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49

Gerichtsworte gegen weitere Völker

Jeremia 49,1-39

Worte gegen die Ammoniter

491Das ist das Gerichtswort gegen die Ammoniter49,1 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.:So spricht der Herr49,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Hat Israel49,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … denn keine Kinder?Hat es etwa keinen Erben?Warum hat Milkom49,1 Milkom: Höchster Gott der Ammoniter. Da der Name im Hebräischen ähnlich klingt wie »ihr König«, könnte auch der König der Ammoniter gemeint sein. dann Gad49,1 Gad: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, im heutigen Jordanien. in Besitz genommen?Warum lebt sein Volk jetzt in Gads Städten?2Deshalb hört den Ausspruch des Herrn49,2 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Seht, es kommt eine Zeit,da bringe ich Krieg in die Hauptstadt der Ammoniter.In Rabba wird man Kriegsgeschrei hören.Die Stadt wird zu einem wüsten Trümmerhaufenund die umliegenden Städte zu einem Raub der Flammen.Dann wird Israel alles von denen erben,die ihm sein Erbe geraubt haben.Das sagt der Herr.

3Stimme ein Klagegeschrei an, Heschbon49,3 Heschbon: Meint die Bewohner im Grenzgebiet zwischen Moab und Ammon, in dem auch die Stadt Heschbon liegt.,denn Ai49,3 Ai: Stadt etwa 13 km nördlich von Jerusalem. ist zerstört!Schreit es heraus, ihr Töchter von Rabba49,3 Rabba: Hauptstadt der Ammoniter, nordöstlich vom Toten Meer.!Zieht Trauergewänder49,3 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an und klagt!Rennt hin und her, blutig geritzt49,3 blutig geritzt: Das Ritzen der Haut gehört zu den Trauerbräuchen..Denn Milkom49,3 Milkom: Gottheit der Ammoniter. wird verschleppt,zusammen mit seinen Priestern und führenden Männern.4Du bist stolz auf deine besondere Lage,auf deine fruchtbaren Täler voller Wasser.Du vertraust auf deine Vorräteund sagst: »Wer kommt schon gegen mich an?«5Siehe! Ich bringe Furcht und Schrecken über dich.Von allen Seiten wird der Feind kommen.Dann werdet ihr vertrieben – jeder woanders hin.Und niemand wird die Flüchtlinge sammeln.– So lautet der Ausspruch von Gott49,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.,dem Herrn der himmlischen Heere49,5 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….

6Danach werde ich das Schicksal der Ammoniter wenden.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,6 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Worte gegen Edom

7Das ist das Gerichtswort gegen Edom49,7 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.:So spricht der Herr49,7 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere49,7 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Gibt es keine Weisheit mehr in Teman49,7 Teman: Bezeichnung einer Landschaft in Edom.?Haben die Klugen denn keinen guten Rat mehr?Ist ihre Weisheit verdorben?8Flieht, wendet euch zur Flucht!Verkriecht euch tief unten,ihr Bewohner Dedans49,8 Dedan: Ein Zentrum des Handels in der arabischen Wüste.!Denn ich bringe Unheil über Esau49,8 Esau: Stammvater der Edomiter, der hier stellvertretend für sein Volk steht.die Zeit der Strafe ist da.9Wenn Winzer49,9 Winzer: Weinbauer. Hier Bild für die Babylonier, die im Land Edom einfallen und nichts übrig lassen. zu dir kommen,lassen sie keine Trauben für die Nachlese49,9 Nachlese: Was von der Ernte auf dem Feld übrig blieb, durfte von der ärmeren Bevölkerung eingesammelt werden; vgl. 3. Mose/Levitikus 19,9-10. übrig.Wenn nachts Diebe kommen,zerstören sie alles nach Lust und Laune.10Denn ich zerre Esau nach draußenund decke seine Verstecke auf.Wenn Esau sich verbergen will,schafft er es nicht.Seine Nachkommen werden vernichtet.Auch seine Brüder49,10 Brüder: Meint die Völker, die sich auf dieselben Vorfahren zurückführen wie Edom. und Nachbarn zieht er ins Verderben.Es wird niemanden mehr geben, der sagen kann:11»Lass deine Waisen bei mir,ich kümmere mich um sie!Deine Witwen können sich auf meine Hilfe verlassen.«

