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Letzte Warnung an die Könige Jojakim und Zidkija

Jeremia 36,1–38,28

Die Schriftrolle Jeremias

361Es war das vierte Regierungsjahr von Jojakim36,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert.,dem König von Juda und Sohn des Joschija.Da kam dieses Wort des Herrn zu Jeremia:2»Nimm dir eine leere Schriftrolle36,2 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde. Mehr …und schreib darauf alle meine Worte!Schreib alles auf, was ich dir mitgeteilt habeüber Israel36,2 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)., Juda36,2 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und alle anderen Völker –angefangen bei der Zeit Joschijas36,2 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. bis heute!3Vielleicht werden die Judäer ja umkehren,wenn sie von all dem Unheil hören –von dem Unheil, das ich für sie plane.Vielleicht hören sie auf mit ihrem bösen Tun,und ich vergebe ihnen ihre Schuld und ihre Sünden36,3 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …

4Da rief Jeremia Baruch, den Sohn des Nerija, zu sich.Baruch schrieb all das auf die Schriftrolle36,4 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde. Mehr …,was Jeremia ihm diktierte.Es waren die Worte des Herrn,die dieser zu Jeremia gesprochen hatte.5Dann befahl Jeremia Baruch:»Mir ist es nicht möglich36,5 mir ist es nicht möglich: Jeremia 7 und Jeremia 26 erzählen von Konflikten, die Jeremia mit den führenden Männern am Tempel hatte.,ins Haus des Herrn36,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. zu gehen.6Darum geh du hin und lies aus der Schriftrolle vor,was ich dir diktiert habe.Lies die Worte des Herrn allen vor,die am Fastentag36,6 Fastentag: Feiertag, an dem nichts gegessen wurde. Viele Menschen gingen in den Tempel, um Gott um Hilfe zu bitten. im Haus des Herrn sind.Lies sie auch allen Leuten aus Juda36,6 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … vor,die aus ihren Städten nach Jerusalem36,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … gekommen sind.Lies sie ihnen laut und deutlich vor!7Vielleicht bitten sie den Herrn um Erbarmen.Vielleicht kehren sie um von ihren bösen Wegen36,7 böser Weg: Bild für einen Lebensweg, der sich nicht nach Gottes Willen und Geboten richtet..Vielleicht lässt jeder sein böses Tun sein.Denn Gottes Zorn36,7 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … und seine Wut sind groß.Davor warnt der Herr dieses Volk.«

8Baruch36,8 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia., der Sohn Nerijas, machte alles so,wie es ihm der Prophet36,8 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia befohlen hatte.Er las im Haus des Herrn36,8 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. aus der Schriftrolle36,8 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind. vor.Er las alle Worte des Herrn laut vor.9Es war im neunten Monat des fünften Regierungsjahresvon Jojakim36,9 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert., dem König von Juda und Sohn des Joschija.Damals wurde ein Fasten vor dem Herrn36,9 Fasten vor dem Herrn: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist eine in der Bibel übliche religiöse Praxis. In Krisensituationen begleitete dieser Verzicht das Gebet um Gottes Hilfe. ausgerufen.Jeder in Jerusalem36,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … sollte sich daran beteiligen.Auch alle sollten fasten36,9 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr …,die aus den Städten Judas36,9 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … nach Jerusalem kamen.10Nun las Baruch aus der Schriftrolle vor,in der die Worte Jeremias standen.Er stand dabei im Haus des Herrn36,10 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. im inneren Hof,am Eingang des neuen Tempeltores.Dort befand sich die Halle des Schreibers Gemarja36,10 Schreiber Gemarja: Hoher Verwaltungsbeamter, der schon unter König Joschija im Dienst war.,des Sohnes von Schafan.Baruch las dem ganzen Volk laut und deutlich vor.11Micha, der Sohn des Gemarja und Enkel von Schafan,hörte alle Worte des Herrn,die in der Schriftrolle standen.12Da ging er hinunter in den Palast des Königsund hinein in die Halle der Schreiber.Dort saßen alle hohen Beamten beieinander:der Schreiber Elischama und Delaja, der Sohn des Schemaja,Elnatan, der Sohn des Achbor,Gemarja, der Sohn des Schafan36,12 Schafan: Aus Schafans Familie stammten viele hohe Beamte, die Jeremia unterstützten; vgl. Jeremia 26,24.,Zidkija, der Sohn des Hananja, und alle anderen.13Micha erzählte ihnen alles, was er gehört hatte.Er berichtete von den Worten aus der Schriftrolle,die Baruch dem Volk vorgelesen hatte.

