BasisBibel (BB)
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Anweisungen für das Sabbatjahr

251Der Herr sprach auf dem Berg Sinai25,1 auf dem Berg Sinai: Auf diesem Gottesberg in der Wüste erhielt Mose die Zehn Gebote, vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17. Die folgenden Anweisungen sollen für das Volk genauso grundsätzlich gelten. mit Mose25,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr ….Er forderte ihn auf,2mit den Israeliten zu reden und ihnen auszurichten:Ihr werdet bald in das Land25,2 das Land: Dass Gott seinem Volk Land schenken will, wird beispielsweise in 1. Mose/Genesis 13,14-18 erzählt. kommen,das ich euch geben will.Dann soll das Land wie an einem Sabbat25,2 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr … ruhenzu Ehren des Herrn.3Sechs Jahre lang sollt ihr eure Felder bestellenund Samen aussäen.Sechs Jahre sollt ihr eure Weinberge pflegenund die Ernte einbringen.4Aber im siebten Jahr soll das Land Ruhe haben.Das soll ein Sabbatjahr25,4 Sabbatjahr: Jedes siebte Jahr soll ein Jahr der Ruhe sein, genauso wie jeder siebte Tag der Woche, der Sabbat, ein Ruhetag ist. Menschen, Tiere und Natur sollen genauso ruhen wie Gott am siebten Tag der Schöpfung; vgl. 1. Mose/Genesis 2,2. sein zu Ehren des Herrn.Bearbeitet weder eure Felder noch eure Weinberge!5Ihr dürft nicht einmal das ernten,was von selbst nachwächst.Ihr dürft auch nicht die Trauben lesen,die ohne Pflege an den Weinstöcken wachsen.Denn das Land soll für ein Jahr wie am Sabbat ruhen.6Ihr dürft nur gerade das einsammeln,was ihr in der Ruhezeit des Landes zum Essen braucht.Das gilt für alle, die in euren Haushalten wohnen:für eure Sklaven und Sklavinnenund für eure einheimischen und fremden25,6 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr … Lohnarbeiter.7Was auf eurem Land von selbst wächst,soll alle ernähren – auch euer Vieh und die Tiere, die darauf leben.

Anweisungen für das Jubeljahr

8Nach sieben Sabbatjahren25,8 Sabbatjahr: Jedes siebte Jahr soll ein Jahr der Ruhe sein, genauso wie jeder siebte Tag der Woche, der Sabbat, ein Ruhetag ist. Menschen, Tiere und Natur sollen genauso ruhen, wie Gott am siebten Tag der Schöpfung; vgl. 1. Mose/Genesis 2,2. kommt ein besonderes Jahr.Zähle also 7 Mal 7 Jahre.Das sind 49 Jahre mit 7 Jahren der Ruhe.9Am zehnten Tag des siebten Monats25,9 siebter Monat: Meint den Monat Tischri. Er fällt in den September/Oktober unseres Jahres. Der zehnte Tag dieses Monats ist der Versöhnungstag. des 50. Jahressoll das Widderhorn25,9 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … geblasen werden.Es soll am Versöhnungstag25,9 Versöhnungstag: Fest, das jährlich im Herbst gefeiert wird. Alles, was die Beziehung zu Gott stört, wird an diesem Tag in einem besonderen Gottesdienst beseitigt. So geschieht Versöhnung zwischen Gott und den Menschen. Mehr … im ganzen Land erklingen.10Dieses Jahr soll für euch heilig25,10 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr … sein.Das heißt: Ruft die Freilassung aller Sklaven im Land aus!Denn es ist für euch ein Jubeljahr25,10 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. Alle 50 Jahre sollen Schulden erlassen, Sklaven befreit und veränderte Besitzverhältnisse überprüft werden..Jeder soll zu seiner Familie zurückkehren dürfenund dort seinen Besitz zurückerhalten.11Jedes 50. Jahr soll für euch ein Jubeljahr sein.Ihr sollt in diesem Jahr weder säennoch das ernten, was von selbst wächst.Ihr sollt auch nicht die Trauben lesen,die ohne eure Pflege an den Weinstöcken wachsen.12Denn es ist das Jubeljahr, und es soll für euch heilig sein.Geht aufs Feld und esst, was dort wächst.13Im Jubeljahr soll jeder seinen Besitz zurückerhalten.

14Keiner übervorteile einen anderen aus seinem Volk!Beachtet den Zeitpunkt des Jubeljahres25,14 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. Alle 50 Jahre sollen Schulden erlassen, Sklaven befreit und veränderte Besitzverhältnisse überprüft werden.,wenn ihr etwas kauft oder verkauft:15Kaufst du Land von jemandem aus deinem Volk,richtet sich der Kaufpreis nach dem letzten Jubeljahr.Er soll es dir zu einem Preis verkaufen,der sich an der Anzahl der Ernten orientiert:Wie viele Ernten sind es bis zum nächsten Jubeljahr?16Sind es noch viele Ernten, ist der Kaufpreis hoch.Sind es nur noch wenige Ernten, ist er niedrig.Denn er verkauft dir nur die Anzahl der Ernten,die das Stück Land hervorbringen wird.

