BasisBibel NT+Ps (BB)
111Schon viele haben es versucht,die Ereignisse im Zusammenhang aufzuschreiben,die Gott unter uns1,1 uns: Was mit Jesus und seiner Auferstehung begonnen hat, wirkt weiter fort – das erleben auch Lukas und seine Zeitgenossen. geschehen ließ –2und zwar so,wie es uns von den Augenzeugen überliefert wurde.Die sind von Anfang an dabei gewesenund zu Dienern des Wortes1,2 Diener des Wortes: Gemeint ist: Sie wurden beauftragt, die Gute Nachricht von Jesus Christus weiterzusagen. geworden.

3Auch ich bin all demnoch einmal sorgfältig nachgegangen.Dann habe ich mich dazu entschlossen,für dich alles in der richtigen Reihenfolge aufzuschreiben,sehr geehrter Theophilus1,3 Theophilus: Er war vermutlich ein angesehener Christ; Genaueres ist über ihn nicht bekannt..4So kannst du dich davon überzeugen,wie zuverlässig die Lehre ist,in der du unterrichtet wurdest.

Die Vorgeschichte des Auftretens von Jesus

1,5–2,41

Geburt und Kindheit von Johannes

1,5-80

Die Geburt von Johannes dem Täufer wird angekündigt

5Damals, zu der Zeit, als Herodes1,5 Herodes der Große: Herodes der Große regierte im Land der Bibel von 37–4 v. Chr. König von Judäa1,5 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. war,lebte ein Priester1,5 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. mit Namen Zacharias.Er gehörte zur Priestergruppe1,5 Priestergruppe: Es gab insgesamt 24 Priestergruppen (vgl. 1. Chronik 24,7-19). Jede von ihnen hatte eine Woche lang den Dienst im Tempel zu versehen; aus ihr wurde täglich ein Priester ausgelost, der morgens und abends das Rauchopfer darbringen musste. des Abija.Seine Frau stammte aus der Familie1,5 stammte aus der Familie: Wörtlich heißt es in Vers 5: »Seine Frau war eine von den Töchtern Aarons und hieß Elisabet.« Damit ist gemeint: Elisabet war ebenfalls von priesterlicher Abstammung. Aarons1,5 Aaron: Bruder von Mose. Aaron gilt als der erste Oberste Priester, von dem die gesamte jüdische Priesterschaft abstammt. und hieß Elisabet1,5 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias..6Beide lebten so, wie es Gott gefällt:Sie hielten sich in allem genau an die Gebote und Lebensregeln1,6 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. des Herrn.7Aber sie hatten kein Kind.Denn Elisabet1,7 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias. konnte keine Kinder bekommen1,7 keine Kinder bekommen: Waren Ehepaare kinderlos, galt damals immer die Frau als dafür verantwortlich (vgl. Lukas 1,25).und beide waren schon alt.

8Einmal hatte Zacharias wieder im Tempel1,8 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. Gottesdienst1,8 Gottesdienst: Mit dem Gottesdienst am Tempel ist hier der Opferdienst gemeint, den die Priester zu leisten haben. zu halten,weil seine Priestergruppe1,8 Priestergruppe: Es gab insgesamt 24 Priestergruppen (vgl. 1. Chronik 24,7-19). Jede von ihnen hatte eine Woche lang den Dienst im Tempel zu versehen; aus ihr wurde täglich ein Priester ausgelost, der morgens und abends das Rauchopfer darbringen musste. an der Reihe war.9Es war üblich,die Aufgaben der Priester1,9 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. durch das Los zu verteilen.Zacharias fiel das Räucheropfer1,9 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. zu,deshalb ging er in den Tempel1,9 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. des Herrn hinein.10Die ganze Volksmenge betete1,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. draußen,während er das Räucheropfer1,10 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. darbrachte.

