BasisBibel (BB)
42

Die Verschleppung Jeremias nach Ägypten

Jeremia 42,1–45,5

Das Volk ist verunsichert

421Damals hatten alle dieselbe Bitte:die Offiziere der versprengten Truppen,darunter Johanan, der Sohn des Kareach,und Asarja, der Sohn des Hoschaja.Das ganze Volk, von Klein bis Groß,kam zu Jeremia.2Sie baten den Propheten42,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …:»Bitte, versteh uns doch!Bete für uns zum Herrn, deinem Gott!Denn wir sind nur noch ein kleiner Rest,der übrig geblieben ist von den vielen.Du sieht ja selbst, wie wenige wir sind.3Bitte den Herrn, deinen Gott, für uns.Er soll uns den Weg zeigen,den wir gehen sollen!Er soll uns sagen, was wir tun sollen.«

4Der Prophet42,4 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia antwortete ihnen:»Ich habe euer Anliegen gehört.So wie ihr es mir gesagt habt,werde ich zum Herrn, eurem Gott, beten.Jedes Wort, das der Herr mir antworten wird,werde ich euch verkünden.Kein einziges Wort werde ich euch vorenthalten.«

5Darauf sagten sie zu Jeremia:»Der Herr soll unser Zeuge sein,er ist wahrhaftig und verlässlich:Wir wollen all das befolgen,was uns der Herr, dein Gott, durch dich sagen wird.Und wenn nicht?Dann soll er selbst als Zeuge gegen uns auftreten.6Wird er uns Gutes oder Schlechtes sagen?Egal, wir werden auf den Herrn, unseren Gott, hören,zu dem wir dich jetzt senden.Dann wird es uns gut gehen.Ja, wir werden auf den Herrn, unseren Gott, hören!«

Die Antwort Gottes

7Es dauerte zehn Tage,dann kam das Wort des Herrn42,7 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia.8Da rief Jeremia alle zu sich:Johanan, den Sohn des Kareach,alle Offiziere der Truppen, die bei ihm waren,und das ganze Volk, von Klein bis Groß.9Er sagte zu ihnen:»Ihr habt mich zum Herrn gesandt,damit ich ihm eure Bitte vortrage.So spricht der Herr42,9 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels:10Wenn ihr jetzt hier in diesem Land bleibt,werde ich euch aufbauen und nicht zerstören.Ich werde euch einpflanzen und nicht ausreißen.Denn ich bin das Unheil leid,das ich euch angetan habe.11Habt keine Angst vor dem König von Babylonien42,11 König von Babylonien: Nebukadnezzar II. hatte kurz zuvor die Stadt Jerusalem erobert und den Tempel zerstört.,vor dem ihr euch gerade so fürchtet!Habt keine Angst vor ihm!Ausspruch des Herrn42,11 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Denn ich bin bei euch.Ich werde euch helfenund euch aus seiner Gewalt retten.12Mein Erbarmen schenke ich euch.Dann wird auch er Erbarmen mit euch habenund euch in euer Land zurückkehren lassen.

13Was aber ist,wenn ihr das Gegenteil tut?Ihr sagt:›Wir wollen nicht in diesem Land bleiben!‹Ihr gehorcht dem Herrn, eurem Gott, also nicht.14Stattdessen sagt ihr:›Nein! Wir wollen nach Ägypten42,14 nach Ägypten: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten führt. Sie sollten nie wieder dorthin zurückkehren, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,16. ziehen.Dort gibt es keinen Krieg und keinen Kriegslärm.Dort hört man den Klang des Widderhorns42,14 Widderhorn: Musikinstrument, das im Krieg zum Geben von Signalen eingesetzt wurde. Sein Klang bedeutet: Der Feind ist da. nicht.Auch werden wir dort keinen Hunger leiden müssen.Dort wollen wir leben!‹15Wenn ihr, der Rest Judas42,15 Rest Judas: Meint die Überlebenden aus dem eroberten Südreich Juda., so entscheidet,dann hört dieses Wort des Herrn:So spricht der Herr42,15 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot42,15 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Ihr entscheidet euch tatsächlich für Ägypten?Dorthin wollt ihr ziehen und dort in der Fremde leben?16Dann wird das geschehen:Der Krieg, vor dem ihr euch so fürchtet,wird euch auch in Ägypten erreichen.Der Hunger, vor dem ihr Angst habt,wird euch in Ägypten verfolgen.Und ihr werdet dort umkommen.17Für alle, die sich für Ägypten entscheiden,dorthin ziehen und dort leben, gilt:Sie werden durch Krieg, Hunger und Seuchen sterben.Keiner von ihnen wird entkommen.Keiner von ihnen wird dem Unheil entkommen,das ich über sie bringen werde.