17Keiner übervorteile einen anderen aus seinem Volk!Denn ich bin der Herr, euer Gott.18Haltet euch an meine Ordnungen und Vorschriften,befolgt sie und handelt danach!Dann werdet ihr im Land lebenund dort Ruhe und Frieden haben.19Das Land wird euch reiche Ernten schenken.Ihr werdet euch satt essenund könnt in Ruhe und Frieden leben.

Ein möglicher Einwand gegen diese Anweisungen

20Ihr fragt euch: »Was sollen wir im siebten Jahr essen?Wir dürfen ja nicht säen und nicht ernten!«21Ich sorge für euch schon im sechsten Jahr:Ich segne25,21 Segen, segnen: Gottes besondere Zuwendung zu seinen Geschöpfen, hier in Form einer ungewöhnlich reichen Ernte. euch und das Land,damit die Ernte für drei Jahre reicht.22Wenn ihr im achten Jahr wieder sät,werdet ihr noch von der alten Ernte zu essen haben.Sogar bis ins neunte Jahr werden die Vorräte reichen.Ihr werdet von der alten Ernte essen,bis ihr im neunten Jahr wieder ernten könnt.

Anweisungen für den Verkauf von Landbesitz

23Grundbesitz darf nicht endgültig verkauft werden25,23 Grundbesitz darf nicht endgültig verkauft werden: Das Land, das Gott seinem Volk gibt, gilt als Erbbesitz. Die Israeliten dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott.,denn das Land gehört mir.Ihr seid nur seine vorübergehenden Bewohner.Ihr seid für mich wie die Fremden25,23 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr …, die bei euch leben.24Für allen Grundbesitz im Land gilt:Wenn er verkauft wird,gibt es immer ein Recht auf Rückkauf.

25Es kann der Fall eintreten,dass jemand aus deinem Volk verarmtund seinen Grundbesitz verkaufen muss.Dann soll sein nächster Verwandter kommenund für ihn als Löser25,25 Löser: Der Löser sorgt dafür, dass ein in Not geratenes Familienmitglied Hilfe bekommt. Im übertragenen Sinn ist Gott (Er-)Löser für Israel und die Menschen. eintreten.Er soll das Land zurückkaufen,das sein Verwandter verkauft hat.26Hat jemand keinen Löser, aber wieder genug Geld,soll er das Land selbst zurückkaufen.27Dabei wird der Betrag mit jedem Jahr geringer,weil die Jahre seit dem Verkauf angerechnet werden.Sobald er den Restbetrag aufbringen kann,gehört sein Grundbesitz wieder ihm.28Kann er diesen Betrag trotzdem nicht aufbringen,soll das verkaufte Land weiterhin beim Käufer bleiben.Erst im Jubeljahr25,28 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. Alle 50 Jahre sollen Schulden erlassen, Sklaven befreit und veränderte Besitzverhältnisse überprüft werden. wird das Land wieder freiund kehrt zum ursprünglichen Besitzer zurück.

29Anders liegt der Fall,wenn jemand ein Wohnhaus in einer Stadt25,29 Wohnhaus in einer Stadt: Anders als Grundbesitz wie Felder und Weiden ist ein Stadthaus für den Lebensunterhalt einer Familie nicht lebensnotwendig. Deshalb darf es gehandelt werden. verkauft.Eine Stadt ist ein Ort mit einer Mauer darum herum.Dann ist das Recht auf Rückkauf zeitlich befristet:Bis zu einem Jahr nach dem Verkaufkann der Verkäufer sein Wohnhaus wieder zurückkaufen.30Kauft er das Haus innerhalb dieser Frist nicht zurück,gehört es endgültig dem Käufer.Er und seine Nachkommen dürfen es für immer behalten.Das Jubeljahr25,30 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. Alle 50 Jahre sollen Schulden erlassen, Sklaven befreit und veränderte Besitzverhältnisse überprüft werden. ändert diese Besitzverhältnisse nicht.Das gilt für Häuser in Ortschaften,die von einer Mauer umschlossen sind.31Für die Häuser in Dörfern ohne Stadtmauergilt das Recht auf Rückkauf wie beim Grundbesitz:Sie können jederzeit ausgelöst werdenund werden im Jubeljahr wieder frei.32Eine Ausnahme gilt für die Städte der Leviten25,32 Städte der Leviten: Da die Leviten in Israel für den Gottesdienst zuständig waren, erhielten sie nach 4. Mose/Numeri 18,23-24 keinen Grundbesitz auf dem Land, sondern lebten in Städten.:Leviten25,32 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr … besitzen ja nur die Häuser in den Städten,in denen sie wohnen.Deshalb sollen sie immer das Recht haben,ihre verkauften Häuser zurückzukaufen.33Kann einer der Leviten sein Haus nicht zurückkaufen,gilt die Regelung des Jubeljahres:Dann gehört es wieder seinem ursprünglichen Besitzer.Denn die Häuser in den Städtensind der einzige Besitz der Leviten.Das unterscheidet sie von allen anderen Israeliten.34Dasselbe gilt für das Weideland25,34 Weideland: 4. Mose/Numeri 35,1-8 zufolge gehören zu den Städten der Leviten Flächen von Weideland für die Viehzucht.,das zu den Städten der Leviten gehört:Es kann nicht dauerhaft verkauft werden.Denn es gehört den Leviten für immer.

