BasisBibel NT+Ps (BB)
12

Worauf es ankommt

12,1–13,21

Warnung vor Scheinheiligkeit

Matthäus 10,26-27
121Inzwischen waren Tausende von Menschen zusammengekommen –so viele, dass sie sich gegenseitig auf die Füße traten.Da begann Jesus12,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu sprechen,zuerst nur zu seinen Jüngern12,1 Jünger: Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten. :»Hütet euch vor dem Sauerteig12,1 Sauerteig: Eine kleine Menge gegorener Teig, der beim Brotbacken nötig ist, damit der Teig zu einem großen Laib »aufgeht«. der Pharisäer12,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.,das heißt: vor ihrer Scheinheiligkeit!2Es gibt nichts Verborgenes,was nicht sichtbar wird.Und es gibt nichts Geheimes,was nicht bekannt wird.3Deshalb wird alles,was ihr im Dunkeln sagt,am hellen Tag zu hören sein.Und was ihr euch hinter verschlossenen Türenins Ohr flüstert,wird von den Dächern gerufen.«

Wen man fürchten muss

Matthäus 10,28-33; Matthäus 12,32
4»Das sage ich euch, meine Freunde:Habt keine Angst vor denen,die nur den Körper töten,aber darüber hinauseuch nichts anhaben können.5Ich will euch sagen,vor wem ihr wirklich Angst haben sollt:Habt Angst vor dem,der euch töten kannund dazu die Macht hat,euch in die Hölle12,5 Hölle, Totenreich, Unterwelt: In der Antike Reich, in dem die Toten wohnen; auch Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. zu werfen.Ja, das sage ich euch:Vor dem sollt ihr Angst haben!

6Kann man nicht fünf Spatzen für zwei Kupfermünzen12,6 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. kaufen?Und doch übersieht Gott keinen einzigen von ihnen.7Aber bei euch ist sogar jedes Haar auf dem Kopf gezählt!Habt keine Angst!Ihr seid mehr wertals ein ganzer Schwarm Spatzen.

8Das sage ich euch:Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt,zu dem wird sich auch der Menschensohn12,8 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. bekennenvor den Engeln12,8 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. Gottes.9Wer mich aber vor den Menschen nicht kennen will,den wird auch der Menschensohn12,9 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. nicht kennenvor den Engeln12,9 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. Gottes.

10Wer etwas gegen den Menschensohn12,10 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. sagt,dem kann vergeben werden.Wer aber den Heiligen Geist12,10 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. lästert12,10 lästert: Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Heiligen Geistes. Auch wer den Heiligen Geist verachtet, nicht an ihn glaubt oder andere vom Glauben abbringt, lästert den Heiligen Geist und damit Gott.,dem kann nicht vergeben werden.

11Wenn sie euch vor die Gerichte schleppen,die in den Synagogen12,11 Synagogengericht: Ein örtliches Gericht, das in der Synagoge tagte. tagen,vor andere Gerichte12,11 andere Gerichte: Gemeint sind andere Gerichte wie der jüdische Rat in Jerusalem.und vor die Machthaber:Dann macht euch vorher keine Sorgen darüber,wie ihr euch verteidigenoder was ihr sagen sollt.12Denn der Heilige Geist12,12 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. wird euch in dem Augenblick eingeben,was ihr sagen müsst.«

Das Gleichnis vom reichen Grundbesitzer

13Einer aus der Volksmenge sagte zu Jesus12,13 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Lehrer12,13 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., sag doch12,13 sag doch: Es gehörte zu den Aufgaben eines Rabbi, in kleineren Rechtsfragen Entscheidungen zu treffen. meinem Bruder,dass er das Erbe mit mir teilen soll.«14Aber Jesus12,14 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. antwortete ihm:»Lieber Mann, wer hat mich zum Richter oder Vermittlerin eurem Erbstreit gemacht?«15Dann sagte Jesus12,15 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu allen:»Gebt acht!Hütet euch vor jeder Art von Habgier.Denn auch wenn jemand im Überfluss lebt:Sein Leben hängt nicht von dem ab,was er besitzt.«

