BasisBibel (BB)
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Jesus ist das Brot des Lebens

Johannes 6,1-71

Jesus macht mehr als 5000 Menschen satt

Matthäus 14,13-21; Markus 6,30-44; Lukas 9,10-17
61Bald darauf ging Jesus6,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.ans andere Ufer des Sees von Galiläa6,1 Sees von Galiläa: Anderer Name für den See Gennesaret.,der auch See von Tiberias6,1 Tiberias: Stadt am Südwestufer des See Gennesaret. genannt wird.2Eine große Menschenmenge folgte ihm.Denn sie hatten die Zeichen6,2 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. gesehen,die er an den Kranken tat.3Jesus stieg auf einen Bergund setzte sich dort mit seinen Jüngern6,3 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. nieder.4Es war kurz vor dem Passafest6,4 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.,dem großen Fest der Juden.5Jesus blickte auf und sah,dass die große Menschenmenge zu ihm kam.Da sagte er zu Philippus:»Wo können wir Brot6,5 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. kaufen,damit diese Leute zu essen haben?«6Das sagte er aber,um Philippus auf die Probe zu stellen.Er selbst wusste längst, was er tun wollte.7Philippus antwortete:»Nicht einmal Brot für 200 Silberstücke6,7 200 Silberstücke: Wörtlich »200 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber. reicht aus,dass jeder auch nur ein kleines Stück bekommt!«8Da sagte einer seiner Jünger –Andreas, der Bruder von Simon Petrus6,8 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.:9»Hier ist ein kleines Kind.Es hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische6,9 Fisch: Gehörte in der Gegend um den See Gennesaret zu den Grundnahrungsmitteln..Aber was ist das schon für so viele Menschen?«10Jesus sagte: »Sorgt dafür, dass die Menschen sich setzen.«Der Ort war dicht mit Gras bewachsen.Dort ließen sie sich nieder,es waren etwa 5000 Männer6,10 Männer: Gezählt wurden offensichtlich nur die Männer. Es ist davon auszugehen, dass auch viele Frauen und Kinder anwesend waren..

11Jesus6,11 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nahm die Brote6,11 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. und dankte Gott.Dann verteilte er sie an die Leute, die dort saßen.Genauso machte er es mit den Fischen6,11 Fisch: Gehörte in der Gegend um den See Gennesaret zu den Grundnahrungsmitteln..Alle bekamen, so viel sie wollten.12Als sie satt waren, sagte Jesus zu seinen Jüngern6,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Sammelt die Reste ein, damit nichts verdirbt.«13Das taten sie und füllten zwölf Körbemit den Resten von den fünf Gerstenbroten.So viel war nach dem Essen übrig geblieben.14Als die Leute sahen,was für ein Zeichen6,14 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. Jesus getan hatte, sagten sie:»Er ist wirklich der Prophet6,14 der Prophet: Als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes wird ein Prophet wie Mose erwartet. Ein solcher Prophet wird in 5. Mose/Deuteronomium 18,15-19 angekündigt.,der in die Welt kommen soll!«15Da merkte Jesus, dass sie bald kommen würden,um ihn mit Gewalt zu ihrem König zu machen.Darum zog er sich wieder auf den Berg zurück –er ganz allein.

Jesus geht über das Wasser

Matthäus 14,22-33; Markus 6,45-52
16Als es Abend wurde,gingen seine Jünger6,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. zum See hinunter.17Sie stiegen in ein Bootund wollten über den See6,17 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen. nach Kapernaum6,17 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret. fahren.Es war schon dunkel,und Jesus6,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war noch nicht zu ihnen zurückgekehrt.18Ein starker Wind wehte und wühlte den See auf.19Sie hatten schon eine ganze Strecke zurückgelegt,etwa viereinhalb oder fünfeinhalb Kilometer6,19 etwa viereinhalb oder fünfeinhalb Kilometer: Wörtlich »25 oder 30 Stadien«. Ein Stadion ist ein griechisches Längenmaß von etwa 185 m..Plötzlich erblickten sie Jesus.Er ging über das Wasser und näherte sich dem Boot.Da gerieten sie in Furcht.20Er sagte: »Ich bin’s! Fürchtet euch nicht!«21Sie wollten ihn zu sich ins Boot nehmen.Aber das Boot war schon am Ufer,das sie erreichen wollten.

