BasisBibel NT+Ps (BB)
14

Jesus zu Tisch mit Pharisäern

14,1-24

Jesus heilt am Sabbat einen wassersüchtigen Mann

141Einmal, an einem Sabbat14,1 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet.,ging Jesus14,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. in das Haus14,1 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. eines der führenden Pharisäer14,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.,um das Brot zu essen14,1 Brot essen: »Brot essen« bezeichnet hier das festliche Mahl am Sabbat, zu dem gerne Gäste eingeladen wurden; man hatte Zeit, sich zu unterhalten und es sich gut gehen zu lassen. Die Speisen mussten am Tag vorher zubereitet werden, da am Sabbat nicht gekocht werden durfte. Hauptbestandteil der Mahlzeit waren daher sicher Brot, Oliven und Feigen..Die dort versammelten Pharisäer14,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. beobachteten genau,was er tat.2Und sieh doch:Da war ein Mann in seiner Nähe,der an Wassersucht14,2 Wassersucht: Zu denken ist an auffällige Schwellungen (z. B. des Bauches), die durch die Einlagerung von Wasser entstehen konnten. Nach jüdischem Denken war Wassersucht eine Strafe Gottes für Fehlverhalten. litt.3Jesus14,3 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. wandte sich an die Gesetzeslehrer14,3 Gesetzeslehrer: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. und Pharisäer14,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.und fragte:»Ist es erlaubt,am Sabbat14,3 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. zu heilen, oder nicht?«4Sie aber schwiegen.Da berührte Jesus14,4 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. den Kranken,heilte ihnund ließ ihn gehen.5Dann sagte er zu ihnen:»Wenn einem von euch ein Kindin den Brunnen fälltoder nur ein Rind:Wer wird es nicht sofort herausziehen –auch wenn Sabbat14,5 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. ist?«6Sie wussten nicht,was sie darauf antworten sollten.

Vorsicht bei den Ehrenplätzen

7Jesus14,7 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. beobachtete,wie sich die Gäste die Ehrenplätze14,7 Ehrenplatz: Der Platz neben dem Gastgeber. am Tisch aussuchten.Da erzählte er ihnen eine Geschichte als Beispiel:8»Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist,dann legst14,8 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen. du dich bestimmt nicht auf den Ehrenplatz14,8 Ehrenplatz: Der Platz neben dem Gastgeber..Denn es könnte ein Gast eingeladen sein,der vornehmer ist als du.9Dann wird euer Gastgeber kommenund dir sagen:›Mach ihm bitte Platz!‹Und du musst beschämtauf den untersten Platz14,9 unterster Platz: Der Platz, der am weitesten vom Gastgeber entfernt ist. wechseln.10Nein! Wenn du eingeladen bist,dann gehst du doch hinund wählst den untersten Platz14,10 unterster Platz: Der Platz, der am weitesten vom Gastgeber entfernt ist..Dann wird der Gastgeber kommenund zu dir sagen:›Lieber Freund,rücke doch nach oben auf.‹So wirst du vor allen anderen Gästen geehrt.11Denn wer sich selbst groß macht,wird von Gott unbedeutend gemacht.Aber wer sich selbst unbedeutend macht,wird von Gott groß gemacht werden.«

Wen soll man einladen?

12Dann sagte Jesus14,12 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu dem Gastgeber:»Wenn du zu einem Mittag-14,12 Mittagessen, Abendessen: Im Land der Bibel wurde vor allem nach der Arbeit am Mittag und am Abend gegessen. Das Essen bestand hauptsächlich aus Brot, Fisch und Früchten. oder Abendessen14,12 Mittagessen, Abendessen: Im Land der Bibel wurde vor allem nach der Arbeit am Mittag und am Abend gegessen. Das Essen bestand hauptsächlich aus Brot, Fisch und Früchten. einlädst:Dann lade weder deine Freunde einnoch deine Brüder,auch nicht deine Verwandtenoder reichen Nachbarn.Denn die laden dich wieder ein –und das ist dein ganzer Lohn.13Sondern wenn du zu einem Mahl einlädst,dann lade Arme, Verkrüppelte, Gelähmte und Blinde ein!14Glückselig wirst du sein,denn sie können dir nichts zurückgeben!Und du wirst deinen Lohn bekommen,wenn Gott die Gerechten14,14 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. vom Tod auferweckt.«

