BasisBibel (BB)
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Die Stadt Ai wird nochmals angegriffen

81Der Herr8,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sprach zu Josua8,1 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land.:»Fürchte dich nicht!Verlier nicht den Mut!Nimm das ganze Kriegsvolk mit dir und zieh los!Zieh in den Kampf gegen die Stadt Ai8,1 Ai: Stadt etwa 13 km nördlich von Jerusalem.!Denn ich habe den König von Ai in deine Gewalt gegeben,sein Volk, seine Stadt und sein Land.2Tu mit Ai und seinem König,wie du es mit Jericho8,2 Jericho: Von der Eroberung und Zerstörung Jerichos erzählt Josua 6. und seinem König getan hast!Doch die Beute und das Vieh dürft ihr diesmal behalten.Geh so vor: Leg einen Hinterhalt!So kannst du der Stadt in den Rücken fallen.«

3Josua8,3 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. zog mit dem ganzen Kriegsvolk los,um gegen die Stadt Ai8,3 Ai: Stadt etwa 13 km nördlich von Jerusalem. zu kämpfen.Unter den Soldaten wählte Josua 30.000 Mann aus,die er bereits in der Nacht losschickte.4Er gab ihnen den Befehl:»Ihr sollt einen Hinterhalt bilden!So könnt ihr der Stadt in den Rücken fallen.Doch entfernt euch nicht zu weit von der Stadt!Seid zu jeder Zeit einsatzbereit!5Ich werde gegen die Stadt vorrücken,mit dem ganzen Kriegsvolk, das mit mir zieht.Wenn sie dann herauskommen und gegen uns kämpfen,werden wir vor ihnen fliehen wie beim ersten Mal.6Bestimmt werden sie hinter uns herkommen,bis wir sie von der Stadt weggelockt haben.Denn sie werden denken:›Die fliehen vor uns wie beim ersten Mal8,6 wie beim ersten Mal: Vom missglückten Eroberungsversuch der Stadt Ai erzählt Josua 7,2-5..‹7Dann sollt ihr aus dem Hinterhalt hervorstürmenund die Stadt einnehmen.Ja, der Herr, euer Gott, gibt sie in eure Gewalt.8Wenn ihr aber die Stadt eingenommen habt,sollt ihr die Stadt anzünden.Tut es, wie es der Herr gesagt hat!Ich habe euch den Befehl dazu gegeben!«9Dann schickte Josua sie los.Zwischen Bet-El8,9 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«. und Ai, westlich von Ai,legten sie sich in den Hinterhalt.Josua aber verbrachte die Nacht in der Ebene.

Diesmal gelingt die Eroberung von Ai

10Am nächsten Morgen stand Josua8,10 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. früh aufund musterte das Heer.Zusammen mit den Ältesten8,10 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. Israelsstellte er sich an die Spitze des Heeres.So zogen sie in den Kampf gegen Ai8,10 Ai: Stadt etwa 13 km nördlich von Jerusalem..11Das ganze Kriegsvolk, das bei ihm war, folgte ihm.Sie rückten vor, kamen zu dem Ort gegenüber der Stadtund bezogen Stellung nördlich von Ai.Zwischen ihnen und der Stadt Ai lag ein Tal.12Josua bestimmte 5000 Mann8,12 5000 Mann: Die Erzählung folgt hier einer anderen Überlieferung als in Vers 3..Die legte er in den Hinterhaltzwischen Bet-El8,12 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«. und Ai, westlich der Stadt.13Das Heer bezog sein Hauptlager nördlich der Stadt,die Nachhut lagerte westlich der Stadt.Josua aber verbrachte die Nacht in der Ebene.14Als der König von Ai davon erfuhr,ließ er sofort die Männer der Stadt ausrücken.In aller Frühe zogen sie gegen Israel in den Kampf,der König mit seinem gesamten Heer.In Richtung Wüste bezogen sie Stellung.Er wusste aber nichts von dem Hinterhalt,der auf der Rückseite der Stadt gelegt war.

