BasisBibel (BB)
50

Gerichtsworte gegen Babylonien

Jeremia 50,1–51,64

Einleitung

501Es folgt eine Botschaft an Babylonien50,1 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr …,die der Prophet50,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia verkündete.Es ist das Wort,das der Herr über das Land der Babylonier50,1 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. sprach.

Babylons Ende und Israels Heimkehr

2Verkündet es unter den Völkern, dass alle es hören!Macht es überall öffentlich bekannt!Lasst es alle hören und verschweigt es nicht!Sagt: »Babylon ist eingenommen.Bel50,2 Bel: Anrede und Ehrentitel für Marduk, den Stadtgott von Babylon. Er ist einer der Hauptgötter des babylonischen Reichs. Übersetzt bedeutet das Wort »Herr«. ist zunichte, Marduk50,2 Marduk: Höchster Gott der Babylonier. zerstört.Die Götzenbilder50,2 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. sind zunichteund die Götzenfiguren zerstört.3Denn aus dem Norden kommt ein Volk50,3 aus dem Norden kommt ein Volk: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten.und verwüstet das Land.Dann lebt dort niemand mehr:Menschen und Tiere, sie alle sind geflohen,auf und davon.

4Dann, wenn diese Zeit da ist,kommen die Leute aus Israel50,4 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und die aus Juda50,4 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … gemeinsam.Ausspruch des Herrn50,4 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Sie werden weinend umherlaufenund den Herrn, ihren Gott, suchen.5Sie werden nach dem Weg nach Zion50,5 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … fragen.Dort liegt ihr Ziel.Dabei fordern sie einander auf: ›Lasst uns gehen!Wir wollen uns mit dem Herrn verbünden.Es wird ein ewiger Bund50,5 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … sein,der nie vergessen wird.‹

6Mein Volk war wie eine Schafherde, die verloren ist.Ihre Hirten50,6 ihre Hirten: Bild für die religiös und politisch führenden Männer des Volkes, die für Ordnung und Schutz sorgen sollten. hatten sie falsch geführt,sodass sie auf den Bergen auf Abwege gerieten.Über Berg und Hügel zogen sie dahin,ihren Lagerplatz hatten sie vergessen.7Alle, die sie fanden, fielen über sie her.Ihre Feinde sagten: ›Wir tun kein Unrecht.Sie haben sich ja gegen den Herrn gestellt.Dabei ist er doch die Weide voller Gerechtigkeitund er, der Herr, war die Hoffnung ihrer Vorfahren.‹«

Strafe für Babylon und Vergebung für Israel

8Flieht aus Babylon!Verlasst das Land der Babylonier50,8 Land der Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.!Lauft wie die Böcke vor der Herde!9Denn seht doch: Ich bereite den Angriff schon vor.Ich führe den Angreifer gegen Babylon heran:ein großes Heer von Völkern aus dem Norden50,9 Völker aus dem Norden: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und ihre Verbündeten unter König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten..Sie greifen die Stadt an.Von Norden her wird sie erobert.Ihre Pfeile sind wie Pfeile des siegreichen Helden,der nie mit leeren Händen zurückkehrt.10Babylonien50,10 Babylonien: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Meint das Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. wird ausgeraubt.Alle, die es ausrauben,werden mehr als genug Beute machen.– So lautet der Ausspruch des Herrn50,10 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

11Ja, noch freut ihr50,11 ihr: Meint die Babylonier. euch.Noch jubelt ihr,dass ihr mein Eigentum50,11 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. geplündert habt.Hüpft nur wie die Kälber auf der Weide herumund wiehert wie die starken Hengste!12Bald wird eure Mutter50,12 eure Mutter: Bild für die Stadt Babylon. sich schrecklich schämen.Die, die euch geboren hat,würde am liebsten im Erdboden versinken.Die Babylonier werden zum geringsten aller Völker,nur Wüste, Dürre und Wildnis gibt es dort.13Weil der Herr so zornig ist,bleibt Babylon unbewohnt und ganz verwüstet.Jeder, der an Babylon vorbeikommt,wird entsetzt sein.Er wird fassungslos darüber sein,wie hart es die Stadt getroffen hat.