18Denn so spricht der Herr42,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot42,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Mein Zorn42,18 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … und meine Wut entluden sich schon einmal.Damals hat es die Bewohner Jerusalems42,18 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … getroffen.Genauso wird euch meine Wut treffen,wenn ihr nach Ägypten zieht42,18 nach Ägypten ziehen: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten führt. Sie sollten nie wieder dorthin zurückkehren, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,16..Ihr werdet zum Inbegriff von Fluch42,18 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … und Schande.Ja, in Fluchworten und Spottliedernwird man von euch reden.Und diesen Ort hier werdet ihr nie wieder sehen.«

Jeremias Warnung

19»Das hat der Herr zu euch, dem Rest Judas42,19 Rest Judas: Meint die Überlebenden aus dem eroberten Südreich Juda., gesagt.Geht also nicht nach Ägypten42,19 nach Ägypten: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten führt. Sie sollten nie wieder dorthin zurückkehren, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,16.!Begreift doch, dass ich euch heute warnen muss:20Ihr selbst habt euer Leben in Gefahr gebracht.Denn ihr habt mich zum Herrn, eurem Gott, gesandtund dabei gesagt:›Bete für uns zum Herrn, unserem Gott!Verkünde uns alles, was der Herr, unser Gott, uns sagen lässt!Wir werden das alles genau befolgen!‹21Ich habe euch heute alles verkündet,aber ihr habt nicht auf den Herrn, euren Gott, gehört.Ihr wolltet die Botschaft nicht hören,mit der er mich zu euch gesandt hat.22Jetzt aber sollt ihr begreifen:Ihr werdet durch Krieg, Hunger und Seuchen sterben.Das wird an dem Ort geschehen,an den ihr gehen wollt, um dort zu leben.«
43

Die Flucht nach Ägypten

431Jeremia hatte aufgehört zu reden.Er hatte den Israeliten alles mitgeteilt,womit der Herr, ihr Gott, ihn zu ihnen gesandt hatte.Alle Worte des Herrn, ihres Gottes,hatte er ihnen verkündet.2Da ergriffen einige Männer das Wort.Es waren Asarja, der Sohn des Hoschaja,Johanan43,2 Johanan: Anführer der Gruppe, die die Menschen aus Mizpa befreit hatte; vgl. Jeremia 41,11-15., der Sohn des Kareach,und all die anderen Männer,die von sich sehr überzeugt waren.Sie warfen Jeremia vor: »Alles Lüge!Der Herr, unser Gott, hat dich gar nicht gesandt,um uns das zu sagen:›Geht nicht nach Ägypten43,2 nach Ägypten: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten führt. Sie sollten nie wieder dorthin zurückkehren, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,16.!Lebt nicht in der Fremde!‹3Nein, es war Baruch43,3 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia., der Sohn des Nerija.Er hetzt dich gegen uns auf,um uns den Babyloniern43,3 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. auszuliefern.Die werden uns tötenoder in die Verbannung43,3 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. Mehr … nach Babylon führen.«