11Da erschien ihm ein Engel1,11 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. des Herrn.Der stand auf der rechten Seite des Räucheraltars1,11 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer abgebrannt wurden..12Als Zacharias ihn sah,erschrak er,und große Furcht überkam ihn.13Aber der Engel1,13 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. sagte zu ihm:»Hab keine Angst, Zacharias.Dein Gebet1,13 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. ist erhört worden!Deine Frau Elisabet1,13 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias. wird für dich einen Sohn zur Welt bringen.Du sollst ihm den Namen Johannes1,13 Johannes: Der Name bedeutet »Gott ist gnädig«. geben.14Du wirst dich freuen und jubeln.Ja, viele werden sich über seine Geburt freuen.15Er wird groß sein1,15 groß sein: Das heißt: Er wird ein großer Prophet sein. Andere Übersetzungsmöglichkeit: der Herr wird ihn zu Großem berufen. vor dem Herrn:Er wird keinen Wein1,15 Wein: Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. trinkenund auch kein anderes berauschendes Getränk.Heiliger Geist1,15 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. wird ihn schon im Mutterleib erfüllen.16Viele aus dem Volk Israel1,16 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. wird er zurückbringenzum Herrn, ihrem Gott.17Er1,17 Er: Lukas spielt hier auf die Vorhersage in Maleachi 3,23-24 an. wird dem Herrn als Bote vorausgehenim Geist und in der Kraft Elijas1,17 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr..Die Herzen der Väter wird er den Kindern zuwendenund Ungehorsame dazu bringen,den Willen Gottes zu tun.So wird er ein Volk zum Herrn bringen,das für ihn bereit ist.«

18Da sagte Zacharias zu dem Engel1,18 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes.:»Woran kann ich erkennen,dass es so kommt?Denn ich bin altund auch meine Frau ist schon jenseits der Wechseljahre.«19Der Engel1,19 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. antwortete ihm:»Ich bin Gabriel1,19 Gabriel: Name eines Engels, der in der Bibel eine wichtige Rolle spielt. Er gehört zu den Engeln, die vor Gottes Thron wachen (Erzengel).,der vor Gott steht.Gott hat mich gesandt,um mit dir zu redenund dir diese gute Nachricht zu bringen.20Sieh doch:Du wirst stumm seinund nicht reden können bis zu dem Tag,an dem das eintrifft.Denn du hast meinen Worten nicht geglaubt1,20 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott..Sie werden aber in Erfüllung gehen,wenn die Zeit dafür gekommen ist.«

21Das Volk wartete auf Zacharias.Es wunderte sich,weil er so lange im Tempel1,21 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. blieb.22Als er endlich herauskam,konnte er nicht zu ihnen sprechen.Da erkannten sie,dass er im Tempel1,22 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. eine Erscheinung gehabt hatte.Er gab ihnen Zeichen,blieb aber stumm.23Dann, als die Zeit vorbei war,in der er Priesterdienst1,23 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. leisten musste,kehrte er nach Hause zurück.

24Bald darauf wurde seine Frau Elisabet1,24 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias. schwanger.Sie zog sich fünf Monate lang völlig zurück.Sie sagte:25»Dies hat der Herr an mir getan.Jetzt hat er sich um mich gekümmertund die Schande1,25 Schande: Kinderlosigkeit galt in biblischer Zeit als Zeichen dafür, dass eine Frau von Gott nicht gesegnet war, und daher als Schande. von mir genommen,wofür die Menschen mich verachtet haben.«

Die Geburt von Jesus wird angekündigt

26Elisabet1,26 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias. war im sechsten Monat schwanger.Da schickte Gott den Engel1,26 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. Gabriel1,26 Gabriel: Name eines Engels, der in der Bibel eine wichtige Rolle spielt. Er gehört zu den Engeln, die vor Gottes Thron wachen (Erzengel). zu einer Jungfrauin die Stadt Nazaret1,26 Nazaret: Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. in Galiläa1,26 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene..27Sie war mit einem Mann verlobt1,27 Verlobung: Durch die Verlobung wurde in biblischer Zeit die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig. ,der Josef hieß.Er war ein Nachkomme von David1,27 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. .Die Jungfrau hieß Maria.28Der Engel1,28 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. trat bei ihr einund sagte:»Ich grüße dich,Gott hat dir seine Gnade1,28 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu. geschenkt.Der Herr ist mit dir.«29Maria erschrak über diese Worteund fragte sich:»Was hat dieser Gruß zu bedeuten?«

