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Jesus ist der gute Hirte

Johannes 10,1-42

Das Gleichnis vom Hirten und den Schafen

101»Amen10,1 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht,sondern anderswo einsteigt,ist ein Dieb und ein Räuber.2Wer aber durch die Tür hineingeht,ist der Hirte10,2 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. der Schafe.3Der Türhüter10,3 Türhüter: Ein anderer Hirte, der Nachtwache hält, um die Schafe vor Räubern und wilden Tieren zu schützen. öffnet ihm,und die Schafe hören auf seine Stimme.Er ruft die Schafe, die ihm gehören,einzeln beim Namen und führt sie ins Freie.4Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat,geht er vor ihnen her.Die Schafe folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme.5Aber einem Fremden werden sie nicht folgen,sondern sie werden vor ihm fliehen.Denn die Stimme von Fremden kennen sie nicht.«6Dieses Gleichnis10,6 Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. erzählte ihnen Jesus10,6 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..Aber sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.

Das Gleichnis vom Tor zu den Schafen

7Da begann Jesus10,7 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. noch einmal:»Amen10,7 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Ich bin10,7 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. die Tür zu den Schafen.8Alle, die vor mir gekommen sind,sind Diebe und Räuber.Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.9Ich bin die Tür.Wer durch mich hineingeht, wird gerettet.Er wird hinein- und hinausgehenund eine gute Weide finden.10Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen.Er schlachtet sie und stürzt sie ins Verderben.Ich bin gekommen, um ihnen das wahre Leben zu bringen –das Leben in seiner ganzen Fülle.«

Das Gleichnis vom guten Hirten

11»Ich bin10,11 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. der gute Hirte10,11 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott..Der gute Hirte setzt sein Leben ein für die Schafe.12Anders ist das bei einem,der die Schafe nur für Geld hütet.Er ist kein Hirte, und sie gehören ihm nicht:Wenn er den Wolf kommen sieht,lässt er sie im Stich und läuft weg.Und der Wolf reißt die Schafeund jagt die Herde auseinander.13Denn so ein Mensch hütet die Schafe nur für Geld,und ihm liegt nichts an den Schafen.

14Ich bin10,14 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. der gute Hirte10,14 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott..Ich kenne die, die zu mir gehören,und die zu mir gehören, kennen mich.15Genauso kennt mich der Vater10,15 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.,und ich kenne ihn.Ich bin bereit, mein Leben für die Schafe einzusetzen.16Ich habe noch andere Schafe10,16 andere Schafe: Bild dafür, dass Jesus sich mit seiner Botschaft nicht nur an das Volk Israel wendet, sondern an alle Menschen.,die nicht aus diesem Stall kommen.Auch die muss ich führen,und sie werden auf meine Stimme hören.Alle werden in einer Herde vereint seinund einen Hirten haben.

17Deshalb liebt mich der Vater10,17 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.:Denn ich bin bereit, mein Leben herzugeben,um es wieder neu zu bekommen.18Niemand nimmt mir das Leben,sondern ich gebe es freiwillig her.Es steht in meiner Macht, es herzugeben. –Und genauso steht es in meiner Macht,es wieder neu zu bekommen.Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater erhalten.«

Erneute Meinungsverschiedenheiten über Jesus

19Wegen dieser Worte kam es zu Meinungsverschiedenheitenunter den jüdischen Zuhörern10,19 jüdische Zuhörer: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten..20Viele von ihnen meinten:»Er ist von einem Dämon10,20 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. besessen und verrückt.Warum hört ihr ihm zu?«21Andere erwiderten: »So redet kein Besessener.Kann ein Dämon etwa Blinden die Augen öffnen?«

