BasisBibel NT+Ps (BB)
15

Verloren und wiedergefunden

15,1-32

Das Gleichnis vom verirrten Schaf

Matthäus 18,12-14
151Alle Zolleinnehmer15,1 Zolleinnehmer, Zollstation: Sie erhoben z. B. an Stadttoren im Auftrag der römischen Regierung auf Waren Zölle und wirtschafteten dabei auch in die eigene Tasche. und andere Menschen,die ein Leben voller Schuld15,1 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. führten,kamen zu Jesus15,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. ,um ihm zuzuhören.2Die Pharisäer15,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und Schriftgelehrten15,2 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. ärgerten sich darüber.Sie sagten:»Mit solchen Menschen gibt er sich abund isst sogar mit ihnen!«3Da erzählte ihnen Jesus15,3 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. dieses Gleichnis15,3 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen.:

4»Stellt euch vor:Einer von euch hat hundert Schafeund verliert eines davon.Wird er dann nicht die neunundneunzig Schafein der Steppe15,4 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. zurücklassenund das verlorene Schaf suchen,bis er es findet?5Und wenn er es gefunden hat,nimmt er es voller Freude auf seine Schultern6und trägt es nach Hause.Er ruft seine Freunde und Nachbarn zusammenund sagt zu ihnen:›Freut euch mit mir!Ich habe das Schaf wiedergefunden,das ich verloren hatte.‹

7Das sage ich euch:Genauso freut sich Gott im Himmel15,7 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.über einen mit Schuld15,7 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. beladenen Menschen,der sein Leben ändert.Er freut sich mehr als über neunundneunzig Gerechte15,7 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote halten und seinen Willen erfüllen.,die es nicht nötig haben,ihr Leben zu ändern.«

Das Gleichnis vom verlorenen Geldstück

8»Oder stellt euch vor:Eine Frau besitzt zehn Silbermünzen15,8 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert..Wenn sie eine davon verliert:Wird sie da nicht eine Öllampe15,8 Öllampe: Um im Haushalt nach Sonnenuntergang noch ein wenig Licht zu haben, verwendete man kleine Öllämpchen aus Ton. anzünden,das Haus15,8 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. fegenund in allen Ecken suchen,bis sie das Geldstück15,8 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. findet?9Und wenn sie es gefunden hat,ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammenund sagt:›Freut euch mit mir!Ich habe die Silbermünze15,9 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. wiedergefunden,die ich verloren hatte.‹

10Das sage ich euch:Genauso freuen sich die Engel15,10 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. Gottesüber einen mit Schuld15,10 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. beladenen Menschen,der sein Leben ändert.«

Der Vater und seine zwei Söhne

11Dann sagte Jesus15,11 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Ein Mann hatte zwei Söhne.12Der jüngere sagte zum Vater:›Vater, gib mir den Teil der Erbschaft,der mir zusteht.‹Da teilte der Vater seinen Besitz unter den Söhnen auf.13Ein paar Tage spätermachte der jüngere Sohn seinen Anteil zu Geldund wanderte in ein fernes Land aus.Dort verschleuderte er sein ganzes Vermögendurch ein verschwenderisches Leben.14Als er alles ausgegeben hatte,brach in dem Land eine große Hungersnot aus.Auch er begann zu hungern.15Da bat er einen der Bürger des Landes um Hilfe.Der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten15,15 Schweinehüten: Schweine gelten nach dem jüdischen Gesetz als unrein – man durfte sie weder essen noch berühren, deshalb galt diese Arbeit als sehr erniedrigend..16Er wollte seinen Hungermit den Futterschoten15,16 Futterschoten: Gemeint sind die Schoten des Johannisbrotbaums; ein Nahrungsmittel für Tiere und wohl auch für arme Leute. stillen,die die Schweine fraßen.Aber er bekam nichts davon.