Das Brot des Lebens ist eine Nahrung, die nicht verdirbt

22Die Volksmenge stand nochauf der anderen Seite des Sees6,22 See Gennesaret: See im Norden Israels, zwischen den Golanhöhen und Galiläa gelegen..Am nächsten Morgen erinnerten sich die Leute,dass am Ufer nur ein einziges Boot gelegen hatte.Sie hatten gesehen,dass Jesus6,22 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nicht zusammen mit seinen Jüngern6,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.in dieses Boot gestiegen war.Vielmehr waren die Jünger allein abgefahren.23Inzwischen kamen von Tiberias6,23 Tiberias: Stadt am Südwestufer des See Gennesaret. andere Boote herbei.Sie legten nahe bei der Stelle an,wo der Herr6,23 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen. Gott gedankt hatte.Dort hatte dann die Menge das Brot gegessen6,23 das Brot gegessen: Johannes 6,1-15 erzählt, dass Jesus an dieser Stelle 5000 Männer mit nur fünf Broten und zwei Fischen satt macht..24Schließlich merkten die Leute,dass Jesus nicht mehr da warund seine Jünger auch nicht.Da stiegen sie in die Booteund fuhren nach Kapernaum6,24 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret., um Jesus zu suchen.

25Sie fanden ihn tatsächlichauf der anderen Seite des Sees und fragten ihn:»Rabbi6,25 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer., wann bist du hierhergekommen?«26Jesus6,26 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete und erklärte ihnen:»Amen6,26 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Ihr sucht mich nicht,weil ihr Zeichen6,26 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. gesehen habt.Ihr sucht mich nur,weil ihr von den Broten gegessen habtund satt geworden seid.27Müht euch nicht ab für verderbliche Nahrung.Bemüht euch um Nahrung,die bis zum ewigen Leben6,27 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. vorhält.Die wird euch der Menschensohn6,27 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. geben.Ihn hat Gott, der Vater6,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.,mit seinem Siegel6,27 Siegel: Persönlicher Stempel, durch den etwas als echt gekennzeichnet wird. Hier Bild dafür, dass Jesus Christus wirklich im Namen Gottes auftritt und handelt. bestätigt.«28Daraufhin fragten ihn die Leute: »Was sollen wir tun,damit wir so handeln, wie Gott es erwartet?«29Jesus gab ihnen zur Antwort:»Das bewirkt und erwartet Gott von euch:Glaubt6,29 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. an den, den er gesandt hat.«

Jesus ist das Brot des Lebens

30Die Leute fragten weiter:»Was ist das denn für ein Zeichen6,30 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt., das du tust?Lass es uns sehen, dann glauben wir dir!Was bewirkst du denn schon?31Damals in der Wüste6,31 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. haben unsere VorfahrenManna6,31 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. gegessen.In der Heiligen Schrift steht6,31 in der Heiligen Schrift steht: Zitat aus 2. Mose/Exodus 16,4. es doch:›Er gab ihnen Brot vom Himmel6,31 Brot vom Himmel: Auch »Manna« genannt. Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. zu essen.‹«32Darauf sagte Jesus6,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Leuten:»Amen6,32 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Mose6,32 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. hat euch kein Brot vom Himmel gegeben.Vielmehr gibt euch mein Vater6,32 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.das wahre Brot vom Himmel.33Denn dieses Brot Gottes ist der,der vom Himmel herabkommtund dieser Welt das wahre Leben6,33 wahres Leben: Durch den Glauben an Gott geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. schenkt.«34Da baten sie ihn:»Herr6,34 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen., gib uns immer von diesem Brot!«35Jesus6,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. entgegnete: »Ich bin6,35 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. das Brot des Lebens.Wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern.Und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

