BasisBibel (BB)
13

Jesus kündigt seinen Abschied an

Johannes 13,1–17,26

Jesus isst ein letztes Mal mit seinen Jüngern und wäscht ihnen die Füße

131Das Passafest13,1 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. stand unmittelbar bevor.Jesus13,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wusste, dass seine Stunde13,1 seine Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. gekommen war.Jetzt sollte er die Welt verlassenund zum Vater13,1 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gehen.Er hatte die Menschen immer geliebt,die in der Welt zu ihm gehörten.Und so liebte er sie bis zuletzt.

2Jesus13,2 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. aß an diesem Abend mit seinen Jüngern.Der Teufel hatte Judas, dem Sohn von Simon Iskariot,schon den Gedanken eingegeben, Jesus zu verraten.3Jesus wusste,dass der Vater13,3 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. alles in seine Hand gelegt hatte.Er wusste, dass er von Gott gekommen warund wieder zu Gott zurückkehren sollte.4Er stand vom Tisch auf,legte den Mantel13,4 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. ab und band sich ein Tuch um.5Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann,den Jüngern13,5 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Füße zu waschen13,5 die Füße waschen: Indem Jesus die Aufgabe eines Dieners übernimmt, bringt er die Liebe Gottes zu den Menschen zum Ausdruck. Sie zeigt sich später in Tod und Auferstehung von Jesus, die allen Menschen die Möglichkeit eröffnen, in Gemeinschaft mit Gott im Reich Gottes zu leben..Danach trocknete er sie mit dem Tuch ab,das er umgebunden hatte.

6Als er zu Simon Petrus13,6 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. kam, sagte der zu ihm:»Herr, du willst mir die Füße waschen13,6 die Füße waschen: Indem Jesus die Aufgabe eines Dieners übernimmt, bringt er die Liebe Gottes zu den Menschen zum Ausdruck. Sie zeigt sich später in Tod und Auferstehung von Jesus, die allen Menschen die Möglichkeit eröffnen, in Gemeinschaft mit Gott im Reich Gottes zu leben.7Jesus13,7 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Was ich tue, das verstehst du jetzt noch nicht.Du wirst es aber später verstehen.«8Petrus erwiderte:»Nie und nimmer sollst du mir die Füße waschen!«Jesus antwortete: »Wenn ich dich nicht wasche,gibt es für dich keine Gemeinschaft mit mir.«9Da sagte Simon Petrus:»Herr, dann wasche mir nicht nur die Füße,sondern auch die Hände und den Kopf!«10Jesus antwortete: »Wer gebadet hat, ist ganz rein13,10 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten..Er braucht sich späternur noch die Füße waschen zu lassen.Und ihr seid rein – aber nicht alle!«11Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde.Deshalb sagte er: »Ihr seid nicht alle rein.«

12Nachdem Jesus13,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. seinen Jüngern13,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. die Füße gewaschen13,12 die Füße waschen: Das Gehen in Sandalen auf heißen, staubigen Straßen machte das Waschen der Füße beim Betreten eines Hauses nötig. Der Gastgeber ließ dies in der Regel durch einen Diener erledigen. hatte,zog er seinen Mantel13,12 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. an und nahm wieder Platz.Dann sagte er zu ihnen:»Versteht ihr, was ich für euch getan habe?13Ihr nennt mich Lehrer13,13 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. und Herr.Und ihr habt recht, denn das bin ich.14Ich habe euch die Füße gewaschen –ich, der Herr und Lehrer.Also sollt auch ihr einander die Füße waschen.15Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben.Ihr sollt das tun, was ich für euch getan habe.16Amen13,16 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Kein Diener ist bedeutender als sein Herr.Und kein Abgesandter ist bedeutender als der,der ihn beauftragt hat.17Ihr wisst, was ich für euch getan habe.Glückselig seid ihr, wenn ihr auch so handelt.