30Da sagte der Engel1,30 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. zu ihr:»Hab keine Angst, Maria.Durch Gottes Gnade1,30 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu. bist du erwählt.31Sieh doch:Du wirst schwanger werdenund einen Sohn zur Welt bringen.Du sollst ihm den Namen Jesus1,31 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. geben.32Er wird hochgeehrt seinund ›Sohn des Höchsten1,32 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.‹ genannt werden.Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vorfahren David1,32 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. geben.33Er wird für immer als König herrschenüber die Nachkommen Jakobs1,33 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. .Seine Herrschaft wird niemals aufhören.«

34Da sagte Maria zu dem Engel1,34 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes.:»Wie kann das sein,ich schlafe1,34 miteinander schlafen: Auch wenn Maria mit Josef verlobt ist, schlafen sie noch nicht miteinander. Das ist nach dem jüdischen Gesetz der ehelichen Gemeinschaft vorbehalten. doch noch mit keinem Mann!«35Der Engel1,35 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. antwortete ihr:»Heiliger Geist1,35 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. wird auf dich kommen.Die Kraft des Höchsten wird dieses Wunder in dir bewirken.Deshalb wird das Kind, das du erwartest, heilig1,35 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. seinund ›Sohn Gottes‹1,35 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. genannt werden.36Sieh doch:Auch Elisabet1,36 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias., deine Verwandte,erwartet einen Sohn trotz ihres hohen Alters.Jetzt ist sie im sechsten Monat1,36 im sechsten Monat: Lukas knüpft hier an die Erzählung von Zacharias und Elisabet an. In Lukas 1,24-25 wird berichtet, dass Elisabet sich fünf Monate lang zurückzog. Maria ist die erste Außenstehende, die von der Schwangerschaft erfährt. schwangerund dabei hieß es:Sie kann keine Kinder bekommen.37Was Gott sagt, macht er wahr.«

38Da sagte Maria:»Sieh doch:Ich diene dem Herrn.Es soll an mir geschehen,was du gesagt hast.«

Da verließ sie der Engel1,38 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes..

Maria besucht Elisabet

39Bald danach machte sich Maria auf den Wegund wanderte so schnell sie konntezu einer Stadt im Bergland von Judäa1,39 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. .40Dort ging sie in das Haus1,40 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. von Zachariasund begrüßte Elisabet1,40 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias..41Dann, als Elisabet1,41 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias. den Gruß von Maria hörte,sprang das Kind vor Freude in ihrem Bauch.Elisabet1,41 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias. wurde mit Heiligem Geist1,41 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. erfüllt42und rief mit lauter Stimme:»Gesegnet1,42 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. bist du unter allen Frauenund gesegnet1,42 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. ist das Kind in deinem Bauch1,42 Bauch: Wörtlich lautet der Vers 42: »Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.«.43Wie komme ich zu der Ehre,dass die Mutter meines Herrn mich besucht?44Sieh doch:Als ich deinen Gruß hörte,sprang das Kind vor Freude in meinem Bauch.45Glückselig bist du!Denn du hast geglaubt,dass in Erfüllung geht,was dir der Herr versprochen hat.«

