BasisBibel (BB)
48

Gerichtsworte gegen die Moabiter

Jeremia 48,1-47

Moabs Ende ist gekommen

481Das ist das Gerichtswort gegen die Moabiter48,1 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr …:So spricht der Herr48,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere48,1 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …,der Gott Israels:Wehe der Stadt Nebo48,1 Nebo: Stadt im nördlichen Teil Moabs.!Denn sie wird verwüstet!Schande über die Stadt Kirjatajim, die erobert wird!Selbst Moabs Festungen in den Bergenwerden schändlich zugerichtet und niedergerissen.2Mit Moabs Ruhm ist es aus.In Heschbon48,2 Heschbon: Hauptstadt Moabs, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer. hat man Moabs Verderben geplant:»Los! Lasst uns dieses Volk vom Erdboden ausrotten!«

Auch in dir, Stadt Madmen, wird es totenstill.Denn das Schwert wird dich verfolgen.3Aus Horonajim hört man Geschrei:»Alles verwüstet! Alles zerstört!«4Moab ist am Ende.Man hört die kleinen Kinder schreien.5Unter Tränen steigen sie die Anhöhe von Luhit hinauf.Beim Abstieg von Horonajimhört man verzweifeltes Geschrei über die Zerstörung.6Ergreift die Flucht! Rettet euer Leben!Dann überlebt ihr wenigstens –wie ein Strauch in der Wüste.7Denn auch du, Moab, wirst erobert,weil du auf deine Festungen und Schätze vertraut hast.Kemosch48,7 Kemosch: Hauptgott der Moabiter. muss in die Verbannung gehen,zusammen mit seinen Priestern und Fürsten.8Der Zerstörer kommt in jede Stadt.Keine Stadt wird ihm entgehen.Unten im Tal wird alles vernichtet,oben auf der Ebene wird alles zerstört.Das hat der Herr gesagt.

9Gebt Moab48,9 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … doch Flügel,damit es bei seiner Flucht davonfliegen kann!Seine Städte werden verwüstet,niemand wird mehr darin leben.

10Verflucht48,10 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … soll sein,wer den Auftrag des Herrn nur halbherzig ausführt!Verflucht soll sein,wer sein Schwert zurückhält vom Blutvergießen!

Moab wird aus seiner Ruhe gerissen

11Seit seiner Anfangszeit war Moab48,11 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … ungestörtwie der Wein, der auf seiner Hefe ruht48,11 auf der Hefe ruhen: Bild für Überheblichkeit und Trägheit. Hefe lässt Traubensaft vergären. Wenn vergorener Traubensaft zu lange auf der Hefe ruht, wird er ungenießbar..Es wurde nie umgegossen,kam nie von einem Gefäß in ein anderes:Nie musste es in die Verbannung gehen.Deshalb blieb sein Geschmack erhalten,sein Geruch war unverändert.12Doch seht: Es wird eine Zeit kommen,da schicke ich Kellermeister zu ihm.Ausspruch des Herrn48,12 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Sie werden Moab umschütten,seine Gefäße leeren und seine Weinkrüge zerschlagen.13Dann wird Moab von Kemosch48,13 Kemosch: Hauptgott der Moabiter. enttäuscht werden.Genauso wie Israel48,13 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). damals enttäuscht wurde,als es auf Bet-El48,13 Bet-El: Staatsheiligtum an der Südgrenze Israels, 16 km nördlich von Jerusalem. sein Vertrauen gesetzt hatte.

14Wie könnt ihr Moabiter48,14 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr … behaupten:»Wir sind doch tapfere Krieger,kräftige Männer, geschaffen für den Kampf!«?15Nein! Moab wird zerstört.Die Feinde werden in eure Städte hinaufsteigen.Die besten eurer jungen Männer aber steigen herabund werden abgeschlachtet.So lautet der Ausspruch des wahren Königs48,15 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.,Herr der himmlischen Heere48,15 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … ist sein Name.