17Da ging der Sohn in sichund dachte:›Wie viele Arbeiter hat mein Vaterund sie alle haben reichlich Brot15,17 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel zu essen.Aber ich komme hier vor Hunger um.18Ich will zu meinem Vater gehenund zu ihm sagen:Vater, ich habe Schuld15,18 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen –vor Gott und vor dir.19Ich bin es nicht mehr wert,dein Sohn15,19 Sohn: Der Begriff bezeichnet sowohl das leibliche Kind als auch jemand, der einem Menschen in besonderer Weise nahe steht. genannt zu werden.Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.‹20So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater.

Sein Vater sah ihn schon von Weitem kommenund hatte Mitleid mit ihm.Er lief seinem Sohn entgegen,fiel ihm um den Halsund küsste ihn.21Aber sein Sohn sagte zu ihm:›Vater, ich habe Schuld15,21 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen –vor Gott und vor dir.Ich bin es nicht mehr wert,dein Sohn15,21 Sohn: Der Begriff bezeichnet sowohl das leibliche Kind als auch jemand, der einem Menschen in besonderer Weise nahe steht. genannt zu werden.‹22Doch der Vater befahl seinen Dienern:›Holt schnell das schönste Gewand15,22 Gewand: Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen. aus dem Haus15,22 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.und zieht es ihm an.Steckt ihm einen Ring15,22 Ring: Der Siegelring gibt dem Träger die Vollmacht über die Finanzgeschäfte. Der Vater will seinen Sohn wieder in die Familie aufnehmen. an den Fingerund bringt ihm Sandalen15,22 Sandale: Im Altertum lief die einfache Bevölkerung innerhalb des Hauses und in der Ortschaft in der Regel barfuß. Für Reisen und bei der Arbeit auf dem Feld trug man jedoch Sandalen. für die Füße.23Dann holt das gemästete Kalb herund schlachtet es:Wir wollen essen und feiern!24Denn mein Sohn15,24 Sohn: Der Begriff bezeichnet sowohl das leibliche Kind als auch jemand, der einem Menschen in besonderer Weise nahe steht. hier war totund ist wieder lebendig.Er war verlorenund ist wiedergefunden.‹Und sie begannen zu feiern.

25Der ältere Sohn war noch auf dem Feld.Als er zurückkamund sich dem Haus15,25 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. näherte,hörte er Musik und Tanz.26Er rief einen der Diener15,26 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. zu sichund fragte:›Was ist denn da los?‹27Der antwortete ihm:›Dein Bruder ist zurückgekommen!Und dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen,weil er ihn gesund wiederhat.‹

28Da wurde der ältere Sohn zornig.Er wollte nicht ins Haus15,28 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. gehen.Doch sein Vater kam zu ihm herausund redete ihm gut zu.29Aber er sagte zu seinem Vater:›Sieh doch:So viele Jahre arbeite ich jetzt schon für dich!Nie war ich dir ungehorsam15,29 ungehorsam: Wörtlich heißt es in Vers 29: »Nie habe ich ein Gebot von dir missachtet.«.Aber mir hast du noch nicht einmaleinen Ziegenbock geschenkt,damit ich mit meinen Freunden feiern konnte.30Aber der da, dein Sohn,hat dein Vermögen mit Huren vergeudet.Jetzt kommt er nach Hause,und du lässt gleich das gemästete Kalb für ihn schlachten.‹31Da sagte der Vater zu ihm:›Mein lieber Junge, du bist immer bei mir.Und alles,was mir gehört,gehört auch dir.32Aber jetzt mussten wir doch feiernund uns freuen:Denn dein Bruder hier war totund ist wieder lebendig.Er war verlorenund ist wiedergefunden.‹«
16

Vom Umgang mit Geld

16,1-15

Vom Umgang mit Geld: Das Gleichnis vom schlauen Verwalter

161Dann sagte Jesus16,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu den Jüngern16,1 Jünger: Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten. :»Ein reicher Mann hatte einen Verwalter.Über den wurde ihm gesagt,dass er sein Vermögen verschwendete.2Deshalb rief der Mann den Verwalter zu sichund sagte zu ihm:›Was muss ich über dich hören?Lege deine Abrechnung vor!Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.‹

