gebote stammen aus den sog. Zehn Geboten (vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-12). Sie regeln das Zusammenleben zwischen den Menschen und beschreiben zugleich, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Gott bestimmt sein soll. Jesus:»Du sollst nicht töten!Du sollst die Ehe nicht brechen19,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.!Du sollst nicht stehlen!Du sollst keine falschen Aussagen machen!19Ehre19,19 Eltern ehren: Gemeint ist auch das Sorgen für die Eltern, wenn sie alt geworden sind. Vater und Mutter!Und: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!«20Der Mann sagte zu Jesus:»Das alles habe ich befolgt.Was muss ich noch tun?«

21Jesus antwortete ihm:»Wenn du vollkommen sein willst,geh los,verkaufe deinen Besitzund gib das Geld den Armen.So wirst du unverlierbaren Reichtum im Himmel19,21 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. haben.Dann komm und folge mir!«22Als der junge Mann das hörte,ging er traurig weg.Denn er hatte großen Grundbesitz.

23Da sagte Jesus zu seinen Jüngern19,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :»Amen19,23 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Ein reicher Mensch hat es schwer,in das Himmelreich19,23 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«. zu kommen.24Auch sage ich euch:Es ist leichter,dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht,als dass ein Reicher in das Reich Gottes19,24 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. hineinkommt.«25Als die Jünger das hörten,waren sie völlig bestürztund fragten:»Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«26Jesus sah sie anund sagte zu ihnen:»Für Menschen ist es unmöglich.Aber für Gott ist alles möglich.«

Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben

Markus 10,28-31; Lukas 18,28-30
27Darauf sagte Petrus19,27 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon. zu Jesus:»Sieh doch:Wir haben alles zurückgelassenund sind dir gefolgt19,27 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen..Was werden wir dafür bekommen?«28Jesus antwortete seinen Jüngern:»Amen19,28 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Ihr seid mir gefolgt19,28 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen..In der kommenden Welt Gottes –wenn der Menschensohn19,28 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. in seiner Herrlichkeit19,28 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor.auf dem Thron sitzen wird –werdet auch ihr auf zwölf Thronen sitzen.Ihr werdet Gericht haltenüber die zwölf Stämme Israels19,28 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. .29Jeder, der etwas zurückgelassen hat –Haus, Brüder, Schwestern,Vater, Mutter, Kinder oder Felder –,um zu mir zu gehören,wird es hundertfach neu bekommen.Und dazu bekommt er nochdas ewige Leben als Erbe geschenkt.30Viele, die jetzt bei den Ersten sind,werden dann die Letzten sein.Und viele, die jetzt bei den Letzten sind,werden dann die Ersten sein.«
20

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg

201Jesus fuhr fort20,1 fuhr fort: Jesus erklärt, was er mit dem Satz in Matthäus 19,30 gemeint hat. Dazu benutzt er ein Gleichnis.:»Das Himmelreich20,1 Himmelreich: Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«. gleicht einem Grundbesitzer:Er zog früh am Morgen los,um Arbeiter für seinen Weinberg20,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. einzustellen.2Er einigte sich mit den Arbeiternauf einen Lohn von einem Silberstück für den Tag.Dann schickte er sie in seinen Weinberg20,2 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. .

3Um die dritte Stunde20,3 dritte Stunde: 9:00 Uhr. ging er wieder los.Da sah er noch andere Männer,die ohne Arbeit warenund auf dem Marktplatz herumstanden.4Er sagte zu ihnen:›Ihr könnt auch in meinen Weinberg20,4 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. gehen.Ich werde euch angemessen dafür bezahlen.‹5Die Männer gingen hin.

Später, um die sechste Stunde20,5 sechste Stunde: 12:00 Uhr.,und dann nochmal um die neunte Stunde20,5 neunte Stunde: 15:00 Uhr.machte der Mann noch einmal das Gleiche.

6Als er um die elfte Stunde20,6 elfte Stunde: 17.00 Uhr. noch einmal losging,traf er wieder einige Männer,die dort herumstanden.Er fragte sie:›Warum steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?‹7Sie antworteten ihm:›Weil uns niemand eingestellt hat!‹Da sagte er zu ihnen:›Ihr könnt auch in meinen Weinberg20,7 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. gehen!‹