14Da schickten die Beamten einen Boten zu Baruch36,14 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia.:Jehudi, den Sohn des Netanja.Er war ein Enkel von Schelemja und Urenkel von Kuschi.Jehudi richtete Baruch aus:»Nimm die Schriftrolle36,14 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind., aus der du dem Volk vorgelesen hast,und komm mit!«Da nahm Baruch, der Sohn Nerijas, die Schriftrolleund ging zu den hohen Beamten.15Die forderten ihn auf:»Setz dich hin und lies uns aus der Schriftrolle vor!«Baruch las ihnen laut und deutlich vor.16Als sie all diese Worte hörten,schauten sie sich erschrocken an.Dann sagten sie zu Baruch:»Wir müssen dem König davon berichten!Er muss all diese Worte hören!«17Außerdem wollten sie von Baruch wissen:»Verrat uns doch,wie du all diese Worte aufgeschrieben hast.Es sind doch Worte aus Jeremias Mund!«18Baruch antwortete ihnen:»Er diktierte mir all diese Worte,und ich habe sie mit Tinte aufgeschrieben.«19Da sagten die Beamten zu Baruch:»Geh und versteck dich, zusammen mit Jeremia!Niemand darf wissen, wo ihr seid!«20Dann gingen die Beamten zum König.Sie kamen in den Hof des Palastes.Die Schriftrolle hatten sie nicht mitgenommen,sie befand sich in der Halle des Schreibers36,20 Schreiber: Verwaltungsbeamter, der Verträge schrieb, den Besitz auf Listen festhielt und Befehle übermittelte. Elischama.Die Beamten berichteten dem König alles –jedes einzelne Wort.

Jojakim verbrennt die Schriftrolle

21Daraufhin schickte der König Jehudi los,um die Schriftrolle36,21 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind. zu holen.Der holte sie aus der Halle des Schreibers Elischama.Dann las Jehudi sie vor.Der König hörte es,genauso auch alle Beamten, die um ihn herum standen.22Weil es im neunten Monat36,22 neunter Monat: Meint den Monat Kislew. Er fällt in den November/Dezember unseres Kalenders. kalt ist,saß der König im Winterhaus des Palastes36,22 Winterhaus des Palastes: Teil des Palastes, der beheizt werden konnte..Vor ihm stand ein Becken mit Kohlen.Darin brannte ein Feuer.23Der König nahm ein scharfes Messer36,23 scharfes Messer: Damit schärften die Schreiber ihren Schreibkiel.,wie es die Schreiber benutzen.Immer wenn Jehudi drei oder vier Spalten36,23 Spalten: Eine Schriftrolle besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wird. gelesen hatte,schnitt der König sie ab und warf sie ins Feuer.Sie verbrannten im Becken mit den Kohlen.Am Ende war die ganze Rolle vom Feuer verzehrt.24Niemand war erschrocken.Niemand zerriss seine Kleider36,24 zerriss seine Kleider: Zusammen mit dem Fasten eine religiöse Praxis, die in Krisensituationen das Gebet um Gottes Hilfe begleitete.,weder der König noch einer seiner Beamten,die all diese Worte gehört hatten.25Nur Elnatan, Delaja und Gemarjahatten den König angefleht,die Schriftrolle nicht zu verbrennen.Aber der König hatte nicht auf sie gehört.26Vielmehr gab er den Befehl,den Schreiber Baruch36,26 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia. und den Propheten36,26 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremiagefangen zu nehmen.Dazu schickte er Prinz Jerachmeel los,zusammen mit Seraja, dem Sohn des Asriel,und Schelemja, dem Sohn des Abdeel.Doch der Herr hielt Baruch und Jeremia verborgen.