18Ich rede nicht von euch allen.Ich weiß genau, wen ich ausgewählt habe.Aber das Wort aus der Heiligen Schrift13,18 das Wort aus der Heiligen Schrift: Zitat aus Psalm 41,10.muss in Erfüllung gehen:›Einer, der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen.‹19Ich sage euch das schon jetzt, bevor es geschieht.Wenn es dann geschieht,werdet ihr glauben, dass ich es bin13,19 dass ich es bin: In dieser Formulierung klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt..20Amen13,20 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer einen Menschen aufnimmt, den ich beauftragt habe,nimmt mich auf.Und wer mich aufnimmt,nimmt den auf, der mich beauftragt hat.«

Jesus kündigt an, dass ihn Judas verraten wird

Matthäus 26,20-25; Markus 14,17-21; Lukas 22,21-23
21Als Jesus das gesagt hatte,war er im Innersten tief erschüttert.Er erklärte ihnen: »Amen13,21 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Einer von euch wird mich verraten.«22Da sahen sich die Jünger13,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. ratlos anund fragten sich: »Von wem spricht er?«23Einer von seinen Jüngern, den Jesus13,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. besonders liebte,lag bei Tisch13,23 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen. an der Seite von Jesus.24Ihm gab Simon Petrus13,24 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. ein Zeichen.Er sollte Jesus fragen, von wem er gesprochen hatte.25Der Jünger lehnte sich zurück zu Jesusund fragte ihn: »Herr, wer ist es?«26Jesus antwortete:»Es ist der, für den ich ein Stück Brotin die Schüssel tauche und dem ich es gebe.«Er nahm ein Stück Brot, tauchte es einund gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot.

27Sobald Judas das Brot genommen hatte,ergriff der Satan13,27 Satan, Teufel: Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. Besitz von ihm.Da sagte Jesus13,27 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihm:»Was du tun willst, das tue bald!«28Von den anderen am Tisch verstand keiner,warum Jesus das zu Judas sagte.29Weil Judas die Kasse verwaltete, dachten einige,dass Jesus zu ihm gesagt hatte:»Kauf ein, was wir für das Fest13,29 Fest: Gemeint ist das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. brauchen.«Oder sie dachten:Jesus hat ihm aufgetragen, den Armen etwas zu geben.30Als Judas das Stück Brot gegessen hatte,ging er sofort hinaus.Es war aber Nacht.

Das neue Gebot: Liebt einander!

31Nachdem Judas hinausgegangen war, sagte Jesus:»Jetzt ist der Menschensohn13,31 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.in seiner Herrlichkeit13,31 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. offenbart worden.Und durch ihn ist auchdie Herrlichkeit Gottes offenbart worden.32Wenn der Menschensohndie Herrlichkeit Gottes offenbart hat,dann wird auch Gottdie Herrlichkeit des Menschensohnes offenbaren.Und das wird bald geschehen.33Meine Kinder13,33 meine Kinder: Damals übliche Anrede eines Lehrers für seine Schüler., ich bin nur noch für kurze Zeit bei euch.Ihr werdet mich suchen.Aber was ich schon den führenden Männerndes jüdischen Volks13,33 jüdisches Volk: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. gesagt habe13,33 gesagt habe: Ähnliche Worte finden sich in Johannes 7,32-34.,das sage ich jetzt euch:Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.

34Ich gebe euch ein neues Gebot13,34 neues Gebot: Im Alten Testament findet sich das Gebot der Nächstenliebe in 3. Mose/Levitikus 19,18. Neu ist hier die Begründung: Die Liebe von Jesus ist nicht nur Vorbild für die Liebe der Jünger zueinander, sondern macht auch sie zu dieser Liebe fähig.: Liebt einander!Genauso wie ich euch geliebt habe,sollt ihr einander lieb haben.35Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger13,35 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. seid:wenn ihr einander liebt.«

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

Matthäus 26,31-35; Markus 14,27-31; Lukas 22,31-34
36Simon Petrus13,36 Petrus: Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus. fragte Jesus13,36 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.: »Herr, wohin gehst du?«Jesus antwortete: »Wohin ich gehe,dorthin kannst du jetzt nicht mitkommen.Du wirst mir aber später folgen.«37Da sagte Petrus:»Herr, warum kann ich jetzt nicht mitkommen?Ich bin bereit, mein Leben für dich einzusetzen!«38Jesus erwiderte:»Du bist bereit, dein Leben für mich einzusetzen?Amen13,38 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich dir:Bevor der Hahn kräht, wirst du dreimal abstreiten,dass du mich kennst.«
14