16Dazu erzählte Jesus12,16 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. ihnen ein Gleichnis12,16 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen.:»Die Felder eines reichen Grundbesitzersbrachten eine besonders gute Ernte12,16 Ernte: Die Getreideernte fand im Land der Bibel in der Zeit von April bis Juni statt. In den Monaten August und September wurden die Früchte wie Feigen, Trauben und Granatäpfel und im Oktober schließlich die Oliven geerntet..17Da überlegte er:›Was soll ich tun?Ich habe nicht genug Platz,um meine Ernte12,17 Ernte: Die Getreideernte fand im Land der Bibel in der Zeit von April bis Juni statt. In den Monaten August und September wurden die Früchte wie Feigen, Trauben und Granatäpfel und im Oktober schließlich die Oliven geerntet. zu lagern.‹18Schließlich sagte er sich:›So will ich es machen:Ich reiße meine Scheunen abund baue größere.Dort werde ich dann das ganze Getreide12,18 Getreide: Getreide (vor allem Weizen) diente als Grundnahrungsmittel zum Backen von Brot und wurde überall in den fruchtbaren Regionen vom Land der Bibel angebaut.und alle meine Vorräte lagern.19Und dann kann ich mir sagen:Nun hast du riesige Vorräte,die für viele Jahre reichen.Gönne dir Ruhe!Iss, trinkund genieße das Leben!‹20Aber Gott sagte zu ihm:›Wie dumm du bist!Noch in dieser Nachtwerde ich dein Leben von dir zurückfordern.Wem gehört dann das,was du angesammelt hast?‹21So geht es dem,der für sich selbst Schätze anhäuft –aber bei Gott nichts besitzt.«

Die vielen unnützen Sorgen und die eine, auf die es ankommt

Matthäus 6,25-34
22Dann sagte Jesus12,22 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu seinen Jüngern12,22 Jünger: Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten. :»Darum sage ich euch:Macht euch keine Sorgen um euer Leben –was ihr essen sollt.Oder um euren Körper –was ihr anziehen sollt.23Denn das Leben ist mehr als Essen und Trinken.Und der Körper ist mehr als Kleidung12,23 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt..24Seht euch die Raben an:Sie säen nicht,sie ernten nicht,sie haben keine Vorratskammer oder Scheune –und Gott ernährt sie doch.Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!

25Wer von euch kann dadurch,dass er sich Sorgen macht,sein Leben nur um eine Stunde verlängern?26Wenn ihr nicht einmal so eine Kleinigkeit fertigbringt,warum macht ihr euch Sorgen um all die anderen Dinge?

27Seht euch die Blumen an:Sie wachsen,ohne zu arbeitenund ohne sich Kleider zu machen.Ich sage euch:Nicht einmal Salomo12,27 Salomo: Einer der berühmtesten israelitischen Könige (ca. 972–932 v. Chr.). in all seiner Herrlichkeitwar so schön gekleidet wie eine von ihnen.28Gott macht die Wiesenblumen12,28 Wiesenblumen: Was auf den Wiesen wuchs, diente den armen Leuten im Backofen als Brennmaterial. so schön.Und dabei gehen sie an einem Tag aufund werden am nächsten Tag im Backofen verbrannt.Wird er sich dann nicht viel mehr um euch kümmern?Ihr habt zu wenig Vertrauen!

29Macht euch keine Gedanken darüber,was ihr essen und trinken sollt –lasst euch davon nicht beunruhigen.30Um all diese Dingedreht sich das Leben bei den Völkern der Welt12,30 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben..Euer Vater weiß doch,was ihr braucht.31Strebt vielmehr nach seinem Reich12,31 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.dann wird Gott euchauch das alles geben.

32Hab keine Angst,du kleine Herde!Denn euer Vater hat beschlossen,euch sein Reich12,32 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. zu schenken.«

Wo man Schätze sammeln soll

Matthäus 6,19-21
33»Verkauft euren Besitzund gebt das Geld den Armen!Legt euch Geldbeutel zu,die keine Löcher bekommen:Sammelt euch einen Schatz im Himmel12,33 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,der nie vergeht –an den kein Dieb herankommtund den keine Motte zerfrisst.34Denn wo euer Schatz ist,da wird auch euer Herz sein.«