3Da überlegte der Verwalter:›Was soll ich nur tun?Mein Herr entzieht mir die Verwaltung.Für schwere Arbeit bin ich nicht geeignet.Und ich schäme mich,betteln zu gehen.4Jetzt weiß ich,was ich tun muss!Dann werden mich die Leute in ihre Häuser16,4 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. aufnehmen,wenn ich kein Verwalter mehr bin.‹5Und er rief alle einzeln zu sich,die bei seinem Herrn Schulden hatten.Er fragte den Ersten:›Wie viel schuldest du meinem Herrn?‹6Der antwortete:›Hundert Fässchen16,6 Fässchen: Wörtlich »Bat«. Ein Bat entspricht etwa 39 Liter. Bei 100 Fässchen Öl sind das also ca. 4000 Liter. Olivenöl.‹Da sagte der Verwalter zu ihm:›Hier ist dein Schuldschein.Setz dich schnell hinund schreib fünfzig!‹7Dann fragte er einen anderen:›Und du, wie viel bist du schuldig?‹Er antwortete:›Hundert Sack16,7 Sack: Wörtlich »Kor«. Ein Kor entspricht etwa 250 Kilo Weizen. Bei 100 Sack sind das also 25 Tonnen. Weizen16,7 Getreide: Getreide (vor allem Weizen) diente als Grundnahrungsmittel zum Backen von Brot und wurde überall in den fruchtbaren Regionen vom Land der Bibel angebaut..‹Der Verwalter sagte:›Hier ist dein Schuldschein,schreib achtzig!‹8Und der Herr lobte den betrügerischen Verwalter,weil er so schlau gehandelt16,8 schlau handeln: Das Lob gilt nicht dem Betrug, sondern der Energie und Entschlossenheit des Verwalters: Er ist bereit, alles auf eine Karte zu setzen. So entschlossen sollen sich auch alle, die Jesus nachfolgen, für das Reich Gottes einsetzen. hatte.

Denn die Kinder dieser Weltsind schlauer im Umgang mit ihren Mitmenschenals die Kinder des Lichts16,8 Kinder des Lichts: Gemeint sind die »Jünger Jesu«, die Christen..9Und ich sage euch:Nutzt das Geld16,9 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.,das euch von Gott trennt16,9 das euch von Gott trennt: Wörtlich heißt es in Vers 9: »Nutzt den ungerechten Mammon«. Gemeint ist, dass Geld oft wie ein Gott verehrt wird. Indem man es den Armen und Bedürftigen gibt, entzieht man sich der Macht, die es über Menschen haben kann.,um euch Freunde zu machen!Dann werden sie euch in die ewigen Wohnungen aufnehmen,wenn diese Welt zu Ende geht.«

Vom Umgang mit Geld: Seid zuverlässig!

Matthäus 6,24
10»Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist,ist es auch in den großen.Und wer in den kleinsten Dingen unzuverlässig ist,ist es auch in den großen.11Wenn ihr mit dem Geld16,11 Geld: Wörtlich heißt es in Vers 9: »Nutzt den ungerechten Mammon«. Gemeint ist, dass Geld oft wie ein Gott verehrt wird. Indem man es den Armen und Bedürftigen gibt, entzieht man sich der Macht, die es über Menschen haben kann.,das euch von Gott trennt,nicht zuverlässig umgeht –wer wird euch danndas wirklich Wertvolle anvertrauen?12Und wenn ihr mit dem nicht zuverlässig umgeht,was euch gar nicht gehört –wer wird euch dann schenken,was eigentlich euer Eigentum16,12 euer Eigentum: Gemeint ist das den Christen verheißene Heil. ist?