Jesus wird vorgeworfen, Gott zu lästern

22Es war im Winter,als in Jerusalem das Tempelweihfest10,22 Tempelweihfest: Achttägiges Lichterfest, das an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem 164 v. Chr. erinnert. gefeiert wurde.23Jesus10,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ging im Tempel10,23 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. in der Salomohalle10,23 Salomohalle: Säulenhalle auf dem Tempelplatz, die nach dem Erbauer des ersten Tempels, König Salomo benannt ist. auf und ab.24Da umringten ihn die Juden10,24 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. und fragten:»Wie lange willst du uns noch hinhalten?Wenn du der Christus10,24 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. bist,dann sag es uns frei heraus!«25Jesus antwortete:»Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht.Die Taten, die ich im Auftrag meines Vaters10,25 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater. vollbringe,sind meine Zeugen!26Aber ihr glaubt nicht,weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.27Meine Schafe hören auf meine Stimme.Ich kenne sie, und sie folgen mir.28Ich gebe ihnen das ewige Leben10,28 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..Sie werden in Ewigkeit nicht ins Verderben stürzen,und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.29Mein Vater, der sie mir anvertraut hat,ist mächtiger als alle.Niemand kann sie aus seiner Hand reißen.30Ich und der Vater sind eins.«

31Da hoben die Juden10,31 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. wieder Steine auf,um ihn zu steinigen10,31 Steinigung, steinigen: Hinrichtungsart, bei der ein Verurteilter öffentlich mit Steinen beworfen wird..32Jesus10,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. hielt ihnen entgegen:»Ich habe im Auftrag des Vaters10,32 Vater: Jesus spricht von Gott als seinem Vater.vor euren Augen viele gute Taten vollbracht.Für welche dieser Taten wollt ihr mich steinigen?«33Die Juden antworteten ihm:»Wir steinigen dich nicht wegen einer guten Tat,sondern wegen Gotteslästerung10,33 Gotteslästerung: Verächtliches Verhöhnen oder Verfluchen von Gott.:Denn du bist ein Menschund machst dich selbst zu Gott.«34Jesus antwortete:»Steht nicht sogar in eurem Gesetz10,34 steht nicht in eurem Gesetz: Als Gesetz werden im Neuen Testament die Lebensvorschriften des Alten Testaments bezeichnet, besonders die fünf Bücher Mose. Die folgenden Worte stehen in Psalm 82,6.:Ich10,34 ich: Der Sprecher ist Gott. habe gesagt: Götter seid ihr doch!‹?35Gott selbst nennt also diejenigen Götter,an die er seine Worte richtet.Und die Heilige Schrift10,35 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden. kann nicht aufgehoben werden!36Der Vater hat mich selbst erwähltund in die Welt gesandt.Wie könnt ihr mir Gotteslästerung vorwerfen,wenn ich sage: ›Ich bin der Sohn Gottes‹?37Wenn das, was ich tue,nicht die Taten meines Vaters sind,braucht ihr mir nicht zu glauben.38Wenn sie es aber sind,dann glaubt wenigstens diesen Taten –wenn ihr schon mir nicht glauben wollt.Dann werdet ihr erkennen und verstehen:Der Vater ist in mir gegenwärtig,und ich bin im Vater gegenwärtig.«39Da versuchten sie erneut, ihn festzunehmen.Aber er konnte ihnen entkommen.

40Jesus10,40 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. überquerte erneut den Jordan10,40 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt.und ging an den Ort, wo Johannes10,40 Johannes der Täufer: Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. früher getauft10,40 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Religiöse Handlung, die den Willen zum Ausdruck bringt, sein Leben ganz auf Gott auszurichten. hatte.Dort blieb er.41Viele Menschen kamen zu ihm und sagten:»Johannes hat zwar keine Zeichen10,41 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. getan.Aber alles, was er über diesen Menschen gesagt hat,hat sich als wahr erwiesen.«42Und viele kamen dort zum Glauben an Jesus.
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Jesus auf dem Weg zum Kreuz

