BasisBibel (BB)
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Im Bauch des Fisches

21Der Herr aber schickte einen großen Fisch,der Jona verschlang.Und Jona war drei Tage und drei Nächte langim Bauch des Fisches.

2Im Bauch des Fisches betete Jonazum Herrn, seinem Gott:

3Als ich in Not war, schrie ich laut.

Ich rief zum Herrn und er antwortete mir.

Aus dem Innern des Totenreichs2,3 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … rief ich um Hilfe.

Da hast du mein lautes Schreien gehört.

4In die Tiefe hattest du mich geworfen,

mitten in den Strudel der Meere hinein.

Wasserströme umgaben mich.

Alle deine Wellen und Wogen –

sie schlugen über mir zusammen!

5Da dachte ich: Jetzt bin ich verloren,

verstoßen aus deinen Augen.

Wie kann ich je wieder aufschauen,

um deinen heiligen Tempel2,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … zu sehen?

6Das Wasser stand mir bis zum Hals.

Fluten der Urzeit2,6 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2. umgaben mich.

Seetang schlang sich mir um den Kopf.

7Zum Grund der Berge bin ich hinabgestiegen,

in das Reich hinter den Toren des Todes2,7 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr ….

Sie sollten für immer hinter mir zugehen.

Du aber hast mein Leben aus dem Abgrund gezogen,

du Herr, du bist ja mein Gott.

8Als ich am Ende war,

erinnerte ich mich an den Herrn.

Mein Gebet drang durch zu dir,

bis in deinen heiligen Tempel.

9Ja, wer sich an Nichtigkeiten2,9 Nichtigkeiten: Etwas Wertloses und Nutzloses. Damit können auch Götzen bezeichnet werden. klammert,

verliert seinen einzigen Halt im Leben.

10Ich aber will dir mit lauter Stimme danken,

Schlachtopfer will ich dir darbringen.

Auch meine Gelübde2,10 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … werde ich erfüllen.

Hilfe findet sich beim Herrn!

11Da befahl der Herr dem Fisch, Jona an Land zu bringen.Dort spuckte der Fisch ihn aus.
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Gottes Barmherzigkeit und Jonas Zorn

Jona 3,1–4,11

Jona hat Erfolg in Ninive

31Das Wort des Herrn kam zum zweiten Mal zu Jona:2»Auf! Geh nach Ninive3,2 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak., in die große Stadt,und rede ihr ins Gewissen!Ich werde dir sagen, was du ihr verkünden sollst.«3Da machte sich Jona auf und ging nach Ninive.Diesmal folgte er dem Wort des Herrn.Ninive war aber eine ungeheuer große Stadt.Man brauchte drei Tage, um sie zu durchwandern.4Jona wanderte einen Tag in die Stadt hineinund rief: »Noch 40 Tage, dann wird Ninive zerstört!«

5Da glaubten die Leute von Ninive3,5 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak. an Gott.Sie riefen ein Fasten3,5 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr … aus und zogen Trauerkleider3,5 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an,alle ohne Ausnahme.6Die Sache kam auch vor den König von Ninive.Der stieg vom Thron und warf seinen Königsmantel ab.Er ließ sich ein Trauerkleid bringen und zog es an.Dann setzte er sich in den Staub3,6 sich in den Staub setzen: Gehört zu den Trauerbräuchen..7Überall in Ninive ließ er ausrufen:»Das ist ein Befehl des Königs und seiner Minister:Weder Mensch noch Vieh, weder Rinder noch Schafesollen etwas essen oder auf die Weide gehen.Nicht einmal Wasser sollen sie trinken!8Trauerkleider sollen sie anziehen, Mensch und Vieh.Und sie sollen mit aller Kraft zu Gott rufen!Jeder soll von seinem bösen Weg umkehrenund seine Hände von Gewalttaten lassen.9Wer weiß, vielleicht ändert Gott seinen Beschluss.Vielleicht tut ihm seine Drohung noch leidund er lässt ab von seinem glühenden Zorn3,9 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr ….Dann müssen wir nicht untergehen!«

10Und Gott sah, was die Leute taten.Sie kehrten um von ihrem bösen Weg.Da tat es Gott leid, dass er sie vernichten wollte.Er beschloss, seine Drohung nicht wahr zu machen.
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Jona wird sehr zornig

41Jona ärgerte sich sehr darüber.Der Zorn packte ihn.2Er betete zum Herrn und sagte:»Ach Herr, genau das habe ich mir schon gedacht,als ich noch zu Hause war.Deshalb wollte ich auch nach Tarschisch4,2 Tarschisch: Landschaft und Hafenstadt an der Südküste Spaniens, zur Zeit des Alten Testaments das westliche Ende der bekannten Welt. Mehr … fliehen.Ich wusste ja:Du bist reich an Gnade4,2 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr … und Barmherzigkeit,unendlich geduldig und voller Güte.Du bist ein Gott, dem das Unheil leidtut.3Jetzt ist es genug, Herr.Lass mich sterben!Denn ich will lieber tot sein als weiterleben.«4Der Herr aber fragte:»Hast du recht, dass du so zornig bist?«

Gott antwortet auf Jonas Zorn

5Jona verließ die Stadt.Er suchte sich östlich der Stadt einen Platzund baute sich dort eine Hütte.Er setzte sich in ihren Schatten und wollte sehen,was mit der Stadt geschehen würde.6Da ließ Gott, der Herr, eine Rizinus-Pflanze4,6 Rizinus-Pflanze: Schnell wachsende, großblättrige Staude. Sie erreicht eine Höhe von 3–5 m.in die Höhe wachsen.Die wuchs über Jona emporund gab seinem Kopf Schatten.Jona sollte darüber seinen Ärger vergessen.Er freute sich sehr über den Rizinus.7Am Morgen aber, bevor die Sonne aufging,schickte Gott einen Wurm.Der biss die Wurzeln durch,sodass der Rizinus verdorrte.8Nachdem die Sonne aufgegangen war,schickte Gott einen heißen Ostwind4,8 Ostwind: Bringt heiße und sehr trockene Wüstenluft, die schwer erträglich ist..Die Sonne brannte Jona auf den Kopf,sodass er fast die Besinnung verlor.Da wünschte er sich den Tod und sagte:»Ich will lieber tot sein als weiterleben.«9Gott aber fragte Jona:»Hast du recht, dass du so zornig bist,weil der Rizinus verdorrt ist?«Er antwortete:»Ja, ich habe recht, dass ich so zornig binund mir den Tod wünsche!«10Da sagte der Herr:»Die Rizinus-Pflanze tut dir leid.Doch du hast keine Mühe mit ihr gehabtund sie auch nicht großgezogen.Sie wuchs über Nacht und verdarb über Nacht.11Und jetzt frage ich dich:Sollte Ninive4,11 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak. mir nicht leidtun –eine große Stadt mit mehr als 120.000 Menschen?Sie alle wissen nicht, was links und was rechts ist4,11 nicht wissen, was links und was rechts ist: Die Redensart besagt, dass den Bewohnern von Ninive das Urteilsvermögen fehlte..Dazu kommen noch die vielen Tiere.Sollte es mir da nicht leidtun?«