16Schon bald kommt der Untergang Moabs48,16 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr …,sein Unglück eilt schnell heran.17Ihr Nachbarvölker, bekundet Moab euer Beileid!Ihr alle, die ihr Moab kennt, ruft verwundert:»Wie konnte dieses starke Reich vernichtet werden?Wie konnte das herrliche Zepter zerbrochen werden?«

Moab ist ganz am Ende

18Steig herab von deinem hohen Rossund setz dich in den Dreck, du armes Dibon48,18 Dibon: Stadt im Süden Moabs.!Denn der Zerstörer Moabs48,18 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … zieht gegen dich heran,er wird deine Festungen zerstören.19Stellt euch an den Weg, ihr Bewohner von Aroer,und haltet Ausschau!Fragt den Flüchtling und die Frau, die entkommen ist:»Was ist denn passiert?«20Sie werden euch antworten:»Schande ist über Moab gekommen!Es ist ganz am Ende.Klagt und schreit!Berichtet den Menschen am Arnon48,20 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet.,dass Moab geschlagen ist!21Die Strafe traf die Hochebene,das Gebiet um Holon, Jahaz und Mefaat.22Auch alle anderen hat es getroffen:Dibon, Nebo und Bet-Diblatajim,23Kirjatajim, Bet-Gamul und Bet-Meon,24Kerijot, Bozra und alle Städte des Landes Moab –alle nah und fern.«

25Ja, das stolze Horn48,25 Horn: Bild für Macht und Stärke. Moabs ist abgehauen,sein kraftvoller Arm ist zerschmettert.– So lautet der Ausspruch des Herrn48,25 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Über Moab wird man spotten

26Macht Moab48,26 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … betrunken!Denn es hat sich groß aufgespieltund dabei den Herrn lächerlich gemacht.Moab soll so betrunken sein,dass es in sein eigenes Erbrochenes fällt.Dann wird man auch über Moab spotten.27Denn warst du es nicht, Moab,das Israel48,27 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … verspottet hat?Hast du nicht jedes Mal höhnisch den Kopf geschüttelt,wenn du von Israel gesprochen hast?Du hast so getan,als ob man Israel beim Diebstahl ertappt48,27 beim Diebstahl ertappt: Bild für ein dummes Verhalten. hätte.28Also, ihr Bewohner Moabs, flieht:Verlasst die Städte und wohnt in den Felsen!Macht es wie die Tauben,die an den Wänden der Schluchten nisten!

Trauer um Moab

29Wir alle haben davon gehört, wie stolz Moab48,29 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … ist:so unglaublich stolz und voller Hochmut,eingebildet, übermütig und selbstzufrieden.

30So lautet der Ausspruch des Herrn48,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Ich kenne Moabs48,30 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … Überheblichkeit,sein verlogenes Geschwätz,sein widerliches Verhalten.31Deswegen stimme ich über Moab ein Klagelied an.Über ganz Moab muss ich weinen,man seufzt über die Leute von Kir-Heres48,31 Kir-Heres, Sibma, Jaser: Politische und wirtschaftliche Zentren in Moab..32Um dich, Sibma48,32 Sibma: Wichtige Handelsstadt in Moab., muss ich mehr weinen als um Jaser48,32 Jaser: Bedeutende Stadt Moabs in der Nähe des Toten Meeres..Du, Sibma, bist wie ein Weinstock:Deine Ranken wuchsen bis zum Meer,bis zum Meer von Jaser reichten sie.Doch der Zerstörer stürzte sichauf deine Früchte und deine Weintrauben.33Mit der Freude und dem Jubel ist es vorbei!In den Gärten im Land Moab ist es still geworden.Ich habe all dem eine Ende gemacht:Der Traubensaft fließt nicht mehr beim Keltern48,33 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. Mehr ….Es tritt ja auch niemand mehr die Traubenund singt dabei48,33 beim Traubentreten singen: Durch Stampfen mit den Füßen wurden die Weintrauben damals ausgepresst. Dabei wurde »Hedad« singend ausgerufen..Nichts davon ist mehr zu hören.34Dafür hört man überall Heschbons48,34 Heschbon: Hauptstadt Moabs, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer. Geschrei:nördlich bis nach Elale und sogar bis Jahaz,südlich von Zoar bis Horonajim und Eglat-Schelischija.Selbst die Oase von Nimrim wird zur Wüste.