Johannes 11,1–17,26

Die Auferweckung des Lazarus

Johannes 11,1-57

Lazarus ist gestorben

111Ein Mann war schwer krank, Lazarus aus Betanien11,1 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft..Das ist das Dorf,in dem Maria und ihre Schwester Marta lebten.2– Maria war es , die Jesus später11,2 später: Von der Salbung in Betanien erzählt Johannes 12,1-8. mit Öl gesalbt11,2 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen.und mit ihren Haaren seine Füße abgetrocknet hat. –Der kranke Lazarus war ihr Bruder.3Die Schwestern ließen Jesus11,3 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. die Nachricht zukommen:»Herr, sieh doch! Der, den du lieb hast, ist krank.«4Als Jesus das hörte, sagte er:»Diese Krankheit führt nicht zum Tod.Sie soll vielmehr die Herrlichkeit11,4 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Gottes zeigen.Denn durch sie soll die Herrlichkeitvon Gottes Sohn11,4 Gottes Sohn: Jesus spricht hier von sich selbst. In dem, was er tut, wirkt sein Vater, Gott, selbst. sichtbar werden.«

5Jesus11,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. liebte Marta und ihre Schwester und auch Lazarus.6Nun wusste Jesus, dass Lazarus krank war.Er blieb noch zwei Tage an dem Ort, wo er war.7Dann sagte er zu den Jüngern11,7 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.:»Lasst uns wieder nach Judäa11,7 Judäa: Römische Provinz mit Jerusalem als religiösem und kulturellem Zentrum. gehen.«8Die Jünger erwiderten: »Rabbi11,8 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer.,vor Kurzem wollten die Leute in Judäa dich steinigen!Und du willst wieder dorthin gehen?«9Jesus antwortete: »Hat der Tag nicht zwölf Stunden?Wer bei Tag umhergeht, stolpert nicht,denn er sieht das Licht der Welt11,9 Licht der Welt: In Johannes 8,12 spricht Jesus von sich selbst als dem Licht der Welt..10Wer aber bei Nacht umhergeht, stolpert,denn er hat kein Licht bei sich.«

11Nachdem er dies zu den Jüngern11,11 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. gesagt hatte,fuhr er fort: »Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen.Aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.«12Da sagten die Jünger zu ihm:»Herr, wenn er schläft, wird er wieder gesund werden.«13Jesus11,13 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. hatte aber über den Tod des Lazarus gesprochen.Die Jünger dagegen meinten,es gehe um den gewöhnlichen Schlaf.14Da sagte Jesus ganz offen zu ihnen:»Lazarus ist gestorben.15Und ich freue mich für euch, dass ich nicht bei ihm war.Denn dadurch werdet ihr zum Glauben11,15 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommen.Also lasst uns jetzt zu ihm gehen.«16Thomas, der auch Didymus11,16 Didymus: Der griechische Name bedeutet übersetzt »Zwilling«. genannt wird,sagte zu den anderen Jüngern:»Lasst uns mit Jesus gehen, um mit ihm zu sterben.«

Jesus ist die Auferstehung und das Leben

17Als Jesus11,17 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. nach Betanien11,17 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. kam,lag Lazarus schon vier Tage im Grab.18Betanien war nahe bei Jerusalem11,18 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.,knapp drei Kilometer11,18 knapp drei Kilometer: Wörtlich »15 Stadien«. Ein Stadion ist ein griechisches Längenmaß von etwa 185 m. entfernt.19Viele Juden waren von dort zu Marta und Maria gekommen.Sie wollten sie in ihrer Trauer um den Bruder trösten.