Baruch schreibt noch einmal eine Schriftrolle

27Der König hatte also die Schriftrolle36,27 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind. verbrannt,auf der die Worte standen,die Jeremia Baruch36,27 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia. diktiert hatte.Da kam dieses Wort vom Herrn36,27 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:28»Nimm dir eine neue Schriftrolle36,28 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde. Mehr …!Schreib alle Worte darauf,die auf der ersten Schriftrolle standen.Die hat Jojakim, der König von Juda, ja verbrannt.29Außerdem sollst du König Jojakim36,29 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert. von Juda ausrichten:So spricht der Herr36,29 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Du hast die erste Schriftrolle verbrannt.Dabei hast du dich bei Jeremia über das beschwert,was er darauf geschrieben hatte:›Der babylonische König36,29 babylonischer König: Meint Nebukadnezzar II., der nach einem Sieg über das ägyptische Heer 605 v. Chr. auch das Königreich Juda kontrollierte, das auf der Seite der Ägypter gestanden hatte. wird kommenund dieses Land vernichten.Er wird Mensch und Tier eine Ende machen.‹30Deshalb gilt für König Jojakim von Juda,was der Herr über ihn spricht:Keiner seiner Nachkommenwird auf dem Thron Davids36,30 Thron Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Er regierte in Jerusalem. sitzen.Und seinen Leichnam wird man vor die Stadt werfen.Da draußen wird er schutzlos liegen,in der Hitze des Tagesund in der Kälte der Nacht.31Alle werde ich für ihre Schuld bestrafen:den König, seine Nachkommen und seine Diener.Großes Unheil werde ich über sie bringen,auch über die Bewohner Jerusalems36,31 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …und die Menschen in Juda36,31 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr ….Dieses Unheil habe ich ihnen angedroht.Doch sie wollten nicht hören.«32Da nahm Jeremia eine zweite Schriftrolle.Die gab er dem Schreiber Baruch, dem Sohn des Nerija.Baruch schrieb darauf,was Jeremia ihm diktierte.Es waren alle Worte,die schon auf der ersten Rolle gestanden hatten.Die hatte Jojakim, der König von Juda, verbrannt.Dazu kamen jetzt noch viele andere Wortemit derselben Botschaft.
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Jeremia warnt König Zidkija

371König Zidkija37,1 Zidkija: Zidkija war wie Jojakim ein Sohn Joschijas. Er war also der Onkel von Konja., der Sohn des Joschija,regierte anstelle von Konja37,1 Konja: Anderer Name für König Jojachin, der von Nebukadnezzar II. 597 v. Chr. in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde., dem Sohn des Jojakim.Nebukadnezzar37,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,hatte ihn zum König im Land Juda37,1 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … gemacht.2Damals redete der Herr durch den Propheten37,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia.Doch Zidkija, seine Dienerund das Volk auf dem Landwollten nicht darauf hören.

3Einmal schickte König Zidkija37,3 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. Boten zu Jeremia.Es waren Juchal, der Sohn des Schelemja,und der Priester Zefanja, der Sohn des Maaseja.Sie kamen zum Propheten37,3 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremiaund baten ihn im Namen des Königs:»Bete doch für uns37,3 für uns: Jeremia soll für die Befreiung Jerusalems beten, das von Nebukadnezzar II., dem König von Babylonien, belagert wird. zum Herrn, unserem Gott!«4Damals konnte sich Jeremia noch frei im Volk bewegen.Man hatte ihn noch nicht ins Gefängnis geworfen.5Zu dieser Zeit37,5 zu dieser Zeit: Nachdem sich Zidkija gegen Nebukadnezzar II. gestellt hatte, belagerte dieser ab 588 v. Chr. die Stadt Jerusalem. belagerten die Babylonier37,5 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. Jerusalem.Aber dann brachen sie die Belagerung wieder ab.Denn sie hatten gehört,dass das Heer des Pharao37,5 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. aus Ägypten heranrückte.