36Aber ich habe es euch ja schon gesagt:Obwohl ihr meine Taten gesehen habt,schenkt ihr mir keinen Glauben.37Alle, die mein Vater6,37 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. mir anvertraut,werden zu mir kommen.Und wer zu mir kommt,den werde ich nicht abweisen.38Denn dazu bin ich vom Himmel6,38 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herabgekommen:Nicht um zu tun, was ich selbst will,sondern was der will, der mich beauftragt hat.39Und das ist der Wille dessen, der mich beauftragt hat:Ich soll keinen von denen verlieren,die er mir anvertraut hat.Vielmehr soll ich sie alle am letzten Tag6,39 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an.vom Tod erwecken6,39 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes..40Denn das ist der Wille meines Vaters:Alle, die den Sohn6,40 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. sehen und an ihn glauben,werden das ewige Leben6,40 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. erhalten.Am letzten Tag werde ich sie vom Tod erwecken.«

Wer vom Brot des Lebens isst, wird nicht sterben

41Die jüdischen Zuhörer6,41 jüdische Zuhörer: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. waren empört,dass Jesus6,41 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. gesagt hatte:»Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.«42Sie sagten: »Ist das nicht Jesus, der Sohn von Josef?Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter!Wie kann er behaupten:›Ich bin vom Himmel6,42 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herabgekommen‹?«43Jesus gab ihnen zur Antwort:»Seid nicht so empört!44Niemand kann von sich selbst aus zu mir kommen.Mein Vater6,44 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater., der mich beauftragt hat,muss ihn zu mir führen.Und am letzten Tag6,44 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. werde ich ihn vom Tod auferwecken6,44 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes..45Bei den Propheten steht6,45 bei den Propheten steht: Das Zitat nimmt Worte aus Jesaja 54,13 auf. ja:›Gott selbst wird sie alle lehren.‹Wer den Vater hört und von ihm lernt,kommt zu mir.46Das bedeutet nicht,dass je ein Mensch den Vater gesehen hat.Nur der Eine, der von Gott kommt,der hat den Vater gesehen.47Amen6,47 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer glaubt6,47 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt., hat das ewige Leben6,47 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..48Ich bin6,48 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. das Brot des Lebens.49Eure Vorfahren haben in der Wüste6,49 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. das Manna6,49 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. gegessenund sind dann doch gestorben.50Aber dies ist das wahre Brot,das vom Himmel herabkommt.Wer davon isst, wird nicht sterben.51Ich bin das Lebensbrot,das vom Himmel herabgekommen ist.Wenn jemand von diesem Brot isst,wird er das ewige Leben6,51 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. haben.Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib.Ich gebe ihn hin, um dieser Welt das Leben zu schenken.«

Leib und Blut des Menschensohnes sind das Brot des Lebens

52Das löste Streit unter den jüdischen Zuhörern6,52 jüdische Zuhörer: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. aus,und sie fragten: »Wie kann dieser Mensch uns dennseinen Leib zu essen geben?«53Jesus6,53 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Amen6,53 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch6,53 das sage ich euch: Die folgenden Worte spielen auf die Worte an, die beim Abendmahl gesprochen werden. Es erinnert an das Abschiedsmahl, das Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod am Kreuz feierte; vgl. Lukas 22,14-20.:Wenn ihr den Leib des Menschensohnes6,53 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. nicht esstund sein Blut nicht trinkt,habt ihr das Leben nicht in euch.54Wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt,erhält das ewige Leben6,54 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..Und am letzten Tag6,54 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. werde ich ihn vom Tod erwecken6,54 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes..55Denn mein Leib ist die wahre Nahrung.Und mein Blut ist der wahre Trank.56Wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt,bleibt mit mir verbunden und ich mit ihm.57Der Vater6,57 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., von dem das Leben kommt, hat mich gesandt.Ich lebe durch den Vater.Genauso werden alle, die mich essen, durch mich leben.58Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt!Es ist nicht wie das Brot,das unsere Vorfahren gegessen haben.Sie sind gestorben.Aber wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.«59Das sagte Jesus,als er in der Synagoge6,59 Synagoge: Das Wort bezeichnet sowohl das Synagogengebäude als auch die Versammlung der jüdischen Gemeinde. von Kapernaum6,59 Kapernaum: Stadt am Nordufer des See Gennesaret. lehrte.