13Kein Diener16,13 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. kann gleichzeitig zwei Herren dienen!Entweder wird er den einen hassenund den anderen lieben.Oder er wird dem einen treu dienenund den anderen nicht beachten.Ihr könnt nicht gleichzeitig Gottund dem Geld dienen.«

Vom Umgang mit Geld: Der Spott der Pharisäer

14Das alles hörten die Pharisäer16,14 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm..Sie waren geldgierigund lachten Jesus16,14 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. aus.15Jesus16,15 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sagte zu ihnen:»Vor den Menschen tut ihr so,als ob ihr nach dem Willen Gottes lebt.Aber Gott kennt eure Herzen!Was bei den Menschen Eindruck macht,das verabscheut Gott.«

Das Gesetz des Mose und die neue Zeit

16,16-31

Von der Ehe

Matthäus 11,12-13; Matthäus 5,18.32; Markus 10,11-12
16»Das Gesetz und die Propheten16,16 Gesetz und Propheten: Zur Zeit von Jesus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. galten bis zu Johannes16,16 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. .Seitdem wird die Gute Nachricht16,16 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. vom Reich Gottes16,16 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. verkündet –und alle drängen hinein.17Aber eher werden Himmel16,17 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. und Erde vergehen,als dass auch nur ein Satzzeichen16,17 Satzzeichen: Wörtlich »Strichlein«; gemeint ist ein Häkchen oder Zierstrich an einem hebräischen Buchstaben. im Gesetz16,17 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ungültig wird.

18Jeder, der sich von seiner Frau scheiden lässtund eine andere heiratet,begeht Ehebruch16,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten..Auch wer eine geschiedene Frau heiratet,begeht Ehebruch16,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.

Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus

19»Einst lebte ein reicher Mann.Er trug einen Purpurmantel16,19 Purpur: Intensiver roter Farbstoff, mit dem in der Antike Stoffe und Wolle gefärbt wurden. Purpur ist sehr kostbar und war hauptsächlich den Reichen und Mächtigen vorbehalten.und Kleider aus feinstem Leinen.Tag für Tag genoss er das Leben in vollen Zügen.20Aber vor dem Tor seines Hauseslag ein armer Mann,der Lazarus hieß.Sein Körper war voller Geschwüre.21Er wollte seinen Hungermit den Resten vom Tisch des Reichen stillen.Aber es kamen nur die Hundeund leckten an seinen Geschwüren.22Dann starb der arme Mann.Die Engel16,22 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. brachten ihn zu Abraham16,22 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. und setzten ihn an dessen Seite16,22 Seite: Der Ehrenplatz beim himmlischen Festmahl. Abraham wurde als Vater der Gläubigen und als Beschützer der Gerechten verehrt. Bei ihm findet Lazarus endlich Trost und Schutz..Auch der Reiche starbund wurde begraben.23Im Totenreich16,23 Hölle, Totenreich, Unterwelt: In der Antike Reich, in dem die Toten wohnen; auch Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. litt er große Qualen.Einmal blickte er aufund sah in weiter Ferne Abraham16,23 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. und Lazarus an seiner Seite16,23 Seite: Der Ehrenplatz beim himmlischen Festmahl. Abraham wurde als Vater der Gläubigen und als Beschützer der Gerechten verehrt. Bei ihm findet Lazarus endlich Trost und Schutz..24Da schrie er:›Vater Abraham16,24 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. , hab Erbarmen mit mir!Bitte schick Lazarus,damit er seine Fingerspitze ins Wasser tauchtund meine Zunge kühlt.Ich leide schrecklich in diesem Feuer!‹25Doch Abraham16,25 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. antwortete:›Kind, erinnere dich:Du hast deinen Anteil an Gutemschon im Leben bekommen –genauso wie Lazarus seinen Anteil an Schlimmem.Dafür findet er jetzt hier Trost,du aber leidest.26Außerdem liegt zwischen uns und euchein tiefer Graben.Selbst wenn jemand wollte,könnte er von hier nicht zu euch hinübergehen,genauso wie keiner von dortzu uns herüberkommen kann.‹27Da sagte der Reiche:›So bitte ich dich, Vater:Schick Lazarus doch wenigstenszu meiner Familie.28Ich habe fünf Brüder.Lazarus soll sie warnen,damit sie nicht auchan diesen Ort der Qualen kommen!‹29Aber Abraham16,29 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. antwortete:›Sie haben doch Mose und die Propheten16,29 Mose und Propheten: Zur Zeit von Jesus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift.:Auf die sollen sie hören!‹30Der Reiche erwiderte:›Nein, Vater Abraham16,30 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. !Nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt,werden sie ihr Leben ändern.‹31Doch Abraham16,31 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. antwortete ihm:›Wenn sie auf Mose und die Propheten16,31 Mose und Propheten: Zur Zeit von Jesus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. nicht hören,dann wird es sie auch nicht überzeugen,wenn jemand vom Tod aufersteht.‹«
17

Jesus und seine Jünger IV: Verhaltensregeln für die Jünger

17,1-10

Warnung vor dem Irremachen im Glauben und Regeln für den Streitfall

Matthäus 18,6-7.15.21-22; Markus 9,42
171Jesus sagte zu seinen Jüngern17,1 Jünger: Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten. :»Es ist unvermeidlich:Es müssen Dinge geschehen,die Menschen von mir abbringen.Doch wie schrecklich wird es für den sein,der dazu beiträgt.2Es wäre besser für ihn,wenn man ihn mit einem Mühlstein17,2 Eselsmühlstein: Der Eselsmühlstein ist der obere Mühlstein von größeren Mühlen. um den Halsins Meer wirft –besser,als wenn er einen von diesen kleinen,unbedeutenden Menschen von mir abbringt.3Nehmt euch in Acht!

Wenn dein Bruder17,3 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. – oder deine Schwester17,3 Bruder/Schwester: Wörtlich »Bruder«; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde. Unrecht tut,weise ihn zurecht!Wenn er sich dann ändert,vergib ihm!4Vielleicht tut er dir siebenmal am Tag Unrechtund kommt siebenmal zu dirund sagt:›Ich will mich ändern!‹Auch dann sollst du ihm vergeben.«

Aufforderung zum Vertrauen

Matthäus 17,20
5Die Apostel17,5 Apostel: Wörtlich »Ausgesandter«. Jemand, der mit einem bestimmten Auftrag zu einem Adressaten geschickt wird. baten Jesus17,5 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. , den Herrn17,5 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet.:»Stärke unseren Glauben17,5 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.6Der Herr17,6 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. aber sagte:»Wenn euer Glaube17,6 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. nur so groß ist wie ein Senfkorn17,6 Senf: Die Senfpflanze ist im Land der Bibel weit verbreitet.,könnt ihr diesem Maulbeerbaum17,6 Maulbeerbaum: Stämmiger, knorriger Baum mit starken Wurzeln. Maulbeerbäume sind schwer zu entwurzeln. Sie entwickeln immer wieder neue Stämme und werden sehr alt. befehlen:›Zieh deine Wurzeln aus der Erdeund verpflanze dich ins Meer!‹ –und er wird euch gehorchen.«

Kein Anspruch auf besondere Anerkennung

7»Stellt euch vor:Einer von euch hat einen Knecht17,7 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. ,der den Acker pflügtoder das Vieh hütet.Der kommt vom Feld zurück.Wer von euch wird zu ihm sagen:›Komm gleich herund leg dich zu Tisch17,7 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen. ‹?8Im Gegenteil!Derjenige wird zu ihm sagen:›Mach mir etwas zu essen!Binde dir eine Schürze umund bediene mich,solange ich esse und trinke.Nachher kannst auch du essen und trinken.‹9Bedankt derjenige sich etwa bei seinem Knecht17,9 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. ,weil er seinen Auftrag erledigt hat?10So soll es auch bei euch sein:Wenn ihr alles getan habt,womit euch Gott beauftragt hat,dann sagt:›Wir sind Knechte, weiter nichts.Wir haben nur unsere Pflicht getan.‹«

Das letzte Stück Weg: Das Ziel der Welt vor Augen

17,11–19,28

Vom kommenden Gericht

17,11-37

Der dankbare Samariter

11Später, immer noch auf der Reise17,11 Reise: Hier beginnt der letzte Abschnitt der Reise von Jesus nach Jerusalem. Zuvor wird in Lukas 9,51 berichtet, wie Jesus zu seiner Reise nach Jerusalem aufbricht, in Lukas 13,22, wie er diese Reise fortsetzt. nach Jerusalem17,11 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ,zog Jesus17,11 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. durch das Grenzgebietvon Samarien17,11 Samarien, Samariter: Die Bewohner der Provinz Samaria. und Galiläa17,11 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene..12Er kam in ein Dorf.Dort begegneten ihm zehn Männer,die an Aussatz17,12 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. erkrankt waren.Sie blieben in einiger Entfernung stehen13und riefen laut:»Jesus17,13 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. , Meister17,13 Meister: Bei Lukas sprechen die Jünger Jesus als »Meister« an., hab Mitleid mit uns!«14Jesus17,14 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sah sie anund sagte zu ihnen:»Geht und zeigt euch den Priestern17,14 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten.Und dann, als sie noch unterwegs waren,wurden sie geheilt und rein17,14 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen..15Einer von ihnen kehrte wieder zurück,als er merkte,dass er geheilt war.Er lobte Gott mit lauter Stimme,16warf sich vor Jesus17,16 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu Bodenund dankte ihm.Und das war ein Mann aus Samarien17,16 Samarien, Samariter: Die Bewohner der Provinz Samaria.!17Da fragte Jesus17,17 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. ihn:»Sind nicht zehn Männer rein17,17 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. geworden?Wo sind denn die anderen neun?18Ist sonst keiner zurückgekommen,um Gottes Herrlichkeit17,18 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. zu loben –nur dieser Fremde hier?«19Und Jesus17,19 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sagte zu ihm:»Steh auf, du kannst gehen!Dein Glaube17,19 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott. hat dich gerettet.«

Wann richtet Gott seine Herrschaft auf?

20Die Pharisäer17,20 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. fragten Jesus:»Wann kommt das Reich Gottes17,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.Jesus17,20 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. antwortete ihnen:»Das Reich Gottes17,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. kommt nicht so,dass man es an äußeren Anzeichen erkennen kann.21Man wird auch nicht sagen:›Schau her, hier ist es!‹Oder: ›Dort ist es!‹Denn seht doch:Das Reich Gottes17,21 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. ist schon da –mitten unter euch.«

Wenn der Menschensohn kommt

Matthäus 24,26-27.37-41; Matthäus 10,39; Matthäus 24,28
22Dann sagte Jesus17,22 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu den Jüngern17,22 Jünger: Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten. :»Es werden besondere Tage kommen:Dann werdet ihr euch danach sehnen,einen einzigen Tagunter der Herrschaft des Menschensohns17,22 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. zu erleben –aber ihr werdet ihn nicht erleben.23Die Leute werden zu euch sagen:›Seht doch, dort!‹,oder: ›Seht doch, hier!‹Dann geht nicht hin,lauft ihnen nicht nach.24Denn wenn der Menschensohn17,24 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. an seinem Tag kommt,wird es sein wie bei einem Blitz:Unübersehbar leuchtet er aufvom einen Ende des Himmels bis zum anderen.25Aber vorher wird er viel leiden müssen.Diese Generation wird ihn als Verbrecher behandeln17,25 als Verbrecher behandeln: Wörtlich heißt es in Vers 25: »Diese Generation wird ihn ablehnen.« Im Griechischen steht hier das gleiche Wort wie in Lukas 9,22 und in Lukas 20,17..

26Und wie es zur Zeit Noahs17,26 Noah: Er wurde von Gott wegen seines vorbildlichen Lebens vor dem Untergang in der »Sintflut« gerettet. war,so wird es auch zur Zeit des Menschensohns17,26 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. sein:27Die Menschen aßen und tranken,sie heirateten und verheirateten ihre Kinder.So lebten sie bis zu dem Tag,als Noah17,27 Noah: Er wurde von Gott wegen seines vorbildlichen Lebens vor dem Untergang in der »Sintflut« gerettet. in die Arche17,27 Arche: Bezeichnung für das kastenartige Schiff, in dem die Familie Noahs und die Tiere vor der Sintflut gerettet wurden. stieg.Dann kam die große Flutund vernichtete alle.

28Es wird auch sein wie zur Zeit Lots17,28 Lot: Neffe von Abraham. Lebte in der Stadt Sodom und wurde bei der Vernichtung der Stadt von Gott gerettet.:Die Menschen aßen und tranken,sie kauften und verkauften,sie bestellten das Landund bauten Häuser17,28 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war..29Aber an dem Tag,als Lot17,29 Lot: Neffe von Abraham. Lebte in der Stadt Sodom und wurde bei der Vernichtung der Stadt von Gott gerettet. Sodom17,29 Sodom und Gomorra: Die Städte Sodom und Gomorra wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich ganz von Gott abgewandt hatten und alles taten, was gegen Gottes Gebote ging. verließ,fielen Feuer und Schwefel vom Himmel17,29 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.und vernichteten alle.30Genauso wird es an dem Tag sein,an dem der Menschensohn17,30 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. erscheint.

31Wer an diesem Tag auf dem Dach17,31 Dach: Dächer bestanden zur Zeit des Neuen Testaments aus mehreren Lagen Reisig und Putz. istund seine Sachen im Haus17,31 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. hat,soll nicht erst hinuntersteigenund sie holen.Genauso gilt:Wer gerade auf dem Feld ist,soll nicht noch zurücklaufen.32Denkt an die Frau von Lot17,32 Lot: Neffe von Abraham. Lebte in der Stadt Sodom und wurde bei der Vernichtung der Stadt von Gott gerettet.!33Wer sein Leben retten will,wird es verlieren.Wer es aber verliert,wird es bewahren.

34Das sage ich euch:In dieser Nacht werden zwei Menschen17,34 zwei Menschen: Lukas denkt an die bescheidenen Wohnverhältnisse, wo mehrere Mitglieder einer Familie dasselbe Bett benutzen.auf einem Bett liegen –den einen wird der Menschensohn17,34 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. zu sich holen,den anderen wird er zurücklassen.35Zwei Frauen werden zusammen Korn mahlen17,35 Kornmahlen, Handmühle: Im Land der Bibel mahlten die Frauen das Korn, indem sie es zwischen zwei Steinen zerrieben.die eine wird er zu sich holen,die andere wird er zurücklassen.«36[…]17,36 […]: Einige spätere Handschriften fügen aus Matthäus 24,40 hinzu: »Zwei Männer werden zusammen auf dem Feld arbeiten – den einen wird er zu sich holen, den anderen zurücklassen.«

37Da fragten die Jünger17,37 Jünger: Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten. Jesus17,37 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Wo wird das sein, Herr17,37 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet.Er antwortete17,37 antwortete: Jedes Fragen danach, wo die Endereignisse stattfinden, ist genauso überflüssig wie die Frage nach dem »Wann«. Das Kommen des Endes ist so unübersehbar, wie man das Aas unweigerlich an den darüber kreisenden Geiern erkennt. ihnen:»Wo das Aas liegt,da sammeln sich unübersehbar auch die Geier.«