20Als Marta hörte, dass Jesus11,20 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. kam, ging sie ihm entgegen.Maria aber blieb zu Hause.21Marta sagte zu Jesus:»Herr, wenn du hier gewesen wärst,dann wäre mein Bruder nicht gestorben.22Aber auch jetzt weiß ich:Alles, worum du Gott bittest, das wird er dir geben.«23Jesus antwortete: »Dein Bruder wird auferstehen11,23 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.24Marta erwiderte: »Ich weiß, dass er auferstehen wird –bei der Auferstehung der Toten am letzten Tag11,24 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an.25Da sagte Jesus zu ihr:»Ich bin11,25 Ich-bin-Worte: Worte, mit denen Jesus von sich selbst und seinem Auftrag spricht. In ihnen klingt der Name an, mit dem Gott sich Mose in 2. Mose/Exodus 3,14 vorstellt. die Auferstehung und das Leben!Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.26Und wer lebt und an mich glaubt,wird in Ewigkeit nicht von Gott getrennt11,26 von Gott getrennt: Wörtlich »sterben«. Der Tod steht hier nicht nur für das Ende des biologischen Lebens, sondern für ein Leben ohne Gott..Glaubst du das?«27Sie antwortete: »Ja, Herr, ich glaube fest:Du bist der Christus11,27 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus., der Sohn Gottes11,27 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.,der in die Welt kommen soll!«

Jesus kommt zum Grab des Lazarus und weint

28Nachdem Marta das gesagt hatte,ging sie weg und rief ihre Schwester Maria.Leise sagte sie zu ihr:»Der Lehrer11,28 Lehrer: Ehrenvolle Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. ist da und lässt dich rufen.«29Als Maria das hörte,stand sie schnell auf und ging zu Jesus11,29 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..30Jesus war noch nicht ins Dorf hineingegangen.Er hielt sich dort auf, wo Marta ihn getroffen hatte.31Im Haus waren immer noch die Leute11,31 Leute: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten.,die Maria trösten wollten.Als sie sahen, dass Maria aufstandund schnell hinausging, folgten sie ihr.Sie dachten: »Sie will zum Grab11,31 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde. gehen,um dort zu weinen.«

32Maria kam dorthin, wo Jesus11,32 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. war.Als sie ihn sah,fiel sie vor ihm auf die Knie und sagte:»Herr, wenn du hier gewesen wärst,dann wäre mein Bruder nicht gestorben.«33Jesus sah, wie sie weinteund wie auch die Leute11,33 Leute: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten. weinten, die sie begleiteten.Da war er im Innersten zornig und tief erschüttert.34Er fragte: »Wo ist sein Grab?«Sie antworteten: »Herr, komm und sieh selbst!«35Da brach Jesus in Tränen aus.36Die Leute sagten:»Seht doch, wie sehr er ihn geliebt hat!«37Aber einige von ihnen meinten:»Dem Blinden hat er die Augen geöffnet.Konnte er nicht verhindern, dass Lazarus stirbt?«

Jesus weckt Lazarus vom Tod auf

38Da wurde Jesus11,38 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. erst recht zornig und ging zum Grab11,38 Grabkammer: Ein in den Felsen geschlagener Raum mit mehreren Nischen zur Ablage von Toten, dessen Eingang nach der Bestattung verschlossen wurde..Es bestand aus einer Höhle,die mit einem großen Stein verschlossen war.39Jesus sagte: »Wälzt den Stein weg!«Marta, die Schwester des Verstorbenen, erwiderte:»Herr, er stinkt schon, denn er ist vier Tage tot.«40Jesus entgegnete ihr: »Habe ich nicht zu dir gesagt:Wenn du glaubst11,40 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.,wirst du die Herrlichkeit11,40 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Gottes sehen«?41Da wälzten sie den Stein weg.Jesus blickte zum Himmel empor und sprach:»Vater11,41 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., ich danke dir, dass du mich erhört hast.42Ich selbst weiß ja, dass du mich immer erhörst.Aber ich sage es wegen der Leute, die hier stehen.Sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.«43Nachdem er das gesagt hatte,rief er mit lauter Stimme:»Lazarus, komm heraus!«44Da kam der Tote heraus.Seine Füße und seine Händewaren mit Leinentüchern11,44 Leinentuch: Tote wurden vor der Bestattung in Leichentücher eingewickelt. umwickeltund sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt.Jesus sagte zu den Leuten:»Befreit ihn davon und lasst ihn nach Hause gehen.«