Jesus ist der Weg zum Vater

141»Lasst euch im Herzen14,1 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. keine Angst machen.Glaubt14,1 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. an Gott und glaubt an mich.2Im Haus meines Vaters14,2 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater. gibt es viele Wohnungen.Wenn es nicht so wäre,hätte ich dann zu euch gesagt14,2 zu euch gesagt: Ähnliche Worte finden sich in Johannes 12,26.:›Ich gehe dorthin,um für euch einen Platz vorzubereiten‹?3Und wenn ich dorthin gegangen binund für euch einen Platz vorbereitet habe,werde ich wiederkommen.Dann werde ich euch zu mir holen,damit auch ihr dort seid, wo ich bin.4Ihr kennt ja den Weg zu dem Ort, wo ich hingehe.«

5Thomas sagte zu ihm:»Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst.Wie können wir dann den Weg dorthin kennen?«6Jesus14,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete:»Ich bin14,6 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. der Weg, die Wahrheit14,6 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. und das Leben.Es gibt keinen anderen Weg zum Vater14,6 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. als mich.7Wenn ihr mich erkannt habt,dann werdet ihr auch meinen Vater erkennen.Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.«

8Philippus14,8 Philippus: Einer der ersten Männer, die sich Jesus als Jünger angeschlossen haben; vgl. Johannes 1,43-46. sagte zu ihm:»Herr, zeig uns den Vater. Das genügt uns.«9Jesus14,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihm:»Jetzt bin ich schon so lange bei euch,und du kennst mich immer noch nicht, Philippus?Wer mich gesehen hat, hat den Vater14,9 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gesehen!Wie kannst du da verlangen:›Zeig uns den Vater‹?10Glaubst du nicht,dass ich mit dem Vater verbunden binund der Vater mit mir?Die Worte, die ich euch gesagt habe,stammen nicht von mir selbst.Der Vater, der immer mit mir verbunden ist,vollbringt seine Taten14,10 seine Taten: Gottes rettendes Handeln für die Welt zeigt sich in dem, was Jesus tut. durch mich.11Glaubt mir, dass ich mit dem Vater verbunden binund der Vater mit mir.Wenn ihr das nicht glauben könnt,dann glaubt es wenigstens wegen der Taten.

12Amen14,12 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch: Wer an mich glaubt,wird genau solche Taten vollbringen,wie ich sie vollbringe.Ja, er wird noch größere Taten vollbringen.Denn ich gehe zum Vater14,12 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott..13Wenn ihr dann in meinem Namen14,13 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. um etwas bittet,werde ich eure Bitte erfüllen.So wird die Herrlichkeit14,13 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. des Vatersdurch den Sohn14,13 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet. sichtbar gemacht.14Wenn ihr mich also in meinem Namen um etwas bittet,werde ich es tun.«

Jesus verspricht den Heiligen Geist

15»Wenn ihr mich liebt,werdet ihr meine Gebote14,15 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. befolgen.16Und ich werde den Vater14,16 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. um etwas bitten:Er wird euch an meiner Stelleeinen anderen Beistand14,16 Beistand: Ursprünglich der Anwalt vor Gericht. Bei Johannes der Heilige Geist, der an die Stelle von Jesus tritt, bei den Jüngern bleibt und ihnen hilft. geben,einen, der für immer bei euch bleibt.17Das ist der Geist der Wahrheit14,17 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst..Diese Welt kann ihn nicht empfangen,denn sie sieht ihn nicht und erkennt ihn nicht.Aber ihr kennt ihn, denn er ist mit euch verbundenund wird immer mit euch verbunden bleiben.

18Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein.Ich komme wieder zu euch.19Es dauert nur noch kurze Zeit,dann wird diese Welt mich nicht mehr sehen.Aber ihr werdet mich sehen,weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet.20An dem Tag werdet ihr erkennen:Ich bin mit dem Vater14,20 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. verbunden,ihr seid es mit mir, und ich bin es mit euch.21Wer meine Gebote hält und sie befolgt,der liebt mich wirklich.Wer mich liebt, wird von meinem Vater geliebt.Und auch ich liebe ihn und werde mich ihm zeigen.«

