BasisBibel (BB)
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Strafen für falsches Verhalten vor Gott

201Der Herr20,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sprach mit Mose20,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. und forderte ihn auf,2den Israeliten auszurichten:Wer eines seiner Kinder fremden Göttern20,2 fremde Götter: Wörtlich »dem Moloch«. Moloch ist eine Gottheit, die im Umfeld Israels verehrt wurde. Vermutlich soll das Verbot dafür sorgen, dass Kinder von Israeliten nicht in Familien außerhalb Israels gegeben wurden, in denen sie fremden Göttern dienen mussten. übergibt,ist des Todes schuldig.Die Männer, die im Land Verantwortung tragen,sollen ihn steinigen20,2 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird..Das gilt für die Israeliten und die Fremden20,2 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt..3Ich stelle mich gegen diesen Mannund werde ihn aus seinem Volk auslöschen.Denn er hat eines seiner Kinder weggegebenund so fremden Gottheiten übergeben.Damit hat er mein Heiligtum unrein gemachtund meinen heiligen Namen20,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. in den Dreck gezogen.4Wenn die Verantwortlichen aber die Augen verschließen,werde ich auch sie bestrafen:Er hat eines seiner Kinder fremden Göttern übergeben,aber sie haben ihn nicht dafür getötet.5Dann werde ich mein Angesicht20,5 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. gegen sie alle richten,gegen den Mann und seine ganze Sippschaft.Ich werde sie aus ihrem Volk auslöschen,weil sie alle wie Huren20,5 wie Huren: Das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Als Ehefrau Gottes soll das Volk Gott vertrauen und nicht nach anderen Göttern fragen. fremden Göttern nachrennen.

6Ich werde auch jede Person bestrafen,die sich an Totenbeschwörer oder Wahrsager20,6 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. wendet:Wie eine Hure20,6 wie eine Hure: Das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Als Ehefrau Gottes soll das Volk Gott vertrauen und nicht nach anderen Göttern fragen. läuft sie ihnen nach!Ich werde mein Angesicht gegen diese Person richtenund werde sie aus ihrem Volk auslöschen.

7Führt ein heiliges Leben und seid heilig!20,7 Führt ein heiliges Leben und seid heilig!: Die Israeliten werden dazu aufgefordert, ihr Leben so zu führen, dass es der Heiligkeit Gottes entspricht. Das bedeutet ein Leben, das sich an Gottes Willen und Geboten orientiert.Denn ich bin der Herr, euer Gott.8Befolgt meine Ordnungen und handelt entsprechend!Ich bin der Herr, der euch heilig macht.

9Wenn jemand seinen Vater oder seine Mutter verflucht20,9 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll.,ist er des Todes schuldig.Denn er hat es gewagt,seinen Vater oder seine Mutter zu verfluchen.Wer das Blut des Täters vergießt, bleibt straffrei20,9 bleibt straffrei: Wörtlich »Ihr Blut ist auf ihnen!« Mit diesem Satz wird die Blutrache außer Kraft gesetzt. Die Blutrache verpflichtete den nächsten männlichen Verwandten eines getöteten Familienmitglieds dazu, den Mörder zu töten..

10Begeht jemand Ehebruch mit der Frau eines anderen,sind der Mann und die Frau des Todes schuldig.11Schläft jemand mit einer Frau seines Vaters,sind beide des Todes schuldig.Es ist, also ob er mit seinem Vater geschlafen hätte!Wer das Blut der beiden vergießt, bleibt straffrei20,11 bleibt straffrei: Wörtlich »Ihr Blut ist auf ihnen!« Mit diesem Satz wird die Blutrache außer Kraft gesetzt. Die Blutrache verpflichtete den nächsten männlichen Verwandten eines getöteten Familienmitglieds dazu, den Mörder zu töten..12Schläft jemand mit seiner Schwiegertochter,sind beide des Todes schuldig.Sie haben eine widerwärtige Tat begangen.Wer ihr Blut20,12 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. vergießt, bleibt straffrei.13Schläft ein Mann mit einem Mann20,13 schläft ein Mann mit einem Mann: Das Verbot schließt jede Form von sexuellen Beziehungen aus, aus der keine Nachkommen hervorgehen können. Nachkommen waren für die Versorgung ihrer Eltern verantwortlich und sicherten den Fortbestand des Volkes.,wie man mit einer Frau schläft,sind beide des Todes schuldig.Sie haben eine abscheuliche Tat begangen.Wer ihr Blut vergießt, bleibt straffrei.14Heiratet ein Mann Mutter und Tochter zugleich,ist das ein schamloses Treiben.Ihn und die beiden Frauen soll man verbrennen,damit das schamlose Treiben bei euch ein Ende hat.

15Wenn ein Mann Geschlechtsverkehr mit einem Tier hat,ist er des Todes schuldig.Auch das Tier soll erschlagen werden.16Wenn eine Frau Geschlechtsverkehr mit einem Tier hat,sollst du beide töten.Die Frau und das Tier müssen sterben.Wer ihr Blut20,16 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. vergießt, bleibt straffrei20,16 bleibt straffrei: Wörtlich »Ihr Blut ist auf ihnen!« Mit diesem Satz wird die Blutrache außer Kraft gesetzt. Die Blutrache verpflichtete den nächsten männlichen Verwandten eines getöteten Familienmitglieds dazu, den Mörder zu töten..17Heiratet jemand seine Schwesterund sie schlafen miteinander,ist das eine Schande.Es ist dabei egal,ob sie die Tochter seines Vaters oder seiner Mutter ist.Beide sollen ausgelöscht werden vor den Augen ihres Volkes.Er hat mit seiner Schwester geschlafenund so Schuld auf sich geladen.18Schläft jemand wissentlich mit einer Frau,die ihre Monatsblutungen hat,sollen beide aus ihrem Volk ausgelöscht werden.Der Mann ist in ihren Schambereich eingedrungenund ist so in Kontakt mit ihrem Blut gekommen.Und die Frau war damit einverstanden.

19Du sollst nicht mit deiner Tante schlafen,weder mit der Schwester deiner Mutter noch deines Vaters.Denn wer mit Blutsverwandten schläft, lädt Schuld auf sich.20Schläft jemand mit einer angeheirateten Tante,ist das, als ob er mit seinem Onkel schläft.Der Mann und seine Tante haben eine Sünde begangenund müssen sich dafür verantworten.Sie sollen kinderlos sterben.21Nimmt sich jemand die Frau seines Bruders20,21 Frau seines Bruders: In 5. Mose/Deuteronomium 25,5-10 finden sich Anweisungen für die »Schwagerehe«. Diese Ausnahme tritt nur in Kraft, wenn der Mann der Schwägerin gestorben ist und es keine Söhne gibt.,gilt dasselbe wie bei Frauen während der Monatsblutung:Es ist eine Schande, mit ihr zu schlafen!Das ist, als ob er mit seinem Bruder schläft.Sie sollen kinderlos bleiben.

Warum rein und unrein unterschieden werden sollen

22Befolgt alle meine Ordnungenund handelt nach allen meinen Anweisungen!Sonst wird euch das Land ausspucken20,22 wird euch das Land ausspucken: Vermutlich eine Anspielung auf die Verbannung nach Babylon, in die Israel nach der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezzar geführt wird.,in das ich euch führen werde.Dort werdet ihr bald wohnen.23Übernehmt nicht die Sitten des Volkes,das ich vor euch vertreiben werde.Denn sie haben getan,was ich euch verboten habe.Und ich habe mich angeekelt von ihnen abgewandt.24Daher habe ich euch versprochen:Das Land soll euch gehören.Ich werde es euch geben,und ihr sollt es in Besitz nehmen.Es ist ein Land, in dem Milch und Honig fließen20,24 Land, in dem Milch und Honig fließen: Biblische Redewendung für ein fruchtbares Land, das landwirtschaftliche Güter im Überfluss hervorbringt..Ich bin der Herr20,24 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., euer Gott.Ich habe euch aus den anderen Völkern ausgewähltund so einen Unterschied gemachtzwischen ihnen und euch.25Deshalb sollt auch ihr unterscheiden:zwischen reinen20,25 rein: Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die den religiösen Vorschriften des Alten Testaments zufolge gegessen werden dürfen. und unreinen20,25 unrein: Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die den religiösen Vorschriften des Alten Testaments zufolge nicht gegessen werden dürfen. Tierenund zwischen unreinen und reinen Vögeln.Die unreinen Tiere und Vögelund alles, was auf dem Boden kriecht,dürft ihr nicht essen.Esst ihr doch davon, ekelt ihr mich an.Denn ich habe für euch unterschiedenzwischen rein und unrein.26Ihr sollt für mich heilig sein.20,26 Ihr sollt für mich heilig sein.: Die Israeliten werden dazu aufgefordert, ihr Leben so zu führen, dass es der Heiligkeit Gottes entspricht. Das bedeutet ein Leben, das sich an Gottes Willen und Geboten orientiert.Denn ich, der Herr, bin heilig.Ich habe euch aus den anderen Völkern ausgewähltund so einen Unterschied gemachtzwischen ihnen und euch.Ihr gehört jetzt zu mir.

27Kann jemand Totengeister beschwören oder wahrsagen20,27 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen.,ist er des Todes schuldig.Es ist egal, ob ein Mann oder eine Fraudiesen Geist in sich trägt.Man soll sie alle steinigen20,27 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird.:Wer ihr Blut vergießt, bleibt straffrei20,27 bleibt straffrei: Wörtlich »Ihr Blut ist auf ihnen!« Mit diesem Satz wird die Blutrache außer Kraft gesetzt. Die Blutrache verpflichtete den nächsten männlichen Verwandten eines getöteten Familienmitglieds dazu, den Mörder zu töten..
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Heiligkeit und das Leben der Priester

3. Mose/Levitikus 21,1–22,33

Priester müssen besonders auf Reinheit achten

211Der Herr21,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sprach mit Mose21,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. und forderte ihn auf,mit den Priestern21,1 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes., den Nachkommen Aarons21,1 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester., zu reden.Er sollte ihnen ausrichten:Ein Priester darf sich nicht unrein21,1 unrein: Man stellte sich Unreinheit wie eine Krankheit vor, die von Mensch zu Mensch und von Dingen zu Menschen übertragen werden konnte. machen,indem er irgendeinen toten Verwandten berührt.2Ausnahmen gelten nur für seine nächsten Angehörigen:für Mutter, Vater, Söhne, Töchter und Brüder3und für die unverheirateten Schwestern,die noch Jungfrauen sind.Sie haben keine Ehemänner, die für sie sorgen.Deshalb darf ein Priester sich für sie unrein machen.4Wenn eine verheiratete Schwester stirbt,darf er sich nicht für sie unrein machen.Er würde sich sonst selbst entweihenund könnte keinen Dienst im Heiligtum mehr tun.

5Priester dürfen sich keine Glatze scheren21,5 Glatze scheren: Ein Trauerbrauch der Nachbarvölker Israels.,ihren Bart nicht stutzenund ihren Körper nicht ritzen21,5 ritzen: Ein Trauerbrauch der Nachbarvölker Israels, der mit magischen Vorstellungen verbunden war..6Sie sollen heilig sein für ihren Gott21,6 sie sollen heilig sein für ihren Gott: Die Priester werden dazu aufgefordert, ihren Dienst so zu leisten und ihr Leben so zu führen, dass es der Heiligkeit Gottes entspricht. Das bedeutet, sich in allem an Gottes Willen und seine Gebote zu halten.und dürfen seinen Namen21,6 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. nicht entehren.Denn sie bringen die Opfergaben dar,die für den Herrn verbrannt werden.Auch alle anderen Opfer bringen sie dar,die im Heiligtum verzehrt werden.Darum müssen sie heilig sein.7Priester dürfen keine Huren heiraten –auch keine Frauen, die vergewaltigt wurdenoder von ihren Männern geschieden wurden.Denn ein Priester ist heilig für seinen Gott.8Alle miteinander seid ihr dafür verantwortlich,dass ein Priester heilig ist.Denn ihm sind die Opfer anvertraut,die eurem Gott gehören.Du sollst einem Priester mit großer Achtung begegnen.Denn ich, der Herr, bin heilig,und ich mache euch heilig.9Verhält sich die Tochter eines Priesters wie eine Hure,soll man sie im Feuer verbrennen.Denn sie hat sich selbst und ihren Vater entweiht.

10Der Hohepriester21,10 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. nimmt den höchsten Rang einunter allen Priestern.Bei seiner Einsetzunggoss man ihm Salböl21,10 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet. auf den Kopf.Für ihn gelten daher besondere Vorschriften:Nur er darf die heiligen Gewänder21,10 heilige Gewänder: Die besonderen Gewänder des Hohepriesters werden in 2. Mose/Exodus 28 beschrieben. anziehen.Er darf seine Haare nicht frei herunterhängen lassenund seine Kleider nicht zerreißen21,10 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit und einer der Trauerbräuche, die in Israel üblich waren..11Er darf nicht unrein21,11 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. werden,indem er einen Toten berührt –nicht einmal seinen toten Vater oder seine Mutter.12Für Tote darf er das Heiligtum nicht verlassen,sonst entweiht er das Heiligtum seines Gottes.Denn er wurde mit Öl gesalbt,was ihn an Gott bindet.Ich bin der Herr.

13Der Hohepriester darf nur eine Jungfrau heiraten.14Eine andere Frau darf er nicht heiraten –also keine Witwe und keine Hure,auch keine geschiedene oder vergewaltigte Frau.Er soll eine Jungfrau21,14 Jungfrau: Damit ist sichergestellt, dass sie kein Kind eines anderen Mannes bekommt, der nicht aus einer Priesterfamilie stammt. heiraten,die der Großfamilie der Priester angehört.15Tut er das nicht,gelten seine Nachkommen nicht mehr als heilig.Sie gehören dann nicht der Großfamilie der Priester an.

Denn ich bin der Herr, der ihn heilig macht.

Priester dürfen keine körperlichen Einschränkungen haben

16Der Herr21,16 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sprach mit Mose21,16 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote..17Er forderte ihn auf, mit Aaron21,17 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. zu redenund ihm auszurichten:Die folgende Anordnung gilt für alle deine Nachkommenund für alle künftigen Generationen.Keiner, der eine Erkrankung oder Verletzung hat,darf für seinen Gott Opfer darbringen.18Menschen mit diesen Einschränkungendürfen sich Gott nicht als Priester nähern:Blinde, Lahme, Kleinwüchsige,Menschen mit Missbildungen im Gesicht oder am Körper,19niemand mit gebrochenem Fuß oder gebrochener Hand,20verkrümmtem Rücken, Augen- oder Hautkrankheiten,keiner mit Missbildungen an den Hoden.21Das gilt für alle Nachkommen des Priesters Aaron.Keiner von ihnen, der eine Einschränkung hat,darf Opfergaben für den Herrn verbrennen.Er darf auch keine Opfer darbringen,die Gott gehören und im Heiligtum verzehrt werden.22Aber er darf von diesen Opfern essen:Er darf die Opfer essen, die besonders heilig21,22 besonders heilig: Opfergaben, die so heilig sind, dass sie das Heiligtum als den besonderen Bereich Gottes nicht verlassen dürfen. sind,und auch von den anderen heiligen Opfergaben21,22 heilige Opfergaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung..23Aber dem Vorhang21,23 Vorhang: Trennt den inneren Bereich des Heiligtums, der Priestern vorbehalten ist, vom äußeren Bereich. und dem Altardarf er nicht zu nahe kommen.Denn er hat eine körperliche Einschränkung.Sonst würde er mein Heiligtum entweihen.Ich bin der Herr, der beides heilig macht.

24Mose21,24 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. richtete das alles Aaron21,24 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. aus,auch dessen Söhnen und allen Israeliten.
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Wer von den Opfergaben essen darf

221Der Herr22,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sprach mit Mose22,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. und forderte ihn auf,2mit Aaron22,2 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. und seinen Söhnen zu reden.Er sollte ihnen ausrichten:Geht sorgfältig mit den Opfergaben der Israeliten um,damit mein heiliger Name22,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. nicht entehrt wird.Es sind heilige Gaben22,2 heilige Gaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung.,die besonders behandelt werden müssen.Ich bin der Herr.

3Außerdem sollte er ihnen ausrichten:Die folgende Warnung gilt für alle Generationenund für alle eure Nachkommen.Wer als unrein22,3 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. gilt,darf sich den heiligen Gaben22,3 heilige Gaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung. nicht nähern.Die Israeliten geben sie dem Herrn,deshalb sind sie heilig.Berührt jemand sie, obwohl er unrein ist,soll er ausgelöscht werden –fort mit ihm, aus meinen Augen!Ich bin der Herr.

4Wer von den Nachkommen Aarons22,4 Nachkommen Aarons: Bezeichnet die Priester in Israel, die sich alle auf ihren Stammvater Aaron zurückführen. Sie dürfen Gott Opfer darbringen und selbst davon essen. unter Aussatz22,4 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. leidet,darf nichts von den heiligen Gaben22,4 heilige Gaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung. essen.Er muss damit warten, bis er wieder als rein22,4 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. gilt.Dieses Verbot gilt auch für die folgenden Personen:wer unter Ausfluss leidet;wer etwas berührt, das durch einen Toten unrein wurde;wer einen Samenerguss hatte;5wer eines der Kleintiere22,5 Kleintiere: Meint Tiere, die sich kriechend fortbewegen oder auf dem Boden leben. Aufgezählt werden sie in 3. Mose/Levitikus 11,29-30. anfasst,die unrein machen können;oder wer einen Menschen anfasst,an dem man sich unrein machen kann22,5 an dem man sich unrein machen kann: Fälle, in denen Menschen als unrein gelten, werden beispielsweise in 3. Mose/Levitikus 15 aufgezählt..6Wer damit in Berührung kommt,gilt bis zum Abend als unrein.So lange darf er von den heiligen Gaben nichts essen.Dafür soll er seinen ganzen Körper in Wasser baden.7Mit Sonnenuntergang gilt er wieder als reinund darf von den heiligen Gaben essen.Denn sie sind sein Lebensunterhalt.8Ein verendetes Tier darf er nicht essen.Es ist egal, ob das Tier einfach gestorben istoder von einem anderen Tier gerissen wurde.Er würde dadurch unrein werden.Ich bin der Herr.9Aaron und seine Söhnesollen meine Anweisungen befolgen.Sonst begehen sie eine Sünde22,9 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.und belasten sich selbst.Sollte das geschehen, werden sie sterben.Denn sie entehren meinen heiligen Namen22,9 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..Ich bin der Herr, der sie heilig macht.

10Keiner außer den Priestern22,10 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.darf von den heiligen Gaben22,10 heilige Gaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung. essen.Das gilt auch für ihre Lohnarbeiterund alle, die nur vorübergehend bei ihnen wohnen.11Ausgenommen sind die Personen,die ständig bei ihnen leben.Das gilt für Sklaven, die sie gekauft habenoder die bei ihnen im Haus geboren wurden.Die dürfen von den Lebensmitteln essen,die die Priester als Lebensunterhalt bekommen.

12Es kann vorkommen,dass die Tochter eines Priesters22,12 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. einen Mann heiratet,der selbst kein Priester ist.Dann darf sie nichts mehr von den heiligen Gaben22,12 heilige Gaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung. essen.13Das ändert sich jedoch,wenn sie wieder nach Hause zurückkehren muss:Sie ist Witwe geworden oder wurde geschiedenund hat keine Kinder.Deshalb zieht sie wieder in das Haus ihres Vaters.Dann darf sie wieder wie in ihrer Jugend mitessen.Aber sonst darf niemand davon essen.

14Isst jemand aus Versehen von den heiligen Gaben22,14 heilige Gaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung.,soll er sie dem Priester22,14 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. ersetzen.Außerdem soll er noch ein Fünftel zusätzlich geben.15Die Israeliten bringen heilige Gaben22,15 heilige Gaben: Für Gott bestimmte Abgaben. Ein Teil wurde als Opfer dargebracht, ein anderer Teil stand den Priestern für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung.,von denen ein Teil den Priestern gehört.Diesen Teil heben die Priester vor dem Herrn hochund müssen danach sorgfältig mit ihm umgehen.16Wenn die Israeliten von diesem Teil essen würden,würden sie sich selbst mit Schuld belasten.Ich bin der Herr, der sie heilig macht.

Anweisungen über die Opfertiere

17Der Herr22,17 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sprach mit Mose22,17 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote..Er forderte ihn auf,18mit Aaron22,18 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester., seinen Söhnen und allen Israeliten zu reden.Er sollte ihnen ausrichten:Das ist die Anweisung für jeden,der freiwillig ein Brandopfer22,18 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. darbringen will.Oder er will ein Opfer für den Herrn darbringen,um ein Gelübde22,18 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. zu erfüllen.Sie gilt für die Israelitenund die Fremden22,18 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt., die in Israel leben.19Damit der Herr euch und das Opfer annimmt,muss das Opfer ein makelloses männliches Tier sein:ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege.20Alle Tiere, die einen Makel haben,dürft ihr nicht als Opfer darbringen.Denn das würde Gott nicht gefallen,und er würde euch und euer Opfer nicht annehmen.

21Das ist die Anweisung für jeden,der freiwillig ein Schlachtopfer22,21 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. darbringen will.Sie gilt auch, wenn jemand ein Gelübde22,21 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. erfülltund deshalb für den Herrn ein Opfer darbringt:Dann soll er ein makelloses Tier nehmen,ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege.An dem Tier darf nichts auszusetzen sein.Das wird Gott gefallen.22Es darf nicht blind oder verstümmelt sein,nichts gebrochen habenund nicht an sichtbaren Krankheiten22,22 sichtbare Krankheiten: Der hebräische Text nennt drei äußerliche Krankheitssymptome, die sich kaum ins Deutsche übertragen lassen. leiden.Tiere mit so einem Makeldürft ihr dem Herrn nicht darbringen.Nichts davon darf auf dem Altar22,22 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. verbrannt werden.Es ist keine angemessene Opfergabe für den Herrn.

23Bei der freiwilligen Opfergabedarfst du eine Ausnahme machen:Du kannst ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege nehmen,bei dem ein Bein zu lang ist.Oder du kannst ein Tier nehmen,das einen verstümmelten Schwanz hat.Wenn du aber mit der Gabe ein Gelübde22,23 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. erfüllen willst,gefallen diese Tiere dem Herrn nicht.24Ein Tier, das an den Hoden verletzt ist,dürft ihr auf keinen Fall als Opfer darbringen.Ihr dürft in eurem Land keine Tiere darbringen,die keinen Nachwuchs bekommen können.25Von einem Ausländersollt ihr solche Tiere auch nicht kaufen,um sie eurem Gott darzubringen.Denn sie wurden verstümmelt,und jetzt ist ein Makel an ihnen.So ein Opfer gefällt Gott nicht,und ihr werdet nicht angenommen.

26Auch die folgende Anweisung bekam Mose22,26 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. vom Herrn:27Ein junges Rind, eine Ziege oder ein Lammsoll als Opfergabe22,27 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott. für den Herrn verbrannt werden.Wenn das Tier geboren wird,soll es sieben Tage lang bei seiner Mutter bleiben.Ab dem achten Tag eignet es sich als Opfertier.Ab dann gefällt dem Herrn das Opfer22,27 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.,und er nimmt es an.28Ein Muttertier und ihr Jungtiersollt ihr nicht zusammen am selben Tag schlachten.Das gilt für Rinder, Schafe und Ziegen.

29Das ist die Anweisung,wenn ihr dem Herrn dankenund für ihn ein Schlachtopfer22,29 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. darbringen wollt.Damit es ihm gefällt, sollt ihr es so machen:30Esst das Fleisch unbedingt an dem Tag,an dem das Tier geschlachtet wird.Nichts davon dürft ihr bis zum Morgen übrig lassen.Ich bin der Herr.

Grundsätzliche Ermahnungen

31Befolgt meine Gebote22,31 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. und handelt danach.Ich bin der Herr22,31 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..32Ihr dürft meinen heiligen Namen22,32 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. nicht entweihen,damit die Israeliten mich ehren und für heilig halten.Ich bin der Herr, der euch heilig macht.33Ich habe euch aus Ägypten geführt22,33 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.,weil ich euer Gott sein will.Ich bin der Herr.