8Am Abend sagte der Besitzer20,8 Eigentümer: Wörtlich »Herr«. Diese Bezeichnung ist doppeldeutig zu verstehen und spielt darauf an, dass mit dem Besitzer des Weinbergs Gott gemeint ist. des Weinbergs20,8 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. zu seinem Verwalter:›Ruf die Arbeiter zusammenund zahl ihnen den Lohn aus!Fang bei den Letzten anund hör bei den Ersten auf.‹9Also kamen zuerst die Arbeiter,die um die elfte Stunde20,9 elfte Stunde: 17.00 Uhr. angefangen hatten.Sie erhielten ein Silberstück.10Zuletzt kamen die an die Reihe,die als Erste angefangen hatten.Sie dachten:›Bestimmt werden wir mehr bekommen!‹Doch auch sie erhielten jeder ein Silberstück.11Als sie ihren Lohn bekommen hatten,schimpften sie über den Grundbesitzer.12Sie sagten:›Die da, die als Letzte gekommen sind,haben nur eine Stunde gearbeitet.Aber du hast sie genauso behandelt wie uns.Dabei haben wir den ganzen Tagin der Hitze geschuftet!‹13Da sagte der Grundbesitzer zu einem von ihnen:›Guter Mann, ich tue dir kein Unrecht.Hast du dich nicht mit mir auf ein Silberstück als Lohn geeinigt?14Nimm also das,was dir zusteht,und geh!Ich will dem Letzten hiergenauso viel geben wie dir.15Kann ich mit dem, was mir gehört,etwa nicht das machen, was ich will?Oder bist du neidisch,weil ich so großzügig bin?‹16So werden die Letzten die Erstenund die Ersten die Letzten sein.«

Zum Dienen berufen

20,17-34

Jesus kündigt zum dritten Mal seinen Tod an

Markus 10,32-34; Lukas 18,31-34
17Danach zog Jesus hinauf nach Jerusalem20,17 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .Unterwegs nahm er die Zwölf20,17 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren. beiseiteund sagte zu ihnen:18»Seht doch:Wir ziehen jetzt hinauf nach Jerusalem20,18 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .Dort wird der Menschensohn20,18 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. den führenden Priestern20,18 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und Schriftgelehrten20,18 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. ausgeliefert.Sie werden ihn zum Tod verurteilen19und ihn an die Heiden20,19 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben. ausliefern,die unser Land besetzt haben.Die werden ihn verspotten,auspeitschen und kreuzigen20,19 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde..Aber am dritten Tagwird er vom Tod auferweckt.«

Nicht herrschen, sondern dienen

Markus 10,35-45; Lukas 22,24-27
20Da kam die Mutter der beiden Söhne von Zebedäuszusammen mit ihren Söhnen zu Jesus.Sie warf sich vor ihm niederund wollte ihn um etwas bitten.21Jesus fragte sie:»Was willst du?«Sie sagte zu ihm:»Lass doch meine beiden Söhnerechts und links20,21 rechts und links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze. neben dir sitzen,wenn du regieren wirst in deinem Reich.«22Jesus antwortete:»Ihr wisst nicht,um was ihr da bittet!Könnt ihr den Becher20,22 Becher: Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36). austrinken,den ich austrinken werde?«Sie erwiderten:»Das können wir!«23Da sagte Jesus zu ihnen:»Ihr werdet tatsächlich meinen Becher20,23 Becher: Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36). austrinken.Aber ich habe nicht zu entscheiden,wer rechts und links20,23 rechts und links: Die Plätze rechts und links neben dem Gastgeber galten als Ehrenplätze. von mir sitzt.Dort werden die sitzen,die mein Vater dafür bestimmt hat.«

24Die anderen zehn hörten das Gespräch mit anund ärgerten sich über die beiden Brüder.

25Da rief Jesus auch sie näher herbeiund sagte zu ihnen:»Ihr wisst:Die Herrscher der Völker unterdrücken die Menschen,über die sie herrschen.Und die Machthaber missbrauchen ihre Macht.26Aber bei euch darf das nicht so sein:Sondern wer von euch groß sein will,soll den anderen dienen.27Und wer von euch der Erste sein will,soll euer Sklave sein.28Genauso ist auch der Menschensohn20,28 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.nicht gekommen,um sich dienen zu lassen.Im Gegenteil:Er ist gekommen,um anderen zu dienenund sein Leben hinzugeben20,28 hingeben: Das Wort vom Hingeben des Lebens erinnert an Jesaja 53,10-12. Dort ist die Rede von einem schuldlosen Menschen, der sein Leben hingibt, um die Schuld aller Menschen zu tragen.als Lösegeld für die vielen Menschen.«

Jesus heilt zwei Blinde

Markus 10,46-52; Lukas 18,35-43
29Jesus verließ Jericho20,29 Jericho: Jericho, auch Palmenstadt genannt, ist eine Oase in der jüdäischen Wüste in der Jordansenke. Sie gilt als die älteste befestigte Stadt der Welt. zusammen mit seinen Jüngern20,29 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. .Eine große Volksmenge folgte ihm.30Und sieh doch:Da saßen zwei Blinde am Straßenrand.Als sie hörten,dass Jesus vorbeiging,riefen sie:»Hab Erbarmen mit uns!Herr, du Sohn Davids20,30 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. 31Die Volksmenge fuhr die Blinden an:»Seid still!«Aber die Blinden schrien noch viel lauter:»Herr, du Sohn Davids20,31 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. ,hab Erbarmen mit uns!«32Da blieb Jesus stehen.Er rief sie zu sichund fragte sie:»Was wollt ihr?Was soll ich für euch tun?«33Die Blinden sagten zu ihm:»Herr, dass wir sehen können!«34Jesus hatte Mitleid mit ihnen.Er berührte ihre Augen.Sofort konnten sie sehenund folgten20,34 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. Jesus.