22Judas – nicht Judas Iskariot14,22 Judas Iskariot: Jünger, der Jesus verrät, sodass er verurteilt und gekreuzigt wird; vgl. Johannes 18,1-14. – sagte zu ihm:»Herr, warum willst du dich nur uns zeigenund nicht der Welt?«23Jesus14,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. antwortete ihm:»Wer mich liebt, wird sich nach meinem Wort richten.Mein Vater14,23 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. wird ihn lieben,und wir werden zu ihm kommenund für immer bei ihm bleiben.24Wer mich nicht liebt,wird sich nicht nach meinem Wort richten.Dabei kommt das Wort, das ihr hört, nicht von mir.Es kommt vom Vater, der mich beauftragt hat.25Ich habe euch das gesagt,während ich noch bei euch bin.26Der Vater wird euch in meinem Namen14,26 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn.den Beistand14,26 Beistand: Ursprünglich der Anwalt vor Gericht. Bei Johannes der Heilige Geist, der an die Stelle von Jesus tritt, bei den Jüngern bleibt und ihnen hilft. senden: den Heiligen Geist14,26 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..Der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern,was ich selbst euch gesagt habe.

27Zum Abschied schenke ich euch Frieden14,27 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.:Ich gebe euch meinen Frieden.Ich gebe euch nicht den Frieden,wie ihn diese Welt gibt.Lasst euch im Herzen14,27 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. keine Angst machenund lasst euch nicht entmutigen.28Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe:›Ich gehe fort, aber ich komme zu euch zurück.‹Wenn ihr mich wirklich liebt,dann müsst ihr euch doch darüber freuen,dass ich zum Vater14,28 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gehe:Der Vater ist größer als ich.29Ich habe euch das schon jetzt gesagt,bevor es geschieht.Denn so werdet ihr zum Glauben14,29 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommen,wenn es dann geschieht.

30Ich werde nicht mehr viel mit euch reden.Denn der Herrscher dieser Welt14,30 Herrscher dieser Welt: Bezeichnung für den Teufel, den Gegenspieler Gottes, der versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. ist schon unterwegs.Er hat keine Macht über mich.31Aber dies geschieht, damit diese Welt erkennt,dass ich den Vater14,31 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. liebe.Darum handle ich so,wie es mir mein Vater aufgetragen hat.Steht auf!Wir wollen von hier weggehen!«
15

Jesus ist der wahre Weinstock

151»Ich bin15,1 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. der wahre Weinstock15,1 wahrer Weinstock: Meint den liebevoll gepflegten Weinstock im Gegensatz zum verwilderten. Im Alten Testament ist der Weinstock oft ein Bild für das Volk Israel, vgl. Jesaja 5,1-7..Mein Vater15,1 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. ist der Weinbauer.2Er entfernt jede Rebe15,2 Rebe: Einzelner Zweig, der aus dem Weinstock hervorgeht und an dem sich Blätter, Blüten und anschließend die Früchte bilden. an mir, die keine Frucht trägt.Und er reinigt15,2 reinigt: An den Zweigen, die Früchte tragen, werden die überflüssigen Triebe und Knospen entfernt, um einen besseren Ertrag zu erhalten. jede Rebe, die Frucht trägt,damit sie noch mehr Frucht bringt.3Ihr seid schon rein15,3 rein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten. geworden durch das Wort,das ich euch verkündet habe.4Bleibt mit mir verbunden,dann bleibe ich mit euch verbunden.Eine Rebe kann aus sich selbst herauskeine Frucht tragen.Dazu muss sie mit dem Weinstock verbunden bleiben.So könnt auch ihr keine Frucht tragen,wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.

5Ich bin15,5 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. der Weinstock15,5 Weinstock: Bezeichnung für die einzelne Weinpflanze., ihr seid die Reben15,5 Rebe: Einzelner Zweig, der aus dem Weinstock hervorgeht und an dem sich Blätter, Blüten und anschließend die Früchte bilden..Wer mit mir verbunden bleibt so wie ich mit ihm,bringt reiche Frucht.Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen.6Wer nicht mit mir verbunden bleibt,wird weggeworfen wie eine unfruchtbare Rebeund vertrocknet.Man sammelt die vertrockneten Reben einund wirft sie ins Feuer, wo sie verbrennen.7Wenn ihr mit mir verbunden bleibtund meine Worte in euch bewahrt, dann gilt:Ihr dürft bitten, was immer ihr wollt –und eure Bitte wird erfüllt werden.8Die Herrlichkeit15,8 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. meines Vaters15,8 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater. wird darin sichtbar,dass ihr viel Frucht bringtund euch als meine Jünger15,8 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. erweist.«

An der Liebe festhalten

9»Wie der Vater15,9 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. mich liebt, so liebe ich euch.Haltet an meiner Liebe fest!10Ihr haltet an meiner Liebe fest,wenn ihr meine Gebote15,10 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. befolgt.Ich befolge ja auch die Gebote meines Vatersund halte so an seiner Liebe fest.11Das habe ich zu euch gesagt,damit meine Freude euch ansteckt.Die Freude wird euch ganz und gar erfüllen!

