BasisBibel (BB)
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Der Streit zwischen Jesus und seinen Gegnern

Johannes 7,1–8,11

Jesus reist heimlich zum Laubhüttenfest nach Jerusalem

71Danach zog Jesus7,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in Galiläa7,1 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. umher.Nach Judäa7,1 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. wollte er nämlich nicht gehen,weil die jüdischen Behörden7,1 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.entschlossen waren, ihn zu töten.2Es war kurz vor dem jüdischen Laubhüttenfest7,2 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen..3Da sagten seine Brüder7,3 seine Brüder: Johannes 2,12 erzählt, dass die Mutter und die Brüder von Jesus ihn zusammen mit seinen Jüngern begleiten. zu ihm:»Zieh fort von hier und geh nach Judäa!Auch dort sollen deine Jünger7,3 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Taten sehen,die du vollbringst.4Niemand tut etwas im Verborgenen,wenn er zugleich öffentlich bekannt sein möchte.Wenn du schon solche Taten vollbringst,dann zeige dich auch vor aller Welt!«5Seine Brüder glaubten nämlich nicht an ihn.6Jesus antwortete: »Meine Zeit7,6 meine Zeit: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. ist noch nicht da.Aber für euch ist jede Zeit die richtige.7Euch kann diese Welt7,7 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte. gar nicht hassen.Aber mich hasst sie,weil ich als Zeuge gegen sie auftrete.Und ich bezeuge, dass ihr Tun böse ist.8Geht ihr ruhig zum Fest nach Jerusalem7,8 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.,ich werde nicht zu diesem Fest gehen!Meine Zeit ist noch nicht gekommen!«9Das sagte er und blieb selbst in Galiläa.

10Als seine Brüder zum Fest7,10 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen. gegangen waren,zog auch Jesus7,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nach Jerusalem.Er tat das allerdings nicht öffentlich,sondern heimlich.11Die jüdischen Behörden7,11 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. suchten ihnunter den Festbesuchern und fragten: »Wo ist er?«12Es gab viel Gerede über ihn unter den Leuten.Die einen meinten: »Er ist ein guter Mensch!«Andere erwiderten: »Nein, im Gegenteil.Er führt das Volk in die Irre!«13Doch niemand äußerte sich öffentlich über ihnaus Angst vor den jüdischen Behörden.

Jesus lehrt im Tempel

14Das Fest7,14 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen. war schon zur Hälfte vorüber.Da ging Jesus7,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in den Tempel7,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und lehrte.15Die Juden7,15 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. wunderten sich:»Wieso kennt er die Heilige Schrift7,15 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. so gut?Er ist doch gar nicht darin ausgebildet!«16Jesus erwiderte und erklärte ihnen:»Das ist nicht meine eigene Lehre.Ich habe sie von dem,der mich beauftragt hat.17Wer bereit ist, Gottes Willen zu tun,wird erkennen, woher meine Lehre kommt:ob sie von Gott istoder ob ich aus mir selbst heraus rede.18Wer aus sich selbst heraus redet,dem geht es nur um seine eigene Ehre.Wem es aber um die Ehre dessen geht,der ihn beauftragt hat,der ist glaubwürdig und durch und durch aufrichtig.