Viele Jünger wenden sich von Jesus ab

60Nachdem sie diese Rede gehört hatten,sagten viele Jünger6,60 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. von Jesus6,60 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.:»Das war eine unerträgliche Rede!Wer kann sich so etwas anhören?«61Jesus war sich darüber im Klaren,dass seine Jünger empört waren.Er sagte zu ihnen: »Daran nehmt ihr Anstoß?62Was werdet ihr dann erst tun, wenn ihr seht:Der Menschensohn6,62 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. steigt zum Himmel hinauf –dorthin, wo er vorher war?63Der Geist6,63 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. macht lebendig.Der Leib nützt gar nichts.Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe,sind Geist und schenken wahres Leben6,63 wahres Leben: Durch den Glauben an Gott geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm..64Aber unter euch gibt es einige, die nicht glauben6,64 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.Jesus wusste nämlich von Anfang an,wer von ihnen nicht glaubte,und auch, wer ihn verraten würde.65Und er fügte hinzu: »Deshalb habe ich euch gesagt:›Niemand kann zu mir kommen,wenn es der Vater6,65 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. ihm nicht möglich macht.‹«66Von da an wandten sich viele seiner Jünger von ihm abund zogen nicht länger mit ihm umher.

Die Zwölf halten an Jesus fest

Matthäus 16,13-17; Markus 8,27-30; Lukas 9,18-21
67Da fragte Jesus6,67 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Zwölf6,67 die Zwölf: Meint die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens bei Jesus waren.: »Wollt ihr etwa auch weggehen?«68Simon Petrus6,68 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. antwortete: »Herr6,68 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen.,zu wem sollten wir denn gehen?Du sprichst Worte, die ewiges Leben6,68 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. schenken.69Wir glauben6,69 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. und haben erkannt:Du bist der Heilige Gottes!«70Jesus erwiderte:»Habe ich nicht selbst euch Zwölf ausgewählt?Und doch ist einer von euch ein Teufel6,70 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht.71Er meinte Judas, den Sohn von Simon Iskariot,denn der sollte ihn später ausliefern6,71 später ausliefern: Von der Auslieferung von Jesus an die jüdischen Behörden erzählt Johannes 18,1-14..Er war einer von den Zwölf.
7

Der Streit zwischen Jesus und seinen Gegnern

Johannes 7,1–8,11

Jesus reist heimlich zum Laubhüttenfest nach Jerusalem

71Danach zog Jesus7,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in Galiläa7,1 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. umher.Nach Judäa7,1 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. wollte er nämlich nicht gehen,weil die jüdischen Behörden7,1 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.entschlossen waren, ihn zu töten.2Es war kurz vor dem jüdischen Laubhüttenfest7,2 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen..3Da sagten seine Brüder7,3 seine Brüder: Johannes 2,12 erzählt, dass die Mutter und die Brüder von Jesus ihn zusammen mit seinen Jüngern begleiten. zu ihm:»Zieh fort von hier und geh nach Judäa!Auch dort sollen deine Jünger7,3 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Taten sehen,die du vollbringst.4Niemand tut etwas im Verborgenen,wenn er zugleich öffentlich bekannt sein möchte.Wenn du schon solche Taten vollbringst,dann zeige dich auch vor aller Welt!«5Seine Brüder glaubten nämlich nicht an ihn.6Jesus antwortete: »Meine Zeit7,6 meine Zeit: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. ist noch nicht da.Aber für euch ist jede Zeit die richtige.7Euch kann diese Welt7,7 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte. gar nicht hassen.Aber mich hasst sie,weil ich als Zeuge gegen sie auftrete.Und ich bezeuge, dass ihr Tun böse ist.8Geht ihr ruhig zum Fest nach Jerusalem7,8 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.,ich werde nicht zu diesem Fest gehen!Meine Zeit ist noch nicht gekommen!«9Das sagte er und blieb selbst in Galiläa.