Das Gleichnis vom großen Festmahl

Matthäus 22,1-10
15Als einer der Gäste das hörte,sagte er zu Jesus14,15 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Glückselig ist,wer im Reich Gottes14,15 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. sein Brot essen14,15 Brot essen: »Brot essen« spielt hier auf die festliche Mahlzeit am Sabbat an. Zu dieser Mahlzeit wurden gerne Gäste eingeladen und man hatte Zeit, sich zu unterhalten und es sich gutgehen zu lassen. wird!«16Jesus14,16 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. antwortete ihm:»Ein Mann veranstaltete ein großes Festessenund lud viele Gäste ein.17Als das Fest beginnen sollte14,17 sagen: Es war in der oberen Gesellschaftsschicht üblich, zweimal einzuladen: zuerst schriftlich und kurz vor dem Fest noch einmal mündlich.,schickte er seinen Diener14,17 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. losund ließ den Gästen sagen:›Kommt, jetzt ist alles bereit!‹

18Aber einer nach dem anderenentschuldigte sich.Der erste sagte zu ihm:›Ich habe einen Acker gekauft.Und jetzt muss ich unbedingt gehenund ihn begutachten.Bitte, entschuldige mich!‹19Ein anderer sagte:›Ich habe fünf Ochsengespanne14,19 Gespann: In biblischer Zeit wurden in der Landwirtschaft Rinder oder Esel als Zugtiere eingesetzt, die man paarweise zusammenspannte. gekauftund bin gerade unterwegs,um sie genauer zu prüfen.Bitte, entschuldige mich!‹20Und wieder ein anderer sagte:›Ich habe gerade erst geheiratetund kann deshalb nicht kommen.‹

21Der Diener14,21 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. kam zurückund berichtete alles seinem Herrn.Da wurde der Hausherr zornigund sagte zu seinem Diener14,21 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. :›Lauf schnell hinausauf die Straßen und Gassen der Stadt.Bring die Armen, Verkrüppelten, Blindenund Gelähmten hierher.‹22Bald darauf meldete der Diener14,22 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. :›Herr, dein Befehl ist ausgeführt –aber es ist immer noch Platz.‹23Und der Herr sagte zu ihm:›Geh hinaus aus der Stadtauf die Landstraßen und an die Zäune14,23 Zäune: Gemeint sind Leute, die außerhalb der Stadt leben oder dort »herumlungern«..Dränge die Leute dort herzukommen,damit mein Haus voll wird!‹24Denn das sage ich euch:Keiner der Gäste,die zuerst eingeladen waren,wird an meinem Festmahl teilnehmen!«

Jesus und seine Jünger III: besondere Anforderungen an die Jünger

14,25-35

Was Jesus von denen verlangt, die ihm folgen wollen

Matthäus 10,37-38
25Viele Leute begleiteten Jesus14,25 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. auf seinem Weg.Da drehte er sich umund sagte zu ihnen:26»Wer zu mir kommt,dem muss alles andere unwichtig werden:sein Vater und seine Mutter,ebenso Frau und Kinder,Brüder und Schwestern,ja sogar sein eigenes Leben:Sonst kann er nicht mein Jünger14,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sein.27Wer nicht sein Kreuz14,27 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. trägtund mir auf meinem Weg folgt14,27 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.,kann nicht mein Jünger14,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sein.

28Stellt euch vor,einer von euch will einen Turm14,28 Wachturm: Um Weinberge zu schützen, errichtete man im Weinberg einen Turm, von dem aus man das ganze Gelände überblicken konnte. bauen:Setzt er sich dann nicht als Erstes hin,berechnet die Kostenund prüft:Reicht sein Geld14,28 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.?29Sonst passiert es,dass er das Fundament legt,aber den Bau nicht fertigstellen kann.Und alle, die das sehen,lachen ihn aus30und sagen:›Dieser Mensch wollte einen Turm bauen –aber er konnte ihn nicht fertigstellen.‹

31Oder stellt euch vor:Ein König will gegen einen anderen Königin den Krieg ziehen.Setzt er sich dann nicht als Erstes hinund überlegt:Sind zehntausend Mann stark genug,um gegen einen Feind anzutreten,der mit zwanzigtausend Mann anrückt?32Wenn nicht,dann schickt er besser Unterhändler,solange der Gegner noch weit weg ist.Die sollen Friedensverhandlungen führen.