6Da kam dieses Wort des Herrn37,6 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zum Propheten Jeremia:7So spricht der Herr37,7 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels!Richtet dem König von Juda aus,der euch zu mir geschickt hat, um mich zu befragen:»Ja, das Heer des Pharao37,7 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. kommt euch zur Hilfe.Aber es wird wieder nach Ägypten zurückkehren.8Dann werden die Babylonier37,8 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. wieder zurückkommen.Sie werden diese Stadt belagern,sie einnehmen und in Brand stecken.«9So spricht der Herr:Täuscht euch doch nicht selbst mit dem Gedanken:»Die Babylonier37,9 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. ziehen endgültig von uns ab.«Nein! Sie werden nicht wirklich abziehen.10Vielleicht könntet ihr das Heer der Babylonier37,10 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. besiegen,das gegen euch kämpft.Wären dann nur ein paar verwundete Babylonier übrig,würden sie wieder aufstehen –ein jeder in seinem Zelt.Und dann würden sie diese Stadt in Brand stecken.

Jeremia wird verhaftet

11Das Heer des Pharao37,11 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. rückte heran,und das Heer der Babylonier37,11 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. zog von Jerusalem37,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … ab.12Da wollte Jeremia Jerusalem verlassen.Er wollte ins Land Benjamin37,12 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. gehen,um dort mit seiner Familie eine Erbschaft zu regeln.13Doch als er durch das Benjamintor37,13 Benjamintor: Tor in der Stadtmauer Jerusalems. ging,hielt ihn ein Wachmann an.Es war Jirija, der Sohn des Schelemjaund ein Enkel von Hananja.Jirija beschuldigte Jeremia:»Du willst zu den Babyloniern37,13 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. überlaufen!«14Jeremia entgegnete: »Das ist nicht wahr!Ich will nicht zu den Babyloniern37,14 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. überlaufen.«Doch der Wachmann glaubte ihm nicht.Jirija packte Jeremiaund brachte ihn zu seinen Vorgesetzten.15Die hohen Beamten wurden zornig auf Jeremiaund ließen ihn schlagen.Dann brachten sie ihn ins Gefängnis:in das Haus des Schreibers Jonatan,das sie zum Gefängnis gemacht hatten.16So landete Jeremia im Gewölbe einer Zisterne37,16 Gewölbe einer Zisterne: In den Felsen geschlagener Raum zum Sammeln und Speichern von Regenwasser..Dort blieb er eine lange Zeit.

Jeremia wird von König Zidkija befragt

17König Zidkija37,17 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. schickte einen Boten zu Jeremiaund ließ den Gefangenen holen.Der König befragte ihn heimlich in seinem Palast:»Hast du ein Wort vom HerrnJeremia antwortete: »Ja.«Dann sagte er:»Du wirst dem babylonischen König37,17 babylonischer König: Meint Nebukadnezzar II., der ab 588 v. Chr. Jerusalem belagerte, bis er die Stadt 586 v. Chr. eroberte und zerstörte. ausgeliefert.«18Jeremia fragte König Zidkija:»Was habe ich dir, deinen Dienern und dem Volk getan,dass ihr mich ins Gefängnis geworfen habt?19Wo sind denn jetzt eure anderen Propheten37,19 eure anderen Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden.,die euch Gutes geweissagt haben?Die hatten euch gesagt:›Der babylonische König kommt nicht.Er wird nicht gegen euch und dieses Land kämpfen.‹20Doch jetzt höre, mein Herr und König!Gewähre mir doch, worum ich dich bitte:Lass mich nicht zurückbringenin das Haus des Schreibers Jonatan!Sonst sterbe ich dort!«21Da gab König Zidkija den Befehl,Jeremia im Wachhof37,21 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. gefangen zu halten.Dort sollte er jeden Tagein Fladenbrot aus der Bäckergasse zu essen bekommen –so lange, bis es in der Stadt kein Brot mehr gab.Und Jeremia blieb im Wachhof.
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Jeremia soll zum Schweigen gebracht werden