14All ihr Bogenschützen50,14 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können.,stellt euch zum Kampf rings um Babylon50,14 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. auf!Schießt und spart nicht mit Pfeilen!Denn die Stadt hat sich gegen den Herrn gestellt.15Erhebt das Kriegsgeschrei von allen Seiten!Die Stadt muss sich ergeben:Ihre Türme stürzen ein, ihre Mauern fallen.Das ist die Rache des Herrn.Darum nehmt Rache an der Stadt Babylon!Was sie anderen angetan hat, das tut jetzt ihr an!16Lasst niemanden am Leben,der in Babylon noch säen oder ernten könnte.Vor dem mörderischen Schwert fliehen sie alle,jeder zu seinem Volk und in sein Heimatland.

17Israel50,17 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … war wie ein gehetztes Schaf50,17 gehetztes Schaf: Bild für das Volk Israel, dessen Hirte Gott ist.,das von Löwen gejagt wurde:Zuerst hat der König von Assyrien50,17 König von Assyrien: 722 v. Chr. wurde das Nordreich Israel von den Assyrern erobert. es gefressen.Dann kam Nebukadnezzar50,17 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,und hat ihm die Knochen abgenagt.

18Deshalb spricht der Herr50,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot50,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Jetzt strafe ich den babylonischen König und sein Land.Genauso habe ich schon den König von Assyrien gestraft50,18 den König von Assyrien gestraft: Assyrien wurde 612 v. Chr. von den Babyloniern erobert..19Israel50,19 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … aber werde ich zurückbringen,zurück auf seine Weide50,19 seine Weide: Bild für das Land, in dem Israel leben soll. Dort will Gott, der in der Bibel oft als Hirte dargestellt wird, sein Volk weiden..Es soll auf dem Karmel50,19 Karmel: Waldreiches Gebirge an der Mittelmeerküste südlich des heutigen Haifa. und im Baschan50,19 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. weiden.Auf dem Gebirge Efraim50,19 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. und in Gilead50,19 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. wird es satt.20Dann, wenn diese Zeit da ist,werde ich dem Rest meines Volkes vergeben.Man wird Israels50,20 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). Schuld suchen, aber sie ist nicht da.Man wird Judas50,20 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … Sünde suchen, aber sie nicht finden.Denn ich werde denen vergeben, die ich übrig lasse.– So lautet der Ausspruch des Herrn50,20 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Die Strafe für die Zerstörung des Tempels

21Zieh in den Kampf, Volk aus dem Norden,gegen das Land Meratajim50,21 Meratajim: Wörtlich »Widerspenstigkeit«. Gebiet am persischen Golf, das hier stellvertretend für Babylon genannt wird. und die Bewohner Pekods50,21 Pekod: Wörtlich »Bestrafung«. Stadt im Süden Babyloniens, die hier stellvertretend für Babylon genannt wird.!Töte sie und weihe sie dem Untergang50,21 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.!– So lautet der Ausspruch des Herrn50,21 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..Tu alles genau so, wie ich es dir befehle!22Das Land ist voller Kriegsgeschrei.Es ist ein totaler Zusammenbruch.23Was ist nur aus dem Hammer geworden,der die ganze Welt zerschmettert hat?Zerbrochen und zerschlagen ist er!Was ist nur aus Babylon50,23 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. geworden?Ein Bild des Entsetzens unter allen Völkern!24Du hast dir selbst eine Falle gestellt, Babylon.Du bist gefangen worden, ehe du es gemerkt hast.Es hat dich erwischt und du wurdest gefasst.Denn du hast den Herrn herausgefordert50,24 du hast den HERRN herausgefordert: Gott hatte die Babylonier zwar damit beauftragt, Israel zu strafen, aber sie wurden überheblich und handelten maßlos..25Jetzt hat der Herr seine Waffenkammer geöffnetund die Waffen seines Zorns herausgeholt.Denn im Land der Babylonier50,25 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. hat er etwas zu tun,der Herr der himmlischen Heere50,25 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….26Kommt von den Enden der Erde herbei!Öffnet die Vorratskammern Babylonsund werft alles auf einen Haufen!Weiht alles dem Untergang –nichts darf übrig bleiben!27Tötet alle jungen Stiere50,27 junge Stiere: Bild für die starken, jungen Männer Babylons. Babylonsund bringt sie hinunter zum Schlachten!Weh ihnen! Denn ihr Tag ist gekommen,die Zeit der Strafe ist da.

