BasisBibel (BB)
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311So lautet der Ausspruch des Herrn31,1 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:

Dann werde ich für alle Menschen in Israel Gott sein,und sie werden mein Volk sein.

Für die Verschleppten aus dem Nordreich gibt es Hoffnung

2So spricht der Herr31,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Das Volk, das dem Schwert entkommen ist,hat Gnade31,2 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr … gefunden in der Wüste31,2 in der Wüste: Hier vermischen sich die Kriegserfahrungen mit der Erinnerung daran, dass Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit und auf dem Weg durch die Wüste begleitet hat..Israel31,2 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). zieht zum Ort seiner Ruhe.

3Ja, der Herr ist mir, Israel, erschienen.Von weit her ist er gekommen und versichert mir:Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebtund habe dir die Treue gehalten.4Ich werde dich wieder aufbauen.Ja, dir wird geholfen31,4 dir wird geholfen: Wörtlich »du wirst aufgebaut«. Dieses Bild kann sich auf Israels Städte beziehen, die wieder aufgebaut werden, oder im übertragenen Sinn auf viele Kinder, die geboren werden. So baut sich das Volk wieder auf., Jungfrau Israel31,4 Jungfrau Israel: Das Verhältnis zwischen Gott und Israel wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Hier wird Israel als Jungfrau vorgestellt, mit der der Bräutigam einen Neuanfang wagt.!Deine Trommeln wirst du wieder hervorholenund Schmuck zum Fest anlegen.Fröhlich werdet ihr zusammen tanzen.5Du wirst wieder Weinberge31,5 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … pflanzen,auf Samarias31,5 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. Bergen wirst du sie anlegen.Ja, wer pflanzt, der wird auch ernten können!6Denn die Zeit wird kommen,dass die Wächter auf dem Gebirge Efraim31,6 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. rufen:»Lasst uns hinaufziehen nach Zion31,6 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr …!Wir wollen zum Herrn, unserem Gott, gehen!«

7So spricht der Herr31,7 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Jubelt voller Freude Jakob31,7 Jakob: Bezeichnung für das Nordreich Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. zu!Stimmt Freudengesänge anfür den Herrscher der Völker31,7 Herrscher über die Völker: Ehrentitel, den König David trägt; vgl. 2. Samuel 22,44. Nur hier wird er auf das Volk übertragen.!Lasst es alle hören, lobt und verkündet:»Der Herr hat seinem Volk geholfen,den Rest Israels31,7 Rest Israels: Gruppe von Menschen, die Gottes Gericht überleben. Gott sammelt sie und schenkt ihnen eine neue Zukunft. hat er gerettet!«8Ja, ich hole sie heraus aus dem Land des Nordens31,8 Land des Nordens: Nach der Eroberung des Nordreichs Israel durch die Assyrer 722 v. Chr. wurde ein Teil der Bevölkerung in das Gebiet des heutigen Nord-Irak verschleppt.,aus allen Ecken der Erde bringe ich sie zusammen.Unter ihnen werden Blinde und Lahme sein,schwangere Frauen und junge Mütter.Sie werden wieder hierher zurückkehren.Als große Gemeinschaft kommen sie zurück.9Mit Tränen in den Augen werden sie kommen.Aber ich werde sie trösten und sicher leiten.Zu Bächen voller Wasser werde ich sie führen –auf einem ebenen Weg,auf dem sie nicht stolpern werden.Denn ich bin für Israel31,9 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). zum Vater geworden,Efraim31,9 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. ist mein erstgeborener Sohn.

10Hört das Wort des Herrn, ihr Völker!Verkündet es selbst auf den fernen Inseln31,10 Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt.!Sagt allen: »Der Herr hat Israel zerstreut31,10 Israel zerstreuen: Bild für die Verschleppung der Bevölkerung nach der Eroberung des Nordreichs Israel durch die Assyrer..Doch jetzt sammelt er es wieder!Er beschützt und leitet sein Volk,wie ein Hirte31,10 Hirte: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. In der Antike steht das Hirtenbild oft für den König oder für Gott. Mehr … seine Schafe hütet.«11Denn der Herr erlöst Jakob31,11 Jakob: Bezeichnung für das Nordreich Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt..Er befreit ihn aus der Hand dessen,der stärker ist als Jakob.12Dann werden sie kommen und auf Zions31,12 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … Höhe jubeln.Sie werden vor Freude strahlen über das Gute,das der Herr ihnen schenkt:über Korn, Wein und Olivenölund über die Jungtiere der Schafe, Ziegen und Rinder.Sie werden wie ein bewässerter Garten31,12 bewässerter Garten: Bild für das ungefährdete Aufblühen von Menschen, denen es rundherum gut geht. sein –nie mehr wird es ihnen an etwas fehlen.13Dann werden die Mädchen vor Freude tanzen,Jung und Alt werden miteinander lachen.Ich werde ihre Trauer in Freude verwandeln.Ich werde sie tröstenund sie von ihrem Kummer befreien.14Den Priestern31,14 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … gebe ich ihren Anteil am Opfer31,14 Anteil am Opfer: Priester erhalten einen Teil des Opfers für ihren Lebensunterhalt, vgl. 3. Mose/Levitikus 7,28-34.und werde sie reichlich sättigen.Mein Volk soll sich satt essen an all dem Guten,das ich ihm schenke.– So lautet der Ausspruch des Herrn31,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Für das verlassene Land gibt es Hoffnung

15So spricht der Herr31,15 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Noch hört man in Rama31,15 Rama: Ortschaft 8 km nördlich von Jerusalem gelegen. bitteres Klagen und Weinen.Rahel31,15 Rahel: Lieblingsfrau Jakobs. Hier Bild für die verlassene Stadt, die um die verschleppten Menschen weint. weint um ihre Kinder.Sie will sich nicht trösten lassen.Denn ihre Kinder wurden ihr genommen.16So spricht der Herr:Doch jetzt hör auf zu klagen und zu weinen!Denn deine Mühe wird belohnt.Ausspruch des Herrn31,16 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Sie werden aus dem Land des Feindes zurückkehren.17Es gibt Hoffnung für deine Zukunft.– Ausspruch des HerrnDeine Kinder werden in ihre Heimat zurückkehren.

Ein Bild der Hoffnung: Rückkehr des verlorenen Sohnes

18Ich habe wohl gehört, wie Efraim31,18 Efraim: Enkel von Rahel und Jakob. Er steht hier für das Nordreich Israel, dessen Klage Gott hört. klagt:»Du hast mich hart erzogen.Ich ließ mich von dir zähmen wie ein junger Stier,den noch niemand gebändigt hat.Lass mich doch umkehren!Ich will ja umkehren:Denn du, Herr, bist mein Gott!19Wenn ich umgekehrt bin,bereue ich, was ich getan habe.Nachdem ich es erkannt habe,schlage ich an meine Brust.Ich schäme mich in Grund und Boden.Denn als ich jung war,habe ich Schande31,19 Schande: Hier eine Folge der Missachtung von Gottes Willen. über mich gebracht.Daran trage ich jetzt schwer.«

20Ist Efraim31,20 Efraim: Enkel von Rahel und Jakob. Er steht hier für das Nordreich Israel, das Gott liebt wie sein eigenes Kind. denn nicht mein Lieblingssohn?Ist er nicht das Kind, das ich über alles liebe?Selbst wenn ich streng mit ihm reden muss,bin ich mit meinen Gedanken ganz bei ihm.Mein Herz schlägt ganz für ihn.Ich kann nicht anders: Ich habe Erbarmen mit ihm.– So lautet der Ausspruch des Herrn31,20 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

21Also mach dich jetzt auf den Heimweg:Stell die Wegweiser wieder auf!Markiere mit Steinen den Weg,den du damals gegangen bist!Achte genau auf die Straße!Kehre heim, Jungfrau Israel31,21 Jungfrau Israel: Das Verhältnis zwischen Gott und Israel wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Hier wird Israel als Jungfrau vorgestellt, mit der der Bräutigam einen Neuanfang wagt.!Kehre zurück in deine Städte!22Wie lange willst du noch zögern, Tochter31,22 Tochter: Anrede für die Jungfrau Israel.?Wie lange bleibst du noch unentschlossen?Denn der Herr hat Neues geschaffen:Im Land erwartet dich ein neues Miteinander –die Frau umgibt den Mann31,22 die Frau umgibt den Mann: Gemeint ist entweder ein neues Miteinander von Männern und Frauen oder von Gott und seinem Volk..

Auch für Juda gibt es Hoffnung

23So spricht der Herr31,23 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot31,23 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Auch im Land Juda31,23 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und in all seinen Städtenwird man sich wieder Segen31,23 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … wünschen.Wenn ich ihr Schicksal wenden werde,werden sie über ihr Land sagen:»Der Herr segne dich,du Weideland31,23 Weideland: Bild für ein Land, das unter Gottes Schutz steht. voller Gerechtigkeit,du heiliger Berg31,23 heiliger Berg: Meint den Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem steht.24Dann wird Juda wieder bevölkert sein.In all seinen Städten werden wieder Bauern lebenund Hirten, die mit ihren Herden umherziehen.25Ja, den Durstigen gebe ich zu trinkenund die Müden stärke ich.

26Das alles erlebte ich31,26 ich: Meint den Propheten Jeremia. im Schlaf.Da wachte ich auf und schaute mich um.Ich dachte: Wie angenehm war doch mein Schlaf!

Das Volk Gottes wird erneuert

27Seht, es kommt eine Zeit,da werde ich neu aussäen.Ausspruch des Herrn31,27 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Mit dem Haus Israel31,27 Haus Israel: Bezeichnung für das Nordreich Israel. und dem Haus Juda31,27 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem.werde ich einen Neuanfang machen:Menschen und Tiere sollen wieder leben und gedeihen.28Schon immer habe ich mich um sie gekümmert.Damals habe ich sie ausgerissen, eingerissen,zerstört, vernichtet und Schaden angerichtet.Jetzt aber werde ich sie aufbauen und pflanzen.– So lautet der Ausspruch des Herrn31,28 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..29Dann werden sie nicht mehr länger sagen:»Die Väter haben saure Trauben gegessen31,29 saure Trauben essen: Bild für das Tun von etwas Schlechtem..Deshalb sind die Zähne der Söhne jetzt ruiniert31,29 Zähne der Söhne ruiniert: Bild für die nachfolgende Generation, die unter den Folgen der Sünden ihrer Väter leidet.30Nein!Dann wird jeder seine eigene Schuld31,30 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … tragen müssenund daran sterben.Wer saure Trauben isst,wird seine eigenen Zähne ruinieren.

Gott schließt einen neuen Bund mit seinem Volk

31Seht, es kommt eine Zeit,da werde ich einen neuen Bund31,31 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … schließen.Mit dem Haus Israel31,31 Haus Israel: Bezeichnung für das Nordreich Israel. und dem Haus Juda31,31 Haus Juda: Bezeichnung für das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem.werde ich ihn schließen.Ausspruch des Herrn31,31 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.32Dieser Bund wird anders sein als der Bund,den ich mit ihren Vorfahren geschlossen31,32 mit ihren Vorfahren geschlossen: Meint den Bund, den Gott mit seinem Volk am Berg Sinai geschlossen hat; vgl. 2. Mose/Exodus 34. Die Gebote Gottes waren damals auf Tafeln aus Stein geschrieben. habe.Damals habe ich ihre Vorfahren an der Hand genommenund sie aus Ägypten geführt31,32 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..Aber sie haben meinen Bund gebrochen,obwohl ich doch ihr Herr war!– So lautet der Ausspruch des Herrn.33In Zukunft soll es einen neuen Bund31,33 neuer Bund: Gott verspricht einen Neuanfang. Für Christen ist dieses Versprechen durch Tod und Auferstehung von Jesus Christus erfüllt. Gottes Zusagen gelten jetzt für alle Menschen, die an ihn glauben. geben.Mit dem Haus Israel will ich ihn schließen.– So lautet der Ausspruch des Herrn.Und das wird der neue Bund sein:Ich werde meine Weisung31,33 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … in sie hineinlegenund sie in ihr Herz schreiben31,33 in ihr Herz schreiben: Die Gebote Gottes werden die Menschen von innen heraus prägen..Ich werde ihr Gott sein,und sie werden mein Volk sein.34Sie werden einander nicht mehr belehren.Keiner wird zum anderen sagen:»Erkenn doch endlich, wer der Herr ist!«Nein, sie alle werden mich kennen,vom Kleinsten bis zum Größten.– Ausspruch des HerrnDenn ich werde ihnen ihre Schuld vergebenund nicht länger an ihre Sünde31,34 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. Mehr … denken.

Gottes Versprechen für sein Volk

35Der Herr hat eine Botschaft für sein Volk.Er, der die Sonne zum Licht des Tages bestimmt hat,Mond und Sterne für die Nacht – das ist seine Ordnung31,35 seine Ordnung: Der Schöpfungsbericht in 1. Mose/Genesis 1,1–2,4 zeigt, wie Gott die Welt geordnet hat..Er, der das Meer aufwühlt, dass die Wellen brausen.Herr der himmlischen Heere31,35 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … – so lautet sein Name.Und so spricht der Herr31,35 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:36»Können diese Ordnungen denn jemals vergehen?Ausspruch des Herrn31,36 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Und das Volk aus dem Samen Israels31,36 Same Israels: Bild für den Rest Israels, mit dem Gott einen Neuanfang machen wird.kann es jemals untergehen?Nein, immer wird Israel vor meinen Augen bestehen.«

37So spricht der Herr31,37 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:»Kann jemand den Himmel vermessenoder in die Tiefen der Erde vordringen?Und alle Nachkommen Israels –kann ich sie jemals verwerfen?Nein, trotz allem, was sie getan haben!– So lautet der Ausspruch des Herrn31,37 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.

38Seht, es kommt eine Zeit,da wird Jerusalem31,38 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … für den Herrn wieder aufgebaut –vom Turm Hananel bis zum Ecktor.– So lautet der Ausspruch des Herrn31,38 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..39Weit reicht die Messschnur.Man wird die Stadtmauern verlängern –vom Hügel Gareb gegenüber dem Turmmit einem Knick bis nach Goa.40Selbst unreine Orte31,40 unreine Orte: Kontakt mit Toten macht unrein. sind dann heilig für den Herrnwie das Tal der Leichen und der Asche31,40 Tal der Leichen und der Asche: Im Tal Hinnom, im Süden Jerusalems, wurden die Toten bestattet und die Asche der Opfertiere ausgeschüttet..Dazu noch die Hänge bis zum Bach Kidronund bis zum Pferdetor im Osten.Nie wieder wird diese Stadt zerstört und abgebrochen!
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Hoffnung auf einen Neuanfang

Jeremia 32,1–33,26

Jeremia kauft einen Acker

321Im zehnten Regierungsjahr32,1 zehntes Regierungsjahr: Meint das Jahr 588 v. Chr. König Zidkijas32,1 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Judaerhielt Jeremia einen Auftrag vom Herrn.Es war das achtzehnte Regierungsjahr Nebukadnezzars32,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr..2Der babylonische König belagerte damalsmit seinem Heer die Stadt Jerusalem.Der Prophet Jeremia war verhaftet worden.Man hielt ihn im Wachhof32,2 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. am Königspalast gefangen.3König Zidkija von Juda hatte ihn eingesperrt.Sein Vorwurf lautete:»Du trittst als Prophet32,3 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … gegen mich auf und sagst:So spricht der Herr32,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Seht, ich gebe diese Stadtin die Gewalt des Königs von Babylonien.Er wird sie erobern.4Auch König Zidkija von Judawird den Babyloniern32,4 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. nicht entkommen.Er fällt dem babylonischen König in die Hände.Auge in Auge muss er ihm Rede und Antwort stehen.5Dann wird man Zidkija nach Babylon wegführen.Dort muss er bleiben,bis ich ihn zur Rechenschaft ziehe.– So lautet der Ausspruch des Herrn32,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..Wenn ihr also gegen die Babylonier32,5 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. Krieg führt,werdet ihr ganz sicher nicht gewinnen!‹«

6Aus dieser Zeit berichtete Jeremia:Damals kam dieses Wort des Herrn32,6 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:7»Hanamel, der Sohn deines Onkels Schallum,wird zu dir kommen und dich bitten:Kauf dir meinen Acker, der in Anatot32,7 Anatot: Heimatstadt Jeremias, 5 km nordöstlich von Jerusalem. liegt!Denn bei dir liegt das Vorkaufsrecht.Als Verwandter bist du zum Kauf verpflichtet32,7 zum Kauf verpflichtet: Auf diese Art und Weise blieb das Stück Land im Besitz der Familie, die es weiter bewirtschaften konnte; vgl. 3. Mose/Levitikus 25,23-28.8Und tatsächlich kam mein Cousin Hanamel,wie der Herr es mir vorausgesagt hatte.Er kam zu mir in den Wachhof und bat mich:»Kauf doch meinen Acker, der in Anatot liegt,im Gebiet von Benjamin32,8 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.!Denn du hast das Recht, ihn zu erwerben.Als Verwandter bist du sogar dazu verpflichtet.Also, kauf ihn!«Da wusste ich, dass es ein Auftrag des Herrn war.

9Ich kaufte also den Acker in Anatotvon meinem Cousin Hanamel.Den Preis dafür wog ich in Silber ab,er betrug 17 Silberstücke32,9 Silberstück: Wörtlich »Schekel«. Ein Schekel ist eine Maßeinheit für ein Gewicht von knapp 12 g. Bevor das Bezahlen mit Münzen üblich wurde, bezahlte man mit Silber- und Goldstücken, die jeweils abgewogen wurden..10Ich schrieb einen Vertragund verschloss ihn mit einem Siegel32,10 Siegel: Ein persönlicher Stempel, durch dessen Abdruck ein Brief, eine Urkunde oder ein Vertrag beglaubigt wird. Mehr ….Ich bezahlte den Preis im Beisein von Zeugen32,10 Zeugen: Im Gerichtsprozess und bei Rechtsgeschäften sind mindestens zwei unbeteiligte Personen hinzuzuziehen.und wog dazu das Silber auf einer Waage.11Dann nahm ich die Urkunde,also den versiegelten Vertrag und eine Abschrift32,11 Abschrift: Es war üblich, die Urkunde zusammen mit einer Kopie aufzubewahren. So konnte man die Bestimmungen nachlesen, ohne das Siegel aufzubrechen. davon.So entsprach es Recht und Gesetz.12Vor den Augen meines Cousins Hanamelüberreichte ich Baruch32,12 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia. die Urkunde.Baruch war der Sohn des Nerija und Enkel von Machseja.Auch die Zeugen waren dabei,die in der Urkunde aufgeführt waren –und alle Judäer, die sich im Wachhof32,12 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. aufhielten.13Vor ihren Augen gab ich Baruch diesen Auftrag:14»So spricht der Herr32,14 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot32,14 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Nimm diese Schriftstücke, diese Urkunde,also den versiegelten Vertrag und die Abschrift davon.Bewahre sie auf in einem Krug32,14 Krug: Zur Lagerung steckte man wichtige Schriftrollen in einen Tonkrug und verschloss ihn mit einem Deckel. aus Ton,damit sie lange Zeit erhalten bleiben.15Denn so spricht der Herr Zebaot, der Gott Israels:Ja, es wird in diesem Land wieder eine Zeit geben,in der man Häuser, Äcker und Weinberge32,15 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … kauft.«

Das Gebet Jeremias

16Diese Urkunde übergab ich Baruch32,16 Baruch: Schreiber des Propheten Jeremia., dem Sohn Nerijas.Dann betete ich zum Herrn:

17»Ach Herr, mein Gott!Du bist es, der Himmel und Erde gemacht32,17 Himmel und Erde gemacht: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4. hat –mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm.Nichts ist für dich unmöglich!18Du begegnest Tausenden von Menschen voller Güte.Doch wenn die Väter Schuld32,18 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … auf sich geladen haben,ziehst du auch ihre Kinder zur Verantwortung.Du großer, starker Gott,Herr Zebaot32,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … ist dein Name.19Groß sind deine Pläne und machtvoll deine Taten.Mit offenen Augen achtest du auf alle Wege,auf denen die Menschen durchs Leben gehen.Du gibst jedem das, was seinem Verhalten entspricht:Gutes folgt auf gute Taten, Böses auf böse Taten.

