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Jeremias Wirken bis zur Zerstörung Jerusalems

Jeremia 26,1–38,28

Jeremias Auseinandersetzung mit den falschen Propheten

Jeremia 26,1–29,32

Jeremias Rede im Tempel

261Es war am Anfang der Regierungszeit Jojakims26,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert.,des Sohnes Joschijas26,1 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30., des Königs von Juda.Damals kam dieses Wort vom Herrn zu Jeremia:2So spricht der Herr26,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Stell dich in die Halle26,2 Halle: Offener Eingangsbereich des Tempels. im Haus des Herrn26,2 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.!Rede zu allen, die aus den Städten Judas26,2 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … kommen,um im Haus des Herrn Gott anzubeten!Verkünde ihnen alle Worte,die ich dir für sie aufgetragen habe!Lass ja nichts davon weg!3Vielleicht hören sie zu und kehren umund jeder verlässt seinen bösen Weg26,3 böser Weg: Bild für eine Lebensweise gegen den Willen Gottes..Dann bereue ich es,dass ich Unheil über sie bringen wollte,weil sie Böses tun.

4Das sollst du ihnen sagen:So spricht der Herr:Hört auf mich! Geht auf meinen Wegen26,4 geht auf meinen Wegen: Wörtlich »geht in meiner Weisung«. Bild für eine Lebensweise nach dem Willen Gottes.,die ich euch gezeigt habe!5Hört auf die Worte meiner Knechte26,5 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, der Propheten26,5 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …,die ich zu euch geschickt habe.Unermüdlich sende ich sie zu euch,obwohl ihr nicht auf sie gehört habt.6Wenn ihr weiterhin nicht auf mich hört,mache ich es mit diesem Haus wie mit Schilo26,6 Schilo: Stadt im Westjordanland mit einem Heiligtum, in dem früher die Bundeslade aufbewahrt wurde. Zur Zeit Jeremias waren das Heiligtum und die Stadt völlig zerstört..Und den Namen Jerusalems mache ich zu einem Fluch26,6 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …:Bei allen Völkern der Erde wird er für Unheil stehen.

Jeremia wird angeklagt und kommt vor Gericht

7Die Priester26,7 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …, Propheten26,7 Propheten: Wurden befragt, wenn man eine Antwort von Gott bekommen wollte. Viele von ihnen hielten sich am Tempel auf. und das ganze Volk hörten,was Jeremia im Haus des Herrn26,7 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. verkündete.8Jeremia gab ihnen jedes dieser Worte26,8 jedes dieser Worte: Meint die Gerichtsankündigung in den Versen 4-6. weiter,die der Herr ihm für das ganze Volk aufgetragen hatte.Als er damit fertig war,ergriffen ihn Priester, Propheten und das ganze Volk.Sie riefen: »Du musst sterben!9Warum hast du so etwas im Haus des Herrn geweissagt?Du hast gesagt,dass es diesem Haus hier wie Schilo26,9 Schilo: Stadt im Westjordanland mit einem Heiligtum, in dem früher die Bundeslade aufbewahrt wurde. Zur Zeit Jeremias waren das Heiligtum und die Stadt völlig zerstört. ergehen soll.Diese Stadt soll zerstört werden und unbewohnt sein.«

Da versammelte sich das ganze Volk um Jeremiaim Haus des Herrn26,9 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..10Als die hohen Beamten26,10 hohe Beamte: Personen mit dem Recht, Urteile zu fällen und Strafen zu verhängen. von Juda26,10 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … davon hörten,verließen sie das Haus des Königsund gingen zum Haus des Herrn hinauf.Dort nahmen sie Platz im neuen Tor des Tempels.11Dann erhoben die Priester26,11 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und Propheten26,11 Propheten: Wurden befragt, wenn man eine Antwort von Gott bekommen wollte. Viele von ihnen hielten sich am Tempel auf. Anklage.Sie sagten zu den Beamten und zum ganzen Volk:»Dieser Mann verdient das Todesurteil!Er hat gegen diese Stadt geweissagt.Das habt ihr mit euren eigenen Ohren gehört.«