28Hört doch, was die Flüchtlinge sagen,die aus dem Land Babylonien50,28 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr … entkommen sind!Sie verkünden in Zion50,28 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr …,dass der Herr, unser Gott, Vergeltung übt.Er rächt die Zerstörung seines Tempels50,28 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr ….

29Ruft Schützen zum Kampf gegen Babylon50,29 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. herbei!Alle Bogenschützen50,29 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. sollen kommen!Belagert die Stadt ringsum,damit keiner entkommen kann!Zahlt es ihr heim, wie sie es verdient hat!Was sie anderen angetan hat, das tut jetzt ihr an!Denn sie war überheblichund hat sich gegenüber dem Herrn aufgespielt,gegenüber dem Heiligen Israels50,29 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels..30Deshalb werden die jungen Männer Babylons fallen.In den Gassen der Stadt werden sie sterben.An diesem Tag werden alle Krieger umkommen.Ausspruch des Herrn50,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.31Jetzt gehe ich gegen dich vor,ja, dein Name ist »Hochmut«!– So lautet der Ausspruch von Gott,dem Herrn der himmlischen Heere50,31 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….Jetzt bist du dran, die Zeit deiner Strafe ist da.32Dann wird »Hochmut« stürzen.Die Stadt wird hinfallen,und niemand wird sie wieder aufrichten.Ich werde die Städte ringsum in Brand stecken.Und das Feuer wird alles auffressen,was sich in der Umgebung von Babylon befindet.

Gott zwingt Babylon in die Knie

33So spricht der Herr50,33 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere50,33 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Noch werden die Leute aus Israel50,33 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda50,33 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … unterdrückt.Sie wurden gefangen und in die Verbannung geführt.Alle ihre Unterdrücker halten sie festund weigern sich, sie gehen zu lassen.34Doch ihr Befreier ist mächtig,Herr der himmlischen Heere ist sein Name.Er setzt sich für sie einund sorgt für ihr Recht:Er wird der Erde Ruhe schenken,die Bewohner Babylons50,34 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. aber in Unruhe versetzen.

35Das Schwert soll über die Babylonier50,35 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. kommen!Tod den Einwohnern Babylons!Tod den führenden und weisen Männern der Stadt!Ausspruch des Herrn50,35 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.36Das Schwert soll über die Wahrsager50,36 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr … kommen,sodass sich ihre Dummheit zeigt!Das Schwert soll über die starken Krieger kommen,sodass sie zusammenbrechen!37Das Schwert soll über Pferde und Streitwagen50,37 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … kommen!Auch die fremden Völker soll es treffen,die sich in Babylon niedergelassen haben.Sie sollen so schwach werden wie Frauen!Das Schwert soll über Babylons Schätze kommen,sodass sie geraubt werden!38Trockenheit soll über die Wasser Babyloniens kommen!Denn es ist ein Land voller Götzenbilder50,38 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten..Diese schrecklichen Figurenhaben ihnen den Verstand geraubt.39Darum werden nur noch Wüstentiere dort leben,Schakale50,39 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. und Strauße werden dort hausen.Nie wieder soll ein Mensch sich dort niederlassen.Babylon bleibt für immer und ewig unbewohnt.40Es wird wie damals sein,als Gott Sodom und Gomorra50,40 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Mehr … zerstört hat:Niemand wird mehr dort leben,kein Mensch sich dort aufhalten.– So lautet der Ausspruch des Herrn.