Maria lobt Gott

46Da sagte Maria:»Ich lobe den Herrn aus tiefstem Herzen.47Alles in mir jubelt vor Freudeüber Gott, meinen Retter.48Denn er wendet sich mir zu,obwohl ich nur seine unbedeutende Dienerin1,48 unbedeutende Dienerin: Maria ist eine einfache Frau aus dem Volk. Sie vertraut und baut auf Gott und stellt darum ihr Leben in seinen Dienst. bin.Sieh doch:Von jetzt an werden mich alle Generationenglückselig preisen1,48 glückselig preisen: Gemeint ist: »Alle Menschen werden erkennen, welches Glück mir zuteilgeworden ist, und mich dafür ehren.«.49Denn Gott, der mächtig ist,handelt wunderbar an mir.Sein Name ist heilig1,49 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht..50Er ist barmherzig zu denen,die ihn ehren und ihm vertrauen –von Generation zu Generation.51Er hebt seinen starken Armund fegt die Überheblichen hinweg.52Er stürzt die Machthaber vom Thronund hebt die Unbedeutenden empor.53Er füllt den Hungernden die Hände mit guten Gabenund schickt die Reichen mit leeren Händen fort.54Er erinnert sich an seine Barmherzigkeitund kommt seinem Diener Israel1,54 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. zu Hilfe.55So hat er es unseren Vätern versprochen:Abraham1,55 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. und seinen Nachkommenfür alle Zeiten!«

56Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet1,56 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias..Dann kehrte sie nach Hause1,56 nach Hause: Nach Nazaret in Galiläa; vgl. Lukas 1,26. zurück.

Johannes wird geboren

57Für Elisabet1,57 Elisabet: Mutter von Johannes dem Täufer und Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus. Elisabet ist die Ehefrau von Zacharias. kam die Zeit der Geburtund sie brachte einen Sohn zur Welt.58Ihre Nachbarn und Verwandten hörten,dass der Herr ihr so große Barmherzigkeit erwiesen hatte.Sie freuten sich mit ihr.

59Dann, als das Kind acht Tage alt war,kamen sie zur Beschneidung1,59 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. .Sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.60Aber seine Mutter widersprach:»Nein, er soll Johannes1,60 Johannes: Der Name bedeutet »Gott ist gnädig«. heißen!«61Sie hielten ihr entgegen:»Es gibt niemanden in deiner Verwandtschaft,der so heißt.«62Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen1,62 Zeichen: Offensichtlich war Zacharias nicht nur stumm, sondern auch taub (vgl. Lukas 1,20).:»Wie soll er heißen?«63Er verlangte ein Wachstäfelchen1,63 Wachstafel: Kleine, mit Wachs beschichtete Holztafel, die zur Zeit des Neuen Testaments für kurze Notizen benutzt wurde. und schrieb:»Er heißt Johannes1,63 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. Darüber wunderten sich alle.64Im selben Augenblick konnte Zacharias wieder sprechen1,64 sprechen: Wörtlich lautet der Vers 64: »Im selben Augenblick wurde ihm der Mund geöffnet und seine Zunge gelöst. Und er redete und lobte Gott.«.Und er fing an, Gott zu loben.

65Große Furcht überkam alle,die aus der Nachbarschaft gekommen waren.Und im ganzen Bergland von Judäa1,65 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. sprach sich herum,was geschehen war.66Alle, die davon hörten,machten sich darüber Gedanken.Sie fragten sich:»Was wird aus diesem Kind einmal werden?«Denn offensichtlich stand es unter dem besonderen Schutz1,66 unter dem besonderen Schutz: Wörtlich heißt es in Vers 66: »Denn die Hand des Herrn war mit ihm.« des Herrn.

Zacharias lobt Gott

67Da wurde Zacharias, der Vater von Johannes1,67 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. ,mit Heiligem Geist1,67 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. erfüllt.Er begann wie ein Prophet1,67 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. zu reden:68»Gelobt sei der Herr, der Gott Israels1,68 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. !Denn er ist seinem Volk zu Hilfe gekommenund hat es befreit.69Er hat uns einen starken Retter gesandt,einen Nachkommen seines Dieners David1,69 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. .70So hat Gott es von jeher angekündigtdurch den Mund seiner heiligen1,70 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Propheten1,70 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.71einen Retter, der uns befreit von unseren Feindenund aus der Gewalt aller, die uns hassen.72Damit hat Gott auch unseren Vätern1,72 Väter: Gemeint sind die Vorfahren des Volkes Israel (vgl. Lukas 6,23-26). seine Barmherzigkeit erwiesen.Er hat an den heiligen1,72 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Bund1,72 Bund: Eine gegenseitige Verpflichtung zwischen zwei Partnern, die durch einen förmlichen Vertrag geregelt sein kann. gedacht,den er mit ihnen geschlossen hat.73Ja, er hat an den Eid gedacht,den er unserem Vater Abraham1,73 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. geschworen hat:74uns aus der Hand von Feinden zu retten.Dann können wir ohne Angst1,74 ohne Angst: Hier ist vorausgesetzt, dass die Feinde anderen Göttern dienen und deshalb den Gottesdienst für den Gott Israels nicht zulassen. Gottesdienst1,74 Gottesdienst: Mit dem Gottesdienst am Tempel ist hier der Opferdienst gemeint, den die Priester zu leisten haben. feiern –75heilig1,75 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. und nach seinem Willen,in seiner Gegenwart,solange wir leben.