12So spricht der Herr49,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Auch die, die es gar nicht verdient haben,müssen aus dem Becher des Zorns49,12 Becher des Zorns: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken; vgl. Jeremia 25,15-29. trinken.Wie kannst du da ungestraft davonkommen?Nein, du bleibst nicht ungestraft:Du musst ihn trinken!13Denn ich habe es bei mir selbst geschworen,dass Bozra49,13 Bozra: Hauptstadt Edoms, etwa 40 km südöstlich des Toten Meers. verwüstet und zerstört wird.Ausspruch des Herrn49,13 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Es soll zum Inbegriff von Spott und Fluch49,13 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … werden.Auch alle anderen Städte Edomssollen für immer zu Trümmerhaufen werden.

14Vom Herrn habe ich das gehört:Versammelt euch und zieht in den Krieg!Auf! Lasst uns gegen Edom49,14 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. kämpfen!Zu Edom aber sagte er:15Ich mache dich klein unter den Völkern.Verachtet unter den Menschen wirst du sein.16Dass alle Welt dich fürchtet –dieser Hochmut in deinem Herzen hat dich getäuscht:Mag sein, dass du in Felsenverstecken49,16 Felsenverstecke: Viele Dörfer Edoms lagen schwer zugänglich im Bergland südöstlich des Toten Meers. wohnstund hohe Berge dein eigen nennst.Ja, hoch oben wie ein Adler49,16 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Er steht sinnbildlich für Kraft und Stärke. Mehr … baust du dein Nest.Trotzdem stürze ich dich von dort hinunter!– So lautet der Ausspruch des Herrn49,16 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

17Edom49,17 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. wird verwüstet.Jeder, der dort vorbeikommt, wird entsetzt sein.Er wird fassungslos sein über die Schläge,die Edom getroffen haben.18Es wird wie damals sein,als Sodom und Gomorra49,18 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Mehr … untergangen sind,zusammen mit ihren Nachbarstädten:Niemand wird mehr darin leben,kein Mensch sich dort aufhalten.Das sagt der Herr.

19Wie ein Löwe werde ich über sie kommen.Der Löwe tritt aus dem Dickicht am Jordan49,19 Dickicht am Jordan: Bewaldetes Gebiet am Fluss Jordan mit vielen wilden Tieren.und wendet sich zum fruchtbaren Weideland.So komme ich und treibe sie in die Flucht.Dann werde ich den Herrscher über sie setzen,den ich dafür ausgewählt habe.Denn wer ist mir gleich?Wer will mich zur Rechenschaft ziehen?Wo ist der Hirte49,19 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr …, der mir die Stirn bieten kann?20Deshalb hört, was der Herr vorhat!Hört seinen Plan gegen Edom49,20 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.und sein Vorhaben gegen die Bewohner Temans49,20 Teman: Bezeichnung einer Landschaft in Edom.:Man wird sie alle fortschleppen,auch die Schwächsten der Herde.So wird er ihr Weideland menschenleer machen49,20 menschenleer machen: Das hebräische Wort für »menschenleer machen« kann auch die Bedeutung »jemanden verstören/entsetzen« haben. Die Übersetzung könnte daher auch lauten: »sogar ihr Weideland wird sich über sie entsetzen«..21Von der Wucht ihres Falls wird die Erde beben.Ihr Geschrei wird man bis zum Schilfmeer49,21 Schilfmeer: Das Geschrei wird so laut sein, dass man es weit im Süden Richtung Ägypten hören wird. Mit dem Schilfmeer ist außerdem die Erzählung vom Untergang des Pharao mit seinem Heer verbunden, vgl. 2. Mose/Exodus 13,17–15,21. hören.22Wie ein Adler49,22 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Hier Bild für König Nebukadnezzar II., der Edom eroberte. fliegt der Feind heranund breitet seine Flügel aus über Bozra49,22 Bozra: Hauptstadt Edoms, etwa 40 km südöstlich des Toten Meers..Wenn dieser Tag da ist,wird den Kriegern Edoms der Mut sinken:Dann ist ihr Herzwie das Herz einer Frau bei der Geburt49,22 Frau bei der Geburt: Das Bild einer Frau in den Wehen dient häufig dazu, Angst und Not zu beschreiben..

Worte gegen Damaskus

23Das ist das Gerichtswort gegen Damaskus49,23 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Mehr …:Schande ist über Hamat und Arpad49,23 Hamat, Arpad: Städte im Herrschaftsgebiet der Aramäer, dessen Zentrum Damaskus war. gekommen.Denn sie haben die Unheilsbotschaften gehört.Sie sind fassungslos, voller Angst.Aufgewühlt wie das Meer sind sie,das nicht zur Ruhe kommt.24Damaskus ist schwach gewordenund hat sich zur Flucht gewandt.Angst und Schrecken haben es gepackt –wie Wehen, die bei der Geburt über eine Frau49,24 Frau bei der Geburt: Das Bild einer Frau in den Wehen dient häufig dazu, Angst und Not zu beschreiben. kommen.25Dabei war es doch eine ruhmreiche Stadt,ein Ort, an dem ich meine Freude hatte.Wie konnte man es nur kampflos aufgeben!26Denn wenn der Tag da ist,werden ihre jungen Männer sterben.Auf den Plätzen der Stadt werden sie fallen.Ihre Kämpfer werden alle umkommen.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,26 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.der himmlischen Heere49,26 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….27Ich lege Feuer an die Mauer von Damaskus.Dieses Feuer wird die Paläste Ben-Hadads49,27 Ben-Hadad: König von Aram. fressen.

Worte gegen die Araber

28Das ist das Gerichtswort gegen Kedar49,28 Kedar: Kedar und Hazor bezeichnen einen Stamm bzw. ein Gebiet der Araber.und die Königreiche von Hazor49,28 Königreiche von Hazor: Gebiet in der arabischen Wüste, in dem sich Araber niedergelassen hatten..Nebukadnezzar49,28 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,hatte sie erobert.So spricht der Herr49,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Auf! Zieht in den Krieg gegen Kedar!Besiegt sie, die da im Osten leben!29Man soll ihnen ihre Zelte49,29 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen. Mehr … und ihr Vieh rauben,dazu ihre Decken und all ihr Werkzeug.Auch ihre Kamele soll man ihnen wegnehmen.Dann werden sie wegen ihrer Feinde schreien:»Schrecken ringsum!30Flieht! Bringt euch schnell in Sicherheit!Verkriecht euch tief unten, ihr Bewohner von Hazor!«Ausspruch des Herrn49,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Denn Nebukadnezzar, der König von Babylonien,hat beschlossen gegen euch vorzugehen.Er hat einen Plan gegen euch gefasst.

31So lautet der Ausspruch des Herrn49,31 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Auf! Zieht in den Kampf gegen dieses sorglose Volk,das noch in Sicherheit lebt!Dort gibt es keine befestigten Tore49,31 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen.und nichts zum Verriegeln.Sie leben ganz verstreut und schutzlos.32Ihre Kamele werden geraubtund alle ihre Herden erbeutet.In alle Winde werde ich sie zerstreuen –sie, die sich seitlich am Kopf rasieren.Von allen Seiten werde ich Unheil über sie bringen.Ausspruch des Herrn49,32 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.33Dann werden dort nur noch Schakale49,33 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. leben.Hazor49,33 Hazor: Gebiet in der arabischen Wüste, in dem sich Araber niedergelassen hatten. soll für immer zur Wüste werden.Niemand wird mehr dort wohnen,kein Mensch wird sich dort aufhalten.

Worte gegen Elam

34Es folgt eine Botschaft für Elam49,34 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr ….Der Prophet49,34 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia erhielt sieam Anfang der Regierungszeit von Zidkija49,34 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht.,dem König von Juda.Damals kam dieses Wort des Herrn49,34 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:35So spricht der Herr49,35 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere49,35 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Ich zerbreche den Bogen Elams – seine stärkste Waffe.36Dann lasse ich die vier Winde gegen Elam los,aus allen vier Himmelsrichtungen werden sie kommen.So werde ich Elams Bevölkerung vertreiben,in alle Winde zerstreue ich sie.Es wird kein Volk geben,zu dem keine Flüchtlinge aus Elam kommen.37Ich werde Angst und Schrecken in Elam verbreiten:Sie werden sich vor ihren Feinden fürchtenund vor denen, die sie töten wollen.Ich bringe Unheil über sie in meinem glühenden Zorn49,37 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr ….Ausspruch des Herrn49,37 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ich schicke so lange das Schwert hinter ihnen her,bis ich sie völlig vernichtet habe.38Meinen Thron49,38 Thron: Bild für das Königtum Gottes, der als Herrscher der Welt über allen anderen Königen steht und sie richtet. werde ich in Elam aufstellenund den König dort und die Fürsten vernichten.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,38 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

39Doch am Ende werde ich Elams49,39 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr … Schicksal wieder wenden.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,39 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..
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Gerichtsworte gegen Babylonien

Jeremia 50,1–51,64

Einleitung

501Es folgt eine Botschaft an Babylonien50,1 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr …,die der Prophet50,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia verkündete.Es ist das Wort,das der Herr über das Land der Babylonier50,1 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. sprach.

Babylons Ende und Israels Heimkehr

2Verkündet es unter den Völkern, dass alle es hören!Macht es überall öffentlich bekannt!Lasst es alle hören und verschweigt es nicht!Sagt: »Babylon ist eingenommen.Bel50,2 Bel: Anrede und Ehrentitel für Marduk, den Stadtgott von Babylon. Er ist einer der Hauptgötter des babylonischen Reichs. Übersetzt bedeutet das Wort »Herr«. ist zunichte, Marduk50,2 Marduk: Höchster Gott der Babylonier. zerstört.Die Götzenbilder50,2 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. sind zunichteund die Götzenfiguren zerstört.3Denn aus dem Norden kommt ein Volk50,3 aus dem Norden kommt ein Volk: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten.und verwüstet das Land.Dann lebt dort niemand mehr:Menschen und Tiere, sie alle sind geflohen,auf und davon.

4Dann, wenn diese Zeit da ist,kommen die Leute aus Israel50,4 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und die aus Juda50,4 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … gemeinsam.Ausspruch des Herrn50,4 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Sie werden weinend umherlaufenund den Herrn, ihren Gott, suchen.5Sie werden nach dem Weg nach Zion50,5 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … fragen.Dort liegt ihr Ziel.Dabei fordern sie einander auf: ›Lasst uns gehen!Wir wollen uns mit dem Herrn verbünden.Es wird ein ewiger Bund50,5 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … sein,der nie vergessen wird.‹

6Mein Volk war wie eine Schafherde, die verloren ist.Ihre Hirten50,6 ihre Hirten: Bild für die religiös und politisch führenden Männer des Volkes, die für Ordnung und Schutz sorgen sollten. hatten sie falsch geführt,sodass sie auf den Bergen auf Abwege gerieten.Über Berg und Hügel zogen sie dahin,ihren Lagerplatz hatten sie vergessen.7Alle, die sie fanden, fielen über sie her.Ihre Feinde sagten: ›Wir tun kein Unrecht.Sie haben sich ja gegen den Herrn gestellt.Dabei ist er doch die Weide voller Gerechtigkeitund er, der Herr, war die Hoffnung ihrer Vorfahren.‹«