Rechtsschutz für Israeliten in Not

35Du sollst jemanden aus deinem Volk unterstützen,wenn ihm Folgendes passiert:Er verarmt und kann nicht mehr für sich selbst sorgen.Dann sollst du ihn unterstützenwie die Fremden25,35 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr …, die bei dir wohnen.36Du sollst von ihm keine Zinsen verlangenund ihm keinen Aufschlag berechnen.Lass dich von Ehrfurcht25,36 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … gegenüber deinem Gott leitenund lass deinen Mitmenschen leben!37Du sollst ihm Geld nicht gegen Zinsen leihen.Auch bei den Nahrungsmittelnsollst du ihm keinen Aufschlag berechnen.38Ich bin der Herr, euer Gott.25,38 Ich bin der HERR, euer Gott.: Hier wird der Anfang der Zehn Gebote wiederholt, vgl. 2. Mose/Exodus 20,2.Ich habe euch aus Ägypten geführt25,38 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.,um euch das Land Kanaan25,38 Kanaan: Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. Mehr … zu schenken.Ich will euer Gott sein.

39Wenn jemand aus deinem Volk so sehr verarmt,dass er sich selbst als Sklave verkaufen25,39 sich selbst als Sklave verkaufen: Die sogenannte Schuldsklaverei war damals üblich. Sie sicherte den Armen das Überleben in wirtschaftlichen Notsituationen. muss, gilt:Du darfst ihn nicht als Sklaven arbeiten lassen!40Du sollst ihn wie einen Lohnarbeiter25,40 Lohnarbeiter: Lohnarbeiter hatten eine rechtlich höhere Stellung als die Sklaven. Sie konnten nicht zu einer Arbeit gezwungen werden. behandeln,der mit dir in deinem Haushalt lebt.Bis zum Jubeljahr25,40 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. Alle 50 Jahre sollen Schulden erlassen, Sklaven befreit und veränderte Besitzverhältnisse überprüft werden. soll er für dich arbeiten.41Dann soll er freigelassen werden.Er und seine Familie dürfen gehenund in ihr altes Leben zurückkehren.Zu Hause soll er wieder zurückerhalten,was seinen Vorfahren gehört hat.42Denn die Israeliten sind meine Knechte.Ich habe sie aus Ägypten geführt25,42 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.,deshalb darf niemand anders sie besitzen.Niemand darf sie wie Sklaven verkaufen.43Niemand darf sich als ihr Herr aufspielenund ihnen Gewalt antun.Lass dich von Ehrfurcht25,43 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … gegenüber deinem Gott leiten!

44Ihr braucht Sklaven25,44 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. Mehr … und Sklavinnen?Dann sollt ihr sie von euren Nachbarvölkern kaufen.Von denen könnt ihr Sklaven nehmen.45Ihr könnt auch die Kinder der Fremden25,45 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr … kaufen,die bei euch im Land leben.Die Fremden wohnen mit ihren Familien bei euchund bekommen Nachwuchs.Diese Kinder dürft ihr als Sklaven nehmen.46Ihr könnt sie euren Kindern vererben.Sie gehen dauerhaft in deren Besitz über.Ihr Leben lang sollen sie für euch arbeiten.Anders verhält es sich mit den Israeliten,die zum selben Volk gehören wie ihr:Ihnen gegenüber dürft ihr euch nicht als Herren aufspielenund ihnen keine Gewalt antun.

47Es kann der Fall eintreten,dass ein Fremder, der bei euch lebt, reich wird.Gleichzeitig verarmt jemand aus deinem Volkund muss sich selbst verkaufen.Er verkauft sich an den Fremden25,47 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt. Mehr … in seinem Umfeldoder an jemanden aus dessen Familie.48Wenn einem Israeliten das passiert,dann soll es ein Recht auf Freikauf geben.Zum Auslösen des Israeliten sind verpflichtet:zuerst dessen Brüder,49dann seine Onkel und Cousinsund schließlich die weiter entfernten Verwandten.Falls der Betroffene den Betrag aufbringen kann,kann er sich auch selbst freikaufen.

