BasisBibel (BB)
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Jesus sendet 72 Jünger aus

Matthäus 10,7-16
101Danach bestimmte der Herr10,1 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt.weitere 7210,1 72: In einigen alten Handschriften findet sich die Zahl 70. von seinen Jüngern10,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..Er sandte sie jeweils zu zweit vor sich her.Sie sollten in alle Städte und Orte vorausgehen,in die er selbst gehen wollte.2Er sagte zu ihnen: »Hier ist eine große Ernte10,2 Ernte: Tätigkeit, die in einem bestimmten Zeitraum erledigt werden muss. Im übertragenen Sinn ist die Ernte hier ein Bild für das Gericht Gottes, bei dem Gott als Herrscher über die ganze Welt am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.,aber es gibt nur wenige Erntearbeiter.Bittet also den Herrn dieser Ernte,dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt.3Macht euch auf den Weg!Denkt daran: Ich sende euch wie Lämmermitten unter die Wölfe.4Nehmt keinen Geldbeutel mit,keine Vorratstasche und keine Sandalen10,4 Sandalen: Wurden in der Antike auf Reisen oder bei der Feldarbeit getragen. Im Alltag ging man oft barfuß..Und haltet euch nicht damit auf,unterwegs jemanden zu grüßen.

5Wenn ihr in ein Haus kommt,dann sagt als Erstes:›Ich wünsche den Bewohnern dieses Hauses Frieden10,5 Frieden: Begrüßung, mit der man sich in einem umfassenden Sinn Frieden, Glück und Wohlergehen wünscht, die aus der Beziehung mit Gott hervorgehen.!‹6Wenn dort ein Kind des Friedens10,6 Kind des Friedens: Jemand, der bereit ist, sich von Gott den Frieden schenken zu lassen. wohnt,wird dieser Frieden bei ihm einkehren.Sonst wird euer Gruß ohne Wirkung bleiben.7Bleibt in diesem Haus.Esst und trinkt, was euch angeboten wird.Denn wer arbeitet,hat ein Anrecht auf seinen Lohn.Zieht nicht von Haus zu Haus.

8Wenn ihr in eine Stadt kommtund die Bewohner euch aufnehmen:Esst, was euch vorgesetzt wird.9Heilt die Kranken, die dort leben.Verkündet den Leuten:›Das Reich Gottes10,9 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt. kommt euch jetzt nahe!‹10Aber wenn ihr in eine Stadt kommtund die Bewohner euch nicht aufnehmen:Geht hinaus auf die Straßen der Stadt und ruft:11›Sogar den Staub10,11 Staub abschütteln: Zeichenhafte Handlung, die den Abbruch aller Beziehungen zum Ausdruck bringt. Noch nicht einmal den Staub der anderen will man behalten. aus eurer Stadt,der an unseren Füßen klebt, schütteln wir ab.Doch das sollt ihr wissen:Das Reich Gottes kommt jetzt nahe!‹12Das sage ich euch:Für die Leute von Sodom10,12 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19.wird es am Tag des Gerichts10,12 Tag des Gerichts: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. erträglicher seinals für diese Stadt.«

Das Urteil über die Städte in Galiläa

Matthäus 10,40; 11,20-24
13»Wehe dir, Chorazin10,13 Chorazin: Ortschaft in Galiläa, nördlich des See Gennesaret gelegen.! Wehe dir, Betsaida10,13 Betsaida: Stadt nordöstlich des See Gennesaret und Heimatstadt der Jünger Petrus, Andreas und Philippus.!Wären in Tyros und Sidon10,13 Tyros, Sidon: Bedeutende Hafenstädte, im heutigen Libanon gelegen. Zur Zeit von Jesus hatten sie einen großen nicht-jüdischen Bevölkerungsanteil. die Wunder10,13 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. passiert,die ich bei euch vollbracht habe:Die Menschen hätten schon längst den Sack10,13 Sack, Asche: Einen Sack anzuziehen und Asche auf den Kopf zu streuen sind Zeichen tiefer Betroffenheit und gehören zu den Trauerbräuchen. angelegt.Sie hätten sich hingesetzt,sich Asche10,13 Sack, Asche: Einen Sack anzuziehen und Asche auf den Kopf zu streuen sind Zeichen tiefer Betroffenheit und gehören zu den Trauerbräuchen. auf den Kopf gestreutund ihr Leben geändert.14Aber wenn das Gericht10,14 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. kommt,wird es für Tyros und Sidon erträglicher seinals für euch.15Und du, Kapernaum10,15 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret., meinst du,du wirst in den Himmel10,15 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. erhoben?In die Hölle10,15 Hölle: Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. wirst du hinabgestoßen!16Wer auf euch hört, hört auf mich.Und wer euch ablehnt, lehnt mich ab.Aber wer mich ablehnt,lehnt den ab, der mich gesandt hat.«

Die Rückkehr der 72 Jünger

17Die 72 Jünger10,17 72 Jünger: In einigen alten Handschriften findet sich die Zahl 70. kehrten zurückund berichteten voller Freude:»Herr, sogar die Dämonen10,17 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. gehorchen uns,wenn wir uns auf deinen Namen berufen.«18Jesus sagte zu ihnen: »Ich sah den Satan10,18 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht.wie einen Blitz aus dem Himmel10,18 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hinabstürzen.19Ich habe euch die Vollmacht gegeben,auf Schlangen und Skorpione10,19 Skorpion: Spinnentier mit giftigem Stachel, das im östlichen Mittelmeerraum sehr häufig vorkommt. zu treten.Die ganze Macht des Feindes könnt ihr überwinden!Nichts, aber auch gar nichts davonkann euch etwas anhaben.20Aber ihr sollt euch nicht darüber freuen,dass euch die Geister gehorchen.Freut euch vielmehr darüber,dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben10,20 im Himmel aufgeschrieben: Man stellte sich vor, dass es ähnlich Bürgerlisten auf der Erde im Himmel ein »Buch des Lebens« gibt, in dem die Namen aller stehen, die zu Gott gehören. sind.«

Jesus und der Vater

Matthäus 11,25-27; 13,16-17
21Im selben Augenblick wurde Jesus10,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.vom Heiligen Geist10,21 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllt und jubelte:»Ich preise dich, Vater10,21 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.,du Herr über den Himmel10,21 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. und die Erde!Denn du hast das alles10,21 das alles: Meint die Bedeutung von Jesus als von Gott gesandter Retter der Welt. Sie kommt in den Wundern zum Ausdruck.vor den Weisen und Klugen verborgen.Aber den einfachen Leuten hast du es offenbart.Ja, Vater, so hast du es gewollt!22Alles hat mir mein Vater übergeben.Niemand weiß, wer der Sohn10,22 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. ist, nur der Vater.Und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn –und die Menschen,denen der Sohn den Vater zeigen will.«23Dann wandte sich Jesus allein an die Jünger10,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.und sagte:»Glückselig sind die Augen, die sehen, was ihr seht.24Das sage ich euch:Viele Propheten10,24 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. und Könige wollten sehen,was ihr seht – aber sie sahen es nicht.Und sie wollten hören, was ihr hört –aber sie hörten es nicht.«

Jesus als Lehrer

Lukas 10,25–11,54

Die Frage nach dem ewigen Leben

Matthäus 22,34-40; Markus 12,28-31
25Da kam ein Schriftgelehrter10,25 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.und wollte Jesus10,25 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. auf die Probe stellen.Er fragte ihn: »Lehrer10,25 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., was soll ich tun,damit ich das ewige Leben10,25 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. bekomme?«26Jesus fragte zurück: »Was steht im Gesetz10,26 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.?Was liest du da?«27Der Schriftgelehrte antwortete10,27 antwortete: Das Zitat verbindet 5. Mose/Deuteronomium 6,5 und 3. Mose/Levitikus 19,18.:»Du sollst den Herrn, deinen Gott, liebenmit deinem ganzen Herzen,mit deiner ganzen Seele,mit deiner ganzen Kraftund mit deinem ganzen Denken.«Und: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.«28Jesus sagte zu ihm: »Du hast richtig geantwortet.Halte dich daran und du wirst leben.«

Das Beispiel des barmherzigen Samariters

29Aber der Schriftgelehrte10,29 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. wollte sich verteidigen.Deshalb sagte er zu Jesus10,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Wer ist denn mein Mitmensch?«30Jesus erwiderte:»Ein Mann ging von Jerusalem10,30 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. nach Jericho10,30 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers..Unterwegs wurde er von Räubern überfallen.Sie plünderten ihn bis aufs Hemd ausund schlugen ihn zusammen.Dann machten sie sich davonund ließen ihn halb tot liegen.31Nun kam zufällig ein Priester10,31 Priester, Levit: Priester und Leviten gehören zum Personal des Tempels in Jerusalem. Um ihren Dienst ausführen zu können, durften sie sich beispielsweise durch die Berührung mit einem Toten nicht unrein machen. denselben Weg herab.Er sah den Verwundeten und ging vorbei.32Genauso machte es ein Levit10,32 Levit: Priester und Leviten gehören zum Personal des Tempels in Jerusalem. Um ihren Dienst ausführen zu können, durften sie sich beispielsweise durch die Berührung mit einem Toten nicht unrein machen., als er zu der Stelle kam:Er sah den Verwundeten und ging vorbei.33Aber dann kam ein Samariter10,33 Samariter: Aus den Israeliten hervorgegangene Glaubensgruppe, die nur die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift anerkannte. Zwischen ihnen und den Juden herrschte Rivalität. dorthin,der auf der Reise war.Als er den Verwundeten sah, hatte er Mitleid mit ihm.34Er ging zu ihm hin,behandelte seine Wunden mit Öl und Weinund verband sie.Dann setzte er ihn auf sein eigenes Reittier,brachte ihn in ein Gasthaus und pflegte ihn.35Am nächsten Tag holte er zwei Silberstücke hervor,gab sie dem Wirt und sagte:›Pflege den Verwundeten!Wenn es mehr kostet,werde ich es dir geben, wenn ich wiederkomme.‹

36Was meinst du:Wer von den dreien ist dem Mann,der von den Räubern überfallen wurde,als Mitmensch begegnet?«37Der Schriftgelehrte10,37 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist. antwortete:»Der Mitleid hatte und sich um ihn gekümmert hat.«Da sagte Jesus10,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihm:»Dann geh und mach es ebenso.«

Jesus bei Maria und Marta

38Als Jesus10,38 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. mit seinen Jüngern10,38 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. weiterzog,kam er in ein Dorf.Dort nahm ihn eine Frau als Gast bei sich auf.Ihr Name war Marta.39Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß.Die setzte sich zu Füßen10,39 zu Füßen: Damals war es üblich, dass ein Schüler oder Schüler sich auf den Boden vor den Lehrer setzte. des Herrn niederund hörte ihm zu.40Aber Marta war ganz davon in Anspruch genommen,sie zu bewirten.Schließlich stellte sie sich vor Jesus hin und sagte:»Herr10,40 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt., macht es dir nichts aus,dass meine Schwester mich alles allein machen lässt?Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!«41Aber der Herr antwortete:»Marta, Marta! Du bist so besorgtund machst dir Gedanken um so vieles.42Aber nur eines ist notwendig:Maria hat das Bessere gewählt,das wird ihr niemand mehr wegnehmen.«