Der Feind aus dem Norden

41Ein Volk zieht von Norden heran50,41 Volk von Norden: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten..Ein mächtiges Volk mit vielen Königenbricht auf von den Enden der Erde.42Sie kommen mit Bogen50,42 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. und Krummschwert50,42 Krummschwert: Ein Schwert, das wie eine Sichel gebogen ist und im Nahkampf eingesetzt wurde..Grausam sind sie und kennen kein Erbarmen.Sie machen Lärm wie das tosende Meerund reiten auf Pferden.Bis an die Zähne sind sie bewaffnet,zum Kampf gerüstet gegen dich, Tochter Babylon50,42 Tochter Babylon: Poetischer Ausdruck für die Stadt Babylon..43Wenn der babylonische König von ihnen hört,werden seine Hände kraftlos.Angst wird ihn packenwie die Wehen eine Frau bei der Geburt50,43 Frau bei der Geburt: Das Bild einer Frau in den Wehen dient häufig dazu, Angst und Not zu beschreiben..44Wie ein Löwe werde ich über sie kommen:Der Löwe tritt aus dem Dickicht am Jordan50,44 Dickicht am Jordan: Bewaldetes Gebiet am Fluss Jordan mit vielen wilden Tieren.und wendet sich zum fruchtbaren Weideland.So komme ich und treibe sie in die Flucht.Dann werde ich den Herrscher über sie setzen,den ich dafür ausgewählt habe.Denn wer ist mir gleich?Wer will mich zur Rechenschaft ziehen?Wo ist der Hirte50,44 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr …, der mir die Stirn bieten kann?45Deshalb hört, was der Herr vorhat!Hört seinen Plan gegen Babylon50,45 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt.und sein Vorhaben gegen das Land der Babylonier50,45 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.:Man wird sie alle fortschleppen,auch die Schwächsten der Herde.Er wird ihr Weideland menschenleer50,45 menschenleer: Das hebräische Wort für »menschenleer machen« kann auch die Bedeutung »jemanden verstören/entsetzen« haben. Die Übersetzung könnte daher auch lauten: »sogar ihr Weideland wird sich über sie entsetzen«. machen.46Die Erde wird beben, wenn verkündet wird:»Babylon ist gefallen!«Und die Völker werden das Geschrei hören.
51

Das Gericht Gottes über Babylon

511So spricht der Herr51,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Seht her! Ich wecke den Geist des Zerstörers.Er wird gegen Babylon51,1 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. heranziehenund gegen alle, die dort leben –im »Zentrum des Aufruhrs51,1 Zentrum des Aufruhrs: Wortspiel mit dem hebräischen Wort für »Chaldäer«, das oft für die Babylonier verwendet wird.«.2Ich schicke fremde Männer nach Babylon,die machen es wie bei der Getreideernte51,2 Getreideernte: Bild für das Gericht.:Die Spreu51,2 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. Mehr … zerstreuen sie in alle Windeund danach fegen sie das Land aus.Wenn die Zeit des Unheils da ist,werden sie die Stadt von allen Seiten belagern.3Die Bogenschützen sollen dann auf alle schießen:auf die babylonischen Bogenschützen51,3 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können.und auf die Soldaten in ihren Panzern.Sie sollen auch die jungen Männer nicht verschonenund das ganze babylonische Heer dem Untergang weihen51,3 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht..4Erschlagene liegen im Land der Babylonier51,4 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.,Erstochene in seinen Gassen.

5Denn Israel51,5 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda51,5 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … sind nicht allein wie eine Witwe:Ihr Gott, der Herr Zebaot51,5 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …,hat sie nicht verlassen.Doch das Land der Babylonier51,5 das Land der Babylonier: Wörtlich »ihr Land«. Auch andere Deutung möglich: »obwohl das Land Israel und Juda voll von Schuld ist.« ist voll von Schuld,es hat sich gegen den Heiligen Israels51,5 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels. vergangen.6Flieht also aus Babylon51,6 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt.!Jeder rette sein Leben!Sonst werdet ihr umkommen,wenn dieses Land für seine Schuld bestraft wird.Denn die Zeit der Strafe ist da:Der Herr zahlt Babylon heim,was es anderen angetan hat.