35So lautet der Ausspruch des Herrn:Ich mache dem Götzendienst48,35 Götzendienst: Verehrung einer fremden Gottheit, die in Israel verboten war. Moabs ein Ende!Niemand wird mehr zu einem Kultplatz48,35 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. hinaufsteigenund seinen Göttern Räucheropfer48,35 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … darbringen.36Mein Herz klagt um Moab wie eine traurige Flöte.Wie eine Flöte spielt es für die Leute von Kir-Heres.Alles, was sie auf die Seite legten, ist verloren.37Als Zeichen der Trauer hat man sich die Köpfe geschoren48,37 Köpfe scheren: Gehört zu den Trauerbräuchen.,die Bärte gestutzt48,37 Bärte stutzen: Gehört zu den Trauerbräuchen. und die Hände blutig geritzt48,37 blutig ritzen: Das Ritzen der Haut gehört zu den Trauerbräuchen..Jeder trägt ein Trauergewand48,37 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt..38Überall in Moab gibt es nichts als Trauer:auf allen Dächern und auf allen Plätzen.Denn ich habe Moab zerschlagenwie ein Gefäß, das keinem gefällt.– So lautet der Ausspruch des Herrn.

39Oh, wie ist Moab48,39 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … zerbrochen! Was für ein Geheule!Es hat sich weggedreht und ist mit Schande geflohen!Moab ist zum Gespött gewordenund ein Bild des Entsetzens für alle Nachbarvölker.

Das abschließende Urteil

40So spricht der Herr48,40 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Seht her!Wie ein Adler48,40 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Hier Bild für König Nebukadnezzar II., der Moab eroberte. fliegt er heranund breitet über Moab48,40 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … seine Flügel aus.41Schon ist Kerijot erobert,die Festungen sind eingenommen.Wenn dieser Tag da ist,wird den Kriegern Moabs der Mut sinken:Ihr Herz ist dannwie das Herz einer Frau bei der Geburt48,41 Frau bei der Geburt: Das Bild einer Frau in den Wehen dient häufig dazu, Angst und Not zu beschreiben..42Moab wird ausgelöscht,dieses Volk wird es nicht mehr geben.Denn es hat sich groß aufgespieltund dabei den Herrn lächerlich gemacht.43Furcht und Schrecken, Fallgrube und Fangnetz –das alles wartet auf dich, du Bewohner Moabs.Ausspruch des Herrn48,43 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.44Wer dem Schrecken entflieht,wird in die Grube fallen.Wer aus der Grube herausklettert,wird sich im Netz verfangen.Denn das Jahr der Strafe wird kommen:Ich werde Unheil über Moab bringen.– Ausspruch des Herrn45Im Schatten von Heschbon48,45 Heschbon: Hauptstadt Moabs, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer.suchen die Flüchtlinge Zuflucht.Doch von Heschbon geht ein Feuer aus,und aus Sihons48,45 Sihon: Früherer König in Heschbon, der Hauptstadt Moabs. Palast steigen die Flammen auf.Dieses Feuer frisst sich durch ganz Moab:Es verbrennt Moab die Schläfenund seinen Großmäulern den Scheitel.46Weh dir, Moab!Besiegt bist du, du Volk des Gottes Kemosch48,46 Kemosch: Hauptgott der Moabiter..Deine Söhne werden in die Verbannung gebrachtund deine Töchter in die Gefangenschaft.

47Doch am Ende werde ich Moabs48,47 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … Schicksal wieder wenden.– So lautet der Ausspruch des Herrn48,47 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..Damit enden die Gerichtsworte über Moab.
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Gerichtsworte gegen weitere Völker

Jeremia 49,1-39

Worte gegen die Ammoniter

491Das ist das Gerichtswort gegen die Ammoniter49,1 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.:So spricht der Herr49,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Hat Israel49,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … denn keine Kinder?Hat es etwa keinen Erben?Warum hat Milkom49,1 Milkom: Höchster Gott der Ammoniter. Da der Name im Hebräischen ähnlich klingt wie »ihr König«, könnte auch der König der Ammoniter gemeint sein. dann Gad49,1 Gad: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Ostjordanland, im heutigen Jordanien. in Besitz genommen?Warum lebt sein Volk jetzt in Gads Städten?2Deshalb hört den Ausspruch des Herrn49,2 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Seht, es kommt eine Zeit,da bringe ich Krieg in die Hauptstadt der Ammoniter.In Rabba wird man Kriegsgeschrei hören.Die Stadt wird zu einem wüsten Trümmerhaufenund die umliegenden Städte zu einem Raub der Flammen.Dann wird Israel alles von denen erben,die ihm sein Erbe geraubt haben.Das sagt der Herr.

3Stimme ein Klagegeschrei an, Heschbon49,3 Heschbon: Meint die Bewohner im Grenzgebiet zwischen Moab und Ammon, in dem auch die Stadt Heschbon liegt.,denn Ai49,3 Ai: Stadt etwa 13 km nördlich von Jerusalem. ist zerstört!Schreit es heraus, ihr Töchter von Rabba49,3 Rabba: Hauptstadt der Ammoniter, nordöstlich vom Toten Meer.!Zieht Trauergewänder49,3 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an und klagt!Rennt hin und her, blutig geritzt49,3 blutig geritzt: Das Ritzen der Haut gehört zu den Trauerbräuchen..Denn Milkom49,3 Milkom: Gottheit der Ammoniter. wird verschleppt,zusammen mit seinen Priestern und führenden Männern.4Du bist stolz auf deine besondere Lage,auf deine fruchtbaren Täler voller Wasser.Du vertraust auf deine Vorräteund sagst: »Wer kommt schon gegen mich an?«5Siehe! Ich bringe Furcht und Schrecken über dich.Von allen Seiten wird der Feind kommen.Dann werdet ihr vertrieben – jeder woanders hin.Und niemand wird die Flüchtlinge sammeln.– So lautet der Ausspruch von Gott49,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.,dem Herrn der himmlischen Heere49,5 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….

6Danach werde ich das Schicksal der Ammoniter wenden.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,6 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Worte gegen Edom

7Das ist das Gerichtswort gegen Edom49,7 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.:So spricht der Herr49,7 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere49,7 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Gibt es keine Weisheit mehr in Teman49,7 Teman: Bezeichnung einer Landschaft in Edom.?Haben die Klugen denn keinen guten Rat mehr?Ist ihre Weisheit verdorben?8Flieht, wendet euch zur Flucht!Verkriecht euch tief unten,ihr Bewohner Dedans49,8 Dedan: Ein Zentrum des Handels in der arabischen Wüste.!Denn ich bringe Unheil über Esau49,8 Esau: Stammvater der Edomiter, der hier stellvertretend für sein Volk steht.die Zeit der Strafe ist da.9Wenn Winzer49,9 Winzer: Weinbauer. Hier Bild für die Babylonier, die im Land Edom einfallen und nichts übrig lassen. zu dir kommen,lassen sie keine Trauben für die Nachlese49,9 Nachlese: Was von der Ernte auf dem Feld übrig blieb, durfte von der ärmeren Bevölkerung eingesammelt werden; vgl. 3. Mose/Levitikus 19,9-10. übrig.Wenn nachts Diebe kommen,zerstören sie alles nach Lust und Laune.10Denn ich zerre Esau nach draußenund decke seine Verstecke auf.Wenn Esau sich verbergen will,schafft er es nicht.Seine Nachkommen werden vernichtet.Auch seine Brüder49,10 Brüder: Meint die Völker, die sich auf dieselben Vorfahren zurückführen wie Edom. und Nachbarn zieht er ins Verderben.Es wird niemanden mehr geben, der sagen kann:11»Lass deine Waisen bei mir,ich kümmere mich um sie!Deine Witwen können sich auf meine Hilfe verlassen.«

12So spricht der Herr49,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Auch die, die es gar nicht verdient haben,müssen aus dem Becher des Zorns49,12 Becher des Zorns: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken; vgl. Jeremia 25,15-29. trinken.Wie kannst du da ungestraft davonkommen?Nein, du bleibst nicht ungestraft:Du musst ihn trinken!13Denn ich habe es bei mir selbst geschworen,dass Bozra49,13 Bozra: Hauptstadt Edoms, etwa 40 km südöstlich des Toten Meers. verwüstet und zerstört wird.Ausspruch des Herrn49,13 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Es soll zum Inbegriff von Spott und Fluch49,13 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … werden.Auch alle anderen Städte Edomssollen für immer zu Trümmerhaufen werden.

14Vom Herrn habe ich das gehört:Versammelt euch und zieht in den Krieg!Auf! Lasst uns gegen Edom49,14 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. kämpfen!Zu Edom aber sagte er:15Ich mache dich klein unter den Völkern.Verachtet unter den Menschen wirst du sein.16Dass alle Welt dich fürchtet –dieser Hochmut in deinem Herzen hat dich getäuscht:Mag sein, dass du in Felsenverstecken49,16 Felsenverstecke: Viele Dörfer Edoms lagen schwer zugänglich im Bergland südöstlich des Toten Meers. wohnstund hohe Berge dein eigen nennst.Ja, hoch oben wie ein Adler49,16 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Er steht sinnbildlich für Kraft und Stärke. Mehr … baust du dein Nest.Trotzdem stürze ich dich von dort hinunter!– So lautet der Ausspruch des Herrn49,16 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

17Edom49,17 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. wird verwüstet.Jeder, der dort vorbeikommt, wird entsetzt sein.Er wird fassungslos sein über die Schläge,die Edom getroffen haben.18Es wird wie damals sein,als Sodom und Gomorra49,18 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Mehr … untergangen sind,zusammen mit ihren Nachbarstädten:Niemand wird mehr darin leben,kein Mensch sich dort aufhalten.Das sagt der Herr.

19Wie ein Löwe werde ich über sie kommen.Der Löwe tritt aus dem Dickicht am Jordan49,19 Dickicht am Jordan: Bewaldetes Gebiet am Fluss Jordan mit vielen wilden Tieren.und wendet sich zum fruchtbaren Weideland.So komme ich und treibe sie in die Flucht.Dann werde ich den Herrscher über sie setzen,den ich dafür ausgewählt habe.Denn wer ist mir gleich?Wer will mich zur Rechenschaft ziehen?Wo ist der Hirte49,19 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr …, der mir die Stirn bieten kann?20Deshalb hört, was der Herr vorhat!Hört seinen Plan gegen Edom49,20 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.und sein Vorhaben gegen die Bewohner Temans49,20 Teman: Bezeichnung einer Landschaft in Edom.:Man wird sie alle fortschleppen,auch die Schwächsten der Herde.So wird er ihr Weideland menschenleer machen49,20 menschenleer machen: Das hebräische Wort für »menschenleer machen« kann auch die Bedeutung »jemanden verstören/entsetzen« haben. Die Übersetzung könnte daher auch lauten: »sogar ihr Weideland wird sich über sie entsetzen«..21Von der Wucht ihres Falls wird die Erde beben.Ihr Geschrei wird man bis zum Schilfmeer49,21 Schilfmeer: Das Geschrei wird so laut sein, dass man es weit im Süden Richtung Ägypten hören wird. Mit dem Schilfmeer ist außerdem die Erzählung vom Untergang des Pharao mit seinem Heer verbunden, vgl. 2. Mose/Exodus 13,17–15,21. hören.22Wie ein Adler49,22 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Hier Bild für König Nebukadnezzar II., der Edom eroberte. fliegt der Feind heranund breitet seine Flügel aus über Bozra49,22 Bozra: Hauptstadt Edoms, etwa 40 km südöstlich des Toten Meers..Wenn dieser Tag da ist,wird den Kriegern Edoms der Mut sinken:Dann ist ihr Herzwie das Herz einer Frau bei der Geburt49,22 Frau bei der Geburt: Das Bild einer Frau in den Wehen dient häufig dazu, Angst und Not zu beschreiben..