Von den Dienern, die wach bleiben

Matthäus 24,43-51
35»Haltet euch bereit12,35 bereit: Wörtlich lautet der Vers 35: »Legt den Gürtel um eure Hüften und lasst eure Lampen brennen.« So lautet bei wörtlicher Übersetzung auch die Anweisung für die Nacht vor dem Auszug aus Ägypten; vgl. 2. Mose/Exodus 12,11. Gemeint ist: »Seid bereit, jederzeit aufzubrechen.« Zum Gehen wurde das locker herabhängende Obergewand durch einen Gürtel hochgerafft.und sorgt dafür,dass eure Öllampen12,35 Öllampe: Um im Haushalt nach Sonnenuntergang noch ein wenig Licht zu haben, verwendete man kleine Öllämpchen aus Ton. brennen!36Seid wie Leute,die darauf warten,dass ihr Herr von einem Hochzeitsfest zurückkehrt.Wenn er dann kommtund anklopft,können sie ihm sofort aufmachen.37Glückselig sind die Diener12,37 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. ,die der Herr wach vorfindet,wenn er nach Hause kommt!Amen12,37 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das ich sage euch:Er wird sich eine Schürze umbindenund sie zu Tisch bitten.Dann wird er hinzutretenund sie bewirten.38Und wenn der Herr erstin der zweiten oder dritten Nachtwache12,38 Nachtwache: Die Zeit der dritten Nachtwache. Nach römischen Brauch wurde die Nacht in vier Nachtwachen aufgeteilt. Die dritte ging von 24 bis 3 Uhr. kommtund seine Diener12,38 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. wach vorfindet,gilt erst recht:Glückselig sind sie!

39Macht euch bewusst:Wenn der Hausherr wüsste,zu welcher Stunde der Dieb kommt –er würde es nicht zulassen,dass in sein Haus eingebrochen wird.40Und auch ihr sollt jederzeit bereit sein.Denn der Menschensohn12,40 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. kommt zu einer Stunde,in der ihr es nicht erwartet.«

Der zuverlässige Diener

Matthäus 24,45-51
41Da fragte Petrus12,41 Petrus: »Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon.:»Herr, gilt dieses Gleichnis12,41 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen. nur für unsoder auch für alle anderen12,41 anderen: Es ist an die zu denken, die später in der Nachfolge der Apostel die Gemeinden leiten.42Der Herr antwortete:»Wer ist denn der zuverlässige und kluge Verwalter?Ihm wird sein Herr den Auftrag geben,die übrigen Diener12,42 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. zu beaufsichtigenund ihnen zur rechten Zeitdie tägliche Verpflegung auszuteilen.43Glückselig ist er,wenn der Herr bei seiner Rückkehr sieht,dass er seinen Auftrag gewissenhaft erfüllt.44Wirklich, das sage ich euch:Der Herr wird ihm die Verantwortungfür seinen ganzen Besitz übertragen.

45Vielleicht sagt sich aber der Verwalter:›Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!‹Er fängt an,die Diener und Dienerinnen12,45 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. zu schlagen,maßlos zu essen und sich zu betrinken.46Dann kommt sein Herr –an einem Tag,an dem der Verwalter es nicht erwartet,und zu einer Stunde,in der er nicht damit rechnet.Der Herr wird ihn in Stücke hauenund ihn dorthin bringen lassen,wo die Treulosen bestraft werden.

47Der Diener12,47 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. ,der den Auftrag seines Herrn kannte,sich aber nicht darum gekümmertund ihn nicht entsprechend ausgeführt hat –für den gilt:Er wird hart bestraft werden.48Aber der Diener12,48 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. ,der den Auftrag seines Herrn nicht gekanntund etwas getan hat,das Strafe verdient –für den gilt:Er wird weniger hart bestraft werden.

Wem viel gegeben wurde,von dem wird viel verlangt.Und wem viel anvertraut wurde,von dem wird umso mehr gefordert.«

Kein fauler Friede

Matthäus 10,34-36
49»Ich bin gekommen,um auf der Erde ein Feuer zu entzünden.Und ich wäre froh,es würde schon brennen!50Aber zuvor muss ich mich taufen lassen –mit einer Taufe12,50 Taufe: Hier ein Bild für den Tod, der Jesus bevorsteht.,die mich schwer bedrückt,bis sie vollzogen ist!