381Einige einflussreiche Männer38,1 einflussreiche Männer: Die genannten Männer sind hohe Beamte mit Einfluss auf den König. bekamen mit,was Jeremia zu all den Leuten sagte.Es waren Schefatja, der Sohn des Mattan,Gedalja, der Sohn des Paschhur,Juchal, der Sohn des Schelemja,und Paschhur, der Sohn des Malkija.Und das waren Jeremias Worte:2»So spricht der Herr38,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Wer in dieser Stadt bleibt,der wird durch Krieg, Hunger oder Seuchen sterben.Doch wer zu den Babyloniern38,2 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. hinausgeht,der wird überleben.Er wird sein Leben retten und in Sicherheit sein.3So spricht der Herr:Diese Stadt wird ganz bestimmtin die Gewalt des Feindes gegeben.Das Heer des babylonischen Königs wird sie erobern.«

4Da forderten die hohen Beamten vom König:»Diesen Mann muss man töten!In der Stadt sind nur noch wenige Kämpfer übrig.Und denen nimmt er noch die letzte Kraft.Wenn er so redet,werden die Menschen schwach und mutlos.Er sucht für das Volk ja nicht den Frieden,nein, er will das Unheil.«5Da antwortete König Zidkija38,5 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht.:»Macht doch mit ihm, was ihr wollt!Denn gegen euch ist sogar der König machtlos.«6Also warfen sie Jeremia im Wachhof38,6 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. in die Zisterne38,6 Zisterne: In den Felsen geschlagener Raum zum Sammeln und Speichern von Regenwasser..Die Zisterne gehörte Malkija, dem Sohn des Königs.Sie ließen Jeremia an Seilen hinunter.Damals war in der Zisterne kein Wasser mehr,sondern nur noch Schlamm.Darin sank Jeremia ein.

Ein Ausländer rettet Jeremia

7Im Dienst das Palastes war damals ein Eunuch38,7 Eunuch: Durch einen Eingriff zeugungsunfähig gemachter Mann, oft ein hoher Hofbeamter. Mehr …:Ebed-Melech38,7 Ebed-Melech: Der Name bedeutet »Diener des Königs«. Er war ein farbiger Ausländer., ein Kuschiter38,7 Kuschiter: Dunkelhäutiger Mensch aus dem Land Kusch, einem Gebiet, das vom südlichen Ägypten bis in den heutigen Sudan reicht..Er bekam mit,dass man Jeremia in die Zisterne38,7 Zisterne: In den Felsen geschlagener Raum zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. geworfen hatte.Der König selbst hielt sich im Benjamintor38,7 Benjamintor: Torgebäude in der Stadtmauer Jerusalems. auf.8Da verließ Ebed-Melech den Palast und lief zum König.Er meldete ihm:9»Mein Herr und König!Diese Männer haben Jeremia Schlimmes angetan!Sie haben den Propheten in die Zisterne geworfen.Dort wird er verhungern und elend sterben.Es gibt ja sowieso kaum noch Brot in der Stadt.«10Daraufhin befahl der König dem Kuschiter Ebed-Melech:»Nimm dir von hier 3038,10 30: Andere Handschriften sprechen von drei Männern. Männer mit!Hol den Propheten Jeremia aus der Zisterne heraus,bevor er stirbt!«11Ebed-Melech nahm 30 Männer mitund ging zum Palast des Königs zurück.Aus der Kleiderkammer unterhalb des Vorratslagersholte er Stoffreste von alten, zerrissenen Kleidern.Dann ging er zur Zisterne, in der Jeremia saß,und ließ die Stofflappen an Seilen hinunter.12Der Kuschiter Ebed-Melech rief Jeremia zu:»Klemm dir den Stoff unter die Achselnund leg die Seile darüber!«Jeremia machte es genauso.13Dann zogen sie Jeremia an Seilen hoch.So holten sie ihn aus der Zisterne heraus.Danach blieb Jeremia wieder im Wachhof38,13 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren..