7Babylon51,7 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. war wie ein goldener Becher,den der Herr in seiner Hand hielt.Es versetzte die ganze Welt in einen Rausch.Die Völker haben von seinem Wein getrunkenund verloren deshalb den Verstand.8Doch plötzlich fällt der Becher zu Boden,und Babylon ist zerbrochen.Man ruft: »Klagt und schreit!Holt Salbe für Babylons Wunde!Vielleicht kann die Stadt geheilt werden.«9Doch sie antworten:»Wir wollten Babylon heilen,aber der Stadt war nicht zu helfen.Also los, verlasst das Land!Gehen wir – jeder in sein Heimatland!Denn die Strafe Babylons reicht bis an den Himmel,sie ragt hinauf bis zu den Wolken.«10Die Leute aus Israel51,10 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda51,10 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … werden sagen:»So bringt der Herr ans Licht,dass er für unsere Gerechtigkeit sorgt51,10 für unsere Gerechtigkeit sorgen: Durch die Rettung aus Babylon wird sichtbar, dass Gott seinem Volk vergeben hat..Kommt und lasst uns in Zion51,10 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … erzählen,was der Herr, unser Gott, getan hat!«

Die Meder vollstrecken Gottes Gericht

11Schärft die Pfeile und füllt die Köcher51,11 Köcher: Behältnis für das Mitführen von Pfeilen.!Der Herr hat die Könige Mediens51,11 Medien: Gebiet im Gebirge, im Nordwesten des heutigen Iran gelegen. Mehr … Mut fassen lassen.Denn sein Plan gegen Babylon51,11 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. steht fest:Er wird es zerstören.Das ist die Rache des Herrn,die Rache für die Zerstörung seines Tempels51,11 Zerstörung seines Tempels: Bei der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. hatten die Babylonier den Tempel zerstört..12Gebt mit den Feldzeichen51,12 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. Mehr … Befehl,die Mauern von Babylon einzunehmen!Verstärkt die Wache und stellt weitere Wächter auf!Legt einen Hinterhalt!Denn der Herr verfolgt seinen Plan:Er wird das tun,was er den Bewohnern Babylons angedroht hat.

13Babylon51,13 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt., du liegst an großen Flüssenund bist reich an Schätzen.Doch jetzt ist dein Ende gekommen,deine Zeit ist abgelaufen.14Der Herr Zebaot51,14 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … kündigt dir an,was er bei sich selbst geschworen hat:»Ja, ich habe dich mit Menschen gefüllt,unzählig wie Heuschrecken sind sie.Doch sie werden Triumphgeschrei über dir erheben,wie beim Treten der Trauben51,14 Trauben treten: Durch Stampfen mit den Füßen wurden die Weintrauben ausgepresst. In der Bibel oft ein Bild für das Gericht Gottes. wird es klingen.«

15Gott hat die Erde durch seine Kraft geschaffen51,15 geschaffen: Von der Erschaffung der Erde erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4..Er hat dem Erdkreis durch seine Weisheiteinen festen Grund gegeben.Durch seine Kunst hat er den Himmel ausgespannt.16Gibt er den Befehl,donnert es und das Wasser sammelt sich am Himmel.Er lässt Wolken heraufziehen vom Ende der Erde.Er lässt Blitze hinabfahren im Gewitterregenund holt den Sturmwind aus seinen Speichern.

17Dumm steht jeder Mensch da,der seiner eigenen Kunst vertraut.Bloßgestellt wird jeder,der aus Gold Götterbilder51,17 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … herstellt.Denn sein gegossenes Standbild ist doch nur Betrug,es ist ja kein Leben in ihm.18Nichts sind diese Bilder! Lächerliche Spottfiguren!Wenn die Zeit des Gerichts kommt,ist es aus mit ihnen.

19Anders der Gott, der zu Jakob gehört!Er ist es, der alles geschaffen hat51,19 der alles geschaffen hat: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4..Er hat Israel zu seinem Eigentum51,19 sein Eigentum: Wörtlich »Israel, sein Stamm, ist sein Eigentum«. Die Bezeichnung bringt das enge Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk zum Ausdruck. erwählt für immer.»Herr der himmlischen Heere51,19 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …« ist sein Name!