51Meint ihr,ich bin gekommen,Frieden12,51 Friede: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft. auf die Erde zu bringen?Nein! Das sage ich euch:Nicht Frieden12,51 Friede: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft., sondern Streit.52Denn so wird es von nun an sein:Wenn fünf Menschen in einer Familie leben,dann werden sich drei gegen zwei stellenund zwei gegen drei.53Alle werden im Streit liegen:der Vater mit dem Sohnund der Sohn mit dem Vater;die Mutter mit der Tochterund die Tochter mit der Mutter;die Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochterund die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter.«

Letzte Gelegenheit, sein Leben in Ordnung zu bringen

Matthäus 16,2-3; Matthäus 5,25-26
54Dann sagte Jesus12,54 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu den Leuten:»Wenn ihr seht,dass im Westen eine Wolke aufzieht,sagt ihr gleich:›Es gibt Regen.‹Und so kommt es auch.55Und wenn der Südwind bläst,sagt ihr:›Es wird sehr heiß.‹Und so kommt es auch.56Ihr Scheinheiligen!Das Aussehen von Erde und Himmel12,56 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.könnt ihr beurteilen.Wieso könnt ihr die Ereignisse dieser Zeitnicht genauso gut beurteilen?57Könnt ihr denn nicht von selbst erkennen,was Gott jetzt von euch will?58Wenn einer mit dir vor Gericht zieht,weil du ihm etwas schuldest:Dann gib dir Mühe,dich noch unterwegsmit ihm zu einigen.Sonst schleppt er dich vor den Richter,der übergibt dich dem Gerichtsdiener.Und der Gerichtsdiener wirft dich ins Gefängnis.59Das sage ich dir:Du wirst dort nicht wieder herauskommen,bis du die letzte Kupfermünze12,59 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. zurückbezahlt hast.«
13

Der Ernst der Lage: Die Märtyrer aus Galiläa – das Unglück am Teich Schiloach

131Einige von den Anwesenden ergriffen die Gelegenheitund erzählten Jesus13,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. von Männern aus Galiläa13,1 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.:»Pilatus13,1 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. ließ sie töten13,1 töten: Das Massaker hat sich wahrscheinlich zur Zeit des Passa-Festes in der Tempelanlage ereignet.,als sie im Tempel13,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. opferten13,1 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt..Ihr Blut13,1 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. vermischte sich mit dem der Opfertiere13,1 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt.2Jesus13,2 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sagte zu ihnen:»Meint ihr,diese Männer hatten größere Schuld13,2 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf sich geladenals alle anderen in Galiläa13,2 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.?Und das wäre der Grund,warum sie einen so schrecklichen Tod erlitten haben?

3Bestimmt nicht!Das sage ich euch:Wenn ihr euer Leben nicht ändert,werdet ihr alle genauso umkommen.

4Oder denkt an die achtzehn Menschen,die getötet wurden,als der Turm bei Schiloach13,4 Schiloach: Teichanlage südlich des Jerusalemer Tempels innerhalb der Stadtbefestigung. Offensichtlich war einer der Türme der nahen Stadtmauer eingestürzt. einstürzte.Meint ihr,sie hatten größere Schuld13,4 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf sich geladenals alle anderen Einwohner Jerusalems13,4 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ?

5Bestimmt nicht!Das sage ich euch:Wenn ihr euer Leben nicht ändert,werdet ihr alle genauso umkommen.«

Eine letzte Gnadenfrist

6Dann erzählte Jesus13,6 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. den Leuten dieses Gleichnis13,6 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen.:»Ein Mann hatte in seinem Weinberg13,6 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. einen Feigenbaum13,6 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln. gepflanzt.Er kam und schaute nach,ob Früchte daran waren –aber er fand keine.7Da sagte er zu seinem Weingärtner:Sieh doch:Seit drei Jahren komme ich schonund schaue nach,ob an diesem Feigenbaum13,7 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln. Früchte sind –aber ich finde keine.Jetzt hau ihn um!Wozu soll er den Boden noch weiter auslaugen?