Der König spricht heimlich mit Jeremia

14König Zidkija38,14 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. schickte einen Boten zu Jeremia.Er ließ den Propheten38,14 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … zum Tempel38,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … bringen,an den dritten Eingang am Haus des Herrn.Dort redete der König mit Jeremia:»Ich muss unbedingt etwas von dir wissen.Verschweig mir nichts!«15Jeremia sagte zu König Zidkija:»Wenn ich dir das Wort Gottes verkünde,wirst du mich bestimmt töten.Wenn ich dir einen Rat gebe,wirst du nicht auf mich hören.«16Doch König Zidkija schwor Jeremia.Unter vier Augen versprach er ihm:»So gewiss der Herr lebt,der uns gemacht und uns das Leben geschenkt hat!Ich werde dich nicht töten.Ich werde dich auch nicht diesen Männern übergeben,die dich töten wollen.«

17Jeremia antwortete Zidkija38,17 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht.:»So spricht der Herr38,17 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Zebaot38,17 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …,der Gott Israels:Wenn du zu den Offizieren hinausgehstund dich dem babylonischen König ergibst,wirst du überleben.Dann wird diese Stadt nicht in Brand gesteckt.Du und deine Familie, ihr werdet am Leben bleiben.18Wenn du nicht hinausgehst und dich nicht ergibst,wird alles in die Hände der Babylonier38,18 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. fallen.Sie werden diese Stadt in Brand stecken.Und auch du wirst ihnen nicht entkommen.«

19König Zidkija38,19 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. entgegnete Jeremia:»Ich habe Angst vor den Menschen aus Juda,die zu den Babyloniern38,19 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. übergelaufen sind.Man wird mich ihnen ausliefern,und sie werden mir übel mitspielen.«

20Doch Jeremia sagte:»Sie werden dich nicht ausliefern.Hör doch auf das, was ich dir vom Herrn sage:Es wird dir gut gehen und du wirst am Leben bleiben!21Wenn du aber nicht hinausgehst,wird passieren, was mir der Herr gezeigt hat:22Man wird alle Frauen hinausbringen,die noch im Palast des Königs von Juda sind.Den Offizieren des babylonischen Königswerden sie ausgeliefert.Die Frauen werden klagen:›Du sitzt nun fest, allein im Dreck.Die Freunde? Sie sind alle weg.Du sitzt im Sumpf, verlassen und betrogen.O König, sie alle haben dich belogen!‹23All deine Frauen und all deine Kinderwerden zu den Babyloniern38,23 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. hinausgebracht.Auch du wirst ihnen nicht entkommen.Man wird dich gefangen nehmenund dem König von Babylonien übergeben.Und diese Stadt wird in Brand gesteckt werden.38,23 Und diese Stadt wird in Brand gesteckt werden.: In anderen Handschriften steht hier: »Und du wirst diese Stadt in Brand stecken.««

24Da sagte Zidkija38,24 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. zu Jeremia:»Von diesen Worten soll niemand etwas erfahren,sonst musst du sterben!25Wenn die hohen Beamten mitbekommen,dass ich mit dir gesprochen habe,werden sie zu dir kommen.Sie werden dich auffordern:›Sag uns, was du mit dem König beredet hast!Verschweig uns nichts, sonst bringen wir dich um!Was hat der König dir gesagt?‹26Dann sollst du ihnen diese Antwort geben:›Ich habe den König angefleht,mich nicht wieder in das Haus Jonatans38,26 Haus Jonatans: Gemeint ist die Zisterne, in der Jeremia schon einmal eingesperrt war; vgl. Jeremia 37,15. zu bringen.Dort würde ich sterben.‹«

27Die hohen Beamten kamen zu Jeremiaund erkundigten sich bei ihm.Er gab ihnen die Antwort,die der König ihm befohlen hatte.Da ließen sie ihn in Ruhe.Sonst erfuhren sie nichts.28Jeremia blieb im Wachhof38,28 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. bis zu dem Tag,an dem Jerusalem38,28 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … eingenommen wurde.