10Als seine Brüder zum Fest7,10 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen. gegangen waren,zog auch Jesus7,10 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nach Jerusalem.Er tat das allerdings nicht öffentlich,sondern heimlich.11Die jüdischen Behörden7,11 jüdische Behörden: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. suchten ihnunter den Festbesuchern und fragten: »Wo ist er?«12Es gab viel Gerede über ihn unter den Leuten.Die einen meinten: »Er ist ein guter Mensch!«Andere erwiderten: »Nein, im Gegenteil.Er führt das Volk in die Irre!«13Doch niemand äußerte sich öffentlich über ihnaus Angst vor den jüdischen Behörden.

Jesus lehrt im Tempel

14Das Fest7,14 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen. war schon zur Hälfte vorüber.Da ging Jesus7,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in den Tempel7,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und lehrte.15Die Juden7,15 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. wunderten sich:»Wieso kennt er die Heilige Schrift7,15 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. so gut?Er ist doch gar nicht darin ausgebildet!«16Jesus erwiderte und erklärte ihnen:»Das ist nicht meine eigene Lehre.Ich habe sie von dem,der mich beauftragt hat.17Wer bereit ist, Gottes Willen zu tun,wird erkennen, woher meine Lehre kommt:ob sie von Gott istoder ob ich aus mir selbst heraus rede.18Wer aus sich selbst heraus redet,dem geht es nur um seine eigene Ehre.Wem es aber um die Ehre dessen geht,der ihn beauftragt hat,der ist glaubwürdig und durch und durch aufrichtig.

19Hat Mose7,19 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. euch nicht das Gesetz7,19 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. gegeben?Und doch befolgt es niemand von euch!Warum also wollt ihr mich töten?«20Die Volksmenge antwortete:»Du bist wohl von einem Dämon7,20 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen!Wer will dich denn töten?«21Jesus7,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihnen:»Eine einzige Tat7,21 eine einzige Tat: Von der Heilung eines Kranken am Sabbat am Teich von Betesda erzählt Johannes 5,1-9. habe ich am Sabbat vollbracht,und ihr alle staunt immer noch darüber.22Es ist doch so:Mose hat die Beschneidung7,22 Beschneidung: Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. angeordnet.Sie stammt allerdings nicht erst von Mose,sondern schon von seinen Vorfahren7,22 seine Vorfahren: 1. Mose/Genesis 17,9-14 erzählt, dass der Stammvater Abraham die Beschneidung von Gott als Zeichen für den Bund erhält. Sie muss am achten Tag nach der Geburt stattfinden..Dementsprechend beschneidet ihr einen Menschenauch am Sabbat7,22 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf..23Ein Mensch wird also am Sabbatan einem Teil seines Körpers beschnitten.Das geschieht, um das Gesetz des Mose einzuhalten.Warum seid ihr dann so wütend auf mich?Ich habe am Sabbat einen Menschenam ganzen Körper gesund gemacht!24Urteilt nicht nach dem bloßen Augenschein,sondern fällt ein gerechtes Urteil!«

Ist Jesus der versprochene Retter?

25Da sagten einige Leute aus Jerusalem7,25 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.:»Ist das nicht der, den sie töten wollen?26Er redet hier in aller Öffentlichkeit,und niemand widerspricht ihm.Hat der jüdische Rat7,26 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. vielleicht erkannt,dass er der Christus7,26 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. ist?27Wir wissen doch, woher dieser Mann stammt.Aber wenn der Christus kommt,weiß niemand, woher er stammt!«28Jesus7,28 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa., der immer noch im Tempel7,28 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. lehrte, rief laut:»Ihr kennt mich und wisst, woher ich komme.Aber ich bin nicht im eigenen Auftrag gekommen.Der, der mich beauftragt hat,ist die Wahrheit7,28 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. selbst.Ihr kennt ihn nicht.29Aber ich kenne ihn: Denn von ihm stamme ich her,und er hat mich gesandt.«

30Da wollten sie ihn festnehmen.Aber niemand konnte Hand an ihn legen,denn seine Stunde7,30 seine Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. war noch nicht gekommen.31Viele in der Menge kamen zum Glauben an ihn,und sie sagten: »Wird der Christus, wenn er kommt,noch mehr Zeichen7,31 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. tun, als dieser Mensch getan hat?«

Jesus kündigt an, dass er weggeht

32Die Pharisäer7,32 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. hörten, was die Leute über Jesus7,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. redeten.Daraufhin sandten die führenden Priester7,32 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und die Pharisäer die Tempelwache7,32 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. zu ihm.Die sollten ihn festnehmen.33Da sagte Jesus7,33 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.Dann gehe ich fort – zu dem, der mich beauftragt hat.34Ihr werdet mich suchen,aber ihr werdet mich nicht finden.Wo ich dann bin, dahin könnt ihr nicht kommen.«

35Die jüdischen Zuhörer7,35 jüdische Zuhörer: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. fragten sich gegenseitig:»Wohin will der denn gehen,dass wir ihn nicht finden können?Will er vielleicht zu den Juden gehen,die verstreut unter den Griechen7,35 verstreut unter den Griechen: Juden, die in Gegenden mit überwiegend nicht-jüdischer Bevölkerung lebten. leben?Will er vielleicht sogar die Griechen lehren?36Was bedeutet dieses Wort, das er gesagt hat:›Ihr werdet mich suchen,aber ihr werdet mich nicht finden.Wo ich dann bin, dahin könnt ihr nicht kommen‹?«

Lebendiges Wasser im Überfluss

37Am letzten Tag, dem Höhepunkt des Festes7,37 Laubhüttenfest: Siebentägiges Erntefest im Herbst. Während dieser Zeit leben die Menschen in Hütten aus Laub und Zweigen, die an die Zeit der Wüstenwanderung Israels erinnern sollen.,trat Jesus7,37 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. vor die Menschenmenge und rief laut:»Wer Durst hat, soll zu mir kommen.Und es soll trinken, 38wer an mich glaubt.So sagt es die Heilige Schrift7,38 so sagt es die Heilige Schrift: Das Zitat nimmt Worte aus Psalm 78,20 und Sacharja 14,8 auf.:›Ströme von lebendigem Wasser7,38 lebendiges Wasser: Der griechische Begriff bezeichnet Quellwasser im Unterschied zu Wasser aus einer Zisterne. Hier ist »lebendiges Wasser« ein Bild für den Heiligen Geist, durch den Gott in der Welt wirkt.werden aus seinem Inneren fließen.‹«39Jesus bezog dies auf den Heiligen Geist7,39 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..Den sollten die erhalten,die zum Glauben an ihn gekommen waren.Denn der Heilige Geist war noch nicht gekommen,weil Jesus noch nichtin seiner Herrlichkeit7,39 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar war.

Verschiedene Meinungen über Jesus

40Einige Leute aus der Menge,die diese Worte gehört hatten, meinten:»Er ist wirklich der erwartete Prophet7,40 erwarteter Prophet: Als Zeichen für das beginnende Gericht Gottes wird ein Prophet wie Mose erwartet. Ein solcher Prophet wird in 5. Mose/Deuteronomium 18,15-19 angekündigt.41Andere sagten: »Er ist der Christus7,41 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.Wieder andere erwiderten:»Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa7,41 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.!42Sagt nicht die Heilige Schrift:Der Christus ist ein Nachkomme Davids7,42 Nachkomme Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16.und kommt aus Betlehem7,42 Betlehem: Ortschaft in Judäa etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Micha 5,1-3 zufolge kommt der zukünftige Herrscher Israels aus dieser Ortschaft.,dem Dorf, in dem David lebte?«43So kam es wegen Jesuszu Meinungsverschiedenheiten unter den Leuten.44Einige hätten ihn am liebsten festgenommen.Aber niemand konnte Hand an ihn legen.

Die Priester und die Pharisäer glauben nicht an Jesus

45Die Tempelwache7,45 Tempelwache: Bewaffnete Untergebene des jüdischen Rats. kehrte zu den führenden Priestern7,45 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.und den Pharisäern7,45 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zurück.Die fragten sie: »Warum bringt ihr ihn nicht mit?«46Die Männer antworteten:»Noch nie hat jemand so geredet wie dieser Mensch.«47Da entgegneten ihnen die Pharisäer:»Habt ihr euch etwa auch irreführen lassen?48Ist denn ein Mitglied des jüdischen Rats7,48 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.oder ein Pharisäer zum Glauben gekommen?49Aber das Volk, das das Gesetz7,49 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. nicht kennt, ist es:Verflucht sind sie!«50Da sagte Nikodemus, einer von ihnen,der Jesus7,50 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. früher einmal7,50 früher einmal: Von der Begegnung zwischen Nikodemus und Jesus wird in Johannes 3,1-21 erzählt. aufgesucht hatte:51»Seit wann kann man nach unserem Gesetzeinen Menschen verurteilen, ohne ihn vorher anzuhören?Erst muss man doch wissen, was er getan hat!«52Sie gaben ihm zur Antwort:»Kommst du etwa auch aus Galiläa7,52 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.?Forsche doch in der Heiligen Schrift7,52 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. nach.Sieh doch ein: Aus Galiläa kommt kein Prophet7,52 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Jesus vergibt einer Ehebrecherin ihre Schuld

[7,52 [...]: Die Verse Johannes 7,53–8,11 fehlen in den wichtigsten Handschriften. 53Da gingen sie alle nach Hause.
8

81Jesus8,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aber ging hinauf zum Ölberg8,1 Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..

2Früh am Morgen kehrte er zum Tempel8,2 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. zurück.Das ganze Volk kam zu ihm.Er setzte sich und lehrte sie.3Da brachten die Schriftgelehrten8,3 Schriftgelehrte: Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.und die Pharisäer8,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. eine Frau herbei,die beim Ehebruch8,3 Ehebruch: Außerehelicher Geschlechtsverkehr von Verheirateten. überrascht worden war.Sie stellten sie in die Mitte4und sagten zu Jesus: »Lehrer8,4 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., diese Frau dawurde auf frischer Tat beim Ehebruch überrascht.5Im Gesetz8,5 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. schreibt uns Mose vor, solche Frauen zu steinigen8,5 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird..Was sagst nun du dazu?«

6Das fragten sie, um ihn auf die Probe zu stellenund dann anklagen zu können.Aber Jesus8,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. beugte sich nur nach vornund schrieb mit dem Finger auf die Erde.7Als sie nicht aufhörten zu fragen,richtete er sich auf und sagte zu ihnen:»Wer von euch ohne Schuld8,7 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. ist,soll den ersten Stein auf sie werfen!«8Dann beugte er sich wieder nach vornund schrieb auf die Erde.

9Als sie das hörten, ging einer nach dem anderen fort,die Älteren zuerst.Jesus8,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. blieb allein zurück mit der Frau,die immer noch dort stand.10Er richtete sich auf und fragte:»Frau, wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt?«11Sie antwortete: »Niemand, Herr.«Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht.Geh, und lad von jetzt an keine Schuld8,11 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. mehr auf dich.«]8,11 [...]: Die Verse Johannes 7,53–8,11 fehlen in den wichtigsten Handschriften.

Jesus ist das Licht der Welt

Johannes 8,12–9,41

Streit um die Glaubwürdigkeit von Jesus

12Ein anderes Mal sprach Jesus8,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu den Leuten.Er sagte: »Ich bin8,12 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. das Licht8,12 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. der Welt.Wer mir folgt8,12 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.,irrt nicht mehr in der Finsternis umher.Vielmehr wird er das Licht des Lebens haben.«

13Da sagten die Pharisäer8,13 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. zu ihm:»Du trittst für dich selbst als Zeuge auf.Deine Zeugenaussage ist nicht glaubwürdig.«14Jesus8,14 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihnen:»Auch wenn ich mein eigener Zeuge bin,ist meine Zeugenaussage glaubwürdig.Denn ich weiß,woher ich gekommen bin und wohin ich gehe.Aber ihr wisst nicht,woher ich komme und wohin ich gehe.15Ihr urteilt nach menschlichen Maßstäben.