Größe und Grenze der Macht Babylons

20Babylon51,20 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt., du warst wie ein Hammer,wie eine Waffe für den Krieg.Mit dir habe ich Völker zerschlagen,und mit dir habe ich Königreiche zerstört.21Mit dir51,21 mit dir: Gott hatte den babylonischen König Nebukadnezzar II. in seinen Dienst gestellt, um durch ihn die Strafe am Volk Israel zu vollziehen; vgl. Jeremia 25,8-9. zerschlug ich Pferde und Reiter.Mit dir zerschlug ich Streitwagen51,21 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … und ihre Fahrer.22Mit dir zerschlug ich Männer und Frauen.Mit dir zerschlug ich Alte und Junge.Mit dir zerschlug ich Jungen und Mädchen.23Mit dir zerschlug ich Hirten und ihre Herden.Mit dir zerschlug ich Bauern und ihre Zugtiere.Mit dir zerschlug ich hohe Beamte und Mächtige.

24Doch nun übe ich Vergeltung an Babylon.Ich strafe alle Bewohner Babyloniens51,24 Bewohner Babyloniens: Wörtlich »Bewohner Chaldäas«. Im Alten Testament wird das Gebiet der Babylonier häufig Chaldäa genannt. für all das Böse,das sie Zion51,24 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … angetan haben.Vor euren Augen wird das geschehen.Ausspruch des Herrn51,24 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.25Sieh her, Babylon: Ich gehe gegen dich vor!Du bist der Berg des Verderbens51,25 Berg des Verderbens: Babylon ließ sich selbst feiern als »Berg, der Leben rettet«.,der über die ganze Welt Verderben gebracht hat.– Ausspruch des HerrnIch strecke meine Hand nach dir aus und packe dich.Ich wälze dich von den Felsen hinunterund mache dich zum ausgebrannten Berg.26Von dir wird man nichts mehr holen können,weder Eckstein noch Grundstein.Denn du wirst für immer eine Wüste bleiben.– So lautet der Ausspruch des Herrn.

Babylons Ende ist da

27Stellt überall auf der Erde Feldzeichen51,27 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. Mehr … auf!Blast das Widderhorn51,27 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … bei den Völkern!Die Völker sollen sich bereit machen,in meinem Namen gegen Babylon in den Krieg zu ziehen!Ruft Königreiche gegen die Stadt herbei:Ararat, Minni und Aschkenas51,27 Ararat, Minni und Aschkenas: Drei Königreiche auf dem Gebiet der heutigen Osttürkei und des nordwestlichen Iran..Stellt ein Heer gegen sie auf!Bringt Pferde herbei,so viele und so schrecklich wie Heuschrecken51,27 Heuschrecken: Flugfähige und gefräßige Insekten, die sich von Grünpflanzen ernähren. In Schwärmen von Millionen Einzeltieren können sie ganze Ernten vernichten. Mehr …!28Ruft die Völker auf,in meinem Namen gegen sie in den Krieg zu ziehen:die Könige von Medien51,28 Medien: Königreich, dessen Gebiet im Nordwesten des heutigen Iran lag. Es war 539 v. Chr. am Sieg des Perserkönigs Kyros II. über die Babylonier beteiligt.,ihre Provinzverwalter, all ihre Befehlshaberund das ganze Gebiet, über das sie herrschen.29Die Erde wird beben und erzittern,wenn der Plan des Herrn in Erfüllung geht:Babylon51,29 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. wird verwüstet,niemand wird mehr dort wohnen.

30Babylons51,30 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. Helden geben den Kampf aufund verkriechen sich in ihren Festungen.Ihre Heldenkräfte sind versiegt,schwach wie Frauen sind sie geworden.In Babylon steckt man die Wohnungen in Brandund was verriegelt ist, wird aufgebrochen.31Läufer über Läufer kommen angerannt,Boten über Boten.Sie alle bringen Babylons König dieselbe Botschaft:Seine Stadt ist von allen Seiten eingenommen.32Die Übergänge über den Fluss sind besetzt.Was die Stadt schützen sollte, ist verbrannt.Die Soldaten sind in Panik geraten.