Einer soll für das Volk sterben

Matthäus 26,1-5; Markus 14,1-2; Lukas 22,1-2
45Die Leute11,45 Leute: Wörtlich »die Juden«. Im Johannesevangelium sind damit je nach Zusammenhang unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten., die bei Maria waren,hatten miterlebt, was Jesus getan hatte.Viele kamen zum Glauben an Jesus11,45 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa..46Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern11,46 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.und erzählten ihnen, was er getan hatte.47Da beriefen die führenden Priester11,47 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Pharisäerden jüdischen Rat11,47 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. ein.Sie sagten: »Was sollen wir machen?Dieser Mensch tut viele Zeichen11,47 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.!48Wenn wir ihn so weitermachen lassen,werden alle an ihn glauben.Dann werden die Römer kommenund uns den Tempel11,48 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. und das Volk nehmen.«49Zum jüdischen Rat gehörte auch Kaiphas,der in dem Jahr der Hohepriester11,49 Hohepriester: Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. war.Er sagte: »Ihr versteht gar nichts!50Ihr bedenkt auch nicht, dass es besser für euch ist,wenn ein Mann für das Volk stirbt –besser, als wenn das ganze Volk vernichtet wird.«51Das sagte er aber nicht von sich aus,sondern weil er in dem Jahr Hohepriester war.Dadurch konnte er wie ein Prophet11,51 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. ankündigen,dass Jesus für das Volk sterben wird.52Das sollte nicht nur für das Volk geschehen.Auch die in aller Welt verstreuten Kinder Gottessollten zu einer Gemeinschaft zusammengeführt werden.

53Von dem Tag an war der jüdische Rat11,53 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten. fest entschlossen,Jesus11,53 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. umzubringen.54Danach zeigte sich Jesusnicht mehr in der Öffentlichkeit.Er zog sich in die Gegend am Rand der Wüste zurück,in einen Ort namens Efraim.Dort blieb er mit seinen Jüngern11,54 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten..

55Das jüdische Passafest11,55 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. stand kurz bevor.Viele Menschen zogen schon vor dem Festnach Jerusalem11,55 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..Sie kamen aus dem ganzen Land,um sich für das Fest zu reinigen11,55 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein..56Die Leute hielten auch nach Jesus11,56 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. Ausschau.Während sie im Tempel11,56 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. beisammenstanden,sagten sie zueinander:»Was meint ihr?Wird er zum Fest kommen?«57Die führenden Priester11,57 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht. und die Pharisäer11,57 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.hatten angeordnet:»Wer weiß, wo er sich aufhält, soll es melden!«Denn sie wollten ihn festnehmen.
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Jesus in Betanien und Jerusalem

Johannes 12,1-50

Eine Frau salbt Jesus für sein Begräbnis

Matthäus 26,6-13; Markus 14,3-9
121Sechs Tage vor dem Passafest12,1 Passafest: Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13.kam Jesus12,1 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. wieder nach Betanien12,1 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. .Dort wohnte Lazarus,den er von den Toten auferweckt12,1 von den Toten auferweckt: Von der Auferweckung des Lazarus erzählt Johannes 11,1-44. hatte.2Zusammen mit seinen Schwestern veranstaltete erein Festmahl für Jesus.Marta bewirtete die Gäste.Lazarus lag mit Jesus und den anderen zu Tisch12,2 zu Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen..3Da nahm Maria eine Flasche12,3 Flasche: Wörtlich »eine Litra«. Eine Litra ist eine römische Maßeinheit und entspricht etwa 327 g Öl. Salböl.Es war reines, kostbares Nardenöl12,3 Nardenöl: Kostbares Öl, das aus den getrockneten Wurzeln und Stängeln der Narde gewonnen wird, einer Pflanze, die nur im Himalaja wächst..Damit salbte12,3 Salbung, salben: Handlung, die eine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen. sie Jesus die Füße.Dann trocknete sie seine Füße mit ihren Haaren ab.Das ganze Haus wurde vom Duft des Salböls erfüllt.