Worte gegen Damaskus

23Das ist das Gerichtswort gegen Damaskus49,23 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Mehr …:Schande ist über Hamat und Arpad49,23 Hamat, Arpad: Städte im Herrschaftsgebiet der Aramäer, dessen Zentrum Damaskus war. gekommen.Denn sie haben die Unheilsbotschaften gehört.Sie sind fassungslos, voller Angst.Aufgewühlt wie das Meer sind sie,das nicht zur Ruhe kommt.24Damaskus ist schwach gewordenund hat sich zur Flucht gewandt.Angst und Schrecken haben es gepackt –wie Wehen, die bei der Geburt über eine Frau49,24 Frau bei der Geburt: Das Bild einer Frau in den Wehen dient häufig dazu, Angst und Not zu beschreiben. kommen.25Dabei war es doch eine ruhmreiche Stadt,ein Ort, an dem ich meine Freude hatte.Wie konnte man es nur kampflos aufgeben!26Denn wenn der Tag da ist,werden ihre jungen Männer sterben.Auf den Plätzen der Stadt werden sie fallen.Ihre Kämpfer werden alle umkommen.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,26 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.der himmlischen Heere49,26 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….27Ich lege Feuer an die Mauer von Damaskus.Dieses Feuer wird die Paläste Ben-Hadads49,27 Ben-Hadad: König von Aram. fressen.

Worte gegen die Araber

28Das ist das Gerichtswort gegen Kedar49,28 Kedar: Kedar und Hazor bezeichnen einen Stamm bzw. ein Gebiet der Araber.und die Königreiche von Hazor49,28 Königreiche von Hazor: Gebiet in der arabischen Wüste, in dem sich Araber niedergelassen hatten..Nebukadnezzar49,28 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,hatte sie erobert.So spricht der Herr49,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Auf! Zieht in den Krieg gegen Kedar!Besiegt sie, die da im Osten leben!29Man soll ihnen ihre Zelte49,29 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen. Mehr … und ihr Vieh rauben,dazu ihre Decken und all ihr Werkzeug.Auch ihre Kamele soll man ihnen wegnehmen.Dann werden sie wegen ihrer Feinde schreien:»Schrecken ringsum!30Flieht! Bringt euch schnell in Sicherheit!Verkriecht euch tief unten, ihr Bewohner von Hazor!«Ausspruch des Herrn49,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Denn Nebukadnezzar, der König von Babylonien,hat beschlossen gegen euch vorzugehen.Er hat einen Plan gegen euch gefasst.

31So lautet der Ausspruch des Herrn49,31 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Auf! Zieht in den Kampf gegen dieses sorglose Volk,das noch in Sicherheit lebt!Dort gibt es keine befestigten Tore49,31 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen.und nichts zum Verriegeln.Sie leben ganz verstreut und schutzlos.32Ihre Kamele werden geraubtund alle ihre Herden erbeutet.In alle Winde werde ich sie zerstreuen –sie, die sich seitlich am Kopf rasieren.Von allen Seiten werde ich Unheil über sie bringen.Ausspruch des Herrn49,32 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.33Dann werden dort nur noch Schakale49,33 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. leben.Hazor49,33 Hazor: Gebiet in der arabischen Wüste, in dem sich Araber niedergelassen hatten. soll für immer zur Wüste werden.Niemand wird mehr dort wohnen,kein Mensch wird sich dort aufhalten.

Worte gegen Elam

34Es folgt eine Botschaft für Elam49,34 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr ….Der Prophet49,34 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia erhielt sieam Anfang der Regierungszeit von Zidkija49,34 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht.,dem König von Juda.Damals kam dieses Wort des Herrn49,34 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:35So spricht der Herr49,35 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere49,35 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Ich zerbreche den Bogen Elams – seine stärkste Waffe.36Dann lasse ich die vier Winde gegen Elam los,aus allen vier Himmelsrichtungen werden sie kommen.So werde ich Elams Bevölkerung vertreiben,in alle Winde zerstreue ich sie.Es wird kein Volk geben,zu dem keine Flüchtlinge aus Elam kommen.37Ich werde Angst und Schrecken in Elam verbreiten:Sie werden sich vor ihren Feinden fürchtenund vor denen, die sie töten wollen.Ich bringe Unheil über sie in meinem glühenden Zorn49,37 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr ….Ausspruch des Herrn49,37 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ich schicke so lange das Schwert hinter ihnen her,bis ich sie völlig vernichtet habe.38Meinen Thron49,38 Thron: Bild für das Königtum Gottes, der als Herrscher der Welt über allen anderen Königen steht und sie richtet. werde ich in Elam aufstellenund den König dort und die Fürsten vernichten.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,38 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