4Johanan43,4 Johanan: Anführer der Gruppe, die die Menschen aus Mizpa befreit hatte; vgl. Jeremia 41,11-15., der Sohn Kareachs,die anderen Offiziere der Truppen und das ganze Volkgehorchten dem Herrn nicht.Sie blieben nicht länger im Land Juda43,4 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr ….5Johanan, der Sohn Kareachs, und die anderen Offizierenahmen den ganzen Rest Judas43,5 Rest Judas: Meint die Überlebenden aus dem eroberten Südreich Juda. mit.Einige davon waren nach ihrer Flucht ins Auslandwieder ins Land Juda zurückgekehrt.6Es waren Männer, Frauen und Kinderund die Töchter des Königs.Dazu kamen alle,die Nebusaradan, der Kommandant der Leibwache43,6 Nebusaradan, der Kommandant der Leibwache: Hoher babylonischer Heerführer, der die Verhältnisse in Juda regeln sollte.,beim Verwalter Gedalja43,6 Gedalja: Bereits unter den Königen Judas ein hoher Beamter. Nach dem Untergang Judas wurde er von König Nebukadnezzar II. als Verwalter eingesetzt. gelassen hatte.Der war der Sohn des Ahikam und ein Enkel von Schafan43,6 Schafan: Aus Schafans Familie stammten viele hohe Beamte, die Jeremia unterstützten; vgl. Jeremia 26,24..Auch den Propheten Jeremia nahmen sie mit,zusammen mit Baruch, dem Sohn Nerijas.7Sie zogen nach Ägypten43,7 nach Ägypten: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten führt. Sie sollten nie wieder dorthin zurückkehren, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,16.,weil sie dem Herrn nicht gehorchten,und so kamen sie nach Tachpanhes43,7 Tachpanhes: Stadt im östlichen Nildelta..

Jeremia setzt in Tachpanhes ein Zeichen

8In Tachpanhes43,8 Tachpanhes: Stadt im östlichen Nildelta. kam dieses Wort des Herrn zu Jeremia:9»Nimm dir ein paar große Steine!Füg sie mit Lehm zwischen die Pflastersteine ein,am Eingang zum Haus des Pharao43,9 Haus des Pharao: Palast und Verwaltungsgebäude im Stadtzentrum. Der Fußboden davor war mit Ziegeln aus Lehm gepflastert. in Tachpanhes.Die Männer aus Juda43,9 Männer aus Juda: Die Überlebenden aus dem Südreich Juda waren nach Ägypten geflohen. sollen dir dabei zusehen.10Dann sag zu ihnen:So spricht der Herr43,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot43,10 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Seht her! Ich lasse Nebukadnezzar43,10 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. herholen,meinen Knecht43,10 Knecht: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt. Der fremde König ist von Gott beauftragt, obwohl er fremde Götter anbetet., den König von Babylonien.Über diesen Steinen, die ich einfügen ließ,werde ich seinen Thron errichten.Darüber wird er sein Prunkzelt43,10 Prunkzelt: Transportabler Thronsaal, dessen Aufbau und Verwendung den Herrschaftsanspruch unterstreichen. aufbauen.11Er wird heranmarschieren und Ägypten besiegen.Jeder wird dann das bekommen, wozu er bestimmt ist:Tod, Gefangenschaft oder Hinrichtung.12In meinem Auftrag wird Nebukadnezzar Feuer legenan die Tempel43,12 Tempel: Gebäude, in dem Gottesdienste gefeiert und Opfer für eine bestimmte Gottheit dargebracht wurden. der ägyptischen Götter.Er wird die Götterbilder43,12 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … verbrennen oder wegbringen.Wie ein Hirte die Läuse aus seiner Kleidung entfernt,so wird er sie aus Ägypten entfernen.Er selbst wird ungehindert nach Hause zurückkehren.13Die Kultsteine von Heliopolis43,13 Heliopolis: Stadt in der Nähe des heutigen Kairo, die für ihre prächtigen Kultsteine und Tempel berühmt war. wird er zertrümmern.Ja, die Tempel der ägyptischen Götterwird er in Brand stecken.«
44

