BasisBibel (BB)
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Nach dem Untergang wird es einen Neuanfang geben

331Jeremia saß noch immer im Wachhof33,1 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. in Haft.Da kam zum zweiten Mal ein Wort des Herrn33,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu ihm:2So spricht der Herr33,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der alles geschaffen33,2 alles geschaffen: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4. hat,der Herr, der alles plant und verwirklicht –ja, Herr ist sein Name!3Er sagte: »Bete zu mir und ich werde dir antworten!Ich werde dir große und unbegreifliche Dinge zeigen,über die du nichts wissen kannst.4Denn ich habe eine Botschaft für Jerusalem33,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….So spricht der Herr, der Gott Israels33,4 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …:Man hat die Häuser in dieser Stadt abgerissen,ebenso die Paläste der Könige von Juda.Das geschah, damit man die Stadtmauer verstärkenund besser gegen die Angreifer kämpfen konnte.5Man wollte die Babylonier33,5 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. bekämpfen.Doch den Platz, an dem die Häuser standen,brauchte man dann für etwas anderes:Man füllte ihn mit den Leichen der Menschen,die ich in meinem Zorn und meiner Wut erschlug.Ich habe mein Angesicht verborgen33,5 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. Mehr …und mich von dieser Stadt zurückgezogen.Denn die Bewohner haben so viel Böses getan.

6Doch jetzt seht her, was ich tun will:Ich schenke der Stadt Heilung und Genesungund mache sie gesund.Ihren Bewohnern eröffne ichwahren Frieden33,6 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr … und beständige Treue.7Ich wende das Schicksal Judas33,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Israels33,7 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).und baue sie wieder auf wie früher.8Ich reinige sie von ihrer ganzen Schuld,von ihrer Sünde, die sie gegen mich begangen haben.Ich vergebe ihnen alle bösen Taten und die Sünden33,8 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,mit denen sie sich gegen mich aufgelehnt haben.9Dann wird Jerusalem33,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … für mich ein Name der Freude sein.Alle Völker der Erde werden hören,was ich der Stadt Gutes tue.Dann werden sie mich rühmen und loben.Sie werden verwundert und fassungslos sein,dass ich ihr so viel Gutes und wahren Frieden schenke.«

10So spricht der Herr33,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Noch sagt ihr von diesem Ort:»Es ist ein unbewohntes Trümmerfeld,von Mensch und Tier verlassen.«Doch bald wird man an diesem Ort wieder Stimmen hören:in den Städten Judas33,10 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und in den Gassen Jerusalems33,10 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …,die eben noch verwüstet waren, ohne Menschen und Tiere.11Stimmen voller Jubel und Freude wird man hören,Stimmen von Bräutigam und Braut,Stimmen, die solche Danklieder33,11 Danklieder: Mit den folgenden Worten beginnt beispielsweise Psalm 105,1. singen:»Dankt dem Herrn Zebaot33,11 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …!Denn der Herr ist gut.Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen.«Dann werden sie wieder Dankopfer33,11 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. Mehr … darbringenund sie ins Haus des Herrn33,11 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. bringen.Denn ich werde das Schicksal des Landes wenden.Es soll wieder wie früher werden.Das verspricht der Herr.

12So spricht der Herr33,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot33,12 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Noch ist dieser Ort ein Trümmerfeld,verlassen von Mensch und Tier.Doch dieser Ort und alle anderen Städtewerden wieder zu Weideland33,12 Weideland: Schon in Jeremia 23,3 Bild für das gute Land, in das Gottes Volk zurückkehren wird. werden.Dann werden dort Hirten mit ihren Herden lagern.13Sie werden mit ihren Schafen ein- und ausziehen.Dabei wird man überall wieder die Tiere zählen:in den Städten des Berglandes und des Hügellandes,in den Städten der Wüste und im Gebiet Benjamin33,13 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.,in der Umgebung Jerusalems33,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und in den Städten Judas33,13 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr ….Das verspricht der Herr.

Gott wird sein Versprechen an David erfüllen

14Seht, es kommt eine Zeit,da werde ich die Verheißung in Erfüllung gehen lassen.Ich habe meinem Volk eine gute Zukunft versprochen,dem Haus Israel33,14 Haus Israel: Bezeichnung für das Nordreich Israel (926–722 v. Chr.). und dem Haus Juda33,14 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem..– So lautet der Ausspruch des Herrn33,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..15Dann, in dieser Zeit, werde ich etwas Neues schaffen:Ich werde einen gerechten33,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … Spross33,15 Spross: Junger Trieb, aus dem eine neue Pflanze wächst. Hier Bild für den von Gott eingesetzten König, der in der Nachfolge Davids das Volk Israel rettet. wachsen lassen,einen Nachkommen Davids33,15 David: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen über Israel herrschen wird..Er wird für Recht und Gerechtigkeit im Land sorgen.16Dann wird Juda Rettung erfahren,in Jerusalem wird man in Sicherheit leben.Und so wird man die Stadt nennen:»Der Herr ist unsere Gerechtigkeit!33,16 Der HERR ist unsere Gerechtigkeit!: Die hebräische Formulierung klingt ähnlich wie der Name von König Zidkija, dem letzten König des Südreichs Juda.«

17So spricht der Herr33,17 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Nie soll es David33,17 David: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen über Israel herrschen wird. an einem Nachkommen fehlen,der auf dem Thron Israels sitzt.18Auch den Priestern33,18 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und Leviten33,18 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr …soll es nicht an Nachkommen fehlen,die vor mir Dienst tun.Sie werden die täglichen Opfer33,18 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … darbringen –Brandopfer33,18 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr …, Räucheropfer33,18 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … und Schlachtopfer33,18 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr ….

19Ein weiteres Wort kam zu Jeremia33,19 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. vom Herrn:20So spricht der Herr33,20 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Es gibt einen Bund mit dem Tag und der Nacht.Beide haben ihre festgesetzte Zeit und Länge.Wenn ihr diesen Bund brechen könntet,21nur dann könnte auch mein Bund mit David33,21 Bund mit David: Gottes Versprechen an David, dass immer einer seiner Nachkommen auf dem Thron in Jerusalem sitzen wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. brechen.Ihm, meinem Knecht33,21 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, habe ich versprochen33,21 versprochen: Von diesem Versprechen erzählt 2. Samuel 7,12-16.:Einer deiner Nachkommen soll König seinund auf deinem Thron sitzen!Dieser Bund gilt auch für die Leviten33,21 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr …,für die Priester33,21 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …, die meine Diener sind.22Kann man etwa die Sterne am Himmel zählen?Oder kann man den Sand am Meer abmessen?Unvorstellbar zahlreich33,22 unvorstellbar zahlreich: 1. Mose/Genesis 22,17 erzählt von einem ähnlichen Versprechen Gottes an Abraham, dem Stammvater Israels. werden die Nachkommen sein,die ich meinem Knecht David schenken will.Auch die Leviten, meine Diener, werden zahlreich sein.

23Und noch ein Wort kam zu Jeremia33,23 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. vom Herrn:24»Jeremia, hast du bemerkt, was die Leute sagen?Sie behaupten: ›Erst hat der Herr die beiden33,24 die beiden: Wörtlich »die beiden Sippen«. Gemeint sind vermutlich das Nordreich Israel und das Südreich Juda. erwählt,doch jetzt hat er sie verworfen!‹Sie verachten mein Volkund reden so, als sei es kein Volk mehr.25Doch so spricht der Herr33,25 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich habe einen Bund mit dem Tag und der Nacht.Ich habe Himmel und Erde feste Ordnungen33,25 feste Ordnungen: Der Schöpfungsbericht in 1. Mose/Genesis 1,1–2,4 zeigt, wie Gott die Welt geordnet hat. gegeben.26Genauso fest sind meine Zusagenfür die Nachkommen von Jakob33,26 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. Mehr … und meinem Knecht David33,26 David: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen über Israel herrschen wird..Aus Davids Nachkommen werde ich die nehmen,die über die anderen herrschen –über die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs33,26 Abraham, Isaak und Jakob: Stammväter des Volkes Israel, deren Geschichte in 1. Mose/Genesis 12–50 erzählt wird..Ja, ich werde ihr Schicksal wenden,und ich werde Erbarmen mit ihnen haben!«
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Drohungen und Zusagen

Jeremia 34,1–35,19

Eine Botschaft an König Zidkija

341Nebukadnezzar34,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,kämpfte gegen Jerusalem34,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und alle anderen Städte.Er führte ein riesiges Heer an –mit eigenen Soldaten und mit Kämpfernaus den unterworfenen Königreichen und Völkern.Da kam dieses Wort vom Herrn34,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:2So spricht der Herr34,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels!Geh zu König Zidkija34,2 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda und richte ihm aus:So spricht der Herr!Ich gebe diese Stadt in die Hand des Feindes.Der babylonische König wird sie in Brand stecken.3Auch du wirst seiner Hand nicht entkommen.Man wird dich gefangen nehmenund in seine Gewalt übergeben.Auge in Auge wirst du ihm Rede und Antwort stehen.Vor dem babylonischen König musst du dich verantworten.Dann wird man dich nach Babylon bringen.

4Doch jetzt hör, König Zidkija34,4 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda,was der Herr dir sagen lässt!So spricht der Herr34,4 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. über dich:Du wirst nicht durch das Schwert umkommen.5Du wirst in Frieden sterben.Wie es beim Begräbnis von Königen üblich ist,wird man auch für dich Totenfeuer34,5 Totenfeuer: Zur Ehren eines Toten konnte ein großes Feuer angezündet werden, vgl. 2. Chronik 16,14. anzünden.So hat man es bei deinen Vorfahren getan,den Königen, die vor dir regierten.Auch wird man die Totenklage für dich haltenund rufen: »Ach, unser Herrscher!«Das ist mein Versprechen, das ich dir gebe.– So lautet der Ausspruch des Herrn34,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.

6Der Prophet34,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia ging zu König Zidkija34,6 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Judaund überbrachte ihm diese Botschaft in Jerusalem34,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….7Damals kämpfte das Heer des Königs von Babylonienschon gegen Jerusalem und alle andere Städte.Von allen befestigten Städten Judaswaren allein Lachisch und Aseka34,7 Lachisch, Aseka: Zwei Städte im Hügelland, südwestlich von Jerusalem. noch nicht gefallen.

Die hebräischen Sklaven sind freizulassen

8Jeremia erhielt eine weitere Botschaft vom Herrn.Es war zu der Zeit,als König Zidkija34,8 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. mit dem Volk ein Abkommen traf.Alle Einwohner Jerusalems verpflichteten sich,die Freilassung34,8 Freilassung: In 2. Mose/Exodus 21,2 findet sich die Anordnung, alle sieben Jahre die hebräischen Sklaven freizulassen. aller hebräischen Sklaven auszurufen.9Jeder sollte seine hebräischen Sklaven freilassen,Männer und Frauen.Keiner sollte Judäer zur Arbeit zwingen,die doch zu seinem Volk gehörten.10Zunächst hielten sich auch alle daran:die führenden Männer und das ganze Volk –alle, die dem Abkommen beigetreten waren.Jeder ließ seinen Sklaven und seine Sklavin frei.Keiner zwang mehr einen anderen zur Arbeit.Alle folgten und ließen ihre Sklaven frei.11Doch dann hielten sie sich nicht mehr daran.Sie holten sich die Sklaven und Sklavinnen zurück,die sie vorher freigelassen hatten.Sie zwangen sie wieder zur Sklavenarbeit.

12Deshalb kam dieses Wort zu Jeremia34,12 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. vom Herrn:13So spricht der Herr34,13 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels!Ich habe mit euren Vorfahren einen Bund34,13 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … geschlossen.Damals hatte ich sie aus Ägypten geführt34,13 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.und aus der Sklaverei befreit.In dieser Zeit sagte ich zu ihnen34,13 sagte ich zu ihnen: Eine solche Anordnung findet sich in 5. Mose/Deuteronomium 15,12-18.:14»Alle sieben Jahre soll es so sein:Du sollst deinen hebräischen Bruder34,14 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört. freilassen,der sich dir als Sklave verkauft34,14 sich als Sklave verkaufen: Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, musste sich selbst als Sklave verkaufen. hat.Sechs Jahre soll er für dich arbeiten.Danach sollst du ihn in die Freiheit entlassen.«Doch eure Vorfahren hörten nicht auf mich,sie schenkten mir nicht einmal Gehör.

15Ihr aber habt es anders gehalten:Ihr habt getan, was in meinen Augen recht ist,und die Freilassung34,15 Freilassung: In 2. Mose/Exodus 21,2 findet sich die Anordnung, alle sieben Jahre die hebräischen Sklaven freizulassen. ausgerufen –jeder wollte seinen Nächsten freilassen.In dem Haus, das meinen Namen trägt34,15 Haus, das Gottes Namen trägt: Meint den Tempel in Jerusalem.,habt ihr vor mir ein Abkommen geschlossen.16Doch dann habt ihr euch nicht daran gehalten.So habt ihr meinen Namen in den Schmutz gezogen!Jeder hat seine Sklaven, die er freigelassen hatte,zur Rückkehr gezwungen – dabei wollten sie frei sein!Ihr habt sie gezwungen,wieder als Sklaven für euch zu arbeiten.

17Deshalb kündigt euch der Herr jetzt an:Ihr habt nicht auf mich gehört.Niemand hat die Freilassung34,17 Freilassung: In 2. Mose/Exodus 21,2 findet sich die Anordnung, alle sieben Jahre die hebräischen Sklaven freizulassen. wirklich durchgeführtund seinen Bruder34,17 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört. und Mitmenschen freigelassen.Seht her! Jetzt rufe ich eine Freilassung aus.Ausspruch des Herrn34,17 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ich gebe euch frei für Krieg, Hunger und Seuchen.So mache ich euch zum abschreckenden Beispielfür alle Königreiche der Erde.18Ich werde die Menschen strafen,die meinen Bund34,18 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … übertreten haben.Sie haben sich ja nicht an ihr Versprechen gehalten,das sie vor mir gegeben hatten.Es soll ihnen so ergehen wie dem Kalb,das sie beim Bundesschluss halbiert34,18 beim Bundesschluss halbiert: Wörtlich »das sie halbiert hatten und zwischen dessen Teilen sie hindurchgegangen sind«. Diese Handlung zeigt die Verbindlichkeit des Bundes, vgl. 1. Mose/Genesis 15,10. hatten.19Sie alle sind zwischen den Hälften hindurchgegangenund haben so ihr Versprechen bekräftigt:die führenden Männer von Juda34,19 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem34,19 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …,die Beamten des Hofes und die Priester34,19 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …sowie das gesamte Volk des Landes.20Ich werde sie alle in die Hand ihrer Feinde gebenund in die Hand derer, die sie töten wollen.Die Vögel des Himmels und die wilden Tierewerden ihre Leichen fressen.21Auch König Zidkija34,21 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda und seine Beamtengebe ich in die Hand ihrer Feinde.Ich liefere sie denen aus, die sie töten wollen.Ich überlasse sie dem Heer des babylonischen Königs,das gerade erst von euch abgezogen ist34,21 von euch abgezogen ist: Im Mai/Juni 588 v. Chr. gab es für Jerusalem eine Belagerungspause..22Seht her! Ich gebe die Befehle!Ausspruch des Herrn34,22 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ich werde den Babyloniern34,22 Babylonier: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. befehlen, zurückzukehren.Sie werden gegen diese Stadt kämpfenund sie einnehmen.Schließlich werden sie die Stadt in Brand stecken.Auch mit den Städten Judas werde ich es so machen.Sie werden verwüstet sein und menschenleer.
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Das Vorbild der Rechabiter

351Es war in der Regierungszeit von König Jojakim35,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert.,dem König von Juda und Sohn des Joschija35,1 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30..Da kam dieses Wort vom Herrn zu Jeremia:2»Geh dorthin, wo sich die Rechabiter35,2 Rechabiter: Gruppe innerhalb Israels, die sich auf Jonadab, den Sohn Rechabs zurückführt. Sie lebten in Zelten und tranken keinen Wein. aufhaltenund rede mit ihnen, Jeremia!Lad sie ein, ins Haus des Herrn35,2 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. zu kommenund sich in einer der Hallen zu versammeln!Biete ihnen Wein zu trinken an!«3Da holte ich Jaasanja,den Sohn des Jirmeja und Enkel von Habazzinja.Auch seine Brüder waren dabei und all seine Söhneund die ganze Gemeinschaft der Rechabiter.4Ich brachte sie in das Haus des Herrn,in die Halle der Söhne Hanans, des Sohnes von Jigdalja.Hanan war ein Gottesmann35,4 Gottesmann: Verkündet wie ein Prophet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat, und wirkt in seinem Namen Wunder..Die Halle lag neben der Halle der hohen Beamtenund über der Halle Maasejas, des Sohnes von Schallum.Maaseja war der Hüter des Tempeltores35,4 Hüter des Tempeltores: Ranghohe Priester, die am Tempeleingang die Reinheit der Besucher kontrollierten und die Abgaben an den Tempel überwachten..5Dann ließ ich Krüge voll Wein und Becher bringenund sie den versammelten Rechabitern vorsetzen.Ich lud sie ein: »Trinkt doch Wein!«

6Doch sie antworteten: »Nein!Wir trinken keinen Wein!Wir folgen den Anweisungen unseres Vorfahren Jonadab.Denn er, der Sohn des Rechab, hat uns befohlen:›Trinkt niemals Wein – weder ihr, noch eure Kinder!7Baut auch keine Häuser!Sät nichts aus und pflanzt keinen Weinberg!Nichts davon sollt ihr besitzen.Ihr sollt für immer in Zelten35,7 Zelt: Transportable Wohnung von Nomaden, die nicht sesshaft sind und mit ihren Tieren durch das Land ziehen. Mehr … wohnen.Dann werdet ihr lange leben in dem Land,in dem ihr wie Fremde umherzieht.‹8So hören wir auf die Anweisungen unseres Vorfahren:Wir folgen Jonadab, dem Sohn Rechabs, in allem,was er uns befohlen hat:Niemals trinken wir Wein –weder wir, noch unsere Frauen und Kinder.9Wir bauen auch keine Häuser, um darin zu wohnen.Weinberge, Felder und Saatgut besitzen wir nicht.10Nein, wir wohnten in Zeltenund befolgten genau die Anweisungen unseres Vorfahren.Alles, was uns Jonadab befohlen hatte, taten wir.11Als aber Nebukadnezzar35,11 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,heranzog und ins Land kam, entschieden wir:Wir fliehen vor dem Heer Babylons35,11 Babylon: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. und Arams35,11 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien.und bringen uns in Jerusalem35,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … in Sicherheit!Seitdem leben wir in Jerusalem.«

12Da kam dieses Wort vom Herrn35,12 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:13So spricht der Herr35,13 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot35,13 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Jeremia, geh jetzt und redezu den Leuten von Juda35,13 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und den Bewohnern Jerusalems35,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Sag ihnen: Wollt ihr gar nichts von mir annehmen?Wollt ihr nicht auf meine Worte hören?Ausspruch des Herrn35,13 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.14Die Worte Jonadabs, des Sohnes von Rechab,werden dagegen befolgt.Er hat seine Nachkommen angewiesen,keinen Wein zu trinken.Bis heute trinken sie keinen Wein.Denn sie hören auf die Gebote ihrer Vorfahren.

Ich aber habe immer und immer wieder zu euch geredet.Doch ihr habt nicht auf mich gehört.15Ich schickte meine Knechte35,15 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … zu euch, die Propheten35,15 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr ….Immer wieder sagten sie zu euch:»Kehrt doch um – jeder von seinem falschen Weg35,15 falschen Weg: Bild für einen Lebensweg, der sich nicht nach Gottes Willen und Geboten richtet.!Bessert euer Tun!Lauft doch nicht den anderen Göttern35,15 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … nachund verehrt sie nicht!Dann werdet ihr wohnen bleiben im dem Land,das ich euren Vorfahren gegeben habe.«Aber ihr habt mir nicht einmal Gehör geschenktund schon gar nicht auf mich gehört.

16Ja, die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes von Rechab,haben die Gebote ihres Vorfahren befolgt.Doch dieses Volk hört nicht auf mich.17Deshalb spricht der Herr,der Gott Zebaot35,17 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … und Gott Israels:Seht her! Ich bringe das Unheil über sie,über Juda35,17 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und über alle Bewohner Jerusalems35,17 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Dieses Unheil habe ich ihnen als Strafe angekündigt.Denn sie hörten nicht, als ich zu ihnen geredet habe.Als ich sie gerufen habe, antworteten sie nicht.

18Doch zu den Rechabitern sagte Jeremia:»So spricht der Herr35,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot35,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Ihr habt auf Jonadab gehörtund die Gebote eures Vorfahren befolgt.Alles, was er euch befohlen hatte,habt ihr getan.19Darum spricht der Herr Zebaot, der Gott Israels:Die Nachkommen Jonadabs, des Sohnes von Rechab,werden niemals ausgerottet werden.Es wird immer jemanden aus seiner Familie geben,der vor mir stehen darf35,19 der vor mir stehen darf: Ausdruck besonderer Nähe zu Gott, beispielsweise durch eine besondere Rolle im Gottesdienst.