19Hat Mose7,19 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. euch nicht das Gesetz7,19 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. gegeben?Und doch befolgt es niemand von euch!Warum also wollt ihr mich töten?«20Die Volksmenge antwortete:»Du bist wohl von einem Dämon7,20 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen!Wer will dich denn töten?«21Jesus7,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihnen:»Eine einzige Tat7,21 eine einzige Tat: Von der Heilung eines Kranken am Sabbat am Teich von Betesda erzählt Johannes 5,1-9. habe ich am Sabbat vollbracht,und ihr alle staunt immer noch darüber.22Es ist doch so:Mose hat die Beschneidung7,22 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. angeordnet.Sie stammt allerdings nicht erst von Mose,sondern schon von seinen Vorfahren7,22 seine Vorfahren: 1. Mose/Genesis 17,9-14 erzählt, dass der Stammvater Abraham die Beschneidung von Gott als Zeichen für den Bund erhält. Sie muss am achten Tag nach der Geburt stattfinden..Dementsprechend beschneidet ihr einen Menschenauch am Sabbat7,22 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf..23Ein Mensch wird also am Sabbatan einem Teil seines Körpers beschnitten.Das geschieht, um das Gesetz des Mose einzuhalten.Warum seid ihr dann so wütend auf mich?Ich habe am Sabbat einen Menschenam ganzen Körper gesund gemacht!24Urteilt nicht nach dem bloßen Augenschein,sondern fällt ein gerechtes Urteil!«

Ist Jesus der versprochene Retter?

25Da sagten einige Leute aus Jerusalem7,25 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.:»Ist das nicht der, den sie töten wollen?26Er redet hier in aller Öffentlichkeit,und niemand widerspricht ihm.Hat der jüdische Rat7,26 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. vielleicht erkannt,dass er der Christus7,26 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. ist?27Wir wissen doch, woher dieser Mann stammt.Aber wenn der Christus kommt,weiß niemand, woher er stammt!«28Jesus7,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., der immer noch im Tempel7,28 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. lehrte, rief laut:»Ihr kennt mich und wisst, woher ich komme.Aber ich bin nicht im eigenen Auftrag gekommen.Der, der mich beauftragt hat,ist die Wahrheit7,28 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. selbst.Ihr kennt ihn nicht.29Aber ich kenne ihn: Denn von ihm stamme ich her,und er hat mich gesandt.«

30Da wollten sie ihn festnehmen.Aber niemand konnte Hand an ihn legen,denn seine Stunde7,30 seine Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. war noch nicht gekommen.31Viele in der Menge kamen zum Glauben an ihn,und sie sagten: »Wird der Christus, wenn er kommt,noch mehr Zeichen7,31 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. tun, als dieser Mensch getan hat?«

Jesus kündigt an, dass er weggeht

32Die Pharisäer7,32 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. hörten, was die Leute über Jesus7,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. redeten.Daraufhin sandten die führenden Priester7,32 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und die Pharisäer die Tempelwache7,32 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. zu ihm.Die sollten ihn festnehmen.33Da sagte Jesus7,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.Dann gehe ich fort – zu dem, der mich beauftragt hat.34Ihr werdet mich suchen,aber ihr werdet mich nicht finden.Wo ich dann bin, dahin könnt ihr nicht kommen.«

35Die jüdischen Zuhörer7,35 jüdische Zuhörer: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. fragten sich gegenseitig:»Wohin will der denn gehen,dass wir ihn nicht finden können?Will er vielleicht zu den Juden gehen,die verstreut unter den Griechen7,35 verstreut unter den Griechen: Juden, die in Gegenden mit überwiegend nicht-jüdischer Bevölkerung lebten. leben?Will er vielleicht sogar die Griechen lehren?36Was bedeutet dieses Wort, das er gesagt hat:›Ihr werdet mich suchen,aber ihr werdet mich nicht finden.Wo ich dann bin, dahin könnt ihr nicht kommen‹?«

Lebendiges Wasser im Überfluss

37Am letzten Tag, dem Höhepunkt des Festes7,37 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen.,trat Jesus7,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. vor die Menschenmenge und rief laut:»Wer Durst hat, soll zu mir kommen.Und es soll trinken, 38wer an mich glaubt.So sagt es die Heilige Schrift7,38 so sagt es die Heilige Schrift: Das Zitat nimmt Worte aus Psalm 78,20 und Sacharja 14,8 auf.:›Ströme von lebendigem Wasser7,38 lebendiges Wasser: Der griechische Begriff bezeichnet Quellwasser im Unterschied zu Wasser aus einer Zisterne. Hier ist »lebendiges Wasser« ein Bild für den Heiligen Geist, durch den Gott in der Welt wirkt.werden aus seinem Inneren fließen.‹«39Jesus bezog dies auf den Heiligen Geist7,39 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..Den sollten die erhalten,die zum Glauben an ihn gekommen waren.Denn der Heilige Geist war noch nicht gekommen,weil Jesus noch nichtin seiner Herrlichkeit7,39 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar war.