Jeremia warnt die Flüchtlinge

441Das folgende Wort kam zu Jeremia.Es galt für alle Menschen aus Juda44,1 Menschen aus Juda: Überlebende aus dem Südreich Juda waren nach Ägypten geflohen.,die in Ägypten lebten,in Migdol, Tachpanhes und Memfis44,1 Migdol, Tachpanhes, Memfis: Zentren religiösen oder wirtschaftlichen Lebens in Ägypten. oder in der Region Patros44,1 Patros: Biblische Bezeichnung für eine Region in Ägypten, die sich vom heutigen Assuan-Staudamm entlang des Nil bis Kairo erstreckt.:2So spricht der Herr44,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot44,2 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Ihr habt das ganze Unheil gesehen,das ich über Jerusalem und alle Städte Judas brachte.Seht her: Heute liegen die Städte in Trümmernund niemand wohnt mehr dort.3Das kommt alles von ihrem bösen Tun:Sie haben meinen Zorn44,3 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … herausgefordert,indem sie andere Götter44,3 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … verehrt haben.Sie haben ihnen Räucheropfer44,3 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dargebracht.Dabei kannten sie diese Götter vorher gar nicht,auch euch und euren Eltern waren sie unbekannt.4Ich sandte euch meine Knechte44,4 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, die Propheten44,4 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….Immer wieder sandte ich sie zu euch mit der Mahnung:»Hört doch endlich damit auf, das zu tun,was ich verabscheue und hasse!«

5Aber sie hörten nicht daraufund schenkten ihnen nicht einmal Gehör.Sie wollten nicht umkehren.Sie hörten nicht auf, Böses zu tunund anderen Göttern44,5 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … Räucheropfer44,5 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … darzubringen.6Also ließ ich meinem Zorn44,6 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr …, meiner Wut freien Lauf.Wie Feuer wütete erin Judas44,6 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … Städten und in Jerusalems44,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … Gassen.So wurden sie verwüstet und zu Trümmerstätten –wie sie es noch heute sind.

7Und jetzt zu euch:So spricht der Herr44,7 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot44,7 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Warum stürzt ihr euch selbst ins Unglück?Warum wollt ihr euch selbst aus Juda auslöschen –Männer, Frauen, Kinder und Säuglinge?Wollt ihr denn von euch keinen Rest am Leben lassen?8Ihr habt meinen Zorn44,8 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … herausgefordertdurch das, was ihr in Ägypten tut44,8 was ihr in Ägypten tut: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten führt. Sie sollten nie wieder dorthin zurückkehren, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,16.:Anderen Göttern44,8 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … bringt ihr Räucheropfer44,8 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dar,in der Fremde, wohin ihr geflohen seid.So löscht ihr euch selbst aus.Ihr werdet zum Inbegriff von Fluch44,8 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … und Schandebei allen Völkern der Erde.9Habt ihr denn vergessen, was sie Böses getan haben44,9 was sie Böses getan haben: Meint vor allem die Anbetung fremder Götter, wie sie den Bewohnern Jerusalems beispielsweise in Jeremia 7,17-20 vorgeworfen wird.eure Vorfahren, die Könige von Juda und ihre Frauenund auch ihr und eure Frauen?Habt ihr etwa das Böse vergessen,das in Judas44,9 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … Städten und in Jerusalems44,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … Gassen geschah?10Bis heute bereuen sie es nichtund haben keine Ehrfurcht44,10 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr ….Sie folgen weder meiner Weisung44,10 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … noch meinen Gesetzen,die ich euch und euren Vorfahren gegeben44,10 euren Vorfahren gegeben: Die Verehrung fremder Götter war den Israeliten verboten, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 5,6-10. habe.