Strafe für Babylon und Vergebung für Israel

8Flieht aus Babylon!Verlasst das Land der Babylonier50,8 Land der Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.!Lauft wie die Böcke vor der Herde!9Denn seht doch: Ich bereite den Angriff schon vor.Ich führe den Angreifer gegen Babylon heran:ein großes Heer von Völkern aus dem Norden50,9 Völker aus dem Norden: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und ihre Verbündeten unter König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten..Sie greifen die Stadt an.Von Norden her wird sie erobert.Ihre Pfeile sind wie Pfeile des siegreichen Helden,der nie mit leeren Händen zurückkehrt.10Babylonien50,10 Babylonien: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Meint das Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. wird ausgeraubt.Alle, die es ausrauben,werden mehr als genug Beute machen.– So lautet der Ausspruch des Herrn50,10 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

11Ja, noch freut ihr50,11 ihr: Meint die Babylonier. euch.Noch jubelt ihr,dass ihr mein Eigentum50,11 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. geplündert habt.Hüpft nur wie die Kälber auf der Weide herumund wiehert wie die starken Hengste!12Bald wird eure Mutter50,12 eure Mutter: Bild für die Stadt Babylon. sich schrecklich schämen.Die, die euch geboren hat,würde am liebsten im Erdboden versinken.Die Babylonier werden zum geringsten aller Völker,nur Wüste, Dürre und Wildnis gibt es dort.13Weil der Herr so zornig ist,bleibt Babylon unbewohnt und ganz verwüstet.Jeder, der an Babylon vorbeikommt,wird entsetzt sein.Er wird fassungslos darüber sein,wie hart es die Stadt getroffen hat.

14All ihr Bogenschützen50,14 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können.,stellt euch zum Kampf rings um Babylon50,14 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. auf!Schießt und spart nicht mit Pfeilen!Denn die Stadt hat sich gegen den Herrn gestellt.15Erhebt das Kriegsgeschrei von allen Seiten!Die Stadt muss sich ergeben:Ihre Türme stürzen ein, ihre Mauern fallen.Das ist die Rache des Herrn.Darum nehmt Rache an der Stadt Babylon!Was sie anderen angetan hat, das tut jetzt ihr an!16Lasst niemanden am Leben,der in Babylon noch säen oder ernten könnte.Vor dem mörderischen Schwert fliehen sie alle,jeder zu seinem Volk und in sein Heimatland.

17Israel50,17 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … war wie ein gehetztes Schaf50,17 gehetztes Schaf: Bild für das Volk Israel, dessen Hirte Gott ist.,das von Löwen gejagt wurde:Zuerst hat der König von Assyrien50,17 König von Assyrien: 722 v. Chr. wurde das Nordreich Israel von den Assyrern erobert. es gefressen.Dann kam Nebukadnezzar50,17 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,und hat ihm die Knochen abgenagt.

18Deshalb spricht der Herr50,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot50,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Jetzt strafe ich den babylonischen König und sein Land.Genauso habe ich schon den König von Assyrien gestraft50,18 den König von Assyrien gestraft: Assyrien wurde 612 v. Chr. von den Babyloniern erobert..19Israel50,19 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … aber werde ich zurückbringen,zurück auf seine Weide50,19 seine Weide: Bild für das Land, in dem Israel leben soll. Dort will Gott, der in der Bibel oft als Hirte dargestellt wird, sein Volk weiden..Es soll auf dem Karmel50,19 Karmel: Waldreiches Gebirge an der Mittelmeerküste südlich des heutigen Haifa. und im Baschan50,19 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. weiden.Auf dem Gebirge Efraim50,19 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. und in Gilead50,19 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. wird es satt.20Dann, wenn diese Zeit da ist,werde ich dem Rest meines Volkes vergeben.Man wird Israels50,20 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). Schuld suchen, aber sie ist nicht da.Man wird Judas50,20 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … Sünde suchen, aber sie nicht finden.Denn ich werde denen vergeben, die ich übrig lasse.– So lautet der Ausspruch des Herrn50,20 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Die Strafe für die Zerstörung des Tempels

21Zieh in den Kampf, Volk aus dem Norden,gegen das Land Meratajim50,21 Meratajim: Wörtlich »Widerspenstigkeit«. Gebiet am persischen Golf, das hier stellvertretend für Babylon genannt wird. und die Bewohner Pekods50,21 Pekod: Wörtlich »Bestrafung«. Stadt im Süden Babyloniens, die hier stellvertretend für Babylon genannt wird.!Töte sie und weihe sie dem Untergang50,21 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.!– So lautet der Ausspruch des Herrn50,21 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..Tu alles genau so, wie ich es dir befehle!22Das Land ist voller Kriegsgeschrei.Es ist ein totaler Zusammenbruch.23Was ist nur aus dem Hammer geworden,der die ganze Welt zerschmettert hat?Zerbrochen und zerschlagen ist er!Was ist nur aus Babylon50,23 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. geworden?Ein Bild des Entsetzens unter allen Völkern!24Du hast dir selbst eine Falle gestellt, Babylon.Du bist gefangen worden, ehe du es gemerkt hast.Es hat dich erwischt und du wurdest gefasst.Denn du hast den Herrn herausgefordert50,24 du hast den HERRN herausgefordert: Gott hatte die Babylonier zwar damit beauftragt, Israel zu strafen, aber sie wurden überheblich und handelten maßlos..25Jetzt hat der Herr seine Waffenkammer geöffnetund die Waffen seines Zorns herausgeholt.Denn im Land der Babylonier50,25 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. hat er etwas zu tun,der Herr der himmlischen Heere50,25 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….26Kommt von den Enden der Erde herbei!Öffnet die Vorratskammern Babylonsund werft alles auf einen Haufen!Weiht alles dem Untergang –nichts darf übrig bleiben!27Tötet alle jungen Stiere50,27 junge Stiere: Bild für die starken, jungen Männer Babylons. Babylonsund bringt sie hinunter zum Schlachten!Weh ihnen! Denn ihr Tag ist gekommen,die Zeit der Strafe ist da.

28Hört doch, was die Flüchtlinge sagen,die aus dem Land Babylonien50,28 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr … entkommen sind!Sie verkünden in Zion50,28 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr …,dass der Herr, unser Gott, Vergeltung übt.Er rächt die Zerstörung seines Tempels50,28 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr ….

29Ruft Schützen zum Kampf gegen Babylon50,29 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. herbei!Alle Bogenschützen50,29 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. sollen kommen!Belagert die Stadt ringsum,damit keiner entkommen kann!Zahlt es ihr heim, wie sie es verdient hat!Was sie anderen angetan hat, das tut jetzt ihr an!Denn sie war überheblichund hat sich gegenüber dem Herrn aufgespielt,gegenüber dem Heiligen Israels50,29 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels..30Deshalb werden die jungen Männer Babylons fallen.In den Gassen der Stadt werden sie sterben.An diesem Tag werden alle Krieger umkommen.Ausspruch des Herrn50,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.31Jetzt gehe ich gegen dich vor,ja, dein Name ist »Hochmut«!– So lautet der Ausspruch von Gott,dem Herrn der himmlischen Heere50,31 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….Jetzt bist du dran, die Zeit deiner Strafe ist da.32Dann wird »Hochmut« stürzen.Die Stadt wird hinfallen,und niemand wird sie wieder aufrichten.Ich werde die Städte ringsum in Brand stecken.Und das Feuer wird alles auffressen,was sich in der Umgebung von Babylon befindet.

Gott zwingt Babylon in die Knie

33So spricht der Herr50,33 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere50,33 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Noch werden die Leute aus Israel50,33 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda50,33 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … unterdrückt.Sie wurden gefangen und in die Verbannung geführt.Alle ihre Unterdrücker halten sie festund weigern sich, sie gehen zu lassen.34Doch ihr Befreier ist mächtig,Herr der himmlischen Heere ist sein Name.Er setzt sich für sie einund sorgt für ihr Recht:Er wird der Erde Ruhe schenken,die Bewohner Babylons50,34 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. aber in Unruhe versetzen.

35Das Schwert soll über die Babylonier50,35 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. kommen!Tod den Einwohnern Babylons!Tod den führenden und weisen Männern der Stadt!Ausspruch des Herrn50,35 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.36Das Schwert soll über die Wahrsager50,36 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr … kommen,sodass sich ihre Dummheit zeigt!Das Schwert soll über die starken Krieger kommen,sodass sie zusammenbrechen!37Das Schwert soll über Pferde und Streitwagen50,37 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … kommen!Auch die fremden Völker soll es treffen,die sich in Babylon niedergelassen haben.Sie sollen so schwach werden wie Frauen!Das Schwert soll über Babylons Schätze kommen,sodass sie geraubt werden!38Trockenheit soll über die Wasser Babyloniens kommen!Denn es ist ein Land voller Götzenbilder50,38 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten..Diese schrecklichen Figurenhaben ihnen den Verstand geraubt.39Darum werden nur noch Wüstentiere dort leben,Schakale50,39 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. und Strauße werden dort hausen.Nie wieder soll ein Mensch sich dort niederlassen.Babylon bleibt für immer und ewig unbewohnt.40Es wird wie damals sein,als Gott Sodom und Gomorra50,40 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Mehr … zerstört hat:Niemand wird mehr dort leben,kein Mensch sich dort aufhalten.– So lautet der Ausspruch des Herrn.

Der Feind aus dem Norden

41Ein Volk zieht von Norden heran50,41 Volk von Norden: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten..Ein mächtiges Volk mit vielen Königenbricht auf von den Enden der Erde.42Sie kommen mit Bogen50,42 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. und Krummschwert50,42 Krummschwert: Ein Schwert, das wie eine Sichel gebogen ist und im Nahkampf eingesetzt wurde..Grausam sind sie und kennen kein Erbarmen.Sie machen Lärm wie das tosende Meerund reiten auf Pferden.Bis an die Zähne sind sie bewaffnet,zum Kampf gerüstet gegen dich, Tochter Babylon50,42 Tochter Babylon: Poetischer Ausdruck für die Stadt Babylon..43Wenn der babylonische König von ihnen hört,werden seine Hände kraftlos.Angst wird ihn packenwie die Wehen eine Frau bei der Geburt50,43 Frau bei der Geburt: Das Bild einer Frau in den Wehen dient häufig dazu, Angst und Not zu beschreiben..44Wie ein Löwe werde ich über sie kommen:Der Löwe tritt aus dem Dickicht am Jordan50,44 Dickicht am Jordan: Bewaldetes Gebiet am Fluss Jordan mit vielen wilden Tieren.und wendet sich zum fruchtbaren Weideland.So komme ich und treibe sie in die Flucht.Dann werde ich den Herrscher über sie setzen,den ich dafür ausgewählt habe.Denn wer ist mir gleich?Wer will mich zur Rechenschaft ziehen?Wo ist der Hirte50,44 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr …, der mir die Stirn bieten kann?45Deshalb hört, was der Herr vorhat!Hört seinen Plan gegen Babylon50,45 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt.und sein Vorhaben gegen das Land der Babylonier50,45 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.:Man wird sie alle fortschleppen,auch die Schwächsten der Herde.Er wird ihr Weideland menschenleer50,45 menschenleer: Das hebräische Wort für »menschenleer machen« kann auch die Bedeutung »jemanden verstören/entsetzen« haben. Die Übersetzung könnte daher auch lauten: »sogar ihr Weideland wird sich über sie entsetzen«. machen.46Die Erde wird beben, wenn verkündet wird:»Babylon ist gefallen!«Und die Völker werden das Geschrei hören.
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Das Gericht Gottes über Babylon