50So berechnet sich der Kaufpreis,den der Mann erhält, wenn er sich selbst verkauft:Es zählen die Jahre zwischen Verkauf und Jubeljahr25,50 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. Alle 50 Jahre sollen Schulden erlassen, Sklaven befreit und veränderte Besitzverhältnisse überprüft werden..Für jedes Jahr wird der Lohn eines Arbeiters gerechnet.51Soll er freigekauft werden,muss nur ein Teil des Kaufpreises erstattet werden:Sind es noch viele Jahre bis zum Jubeljahr,ist der Preis für den Freikauf hoch.52Sind es nur noch wenige Jahre bis zum Jubeljahr,ist der Preis für den Freikauf niedrig.

53Ein Israelit soll wie ein Lohnarbeiter behandelt werden.Während all der Jahre soll er bei dem Fremden leben.Der darf sich aber nicht als Herr über ihn aufspielenund darf ihm keine Gewalt antun.Wenn er es doch tut, darfst du nicht tatenlos zusehen!54Wird er all die Jahre nicht ausgelöst,soll er im Jubeljahr25,54 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. Alle 50 Jahre sollen Schulden erlassen, Sklaven befreit und veränderte Besitzverhältnisse überprüft werden. freigelassen werden.Er und seine Familie dürfen dann gehen.55Denn die Israeliten gehören mir.Sie sind meine Knechte,die ich aus Ägypten geführt25,55 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. habe.Ich bin der Herr, euer Gott.25,55 Ich bin der HERR, euer Gott.: Hier wird der Anfang der Zehn Gebote wiederholt, vgl. 2. Mose/Exodus 20,2.
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Die Ankündigung von Segen bei Gehorsam

261Macht euch keine Götzen26,1 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild.!Errichtet auch keine Götterbilder26,1 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … oder Kultsteine26,1 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung.!Stellt in eurem Land keine Figuren aus Stein auf,um sie anzubeten!Denn ich bin der Herr, euer Gott26,1 ich bin der HERR, euer Gott: Hier wird der Anfang der Zehn Gebote wiederholt, vgl. 2. Mose/Exodus 20,2..2Achtet aber darauf, den Sabbat26,2 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr … einzuhalten.Es ist ein Tag zu meiner Ehre.Habt Ehrfurcht26,2 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor meinem Heiligtum.Ich bin der Herr.

3Gutes kündige ich euch an,wenn ihr nach meinen Ordnungen lebt,meine Gebote26,3 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … haltet und danach handelt:4Dann lasse ich es zur richtigen Zeit regnen.Das Land wird reichen Ertrag bringenund die Bäume werden Früchte tragen.5Die Zeit, in der ihr euer Korn erntet und verarbeitet,wird bis zur Weinlese dauern.Und die Zeit, in der ihr eure Weintrauben erntet,wird bis zur Aussaat dauern.So viel Essen wird euch satt machen.Ihr werdet in eurem Land lebenund Ruhe und Frieden haben.6Ich werde eurem Land Frieden26,6 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr … schenken:Ihr legt euch schlafen und müsst niemanden fürchten.Auch die Raubtiere vertreibe ich aus eurem Land.Selbst das Schwert26,6 Schwert: Bild für den Krieg. halte ich von euch fern.7Euren Feinden werdet ihr nachjagenund dabei zusehen, wie sie im Kampf fallen.8Fünf von euch werden hundert Feinde jagen.Hundert von euch werden zehntausend jagen.Ihr werdet dabei zusehen, wie sie im Kampf fallen.

9Ich werde mich euch zuwenden und dafür sorgen,dass ihr fruchtbar seid und euch vermehrt.Ich stehe zu meinem Bund26,9 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr …,den ich mit euch geschlossen habe.10Ihr werdet von einer alten Ernte essen können,bis die neue Ernte da ist –die Reste werdet ihr sogar wegwerfen!11Meine Wohnung26,11 meine Wohnung: Andere Bezeichnung für das Zelt der Begegnung, in dem Gott in der Wüste verehrt wurde. soll in eurer Mitte sein.Euch gegenüber empfinde ich keine Abscheu.12Ich werde mitten unter euch leben26,12 mitten unter euch leben: Die Gegenwart Gottes wird sein Volk durch dessen gesamte Geschichte begleiten..Ich will euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein.13Denn ich bin der Herr, euer Gott,der euch aus Ägypten geführt26,13 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat.Damals wart ihr Sklaven der Ägypterund habt unter ihrem Joch26,13 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für die Sklaverei, in der die Israeliten in Ägypten lebten. gelitten.Dieses Joch habe ich zerbrochenund euch zu freien, aufrechten Menschen gemacht.

Die Ankündigung von Fluch bei Ungehorsam

14Unheil kündige ich euch an, wenn ihr nicht auf mich hört:wenn ihr all meine Gebote26,14 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr … nicht befolgt,15meine Ordnungen zurückweist,mein Recht verabscheut,wenn ihr gegen meine Gebote handelt –und meinen Bund26,15 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … brecht.16Dann werde ich euch Schlimmes antun.Ich werde Entsetzen über euch bringen,euch Schwindsucht und Fieber schicken.Eure Augen werden trübund eure Lebenskraft wird dahinschwinden.Für nichts und wieder nichts werdet ihr aussäen.Denn eure Feinde werden die Ernte aufessen.17Ich werde mich gegen euch wenden,und ihr werdet von euren Feinden besiegt.Über euch werden die herrschen, die euch hassen.Ihr werdet auf der Flucht sein,selbst wenn euch niemand verfolgt.

