BasisBibel (BB)
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Jonas Flucht vor Gott

Jona 1,1–2,11

Gott erteilt Jona einen Auftrag

11Das Wort des Herrn kam zu Jona,dem Sohn des Amittai:2»Auf! Geh nach Ninive1,2 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak., in die große Stadt,und rede ihr ins Gewissen!Ihr böses Tun ist mir zu Ohren gekommen.«3Da machte sich Jona auf den Weg,aber genau in die andere Richtung.Er wollte vor dem Herrn nach Tarschisch1,3 Tarschisch: Landschaft und Hafenstadt an der Südküste Spaniens, zur Zeit des Alten Testaments das westliche Ende der bekannten Welt. Mehr … fliehen.Als er in die Hafenstadt Jafo1,3 Jafo: Stadt an der Mittelmeerküste Israels, südlich des heutigen Tel Aviv gelegen. kam,lag dort ein Schiff1,3 Schiff: Handelsschiff auf dem Mittelmeer. Üblicherweise ein Segelschiff mit zwei Segeln und einer Tragfähigkeit von etwa 200 Tonnen., das nach Tarschisch fuhr.Er zahlte den Fahrpreis und stieg ein,um mit den Seeleuten nach Tarschisch zu gelangen.So glaubte er, dem Herrn aus den Augen zu kommen.

Jona und die Seeleute

4Doch der Herr ließ einen starken Wind losbrechen,der über das Meer fegte.Der Sturm wurde immer stärker,und das Schiff drohte auseinanderzubrechen.5Die Matrosen fürchteten sich und schrien um Hilfe,jeder betete zu seinem eigenen Gott.Dann begannen sie, die Ladung über Bord zu werfen,um das Schiff1,5 Schiff: Handelsschiff auf dem Mittelmeer. Üblicherweise ein Segelschiff mit zwei Segeln und einer Tragfähigkeit von etwa 200 Tonnen. zu entlasten.Jona aber war nach unten in den Frachtraum gestiegen.Er hatte sich hingelegt und war eingeschlafen.6Da ging der Kapitän zu ihm hinunter und sagte:»Wie kannst du nur schlafen? Auf! Bete zu deinem Gott!Vielleicht ist er der Gott, der uns retten kann.Dann müssen wir nicht untergehen!«

7Die Matrosen sagten zueinander:»Auf! Lasst uns Lose1,7 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. Mehr … werfen! Sie werden uns sagen,wer schuld daran ist, dass dieses Unglück uns trifft!«Also ließen sie das Los entscheiden, und es traf Jona.8Da fragten sie ihn: »Sag uns doch:Wer ist schuld an diesem Unglück? Bist du es?Was ist dein Beruf? Woher kommst du?Wo bist du zu Hause? Aus welchem Volk stammst du?«9Er antwortete ihnen: »Ich bin ein Hebräer1,9 Hebräer: Andere Bezeichnung für einen Israeliten..Ich verehre den Herrn, den Gott des Himmels1,9 Gott des Himmels: Seit der persischen Zeit Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt zum Ausdruck, dass er der Gott der ganzen Welt ist..Er hat das Meer und das Festland geschaffen.«10Da ergriff die Männer große Furcht,und sie sagten zu ihm: »Was hast du nur getan!«Denn die Männer hatten von seiner Flucht erfahren.Er hatte ihnen erzählt, dass er vor dem Herrn floh.11Sie fragten ihn: »Was sollen wir mit dir tun,damit sich das Meer beruhigt und uns verschont?«Denn die See tobte immer wilder.12Da sagte er zu ihnen:»Nehmt mich und werft mich ins Meer!Dann wird es sich beruhigen und euch verschonen.Denn ich weiß, dass es allein meine Schuld ist,dass ihr in dieses Unwetter geraten seid.«

13Die Männer aber versuchten,mithilfe der Ruder1,13 Ruder: Handelsschiffe konnten auch mit Rudern vorwärtsbewegt werden. Sie kamen vor allem beim Manövrieren in Ufernähe zum Einsatz. das Festland zu erreichen.Doch sie schafften es nicht,denn die See tobte immer wilder gegen sie.14Da schrien sie zum Herrn und beteten:»Ach, Herr, lass uns nicht untergehen,wenn wir diesen Mann jetzt ins Meer werfen!Gib uns nicht die Schuld an seinem Tod!Denn du bist der Herr!Wie es dein Wille war, so hast du es getan.«15Dann packten sie Jona und warfen ihn ins Meer.Sofort beruhigte sich die See und hörte auf zu toben.16Da ergriff die Männer große Furcht vor dem Herrn.Sie brachten dem Herrn ein Schlachtopfer1,16 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darund legten Gelübde1,16 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … ab.
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Im Bauch des Fisches

21Der Herr aber schickte einen großen Fisch,der Jona verschlang.Und Jona war drei Tage und drei Nächte langim Bauch des Fisches.