15Josua8,15 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. und ganz Israel taten so,als hätte man sie zurückgeschlagen.Sie liefen auf dem Weg zur Wüste davon.16Da wurden alle Leute, die noch in der Stadt waren,zur Verfolgung aufgerufen.Die jagten hinter Josua herund ließen sich so von der Stadt weglocken.17Kein Einziger war in Ai zurückgeblieben.Sie alle liefen hinaus und hinter Israel her.Doch die Tore der Stadt ließen sie offen,als sie Israel verfolgten.18Da sagte der Herr8,18 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zu Josua:»Richte den Speer8,18 Speer: Waffe mit einer aufgesetzten zweischneidigen Spitze. Sie kann im Nahkampf eingesetzt, aber auch geworfen werden. in deiner Hand gegen Ai!Denn ich gebe die Stadt in deine Gewalt.«Da richtete Josua den Speer in seiner Hand gegen die Stadt.

19Die Männer, die im Hinterhalt lagen,hatten inzwischen ihr Versteck verlassen.Jetzt stürmten sie los,als Josua mit seiner Hand das Zeichen gab.Sie erreichten die Stadt, eroberten sieund legten sofort Feuer in der Stadt.20Als sich die Männer von Ai umdrehten,sahen sie am Himmel den Rauch aus der Stadt.Da verloren sie allen Mut und wussten nicht mehr,in welche Richtung sie fliehen sollten.Josuas Heer aber, das Richtung Wüste geflohen war,kehrte auf der Stelle um und griff die Verfolger an.21Josua und ganz Israel hatten nämlich gesehen,dass Rauch aus der Stadt aufstieg.Die Männer, die im Hinterhalt lagen,hatten also die Stadt erobert.Da kehrten sie um und besiegten die Männer von Ai.22Diese waren zwischen die Fronten geraten,als sie die Stadt verlassen hatten.Plötzlich standen die Israeliten vor und hinter ihnen.Die Israeliten aber erschlugen sie,und keiner von ihnen kam mit dem Leben davon.23Nur den König von Ai nahmen sie lebend gefangenund brachten ihn zu Josua.

24Und so ging die Schlacht zu Ende:Die Israeliten erschlugen alle Bewohner von Ai,die ihnen bis in die Wüste gefolgt waren.Auf dem freien Feld fielen sie dem Schwert zum Opfer,alle bis auf den letzten Mann.Dann kehrten die Israeliten zurück nach Aiund töteten den Rest in der Stadt mit dem Schwert.25Man zählte an diesem Tag 12.000 Gefallene,Männer und Frauen, alles Leute aus Ai.26Josua aber ließ seine Hand nicht sinken8,26 ließ seine Hand nicht sinken: Diese Formulierung soll an die erhobenen Arme des Mose erinnern, die Israel den Sieg gegen die Amalekiter gebracht hatten; vgl. 2. Mose/Exodus 17,8-14., die den Speer hielt.Er richtete seinen Speer so lange gegen Ai,bis die Vernichtung aller Bewohner vollzogen war.27Nur das Vieh und die Beute aus der geplünderten Stadtdurften die Israeliten für sich behalten.So hatte es der Herr durch Josua geboten.

28Josua8,28 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. verbrannte die Stadt Ai8,28 Ai: Stadt etwa 13 km nördlich von Jerusalem.und machte sie für immer zu einem Trümmerhaufen.Sie ist ein wüster Ort bis auf den heutigen Tag.29Den König von Ai ließ er an einem Baum aufhängen.Dort blieb er bis zum Abend hängen.Als aber die Sonne unterging,ließ Josua den Leichnam vom Baum nehmen.Man warf ihn in den Durchgang,wo das Stadttor gestanden hatte.Darüber errichtete man einen großen Steinhaufen8,29 großer Steinhaufen: Der König von Ai wird wie der Verbrecher Achan bestattet, der sich bei der Eroberung Ais dem Willen Gottes widersetzte; vgl. Josua 7..Den kann man dort noch heute sehen.