18Ihr wollt immer noch nicht auf mich hören?Dann wird es siebenmal schlimmer werden.Ich werde euch wegen eurer Sünden26,18 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … bestrafen.19Ich breche eure Macht, auf dir ihr so stolz seid.Den Himmel über euch mache ich hart wie Eisen26,19 hart wie Eisen, wie Bronze: Der Vergleich mit Metallen soll zeigen, wie lebensfeindlich, hart und trocken das Land wird, wenn kein Regen fällt.und euer Land wie Bronze26,19 wie Bronze: Der Boden wird hart und trocken wie Bronze, wenn kein Regen fällt..20Für nichts verbraucht ihr eure Kräfte:Das Land wird keinen Ertrag bringenund die Bäume werden keine Früchte tragen.

21Ihr begegnet mir weiterhin feindlichund wollt nicht auf mich hören?Dann wird es siebenmal schlimmer werden.Ich werde euch Strafen schicken wegen eurer Sünden.22Ich lasse Raubtiere auf euch los.Die werden eure Kinder und euer Vieh fressen.Euer Volk wird so schrumpfen,dass die Straßen menschenleer sind.

23Ihr widersetzt euch weiterhin meiner Warnungund wollt meine Feinde sein?24Dann werde auch ich euer Feind sein,und es wird siebenmal schlimmer werden.Ich werde euch wegen eurer Sünden schlagen.25Ich schicke euch das Schwert26,25 Schwert: Bild für den Krieg..Das ist meine Rache dafür,dass ihr den Bund26,25 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … gebrochen habt.Wenn ihr in euren Städten Zuflucht sucht,wird euch das nichts nützen:Ich schicke euch die Pestund gebe euch in die Gewalt des Feindes.26Ich werde den Stab26,26 Stab: Ein Holzstock, auf dem die im Orient üblichen ringförmigen Brote aufgereiht werden. zerbrechen,an dem ihr euer Brot als Vorrat aufhängt.Dann gibt es nur noch das wenige,das frisch gebacken wird:Ein einziger Backofen wird für zehn Frauen reichen.Jedem wird man die gleiche Menge Brot zuteilen,doch davon werdet ihr nicht satt werden.

27Ihr hört immer noch nicht auf michund begegnet mir weiterhin als Feinde?28Dann werde ich euch in meinem Zorn26,28 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … begegnen,und es wird siebenmal schlimmer werden.Ich werde euch wegen eurer Sünden bestrafen.29Ihr werdet das Fleisch eurer Kinder essen26,29 Fleisch eurer Kinder essen: Bild für eine Hungersnot, die so schlimm ist, dass Menschen vor nichts mehr zurückschrecken, um an Nahrung zu kommen..30Ich werde eure Kultplätze26,30 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. zerstörenund eure Räucheraltäre26,30 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer verbrannt wurden. Mehr … vernichten.Ich werde eure Leichen auf eure toten Götzen26,30 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. werfenund euch gegenüber tiefe Abscheu empfinden.31Eure Städte mache ich zu Trümmerhaufenund eure Heiligtümer werde ich verwüsten.Eure Opfer will ich nicht mehr riechen,obwohl ihr Geruch mich gnädig stimmen soll.32Ich selbst werde das Land verwüsten –so sehr, dass eure Feinde entsetzt sein werden,wenn sie sich darin niederlassen.33Euch aber werde ich zerstreuen,sodass ihr unter fremden Völkern leben müsst.Es gibt kein Zurück: Hinter euch ziehe ich das Schwert.Euer Land soll zur Wüste werdenund eure Städte zu Trümmerhaufen.

34Solange das Land verwüstet ist und brach liegt,kann es seine Sabbatjahre26,34 Sabbatjahre: In 3. Mose/Levitikus 25,1-7 findet sich das Gebot, das Land jedes siebte Jahr in Ruhe zu lassen. nachholen.Während ihr im Land eurer Feinde seid,wird es Ruhe haben wie an einem Sabbat26,34 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr ….35Das Land bekommt seine Ruhenur während dieser Zeit der Verwüstung.Als ihr noch darin gewohnt habt,habt ihr dem Land keine Ruhe gegönnt.Die Sabbatjahre waren euch egal.

36Einige von euch werden überlebenund in den Ländern ihrer Feinde wohnen müssen.Die Herzen dieser Überlebendenwerde ich mit Verzweiflung füllen.Sie werden sich verfolgt fühlen,sobald nur ein verwelktes Blatt raschelt.Dann werden sie die Flucht ergreifen,als ob sie auf der Flucht vor dem Schwert wären.Sie werden hinfallen,obwohl niemand sie verfolgt.37Sie werden übereinander stürzen,als sei das Schwert hinter ihnen her.Dabei verfolgt sie niemand!