12Das ist mein Gebot15,12 mein Gebot: Im Alten Testament findet sich das Gebot der Nächstenliebe in 3. Mose/Levitikus 19,18. Die Liebe von Jesus ist nicht nur Vorbild für die Liebe der Jünger zueinander, sondern macht sie auch zu dieser Liebe fähig.:Ihr sollt einander lieben –so wie ich euch geliebt habe.13Niemand liebt mehr als einer,der sein Leben für seine Freunde einsetzt.14Ihr seid meine Freunde, wenn ihr mein Gebot befolgt.

15Ich bezeichne euch nicht mehr als Diener.Ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut.Vielmehr nenne ich euch Freunde.Denn ich habe euch alles anvertraut,was ich von meinem Vater15,15 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. gehört habe.16Nicht ihr habt mich ausgewählt,sondern ich habe euch ausgewählt.Ich habe euch dazu bestimmt,dass ihr hinausgeht und reiche Frucht bringt.Eure Frucht wird Bestand haben:Alles, worum ihr den Vater in meinem Namen15,16 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. bittet,das wird er euch geben.17Das ist mein Gebot15,17 mein Gebot: Im Alten Testament findet sich das Gebot der Nächstenliebe in 3. Mose/Levitikus 19,18. Die Liebe von Jesus ist nicht nur Vorbild für die Liebe der Jünger zueinander, sondern macht sie auch zu dieser Liebe fähig. für euch:Ihr sollt einander lieben!«

Der Hass der Welt

18»Wenn diese Welt euch hasst, dann denkt daran:Mich hat sie schon vor euch gehasst.19Wenn ihr zu dieser Welt gehören würdet,würde diese Welt euch als ihr Eigentum lieben.Ihr gehört aber nicht zu dieser Welt,sondern ich habe euch aus dieser Welt heraus erwählt.Deshalb hasst euch diese Welt.20Erinnert euch an das Wort,das ich zu euch gesagt15,20 zu euch gesagt: Die Worte finden sich in Johannes 13,16. habe:›Kein Diener ist bedeutender als sein Herr.‹Wenn sie mich verfolgt haben,werden sie auch euch verfolgen.Wenn sie sich nach meinem Wort gerichtet haben,werden sie sich auch nach eurem Wort richten.21Das alles werden sie euch antun,weil ihr euch zu mir bekennt.Denn sie kennen den nicht, der mich beauftragt hat.

22Sie hätten keine Schuld15,22 Schuld: Die Schuld der Menschen besteht darin, dass sie Jesus und seine Botschaft ablehnen und sich damit Gott und seiner Liebe verschließen., wenn ich nicht gekommen wäreund zu ihnen gesprochen hätte.So aber haben sie keine Ausrede für ihre Schuld.23Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater15,23 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater..24Sie hätten auch keine Schuld,wenn ich nicht bei ihnen Taten vollbracht hätte,die kein anderer je getan hat.Jetzt aber haben sie alles gesehen,und trotzdem hassen sie mich und auch meinen Vater.25Aber so soll das Wort in Erfüllung gehen,das in ihrem Gesetz steht15,25 in ihrem Gesetz steht: Als Gesetz werden im Neuen Testament die Lebensvorschriften des Alten Testaments bezeichnet, besonders die fünf Bücher Mose. Die folgenden Worte stehen in Psalm 35,19 und Psalm 69,5.:›Sie hassten mich ohne jeden Grund.‹26Wenn der Beistand15,26 Beistand: Ursprünglich der Anwalt vor Gericht. Bei Johannes der Heilige Geist, der an die Stelle von Jesus tritt, bei den Jüngern bleibt und ihnen hilft. kommt,den ich euch vom Vater her sende,wird er mein Zeuge sein.Er ist der Geist der Wahrheit15,26 Wahrheit: Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst.,der vom Vater kommt.27Auch ihr werdet als Zeugen für mich auftreten,denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen.