BasisBibel (BB)
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Hoffnung auf einen Neuanfang

Jeremia 32,1–33,26

Jeremia kauft einen Acker

321Im zehnten Regierungsjahr32,1 zehntes Regierungsjahr: Meint das Jahr 588 v. Chr. König Zidkijas32,1 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Judaerhielt Jeremia einen Auftrag vom Herrn.Es war das achtzehnte Regierungsjahr Nebukadnezzars32,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr..2Der babylonische König belagerte damalsmit seinem Heer die Stadt Jerusalem.Der Prophet Jeremia war verhaftet worden.Man hielt ihn im Wachhof32,2 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. am Königspalast gefangen.3König Zidkija von Juda hatte ihn eingesperrt.Sein Vorwurf lautete:»Du trittst als Prophet32,3 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … gegen mich auf und sagst:So spricht der Herr32,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Seht, ich gebe diese Stadtin die Gewalt des Königs von Babylonien.Er wird sie erobern.4Auch König Zidkija von Judawird den Babyloniern32,4 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. nicht entkommen.Er fällt dem babylonischen König in die Hände.Auge in Auge muss er ihm Rede und Antwort stehen.5Dann wird man Zidkija nach Babylon wegführen.Dort muss er bleiben,bis ich ihn zur Rechenschaft ziehe.– So lautet der Ausspruch des Herrn32,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..Wenn ihr also gegen die Babylonier32,5 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. Krieg führt,werdet ihr ganz sicher nicht gewinnen!‹«

6Aus dieser Zeit berichtete Jeremia:Damals kam dieses Wort des Herrn32,6 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:7»Hanamel, der Sohn deines Onkels Schallum,wird zu dir kommen und dich bitten:Kauf dir meinen Acker, der in Anatot32,7 Anatot: Heimatstadt Jeremias, 5 km nordöstlich von Jerusalem. liegt!Denn bei dir liegt das Vorkaufsrecht.Als Verwandter bist du zum Kauf verpflichtet32,7 zum Kauf verpflichtet: Auf diese Art und Weise blieb das Stück Land im Besitz der Familie, die es weiter bewirtschaften konnte; vgl. 3. Mose/Levitikus 25,23-28.8Und tatsächlich kam mein Cousin Hanamel,wie der Herr es mir vorausgesagt hatte.Er kam zu mir in den Wachhof und bat mich:»Kauf doch meinen Acker, der in Anatot liegt,im Gebiet von Benjamin32,8 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.!Denn du hast das Recht, ihn zu erwerben.Als Verwandter bist du sogar dazu verpflichtet.Also, kauf ihn!«Da wusste ich, dass es ein Auftrag des Herrn war.

9Ich kaufte also den Acker in Anatotvon meinem Cousin Hanamel.Den Preis dafür wog ich in Silber ab,er betrug 17 Silberstücke32,9 Silberstück: Wörtlich »Schekel«. Ein Schekel ist eine Maßeinheit für ein Gewicht von knapp 12 g. Bevor das Bezahlen mit Münzen üblich wurde, bezahlte man mit Silber- und Goldstücken, die jeweils abgewogen wurden..10Ich schrieb einen Vertragund verschloss ihn mit einem Siegel32,10 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird. Mehr ….Ich bezahlte den Preis im Beisein von Zeugen32,10 Zeugen: Im Gerichtsprozess und bei Rechtsgeschäften sind mindestens zwei unbeteiligte Personen hinzuzuziehen.und wog dazu das Silber auf einer Waage.11Dann nahm ich die Urkunde,also den versiegelten Vertrag und eine Abschrift32,11 Abschrift: Es war üblich, die Urkunde zusammen mit einer Kopie aufzubewahren. So konnte man die Bestimmungen nachlesen, ohne das Siegel aufzubrechen. davon.So entsprach es Recht und Gesetz.12Vor den Augen meines Cousins Hanamelüberreichte ich Baruch32,12 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia. die Urkunde.Baruch war der Sohn des Nerija und Enkel von Machseja.Auch die Zeugen waren dabei,die in der Urkunde aufgeführt waren –und alle Judäer, die sich im Wachhof32,12 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. aufhielten.13Vor ihren Augen gab ich Baruch diesen Auftrag:14»So spricht der Herr32,14 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot32,14 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Nimm diese Schriftstücke, diese Urkunde,also den versiegelten Vertrag und die Abschrift davon.Bewahre sie auf in einem Krug32,14 Krug: Zur Lagerung steckte man wichtige Schriftrollen in einen Tonkrug und verschloss ihn mit einem Deckel. aus Ton,damit sie lange Zeit erhalten bleiben.15Denn so spricht der Herr Zebaot, der Gott Israels:Ja, es wird in diesem Land wieder eine Zeit geben,in der man Häuser, Äcker und Weinberge32,15 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … kauft.«

Das Gebet Jeremias

16Diese Urkunde übergab ich Baruch32,16 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia., dem Sohn Nerijas.Dann betete ich zum Herrn:

17»Ach Herr, mein Gott!Du bist es, der Himmel und Erde gemacht32,17 Himmel und Erde gemacht: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4. hat –mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm.Nichts ist für dich unmöglich!18Du begegnest Tausenden von Menschen voller Güte.Doch wenn die Väter Schuld32,18 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … auf sich geladen haben,ziehst du auch ihre Kinder zur Verantwortung.Du großer, starker Gott,Herr Zebaot32,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … ist dein Name.19Groß sind deine Pläne und machtvoll deine Taten.Mit offenen Augen achtest du auf alle Wege,auf denen die Menschen durchs Leben gehen.Du gibst jedem das, was seinem Verhalten entspricht:Gutes folgt auf gute Taten, Böses auf böse Taten.

20Du hast Zeichen und Wunder32,20 Zeichen, Wunder: Von den Zeichen und Wundern Gottes bei der Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten erzählt 2. Mose/Exodus 7–15. in Ägypten getan.Bis heute tust du sie an Israel und an allen Menschen.So hast du dir einen Namen gemacht,wie man ihn heute kennt.21Du hast Zeichen und Wunder getan,als du dein Volk Israel aus Ägypten geführt32,21 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hast –mit starker Hand und ausgestrecktem Arm.Großen Schrecken hast du dabei verbreitet.22Du hast ihnen dieses Land gegeben,wie du es ihren Vorfahren geschworen32,22 ihren Vorfahren geschworen: Von Gottes Versprechen, seinem Volk Land zu geben, erzählt beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. hast.Es ist ein Land, in dem Milch und Honig fließen32,22 Land, in dem Milch und Honig fließen: Biblische Redewendung für ein fruchtbares Land, das landwirtschaftliche Güter im Überfluss hervorbringt..23Sie kamen und nahmen das Land in Besitz.Doch sie wollten nicht auf dich hörenund nicht nach deiner Weisung32,23 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … leben.Sie haben nichts von allem getan,was du ihnen befohlen hast.Darum ist dieses ganze Unheil über sie gekommen.

24Ja, die Belagerungsrampen32,24 Belagerungsrampe: Zum Sturm auf eine Stadt wurden riesige Rampen aus Erde aufgeschüttet, um die Truppen direkt auf die Stadtmauer zu bringen.reichen schon bis an die Stadt!Bald werden die Babylonier32,24 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. sie einnehmen.Durch Krieg, Hunger und Seuchenwird sie ihren Eroberern in die Hände fallen.Was du vorausgesagt hast, ist eingetroffen.Du siehst es ja selbst.25Doch du, mein Herr und Gott, hast mich aufgefordert:›Nimm das Geld und kauf dir den Acker unter Zeugen!‹Dabei gehört die Stadt doch bald den Babyloniern32,25 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.

Gottes Antwort und die Erklärung des Ackerkaufs

26Darauf kam folgendes Wort zu Jeremia vom Herrn32,26 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben.:27Sieh her: Ich bin der Herr,der Gott von allem, was lebt!Sollte mir etwas unmöglich sein?

28So spricht der Herr32,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Ja, ich gebe diese Stadtin die Gewalt der Babylonier32,28 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.und in die Gewalt Nebukadnezzars32,28 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr..Er, der König von Babylonien, wird sie einnehmen.29Die Babylonier32,29 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. kommen und kämpfen gegen diese Stadt.Sie legen Feuer, zünden die Stadt anund verbrennen alles – auch die Häuser.Auf den Dächern dieser Häuserhaben die Bewohner Jerusalems32,29 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … andere Götter32,29 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … angebetet.Für Baal32,29 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … haben sie Räucheropfer32,29 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dargebrachtund für andere Götter Trankopfer32,29 Trankopfer: Ausgießen von Wein, Wasser oder Öl an einem Altar. Mehr … ausgegossen.Damit haben sie meinen Zorn herausgefordert.30Denn seit ihrer Jugendtun die Leute aus Israel32,30 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda32,30 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … immer nur dasselbe:Sie tun, was in meinen Augen böse ist.Mit dem, was ihre Hände getan haben,haben sie mich zornig32,30 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … gemacht.– So lautet der Ausspruch des Herrn32,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..31Darum verbinde ich mit dieser Stadt nur Zorn und Wut.Und das seit damals, als sie gebaut wurde, bis heute.Also weg mit ihr! Aus meinen Augen!32Denn die Leute aus Israel und Judahaben viel Böses getan und mich zornig gemacht.Daran waren alle beteiligt: ihre Könige und Beamten,ihre Priester32,32 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und ihre Propheten32,32 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …und jeder einzelne Bewohner Judas und Jerusalems.33Sie haben das Gesicht von mir abgewandtund mir stattdessen ihren Rücken gezeigt.Wieder und wieder habe ich ihnen ausrichten lassen,was ich von ihnen will.Doch sie hörten nicht darauf und verweigerten sich.34Sie brachten abscheuliche Dinge in das Haus32,34 Haus, das Gottes Namen trägt: Meint den Tempel in Jerusalem.,das meinen Namen trägt.So machten sie es unrein32,34 unrein: Durch die Verehrung fremder Götter wurde der Tempel unrein..35Im Hinnom-Tal bauten sie Kultplätze für Baal.Dort ließen sie auch ihre Kinder durchs Feuer gehen32,35 Kinder durchs Feuer gehen lassen: Meint das Opfern von Kindern in Notlagen.um sie dem Moloch32,35 Moloch: Gottheit, die im Umfeld Israels verehrt wurde. darzubringen.So etwas habe ich ihnen niemals geboten,es ist mir nicht mal in den Sinn gekommen!Niemals würde ich so etwas Abscheuliches verlangenund Juda dadurch zur Sünde32,35 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … verführen.

36Doch es gibt noch eine andere Botschaftfür diese Stadt32,36 diese Stadt: Gemeint ist die Stadt Jerusalem., von der ihr sagt:»Sie wurde in die Hand des babylonischen32,36 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. Königs gegeben.Krieg, Hunger und Seuchen haben in ihr gewütet.«Das aber sagt der Herr, der Gott Israels, über sie:37»Ich bringe sie aus allen Ländern wieder zusammen.Dorthin hatte ich die Menschen verbannt32,37 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. Mehr …,als ich zornig, wütend und entsetzt war.Ich werde sie hierher, an diesen Ort, zurückbringen.Ich werde ihnen Sicherheit schenken,dass sie in Ruhe und Frieden32,37 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr … leben können.38Sie werden mein Volk sein,und ich werde ihr Gott sein.39Dieses beides will ich ihnen schenken:ein Herz32,39 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens., das nur das eine will,und einen Lebensweg32,39 Lebensweg: Art und Weise, in der Menschen ihr Leben gestalten., der nur dieses eine Ziel hat:jeden Tag in Ehrfurcht32,39 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor mir zu leben.Dann wird es ihnen gut gehen –ihnen und ihren Nachkommen.40Ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund32,40 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr ….Niemals werde ich mich von ihnen abwendenund nie aufhören, ihnen Gutes zu tun.Ich werde ihnen Ehrfurcht vor mir in ihr Herz legen,damit sie sich niemals von mir abwenden.41Es wird mir eine Freude sein,wenn ich ihnen Gutes tun kann.Ich werde sie in diesem Land fest einpflanzen.Mit beständiger Treue werde ich das tunund mit aller Kraft –ja, mit ganzem Herzen32,41 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. und mit ganzer Seele32,41 mit ganzer Seele: Gott will sich so für sein Volk einsetzen, wie er es umgekehrt von seinem Volk erwartet; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 6,5.

42So spricht der Herr32,42 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich habe über dieses Volk großes Unheil gebracht.Doch genauso will ich es mit allem Guten überhäufen,das ich ihm versprochen habe.43Dann wird man wieder Äcker in diesem Land kaufen,von dem ihr jetzt noch sagt:»Es ist verwüstet und von Mensch und Tier verlassen.In die Gewalt der Babylonier32,43 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. wurde es gegeben.«44Für gutes Geld wird man Äcker kaufen.Man wird Kaufverträge ausstellen und versiegeln,und man wird den Kauf bezeugen lassen.Im ganzen Land wird man es wieder tun:im Gebiet von Benjamin32,44 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.,in der Umgebung von Jerusalem32,44 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …und in den Städten Judas, die auf dem Gebirge liegen.Auch im Hügelland wird man so verfahren,ebenso in der Wüste im Süden.Denn ich werde ihr Schicksal wenden.– So lautet der Ausspruch des Herrn32,44 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..
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Nach dem Untergang wird es einen Neuanfang geben

331Jeremia saß noch immer im Wachhof33,1 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. in Haft.Da kam zum zweiten Mal ein Wort des Herrn33,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu ihm:2So spricht der Herr33,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der alles geschaffen33,2 alles geschaffen: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4. hat,der Herr, der alles plant und verwirklicht –ja, Herr ist sein Name!3Er sagte: »Bete zu mir und ich werde dir antworten!Ich werde dir große und unbegreifliche Dinge zeigen,über die du nichts wissen kannst.4Denn ich habe eine Botschaft für Jerusalem33,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….So spricht der Herr, der Gott Israels33,4 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …:Man hat die Häuser in dieser Stadt abgerissen,ebenso die Paläste der Könige von Juda.Das geschah, damit man die Stadtmauer verstärkenund besser gegen die Angreifer kämpfen konnte.5Man wollte die Babylonier33,5 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. bekämpfen.Doch den Platz, an dem die Häuser standen,brauchte man dann für etwas anderes:Man füllte ihn mit den Leichen der Menschen,die ich in meinem Zorn und meiner Wut erschlug.Ich habe mein Angesicht verborgen33,5 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. Mehr …und mich von dieser Stadt zurückgezogen.Denn die Bewohner haben so viel Böses getan.

6Doch jetzt seht her, was ich tun will:Ich schenke der Stadt Heilung und Genesungund mache sie gesund.Ihren Bewohnern eröffne ichwahren Frieden33,6 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr … und beständige Treue.7Ich wende das Schicksal Judas33,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Israels33,7 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).und baue sie wieder auf wie früher.8Ich reinige sie von ihrer ganzen Schuld,von ihrer Sünde, die sie gegen mich begangen haben.Ich vergebe ihnen alle bösen Taten und die Sünden33,8 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,mit denen sie sich gegen mich aufgelehnt haben.9Dann wird Jerusalem33,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … für mich ein Name der Freude sein.Alle Völker der Erde werden hören,was ich der Stadt Gutes tue.Dann werden sie mich rühmen und loben.Sie werden verwundert und fassungslos sein,dass ich ihr so viel Gutes und wahren Frieden schenke.«

10So spricht der Herr33,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Noch sagt ihr von diesem Ort:»Es ist ein unbewohntes Trümmerfeld,von Mensch und Tier verlassen.«Doch bald wird man an diesem Ort wieder Stimmen hören:in den Städten Judas33,10 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und in den Gassen Jerusalems33,10 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …,die eben noch verwüstet waren, ohne Menschen und Tiere.11Stimmen voller Jubel und Freude wird man hören,Stimmen von Bräutigam und Braut,Stimmen, die solche Danklieder33,11 Danklieder: Mit den folgenden Worten beginnt beispielsweise Psalm 105,1. singen:»Dankt dem Herrn Zebaot33,11 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …!Denn der Herr ist gut.Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen.«Dann werden sie wieder Dankopfer33,11 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. Mehr … darbringenund sie ins Haus des Herrn33,11 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. bringen.Denn ich werde das Schicksal des Landes wenden.Es soll wieder wie früher werden.Das verspricht der Herr.

12So spricht der Herr33,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot33,12 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Noch ist dieser Ort ein Trümmerfeld,verlassen von Mensch und Tier.Doch dieser Ort und alle anderen Städtewerden wieder zu Weideland33,12 Weideland: Schon in Jeremia 23,3 Bild für das gute Land, in das Gottes Volk zurückkehren wird. werden.Dann werden dort Hirten mit ihren Herden lagern.13Sie werden mit ihren Schafen ein- und ausziehen.Dabei wird man überall wieder die Tiere zählen:in den Städten des Berglandes und des Hügellandes,in den Städten der Wüste und im Gebiet Benjamin33,13 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.,in der Umgebung Jerusalems33,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und in den Städten Judas33,13 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr ….Das verspricht der Herr.

Gott wird sein Versprechen an David erfüllen

14Seht, es kommt eine Zeit,da werde ich die Verheißung in Erfüllung gehen lassen.Ich habe meinem Volk eine gute Zukunft versprochen,dem Haus Israel33,14 Haus Israel: Bezeichnung für das Nordreich Israel (926–722 v. Chr.). und dem Haus Juda33,14 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem..– So lautet der Ausspruch des Herrn33,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..15Dann, in dieser Zeit, werde ich etwas Neues schaffen:Ich werde einen gerechten33,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … Spross33,15 Spross: Junger Trieb, aus dem eine neue Pflanze wächst. Hier Bild für den von Gott eingesetzten König, der in der Nachfolge Davids das Volk Israel rettet. wachsen lassen,einen Nachkommen Davids33,15 David: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen über Israel herrschen wird..Er wird für Recht und Gerechtigkeit im Land sorgen.16Dann wird Juda Rettung erfahren,in Jerusalem wird man in Sicherheit leben.Und so wird man die Stadt nennen:»Der Herr ist unsere Gerechtigkeit!33,16 Der HERR ist unsere Gerechtigkeit!: Die hebräische Formulierung klingt ähnlich wie der Name von König Zidkija, dem letzten König des Südreichs Juda.«

17So spricht der Herr33,17 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Nie soll es David33,17 David: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen über Israel herrschen wird. an einem Nachkommen fehlen,der auf dem Thron Israels sitzt.18Auch den Priestern33,18 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und Leviten33,18 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr …soll es nicht an Nachkommen fehlen,die vor mir Dienst tun.Sie werden die täglichen Opfer33,18 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … darbringen –Brandopfer33,18 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr …, Räucheropfer33,18 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … und Schlachtopfer33,18 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr ….

19Ein weiteres Wort kam zu Jeremia33,19 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. vom Herrn:20So spricht der Herr33,20 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Es gibt einen Bund mit dem Tag und der Nacht.Beide haben ihre festgesetzte Zeit und Länge.Wenn ihr diesen Bund brechen könntet,21nur dann könnte auch mein Bund mit David33,21 Bund mit David: Gottes Versprechen an David, dass immer einer seiner Nachkommen auf dem Thron in Jerusalem sitzen wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. brechen.Ihm, meinem Knecht33,21 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, habe ich versprochen33,21 versprochen: Von diesem Versprechen erzählt 2. Samuel 7,12-16.:Einer deiner Nachkommen soll König seinund auf deinem Thron sitzen!Dieser Bund gilt auch für die Leviten33,21 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr …,für die Priester33,21 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …, die meine Diener sind.22Kann man etwa die Sterne am Himmel zählen?Oder kann man den Sand am Meer abmessen?Unvorstellbar zahlreich33,22 unvorstellbar zahlreich: 1. Mose/Genesis 22,17 erzählt von einem ähnlichen Versprechen Gottes an Abraham, dem Stammvater Israels. werden die Nachkommen sein,die ich meinem Knecht David schenken will.Auch die Leviten, meine Diener, werden zahlreich sein.

23Und noch ein Wort kam zu Jeremia33,23 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. vom Herrn:24»Jeremia, hast du bemerkt, was die Leute sagen?Sie behaupten: ›Erst hat der Herr die beiden33,24 die beiden: Wörtlich »die beiden Sippen«. Gemeint sind vermutlich das Nordreich Israel und das Südreich Juda. erwählt,doch jetzt hat er sie verworfen!‹Sie verachten mein Volkund reden so, als sei es kein Volk mehr.25Doch so spricht der Herr33,25 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich habe einen Bund mit dem Tag und der Nacht.Ich habe Himmel und Erde feste Ordnungen33,25 feste Ordnungen: Der Schöpfungsbericht in 1. Mose/Genesis 1,1–2,4 zeigt, wie Gott die Welt geordnet hat. gegeben.26Genauso fest sind meine Zusagenfür die Nachkommen von Jakob33,26 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. Mehr … und meinem Knecht David33,26 David: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen über Israel herrschen wird..Aus Davids Nachkommen werde ich die nehmen,die über die anderen herrschen –über die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs33,26 Abraham, Isaak und Jakob: Stammväter des Volkes Israel, deren Geschichte in 1. Mose/Genesis 12–50 erzählt wird..Ja, ich werde ihr Schicksal wenden,und ich werde Erbarmen mit ihnen haben!«
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Drohungen und Zusagen

Jeremia 34,1–35,19

Eine Botschaft an König Zidkija

341Nebukadnezzar34,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,kämpfte gegen Jerusalem34,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und alle anderen Städte.Er führte ein riesiges Heer an –mit eigenen Soldaten und mit Kämpfernaus den unterworfenen Königreichen und Völkern.Da kam dieses Wort vom Herrn34,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jeremia:2So spricht der Herr34,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels!Geh zu König Zidkija34,2 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda und richte ihm aus:So spricht der Herr!Ich gebe diese Stadt in die Hand des Feindes.Der babylonische König wird sie in Brand stecken.3Auch du wirst seiner Hand nicht entkommen.Man wird dich gefangen nehmenund in seine Gewalt übergeben.Auge in Auge wirst du ihm Rede und Antwort stehen.Vor dem babylonischen König musst du dich verantworten.Dann wird man dich nach Babylon bringen.

4Doch jetzt hör, König Zidkija34,4 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda,was der Herr dir sagen lässt!So spricht der Herr34,4 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. über dich:Du wirst nicht durch das Schwert umkommen.5Du wirst in Frieden sterben.Wie es beim Begräbnis von Königen üblich ist,wird man auch für dich Totenfeuer34,5 Totenfeuer: Zur Ehren eines Toten konnte ein großes Feuer angezündet werden, vgl. 2. Chronik 16,14. anzünden.So hat man es bei deinen Vorfahren getan,den Königen, die vor dir regierten.Auch wird man die Totenklage für dich haltenund rufen: »Ach, unser Herrscher!«Das ist mein Versprechen, das ich dir gebe.– So lautet der Ausspruch des Herrn34,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.

6Der Prophet34,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia ging zu König Zidkija34,6 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Judaund überbrachte ihm diese Botschaft in Jerusalem34,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….7Damals kämpfte das Heer des Königs von Babylonienschon gegen Jerusalem und alle andere Städte.Von allen befestigten Städten Judaswaren allein Lachisch und Aseka34,7 Lachisch, Aseka: Zwei Städte im Hügelland, südwestlich von Jerusalem. noch nicht gefallen.

Die hebräischen Sklaven sind freizulassen

8Jeremia erhielt eine weitere Botschaft vom Herrn.Es war zu der Zeit,als König Zidkija34,8 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. mit dem Volk ein Abkommen traf.Alle Einwohner Jerusalems verpflichteten sich,die Freilassung34,8 Freilassung: In 2. Mose/Exodus 21,2 findet sich die Anordnung, alle sieben Jahre die hebräischen Sklaven freizulassen. aller hebräischen Sklaven auszurufen.9Jeder sollte seine hebräischen Sklaven freilassen,Männer und Frauen.Keiner sollte Judäer zur Arbeit zwingen,die doch zu seinem Volk gehörten.10Zunächst hielten sich auch alle daran:die führenden Männer und das ganze Volk –alle, die dem Abkommen beigetreten waren.Jeder ließ seinen Sklaven und seine Sklavin frei.Keiner zwang mehr einen anderen zur Arbeit.Alle folgten und ließen ihre Sklaven frei.11Doch dann hielten sie sich nicht mehr daran.Sie holten sich die Sklaven und Sklavinnen zurück,die sie vorher freigelassen hatten.Sie zwangen sie wieder zur Sklavenarbeit.

12Deshalb kam dieses Wort zu Jeremia34,12 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. vom Herrn:13So spricht der Herr34,13 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels!Ich habe mit euren Vorfahren einen Bund34,13 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … geschlossen.Damals hatte ich sie aus Ägypten geführt34,13 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit.und aus der Sklaverei befreit.In dieser Zeit sagte ich zu ihnen34,13 sagte ich zu ihnen: Eine solche Anordnung findet sich in 5. Mose/Deuteronomium 15,12-18.:14»Alle sieben Jahre soll es so sein:Du sollst deinen hebräischen Bruder34,14 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört. freilassen,der sich dir als Sklave verkauft34,14 sich als Sklave verkaufen: Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, musste sich selbst als Sklave verkaufen. hat.Sechs Jahre soll er für dich arbeiten.Danach sollst du ihn in die Freiheit entlassen.«Doch eure Vorfahren hörten nicht auf mich,sie schenkten mir nicht einmal Gehör.

15Ihr aber habt es anders gehalten:Ihr habt getan, was in meinen Augen recht ist,und die Freilassung34,15 Freilassung: In 2. Mose/Exodus 21,2 findet sich die Anordnung, alle sieben Jahre die hebräischen Sklaven freizulassen. ausgerufen –jeder wollte seinen Nächsten freilassen.In dem Haus, das meinen Namen trägt34,15 Haus, das Gottes Namen trägt: Meint den Tempel in Jerusalem.,habt ihr vor mir ein Abkommen geschlossen.16Doch dann habt ihr euch nicht daran gehalten.So habt ihr meinen Namen in den Schmutz gezogen!Jeder hat seine Sklaven, die er freigelassen hatte,zur Rückkehr gezwungen – dabei wollten sie frei sein!Ihr habt sie gezwungen,wieder als Sklaven für euch zu arbeiten.

17Deshalb kündigt euch der Herr jetzt an:Ihr habt nicht auf mich gehört.Niemand hat die Freilassung34,17 Freilassung: In 2. Mose/Exodus 21,2 findet sich die Anordnung, alle sieben Jahre die hebräischen Sklaven freizulassen. wirklich durchgeführtund seinen Bruder34,17 Bruder: Mitmensch, der wie der Angesprochene zum Volk Gottes gehört. und Mitmenschen freigelassen.Seht her! Jetzt rufe ich eine Freilassung aus.Ausspruch des Herrn34,17 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ich gebe euch frei für Krieg, Hunger und Seuchen.So mache ich euch zum abschreckenden Beispielfür alle Königreiche der Erde.18Ich werde die Menschen strafen,die meinen Bund34,18 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … übertreten haben.Sie haben sich ja nicht an ihr Versprechen gehalten,das sie vor mir gegeben hatten.Es soll ihnen so ergehen wie dem Kalb,das sie beim Bundesschluss halbiert34,18 beim Bundesschluss halbiert: Wörtlich »das sie halbiert hatten und zwischen dessen Teilen sie hindurchgegangen sind«. Diese Handlung zeigt die Verbindlichkeit des Bundes, vgl. 1. Mose/Genesis 15,10. hatten.19Sie alle sind zwischen den Hälften hindurchgegangenund haben so ihr Versprechen bekräftigt:die führenden Männer von Juda34,19 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem34,19 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …,die Beamten des Hofes und die Priester34,19 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …sowie das gesamte Volk des Landes.20Ich werde sie alle in die Hand ihrer Feinde gebenund in die Hand derer, die sie töten wollen.Die Vögel des Himmels und die wilden Tierewerden ihre Leichen fressen.21Auch König Zidkija34,21 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda und seine Beamtengebe ich in die Hand ihrer Feinde.Ich liefere sie denen aus, die sie töten wollen.Ich überlasse sie dem Heer des babylonischen Königs,das gerade erst von euch abgezogen ist34,21 von euch abgezogen ist: Im Mai/Juni 588 v. Chr. gab es für Jerusalem eine Belagerungspause..22Seht her! Ich gebe die Befehle!Ausspruch des Herrn34,22 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Ich werde den Babyloniern34,22 Babylonier: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. befehlen, zurückzukehren.Sie werden gegen diese Stadt kämpfenund sie einnehmen.Schließlich werden sie die Stadt in Brand stecken.Auch mit den Städten Judas werde ich es so machen.Sie werden verwüstet sein und menschenleer.