76Aber auch du, Kind,wirst ein Prophet1,76 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. des Höchsten genannt werden.Du wirst dem Herrn1,76 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet. vorangehenund die Wege für ihn bereit machen1,76 bereit machen: Lukas spielt hier auf Jesaja 40,3 an. Vgl. auch Markus 1,3 und Matthäus 3,3 sowie Lukas 3,4..77Du schenkst seinem Volk die Erkenntnis,dass der Herr es retten willund ihm die Schuld1,77 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. vergibt.78Unser Gott hat ein Herz voll Erbarmen.Darum kommt uns das Licht aus der Höhe1,78 Licht aus der Höhe: Vergleiche im Alten Testament aus dem Buch des Propheten Jesaja 9,1 und Jesaja 60,1-2. Gott wendet sich seinem unterdrückten Volk zu (9,1) und kommt selbst zu ihm (60,1-2). zur Hilfe.79Es leuchtet denen,die im Dunkelund im Schatten des Todes leben.Es lenkt unsere Füße auf den Weg des Friedens.«

Die Kindheit von Johannes

80Johannes1,80 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. wuchs heranund nahm zu an Verstand.Er lebte in der Wüste1,80 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. bis zu dem Tag,an dem er öffentlich in Israel1,80 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. auftrat.
2

Geburt und Kindheit von Jesus

2,1-41

Jesus wird geboren

21Damals, zu derselben Zeit2,1 zu derselben Zeit: Zu der Zeit, als Johannes der Täufer geboren wurde (Lukas 1,57)., befahl Kaiser2,1 Kaiser: Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich. Augustus2,1 Augustus: Augustus regierte von 27 v. bis 14 n. Chr. als Kaiser über das Römische Reich. ,im ganzen römischen Reich2,1 Rom, Römer: Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft.eine Volkszählung2,1 Volkszählung: Dabei ging es um die Eintragung aller Einwohner der römischen Provinzen in die amtlichen Steuerlisten. Das Ziel war die Registrierung für die Kopfsteuer und die Veranlagung für die Grundsteuern, die am Ort des Grundbesitzes erfolgte. durchzuführen.2Es war die erste Volkszählung2,2 Volkszählung: Dabei ging es um die Eintragung aller Einwohner der römischen Provinzen in die amtlichen Steuerlisten. Das Ziel war die Registrierung für die Kopfsteuer und die Veranlagung für die Grundsteuern, die am Ort des Grundbesitzes erfolgte..Sie fand statt,als Quirinius2,2 Quirinius: Er war Gouverneur der Provinz Syrien. in Syrien2,2 Syrien: Ursprünglich eine geographische Bezeichnung für das Gebiet um Damaskus, zwischen dem Fluss Eufrat und der Nordgrenze Israels sowie zwischen dem Mittelmeer und der arabischer Wüste. Zur Zeit des Neuen Testaments schließt die römische Provinz Syrien auch Israel und Juda mit ein. regierte.3Da machten sich alle auf,um sich in die Steuerlisten eintragen zu lassen –jeder in seine Heimatstadt.4Auch Josef ging von der Stadt Nazaret2,4 Nazaret: Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. in Galiläa2,4 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.hinauf nach Judäa2,4 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. .Sein Ziel war die Stadt Davids2,4 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. ,die Betlehem2,4 Betlehem: Kleine Ortschaft süd-westlich von Jerusalem. heißt.Denn er stammte aus dem Königshaus und der Familie Davids2,4 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. .5In Betlehem wollte er sich eintragen lassenzusammen mit Maria, seiner Verlobten2,5 Verlobung: Durch die Verlobung wurde in biblischer Zeit die Verbindung zwischen Mann und Frau rechtsgültig. .Maria war schwanger.6Während sie dort waren,kam die Zeit der Geburt.7Maria brachte ihren ersten Sohn zur Welt.Sie wickelte ihn in Windelnund legte ihn in eine Futterkrippe2,7 Futterkrippe: Den Geburtsort muss man sich wohl als Nebenraum vorstellen, der eigentlich als Stall für die Tiere diente..Denn sie hatten in der Herberge2,7 Herberge: Gemeint ist hier wahrscheinlich ein provisorischer Übernachtungsort in einem Privathaus, wo Reisende mit ihren Tieren übernachten konnten.keinen Platz gefunden.

Die Engel verkünden die Geburt von Jesus

8In der Gegend von Betlehem waren Hirten2,8 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. draußen auf den Feldern.Sie hielten in der Nacht Wache bei ihrer Herde.9Auf einmal trat der Engel2,9 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. des Herrn zu ihnen,und die Herrlichkeit2,9 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. des Herrn umstrahlte sie.Die Hirten2,9 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. erschraken und bekamen große Angst.

10Der Engel2,10 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. sagte zu ihnen:»Habt keine Angst!Seht doch:Ich bringe euch eine Freudenbotschaft.Im ganzen Volk wird große Freude herrschen.11Denn heute ist in der Stadt Davids2,11 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. für euch der Retter geboren worden:Er ist Christus2,11 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. , der Herr2,11 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet..12Und dies ist das Zeichen,an dem ihr das alles erkennt:Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden.Es ist in Windeln gewickeltund liegt in einer Futterkrippe2,12 Futterkrippe: Den Geburtsort muss man sich wohl als Nebenraum vorstellen, der eigentlich als Stall für die Tiere diente.

13Plötzlich war der Engel2,13 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. umgebenvom ganzen himmlischen Heer der Engel2,13 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes..Die lobten Gott und riefen:14»Gottes Herrlichkeit2,14 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. erfüllt die Himmelshöhe2,14 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.!Und sein Friede2,14 Friede: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft. kommt auf die Erdezu den Menschen,denen er sich in Liebe zuwendet2,14 zuwendet: Wörtlich lautet der Vers 14: »Ehre Gott in der Höhe und auf der Erde Frieden den Menschen des Wohlgefallens.« Die Ausleger sind sich einig, dass hier das Wohlgefallen Gottes gemeint ist, d. h. seine erwählende Liebe. Luther übersetzte nach anderer griechischer Überlieferung »… (und) den Menschen ein Wohlgefallen«.

Die Hirten kommen zu Jesus

15Die Engel2,15 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. verließen die Hirtenund kehrten in den Himmel2,15 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. zurück.

Da sagten die Hirten2,15 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. zueinander:»Kommt, wir gehen nach Betlehem2,15 Betlehem: Kleine Ortschaft süd-westlich von Jerusalem. und sehen uns die Geschichte an,die uns der Herr2,15 Herr (für Gott): Bezeichnung für Gott. Sie bringt zum Ausdruck, dass er allen menschlichen Herrschern und allen Göttern, die von anderen Völkern verehrt wurden, unendlich überlegen ist. gerade erklärt hat!«

16Die Hirten2,16 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. liefen hin,so schnell sie konnten.Sie fanden Maria und Josefund das neugeborene Kind,das in der Futterkrippe2,16 Futterkrippe: Den Geburtsort muss man sich wohl als Nebenraum vorstellen, der eigentlich als Stall für die Tiere diente. lag.17Als sie das sahen,erzählten sie,was ihnen der Engel2,17 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. über dieses Kind gesagt hatte.18Alle, die es hörten, staunten über das,was ihnen die Hirten2,18 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. berichteten.19Aber Maria prägte sich alle ihre Worte gut einund dachte viel darüber nach.

20Die Hirten2,20 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. kehrten wieder zurück.Sie priesen und lobten Gott für das,was sie gehört und gesehen hatten.Es war alles genau so,wie es ihnen der Engel2,20 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. gesagt hatte.

Jesus bekommt seinen Namen und wird in den Tempel gebracht

21Nach acht Tagen war es Zeit,das Kind zu beschneiden2,21 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. .Es bekam den Namen »Jesus2,21 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. «.So hatte es der Engel2,21 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. bestimmt,noch bevor Jesus2,21 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. im Mutterleib empfangen wurde.22Die Zeit der Reinigung2,22 Reinigung: Ende der Zeit nach der Geburt eines Kindes, in der eine jüdische Frau als unrein galt und daher nicht am religiösen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen durfte. von Mutter und Kind war vorbei,so wie sie im Gesetz2,22 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. des Mose2,22 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. festgelegt ist.Da gingen Maria und Josefmit Jesus2,22 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. hinauf nach Jerusalem2,22 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ,um das Kind zu dem Herrn zu bringen2,22 zu dem Herrn zu bringen: Jesus wird ähnlich wie das Kind Samuel in 1. Samuel 1,11 und 1. Samuel 1,21-28 von seinen Eltern in den Tempel gebracht..23So schreibt es das Gesetz2,23 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. des Herrn vor2,23 vor: Vergleiche im Alten Testament 2. Mose/Exodus 13,2-12.:›Jedes erstgeborene männliche Kind2,23 Erstgeburt: Der erste Sohn, den eine Frau zur Welt bringt, und ebenso jedes erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. gehört dem Herrn.‹24Zugleich brachten sie das Reinigungsopfer2,24 Reinigung: Ende der Zeit nach der Geburt eines Kindes, in der eine jüdische Frau als unrein galt und daher nicht am religiösen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen durfte. dar,wie es im Gesetz2,24 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. des Herrn vorgeschrieben2,24 vorgeschrieben: Die Vorschriften, auf die Lukas sich hier bezieht, stehen im Alten Testament in 3. Mose/Levitikus 12,2-8. ist:ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

Simeon und Hanna erkennen in Jesus den Retter

25Sieh doch:Damals lebte in Jerusalem2,25 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. ein Mann, der Simeon hieß.Er hielt Gottes Geboteund vertraute ganz auf ihn.So wartete er auf den Retter,den Gott seinem Volk Israel2,25 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. schickt2,25 schickt: Wörtlich heißt es in Vers 25: »So wartete er auf die Zeit, wenn Gott das Volk Israel rettet.«.Der Heilige Geist2,25 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. leitete ihn.26Und durch den Heiligen Geist2,26 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. hatte Gott ihn wissen lassen:»Du wirst nicht sterben,bevor du den Christus2,26 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. des Herrn2,26 Herr (für Gott): Bezeichnung für Gott. Sie bringt zum Ausdruck, dass er allen menschlichen Herrschern und allen Göttern, die von anderen Völkern verehrt wurden, unendlich überlegen ist. gesehen hast.«27Jetzt drängte ihn der Heilige Geist2,27 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt.,in den Tempel2,27 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. zu gehen.Gerade brachten auch die Elterndas Kind Jesus dorthin.Sie wollten die Vorschriften erfüllen,die im Gesetz2,27 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. für das Kind vorgesehen sind.

28Simeon nahm das Kind auf den Arm.Er lobte Gott und sagte:29»Herr, jetzt kann dein Diener in Frieden sterben,wie du es versprochen hast.30Denn mit eigenen Augen habe ich gesehen:Von dir kommt die Rettung.31Alle Völker sollen sie sehen –32ein Licht, das für die Heiden2,32 Heiden: In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben. leuchtet,und deine Herrlichkeit2,32 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. aufscheinen lässtüber deinem Volk Israel2,32 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk.