33So gilt auch:Wer von euch nicht alles aufgibt,was er hat,der kann nicht mein Jünger14,33 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sein.«

Vom Salz

Matthäus 5,13; Markus 9,50
34»Salz14,34 Salz: Salz war im Land der Bibel nicht nur ein Würzmittel für Speisen, sondern diente auch zur Konservierung von Lebensmitteln. ist etwas Gutes:Aber wenn das Salz14,34 Salz: Salz war im Land der Bibel nicht nur ein Würzmittel für Speisen, sondern diente auch zur Konservierung von Lebensmitteln. nicht mehr salzt,wie kann es wieder salzig werden?35Es ist weder für den Ackernoch für den Misthaufen zu gebrauchen:Man wirft es weg.

Wer Ohren zum Hören hat,soll gut zuhören!«
15

Verloren und wiedergefunden

15,1-32

Das Gleichnis vom verirrten Schaf

Matthäus 18,12-14
151Alle Zolleinnehmer15,1 Zolleinnehmer, Zollstation: Sie erhoben z. B. an Stadttoren im Auftrag der römischen Regierung auf Waren Zölle und wirtschafteten dabei auch in die eigene Tasche. und andere Menschen,die ein Leben voller Schuld15,1 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. führten,kamen zu Jesus15,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. ,um ihm zuzuhören.2Die Pharisäer15,2 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und Schriftgelehrten15,2 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. ärgerten sich darüber.Sie sagten:»Mit solchen Menschen gibt er sich abund isst sogar mit ihnen!«3Da erzählte ihnen Jesus15,3 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. dieses Gleichnis15,3 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen.:

4»Stellt euch vor:Einer von euch hat hundert Schafeund verliert eines davon.Wird er dann nicht die neunundneunzig Schafein der Steppe15,4 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. zurücklassenund das verlorene Schaf suchen,bis er es findet?5Und wenn er es gefunden hat,nimmt er es voller Freude auf seine Schultern6und trägt es nach Hause.Er ruft seine Freunde und Nachbarn zusammenund sagt zu ihnen:›Freut euch mit mir!Ich habe das Schaf wiedergefunden,das ich verloren hatte.‹

7Das sage ich euch:Genauso freut sich Gott im Himmel15,7 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.über einen mit Schuld15,7 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. beladenen Menschen,der sein Leben ändert.Er freut sich mehr als über neunundneunzig Gerechte15,7 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote halten und seinen Willen erfüllen.,die es nicht nötig haben,ihr Leben zu ändern.«

Das Gleichnis vom verlorenen Geldstück

8»Oder stellt euch vor:Eine Frau besitzt zehn Silbermünzen15,8 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert..Wenn sie eine davon verliert:Wird sie da nicht eine Öllampe15,8 Öllampe: Um im Haushalt nach Sonnenuntergang noch ein wenig Licht zu haben, verwendete man kleine Öllämpchen aus Ton. anzünden,das Haus15,8 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. fegenund in allen Ecken suchen,bis sie das Geldstück15,8 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. findet?9Und wenn sie es gefunden hat,ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammenund sagt:›Freut euch mit mir!Ich habe die Silbermünze15,9 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. wiedergefunden,die ich verloren hatte.‹

10Das sage ich euch:Genauso freuen sich die Engel15,10 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. Gottesüber einen mit Schuld15,10 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. beladenen Menschen,der sein Leben ändert.«

Der Vater und seine zwei Söhne

11Dann sagte Jesus15,11 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Ein Mann hatte zwei Söhne.12Der jüngere sagte zum Vater:›Vater, gib mir den Teil der Erbschaft,der mir zusteht.‹Da teilte der Vater seinen Besitz unter den Söhnen auf.13Ein paar Tage spätermachte der jüngere Sohn seinen Anteil zu Geldund wanderte in ein fernes Land aus.Dort verschleuderte er sein ganzes Vermögendurch ein verschwenderisches Leben.14Als er alles ausgegeben hatte,brach in dem Land eine große Hungersnot aus.Auch er begann zu hungern.15Da bat er einen der Bürger des Landes um Hilfe.Der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten15,15 Schweinehüten: Schweine gelten nach dem jüdischen Gesetz als unrein – man durfte sie weder essen noch berühren, deshalb galt diese Arbeit als sehr erniedrigend..16Er wollte seinen Hungermit den Futterschoten15,16 Futterschoten: Gemeint sind die Schoten des Johannisbrotbaums; ein Nahrungsmittel für Tiere und wohl auch für arme Leute. stillen,die die Schweine fraßen.Aber er bekam nichts davon.