Ein Altar wird gebaut und das Gesetz vorgelesen

30Damals baute Josua für den Herrn8,30 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., den Gott Israels,einen Altar8,30 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. auf dem Berg Ebal.31Er machte ihn so, wie es den Vorschriften entsprach.Die hatte Mose, der Knecht des Herrn, erhaltenund an die Israeliten weitergegeben.Sie sind im Gesetzbuch des Mose8,31 Gesetzbuch des Mose: Verweis auf den Willen Gottes, wie er in den Bestimmungen der fünf Bücher Mose aufgeschrieben ist. aufgeschrieben.Josua baute also einen Altar aus unbehauenen Steinen8,31 unbehauene Steine: Nur naturbelassene Steine, die nicht bearbeitet wurden, galten als heilig. Die entsprechende Bestimmung steht in 2. Mose/Exodus 20,25.,die nicht mit einem eisernen Meißel bearbeitet waren.Darauf brachte er Brand-8,31 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und Schlachtopfer8,31 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. darfür den Herrn.32Dann machte er eine Abschrift vom Gesetz des Mose.Die schrieb er auf die Steine,wie es Mose8,32 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. vor den Augen der Israeliten getan hatte.33Dann kamen alle Israeliten zusammen,die in irgendeiner Form zum Volk gehörten.Mit den Ältesten8,33 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde., Schreibern und Richternstellten sie sich rechts und links neben die Lade.Gegenüber standen die Priester aus dem Stamm Levi,sie waren die Träger der Bundeslade8,33 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. des Herrn.Die eine Hälfte stand auf der Seite des Berges Garizim8,33 Garizim: 845 m hoher Berg, südwestlich der Stadt Sichem im Gebirge zwischen Jordan und Mittelmeer gelegen.,die andere auf der Seite des Berges Ebal8,33 Ebal: Berg im Gebirge zwischen Jordan und Mittelmeer. Ihm gegenüber liegt der Berg Garizim..So hatte es Mose8,33 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., der Knecht des Herrn8,33 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt., angeordnet8,33 angeordnet: Im Hintergrund steht 5. Mose/Deuteronomium 27,11-13.,um das Volk Israel zum ersten Mal zu segnen.34Danach las Josua alle Worte des Gesetzes vor,die Worte des Segens und des Fluches –genau so, wie sie im Gesetzbuch aufgeschrieben sind.35Es fehlte kein einziges Wort von dem,was Mose angeordnet hatte.Alles las Josua den versammelten Israeliten vor,den Frauen, Kindern und Fremden8,35 Fremde: Meint Leute, die aus politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Gründen ihr Land verlassen haben. Sie leben in Gemeinschaft mit den Israeliten und orientieren sich am Willen Gottes, wie er in den Bestimmungen der fünf Bücher Mose aufgeschrieben ist. unter ihnen.
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Der Vertrag Israels mit den Gibeonitern

Josua 9,1-27

Die Einwohner von Gibeon täuschen Israel

91Die Nachricht vom Sieg verbreitete sich bei den Königen,die westlich des Jordan herrschten:im Gebirge, im Hügelland9,1 Hügelland: Wörtlich »Schefela«. Fruchtbares Land zwischen dem Gebirge Juda und der Küstenebene am Mittelmeer., an der Mittelmeerküsteund bis hinauf zum Libanongebirge9,1 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen..Das sind die Hetiter, Amoriter, Kanaaniter9,1 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde., Perisiter,Hiwiter und Jebusiter9,1 Jebusiter: Bevölkerungsgruppe, die vor den Israeliten in Jerusalem und dem umliegenden Gebiet lebte..2Da taten sie sich zusammen,um gemeinsam gegen Josua9,2 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. und Israel zu kämpfen.

3Die Einwohner der Stadt Gibeon9,3 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem. hatten gehört,was Josua den Städten Jericho und Ai9,3 die Städte Jericho und Ai: Von der Eroberung Jerichos und Ais erzählt Josua 6–8. angetan hatte.4Da griffen sie zu einer List:Sie versorgten sich mit Essen für die Reiseund bepackten ihre Esel mit alten Säcken.Auch abgenutzte Weinschläuche9,4 Weinschlauch: Aus Tierhäuten zusammengenähter Schlauch, der in der Antike zum Transport von Flüssigkeiten wie Wein diente. nahmen sie mit,die zerrissen und wieder geflickt waren.5Sie trugen alte und geflickte Schuheund zogen sich abgenutzte Mäntel an.Alles Brot aber, das sie auf die Reise mitnahmen,war trocken und zerbröselt.6So machten sie sich auf den Weg und kamen zu Josua9,6 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land.,der sein Heerlager in Gilgal9,6 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. aufgeschlagen hatte.