39Doch am Ende werde ich Elams49,39 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr … Schicksal wieder wenden.– So lautet der Ausspruch des Herrn49,39 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..
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Gerichtsworte gegen Babylonien

Jeremia 50,1–51,64

Einleitung

501Es folgt eine Botschaft an Babylonien50,1 Babylonien: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. Mehr …,die der Prophet50,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia verkündete.Es ist das Wort,das der Herr über das Land der Babylonier50,1 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. sprach.

Babylons Ende und Israels Heimkehr

2Verkündet es unter den Völkern, dass alle es hören!Macht es überall öffentlich bekannt!Lasst es alle hören und verschweigt es nicht!Sagt: »Babylon ist eingenommen.Bel50,2 Bel: Anrede und Ehrentitel für Marduk, den Stadtgott von Babylon. Er ist einer der Hauptgötter des babylonischen Reichs. Übersetzt bedeutet das Wort »Herr«. ist zunichte, Marduk50,2 Marduk: Höchster Gott der Babylonier. zerstört.Die Götzenbilder50,2 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. sind zunichteund die Götzenfiguren zerstört.3Denn aus dem Norden kommt ein Volk50,3 aus dem Norden kommt ein Volk: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten.und verwüstet das Land.Dann lebt dort niemand mehr:Menschen und Tiere, sie alle sind geflohen,auf und davon.

4Dann, wenn diese Zeit da ist,kommen die Leute aus Israel50,4 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und die aus Juda50,4 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … gemeinsam.Ausspruch des Herrn50,4 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Sie werden weinend umherlaufenund den Herrn, ihren Gott, suchen.5Sie werden nach dem Weg nach Zion50,5 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … fragen.Dort liegt ihr Ziel.Dabei fordern sie einander auf: ›Lasst uns gehen!Wir wollen uns mit dem Herrn verbünden.Es wird ein ewiger Bund50,5 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … sein,der nie vergessen wird.‹

6Mein Volk war wie eine Schafherde, die verloren ist.Ihre Hirten50,6 ihre Hirten: Bild für die religiös und politisch führenden Männer des Volkes, die für Ordnung und Schutz sorgen sollten. hatten sie falsch geführt,sodass sie auf den Bergen auf Abwege gerieten.Über Berg und Hügel zogen sie dahin,ihren Lagerplatz hatten sie vergessen.7Alle, die sie fanden, fielen über sie her.Ihre Feinde sagten: ›Wir tun kein Unrecht.Sie haben sich ja gegen den Herrn gestellt.Dabei ist er doch die Weide voller Gerechtigkeitund er, der Herr, war die Hoffnung ihrer Vorfahren.‹«

Strafe für Babylon und Vergebung für Israel

8Flieht aus Babylon!Verlasst das Land der Babylonier50,8 Land der Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.!Lauft wie die Böcke vor der Herde!9Denn seht doch: Ich bereite den Angriff schon vor.Ich führe den Angreifer gegen Babylon heran:ein großes Heer von Völkern aus dem Norden50,9 Völker aus dem Norden: In der Bibel ist der »Feind aus dem Norden« sprichwörtlich für eine alles vernichtende Macht. Hier sind vermutlich die Perser und ihre Verbündeten unter König Kyros gemeint, die 539 v. Chr. Babylon eroberten..Sie greifen die Stadt an.Von Norden her wird sie erobert.Ihre Pfeile sind wie Pfeile des siegreichen Helden,der nie mit leeren Händen zurückkehrt.10Babylonien50,10 Babylonien: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Meint das Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad. wird ausgeraubt.Alle, die es ausrauben,werden mehr als genug Beute machen.– So lautet der Ausspruch des Herrn50,10 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