In diesem Zustand werdet ihr nicht überleben könnenund seid euren Feinden wehrlos ausgeliefert.38Bei den fremden Völkern werdet ihr umkommen.Das Land eurer Feinde wird euch auffressen.39Die wenigen, die von euch überleben werden,sollen in den Ländern ihrer Feinde zugrunde gehen.Wegen ihrer Schuld26,39 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … sollen sie sterbenund wegen der Schuld ihrer Vorfahren.Die Erinnerung an die Vorfahren stirbt mit ihnen.

40Dann werden die Überlebenden ihre Schuld26,40 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … bekennenund die Schuld ihrer Vorfahren eingestehen.Sie hielten nämlich zuvor nicht treu zu mirund wurden meine Feinde.41Also wurde auch ich ihr Feindund brachte sie in das Land ihrer Feinde.Dort endlich werden sich die vor mir beugen,die überlebt haben.Ihre Herzen sind jetzt noch nicht beschnitten26,41 nicht am Herzen beschnitten sein: Übertragene Redeweise: Wer nicht am Herzen beschnitten ist, lässt sein Leben nicht von innen heraus durch Gottes Willen bestimmt sein.,und sie werden für ihre Schuld bezahlen.42Dann werde ich mich daran erinnern,dass ich vor langer Zeit einen Bund geschlossen hatte:den Bund mit Jakob26,42 Bund mit Jakob: Von Gottes besonderer Beziehung zu Israels Stammvater Jakob erzählt beispielsweise 1. Mose/Genesis 28,10-22.und davor schon den Bund mit Isaak und Abraham26,42 Bund mit Isaak und Abraham: Vom Bund Gottes mit Israels Stammvater Abraham erzählt 1. Mose/Genesis 17. Vom Bund mit Abrahams Sohn Isaak ist in 1. Mose/Genesis 17,21 die Rede..Aber ich musste auch an das Land denken.43Deshalb sollten die Bewohner das Land verlassen26,43 das Land verlassen: Vermutlich eine Anspielung auf die Verbannung nach Babylon, in die Israel nach der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezzar geführt wird.,damit es brach lagund seine Sabbatjahre26,43 Sabbatjahr: In 3. Mose/Levitikus 25,1-7 findet sich das Gebot, das Land jedes siebte Jahr in Ruhe zu lassen. Nichts hätte angebaut und geerntet werden sollen. nachholte.Sie mussten ihre Schuld bezahlen,weil sie immer wieder mein Recht missachtet hatten.Die von mir gesetzte Ordnung hatten sie gehasst.44Aber ich werde sie selbst dann nicht zurückweisen,wenn sie im Land ihrer Feinde sind.Ich empfinde keine Abscheu ihnen gegenüber.Deshalb will ich ihnen kein Ende machenund meinen Bund26,44 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … mit ihnen nicht brechen.Denn ich bin der Herr, ihr Gott.45Ich will mich an das erinnern, was für sie spricht:Ich will an den Bund mit den Vorfahren denken,die ich aus Ägypten geführt26,45 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. habe.Das tat ich vor den Augen der anderen Völker.So wurde ich ihr Gott.Ich bin der Herr.

46Dies sind die Ordnungen und Vorschriftenund die Sammlung der Weisungen26,46 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr …,die Mose übermitteln sollte.Der Herr teilte sie ihm auf dem Berg Sinai26,46 auf dem Berg Sinai: Auf diesem Gottesberg in der Wüste hat Mose die Zehn Gebote erhalten, vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17. Die Anweisungen in 3. Mose/Levitikus sollen für das Volk genauso grundsätzlich gelten. mit.Sie regeln die Beziehungzwischen dem Herrn und den Israeliten.
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Anhang: Von Gelübden und Gaben für Gott

3. Mose/Levitikus 27,1-34

Das Auslösen von Menschen, die Gott versprochen wurden

271Der Herr sprach mit Mose27,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … und forderte ihn auf,2mit den Israeliten zu reden und ihnen auszurichten:Jemand hat dem Herrn ein Gelübde27,2 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … gemachtund ihm einen Menschen oder Gegenstand versprochen.Wenn er das Gelübde erfüllen will,muss er an das Heiligtum einen bestimmten Wert zahlen.Wurde ein Mensch versprochen, gilt dabei Folgendes:Die Höhe der Ersatzleistungbemisst sich nach Alter und Geschlecht der Person:3Für einen Mann im Alter von 20 bis 60 Jahrensind es 50 Silberstücke27,3 Silberstücke: Wörtlich »Silber-Schekel«. Ein Silber-Schekel ist eine Münze im Wert von etwa 12 g Silber.nach dem Gewicht, das am Heiligtum verwendet wird27,3 Gewicht, das am Heiligtum verwendet wird: Normgewicht, das am Heiligtum aufbewahrt wurde. Es sorgte dafür, dass diese Gewichtseinheit im Einzugsgebiet des Heiligtums einheitlich verwendet werden konnte..4Für eine Frau im selben Alter sind es 30 Silberstücke.5Für einen jungen Mann im Alter von 5 bis 20 Jahrensind es 20 Silberstücke.Für eine junge Frau sind es 10 Silberstücke.6Für einen Jungen im Alter von 1 Monat bis 5 Jahrensind es 5 Silberstücke.Für ein Mädchen sind es 3 Silberstücke.7Für einen alten Mann über 60 Jahresind es 15 Silberstücke.Für eine alte Frau sind es 10 Silberstücke.