4Da sagte einer von den Jüngern12,4 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten., Judas Iskariot,der Jesus12,4 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. später verriet:5»Warum hat man dieses Salbölnicht für 300 Silberstücke12,5 300 Silberstücke: Wörtlich »300 Denare«. Ein Denar ist eine Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 4 g Silber. verkauftund das Geld den Armen gegeben?«6Das sagte er aber nicht etwa,weil es ihm um die Armen ging.Vielmehr war er ein Dieb.Er verwaltete die gemeinsame Kasseund schaffte Geld daraus beiseite.7Doch Jesus erwiderte: »Lass sie!Sie hat es aufbewahrt, um mich damit schon heutefür mein Begräbnis zu salben12,7 für mein Begräbnis zu salben: Das Einreiben eines Toten mit bestimmten Ölen gehörte zu den Bräuchen bei der Vorbereitung einer Bestattung..8Arme wird es immer bei euch geben.Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.«

Lazarus soll getötet werden

9Nun erfuhren viele Juden12,9 Juden: Im Johannesevangelium sind damit unterschiedliche Personen oder Gruppen gemeint, die Jesus als Gegner gegenübertreten., dass Jesus12,9 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. in Betanien12,9 Betanien: 3 km südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs gelegene Ortschaft. war.Sie kamen nicht nur wegen Jesus.Sie wollten auch Lazarus sehen,den Jesus von den Toten auferweckt12,9 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes. hatte.10Da beschlossen die führenden Priester12,10 führende Priester: Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.,auch Lazarus zu töten.11Denn seinetwegen gingen viele Juden dorthinund kamen zum Glauben an Jesus.

Jesus zieht in Jerusalem ein

Matthäus 21,1-11; Markus 11,1-11; Lukas 19,28-40
12Am nächsten Tag hörte die große Menge,die sich zum Fest12,12 Fest: Gemeint ist das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. in der Stadt aufhielt:Jesus12,12 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. ist auf dem Weg nach Jerusalem12,12 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes..13Da nahmen sie Palmzweige12,13 Palmzweige: Könige und Feldherren wurden beim Einzug in eine Stadt mit Palmzweigen und Jubel begrüßt. und liefen ihm entgegen.Sie riefen12,13 sie riefen: Der Ruf, mit dem die Volksmenge Jesus begrüßt, nimmt Worte aus Psalm 118,25-26 auf.: »Hosianna12,13 Hosianna: Gebetsruf, wörtlich »Hilf doch!« oder »Rette doch!«.!Gesegnet sei, wer im Namen des Herrn kommt!Er ist der König Israels12,13 König Israels: Nachdem das Königreich Israel untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels.14Jesus fand einen jungen Eselund setzte sich darauf.So steht es auch in der Heiligen Schrift12,14 so steht es in der Heiligen Schrift: In Sacharja 9,9 reitet der Retter der Welt, den Gott schickt, auf einem jungen Esel in Jerusalem ein.:15»Fürchte dich nicht, Tochter Zion12,15 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem.!Dein König kommt!Er sitzt auf dem Jungen einer Eselin.«16Die Jünger12,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. von Jesus12,16 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. verstanden das zunächst nicht.Aber als Jesus in seiner Herrlichkeit12,16 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar war,erinnerten sie sich daran.Da wurde ihnen bewusst, dass sich diese Stellein der Heiligen Schrift auf ihn bezog.Denn genau so hatten ihn die Leute empfangen.