17Da ging der Sohn in sichund dachte:›Wie viele Arbeiter hat mein Vaterund sie alle haben reichlich Brot15,17 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel zu essen.Aber ich komme hier vor Hunger um.18Ich will zu meinem Vater gehenund zu ihm sagen:Vater, ich habe Schuld15,18 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen –vor Gott und vor dir.19Ich bin es nicht mehr wert,dein Sohn15,19 Sohn: Der Begriff bezeichnet sowohl das leibliche Kind als auch jemand, der einem Menschen in besonderer Weise nahe steht. genannt zu werden.Nimm mich als Arbeiter in deinen Dienst.‹20So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater.

Sein Vater sah ihn schon von Weitem kommenund hatte Mitleid mit ihm.Er lief seinem Sohn entgegen,fiel ihm um den Halsund küsste ihn.21Aber sein Sohn sagte zu ihm:›Vater, ich habe Schuld15,21 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen –vor Gott und vor dir.Ich bin es nicht mehr wert,dein Sohn15,21 Sohn: Der Begriff bezeichnet sowohl das leibliche Kind als auch jemand, der einem Menschen in besonderer Weise nahe steht. genannt zu werden.‹22Doch der Vater befahl seinen Dienern:›Holt schnell das schönste Gewand15,22 Gewand: Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen. aus dem Haus15,22 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.und zieht es ihm an.Steckt ihm einen Ring15,22 Ring: Der Siegelring gibt dem Träger die Vollmacht über die Finanzgeschäfte. Der Vater will seinen Sohn wieder in die Familie aufnehmen. an den Fingerund bringt ihm Sandalen15,22 Sandale: Im Altertum lief die einfache Bevölkerung innerhalb des Hauses und in der Ortschaft in der Regel barfuß. Für Reisen und bei der Arbeit auf dem Feld trug man jedoch Sandalen. für die Füße.23Dann holt das gemästete Kalb herund schlachtet es:Wir wollen essen und feiern!24Denn mein Sohn15,24 Sohn: Der Begriff bezeichnet sowohl das leibliche Kind als auch jemand, der einem Menschen in besonderer Weise nahe steht. hier war totund ist wieder lebendig.Er war verlorenund ist wiedergefunden.‹Und sie begannen zu feiern.

25Der ältere Sohn war noch auf dem Feld.Als er zurückkamund sich dem Haus15,25 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. näherte,hörte er Musik und Tanz.26Er rief einen der Diener15,26 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. zu sichund fragte:›Was ist denn da los?‹27Der antwortete ihm:›Dein Bruder ist zurückgekommen!Und dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen,weil er ihn gesund wiederhat.‹

28Da wurde der ältere Sohn zornig.Er wollte nicht ins Haus15,28 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. gehen.Doch sein Vater kam zu ihm herausund redete ihm gut zu.29Aber er sagte zu seinem Vater:›Sieh doch:So viele Jahre arbeite ich jetzt schon für dich!Nie war ich dir ungehorsam15,29 ungehorsam: Wörtlich heißt es in Vers 29: »Nie habe ich ein Gebot von dir missachtet.«.Aber mir hast du noch nicht einmaleinen Ziegenbock geschenkt,damit ich mit meinen Freunden feiern konnte.30Aber der da, dein Sohn,hat dein Vermögen mit Huren vergeudet.Jetzt kommt er nach Hause,und du lässt gleich das gemästete Kalb für ihn schlachten.‹31Da sagte der Vater zu ihm:›Mein lieber Junge, du bist immer bei mir.Und alles,was mir gehört,gehört auch dir.32Aber jetzt mussten wir doch feiernund uns freuen:Denn dein Bruder hier war totund ist wieder lebendig.Er war verlorenund ist wiedergefunden.‹«
16

Vom Umgang mit Geld

16,1-15

Vom Umgang mit Geld: Das Gleichnis vom schlauen Verwalter

161Dann sagte Jesus16,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu den Jüngern16,1 Jünger: Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten. :»Ein reicher Mann hatte einen Verwalter.Über den wurde ihm gesagt,dass er sein Vermögen verschwendete.2Deshalb rief der Mann den Verwalter zu sichund sagte zu ihm:›Was muss ich über dich hören?Lege deine Abrechnung vor!Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.‹

3Da überlegte der Verwalter:›Was soll ich nur tun?Mein Herr entzieht mir die Verwaltung.Für schwere Arbeit bin ich nicht geeignet.Und ich schäme mich,betteln zu gehen.4Jetzt weiß ich,was ich tun muss!Dann werden mich die Leute in ihre Häuser16,4 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. aufnehmen,wenn ich kein Verwalter mehr bin.‹5Und er rief alle einzeln zu sich,die bei seinem Herrn Schulden hatten.Er fragte den Ersten:›Wie viel schuldest du meinem Herrn?‹6Der antwortete:›Hundert Fässchen16,6 Fässchen: Wörtlich »Bat«. Ein Bat entspricht etwa 39 Liter. Bei 100 Fässchen Öl sind das also ca. 4000 Liter. Olivenöl.‹Da sagte der Verwalter zu ihm:›Hier ist dein Schuldschein.Setz dich schnell hinund schreib fünfzig!‹7Dann fragte er einen anderen:›Und du, wie viel bist du schuldig?‹Er antwortete:›Hundert Sack16,7 Sack: Wörtlich »Kor«. Ein Kor entspricht etwa 250 Kilo Weizen. Bei 100 Sack sind das also 25 Tonnen. Weizen16,7 Getreide: Getreide (vor allem Weizen) diente als Grundnahrungsmittel zum Backen von Brot und wurde überall in den fruchtbaren Regionen vom Land der Bibel angebaut..‹Der Verwalter sagte:›Hier ist dein Schuldschein,schreib achtzig!‹8Und der Herr lobte den betrügerischen Verwalter,weil er so schlau gehandelt16,8 schlau handeln: Das Lob gilt nicht dem Betrug, sondern der Energie und Entschlossenheit des Verwalters: Er ist bereit, alles auf eine Karte zu setzen. So entschlossen sollen sich auch alle, die Jesus nachfolgen, für das Reich Gottes einsetzen. hatte.

Denn die Kinder dieser Weltsind schlauer im Umgang mit ihren Mitmenschenals die Kinder des Lichts16,8 Kinder des Lichts: Gemeint sind die »Jünger Jesu«, die Christen..9Und ich sage euch:Nutzt das Geld16,9 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.,das euch von Gott trennt16,9 das euch von Gott trennt: Wörtlich heißt es in Vers 9: »Nutzt den ungerechten Mammon«. Gemeint ist, dass Geld oft wie ein Gott verehrt wird. Indem man es den Armen und Bedürftigen gibt, entzieht man sich der Macht, die es über Menschen haben kann.,um euch Freunde zu machen!Dann werden sie euch in die ewigen Wohnungen aufnehmen,wenn diese Welt zu Ende geht.«

Vom Umgang mit Geld: Seid zuverlässig!

Matthäus 6,24
10»Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist,ist es auch in den großen.Und wer in den kleinsten Dingen unzuverlässig ist,ist es auch in den großen.11Wenn ihr mit dem Geld16,11 Geld: Wörtlich heißt es in Vers 9: »Nutzt den ungerechten Mammon«. Gemeint ist, dass Geld oft wie ein Gott verehrt wird. Indem man es den Armen und Bedürftigen gibt, entzieht man sich der Macht, die es über Menschen haben kann.,das euch von Gott trennt,nicht zuverlässig umgeht –wer wird euch danndas wirklich Wertvolle anvertrauen?12Und wenn ihr mit dem nicht zuverlässig umgeht,was euch gar nicht gehört –wer wird euch dann schenken,was eigentlich euer Eigentum16,12 euer Eigentum: Gemeint ist das den Christen verheißene Heil. ist?