20Du hast Zeichen und Wunder32,20 Zeichen, Wunder: Von den Zeichen und Wundern Gottes bei der Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten erzählt 2. Mose/Exodus 7–15. in Ägypten getan.Bis heute tust du sie an Israel und an allen Menschen.So hast du dir einen Namen gemacht,wie man ihn heute kennt.21Du hast Zeichen und Wunder getan,als du dein Volk Israel aus Ägypten geführt32,21 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hast –mit starker Hand und ausgestrecktem Arm.Großen Schrecken hast du dabei verbreitet.22Du hast ihnen dieses Land gegeben,wie du es ihren Vorfahren geschworen32,22 ihren Vorfahren geschworen: Von Gottes Versprechen, seinem Volk Land zu geben, erzählt beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. hast.Es ist ein Land, in dem Milch und Honig fließen32,22 Land, in dem Milch und Honig fließen: Biblische Redewendung für ein fruchtbares Land, das landwirtschaftliche Güter im Überfluss hervorbringt..23Sie kamen und nahmen das Land in Besitz.Doch sie wollten nicht auf dich hörenund nicht nach deiner Weisung32,23 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … leben.Sie haben nichts von allem getan,was du ihnen befohlen hast.Darum ist dieses ganze Unheil über sie gekommen.

24Ja, die Belagerungsrampen32,24 Belagerungsrampe: Zum Sturm auf eine Stadt wurden riesige Rampen aus Erde aufgeschüttet, um die Truppen direkt auf die Stadtmauer zu bringen.reichen schon bis an die Stadt!Bald werden die Babylonier32,24 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. sie einnehmen.Durch Krieg, Hunger und Seuchenwird sie ihren Eroberern in die Hände fallen.Was du vorausgesagt hast, ist eingetroffen.Du siehst es ja selbst.25Doch du, mein Herr und Gott, hast mich aufgefordert:›Nimm das Geld und kauf dir den Acker unter Zeugen!‹Dabei gehört die Stadt doch bald den Babyloniern32,25 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.

Gottes Antwort und die Erklärung des Ackerkaufs

26Darauf kam folgendes Wort zu Jeremia vom Herrn32,26 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben.:27Sieh her: Ich bin der Herr,der Gott von allem, was lebt!Sollte mir etwas unmöglich sein?

28So spricht der Herr32,28 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Ja, ich gebe diese Stadtin die Gewalt der Babylonier32,28 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt.und in die Gewalt Nebukadnezzars32,28 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr..Er, der König von Babylonien, wird sie einnehmen.29Die Babylonier32,29 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. kommen und kämpfen gegen diese Stadt.Sie legen Feuer, zünden die Stadt anund verbrennen alles – auch die Häuser.Auf den Dächern dieser Häuserhaben die Bewohner Jerusalems32,29 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … andere Götter32,29 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … angebetet.Für Baal32,29 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … haben sie Räucheropfer32,29 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dargebrachtund für andere Götter Trankopfer32,29 Trankopfer: Ausgießen von Wein, Wasser oder Öl an einem Altar. Mehr … ausgegossen.Damit haben sie meinen Zorn herausgefordert.30Denn seit ihrer Jugendtun die Leute aus Israel32,30 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und Juda32,30 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … immer nur dasselbe:Sie tun, was in meinen Augen böse ist.Mit dem, was ihre Hände getan haben,haben sie mich zornig32,30 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … gemacht.– So lautet der Ausspruch des Herrn32,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..31Darum verbinde ich mit dieser Stadt nur Zorn und Wut.Und das seit damals, als sie gebaut wurde, bis heute.Also weg mit ihr! Aus meinen Augen!32Denn die Leute aus Israel und Judahaben viel Böses getan und mich zornig gemacht.Daran waren alle beteiligt: ihre Könige und Beamten,ihre Priester32,32 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und ihre Propheten32,32 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …und jeder einzelne Bewohner Judas und Jerusalems.33Sie haben das Gesicht von mir abgewandtund mir stattdessen ihren Rücken gezeigt.Wieder und wieder habe ich ihnen ausrichten lassen,was ich von ihnen will.Doch sie hörten nicht darauf und verweigerten sich.34Sie brachten abscheuliche Dinge in das Haus32,34 Haus, das Gottes Namen trägt: Meint den Tempel in Jerusalem.,das meinen Namen trägt.So machten sie es unrein32,34 unrein: Durch die Verehrung fremder Götter wurde der Tempel unrein..35Im Hinnom-Tal bauten sie Kultplätze für Baal.Dort ließen sie auch ihre Kinder durchs Feuer gehen32,35 Kinder durchs Feuer gehen lassen: Meint das Opfern von Kindern in Notlagen.um sie dem Moloch32,35 Moloch: Gottheit, die im Umfeld Israels verehrt wurde. darzubringen.So etwas habe ich ihnen niemals geboten,es ist mir nicht mal in den Sinn gekommen!Niemals würde ich so etwas Abscheuliches verlangenund Juda dadurch zur Sünde32,35 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … verführen.

36Doch es gibt noch eine andere Botschaftfür diese Stadt32,36 diese Stadt: Gemeint ist die Stadt Jerusalem., von der ihr sagt:»Sie wurde in die Hand des babylonischen32,36 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. Königs gegeben.Krieg, Hunger und Seuchen haben in ihr gewütet.«Das aber sagt der Herr, der Gott Israels, über sie:37»Ich bringe sie aus allen Ländern wieder zusammen.Dorthin hatte ich die Menschen verbannt32,37 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. Mehr …,als ich zornig, wütend und entsetzt war.Ich werde sie hierher, an diesen Ort, zurückbringen.Ich werde ihnen Sicherheit schenken,dass sie in Ruhe und Frieden32,37 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr … leben können.38Sie werden mein Volk sein,und ich werde ihr Gott sein.39Dieses beides will ich ihnen schenken:ein Herz32,39 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens., das nur das eine will,und einen Lebensweg32,39 Lebensweg: Art und Weise, in der Menschen ihr Leben gestalten., der nur dieses eine Ziel hat:jeden Tag in Ehrfurcht32,39 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor mir zu leben.Dann wird es ihnen gut gehen –ihnen und ihren Nachkommen.40Ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund32,40 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr ….Niemals werde ich mich von ihnen abwendenund nie aufhören, ihnen Gutes zu tun.Ich werde ihnen Ehrfurcht vor mir in ihr Herz legen,damit sie sich niemals von mir abwenden.41Es wird mir eine Freude sein,wenn ich ihnen Gutes tun kann.Ich werde sie in diesem Land fest einpflanzen.Mit beständiger Treue werde ich das tunund mit aller Kraft –ja, mit ganzem Herzen32,41 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. und mit ganzer Seele32,41 mit ganzer Seele: Gott will sich so für sein Volk einsetzen, wie er es umgekehrt von seinem Volk erwartet; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 6,5.

42So spricht der Herr32,42 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich habe über dieses Volk großes Unheil gebracht.Doch genauso will ich es mit allem Guten überhäufen,das ich ihm versprochen habe.43Dann wird man wieder Äcker in diesem Land kaufen,von dem ihr jetzt noch sagt:»Es ist verwüstet und von Mensch und Tier verlassen.In die Gewalt der Babylonier32,43 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. wurde es gegeben.«44Für gutes Geld wird man Äcker kaufen.Man wird Kaufverträge ausstellen und versiegeln,und man wird den Kauf bezeugen lassen.Im ganzen Land wird man es wieder tun:im Gebiet von Benjamin32,44 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.,in der Umgebung von Jerusalem32,44 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …und in den Städten Judas, die auf dem Gebirge liegen.Auch im Hügelland wird man so verfahren,ebenso in der Wüste im Süden.Denn ich werde ihr Schicksal wenden.– So lautet der Ausspruch des Herrn32,44 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..
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Nach dem Untergang wird es einen Neuanfang geben

331Jeremia saß noch immer im Wachhof33,1 Wachhof: Bereich im Palast, in dem die Soldaten der königlichen Leibwache untergebracht waren. in Haft.Da kam zum zweiten Mal ein Wort des Herrn33,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu ihm:2So spricht der Herr33,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der alles geschaffen33,2 alles geschaffen: Von der Erschaffung der Welt erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4. hat,der Herr, der alles plant und verwirklicht –ja, Herr ist sein Name!3Er sagte: »Bete zu mir und ich werde dir antworten!Ich werde dir große und unbegreifliche Dinge zeigen,über die du nichts wissen kannst.4Denn ich habe eine Botschaft für Jerusalem33,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….So spricht der Herr, der Gott Israels33,4 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …:Man hat die Häuser in dieser Stadt abgerissen,ebenso die Paläste der Könige von Juda.Das geschah, damit man die Stadtmauer verstärkenund besser gegen die Angreifer kämpfen konnte.5Man wollte die Babylonier33,5 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. bekämpfen.Doch den Platz, an dem die Häuser standen,brauchte man dann für etwas anderes:Man füllte ihn mit den Leichen der Menschen,die ich in meinem Zorn und meiner Wut erschlug.Ich habe mein Angesicht verborgen33,5 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. Mehr …und mich von dieser Stadt zurückgezogen.Denn die Bewohner haben so viel Böses getan.

6Doch jetzt seht her, was ich tun will:Ich schenke der Stadt Heilung und Genesungund mache sie gesund.Ihren Bewohnern eröffne ichwahren Frieden33,6 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr … und beständige Treue.7Ich wende das Schicksal Judas33,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Israels33,7 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).und baue sie wieder auf wie früher.8Ich reinige sie von ihrer ganzen Schuld,von ihrer Sünde, die sie gegen mich begangen haben.Ich vergebe ihnen alle bösen Taten und die Sünden33,8 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,mit denen sie sich gegen mich aufgelehnt haben.9Dann wird Jerusalem33,9 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … für mich ein Name der Freude sein.Alle Völker der Erde werden hören,was ich der Stadt Gutes tue.Dann werden sie mich rühmen und loben.Sie werden verwundert und fassungslos sein,dass ich ihr so viel Gutes und wahren Frieden schenke.«

10So spricht der Herr33,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Noch sagt ihr von diesem Ort:»Es ist ein unbewohntes Trümmerfeld,von Mensch und Tier verlassen.«Doch bald wird man an diesem Ort wieder Stimmen hören:in den Städten Judas33,10 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und in den Gassen Jerusalems33,10 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …,die eben noch verwüstet waren, ohne Menschen und Tiere.11Stimmen voller Jubel und Freude wird man hören,Stimmen von Bräutigam und Braut,Stimmen, die solche Danklieder33,11 Danklieder: Mit den folgenden Worten beginnt beispielsweise Psalm 105,1. singen:»Dankt dem Herrn Zebaot33,11 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …!Denn der Herr ist gut.Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen.«Dann werden sie wieder Dankopfer33,11 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. Mehr … darbringenund sie ins Haus des Herrn33,11 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. bringen.Denn ich werde das Schicksal des Landes wenden.Es soll wieder wie früher werden.Das verspricht der Herr.

12So spricht der Herr33,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot33,12 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Noch ist dieser Ort ein Trümmerfeld,verlassen von Mensch und Tier.Doch dieser Ort und alle anderen Städtewerden wieder zu Weideland33,12 Weideland: Schon in Jeremia 23,3 Bild für das gute Land, in das Gottes Volk zurückkehren wird. werden.Dann werden dort Hirten mit ihren Herden lagern.13Sie werden mit ihren Schafen ein- und ausziehen.Dabei wird man überall wieder die Tiere zählen:in den Städten des Berglandes und des Hügellandes,in den Städten der Wüste und im Gebiet Benjamin33,13