8Es kann vorkommen, dass jemand zu arm ist,um sein Gelübde27,8 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … einzulösen.Den versprochenen Menschensoll man dann einem Priester27,8 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … vorstellen.Dieser soll den Wert des Gelübdes neu festlegen.Er soll dabei die Möglichkeiten dessen berücksichtigen,der das Gelübde abgelegt hat.

Der Wert von Tieren, die Gott versprochen wurden

9Wenn jemand dem Herrn ein Tier versprochen hat,das als Opfergabe geeignet ist, dann gilt:Dieses Tier ist heilig27,9 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr … und gehört bereits dem Herrn.10Man darf es nicht durch ein anderes Tier ersetzen:weder ein gutes durch ein schlechtes Tiernoch ein schlechtes durch ein gutes Tier.Man darf die Tiere auch nicht vertauschen.Tauscht doch jemand die Tiere aus,gelten beide Tiere als heilig.

11Wenn es ein unreines Tier27,11 unreine Tiere: In 3. Mose/Levitikus 11 wird zwischen den Tieren unterschieden, die gegessen und als Opfer dargebracht werden dürfen, und denen, die sich nicht dafür eignen. Sie gelten als unrein. ist,eignet es sich nicht als Opfergabe für den Herrn.Dann soll man das Tier zu einem Priester27,11 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … bringen.12Der Priester soll das Tier einschätzenund Gutes und Schlechtes gegeneinander abwägen.So ermittelt er den Wert für das Gelübde27,12 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr ….13Will der Besitzer sein Tier zurückkaufen,soll er die festgelegte Summe bezahlen.Außerdem soll er noch ein Fünftel zusätzlich geben.

Der Wert von Besitz, der Gott versprochen wurde

14Jemand verspricht dem Herrn den Wert seines Hauses.Dann gilt das Haus als heilig27,14 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr ….Ein Priester27,14 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … soll den Wert des Hauses schätzenund Gutes und Schlechtes gegeneinander abwägen.So ermittelt er den Wert für das Gelübde.15Will der Besitzer sein Haus zurückkaufen,soll er die festgelegte Summe bezahlen.Außerdem soll er noch ein Fünftel zusätzlich geben.Erst dann gehört das Haus wieder ihm.

16Jemand verspricht dem Herrn den Wert eines Feldes,das zu seinem Erbbesitz27,16 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. gehört.Das Feld gilt dann als heilig.Der Wert des Gelübdes richtet sichnach der Menge an Saatgut, die man dort säen kann.Jeder Sack Gerste27,16 Sack Gerste: Wörtlich »ein Homer Gerste«. Ein Homer ist ein Gefäß zum Messen von Getreide und fasst etwa 200–210 l. Ein Homer Gerste wiegt etwa 120 kg.entspricht einem Gegenwert von 50 Silberstücken27,16 Silberstücke: Wörtlich »Silber-Schekel«. Ein Silber-Schekel ist eine Münze im Wert von etwa 12 g Silber..17Bei der Ermittlung des Wertesmuss noch der Zeitpunkt des Jubeljahres27,17 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. 3. Mose/Levitikus 25 zufolge sollen alle 50 Jahre Schulden erlassen, veränderte Besitzverhältnisse überprüft und Sklaven befreit werden. beachtet werden:Die 50 Silberstücke gelten nur,wenn das Versprechen direkt nach dem Jubeljahr erfolgt.18Wird das Versprechen in den Jahren danach gegeben,verringert sich der Wert27,18 verringert sich der Wert: Wenn das Jubeljahr näher rückt, kann in der kürzeren Zeit seltener geerntet werden. Damit verringert sich der zu erwartende Ertrag des Feldes und somit die Summe, die gezahlt werden muss..Dann soll ein Priester den Wert neu berechnen.Er darf nur die Jahre berücksichtigen,die bis zum nächsten Jubeljahr noch vergehen.Die Jahre davor müssen abgezogen werden.19Will der Besitzer sein Feld zurückkaufen,soll er die festgelegte Summe bezahlen.Außerdem soll er noch ein Fünftel zusätzlich geben.Erst dann gehört es wieder ihm.20Es kann vorkommen,dass er sein Feld nicht ausgelöst hat,es aber trotzdem an einen anderen verkauft.Dann endet das Recht auf Rückkauf.21Kommt das Jubeljahr und das Feld wird wieder frei,fällt es an den Herrn.Es gilt als heilig wie ein Feld,das dem Herrn geweiht ist.Es geht in den Besitz der Priester27,21 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … über.