17Die vielen Leute, die dabei gewesen waren, bezeugten:»Er hat den Lazarus aus dem Grab gerufenund ihn von den Toten auferweckt12,17 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.18Deshalb kam ihm ja auch die Volksmenge entgegen.Sie alle hatten gehört,dass er dieses Zeichen12,18 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. getan hatte.19Aber die Pharisäer12,19 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte. sagten zueinander:»Da merkt ihr, dass ihr nichts machen könnt.Alle Welt läuft ihm nach!«

Griechische Besucher des Passafests suchen Jesus

Matthäus 10,39; Markus 8,35; Lukas 17,33
20Es befanden sich auch einige Griechen12,20 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache. unter denen,die zum Fest12,20 Fest: Gemeint ist das Passafest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert; vgl. 2. Mose/Exodus 12–13. nach Jerusalem12,20 Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. gekommen waren,um Gott anzubeten.21Die gingen zu Philippus12,21 Philippus, Andreas: Die beiden Männer gehören zu den ersten Jüngern, die sich Jesus angeschlossen haben; vgl. Johannes 1,40-46.,der aus Betsaida12,21 Betsaida: Stadt nordöstlich des See Gennesaret und Heimatstadt der Jünger Petrus, Andreas und Philippus. in Galiläa12,21 Galiläa: Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene. stammte,und baten ihn:»Herr, wir wollen Jesus12,21 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. sehen!«22Philippus ging zu Andreas12,22 Andreas: Einer der ersten Männer, die sich Jesus als Jünger angeschlossen haben; vgl. Johannes 1,40-42. und sagte es ihm.Dann gingen die beiden zu Jesusund berichteten es ihm.23Da sagte Jesus zu ihnen: »Die Stunde12,23 die Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. ist gekommen!Jetzt wird der Menschensohn12,23 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.in seiner Herrlichkeit12,23 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. sichtbar.24Amen12,24 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«, amen, das sage ich euch:Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben,sonst bleibt es allein.Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.25Wem sein Leben über alles geht, der verliert es.Aber wer sein Leben in dieser Welt gering achtet,wird es bewahren bis ins ewige Leben12,25 ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod..26Wer mir dient, muss mir auf meinem Weg folgen12,26 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen..Denn wo ich bin, wird auch mein Diener sein.Wer mir dient, wird beim Vater12,26 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott. Anerkennung finden.«

Jesus spricht von seinem Tod

27»Meine Seele ist voller Angst.12,27 Meine Seele ist voller Angst.: Zitat aus Psalm 6,4.Soll ich da sagen:Vater12,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott., rette mich aus dieser Stunde12,27 diese Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht.‹?Nein, denn jetzt ist die Stunde da –jetzt geschieht, wofür ich gekommen bin!28Ich sage vielmehr:›Vater, offenbare jetzt die Herrlichkeit12,28 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.,für die dein Name steht!‹«Da ertönte vom Himmel12,28 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. her eine Stimme:»Ich habe sie schon offenbartund werde sie wieder offenbaren!«

29Die Volksmenge, die dabeistand, hörte die Stimme.Da sagten einige: »Es hat gedonnert.«Andere meinten: »Ein Engel12,29 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. hat mit ihm gesprochen!«30Jesus12,30 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. entgegnete:»Diese Stimme hat nicht meinetwegen gesprochen,sondern euretwegen.31Jetzt wird Gericht12,31 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. gehalten über diese Welt!Jetzt wird der Herrscher dieser Welt12,31 Herrscher dieser Welt: Bezeichnung für den Teufel, den Gegenspieler Gottes, der versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht. gestürzt!32Aber ich werde über die Erde erhöht12,32 erhöhen: Anspielung auf die Kreuzigung. Jesus wird am Kreuz in die Höhe gehoben. Durch seinen Tod am Kreuz wird gleichzeitig seine Herrlichkeit und Zugehörigkeit zu Gott für alle sichtbar. werden,und dann führe ich alle zu mir.«33Damit deutete er an,auf welche Weise er sterben sollte.