Verschiedene Meinungen über Jesus

40Einige Leute aus der Menge,die diese Worte gehört hatten, meinten:»Er ist wirklich der erwartete Prophet7,40 erwarteter Prophet: Als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes wird ein Prophet wie Mose erwartet. Ein solcher Prophet wird in 5. Mose/Deuteronomium 18,15-19 angekündigt.41Andere sagten: »Er ist der Christus7,41 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.Wieder andere erwiderten:»Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa7,41 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.!42Sagt nicht die Heilige Schrift:Der Christus ist ein Nachkomme Davids7,42 Nachkomme Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.und kommt aus Betlehem7,42 Betlehem: Ortschaft in Judäa etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Micha 5,1-3 zufolge kommt der zukünftige Herrscher Israels aus dieser Ortschaft.,dem Dorf, in dem David lebte?«43So kam es wegen Jesuszu Meinungsverschiedenheiten unter den Leuten.44Einige hätten ihn am liebsten festgenommen.Aber niemand konnte Hand an ihn legen.

Die Priester und die Pharisäer glauben nicht an Jesus

45Die Tempelwache7,45 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. kehrte zu den führenden Priestern7,45 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und den Pharisäern7,45 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zurück.Die fragten sie: »Warum bringt ihr ihn nicht mit?«46Die Männer antworteten:»Noch nie hat jemand so geredet wie dieser Mensch.«47Da entgegneten ihnen die Pharisäer:»Habt ihr euch etwa auch irreführen lassen?48Ist denn ein Mitglied des jüdischen Rats7,48 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.oder ein Pharisäer zum Glauben gekommen?49Aber das Volk, das das Gesetz7,49 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. nicht kennt, ist es:Verflucht sind sie!«50Da sagte Nikodemus, einer von ihnen,der Jesus7,50 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. früher einmal7,50 früher einmal: Von der Begegnung zwischen Nikodemus und Jesus wird in Johannes 3,1-21 erzählt. aufgesucht hatte:51»Seit wann kann man nach unserem Gesetzeinen Menschen verurteilen, ohne ihn vorher anzuhören?Erst muss man doch wissen, was er getan hat!«52Sie gaben ihm zur Antwort:»Kommst du etwa auch aus Galiläa7,52 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.?Forsche doch in der Heiligen Schrift7,52 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. nach.Sieh doch ein: Aus Galiläa kommt kein Prophet7,52 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Jesus vergibt einer Ehebrecherin ihre Schuld

[7,52 [...]: Die Verse Johannes 7,53–8,11 fehlen in den wichtigsten Handschriften. 53Da gingen sie alle nach Hause.
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81Jesus8,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aber ging hinauf zum Ölberg8,1 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..

2Früh am Morgen kehrte er zum Tempel8,2 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. zurück.Das ganze Volk kam zu ihm.Er setzte sich und lehrte sie.3Da brachten die Schriftgelehrten8,3 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.und die Pharisäer8,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. eine Frau herbei,die beim Ehebruch8,3 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten. überrascht worden war.Sie stellten sie in die Mitte4und sagten zu Jesus: »Lehrer8,4 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., diese Frau dawurde auf frischer Tat beim Ehebruch überrascht.5Im Gesetz8,5 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. schreibt uns Mose vor, solche Frauen zu steinigen8,5 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird..Was sagst nun du dazu?«

6Das fragten sie, um ihn auf die Probe zu stellenund dann anklagen zu können.Aber Jesus8,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. beugte sich nur nach vornund schrieb mit dem Finger auf die Erde.7Als sie nicht aufhörten zu fragen,richtete er sich auf und sagte zu ihnen:»Wer von euch ohne Schuld8,7 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. ist,soll den ersten Stein auf sie werfen!«8Dann beugte er sich wieder nach vornund schrieb auf die Erde.

9Als sie das hörten, ging einer nach dem anderen fort,die Älteren zuerst.Jesus8,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. blieb allein zurück mit der Frau,die immer noch dort stand.10Er richtete sich auf und fragte:»Frau, wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt?«11Sie antwortete: »Niemand, Herr.«Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht.Geh, und lad von jetzt an keine Schuld8,11 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. mehr auf dich.«]8,11 [...]: Die Verse Johannes 7,53–8,11 fehlen in den wichtigsten Handschriften.

Jesus ist das Licht der Welt

Johannes 8,12–9,41

Streit um die Glaubwürdigkeit von Jesus

12Ein anderes Mal sprach Jesus8,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Leuten.Er sagte: »Ich bin8,12 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. das Licht8,12 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. der Welt.Wer mir folgt8,12 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.,irrt nicht mehr in der Finsternis umher.Vielmehr wird er das Licht des Lebens haben.«

13Da sagten die Pharisäer8,13 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zu ihm:»Du trittst für dich selbst als Zeuge auf.Deine Zeugenaussage ist nicht glaubwürdig.«14Jesus8,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihnen:»Auch wenn ich mein eigener Zeuge bin,ist meine Zeugenaussage glaubwürdig.Denn ich weiß,woher ich gekommen bin und wohin ich gehe.Aber ihr wisst nicht,woher ich komme und wohin ich gehe.15Ihr urteilt nach menschlichen Maßstäben.Ich urteile über niemanden.16Wenn ich aber ein Urteil spreche,dann ist mein Urteil gültig.Denn ich bin damit nicht allein.Ich urteile wie der Vater8,16 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.,der mich beauftragt hat.17So steht es in eurem Gesetz8,17 so steht es im Gesetz: Als Gesetz werden im Neuen Testament die Lebensvorschriften des Alten Testaments bezeichnet, besonders die fünf Bücher Mose. Die folgende Bestimmung findet sich beispielsweise in 5. Mose/Deuteronomium 19,15.:Die übereinstimmende Aussage von zwei Zeugenist gültig.18Ja, ich bin mein eigener Zeuge.Und der Vater, der mich beauftragt hat,ist ebenfalls mein Zeuge.«19Da fragten sie ihn: »Wo ist denn dein Vater?«Jesus antwortete:»Ihr kennt weder mich noch meinen Vater.Wenn ihr mich kennen würdet,würdet ihr auch meinen Vater kennen.«20Diese Worte sprach Jesus in der Nähe des Schatzhauses8,20 Schatzhaus: Gebäude auf dem Gelände des Tempels in Jerusalem. Dort konnten die Tempelbesucher ihre Abgaben und Spenden abliefern.,als er im Tempel8,20 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. lehrte.Aber niemand nahm ihn fest,denn seine Stunde8,20 seine Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. war noch nicht gekommen.

Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen

21Noch einmal sprach Jesus8,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Leuten:»Ich gehe fort, und dann werdet ihr mich suchen.Aber ihr werdet in eurer Sünde8,21 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. sterben.Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.«22Die jüdischen Zuhörer8,22 jüdische Zuhörer: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. fragten sich:»Meint er, dass er sich selbst töten will,wenn er sagt: ›Wohin ich gehe,dorthin könnt ihr nicht kommen‹?«23Jesus sagte zu ihnen:»Ihr seid von hier unten, ich bin von oben.Ihr seid von dieser Welt8,23 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte.,ich bin nicht von dieser Welt.24Ich habe euch ja schon gesagt:Ihr werdet in euren Sünden sterben.Wenn ihr nicht glauben wollt, dass ich es bin8,24 dass ich es bin: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt.,werdet ihr eben in euren Sünden sterben.«25Da fragten sie ihn: »Wer bist du denn?«Jesus antwortete: »Ich habe euch gesagt,wer ich bin und von Anfang an8,25 von Anfang an: Die Formulierung ist schwer zu übersetzen. Sie bezieht sich auf Johannes 1,1-18. Dort wird Jesus Christus als das Wort vorgestellt, das von Anfang an bei Gott war. war.26Ich könnte noch viel über euch sagenund in vieler Hinsicht über euch urteilen.Aber der, der mich beauftragt hat,ist die Wahrheit8,26 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. selbst.Und ich sage der Welt das weiter,was ich von ihm gehört habe.«