8Aber der Weingärtner antwortete ihm:Herr, lass ihn noch dieses Jahr stehen.Ich will die Erde um ihn herum noch einmal umgrabenund düngen.9Vielleicht trägt der Baum im nächsten Jahrdoch noch Früchte.Wenn nicht,lass ihn dann umhauen.«

Jesus heilt eine Frau am Sabbat

10Immer am Sabbat13,10 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. lehrte Jesus in einer der Synagogen13,10 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden..11Und sieh doch:Da war eine Frau.Seit achtzehn Jahren wurde sie von einem Geist13,11 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. geplagt,der sie krank machte.Sie war verkrümmtund konnte sich nicht mehr gerade aufrichten.12Als Jesus13,12 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sie sah,rief er sie zu sich.Er sagte zu ihr:»Frau, du bist von deiner Krankheit befreit!«13Und er legte ihr die Hände auf.Sofort richtete sie sich aufund lobte Gott.

14Aber der Leiter der Synagoge13,14 Synagogenleiter: Er ist für die Ordnung in der Synagoge und den richtigen Ablauf des Gottesdienstes am Sabbat verantwortlich. Der Synagogenleiter ist ehrenamtlich tätig. ärgerte sich darüber,dass Jesus13,14 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. die Frau an einem Sabbat13,14 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. geheilt hatte.Deshalb sagte er zu der Volksmenge:»Es gibt sechs Tage,die zum Arbeiten da sind.Also kommt an einem dieser Tage,um euch heilen zu lassen –und nicht am Sabbat13,14 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet.15Doch der Herr13,15 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. sagte zu ihm:»Ihr Scheinheiligen!Jeder von euch bindet am Sabbat13,15 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet.seinen Ochsen oder Esel13,15 Esel: Der Esel ist in der Bibel das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da er selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. von der Futterkrippe losund führt ihn zur Tränke.16Aber diese Frau hier,die doch eine Tochter Abrahams13,16 Tochter Abrahams: Meint im übertragenen Sinn, dass auch diese Frau zum von Gott erwählten Volk Israel gehört. ist,hielt der Satan13,16 Satan, Teufel: Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen. gefesselt –sieh doch:achtzehn Jahre lang!Und sie darf am Sabbat13,16 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet.nicht von dieser Fessel befreit werden?«

17Als Jesus13,17 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. das sagte,schämten sich alle seine Gegner.Und die ganze Volksmenge freute sichüber die wunderbaren Taten,die Jesus13,17 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. vollbrachte.

Das Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig

Matthäus 13,31-33; Markus 4,30-32
18Dann sagte Jesus13,18 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Wie ist es mit dem Reich Gottes13,18 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.?Womit soll ich es vergleichen?19Es gleicht einem Senfkorn13,19 Senf: Die Senfpflanze ist im Land der Bibel weit verbreitet.:Ein Mann nahm esund säte es in seinem Garten ein.Es ging auf und wurde zu einem Baum.Und die Vögel bauten ihr Nest in seinen Zweigen.«

20Noch einmal fragte Jesus13,20 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Womit soll ich das Reich Gottes13,20 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. vergleichen?21Es gleicht dem Sauerteig13,21 Sauerteig: Eine kleine Menge gegorener Teig, der beim Brotbacken nötig ist, damit der Teig zu einem großen Laib »aufgeht«.:Eine Frau verarbeitete ihnmit drei Säckchen13,21 Säckchen: Wörtlich »Sata« – Kornmaß, entspricht etwa 13 Liter; drei Säckchen Mehl entsprechen etwa 25 Kilo; das daraus gebackene Brot würde für mehr als 100 Personen reichen. Mehl.Am Ende war der ganze Teig durchsäuert.«

Weiter auf dem Weg: Über das richtigen Leben

13,22–17,10

Was bald geschehen wird

13,22-35

Die enge Tür – die verschlossene Tür

Matthäus 7,13-14.22-23; Matthäus 8,11-12
22Jesus13,22 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. setzte seine Reise13,22 Reise: In Lukas 9,51 wird berichtet, dass Jesus sich auf den Weg macht, um nach Jerusalem zu gehen. nach Jerusalem13,22 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. fort.Er zog von Stadt zu Stadtund von Dorf zu Dorfund lehrte die Menschen.

23Einmal fragte ihn jemand:»Herr13,23 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet., werden nur wenige gerettet?«Da sagte Jesus13,23 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu den Leuten:24»Ihr müsst euch anstrengen,um durch die enge Tür hineinzukommen.Das sage ich euch:Viele werden hineinwollenund es nicht schaffen.

25Wenn der Hausherr aufstehtund die Tür verschließt:Dann werdet ihr draußen stehen,an die Tür klopfenund rufen:›Herr, mach uns auf!‹Aber er wird antworten:›Ich kenne euch nicht;wo seid ihr her?‹26Dann werdet ihr sicher sagen:›Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken!Du hast doch auf den Straßen unserer Stadt gelehrt.‹27Aber der Hausherr wird euch antworten13,27 antworten: Der zweite Satz der Antwort zitiert Psalm 6,9.:›Ich kenne euch nicht;wo seid ihr her?Macht, dass ihr alle fortkommt,ihr Übeltäter!‹28Da draußen gibt es nur Heulen und Zähneklappern!Denn ihr werdet alle im Reich Gottes13,28 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. sehen:Abraham13,28 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. , Isaak13,28 Isaak: Einziger Sohn von Abraham und Sara. , Jakob13,28 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. und sämtliche Propheten13,28 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..Aber ihr selbst werdet ausgeschlossen sein.29Viele werden kommenaus Ost und Westund aus Nord und Süd.Und sie werden zu Tisch liegen13,29 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen. im Reich Gottes13,29 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«..30Seht doch:Die jetzt bei den Letzten sind,werden dann die Ersten sein.Und die jetzt bei den Ersten sind,werden dann die Letzten sein.«

Jesus muss bis nach Jerusalem kommen

31Zur selben Zeit kamen einige Pharisäer13,31 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.und warnten Jesus13,31 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Geh wegund zieh fort von hier!Denn Herodes13,31 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. will dich töten lassen.«32Jesus13,32 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. sagte zu ihnen:»Geht und sagt diesem Fuchs:›Sieh doch:Ich treibe Dämonen13,32 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. ausund heile Kranke –heute und morgen.Und am dritten Tag13,32 dritter Tag: Jesus weist hier auf seinen Tod und seine Auferstehung hin. werde ich am Ziel sein.‹33Doch heute, morgen und übermorgenmuss ich meinen Weg fortsetzen.Denn es ist unmöglich,dass ein Prophet13,33 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. außerhalb von Jerusalem13,33 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ums Leben kommt.«

Jesus klagt über Jerusalem

Matthäus 23,37-39
34»Jerusalem13,34 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. , Jerusalem13,34 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. !Du tötest die Propheten13,34 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.und steinigst13,34 steinigen, Steinigung: Die Steinigung war eine Form der Todesstrafe. die Boten,die Gott zu dir sendet.Wie oft wollte ich deine Kinder13,34 Kinder: Gemeint sind die Bewohner der Stadt. um mich versammeln,wie eine Henne ihre Kükenunter ihren Flügeln beschützt.Aber ihr habt nicht gewollt.35Seht doch:Gott wird euren Tempel13,35 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. verlassen.

Das sage ich euch:Ihr werdet mich nicht mehr sehen,bis die Zeit kommt und ihr ausruft:›Stimmt ein in unser Loblied auf den,der im Namen des Herrn kommt.‹«
14

Jesus zu Tisch mit Pharisäern

14,1-24

Jesus heilt am Sabbat einen wassersüchtigen Mann

141Einmal, an einem Sabbat14,1 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet.,ging Jesus14,1 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. in das Haus14,1 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. eines der führenden Pharisäer14,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.,um das Brot zu essen14,1 Brot essen: »Brot essen« bezeichnet hier das festliche Mahl am Sabbat, zu dem gerne Gäste eingeladen wurden; man hatte Zeit, sich zu unterhalten und es sich gut gehen zu lassen. Die Speisen mussten am Tag vorher zubereitet werden, da am Sabbat nicht gekocht werden durfte. Hauptbestandteil der Mahlzeit waren daher sicher Brot, Oliven und Feigen..Die dort versammelten Pharisäer14,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. beobachteten genau,was er tat.2Und sieh doch:Da war ein Mann in seiner Nähe,der an Wassersucht14,2 Wassersucht: Zu denken ist an auffällige Schwellungen (z. B. des Bauches), die durch die Einlagerung von Wasser entstehen konnten. Nach jüdischem Denken war Wassersucht eine Strafe Gottes für Fehlverhalten. litt.3Jesus14,3 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. wandte sich an die Gesetzeslehrer14,3 Gesetzeslehrer: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. und Pharisäer14,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.und fragte:»Ist es erlaubt,am Sabbat14,3 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. zu heilen, oder nicht?«4Sie aber schwiegen.Da berührte Jesus14,4 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. den Kranken,heilte ihnund ließ ihn gehen.5Dann sagte er zu ihnen:»Wenn einem von euch ein Kindin den Brunnen fälltoder nur ein Rind:Wer wird es nicht sofort herausziehen –auch wenn Sabbat14,5 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. ist?«6Sie wussten nicht,was sie darauf antworten sollten.

Vorsicht bei den Ehrenplätzen

7Jesus14,7 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. beobachtete,wie sich die Gäste die Ehrenplätze14,7 Ehrenplatz: Der Platz neben dem Gastgeber. am Tisch aussuchten.Da erzählte er ihnen eine Geschichte als Beispiel:8»Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist,dann legst14,8 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen. du dich bestimmt nicht auf den Ehrenplatz14,8 Ehrenplatz: Der Platz neben dem Gastgeber..Denn es könnte ein Gast eingeladen sein,der vornehmer ist als du.9Dann wird euer Gastgeber kommenund dir sagen:›Mach ihm bitte Platz!‹Und du musst beschämtauf den untersten Platz14,9 unterster Platz: Der Platz, der am weitesten vom Gastgeber entfernt ist. wechseln.10Nein! Wenn du eingeladen bist,dann gehst du doch hinund wählst den untersten Platz14,10 unterster Platz: Der Platz, der am weitesten vom Gastgeber entfernt ist..Dann wird der Gastgeber kommenund zu dir sagen:›Lieber Freund,rücke doch nach oben auf.‹So wirst du vor allen anderen Gästen geehrt.11Denn wer sich selbst groß macht,wird von Gott unbedeutend gemacht.Aber wer sich selbst unbedeutend macht,wird von Gott groß gemacht werden.«

Wen soll man einladen?

12Dann sagte Jesus14,12 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zu dem Gastgeber:»Wenn du zu einem Mittag-14,12 Mittagessen, Abendessen: Im Land der Bibel wurde vor allem nach der Arbeit am Mittag und am Abend gegessen. Das Essen bestand hauptsächlich aus Brot, Fisch und Früchten. oder Abendessen14,12 Mittagessen, Abendessen: Im Land der Bibel wurde vor allem nach der Arbeit am Mittag und am Abend gegessen. Das Essen bestand hauptsächlich aus Brot, Fisch und Früchten. einlädst:Dann lade weder deine Freunde einnoch deine Brüder,auch nicht deine Verwandtenoder reichen Nachbarn.Denn die laden dich wieder ein –und das ist dein ganzer Lohn.13Sondern wenn du zu einem Mahl einlädst,dann lade Arme, Verkrüppelte, Gelähmte und Blinde ein!14Glückselig wirst du sein,denn sie können dir nichts zurückgeben!Und du wirst deinen Lohn bekommen,wenn Gott die Gerechten14,14 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. vom Tod auferweckt.«

Das Gleichnis vom großen Festmahl

Matthäus 22,1-10
15Als einer der Gäste das hörte,sagte er zu Jesus14,15 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. :»Glückselig ist,wer im Reich Gottes14,15 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. sein Brot essen14,15 Brot essen: »Brot essen« spielt hier auf die festliche Mahlzeit am Sabbat an. Zu dieser Mahlzeit wurden gerne Gäste eingeladen und man hatte Zeit, sich zu unterhalten und es sich gutgehen zu lassen. wird!«16Jesus14,16 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. antwortete ihm:»Ein Mann veranstaltete ein großes Festessenund lud viele Gäste ein.17Als das Fest beginnen sollte14,17 sagen: Es war in der oberen Gesellschaftsschicht üblich, zweimal einzuladen: zuerst schriftlich und kurz vor dem Fest noch einmal mündlich.,schickte er seinen Diener14,17 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. losund ließ den Gästen sagen:›Kommt, jetzt ist alles bereit!‹

18Aber einer nach dem anderenentschuldigte sich.Der erste sagte zu ihm:›Ich habe einen Acker gekauft.Und jetzt muss ich unbedingt gehenund ihn begutachten.Bitte, entschuldige mich!‹19Ein anderer sagte:›Ich habe fünf Ochsengespanne14,19 Gespann: In biblischer Zeit wurden in der Landwirtschaft Rinder oder Esel als Zugtiere eingesetzt, die man paarweise zusammenspannte. gekauftund bin gerade unterwegs,um sie genauer zu prüfen.Bitte, entschuldige mich!‹20Und wieder ein anderer sagte:›Ich habe gerade erst geheiratetund kann deshalb nicht kommen.‹

21Der Diener14,21 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. kam zurückund berichtete alles seinem Herrn.Da wurde der Hausherr zornigund sagte zu seinem Diener14,21 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. :›Lauf schnell hinausauf die Straßen und Gassen der Stadt.Bring die Armen, Verkrüppelten, Blindenund Gelähmten hierher.‹22Bald darauf meldete der Diener14,22 Dienerin, Diener: Das griechische Wort für »Diener« bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten. :›Herr, dein Befehl ist ausgeführt –aber es ist immer noch Platz.‹23Und der Herr sagte zu ihm:›Geh hinaus aus der Stadtauf die Landstraßen und an die Zäune14,23 Zäune: Gemeint sind Leute, die außerhalb der Stadt leben oder dort »herumlungern«..Dränge die Leute dort herzukommen,damit mein Haus voll wird!‹24Denn das sage ich euch:Keiner der Gäste,die zuerst eingeladen waren,wird an meinem Festmahl teilnehmen!«

Jesus und seine Jünger III: besondere Anforderungen an die Jünger

14,25-35

Was Jesus von denen verlangt, die ihm folgen wollen

Matthäus 10,37-38
25Viele Leute begleiteten Jesus14,25 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. auf seinem Weg.Da drehte er sich umund sagte zu ihnen:26»Wer zu mir kommt,dem muss alles andere unwichtig werden:sein Vater und seine Mutter,ebenso Frau und Kinder,Brüder und Schwestern,ja sogar sein eigenes Leben:Sonst kann er nicht mein Jünger14,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sein.27Wer nicht sein Kreuz14,27 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. trägtund mir auf meinem Weg folgt14,27 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.,kann nicht mein Jünger14,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sein.

28Stellt euch vor,einer von euch will einen Turm14,28 Wachturm: Um Weinberge zu schützen, errichtete man im Weinberg einen Turm, von dem aus man das ganze Gelände überblicken konnte. bauen:Setzt er sich dann nicht als Erstes hin,berechnet die Kostenund prüft:Reicht sein Geld14,28 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.?29Sonst passiert es,dass er das Fundament legt,aber den Bau nicht fertigstellen kann.Und alle, die das sehen,lachen ihn aus30und sagen:›Dieser Mensch wollte einen Turm bauen –aber er konnte ihn nicht fertigstellen.‹

31Oder stellt euch vor:Ein König will gegen einen anderen Königin den Krieg ziehen.Setzt er sich dann nicht als Erstes hinund überlegt:Sind zehntausend Mann stark genug,um gegen einen Feind anzutreten,der mit zwanzigtausend Mann anrückt?32Wenn nicht,dann schickt er besser Unterhändler,solange der Gegner noch weit weg ist.Die sollen Friedensverhandlungen führen.

33So gilt auch:Wer von euch nicht alles aufgibt,was er hat,der kann nicht mein Jünger14,33 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sein.«

Vom Salz

Matthäus 5,13; Markus 9,50
34»Salz14,34 Salz: Salz war im Land der Bibel nicht nur ein Würzmittel für Speisen, sondern diente auch zur Konservierung von Lebensmitteln. ist etwas Gutes:Aber wenn das Salz14,34 Salz: Salz war im Land der Bibel nicht nur ein Würzmittel für Speisen, sondern diente auch zur Konservierung von Lebensmitteln. nicht mehr salzt,wie kann es wieder salzig werden?35Es ist weder für den Ackernoch für den Misthaufen zu gebrauchen:Man wirft es weg.

Wer Ohren zum Hören hat,soll gut zuhören!«