Dort sagten sie zu ihm und zu den Männern Israels:»Aus einem entfernten Land sind wir gekommen.Schließt doch einen Vertrag mit uns!«7Da antworteten die Männer Israels den Hiwitern9,7 Hiwiter: Bezeichnet hier die nicht-israelitische Bevölkerung der vier Städte Gibeon, Kefira, Beerot und Kirjat-Jearim, 30–35 km westlich von Gilgal.:»Vielleicht wohnt ihr ja in der Nähe mitten unter uns.Dann können wir keinen Vertrag mit euch schließen9,7 keinen Vertrag mit euch schließen: Die Regeln für den Krieg, die sich in 5. Mose/Deuteronomium 20,15-18 finden, schließen Friedensangebote an Städte im unmittelbaren Umfeld der Israeliten aus.8Doch sie sagten zu Josua:»Wir sind hier und wollen deine Knechte sein!«Josua fragte sie:»Wer seid ihr und woher kommt ihr?«9Da antworteten sie ihm:»Deine Knechte kommen aus einem weit entfernten Land.Der Grund dafür ist der Name des Herrn9,9 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., deines Gottes.Vom Hörensagen wissen wir alles über ihn.Wir wissen, was er in Ägypten getan9,9 in Ägypten getan: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt davon, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat.10Uns ist auch bekannt,was er mit den Königen der Amoriter gemacht hat –mit Sihon9,10 Sihon, Og: Vom Sieg Israels über die beiden Könige erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-35. von Heschbon und Og9,10 Sihon, Og: Vom Sieg Israels über die beiden Könige erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-35. von Baschan in Aschtarot,den beiden Königen im Ostjordanland.11Daraufhin wurde uns von allen geraten,von unseren Ältesten9,11 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. und den Bewohnern des Landes:›Nehmt Essen mit euch auf die Reise,zieht den Israeliten entgegen und sagt zu ihnen:Wir sind hier und wollen eure Knechte sein.Schließt doch einen Vertrag mit uns!‹12Nun schaut her und seht unser Brot!Es war noch warm, als wir es auf die Reise mitnahmen –an dem Tag, als wir von zu Hause zu euch gezogen sind.Jetzt aber ist es trocken und zerbröselt.13Und hier sind unsere Weinschläuche.Die waren noch neu, als wir sie füllten.Jetzt aber sind sie rissig geworden.Hier sind unsere Mäntel und Schuhe,sie sind abgenutzt von der weiten Reise.«14Da prüften die Männer Israels das Brot,ob es wohl von der Reise stammte.Aber den Herrn befragten9,14 den Herrn befragen: Vor wichtigen Entscheidungen konnte man Gott durch einen Priester um Rat bitten. Die Antwort erfolgte durch Ziehen von Lossteinen, die entsprechend gekennzeichnet waren. sie nicht.15So schloss Josua mit ihnen Frieden.Er sicherte ihnen in einem Vertrag zu,sie am Leben zu lassen.Und die Männer, die der Gemeinde vorstanden,bekräftigten es durch einen Eid.

Die Täuschung wird aufgedeckt

16Drei Tage nach Abschluss des Vertrags kam heraus,dass die Leute ganz aus der Nähe waren.Sie wohnten tatsächlich mitten unter ihnen.17Die Israeliten waren nämlich weitergezogenund am dritten Tag zu den Städten gekommen,die diesen Leuten gehörten.Und das waren ihre Städte:Gibeon9,17 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem., Kefira, Beerot und Kirjat-Jearim.18Die Israeliten taten ihnen nichts.Denn die Männer, die der Gemeinde vorstanden,hatten beim Herrn9,18 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., Israels Gott, einen Eid abgelegt.Doch die ganze Gemeinde rebellierte dagegen.19Da erwiderten die Männer,die der Gemeinde vorstanden:»Wir haben es ihnen mit einem Eid zugesichert,den wir beim Herrn, Israels Gott, abgelegt haben.Auf keinen Fall dürfen wir ihnen jetzt etwas antun.20Wir wollen sie also am Leben lassen,damit uns nicht der Zorn Gottes trifft.Denn so verlangt es der Eid, den wir abgelegt haben.«21Und die Männer, die der Gemeinde vorstanden,sagten weiter zu ihnen:»Sie sollen am Leben bleiben!Sie sollen für die ganze Gemeindeals Holzfäller und Wasserträger arbeiten.«Und so geschah es auch –wie es die Männer zu ihnen gesagt hatten.