Jeremia verteidigt sich

12Da ergriff Jeremia das Wortund sagte zu allen Beamten und dem ganzen Volk:»Der Herr hat mich gesandt,um die Worte zu verkünden,die ihr gehört habt.Gegen dieses Haus und gegen diese Stadtsollte ich weissagen.13So bessert jetzt euer Leben und euer Tun!Hört auf den Herrn, euren Gott!Dann wird der Herr es bereuen,dass er euch Unheil angedroht hat.14Seht her: Ich bin in eurer Hand!Macht mit mir, was euch gut und recht erscheint!15Doch bedenkt: Wenn ihr mich tötet,vergießt ihr unschuldiges Blut.Dieses Blut wird über euch kommen26,15 Blut wird über euch kommen: Der Mord an Jeremia würde nicht ungestraft bleiben. Gott würde die Schuldigen zur Verantwortung ziehen.,über diese Stadt und ihre Bewohner.Denn das ist die Wahrheit:Der Herr hat mich zu euch geschickt,um euch alle diese Worte zu sagen.Ihr sollt sie hören.«

Jeremia wird freigesprochen

16Das hörten die Beamten und das ganze Volk.Sie sagten zu den Priestern26,16 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und Propheten26,16 Propheten: Wurden befragt, wenn man eine Antwort von Gott bekommen wollte. Viele von ihnen hielten sich am Tempel auf.:»Dieser Mann verdient nicht das Todesurteil!Er spricht zu uns im Namen des Herrn, unseres Gottes.«

17Es waren einige Männer aufgestanden,die zu den Ältesten des Landes26,17 Älteste des Landes: Angesehene und geachtete Bürger von Juda, deren Worte ein besonderes Gewicht hatten. gehörten.Die hatten zur ganzen versammelten Menge gesagt:18»Micha26,18 Micha: Prophet, dessen Worte im Buch Micha aufgeschrieben sind. Das Zitat steht in Micha 3,12. aus Moreschet war damals Prophet26,18 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …,als Hiskija26,18 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. König von Juda war.Auch er verkündete dem ganzen Volk von Juda:So spricht der Herr26,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot26,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Der Zion26,18 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … wird umgepflügt wie ein Acker.Jerusalem26,18 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … wird zu einem Trümmerfeldund der Tempelberg zum finsteren Wald.‹19Ließ König Hiskija von Juda Micha dafür etwa töten?Verlangte ganz Juda26,19 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … etwa seine Hinrichtung?Hatte der König nicht Ehrfurcht26,19 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn?Haben sie nicht den Herrn angefleht?Er sollte seine Drohung bereuen.Das Unheil, das er ihnen angekündigt hatte,sollte er nicht über sie kommen lassen.Doch was tun wir?Wir bringen großes Unheil über uns selbst!«

Der Prophet Urija dagegen wird hingerichtet

20Zu Jeremias Lebzeiten gab es noch einen anderen Mann,der im Namen des Herrn als Prophet26,20 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … sprach:Urija26,20 Urija: Nur hier genannter Prophet, dessen Heimatstadt etwa 13 km westlich von Jerusalem lag., der Sohn des Schemaja, aus Kirjat-Jearim.Auch er weissagte gegen diese Stadt und dieses Landund tat das genau wie Jeremia.21König Jojakim26,21 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert. hörte, was Urija ankündigte,auch all seine Soldaten und Beamten hörten die Worte.Deshalb wollte der König ihn töten.Doch Urija hörte davon.Er bekam Angst und floh nach Ägypten26,21 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….22Da schickte König Jojakim Männer nach Ägypten:Elnatan, den Sohn des Achbor, und einige Leute mit ihm.23Sie holten Urija aus Ägyptenund brachten ihn zu König Jojakim.Der ließ ihn mit dem Schwert hinrichtenund seinen Leichnam auf den Armenfriedhof26,23 Armenfriedhof: Ort, an dem die einfache Bevölkerung begraben wurde. werfen.

24Jeremia dagegen wurde nicht hingerichtet.Denn Ahikam, der Sohn des Schafan26,24 Schafan: Aus Schafans Familie stammten viele hohe Beamte, beispielsweise der Schreiber von König Joschija; vgl. 2. Könige 22,3., beschützte ihnund verhinderte so, dass das Volk ihn töten konnte.
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Jeremia soll ein Joch herstellen

271Es war am Anfang der Regierungszeit Zidkijas27,1 Zidkija: Viele Handschriften nennen hier König Jojakim, den älteren Bruder Zidkijas. Vermutlich liegt ein Schreibfehler vor, da im gleichlautenden Text in Jeremia 26,1 König Jojakim genannt wird.,des Sohnes von Joschija27,1 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30., dem Königs von Juda.Damals kam dieses Wort vom Herrn zu Jeremia.2So spricht der Herr27,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Mach dir aus Stricken und einer Stange ein Joch27,2 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für die Unterdrückung durch einen fremden König.und leg es dir auf den Nacken!3Dann lass folgenden Königen27,3 folgende Könige: Die genannten Könige hatten sich versammelt, um sich gegen König Nebukadnezzar II. aufzulehnen. eine Botschaft zukommen:den Königen von Edom27,3 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. und Moab27,3 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr …,dem König der Ammoniter27,3 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.und den Königen von Tyros27,3 Tyros: Hafenstadt am östlichen Mittelmeer und Hauptstadt der Phönizier, im heutigen Libanon gelegen. Mehr … und Sidon27,3 Sidon: Bedeutende Hafenstadt der Phönizier am östlichen Mittelmeer, im heutigen Libanon gelegen. Mehr ….Ihre Gesandten sind in Jerusalem27,3 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … bei König Zidkija27,3 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht..Sie sollen meine Botschaft übermitteln.4Gib ihnen für ihre Herren diesen Auftrag:So spricht der Herr27,4 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot27,4 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Sagt euren Herren:

5Ich habe die Erde geschaffen27,5 die Erde geschaffen: Von der Erschaffung der Erde erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4.,dazu die Menschen und Tiere, die auf der Erde leben.Mit meiner großen Kraft habe ich das getanund mit meinem machtvoll ausgestreckten Arm.Ich gebe das alles dem,der in meinen Augen der Richtige ist.6Und nun übergebe ich Nebukadnezzar27,6 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. alle dieses Länder.Er, der König von Babylonien, ist mein Knecht27,6 Knecht: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Selbst Nebukadnezzar II. ist von Gott beauftragt, obwohl er fremde Götter anbetet..Selbst die wilden Tiere sollen ihm dienen.7Alle Völker sollen zuerst ihm dienen,danach seinem Sohn und seinem Enkel.Erst wenn für sein Land die Zeit gekommen ist,wird ihre Herrschaft enden.Dann müssen sie selbst anderen dienen –großen Völkern und mächtigen Königen.8Bis dahin muss jedes Volk und jedes KönigreichNebukadnezzar, dem König von Babylonien, dienen.Sie alle müssen ihren Nacken unter sein Joch27,8 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für die Unterdrückung durch den fremden König. beugen.Weigert sich ein Volk,werde ich es mit Krieg, Hunger und Seuche strafen.Durch Nebukadnezzars Hand werde ich alles vernichten.Ausspruch des Herrn27,8 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.

9Hört also nicht auf eure anderen Propheten27,9 andere Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden., Wahrsager27,9 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr …,Traumdeuter, Zeichendeuter und Zauberer27,9 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen. Mehr …!Die sagen euch:»Ihr werdet dem babylonischen König nicht dienen!«10Sie weissagen euch nur Lügen.Hört ihr darauf, müsst ihr euer Land verlassen.Ich werde euch verstoßen, und ihr geht zugrunde.11Doch das Volk, das dem babylonischen König dient,lasse ich im eigenen Land leben.Das Volk, das seinen Nacken unter sein Joch beugt,wird das eigene Land bearbeiten und bewohnen.– So lautet der Ausspruch des Herrn27,11 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

12Alle diese Worte sagte ich auch zu Zidkija27,12 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht.,dem König von Juda27,12 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …:»Dient dem babylonischen König27,12 babylonischer König: Meint Nebukadnezzar II. und seinem Volkund beugt euren Nacken unter sein Joch27,12 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Mehr …!Dann werdet ihr am Leben bleiben!13Oder wollt ihr alle sterben, du und dein Volk?Wollt ihr durch Krieg, Hunger und Seuchen umkommen?So hat es der Herr doch dem Volk angedroht,das dem babylonischen König nicht dienen will.14Hört nicht auf die Worte der anderen Propheten27,14 andere Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden.,die euch sagen:›Ihr werdet dem babylonischen König nicht dienen!‹Sie weissagen euch nur Lügen.15Denn ich habe sie nicht geschickt.Ausspruch des Herrn27,15 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Trotzdem weissagen sie in meinem Namen Lügen.Hört ihr auf sie, werde ich euch alle verstoßen.Ihr und die Propheten, die für euch weissagen –ihr alle werdet umkommen.«