33Denn so spricht der Herr51,33 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere51,33 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …,der Gott Israels:Die Tochter Babylon51,33 Tochter Babylon: Poetischer Ausdruck für die Stadt Babylon. ist wie ein Dreschplatz51,33 Dreschplatz: Platz, auf dem Getreidekörner durch festes Schlagen vom Halm abgetrennt werden. Hier Bild für das Gericht Gottes.,den man kurz vor der Ernte feststampft.Ja, die Zeit der Ernte ist nahe.

Jerusalem soll für Babylon Strafe fordern

34Die Tochter Zion51,34 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. klagt:»Nebukadnezzar51,34 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,hat mich gefressen.Er hat mich ausgesaugtund weggestellt wie ein leeres Gefäß.Wie ein Drache hat er mich verschlungen.Er hat seinen Bauch gefüllt mit allem,was für mich kostbar war.Dann hat er mich vertrieben.«35Also soll die Bewohnerin Zions51,35 Bewohnerin Zions: Ähnlich wie »Tochter Zion« Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. sagen:»Jetzt soll über Babylon51,35 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. das kommen,was es mir angetan hat –Gewalt und Verderben über Babylon!«Und Jerusalem soll sagen:»Mein Blut komme über die Bewohner Babyloniens51,35 Bewohner Babyloniens: Wörtlich »Bewohner Chaldäas«. Im Alten Testament wird das Gebiet der Babylonier häufig Chaldäa genannt.

Gott wird Babylon strafen

36Darum spricht der Herr51,36 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Sieh her!Ich selbst nehme deine Sache in meine Hand.Ich werde dich rächen.Babylons Gewässer werde ich austrocknenund seine Quellen versiegen lassen.37Ich werde es zu einem Trümmerfeld machen.Schakale51,37 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. werden dort wohnen.Ich werde Babylon zu einem Bild des Entsetzensund zur Zielscheibe des Spotts machen.Es wird menschenleer sein.

38Noch brüllen die Babylonier51,38 Babylonier: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. wie Löwenund knurren wie die Jungen einer Löwin.39Sie sind voller Gier.Deshalb werde ich ihnen ein Saufgelage51,39 Saufgelage: Bild für das bevorstehende Gericht Gottes. Es erschüttert die Menschen so, dass sie wie Betrunkene wanken. bereitenund mache sie betrunken.Dann schlafen sie berauscht ein.Ihr Schlaf wird ewig dauern,sie werden nie mehr erwachen.Ausspruch des Herrn51,39 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.40Wie Lämmer führe ich sie dann zur Schlachtbank,wie Widder51,40 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. Mehr … und Schafböcke werden sie geschlachtet.

41Armes Scheschach51,41 Scheschach: Deckname für Babylon, der durch eine Vertauschung von Buchstaben im hebräischen Alphabet entsteht.,wie konnte es erobert werden?Die Stadt war weltberühmt!Wie konnte sie nur eingenommen werden?Die Völker fassen es kaum –Babylon51,41 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. ist jetzt ein Bild des Entsetzens!42Die Feinde überfluteten Babylon,tosende Wellen brachen über die Stadt herein.43Die Städte, die zu Babylon gehören, sind verwüstet.Das Land ist eine Wüste, eine dürre Steppe.Niemand wohnt mehr darin,kein Mensch zieht mehr hindurch.

44Ich strafe Bel51,44 Bel: Anrede und Ehrentitel für Marduk, den Stadtgott von Babylon. Er ist einer der Hauptgötter des babylonischen Reichs. von Babylon51,44 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt..Was er verschlungen hat,reiße ich aus seinem Rachen wieder heraus.Die Völker zieht es nicht mehr dorthin.Selbst Babylons Mauern fallen.