22Josua9,22 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. ließ die Leute aus Gibeon9,22 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem. zu sich kommenund fragte sie: »Warum habt ihr uns getäuscht?Warum habt ihr uns vorgemacht,dass ihr weit weg von uns wohnt?Dabei wohnt ihr doch in der Nähe mitten unter uns.23So trifft euch jetzt dieser Fluch:Für immer müsst ihr Knechte9,23 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. seinund als Holzfäller und Wasserträger arbeiten.Dem Haus meines Gottes sollt ihr dienen.«24Darauf antworteten sie Josua:»Es wurde doch deinen Knechten berichtet,was der Herr, dein Gott, geboten hat.Seinen Knecht Mose9,24 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. hat er angewiesen,euch das ganze Land zu gebenund alle seine Bewohner zu vernichten.Da bekamen wir Angst und fürchteten um unser Leben.Und so haben wir zu dieser List gegriffen.25Doch jetzt sind wir in deiner Gewalt.Tu mit uns, was du für gut und richtig hältst!«26Und das war es, was Josua mit ihnen tat:Er schützte sie vor den Israeliten.Niemand durfte sie töten.27So machte Josua sie noch am gleichen Tagzu Holzfällern und Wasserträgern.Sie mussten für die Gemeinde arbeitenund für den Altar9,27 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. des Herrn.Bis heute tun sie diesen Dienst,an dem Ort, den Gott erwählen wird.
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Die Eroberung des Landes im Süden und im Norden

Josua 10,1–12,24

Josua siegt bei Gibeon

101Folgende Nachricht erreichte Adoni-Zedek,den König von Jerusalem:»Josua10,1 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. hat die Stadt Ai10,1 Ai: Stadt etwa 13 km nördlich von Jerusalem. Von der Eroberung der Stadt erzählt Josua 7–8. eingenommen und vernichtet.Er ist gegen Ai und seinen König genauso vorgegangenwie gegen Jericho10,1 Jericho: Von der Eroberung Jerichos erzählt Josua 6. und seinen König.Aber die Bewohner von Gibeon10,1 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem.haben mit den Israeliten Frieden geschlossenund wohnen mitten unter ihnen.«2Als sich das in Jerusalem herumsprach,bekamen alle große Angst.Denn die Stadt Gibeon war so bedeutendwie irgendeine der Königsstädte.Sie war noch größer als die Stadt Aiund verfügte über viele kriegstüchtige Männer.3Da sandte Adoni-Zedek, der König von Jerusalem,eine Botschaft an die benachbarten Könige,an Hoham von Hebron10,3 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem., Piram von Jarmut,Jafia von Lachisch10,3 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. und Debir von Eglon:4»Kommt zu mir und helft mir!Lasst uns die Stadt Gibeon dafür bestrafen,dass sie mit unseren Feinden Frieden schloss,mit Josua und mit den Israeliten.«5So taten sich die fünf Könige der Amoriter10,5 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich des Jordan lebte, bevor die Israeliten das Land in Besitz nahmen. zusammen,nämlich die Könige von Jerusalem, Hebron, Jarmut,Lachisch und Eglon.Sie und alle ihre Truppen zogen gegen Gibeon,belagerten die Stadt und kämpften gegen sie.6Daraufhin sandten die Leute von Gibeon eine Botschaftzu Josua in das Heerlager nach Gilgal10,6 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20.:»Lass deine Knechte10,6 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. nicht im Stich!Komm schnell zu uns!Rette uns und hilf uns!Denn alle Könige der Amoriter,die im judäischen Bergland wohnen,haben sich gegen uns verbündet.«7Da machte sich Josua von Gilgal aus auf den Weg,mit dem ganze Kriegsvolk und allen Soldaten.8Und der Herr10,8 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sagte zu Josua:»Fürchte dich nicht vor ihnen!Ich habe sie in deine Gewalt gegeben.Keiner von ihnen kann deiner Macht widerstehen.«