33Der Vater und die Mutter von Jesus2,33 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. staunten über das,was Simeon über das Kind sagte.34Simeon segnete2,34 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. sieund sagte zur Mutter Maria:»Sieh doch:Dieses Kind ist dazu bestimmt,in Israel2,34 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. viele zu Fall zu bringenund viele aufzurichten.Es wird ein Zeichen Gottes sein,dem viele sich widersetzen.35So soll ans Licht kommen,was viele im Innersten denken.Und für dich, Maria, wird es sein,als ob dir ein Schwert2,35 Schwert: Der Weg von Jesus wird ein Leidensweg sein – dies wird auch seiner Mutter Leid und Schmerz bereiten. durch die Seele fährt.«

36Es war auch eine Prophetin2,36 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. im Tempel.Sie hieß Hannaund war eine Tochter Penuels aus dem Stamm Ascher.Sie war schon sehr alt.Nach ihrer Hochzeit war sie sieben Jahre mit ihrem Mann verheiratet.37Seitdem war sie Witwe2,37 Witwe: Witwen gehören zur Zeit der Bibel zu den Personen, für die das Mose-Gesetz besonderen Schutz forderte. und nun vierundachtzig Jahre alt.Sie verließ den Tempel2,37 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. nicht mehrund diente Gott Tag und Nacht mit Fasten2,37 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken. und Beten2,37 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..38Jetzt kam sie dazuund lobte Gott.Dann erzählte sie allen von dem Kind,die auf die Rettung Jerusalems2,38 Jerusalem: Jerusalem steht hier stellvertretend für das ganze Volk Israel. warteten.

Jesus und seine Eltern kehren nach Nazaret zurück

39Josef und Maria erfüllten im Tempel alle Vorschriften,die das Gesetz2,39 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. des Herrn vorsieht.Dann kehrten sie nach Galiläa2,39 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. zurückin ihre Heimatstadt Nazaret2,39 Nazaret: Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf..

40Jesus2,40 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. wuchs heranund wurde ein kräftiges Kind.Gott schenkte ihm Weisheit2,40 Weisheit: Die Fähigkeit zu erkennen, wie die Welt und das Leben geordnet sind und wie der Mensch sich am besten in diese Ordnung einfügt. Die Weisheit hat ihren Ursprung bei Gott, der die Welt weise gegründet hat. und seine Gnade2,40 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu. begleitete ihn.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

41Jedes Jahr zogen die Eltern von Jesus2,41 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zum Passafest2,41 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. nach Jerusalem2,41 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .

42Als Jesus2,42 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. zwölf Jahre alt wurde,gingen sie mit ihm über die Feiertage2,42 jüdische Feste: Das Judentum ist eine Religion mit einer ausgeprägten Festkultur. dorthin –so wie es üblich war.43Als das Fest2,43 jüdische Feste: Das Judentum ist eine Religion mit einer ausgeprägten Festkultur. vorüber war,machten sie sich wieder auf den Heimweg.Ihr Sohn Jesus2,43 Jesus: Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua. blieb in Jerusalem2,43 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. zurück,aber die Eltern merkten es nicht.44Sie dachten:»Er ist bei den anderen Reisenden«,und zogen eine Tagesreise weit.Am Abend suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten.45Doch sie konnten ihn nicht finden.Da kehrten sie nach Jerusalem2,45 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. zurückund suchten ihn überall.

46Dann endlich, am dritten Tagentdeckten sie ihn im Tempel2,46 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes..Er saß mitten unter den Lehrern2,46 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde..Er hörte ihnen zuund stellte ihnen Fragen.47Alle, die ihn hörten,staunten über seine klugen Antworten.

48Seine Eltern waren fassungslos,als sie ihn hier fanden.Seine Mutter fragte ihn:»Kind, warum hast du uns das angetan?Sieh doch:Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht!«49Er antwortete ihnen:»Wieso habt ihr mich gesucht?Habt ihr denn nicht gewusst,dass ich bei meinem Vater2,49 Vater: Jesus nennt Gott hier zum ersten Mal seinen Vater. Er sucht seine Nähe im Tempel und beschäftigt sich mit seinem Wort. sein muss?«50Aber sie begriffen nicht,was er da zu ihnen sagte.