34Die Leute erwiderten:»Aus dem Gesetz haben wir erfahren12,34 aus dem Gesetz haben wir erfahren: Im Alten Testament findet sich die Vorstellung, dass die Herrschaft des von Gott angekündigten Retters der Welt für immer andauern wird; vgl. Jesaja 9,6.:Der Christus12,34 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. bleibt für immer bei uns.Wie kannst du dann sagen:›Der Menschensohn12,34 Menschensohn: Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. muss erhöht12,34 erhöhen: Anspielung auf die Kreuzigung. Jesus wird am Kreuz in die Höhe gehoben. Durch seinen Tod am Kreuz wird gleichzeitig seine Herrlichkeit und Zugehörigkeit zu Gott für alle sichtbar. werden‹?Wer ist überhaupt dieser Menschensohn?«35Darauf sagte Jesus12,35 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. zu ihnen:»Das Licht12,35 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. ist nur noch für kurze Zeit bei euch.Geht euren Weg, solange ihr das Licht habt.Sonst überwältigt euch die Finsternis!Wer in der Finsternis umhergeht,weiß nicht, wohin sein Weg führt.36Glaubt an das Licht12,36 Licht: Johannes 1,9 spricht von Jesus als dem Wort und wahren Licht, das schon vor der Schöpfung bei Gott war und für die Menschen in die Welt gekommen ist., solange ihr es habt.Dann werdet ihr selbst zu Kindern des Lichts.«Nachdem Jesus das gesagt hatte,ging er weg und verbarg sich vor der Menge.

Die Menge glaubt nicht an Jesus

37Obwohl Jesus so große Zeichen12,37 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn.38So ging in Erfüllung,was der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte12,38 was Jesaja vorausgesagt hatte (Vers 38): Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 53,1.:»Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt?Und wem hat sich die Macht des Herrn12,38 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. gezeigt?«39Jesaja hatte auch vorausgesagt12,39 Jesaja hatte auch vorausgesagt (Vers 39): Das folgende Zitat nimmt Worte aus Jesaja 6,10 auf.,warum sie nicht zum Glauben kommen konnten:40»Gott hat ihre Augen blind gemachtund ihr Herz12,40 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. verhärtet.Ihre Augen sollen nichts sehenund ihr Herz soll nichts verstehen –damit sie nicht umkehren und ich, ihr Gott, sie heile.«41Das hatte Jesaja gesagt, weil er schon damalsdie Herrlichkeit12,41 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. von Jesus gesehen hat.Und von ihm hatte Jesaja gesprochen.

42Dennoch waren auch viele Mitglieder des jüdischen Rats12,42 jüdischer Rat: Oberste Behörde zur Regelung religiöser Angelegenheiten.zum Glauben an Jesus gekommen.Aber wegen der Pharisäer12,42 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.bekannten sie sich nicht öffentlich dazu.Denn sie wollten nicht aus der jüdischen Gemeinde12,42 jüdische Gemeinde: Wörtlich »Synagoge«. Wie der Begriff »Kirche« bezeichnet der Begriff nicht nur das Gebäude, sondern auch die Versammlung.ausgeschlossen werden.43Von den Menschen geehrt zu werden,war ihnen wichtiger als die Ehre12,43 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. Gottes.

Jesus ruft zur Entscheidung auf

44Jesus12,44 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. rief laut:»Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich,sondern an den, der mich beauftragt hat.45Und wer mich sieht,sieht den, der mich beauftragt hat!46Ich bin als Licht12,46 Licht: Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott. in die Welt gekommen,damit jeder, der an mich glaubt,nicht in der Finsternis bleibt.

47Wer hört, was ich sage, und sich nicht danach richtet,den verurteile ich nicht.Denn ich bin nicht gekommen,um über diese Welt Gericht12,47 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. zu halten,sondern um sie zu retten.48Wer mich ablehnt und meine Worte nicht annimmt,hat seinen Richter schon gefunden:Das Wort, das ich gesprochen habe,wird ihn am letzten Tag12,48 letzter Tag: Der Tag, an dem Christus wiederkommt. Dann hält Gott Gericht und sein Reich bricht endgültig an. verurteilen.49Denn was ich gesagt habe,stammt nicht von mir selbst.Der Vater12,49 Vater: