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Das Vorbild der Rechabiter

351Es war in der Regierungszeit von König Jojakim35,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert.,dem König von Juda und Sohn des Joschija35,1 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30..Da kam dieses Wort vom Herrn zu Jeremia:2»Geh dorthin, wo sich die Rechabiter35,2 Rechabiter: Gruppe innerhalb Israels, die sich auf Jonadab, den Sohn Rechabs zurückführt. Sie lebten in Zelten und tranken keinen Wein. aufhaltenund rede mit ihnen, Jeremia!Lad sie ein, ins Haus des Herrn35,2 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. zu kommenund sich in einer der Hallen zu versammeln!Biete ihnen Wein zu trinken an!«3Da holte ich Jaasanja,den Sohn des Jirmeja und Enkel von Habazzinja.Auch seine Brüder waren dabei und all seine Söhneund die ganze Gemeinschaft der Rechabiter.4Ich brachte sie in das Haus des Herrn,in die Halle der Söhne Hanans, des Sohnes von Jigdalja.Hanan war ein Gottesmann35,4 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder..Die Halle lag neben der Halle der hohen Beamtenund über der Halle Maasejas, des Sohnes von Schallum.Maaseja war der Hüter des Tempeltores35,4 Hüter des Tempeltores: Ranghohe Priester, die am Tempeleingang die Reinheit der Besucher kontrollierten und die Abgaben an den Tempel überwachten..5Dann ließ ich Krüge voll Wein und Becher bringenund sie den versammelten Rechabitern vorsetzen.Ich lud sie ein: »Trinkt doch Wein!«

6Doch sie antworteten: »Nein!Wir trinken keinen Wein!Wir folgen den Anweisungen unseres Vorfahren Jonadab.Denn er, der Sohn des Rechab, hat uns befohlen:›Trinkt niemals Wein – weder ihr, noch eure Kinder!7Baut auch keine Häuser!Sät nichts aus und pflanzt keinen Weinberg!Nichts davon sollt ihr besitzen.Ihr sollt für immer in Zelten35,7 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen. Mehr … wohnen.Dann werdet ihr lange leben in dem Land,in dem ihr wie Fremde umherzieht.‹8So hören wir auf die Anweisungen unseres Vorfahren:Wir folgen Jonadab, dem Sohn Rechabs, in allem,was er uns befohlen hat:Niemals trinken wir Wein –weder wir, noch unsere Frauen und Kinder.9Wir bauen auch keine Häuser, um darin zu wohnen.Weinberge, Felder und Saatgut besitzen wir nicht.10Nein, wir wohnten in Zeltenund befolgten genau die Anweisungen unseres Vorfahren.Alles, was uns Jonadab befohlen hatte, taten wir.11Als aber Nebukadnezzar35,11 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,heranzog und ins Land kam, entschieden wir:Wir fliehen vor dem Heer Babylons35,11 Babylon: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. und Arams35,11 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien.und bringen uns in Jerusalem35,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … in Sicherheit!Seitdem leben wir in Jerusalem.«

12Da kam dieses Wort vom Herrn35,12 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:13So spricht der Herr35,13 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot35,13 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Jeremia, geh jetzt und redezu den Leuten von Juda35,13 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und den Bewohnern Jerusalems35,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Sag ihnen: Wollt ihr gar nichts von mir annehmen?Wollt ihr nicht auf meine Worte hören?Ausspruch des Herrn35,13 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.14Die Worte Jonadabs, des Sohnes von Rechab,werden dagegen befolgt.Er hat seine Nachkommen angewiesen,keinen Wein zu trinken.Bis heute trinken sie keinen Wein.Denn sie hören auf die Gebote ihrer Vorfahren.

Ich aber habe immer und immer wieder zu euch geredet.Doch ihr habt nicht auf mich gehört.15Ich schickte meine Knechte35,15 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … zu euch, die Propheten35,15 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….Immer wieder sagten sie zu euch:»Kehrt doch um – jeder von seinem falschen Weg35,15 falschen Weg: Bild für einen Lebensweg, der sich nicht nach Gottes Willen und Geboten richtet.!Bessert euer Tun!Lauft doch nicht den anderen Göttern35,15 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … nachund verehrt sie nicht!Dann werdet ihr wohnen bleiben im dem Land,das ich euren Vorfahren gegeben habe.«Aber ihr habt mir nicht einmal Gehör geschenktund schon gar nicht auf mich gehört.

16Ja, die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes von Rechab,haben die Gebote ihres Vorfahren befolgt.Doch dieses Volk hört nicht auf mich.17Deshalb spricht der Herr,der Gott Zebaot35,17 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … und Gott Israels:Seht her! Ich bringe das Unheil über sie,über Juda35,17 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und über alle Bewohner Jerusalems35,17 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Dieses Unheil habe ich ihnen als Strafe angekündigt.Denn sie hörten nicht, als ich zu ihnen geredet habe.Als ich sie gerufen habe, antworteten sie nicht.

18Doch zu den Rechabitern sagte Jeremia:»So spricht der Herr35,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot35,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Ihr habt auf Jonadab gehörtund die Gebote eures Vorfahren befolgt.Alles, was er euch befohlen hatte,habt ihr getan.19Darum spricht der Herr Zebaot, der Gott Israels:Die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes von Rechab,werden niemals ausgerottet werden.Es wird immer jemanden aus seiner Familie geben,der vor mir stehen darf35,19 der vor mir stehen darf: Ausdruck besonderer Nähe zu Gott, beispielsweise durch eine besondere Rolle im Gottesdienst.
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Letzte Warnung an die Könige Jojakim und Zidkija

Jeremia 36,1–38,28

Die Schriftrolle Jeremias

361Es war das vierte Regierungsjahr von Jojakim36,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert.,dem König von Juda und Sohn des Joschija.Da kam dieses Wort des Herrn zu Jeremia:2»Nimm dir eine leere Schriftrolle36,2 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde. Mehr …und schreib darauf alle meine Worte!Schreib alles auf, was ich dir mitgeteilt habeüber Israel36,2 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)., Juda36,2 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und alle anderen Völker –angefangen bei der Zeit Joschijas36,2 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. bis heute!3Vielleicht werden die Judäer ja umkehren,wenn sie von all dem Unheil hören –von dem Unheil, das ich für sie plane.Vielleicht hören sie auf mit ihrem bösen Tun,und ich vergebe ihnen ihre Schuld und ihre Sünden36,3 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …

4Da rief Jeremia Baruch, den Sohn des Nerija, zu sich.Baruch schrieb all das auf die Schriftrolle36,4 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde. Mehr …,was Jeremia ihm diktierte.Es waren die Worte des Herrn,die dieser zu Jeremia gesprochen hatte.5Dann befahl Jeremia Baruch:»Mir ist es nicht möglich36,5 mir ist es nicht möglich: Jeremia 7 und Jeremia 26 erzählen von Konflikten, die Jeremia mit den führenden Männern am Tempel hatte.,ins Haus des Herrn36,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. zu gehen.6Darum geh du hin und lies aus der Schriftrolle vor,was ich dir diktiert habe.Lies die Worte des Herrn allen vor,die am Fastentag36,6 Fastentag: Feiertag, an dem nichts gegessen wurde. Viele Menschen gingen in den Tempel, um Gott um Hilfe zu bitten. im Haus des Herrn sind.Lies sie auch allen Leuten aus Juda36,6 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … vor,die aus ihren Städten nach Jerusalem36,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … gekommen sind.Lies sie ihnen laut und deutlich vor!7Vielleicht bitten sie den Herrn um Erbarmen.Vielleicht kehren sie um von ihren bösen Wegen36,7 böser Weg: Bild für einen Lebensweg, der sich nicht nach Gottes Willen und Geboten richtet..Vielleicht lässt jeder sein böses Tun sein.Denn Gottes Zorn36,7 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … und seine Wut sind groß.Davor warnt der Herr dieses Volk.«

8Baruch36,8 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia., der Sohn Nerijas, machte alles so,wie es ihm der Prophet36,8 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia befohlen hatte.Er las im Haus des Herrn36,8 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. aus der Schriftrolle36,8 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind. vor.Er las alle Worte des Herrn laut vor.9Es war im neunten Monat des fünften Regierungsjahresvon Jojakim36,9 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert., dem König von Juda und Sohn des Joschija.Damals wurde ein Fasten vor dem Herrn36,9 Fasten vor dem Herrn: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist eine in der Bibel übliche religiöse Praxis. In Krisensituationen begleitete dieser Verzicht das Gebet um Gottes Hilfe. ausgerufen.Jeder in Jerusalem36,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … sollte sich daran beteiligen.Auch alle sollten fasten36,9 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr …,die aus den Städten Judas36,9 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … nach Jerusalem kamen.10Nun las Baruch aus der Schriftrolle vor,in der die Worte Jeremias standen.Er stand dabei im Haus des Herrn36,10 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. im inneren Hof,am Eingang des neuen Tempeltores.Dort befand sich die Halle des Schreibers Gemarja36,10 Schreiber Gemarja: Hoher Verwaltungsbeamter, der schon unter König Joschija im Dienst war.,des Sohnes von Schafan.Baruch las dem ganzen Volk laut und deutlich vor.11Micha, der Sohn des Gemarja und Enkel von Schafan,hörte alle Worte des Herrn,die in der Schriftrolle standen.12Da ging er hinunter in den Palast des Königsund hinein in die Halle der Schreiber.Dort saßen alle hohen Beamten beieinander:der Schreiber Elischama und Delaja, der Sohn des Schemaja,Elnatan, der Sohn des Achbor,Gemarja, der Sohn des Schafan36,12 Schafan: Aus Schafans Familie stammten viele hohe Beamte, die Jeremia unterstützten; vgl. Jeremia 26,24.,Zidkija, der Sohn des Hananja, und alle anderen.13Micha erzählte ihnen alles, was er gehört hatte.Er berichtete von den Worten aus der Schriftrolle,die Baruch dem Volk vorgelesen hatte.

14Da schickten die Beamten einen Boten zu Baruch36,14 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia.:Jehudi, den Sohn des Netanja.Er war ein Enkel von Schelemja und Urenkel von Kuschi.Jehudi richtete Baruch aus:»Nimm die Schriftrolle36,14 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind., aus der du dem Volk vorgelesen hast,und komm mit!«Da nahm Baruch, der Sohn Nerijas, die Schriftrolleund ging zu den hohen Beamten.15Die forderten ihn auf:»Setz dich hin und lies uns aus der Schriftrolle vor!«Baruch las ihnen laut und deutlich vor.16Als sie all diese Worte hörten,schauten sie sich erschrocken an.Dann sagten sie zu Baruch:»Wir müssen dem König davon berichten!Er muss all diese Worte hören!«17Außerdem wollten sie von Baruch wissen:»Verrat uns doch,wie du all diese Worte aufgeschrieben hast.Es sind doch Worte aus Jeremias Mund!«18Baruch antwortete ihnen:»Er diktierte mir all diese Worte,und ich habe sie mit Tinte aufgeschrieben.«19Da sagten die Beamten zu Baruch:»Geh und versteck dich, zusammen mit Jeremia!Niemand darf wissen, wo ihr seid!«20Dann gingen die Beamten zum König.Sie kamen in den Hof des Palastes.Die Schriftrolle hatten sie nicht mitgenommen,sie befand sich in der Halle des Schreibers36,20 Schreiber: Verwaltungsbeamter, der Verträge schrieb, den Besitz auf Listen festhielt und Befehle übermittelte. Elischama.Die Beamten berichteten dem König alles –jedes einzelne Wort.

Jojakim verbrennt die Schriftrolle

21Daraufhin schickte der König Jehudi los,um die Schriftrolle36,21 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind. zu holen.Der holte sie aus der Halle des Schreibers Elischama.Dann las Jehudi sie vor.Der König hörte es,genauso auch alle Beamten, die um ihn herum standen.22Weil es im neunten Monat36,22 neunter Monat: Meint den Monat Kislew. Er fällt in den November/Dezember unseres Kalenders. kalt ist,saß der König im Winterhaus des Palastes36,22 Winterhaus des Palastes: Teil des Palastes, der beheizt werden konnte..Vor ihm stand ein Becken mit Kohlen.Darin brannte ein Feuer.23Der König nahm ein scharfes Messer36,23 scharfes Messer: Damit schärften die Schreiber ihren Schreibkiel.,wie es die Schreiber benutzen.Immer wenn Jehudi drei oder vier Spalten36,23 Spalten: Eine Schriftrolle besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wird. gelesen hatte,schnitt der König sie ab und warf sie ins Feuer.Sie verbrannten im Becken mit den Kohlen.Am Ende war die ganze Rolle vom Feuer verzehrt.24Niemand war erschrocken.Niemand zerriss seine Kleider36,24 zerriss seine Kleider: Zusammen mit dem Fasten eine religiöse Praxis, die in Krisensituationen das Gebet um Gottes Hilfe begleitete.,weder der König noch einer seiner Beamten,die all diese Worte gehört hatten.25Nur Elnatan, Delaja und Gemarjahatten den König angefleht,die Schriftrolle nicht zu verbrennen.Aber der König hatte nicht auf sie gehört.26Vielmehr gab er den Befehl,den Schreiber Baruch36,26 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia. und den Propheten36,26 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremiagefangen zu nehmen.Dazu schickte er Prinz Jerachmeel los,zusammen mit Seraja, dem Sohn des Asriel,und Schelemja, dem Sohn des Abdeel.Doch der Herr hielt Baruch und Jeremia verborgen.

Baruch schreibt noch einmal eine Schriftrolle

27Der König hatte also die Schriftrolle36,27 Schriftrolle: Jeremia 36,1-4 erzählt, wie Baruch eine Schriftrolle anfertigt, in der die Worte des Propheten Jeremia aufgeschrieben sind. verbrannt,auf der die Worte standen,die Jeremia Baruch36,27 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia. diktiert hatte.Da kam dieses Wort vom Herrn36,27 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:28»Nimm dir eine neue Schriftrolle36,28 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde. Mehr …!Schreib alle Worte darauf,die auf der ersten Schriftrolle standen.Die hat Jojakim, der König von Juda, ja verbrannt.29Außerdem sollst du König Jojakim36,29 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert. von Juda ausrichten:So spricht der Herr36,29 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Du hast die erste Schriftrolle verbrannt.Dabei hast du dich bei Jeremia über das beschwert,was er darauf geschrieben hatte:›Der babylonische König36,29 babylonischer König: Meint Nebukadnezzar II., der nach einem Sieg über das ägyptische Heer 605 v. Chr. auch das Königreich Juda kontrollierte, das auf der Seite der Ägypter gestanden hatte. wird kommenund dieses Land vernichten.Er wird Mensch und Tier eine Ende machen.‹30Deshalb gilt für König Jojakim von Juda,was der Herr über ihn spricht:Keiner seiner Nachkommenwird auf dem Thron Davids36,30 Thron Davids: David ist ein bedeutender König von Israel. Er regierte in Jerusalem. sitzen.Und seinen Leichnam wird man vor die Stadt werfen.Da draußen wird er schutzlos liegen,in der Hitze des Tagesund in der Kälte der Nacht.31Alle werde ich für ihre Schuld bestrafen:den König, seine Nachkommen und seine Diener.Großes Unheil werde ich über sie bringen,auch über die Bewohner Jerusalems36,31 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …und die Menschen in Juda36,31 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr ….Dieses Unheil habe ich ihnen angedroht.Doch sie wollten nicht hören.«32Da nahm Jeremia eine zweite Schriftrolle.Die gab er dem Schreiber Baruch, dem Sohn des Nerija.Baruch schrieb darauf,was Jeremia ihm diktierte.Es waren alle Worte,die schon auf der ersten Rolle gestanden hatten.Die hatte Jojakim, der König von Juda, verbrannt.Dazu kamen jetzt noch viele andere Wortemit derselben Botschaft.
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Jeremia warnt König Zidkija

371König Zidkija37,1 Zidkija: Zidkija war wie Jojakim ein Sohn Joschijas. Er war also der Onkel von Konja., der Sohn des Joschija,regierte anstelle von Konja37,1 Konja: Anderer Name für König Jojachin, der von Nebukadnezzar II. 597 v. Chr. in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde., dem Sohn des Jojakim.Nebukadnezzar37,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,hatte ihn zum König im Land Juda37,1 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … gemacht.2Damals redete der Herr durch den Propheten37,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia.Doch Zidkija, seine Dienerund das Volk auf dem Landwollten nicht darauf hören.

3Einmal schickte König Zidkija37,3 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. Boten zu Jeremia.Es waren Juchal, der Sohn des Schelemja,und der Priester Zefanja, der Sohn des Maaseja.Sie kamen zum Propheten37,3 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremiaund baten ihn im Namen des Königs:»Bete doch für uns37,3 für uns: Jeremia soll für die Befreiung Jerusalems beten, das von Nebukadnezzar II., dem König von Babylonien, belagert wird. zum Herrn, unserem Gott!«4Damals konnte sich Jeremia noch frei im Volk bewegen.Man hatte ihn noch nicht ins Gefängnis geworfen.5Zu dieser Zeit37,5 zu dieser Zeit: Nachdem sich Zidkija gegen Nebukadnezzar II. gestellt hatte, belagerte dieser ab 588 v. Chr. die Stadt Jerusalem. belagerten die Babylonier37,5 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. Jerusalem.Aber dann brachen sie die Belagerung wieder ab.Denn sie hatten gehört,dass das Heer des Pharao37,5 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. aus Ägypten heranrückte.

6Da kam dieses Wort des Herrn37,6 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zum Propheten Jeremia:7So spricht der Herr37,7 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels!Richtet dem König von Juda aus,der euch zu mir geschickt hat, um mich zu befragen:»Ja, das Heer des Pharao37,7 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. kommt euch zur Hilfe.Aber es wird wieder nach Ägypten zurückkehren.8Dann werden die Babylonier37,8 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. wieder zurückkommen.Sie werden diese Stadt belagern,sie einnehmen und in Brand stecken.«9So spricht der Herr:Täuscht euch doch nicht selbst mit dem Gedanken:»Die Babylonier37,9 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. ziehen endgültig von uns ab.«Nein! Sie werden nicht wirklich abziehen.10Vielleicht könntet ihr das Heer der Babylonier37,10 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. besiegen,das gegen euch kämpft.Wären dann nur ein paar verwundete Babylonier übrig,würden sie wieder aufstehen –ein jeder in seinem Zelt.Und dann würden sie diese Stadt in Brand stecken.

Jeremia wird verhaftet

11Das Heer des Pharao37,11 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. rückte heran,und das Heer der Babylonier37,11 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. zog von Jerusalem37,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … ab.12Da wollte Jeremia Jerusalem verlassen.Er wollte ins Land Benjamin37,12 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. gehen,um dort mit seiner Familie eine Erbschaft zu regeln.13Doch als er durch das Benjamintor37,13 Benjamintor: Tor in der Stadtmauer Jerusalems. ging,hielt ihn ein Wachmann an.Es war Jirija, der Sohn des Schelemjaund ein Enkel von Hananja.Jirija beschuldigte Jeremia:»Du willst zu den Babyloniern37,13 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. überlaufen!«14Jeremia entgegnete: »Das ist nicht wahr!Ich will nicht zu den Babyloniern37,14 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. überlaufen.«Doch der Wachmann glaubte ihm nicht.Jirija packte Jeremiaund brachte ihn zu seinen Vorgesetzten.15Die hohen Beamten wurden zornig auf Jeremiaund ließen ihn schlagen.Dann brachten sie ihn ins Gefängnis:in das Haus des Schreibers Jonatan,das sie zum Gefängnis gemacht hatten.16So landete Jeremia im Gewölbe einer Zisterne37,16 Gewölbe einer Zisterne: In den Felsen geschlagener Raum zum Sammeln und Speichern von Regenwasser..Dort blieb er eine lange Zeit.

Jeremia wird von König Zidkija befragt

17König Zidkija37,17 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. schickte einen Boten zu Jeremiaund ließ den Gefangenen holen.Der König befragte ihn heimlich in seinem Palast:»Hast du ein Wort vom HerrnJeremia antwortete: »Ja.«Dann sagte er:»Du wirst dem babylonischen König37,17 babylonischer König: Meint Nebukadnezzar II., der ab 588 v. Chr. Jerusalem belagerte, bis er die Stadt 586 v. Chr. eroberte und zerstörte. ausgeliefert.«18Jeremia fragte König Zidkija:»Was habe ich dir, deinen Dienern und dem Volk getan,dass ihr mich ins Gefängnis geworfen habt?19Wo sind denn jetzt eure anderen Propheten37,19 eure anderen Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden.,die euch Gutes geweissagt haben?Die hatten euch gesagt:›Der babylonische König kommt nicht.Er wird nicht gegen euch und dieses Land kämpfen.‹20Doch jetzt höre, mein Herr und König!Gewähre mir doch, worum ich dich bitte:Lass mich nicht zurückbringenin das Haus des Schreibers Jonatan!Sonst sterbe ich dort!«21Da gab König Zidkija den Befehl,Jeremia im Wachhof37,21 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. gefangen zu halten.Dort sollte er jeden Tagein Fladenbrot aus der Bäckergasse zu essen bekommen –so lange, bis es in der Stadt kein Brot mehr gab.Und Jeremia blieb im Wachhof.