11Ja, noch freut ihr50,11 ihr: Meint die Babylonier. euch.Noch jubelt ihr,dass ihr mein Eigentum50,11 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. geplündert habt.Hüpft nur wie die Kälber auf der Weide herumund wiehert wie die starken Hengste!12Bald wird eure Mutter50,12 eure Mutter: Bild für die Stadt Babylon. sich schrecklich schämen.Die, die euch geboren hat,würde am liebsten im Erdboden versinken.Die Babylonier werden zum geringsten aller Völker,nur Wüste, Dürre und Wildnis gibt es dort.13Weil der Herr so zornig ist,bleibt Babylon unbewohnt und ganz verwüstet.Jeder, der an Babylon vorbeikommt,wird entsetzt sein.Er wird fassungslos darüber sein,wie hart es die Stadt getroffen hat.

14All ihr Bogenschützen50,14 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können.,stellt euch zum Kampf rings um Babylon50,14 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. auf!Schießt und spart nicht mit Pfeilen!Denn die Stadt hat sich gegen den Herrn gestellt.15Erhebt das Kriegsgeschrei von allen Seiten!Die Stadt muss sich ergeben:Ihre Türme stürzen ein, ihre Mauern fallen.Das ist die Rache des Herrn.Darum nehmt Rache an der Stadt Babylon!Was sie anderen angetan hat, das tut jetzt ihr an!16Lasst niemanden am Leben,der in Babylon noch säen oder ernten könnte.Vor dem mörderischen Schwert fliehen sie alle,jeder zu seinem Volk und in sein Heimatland.

17Israel50,17 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … war wie ein gehetztes Schaf50,17 gehetztes Schaf: Bild für das Volk Israel, dessen Hirte Gott ist.,das von Löwen gejagt wurde:Zuerst hat der König von Assyrien50,17 König von Assyrien: 722 v. Chr. wurde das Nordreich Israel von den Assyrern erobert. es gefressen.Dann kam Nebukadnezzar50,17 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,und hat ihm die Knochen abgenagt.

18Deshalb spricht der Herr50,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot50,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Jetzt strafe ich den babylonischen König und sein Land.Genauso habe ich schon den König von Assyrien gestraft50,18 den König von Assyrien gestraft: Assyrien wurde 612 v. Chr. von den Babyloniern erobert..19Israel50,19 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … aber werde ich zurückbringen,zurück auf seine Weide50,19 seine Weide: Bild für das Land, in dem Israel leben soll. Dort will Gott, der in der Bibel oft als Hirte dargestellt wird, sein Volk weiden..Es soll auf dem Karmel50,19 Karmel: Waldreiches Gebirge an der Mittelmeerküste südlich des heutigen Haifa. und im Baschan50,19 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. weiden.Auf dem Gebirge Efraim50,19 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. und in Gilead50,19 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. wird es satt.20Dann, wenn diese Zeit da ist,werde ich dem Rest meines Volkes vergeben.Man wird Israels50,20 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). Schuld suchen, aber sie ist nicht da.Man wird Judas50,20 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … Sünde suchen, aber sie nicht finden.Denn ich werde denen vergeben, die ich übrig lasse.– So lautet der Ausspruch des Herrn50,20 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Die Strafe für die Zerstörung des Tempels

21Zieh in den Kampf, Volk aus dem Norden,gegen das Land Meratajim50,21 Meratajim: Wörtlich »Widerspenstigkeit«. Gebiet am persischen Golf, das hier stellvertretend für Babylon genannt wird. und die Bewohner Pekods50,21 Pekod: Wörtlich »Bestrafung«. Stadt im Süden Babyloniens, die hier stellvertretend für Babylon genannt wird.!Töte sie und weihe sie dem Untergang50,21 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.!– So lautet der Ausspruch des Herrn50,21 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..Tu alles genau so, wie ich es dir befehle!22Das Land ist voller Kriegsgeschrei.Es ist ein totaler Zusammenbruch.23Was ist nur aus dem Hammer geworden,der die ganze Welt zerschmettert hat?Zerbrochen und zerschlagen ist er!Was ist nur aus Babylon50,23