27Sie verstanden aber nicht,dass er zu ihnen vom Vater8,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. sprach.28Deshalb sagte Jesus8,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihnen:»Wenn ihr den Menschensohn8,28 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. erhöht8,28 erhöhen: Anspielung auf die Kreuzigung. Durch das Aufstellen des Kreuzes wird Jesus in die Höhe gehoben. So macht sein Tod am Kreuz gleichzeitig seine Herrlichkeit und Zugehörigkeit zu Gott für alle sichtbar. habt,dann werdet ihr begreifen, dass ich es bin8,28 dass ich es bin: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt..Ihr werdet auch erkennen,dass ich nichts von mir aus tue.Vielmehr sage ich das, was der Vater mich gelehrt hat.29Und der, der mich beauftragt hat, steht mir zur Seite.Er lässt mich nicht allein,denn ich tue stets, was ihm gefällt.«30Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

Die Wahrheit macht frei

31Jesus8,31 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sagte zu den Juden8,31 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.,die zum Glauben an ihn gekommen waren:»Wenn ihr an meinem Wort festhaltet,seid ihr wirklich meine Jünger8,31 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..32Dann werdet ihr die Wahrheit8,32 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. erkennen,und die Wahrheit wird euch frei machen.«33Sie entgegneten: »Wir sind Nachkommen Abrahams8,33 Nachkommen Abrahams: Bezeichnung für das Volk Israel, mit dessen Stammvater Abraham Gott einen Bund geschlossen hat.und waren nie die Sklaven irgendeines Menschen.Wie kannst du da sagen: ›Ihr werdet frei sein‹?«34Jesus antwortete ihnen:»Amen8,34 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer Schuld8,34 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf sich lädt, ist ein Sklave der Schuld.35Ein Sklave8,35 Sklave: Als Eigentum seines Herrn kann ein Sklave verkauft werden. gehört nicht für immer zur Familie,aber der Sohn gehört für immer dazu.36Wenn also der Sohn8,36 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. euch frei macht,seid ihr tatsächlich frei.

37Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams8,37 Nachkommen Abrahams: Jesus erkennt an, dass seine Gesprächspartner zum Volk Israel gehören, mit dessen Stammvater Abraham Gott einen Bund geschlossen hat. Jesus wirft ihnen jedoch vor, dass ihr jeweiliges Handeln nicht ihrer Herkunft entspricht, da sie den Sohn Gottes töten wollen. seid.Doch ihr wollt mich töten,weil mein Wort bei euch keinen Platz findet.38Ich rede von dem, was ich beim Vater8,38 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gesehen habe.Ihr tut das, was ihr vom Vater gehört habt.«39Sie gaben ihm zur Antwort:»Unser Vater ist Abraham.«Jesus8,39 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erwiderte:»Wenn ihr wirklich Kinder Abrahams wärt,würdet ihr auch so handeln wie Abraham.40Ich habe euch die Wahrheit8,40 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. gesagt,die ich von Gott gehört habe.Jetzt aber wollt ihr mich töten.So hat Abraham8,40 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. nicht gehandelt.41Ihr handelt wie euer wirklicher Vater!«