16Danach wandte ich mich an die Priester27,16 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr ….Zu ihnen und zum ganzen Volk sagte ich:»So spricht der Herr27,16 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Hört nicht auf die Worte eurer anderen Propheten27,16 andere Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden.,die für euch weissagen und behaupten:›Die heiligen Gerätschaften27,16 heilige Gerätschaften: 2. Könige 24,13 erzählt, dass Nebukadnezzar II. 597 v. Chr. die goldenen Geräte aus dem Tempel geraubt und nach Babylon gebracht hat. aus dem Haus des Herrn27,16 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.werden bald aus Babylon27,16 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. zurückkommen, sehr bald!‹Denn diese Weissagungen sind nichts als Lügen!17Hört doch nicht auf sie!Dient dem babylonischen König27,17 babylonischer König: Meint Nebukadnezzar II. – dann werdet ihr leben!Warum soll diese Stadt zum Trümmerhaufen werden?18Wären sie doch wirklich Propheten27,18 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …!Hätten sie doch wirklich ein Wort des Herrn bekommen!Dann würden sie zum Herrn Zebaot27,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … beten.Sie würden ihn anflehen,dass wenigstens die übrigen Gerätschaften dableiben.Nicht alles soll nach Babylon gebracht werden,was sich noch hier in Jerusalem27,18 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … befindet –im Haus des Herrn und im Palast des Königs von Juda.«

19Denn so spricht der Herr27,19 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot27,19 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Im Tempel dieser Stadt ist noch einiges übrig:die prächtigen Säulen27,19 prächtige Säulen: Im Eingangsbereich des Jerusalemer Tempels standen zwei Säulen aus Bronze, von deren Bau 1. Könige 7,15-22 erzählt., das »Meer«27,19 das »Meer«: Bezeichnung für ein großes Bronzebecken im Tempel, von dessen Anfertigung 1. Könige 7,23-26 erzählt.,die Gestelle27,19 Gestelle: Teil der Ausstattung des Jerusalemer Tempels. Von ihrer Anfertigung erzählt 1. Könige 7,27-39. und die Gerätschaften.20Nebukadnezzar27,20 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,hat sie damals27,20 damals: 597 v. Chr. eroberte Nebukadnezzar die Stadt Jerusalem, plünderte den Tempel und führte einen Teil der Bewohner in die Verbannung nach Babylon. nicht mitgenommen,als er die führenden Leute in die Verbannung schickte.Viele verschleppte er aus Jerusalem nach Babylon –darunter König Jojachin27,20 Jojachin: König des Südreichs Juda (598–597 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird er von Nebukadnezzar II. in die Verbannung nach Babylon geführt. von Juda, den Sohn des Jojakim,und alle wichtigen Leute aus Jerusalem und Juda.21Es geht also um die Gerätschaften,die sich noch in Jerusalem befinden –im Haus des Herrn27,21 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. und im Palast des Königs von Juda.Von ihnen spricht der Herr Zebaot,der Gott Israels, und kündigt an:22Nach Babylon27,22 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. wird man sie bringen.Dort werden sie bleiben,bis ich mich wieder um sie kümmern werde.Erst dann werde ich sie wieder hierher zurückbringen.– So lautet der Ausspruch des Herrn27,22 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..
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Jeremia und der falsche Prophet Hananja