Zuspruch für Gottes Volk

45Mein Volk, zieh weg von dort und fliehe!Jeder rette sein Leben,sonst trifft auch euch der glühende Zorn des Herrn.46Euer Herz soll nicht mutlos werden!Fürchtet euch nicht vor den schlimmen Nachrichten,die man sich im Land erzählt!In einem Jahr hört man dies,im anderen Jahr hört man das.Noch regiert im Land die Gewalt,und ein Herrscher folgt auf den anderen.47Doch seht, es kommt eine Zeit,da werde ich Babylons51,47 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. Götzen51,47 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. strafen.Das ganze Land wird schändlich zugrunde gehen,überall liegen Erschlagene.48Dann werden Himmel und Erde jubelnund alles, was in ihnen ist.Sie werden über Babylon triumphieren,wenn der Zerstörer aus dem Norden51,48 Zerstörer aus dem Norden: Meint Kyros II., der 539 v. Chr. Babylon eroberte. kommt.– So lautet der Ausspruch des Herrn51,48 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..49Weil es Babylons Interessen diente,fielen Erschlagene in der ganzen Welt.So muss jetzt auch Babylon fallenwegen der Erschlagenen in Israel.

50Ihr, die ihr dem Tod entkommen seid,lauft und bleibt nicht stehen!Denkt in der Ferne an den Herrn!Tragt Jerusalem51,50 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … in euren Herzen!51Ihr sagt: »Wir schämen uns,weil wir hören, wie man über uns spottet.Schamesröte bedeckt unser Gesicht.Denn Fremde sind in das Haus des Herrn51,51 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. eingedrungenund fielen über den heiligen Ort her.«

52Darum seht her:Es kommt eine Zeit,da werde ich Babylons51,52 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. Götzen51,52 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. strafen.Dann werden im ganzen Land Verwundete stöhnen.Ausspruch des Herrn51,52 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.53Soll Babylon doch zum Himmel hinaufsteigen!Soll es seine Macht doch zeigenund sich in der Höhe verschanzen!Ich werde dennoch dafür sorgen,dass die Zerstörer über Babylon51,53 Zerstörer über Babylon: Meint Kyros II. und seine Verbündeten, die 539 v. Chr. Babylon eroberten. kommen.– So lautet der Ausspruch des Herrn.

Abschluss der Gerichtsworte gegen Babylon

54Horch! Aus Babylon hört man es schreien.Groß ist der Zusammenbruch im Land der Babylonier51,54 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt..55Denn der Herr verwüstet Babylon51,55 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt..Er macht dem lauten Treiben ein Ende.Die Wellen der Feinde brausen heranwie gewaltige Wasser – ein tosender Lärm!56Ja, über Babylon kommt der Zerstörer51,56 der Zerstörer: Meint Kyros, der 539 v. Chr. Babylon eroberte..Babylons Helden werden gefangen genommen,zerbrochen sind ihre Bogen51,56 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können..Denn der Herr ist ein Gott der Vergeltung.Er rechnet mit ihnen ab.

57Ich werde alle in Babylon51,57 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. betrunken machen:die Fürsten und weisen Ratgeber,die Provinzverwalter, Befehlshaber und Kriegshelden.Sie alle sollen in einen ewigen Schlaf versinkenund nie mehr erwachen.So lautet der Ausspruch des wahren Königs51,57 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.,Herr der himmlischen Heere51,57 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … ist sein Name.

58So spricht der Herr51,58 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere51,58 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Die breiten Mauern Babylons51,58 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. sollen zerstört werdenbis auf den Grund.Die hohen Tore51,58 hohe Tore: Das zur Zeit von König Nebukadnezzar errichtete Ischtar-Tor war 9 m hoch. Es steht heute im Pergamon-Museum in Berlin. sollen mit Feuer verbrannt werden.Es mühen sich ganze Völker für nichts.Sie plagen sich und dann kommt doch das Feuer.

Jeremia gibt Seraja einen Auftrag

59Zidkija51,59 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht., der König von Juda,reiste in seinem vierten Regierungsjahr nach Babylon51,59 Babylon: Seit 597 v. Chr. war Juda von Babylon abhängig und musste Tribut zahlen. Ein Teil der Bewohner Jerusalems war in die Verbannung nach Babylon geführt worden..<