9Josua10,9 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. war von Gilgal10,9 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. aus die ganze Nacht marschiert.So kam der Überfall für die Amoriter völlig unerwartet.10Der Herr selbst stürzte sie in Verwirrungund fügte ihnen bei Gibeon10,10 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem. eine schwere Niederlage zu.Da liefen sie vor den Israeliten davon.Josua verfolgte sie bis zum Bergabhang von Bet-Horon.Manche waren sogar bis Aseka und Makkeda gekommen.Auch sie wurden erschlagen.11Als die Amoriter vor den Israeliten flohenund zum Bergabhang von Bet-Horon kamen,geschah etwas Außergewöhnliches:Der Herr ließ große Steine aus dem Himmel hageln.Viele starben dadurch auf dem Weg bis Aseka.Ja, durch die Hagelsteine waren mehr Leute umgekommen,als die Israeliten mit dem Schwert getötet hatten.

12Damals betete Josua10,12 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. zum Herrn.Es war an dem Tag,an dem der Herr die Amoriter den Israeliten preisgab.Vor den Augen der Israeliten sprach er:

»Sonne, steh still über Gibeon10,12 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem.,

und du, Mond, über dem Tal von Ajalon.«

13Da stand die Sonne still und der Mond blieb stehen,bis das Volk Rache genommen hatte an seinen Feinden.Und so ist es aufgeschrieben im Liederbuch der Helden10,13 Liederbuch der Helden: Wahrscheinlich eine Sammlung von Liedern und Geschichten, die uns nicht überliefert ist. Dieses Buch wird auch in 2. Samuel 1,18 erwähnt..Die Sonne blieb also mitten am Himmel stehenund bewegte sich nicht von der Stelle.Das dauerte fast einen vollen Tag.14Nie wieder gab es einen solchen Tag wie diesen,weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft.Der Herr hörte auf die Stimme eines Menschen.Ja, der Herr selbst kämpfte für Israel.15Danach kehrte Josua ins Heerlager nach Gilgal zurückund mit ihm alle Israeliten.

Die fünf Könige der Amoriter werden bestraft

16Die fünf Könige waren zunächst entkommenund hatten sich in einer Höhle bei Makkeda versteckt.17Man berichtete Josua10,17 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land.:»Die fünf Könige sind entdeckt worden.Sie halten sich in einer Höhle bei Makkeda versteckt.«18Da gab Josua den Befehl:»Wälzt große Steine vor den Eingang der Höhle!Dann lasst einige Männer dort zurück!Die sollen die Könige bewachen.19Ihr aber, bleibt nicht länger hier!Verfolgt eure Feinde, greift sie von hinten an,lasst sie nicht in ihre Städte entkommen!Denn der Herr10,19 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., euer Gott,hat sie in eure Gewalt gegeben.«

20Es war eine große Schlacht gewesen,die Josua10,20 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. und die Israeliten gewonnen hatten.Sie hatten die Amoriter vernichtend geschlagen.Nur einige wenige entkamen in die befestigten Städte.21Danach kehrte das ganze Kriegsvolk wohlbehaltenin das Heerlager Josuas nach Makkeda zurück.Niemand hatte den Israeliten etwas anhaben können.22Josua gab den Befehl:»Räumt den Zugang zur Höhle freiund führt die fünf Könige aus der Höhle zu mir!«23Sie taten esund führten die fünf Könige aus der Höhle zu ihm –die Könige von Jerusalem10,23 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört., Hebron10,23 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem., Jarmut,Lachisch10,23 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. und Eglon.24Als die Könige zu Josua kamen,rief Josua alle Männer Israels zu sich.Daraufhin befahl er den Truppenführern,die mit ihm in den Kampf gezogen waren:»Tretet vor!Setzt den Königen den Fuß auf den Nacken!«Da traten sie vorund setzten ihnen den Fuß auf den Nacken.25Josua sagte zu ihnen:»Fürchtet euch nicht!Seid unerschrocken, stark und mutig!Denn so macht es der Herr mit allen Feinden,gegen die ihr noch kämpfen müsst.«26Danach erschlug Josua die Könige.Er tötete sie,hängte sie an fünf Bäumen aufund ließ sie dort bis zum Abend hängen.27Als aber die Sonne unterging,ließ Josua die Könige von den Bäumen nehmen.Ihre Leichen warf er in die Höhle,in der sie sich versteckt hatten.Dann verschloss man die Höhle mit großen Steinen,die auch heute noch dort zu sehen sind.

Josua erobert Gebiete im Süden

28Am gleichen Tag eroberte Josua10,28 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. die Stadt Makkedaund vernichtete sie mit dem Schwert.Er weihte sie und alles in ihr dem Untergang10,28 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht..Keinen Einzigen ließ er entkommen.Mit dem König von Makkeda machte er es genausowie mit dem König von Jericho.29Dann zog Josua weiter von Makkeda nach Libna.Mit allen Israeliten kämpfte er gegen die Stadt.30Auch sie gab der Herr10,30 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. in die Gewalt Israels.Josua vernichtete sieund tötete alles Leben in der Stadt mit dem Schwert.Keinen Einzigen ließ er entkommen.Und mit ihrem König machte er es genausowie mit dem König von Jericho.31Dann zog Josua weiter von Libna nach Lachisch10,31 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt..Mit allen Israeliten belagerte er die Stadtund kämpfte gegen sie.32Auch Lachisch gab der Herr in die Gewalt Israels.Am zweiten Tag eroberte und vernichtete Josua sie.Mit dem Schwert tötete er alles Leben in der Stadt,wie er es auch in Libna gemacht hatte.33Damals war Horam, der König von Geser10,33 Geser: Ortschaft 40 km westlich von Jerusalem.,der Stadt Lachisch zu Hilfe gekommen.Josua aber besiegte ihn und seine Kriegsleute.Keinen Einzigen von ihnen ließ er entkommen.34Dann zogen Josua und alle Israeliten weitervon Makkeda nach Eglon.Sie belagerten die Stadt und kämpften gegen sie.35Noch am gleichen Tag eroberten sie die Stadtund vernichteten sie.Mit dem Schwert töteten sie alles Leben in der Stadt.Josua weihte alles dem Untergang,wie er es auch in Lachisch gemacht hatte.36Dann zogen Josua und alle Israelitenvon Eglon nach Hebron10,36 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem..Sie kämpften gegen die Stadt,37eroberten sie und vernichteten sie.Sie töteten ihren König mit dem Schwert,dazu alles Leben in der Stadt und auf dem Land.Keinen Einzigen ließ Josua entkommen,wie er es auch in Eglon gemacht hatte.Er weihte sie und alles in ihr dem Untergang.38Dann wandte sich Josua nach Debir.Mit allen Israeliten kämpfte er gegen die Stadt.39Er eroberte sie, nahm ihren König gefangenund alle Leute in der Stadt und auf dem Land.Man tötete sie mit dem Schwertund weihte alles in ihr dem Untergang.Keinen einzigen ließ Josua entkommen.Mit Debir und seinem König machte er es genausowie mit Hebron und wie mit Libna und seinem König.

40So unterwarf Josua10,40 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. das ganze Land.Er eroberte das judäische Gebirge, die Wüste,das Hügelland und die Abhänge.Er besiegte ihre Könige und ließ keinen entkommen.Alles Leben weihte er dem Untergang10,40 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.,wie es der Herr, der Gott Israels, befohlen hatte.41Josua unterwarf sie von Kadesch-Barnea bis Gaza10,41 Gaza: Bedeutende Stadt der Philister und Handelsstadt, im heutigen Gazastreifen gelegen.,dazu die Landschaft Goschen und das Gebiet bis Gibeon10,41 Gibeon: Stadt 8 km nordwestlich von Jerusalem..42Auf einen Schlag war es Josua gelungen,alle Könige und ihre Gebiete zu besiegen.Denn der Herr, der Gott Israels, kämpfte für Israel.43Danach kehrte Josua ins Heerlager nach Gilgal10,43 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. zurückund mit ihm alle Israeliten.