22Anders ist es,wenn jemand dem Herrn ein Feld verspricht,das nicht zu seinem Erbbesitz27,22 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. gehört.Auch dieses Feld gilt als heilig.23Dann soll ein Priester den Wert berechnen.Er soll die Jahre berücksichtigen,die bis zum nächsten Jubeljahr27,23 Jubeljahr: Jahr des Schuldenerlasses. 3. Mose/Levitikus 25 zufolge sollen alle 50 Jahre Schulden erlassen, veränderte Besitzverhältnisse überprüft und Sklaven befreit werden. noch vergehen.Noch am selben Tagsoll der Mann die Summe bezahlen.Sie ist eine heilige Sache27,23 eine heilige Sache: Wird der Wert eines Feldes Gott versprochen, ist die entsprechende Summe Eigentum des Herrn. Sie darf für nichts anderes mehr verwendet werden. für den Herrn.24Die ursprünglichen Besitzverhältnissewerden im Jubeljahr wiederhergestellt:Das Feld gehört wieder seinem ursprünglichen Besitzer.

25Bei der Ermittlung all dieser Wertegilt das Gewicht, das am Heiligtum verwendet wird27,25 Gewicht, das am Heiligtum verwendet wird: Normgewicht, das am Heiligtum aufbewahrt wurde. Es sorgte dafür, dass diese Gewichtseinheit im Einzugsgebiet des Heiligtums einheitlich verwendet werden konnte.:Zwölf Gramm27,25 zwölf Gramm: Wörtlich »20 Gera«. Gera ist das kleinste Münzgewicht und entspricht etwas mehr als 0,5 g. soll ein Silberstück wiegen.

Besondere Fälle bei Gelübden

26Alle erstgeborenen Tiere27,26 erstgeborene Tiere: Bezeichnet das erste männliche Junge, das von einem Muttertier geboren wird. Es ist für Gott bestimmt.darf niemand für heilig erklärenund sie so dem Herrn versprechen.Denn alle Erstgeborenen gehören ja schon dem Herrn.Es ist egal, ob ein Rind oder Schaf versprochen wird.27Für Tiere, die zu den unreinen Tieren gehören,gelten andere Vorschriften:Ihre Erstgeburt muss man auslösen27,27 Erstgeburt auslösen: Da unreine Tiere nicht als Opfer dargebracht werden durften, konnte nur der Wert ihrer Erstgeburt dem Heiligtum als Ersatz bezahlt werden..Zusätzlich zu ihrem Wertsoll der Besitzer ein Fünftel mehr zahlen.Kauft jemand seine Tiere nicht selbst zurück,sollen sie ohne Aufschlag verkauft27,27 verkaufen: Die Priester verkauften dann die unreinen Tiere an Dritte. werden.

28Ein weiterer Sonderfall ist es,wenn jemand dem Herrn seine Beute verspricht.Etwas, das dem Untergang geweiht27,28 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht. ist,ist immer besonders heilig und gehört dem Herrn.Es darf niemals verkauft oder ausgelöst werden.Das gilt für Menschen, Tiere und Landbesitz.29Kein Mensch, der dem Untergang geweiht ist,darf freigekauft werden.Er muss sterben.

30Der zehnte Teil27,30 zehnter Teil: Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott. Mehr … der Ernte gehört dem Herrn:der zehnte Teil von allem,was auf den Feldern und auf den Bäumen wächst.Er ist heilig für den Herrn.31Will jemand von seinem Zehnten etwas auslösen,soll er zusätzlich zum Wert ein Fünftel mehr zahlen.32Das gilt auch für jedes zehnte Tier.Alle Rinder, Schafe und Ziegensollen mithilfe des Hirtenstabes abgezählt werden.Jedes zehnte Tierist als heilig für den Herrn auszusondern.33Man darf dabei keinen Unterschied machenzwischen den guten und den schlechten Tieren.Man darf die Tiere nicht tauschen.Tut das doch jemand, gelten beide Tiere als heilig:das ursprüngliche Tier und das getauschte.Es gibt dann kein Recht auf Rückkauf.

34Dies sind die Gebote27,34 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. Mehr …,die Mose an die Israeliten weitergeben sollte.Der Herr selbsthatte sie ihm auf dem Berg Sinai27,34 auf dem Berg Sinai: Auf diesem Gottesberg in der Wüste erhielt Mose die Zehn Gebote, vgl. 2. Mose/Exodus 20,1-17. Die Anweisungen in 3. Mose/Levitikus sollen für das Volk genauso grundsätzlich gelten. gegeben.