281Es war am Anfang der Regierungszeitdes Königs Zidkija28,1 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda,im fünften Monat des vierten Jahres.In diesem Jahr trat Hananja Jeremia entgegen.Hananja28,1 Hananja: Behauptet, in Gottes Auftrag zu sprechen; er hat aber keine Botschaft von Gott., der Sohn des Asur, galt auch als Prophet.Er stammte aus Gibeon.In Gegenwart der Priester28,1 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und des ganzen Volkessagte er im Haus des Herrn28,1 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. zu Jeremia:2»So spricht der Herr28,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot28,2 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Ich zerbreche das Joch28,2 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Hier Bild für die Unterdrückung durch den fremden König. des babylonischen Königs!3Noch zwei Jahre,dann bringe ich alles an diesen Ort hier zurück:alle Gerätschaften aus dem Haus des Herrn28,3 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.,die König Nebukadnezzar28,3 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. von Babylonien geraubt hat.Er hat sie von diesem Ort weggenommenund nach Babylon28,3 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. gebracht.4Auch König Jojachin28,4 Jojachin: König des Südreichs Juda (598–597 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird er von Nebukadnezzar II. in die Verbannung nach Babylon geführt. von Juda, den Sohn des Jojakim,bringe ich zurück an diesen Ort –zusammen mit allen anderen aus Juda,die nach Babylon verschleppt28,4 nach Babylon verschleppt: 597 v. Chr. eroberte Nebukadnezzar II. die Stadt Jerusalem, plünderte den Tempel und führte einen Teil der Bewohner in die Verbannung nach Babylon. wurden.Denn ich zerbreche das Joch des babylonischen Königs.– So lautet der Ausspruch des Herrn28,4 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.

5Doch Jeremia widersprach dem Propheten Hananjavor den Priestern28,5 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und dem ganzen Volk.Sie waren im Haus des Herrn28,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. versammelt.6Der Prophet28,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia sagte: »Amen28,6 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!« Mehr …!Das möge der Herr tun!Möge der Herr deine Worte in Erfüllung gehen lassen,die du geweissagt hast!Möge er doch alles an diesen Ort hier zurückbringen:alle Gerätschaften aus dem Haus des Herrnund alle nach Babylon verschleppten Menschen28,6 nach Babylon verschleppte Menschen: 597 v. Chr. eroberte Nebukadnezzar II. die Stadt Jerusalem, plünderte den Tempel und führte einen Teil der Bewohner in die Verbannung nach Babylon.!7Doch jetzt hör gut zu,was ich dir und dem ganzen Volk zu sagen habe:8Es gab schon früher Propheten.Lange vor dir und vor mir haben sie gelebt.Mächtigen Völkern und großen Königreichenweissagten sie Krieg, Hunger und Seuchen.9Und wenn ein Prophet Frieden ankündigt?Wenn seine Weissagung eintrifft,erkennt man ihn als wahren Propheten.Ihn hat der Herr geschickt.«

10Da ergriff der Prophet Hananja die Stange des Jochs28,10 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Mehr …und nahm sie vom Nacken des Propheten Jeremia.Dann zerbrach er die Stange.11Dazu erklärte Hananja vor dem ganzen Volk:»So spricht der Herr28,11 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Genauso zerbreche ich das Joch Nebukadnezzars28,11 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr..Der König von Babylonien hatte es allen auferlegt.Noch zwei Jahre,dann befreie ich alle Völker von seiner Herrschaft.«

Der Prophet28,11 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia ging weg.12Doch da kam das Wort des Herrn zu ihm.Der Prophet Hananja hatte zuvordie Stange vom Nacken des Propheten Jeremia genommenund das Joch28,12 Joch: Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Mehr … zerbrochen.Da sagte der Herr zu Jeremia:13»Geh und richte Hananja aus:So spricht der Herr28,13 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Stangen aus Holz hast du zerbrochen.Deshalb bist du verantwortlich dafür,dass es Stangen aus Eisen geben wird.14Denn so spricht der Herr Zebaot28,14 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Ein Joch aus Eisen28,14 Joch aus Eisen: Bild für die Unterdrückung durch den fremden König. Anders als Holz kann Eisen nicht so einfach zerbrochen werden. lege ich auf ihren Nacken,damit alle diese Völker König Nebukadnezzar28,14 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. dienen.Über sie alle wird der babylonische König herrschen.Auch die wilden Tiere werden ihm gehorchen.«

15Dann sagte der Prophet28,15 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia zum Propheten Hananja:»Hör jetzt gut zu, Hananja!Der Herr hat dich nicht geschickt.Doch du hast es geschafft,dass dieses Volk auf lauter Lügen vertraut.16Deshalb spricht der Herr:Ich werde dich von der Erde auslöschen.Noch in diesem Jahr wirst du sterben.Denn du hast die Leute dazu aufgerufen,sich vom Herrn abzuwenden.«

17Und noch im selben Jahr, im siebten Monat28,17 siebter Monat: Hananja stirbt zwei Monate nach seiner falschen Weissagung, vgl. Jeremia 28,1.,starb der Prophet Hananja.