Da sagten sie zu ihm:»Wir sind doch keine unehelichen Kinder.Wir haben nur einen Vater: Gott.«42Jesus8,42 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete: »Wenn Gott euer Vater wäre,dann würdet ihr mich lieben.Denn von Gott her bin ich zu euch gekommen!Ich komme ja nicht im eigenen Auftrag,sondern er hat mich gesandt.43Warum versteht ihr denn nicht, was ich sage?Weil ihr mein Wort nicht richtig hören könnt!44Vom Teufel8,44 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. stammt ihr ab, der ist euer Vater.Und was er verlangt, das tut ihr.Er war von Anfang an ein Mörder,und mit der Wahrheit8,44 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. hat er nichts zu tun.Denn bei ihm gibt es keine Wahrheit.Wenn er lügt, so entspricht das genau seinem Wesen.Denn er ist ein Lügner, und alle Lüge stammt von ihm.

45Aber weil ich die Wahrheit8,45 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. sage, glaubt ihr mir nicht.46Wer von euch kann mir nachweisen,dass ich irgendeine Schuld8,46 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf mich geladen habe?Wenn ich doch die Wahrheit sage,warum glaubt ihr mir nicht?47Wer Gott zum Vater hat, kann die Worte Gottes hören.Ihr hört sie nicht, weil Gott nicht euer Vater ist.«

Jesus ist mehr als Abraham

48Die Juden8,48 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. entgegneten Jesus8,48 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Sagen wir nicht zu Recht:›Du bist ein Samariter8,48 Samariter: Aus den Israeliten hervorgegangene Glaubensgruppe, die nur die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift anerkannte. Zwischen ihnen und den Juden herrschte Rivalität. und von einem Dämon8,48 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen‹?«49Jesus antwortete:»Ich bin von keinem Dämon besessen,sondern ich ehre meinen Vater8,49 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.,und ihr entehrt mich.50Mir geht es nicht um meine Ehre.Dafür sorgt ein anderer,und der ist auch der Richter8,50 Richter: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht..51Amen8,51 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer an meinem Wort festhält,wird in Ewigkeit nicht von Gott getrennt8,51 von Gott getrennt: Wörtlich »sterben«. Der Tod steht hier nicht nur für das Ende des biologischen Lebens, sondern für ein Leben ohne Gott.

52Da sagten die Juden8,52 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. zu ihm:»Jetzt haben wir erkannt,dass du von einem Dämon8,52 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen bist.Abraham8,52 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. ist gestorben und ebenso die Propheten8,52 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..Und du sagst: ›Wer an meinem Wort festhält,wird in Ewigkeit nicht von Gott getrennt8,52 von Gott getrennt: Wörtlich »sterben«. Der Tod steht hier nicht nur für das Ende des biologischen Lebens, sondern für ein Leben ohne Gott.‹?53Bist du etwa mehr als unser Vater Abraham?Der ist gestorben,und auch die Propheten sind gestorben.Für wen hältst du dich eigentlich?«54Jesus8,54 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Wenn ich mich selbst ehren wollte,dann wäre diese Ehre nichts wert.Mein Vater8,54 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. ist es, der mich ehrt.Ihr sagt über ihn: ›Er ist unser Gott.‹55Aber ihr habt ihn nie kennengelernt.Ich dagegen kenne ihn.Ich wäre ein Lügner wie ihr,wenn ich sagen würde: ›Ich kenne ihn nicht.‹Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.56Euer Vater Abraham hat gejubelt,weil er erleben sollte,dass ich in die Welt komme8,56 dass ich in die Welt komme: Meint nicht nur den Tag der Geburt von Jesus, sondern die ganze Zeit seines Wirkens..Er hat es tatsächlich erlebt8,56 er hat es tatsächlich erlebt: Abraham wird als Zeuge dafür in Anspruch genommen, dass mit dem Auftreten von Jesus das Reich Gottes anbricht.und war voller Freude.«

57Da sagten die Juden8,57 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. zu ihm:»Du bist noch keine fünfzig Jahre altund willst Abraham8,57 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. gesehen haben?«58Jesus8,58 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihnen:»Amen8,58 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch: Ich bin8,58 ich bin: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. In Johannes 1,1-18 wird Jesus als das Wort vorgestellt, das bereits vor der Schöpfung bei Gott war.schon bevor Abraham da war.«59Da hoben sie Steine auf, um ihn zu steinigen8,59 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird..Aber Jesus brachte sich in Sicherheitund verließ den Tempel8,59 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte..
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Jesus heilt einen Mann, der blind geboren wurde

Markus 8,22-26
91Jesus9,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ging an einem Mann vorbei und sah,dass der von Geburt an blind war.2Da fragten ihn seine Jünger9,2 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Rabbi9,2 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer., wer war ein Sünder9,2 Sünder: Mensch, der sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet.,sodass er blind geboren wurde –dieser Mann oder seine Eltern?«3Jesus antwortete:»Weder war er selbst ein Sünder,noch waren es seine Eltern.Vielmehr sollen die Taten Gottesan ihm sichtbar werden.4Wir müssen die Taten vollbringen,mit denen Gott mich beauftragt hat,solange es noch Tag ist.Es kommt eine Nacht,in der niemand mehr etwas tun kann.5Solange ich in der Welt bin,bin ich das Licht der Welt9,5 Licht der Welt: Auch in Johannes 8,12 spricht Jesus von sich selbst als dem Licht der Welt.

6Nachdem er das gesagt hatte,spuckte er auf den Boden.Aus der Erde und dem Speichel9,6 Speichel: Dem Speichel wurde eine heilende Wirkung zugeschrieben. machte er eine Pasteund strich sie dem Blinden auf die Augen.7Dann sagte er ihm:»Geh und wasch dich im Teich von Schiloach9,7 Schiloach: Künstlich angelegtes Wasserbecken. König Hiskija wollte damit die Wasserversorgung Jerusalems sicher stellen.– Schiloach heißt übersetzt »der Gesandte«. –Der Mann ging dorthin und wusch sich.Als er zurückkam, konnte er sehen.

8Da sagten seine Nachbarn und die Leute,die ihn vorher als Bettler gekannt hatten:»Ist das nicht der Mann,der immer dasaß und bettelte?«9Die einen sagten: »Das ist er!«Die anderen sagten:»Nein, er sieht ihm nur ähnlich!«Er selbst aber sagte: »Ich bin es wirklich!«10Da fragten sie ihn:»Wieso kannst du auf einmal sehen?«11Er antwortete: »Der Mann, der Jesus9,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. heißt,machte eine Paste und strich sie mir auf die Augen.Dann sagte er zu mir:›Geh zum Teich von Schiloach9,11 Schiloach: Künstlich angelegtes Wasserbecken. König Hiskija wollte damit die Wasserversorgung Jerusalems sicher stellen. und wasch dich.‹Ich ging dorthin,wusch mich und konnte sehen.«12Sie fragten ihn: »Wo ist er jetzt?«Er antwortete: »Ich weiß es nicht.«

Die Pharisäer untersuchen die Heilung

13Sie brachten den Mann, der blind gewesen war,zu den Pharisäern9,13 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte..14Der Tag, an dem Jesus9,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Paste gemachtund dem Blinden die Augen geöffnet hatte,war ein Sabbat.15Nun fragten ihn auch die Pharisäer,wie er sehend geworden war.Da erzählte er es noch einmal:»Der Mann strich eine Paste auf meine Augen.Dann wusch ich mich und konnte sehen.«16Einige von den Pharisäern sagten:»Dieser Mensch kommt nicht von Gott,denn er hält den Sabbat9,16 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. nicht ein.«Andere meinten aber:»Wie kann jemand solche Zeichen9,16 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. tun,wenn er selbst ein Sünder9,16 Sünder: Mensch, der sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet. ist?«So kam es zu Meinungsverschiedenheiten unter ihnen.17Da fragten sie den Blinden noch einmal:»Und du, was sagst du über ihn?Schließlich hat er dir die Augen geöffnet!«Er antwortete: »Der Mann ist ein Prophet9,17 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

18Nun glaubten die jüdischen Behörden9,18 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. nicht,dass er blind gewesen war und jetzt sehen konnte.Deshalb ließen sie die Eltern des Geheilten rufen19und fragten sie: »Ist das euer Sohn?Ihr sagt, dass er von Geburt an blind war.Wieso kann er jetzt sehen?«20Die Eltern antworteten: »Wir wissen,dass er unser Sohn ist und blind geboren wurde.21Wir wissen nicht, wieso er jetzt sehen kann.Wir wissen auch nicht, wer ihm die Augen geöffnet hat.Fragt ihn selbst.Er ist alt genug, um für sich selbst zu sprechen.«22Das sagten seine Eltern,weil sie sich vor den jüdischen Behörden fürchteten.Die hatten nämlich schon beschlossen:Wer bekennt, dass Jesus9,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. der Christus9,22 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. ist,wird aus der jüdischen Gemeinde9,22 jüdische Gemeinde: Wörtlich »Synagoge«. Wie der Begriff »Kirche« bezeichnet der Begriff nicht nur das Gebäude, sondern auch die Versammlung. ausgeschlossen.23Deswegen sagten seine Eltern:»Er ist alt genug! Fragt ihn selbst!«

Das Bekenntnis des Geheilten

24Die Pharisäer9,24 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. ließen den Mann,der blind gewesen war, noch einmal zu sich rufen.Sie forderten ihn auf:»Bei der Ehre Gottes: Sag die Wahrheit!Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder9,24 Sünder: Mensch, der sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet. ist!«25Der Mann antwortete: »Ich weiß nicht,ob er ein Sünder ist.Aber ich weiß eins:Ich war blind, und jetzt kann ich sehen.«26Sie fragten ihn weiter: »Was hat er mit dir gemacht?Wie hat er dir die Augen geöffnet?«27Er antwortete ihnen:»Das habe ich euch schon gesagt,und ihr habt es nicht gehört.Warum wollt ihr es noch einmal hören?Wollt ihr etwa auch Jünger9,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. von ihm werden?«28Da beschimpften sie ihn und sagten:»Du bist ein Jünger von ihm!Aber wir sind Jünger von Mose9,28 Mose: Steht hier für das »Gesetz des Mose«, eine Bezeichnung für die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose..29Wir wissen, dass Gott mit Mose gesprochen hat.Aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.«

30Der Mann gab ihnen zur Antwort:»Das ist doch erstaunlich:Ihr wisst nicht, woher er kommt.Aber mir hat er die Augen geöffnet!31Wir wissen doch: Gott erhört nicht die Sünder9,31 Sünder: Mensch, der sich von Gott abgewendet hat und seinen Willen missachtet..Gott hört auf die, die ihn ehren und seinen Willen tun.32Seit die Welt besteht, hat man das noch nie gehört:Jemand hat einem Menschen die Augen geöffnet,der von Geburt an blind war.33Dieser Mann könnte nichts vollbringen,wenn er nicht von Gott käme.«34Sie gaben ihm zur Antwort:»Von Geburt an bist du ganz und gar ein Sünder!Ausgerechnet du willst uns belehren?«Und sie warfen ihn hinaus aus der jüdischen Gemeinde.

35Jesus9,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. hörte,dass sie den Mann hinausgeworfen hatten.Als er ihn dann fand, fragte er ihn:»Glaubst du an den Menschensohn9,35 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.36Der Mann antwortete:»Herr, sag mir, wer ist es,damit ich an ihn glauben kann.«37Jesus sagte: »Du hast ihn gesehen.Es ist der, der mit dir redet.«38Da sagte der Mann: »Ich glaube, Herr9,38 Herr: Titel für Jes