11Deshalb spricht der Herr,der Herr Zebaot44,11 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … und Gott Israels:Seht her!Jetzt wende ich mich euch zu!Aber ich bringe Unheil: Ganz Juda wird ausgelöscht.12Ich werde mit dem Rest Judas44,12 Rest Judas: Meint die Überlebenden aus dem eroberten Südreich Juda. ein Ende machen –mit allen, die sich nach Ägypten gewandt44,12 nach Ägypten gewandt: Sowohl die Flucht an sich als auch die Verehrung ägyptischer Götter waren ein Verstoß gegen Gottes Willen. habenund dorthin als Fremde geflohen sind.Sie alle werden in Ägypten sterben.Krieg und Hunger werden ihnen ein Ende machen.Klein und Groß wird im Krieg sterben oder verhungern.Sie werden zum Inbegriff von Fluch44,12 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … und Schande,in Fluchworten und Spottliedern redet man von ihnen.13Genauso wie ich Jerusalem44,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … gestraft habe,strafe ich die, die jetzt in Ägypten leben:Krieg, Hunger und Seuchen werden sie alle treffen.14Vom Rest Judas wird keiner entkommen.Dem Unheil wird keiner von denen entkommen,die nach Ägypten gezogen sind.Sie wollten später ins Land Juda44,14 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr … zurückkehren.Sie sehnen sich danach,dort wieder leben zu können.Aber sie werden dorthin nicht zurückkehren –außer einigen wenigen.

Die Flüchtlinge bleiben bei ihrem Götzendienst

15Unter den Flüchtlingen waren einige Männer,die wussten, dass ihre Frauen fremde Götter44,15 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … anbeteten.Die Frauen brachten anderen Göttern Räucheropfer44,15 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dar.Diese Männer und Frauen44,15 Männer und Frauen: Für damalige Verhältnisse war es eine Besonderheit, dass Frauen bei religiösen Versammlungen dabei waren. hatten sich versammelt.Auch das ganze Volk kam dazu,das in Ägypten44,15 Ägypten: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten führt. Sie sollten nie wieder dorthin zurückkehren, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,16., in der Region Patros44,15 Patros: Biblische Bezeichnung für eine Region in Ägypten, die sich vom heutigen Assuan-Staudamm entlang des Nil bis Kairo erstreckt. Dort gab es besonders viele Kultplätze und Tempel. lebte.Sie alle entgegneten Jeremia:16»Wir hören nicht auf dich!Wir hören nicht auf das Wort,das du uns im Namen des Herrn verkündet hast!17Wir wollen lieber all das tun,was wir mit unserem Mund versprochen haben:Wir wollen der Himmelskönigin44,17 Himmelskönigin: Titel für eine Göttin, die von vielen Menschen verehrt wurde. Ihr Name wird als Zeichen der Geringschätzung nicht genannt. Räucheropfer darbringen.Wir gießen für sie Trankopfer44,17 Trankopfer: Ausgießen von Wein, Wasser oder Öl an einem Altar. Mehr … aus,wie wir es bereits früher getan haben.Wir, unsere Vorfahren, unsere Könige und ihre Beamten,wir alle haben es so gemacht –in Judas44,17 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … Städten und in den Gassen Jerusalems44,17 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Damals hatten wir genug zu essen, und es ging uns gut.Kein Unheil hat uns damals getroffen.18Doch seitdem wir damit aufgehört haben,fehlt es uns an allem.Wir haben der Himmelskönigin nichts mehr dargebracht,weder Räucheropfer noch Trankopfer.Deshalb sterben wir im Krieg oder verhungern.«19Die Frauen ergänzten:»Ja, wir haben der Himmelskönigin Opfer dargebracht,Räucheropfer und Trankopfer.Unsere Männer wussten es doch!Wir haben Kuchen44,19 Kuchen: Kleine Kuchen, die als Speiseopfer dargebracht wurden. in Form der Göttin gebackenund sie ihr als Opfer dargebracht.Sie waren damit einverstanden,dass wir Trankopfer für sie ausgegossen haben.«