511So spricht der Herr51,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Seht her! Ich wecke den Geist des Zerstörers.Er wird gegen Babylon51,1 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. heranziehenund gegen alle, die dort leben –im »Zentrum des Aufruhrs51,1 Zentrum des Aufruhrs: Wortspiel mit dem hebräischen Wort für »Chaldäer«, das oft für die Babylonier verwendet wird.«.2Ich schicke fremde Männer nach Babylon,die machen es wie bei der Getreideernte51,2 Getreideernte: Bild für das Gericht.:Die Spreu51,2 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. Mehr … zerstreuen sie in alle Windeund danach fegen sie das Land aus.Wenn die Zeit des Unheils da ist,werden sie die Stadt von allen Seiten belagern.3Die Bogenschützen sollen dann auf alle schießen:auf die babylonischen Bogenschützen51,3 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können.und auf die Soldaten in ihren Panzern.Sie sollen auch die jungen Männer nicht verschonenund das ganze babylonische Heer dem Untergang weihen51,3 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht..4Erschlagene liegen im Land der Babylonier51,4 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.,Erstochene in seinen Gassen.

5Denn Israel51,5 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda51,5 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … sind nicht allein wie eine Witwe:Ihr Gott, der Herr Zebaot51,5 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …,hat sie nicht verlassen.Doch das Land der Babylonier51,5 das Land der Babylonier: Wörtlich »ihr Land«. Auch andere Deutung möglich: »obwohl das Land Israel und Juda voll von Schuld ist.« ist voll von Schuld,es hat sich gegen den Heiligen Israels51,5 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels. vergangen.6Flieht also aus Babylon51,6 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt.!Jeder rette sein Leben!Sonst werdet ihr umkommen,wenn dieses Land für seine Schuld bestraft wird.Denn die Zeit der Strafe ist da:Der Herr zahlt Babylon heim,was es anderen angetan hat.

7Babylon51,7 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. war wie ein goldener Becher,den der Herr in seiner Hand hielt.Es versetzte die ganze Welt in einen Rausch.Die Völker haben von seinem Wein getrunkenund verloren deshalb den Verstand.8Doch plötzlich fällt der Becher zu Boden,und Babylon ist zerbrochen.Man ruft: »Klagt und schreit!Holt Salbe für Babylons Wunde!Vielleicht kann die Stadt geheilt werden.«9Doch sie antworten:»Wir wollten Babylon heilen,aber der Stadt war nicht zu helfen.Also los, verlasst das Land!Gehen wir – jeder in sein Heimatland!Denn die Strafe Babylons reicht bis an den Himmel,sie ragt hinauf bis zu den Wolken.«10Die Leute aus Israel51,10 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda51,10 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … werden sagen:»So bringt der Herr ans Licht,dass er für unsere Gerechtigkeit sorgt51,10 für unsere Gerechtigkeit sorgen: Durch die Rettung aus Babylon wird sichtbar, dass Gott seinem Volk vergeben hat..Kommt und lasst uns in Zion51,10 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … erzählen,was der Herr, unser Gott, getan hat!«

Die Meder vollstrecken Gottes Gericht

11Schärft die Pfeile und füllt die Köcher51,11 Köcher: Behältnis für das Mitführen von Pfeilen.!Der Herr hat die Könige Mediens51,11 Medien: Gebiet im Gebirge, im Nordwesten des heutigen Iran gelegen. Mehr … Mut fassen lassen.Denn sein Plan gegen Babylon51,11 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. steht fest:Er wird es zerstören.Das ist die Rache des Herrn,die Rache für die Zerstörung seines Tempels51,11 Zerstörung seines Tempels: Bei der Eroberung Jer