2Im Bauch des Fisches betete Jonazum Herrn, seinem Gott:

3Als ich in Not war, schrie ich laut.

Ich rief zum Herrn und er antwortete mir.

Aus dem Innern des Totenreichs2,3 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … rief ich um Hilfe.

Da hast du mein lautes Schreien gehört.

4In die Tiefe hattest du mich geworfen,

mitten in den Strudel der Meere hinein.

Wasserströme umgaben mich.

Alle deine Wellen und Wogen –

sie schlugen über mir zusammen!

5Da dachte ich: Jetzt bin ich verloren,

verstoßen aus deinen Augen.

Wie kann ich je wieder aufschauen,

um deinen heiligen Tempel2,5 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … zu sehen?

6Das Wasser stand mir bis zum Hals.

Fluten der Urzeit2,6 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2. umgaben mich.

Seetang schlang sich mir um den Kopf.

7Zum Grund der Berge bin ich hinabgestiegen,

in das Reich hinter den Toren des Todes2,7 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr ….

Sie sollten für immer hinter mir zugehen.

Du aber hast mein Leben aus dem Abgrund gezogen,

du Herr, du bist ja mein Gott.

8Als ich am Ende war,

erinnerte ich mich an den Herrn.

Mein Gebet drang durch zu dir,

bis in deinen heiligen Tempel.

9Ja, wer sich an Nichtigkeiten2,9 Nichtigkeiten: Etwas Wertloses und Nutzloses. Damit können auch Götzen bezeichnet werden. klammert,

verliert seinen einzigen Halt im Leben.

10Ich aber will dir mit lauter Stimme danken,

Schlachtopfer will ich dir darbringen.

Auch meine Gelübde2,10 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … werde ich erfüllen.

Hilfe findet sich beim Herrn!

11Da befahl der Herr dem Fisch, Jona an Land zu bringen.Dort spuckte der Fisch ihn aus.
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Gottes Barmherzigkeit und Jonas Zorn

Jona 3,1–4,11

Jona hat Erfolg in Ninive

31Das Wort des Herrn kam zum zweiten Mal zu Jona:2»Auf! Geh nach Ninive3,2 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak., in die große Stadt,und rede ihr ins Gewissen!Ich werde dir sagen, was du ihr verkünden sollst.«3Da machte sich Jona auf und ging nach Ninive.Diesmal folgte er dem Wort des Herrn.Ninive war aber eine ungeheuer große Stadt.Man brauchte drei Tage, um sie zu durchwandern.4Jona wanderte einen Tag in die Stadt hineinund rief: »Noch 40 Tage, dann wird Ninive zerstört!«

5Da glaubten die Leute von Ninive3,5 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak. an Gott.Sie riefen ein Fasten3,5 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr … aus und zogen Trauerkleider3,5 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an,alle ohne Ausnahme.6Die Sache kam auch vor den König von Ninive.Der stieg vom Thron und warf seinen Königsmantel ab.Er ließ sich ein Trauerkleid bringen und zog es an.Dann setzte er sich in den Staub3,6 sich in den Staub setzen: Gehört zu den Trauerbräuchen..7Überall in Ninive ließ er ausrufen:»Das ist ein Befehl des Königs und seiner Minister:Weder Mensch noch Vieh, weder Rinder noch Schafesollen etwas essen oder auf die Weide gehen.Nicht einmal Wasser sollen sie trinken!8Trauerkleider sollen sie anziehen, Mensch und Vieh.Und sie sollen mit aller Kraft zu Gott rufen!Jeder soll von seinem bösen Weg umkehrenund seine Hände von Gewalttaten lassen.9Wer weiß, vielleicht ändert Gott seinen Beschluss.Vielleicht tut ihm seine Drohung noch leidund er lässt ab von seinem glühenden Zorn3,9 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr ….Dann müssen wir nicht untergehen!«

10Und Gott sah, was die Leute taten.Sie kehrten um von ihrem bösen Weg.Da tat es Gott leid, dass er sie vernichten wollte.Er beschloss, seine Drohung nicht wahr zu machen.