13Kein Diener16,13 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. kann gleichzeitig zwei Herren dienen!Entweder wird er den einen hassenund den anderen lieben.Oder er wird dem einen treu dienenund den anderen nicht beachten.Ihr könnt nicht gleichzeitig Gottund dem Geld dienen.«

Vom Umgang mit Geld: Der Spott der Pharisäer

14Das alles hörten die Pharisäer16,14 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm..Sie waren geldgierigund lachten Jesus16,14 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. aus.15Jesus16,15 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sagte zu ihnen:»Vor den Menschen tut ihr so,als ob ihr nach dem Willen Gottes lebt.Aber Gott kennt eure Herzen!Was bei den Menschen Eindruck macht,das verabscheut Gott.«

Das Gesetz des Mose und die neue Zeit

16,16-31

Von der Ehe

Matthäus 11,12-13; Matthäus 5,18.32; Markus 10,11-12
16»Das Gesetz und die Propheten16,16 Gesetz und Propheten: Zur Zeit von Jesus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. galten bis zu Johannes16,16 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. .Seitdem wird die Gute Nachricht16,16 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. vom Reich Gottes16,16 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. verkündet –und alle drängen hinein.17Aber eher werden Himmel16,17 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. und Erde vergehen,als dass auch nur ein Satzzeichen16,17 Satzzeichen: Wörtlich »Strichlein«; gemeint ist ein Häkchen oder Zierstrich an einem hebräischen Buchstaben. im Gesetz16,17 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. ungültig wird.

18Jeder, der sich von seiner Frau scheiden lässtund eine andere heiratet,begeht Ehebruch16,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten..Auch wer eine geschiedene Frau heiratet,begeht Ehebruch16,18 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten.

Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus

19»Einst lebte ein reicher Mann.Er trug einen Purpurmantel16,19 Purpur: Intensiver roter Farbstoff, mit dem in der Antike Stoffe und Wolle gefärbt wurden. Purpur ist sehr kostbar und war hauptsächlich den Reichen und Mächtigen vorbehalten.und Kleider aus feinstem Leinen.Tag für Tag genoss er das Leben in vollen Zügen.20Aber vor dem Tor seines Hauseslag ein armer Mann,der Lazarus hieß.Sein Körper war voller Geschwüre.21Er wollte seinen Hungermit den Resten vom Tisch des Reichen stillen.Aber es kamen nur die Hundeund leckten an seinen Geschwüren.22Dann starb der arme Mann.Die Engel16,22 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. brachten ihn zu Abraham16,22 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. und setzten ihn an dessen Seite16,22 Seite: Der Ehrenplatz beim himmlischen Festmahl. Abraham wurde als Vater der Gläubigen und als Beschützer der Gerechten verehrt. Bei ihm findet Lazarus endlich Trost und Schutz..Auch der Reiche starbund wurde begraben.23Im Totenreich16,23 Hölle, Totenreich, Unterwelt: In der Antike Reich, in dem die Toten wohnen; auch Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. litt er große Qualen.Einmal blickte er aufund sah in weiter Ferne Abraham16,23 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. und Lazarus an seiner Seite16,23 Seite: Der Ehrenplatz beim himmlischen Festmahl. Abraham wurde als Vater der Gläubigen und als Beschützer der Gerechten verehrt. Bei ihm findet Lazarus endlich Trost und Schutz..24Da schrie er:›Vater Abraham16,24 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. , hab Erbarmen mit mir!Bitte schick Lazarus,damit er seine Fingerspitze ins Wasser tauchtund meine Zunge kühlt.Ich leide schrecklich in diesem Feuer!‹25Doch Abraham16,25 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. antwortete:›Kind, erinnere dich:Du hast deinen Anteil an Gutemschon im Leben bekommen –genauso wie Lazarus seinen Anteil an Schlimmem.Dafür findet er jetzt hier Trost,du aber leidest.26Außerdem liegt zwischen uns und euchein tiefer Graben.Selbst wenn jemand wollte,könnte er von hier nicht zu euch hinübergehen,genauso wie keiner von dortzu uns herüberkommen kann.‹27Da sagte der Reiche:›So bitte ich dich, Vater:Schick Lazarus doch wenigstenszu meiner Familie.28Ich habe fünf Brüder.Lazarus soll sie warnen,damit sie nicht auchan diesen Ort der Qualen kommen!‹29Aber Abraham16,29 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. antwortete:›Sie haben doch Mose und die Propheten16,29 Mose und Propheten: Zur Zeit von Jesus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift.:Auf die sollen sie hören!‹30Der Reiche erwiderte:›Nein, Vater Abraham16,30 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. !Nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt,werden sie ihr Leben ändern.‹31Doch Abraham16,31 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. antwortete ihm:›Wenn sie auf Mose und die Propheten16,31 Mose und Propheten: Zur Zeit von Jesus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift. nicht hören,dann wird es sie auch nicht überzeugen,wenn jemand vom Tod aufersteht.‹«