Jeremia kündigt die Strafe für den Ungehorsam an

20Jeremia antwortete dem ganzen Volk,den Männern und Frauenund allen, die ihm widersprochen hatten:21»Woran hat der Herr denn gedacht,als er den Entschluss in seinem Herzen gefasst hat?Waren es nicht diese Räucheropfer44,21 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr …,die ihr damals dargebracht habt –in Judas44,21 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … Städten und in Jerusalems44,21 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … Gassen?Ihr alle habt es damals getan –ihr und eure Vorfahren, eure Könige und ihre Beamten,dazu das ganze Volk auf dem Land.22Irgendwann konnte der Herr es nicht mehr ertragen,dass ihr so viel Böses und Abscheuliches getan habt:Euer Land wurde verwüstet und zu einem Trümmerfeld,zum Inbegriff des Fluches44,22 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr ….Bis heute lebt dort niemand mehr.23Das geschah wegen dieser Räucheropfer.Damit habt ihr euch gegen den Herrn gestellt.Ihr habt nicht auf den Herrn gehört.Ihr seid seiner Weisung44,23 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … nicht gefolgt,habt seine Gesetze und Vorschriften nicht beachtet.Deswegen hat euch dieses ganze Unheil getroffen.Bis heute lastet es auf euch.«

24Jeremia sprach weiter zum ganzen Volkund wandte sich dabei besonders an die Frauen:»Hört das Wort des Herrn, ihr alle aus Juda,die ihr jetzt in Ägypten lebt44,24 jetzt in Ägypten leben: Sowohl die Flucht an sich als auch die Verehrung ägyptischer Götter waren ein Verstoß gegen Gottes Willen.!25So spricht der Herr44,25 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot44,25 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Was euer Mund versprochen hat,führen eure Händen aus.Ihr meint dabei: ›Wir erfüllen nur unsere Gelübde,die wir der Himmelskönigin44,25 Himmelskönigin: Titel für eine Göttin, die von vielen Menschen verehrt wurde. Ihr Name wird als Zeichen der Geringschätzung nicht genannt. gegeben haben.Wir bringen ihr die versprochenen Opfer44,25 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … dar,Räucheropfer44,25 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … und Trankopfer44,25 Trankopfer: Ausgießen von Wein, Wasser oder Öl an einem Altar. Mehr ….‹Ja, erfüllt nur eure Gelübdeund tut alles, was ihr versprochen habt!

26So hört nun das Wort des Herrn,ihr alle aus Juda44,26 alle aus Juda: Die Überlebenden aus dem Südreich Juda waren nach Ägypten geflohen., die ihr jetzt in Ägypten lebt!Das sagt euch der Herr: Seht her!Ich habe bei meinem großen Namen geschworen:Niemand wird mehr meinen Namen in den Mund nehmen.Niemand aus Juda wird noch einmal sagen:›So gewiss der Herr lebt!‹In ganz Ägypten wird es niemanden mehr geben.27Seht her, wie ich über euch wache,zu eurem Unheil, nicht zu eurem Heil.Alle Männer aus Juda, die in Ägypten leben,werden im Krieg sterben oder verhungern –bis es mit ihnen ganz aus ist.28Nur ganz wenige werden dem Tod entkommen.Sie werden aus Ägypten nach Juda44,28 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr … zurückkehren,aber nur eine ganz kleine Gruppe wird es sein.Dann werden es alle klar sehen,die nach Ägypten geflohen sind.Dort in der Fremde wollten sie leben.Dann wird der Rest Judas44,28 Rest Judas: Meint die Überlebenden aus dem eroberten Südreich Juda. erkennen,wessen Wort sich erfüllt – mein Wort oder ihr Wort.29Ich werde euch ein Zeichen geben,dass ich euch an diesem Ort strafen werde.Daran werdet ihr erkennen,dass sich meine Worte erfüllenund dass euch das angekündigte Unheil trifft.Ausspruch des Herrn44,29 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Das ist das Zeichen:30So spricht der Herr: Seht her!Noch ist Pharao Hofra44,30 Hofra: Regierte 589–570 v. Chr. über Ägypten und wurde von einem seiner Generäle ermordet. der König von Ägypten.Doch ich gebe ihn in die Gewalt seiner Feinde.Ich überlasse ihn denen, die ihn töten wollen.Genauso machte ich es mit Zidkija44,30 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht., dem König von Juda.Ich überließ ihn Nebukadnezzar44,30 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr.,dem König von Babylonien.Ich gab ihn in die Gewalt seines Feindesund überließ ihn dem, der in töten wollte.«