BasisBibel (BB)
24

Das Schicksal des Volkes Israel in der Verbannung

Jeremia 24,1–25,14

Jeremias Vision von den guten und schlechten Feigen

241Der Herr ließ mich eine Vision24,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … sehen:Zwei Körbe gefüllt mit Feigenstanden vor dem Tempel24,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … des Herrn.Es war die Zeit,als Nebukadnezzar24,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,viele weggeführt und nach Babylon gebracht24,1 nach Babylon gebracht: 597 v. Chr. wurde ein Teil der Oberschicht Jerusalems in die Verbannung nach Babylon geführt. hatte.Darunter König Jojachin24,1 Jojachin: König des Südreichs Juda (598–597 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird er von Nebukadnezzar II. in die Verbannung nach Babylon geführt. von Juda, den Sohn des Jojakim,die hohen Beamten Judasund die Handwerker und Metallarbeiter aus Jerusalem24,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….2In dem einen Korb waren sehr gute Feigen,so gut wie die ersten reifen Feigen.In dem anderen Korb waren sehr schlechte Feigen,so schlecht, dass sie ungenießbar waren.3Da fragte mich der Herr:»Was siehst du, Jeremia?«Ich antwortete: »Feigen!Die guten Feigen sind besonders gut.Aber die schlechten Feigen sind so schlecht,dass sie ungenießbar sind.«

4Da kam dieses Wort des Herrn zu mir:5»So spricht der Herr24,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels:Die Menschen, die aus Juda24,5 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … weggebracht24,5 weggebracht: 597 v. Chr. wurde ein Teil der Oberschicht Jerusalems in die Verbannung nach Babylon geführt. wurden,sind für mich wie diese guten Feigen.Ich habe sie von diesem Ort weggeschicktund ins Land der Babylonier24,5 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. gebracht.Doch es wird ihnen zum Guten dienen.

6Mit Liebe sehe ich sie und nur mit guter Absicht:Ich werde sie in dieses Land zurückbringen.Ich werde sie nicht niedermachen, sondern aufrichten,sie nicht ausreißen, sondern einpflanzen.7Und ich werde ihnen ein Herz24,7 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. geben,damit sie mich erkennen.Sie sollen begreifen, dass ich der Herr bin.Sie werden mein Volk sein,und ich werde ihr Gott sein.Denn mit ganzem Herzen werden sie umkehrenund sich mir wieder zuwenden.

8Aber wie diese schlechten, ungenießbaren Feigenwerde ich die anderen behandeln:König Zidkija24,8 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda, seine Beamten,die Überlebenden in Jerusalem24,8 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und in diesem Landund die, die sich in Ägypten niedergelassen24,8 in Ägypten niedergelassen: Vor den Angriffen der Babylonier auf Juda floh ein Teil der Bewohner nach Ägypten. haben.Ja, so spricht der Herr24,8 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!9Ich werde sie zum Inbegriff des Unheils machen.Für alle Königreiche der Erdesollen sie als abschreckendes Beispiel dienen.Sprichwörtlich sind sie für Schande, Hohn und Spott.An allen Orten, an die ich sie verbannen werde,werden sie als verflucht24,9 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … gelten.10Ich werde ihnen Krieg, Hunger und Seuche schicken,bis sie ganz verschwunden sind.Dann bleibt niemand mehr übrig in dem Land,das ich ihnen und ihren Vorfahren gegeben24,10 ihren Vorfahren gegeben: Davon, dass Gott seinem Volk ein Land geben wird, erzählt beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. habe.«
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Viel zu lange hat niemand auf Jeremia gehört

251Das folgende Wort kam zu Jeremia.Im vierten Regierungsjahr König Jojakims25,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert. von Juda,dem Sohn des Joschija,erhielt er eine Botschaft für das Volk.Es war gleichzeitig das erste RegierungsjahrKönig Nebukadnezzars25,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. von Babylonien.2Und so lautete das Wort, das der Prophet Jeremia verkündete –allen Bewohnern Judas25,2 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalems25,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … sagte er:3»Seit 23 Jahren kommt das Wort des Herrn25,3 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir.Es begann im 13. Jahr König Joschijas25,3 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. von Juda,dem Sohn des Amon, und dauert an bis heute.Unermüdlich redete ich zu euch, immer wieder.Aber ihr wolltet nicht hören.

4Der Herr hat seine Knechte25,4 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, die Propheten25,4 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …, gesandt.Unermüdlich hat er sie zu euch gesandt.Aber ihr wolltet nicht hören.Ihr wolltet ihnen nicht einmal Gehör schenken.5Sie ermahnten euch:›Kehrt um von euren bösen Wegen!Jeder soll sein schlechtes Verhalten ändern!Dann könnt ihr in dem Land bleiben,das der Herr euch und euren Vorfahren gegeben25,5 euren Vorfahren gegeben: Davon, dass Gott seinem Volk ein Land schenken wird, erzählt beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. hat –vor langer Zeit und für immer.6Lauft nicht anderen Göttern25,6 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … nach!Verehrt sie nicht und betet sie nicht an!Fordert meinen Zorn nicht mit Götterbildern25,6 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … heraus,die eure Hände gemacht haben!Sonst bringe ich Unglück über euch.‹

7Aber ihr habt nicht auf mich gehört.Dafür habt ihr mit euren Götterbildernmeinen Zorn herausgefordert –zu eurem eigenen Unglück.«– So lautet der Ausspruch des Herrn25,7 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

70 Jahre wird Babylon herrschen

8So spricht der Herr25,8 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. der himmlischen Heere25,8 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Weil ihr nicht auf meine Worte gehört habt,9werde ich Feinde schicken.– Ausspruch des HerrnAlle Völker des Nordens hole ich herbei,dazu König Nebukadnezzar25,9 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr. von Babylonien,meinen Knecht25,9 Knecht: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt. Der fremde König ist von Gott beauftragt, obwohl er fremde Götter anbetet..Ich werde sie gegen dieses Land aufstellen.Sie sollen gegen seine Bewohner kämpfenund gegen alle anderen Völker ringsum.Ich werde dieses Land vollständig vernichten.Ich werde es verwüsten und zum Gespött machen,für immer wird es in Trümmern liegen.10Der Freude werde ich ein jähes Ende machen.Sie werden nichts mehr zu lachen haben,weder Braut noch Bräutigam wird man hören.Vorbei ist es mit dem Mahlen der Mühlsteine25,10 Mahlen der Mühlsteine: Damals alltägliches Geräusch in einer Stadt. Das Getreide wurde jeden Morgen mit kleinen Mühlsteinen frisch gemahlen.,erloschen ist das Licht der Lampen25,10 Licht der Lampen: In jedem Haus wurden abends Öllampen angezündet..11Dieses ganze Land wird in Trümmern liegenund verwüstet sein.Und diese Völker werden dem babylonischen König dienen,70 lange Jahre wird er über sie herrschen.

12Aber nach 70 Jahren ist die Zeit erfüllt.Dann werde ich Rache nehmenam babylonischen König und an seinem Volk.Ihre Schuld werde ich ihnen heimzahlen.Auch das Land der Babylonier werde ich strafen,für immer wird es eine Wüste bleiben.– So lautet der Ausspruch des Herrn25,12 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..13So werde ich alle Worte in Erfüllung gehen lassen,die ich über dieses Land gesprochen habe.Alles wird eintreffen, was in diesem Buch25,13 in diesem Buch: Gemeint ist das Buch Jeremia. steht,was der Prophet25,13 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jeremia allen Völkern angekündigt hat.14Ja, auch die Babylonier werden anderen dienen müssen,mächtige Völker und Könige werden sie beherrschen.Ich werde dafür sorgen,dass ihr Verhalten und ihr Tun auf sie zurückfällt25,14 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..

Vorankündigung: Gottes Gericht über die Völker

Jeremia 25,15-38

Der Becher Gottes als Bild für das Gericht

15Der Herr, der Gott Israels, sprach zu mir:»Nimm diesen Becher mit Wein25,15 Becher mit Wein: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt. aus meiner Hand!Er ist gefüllt mit meinem Zorn25,15 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr ….Gib diesen Becher allen Völkern zu trinken,zu denen ich dich schicke!16Sie sollen daraus trinkenund wie Betrunkene schwanken.Taumeln sollen sie und in das Schwert fallen,das ich selbst gegen sie richte.«

17Ich nahm den Becher mit Wein25,17 Becher mit Wein: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen wie Betrunkene wanken lässt. aus der Hand des Herrn.Und ich gab ihn allen Völkern25,17 alle Völker: Die im Folgenden genannten Völker lebten über den gesamten Alten Orient verteilt, von Ägypten bis in den heutigen Iran. zu trinken,zu denen der Herr mich schickte:18Jerusalem25,18 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und die Städte Judas25,18 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …,samt ihren Königen und Anführern.Sie sollten in Trümmer gelegt und verwüstet werden,zum Inbegriff von Spott und Fluch25,18 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …so, wie es jetzt geschehen wird.

19Außerdem gab ich den Becher:dem Pharao25,19 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten., dem König von Ägypten,samt seinen Beamten und seinem Hofstaat,seinem eigenen Volk und all den anderen Völkern dort;20allen Königen aus dem Land Uz;allen Königen aus dem Land der Philister25,20 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr …,mit den Städten Aschkelon25,20 Aschkelon: Einflussreiche Stadt der Philister an der Mittelmeerküste., Gaza25,20 Gaza: Bedeutende Stadt der Philister und Handelsstadt, im heutigen Gazastreifen gelegen. und Ekron25,20 Ekron: Einflussreiche Stadt der Philister etwa 40 km westlich von Jerusalem.und den Überlebenden aus Aschdod25,20 Aschdod: Stadt der Philister, die um 660 v. Chr. von den Ägyptern angegriffen und belagert wurde.;21den Leuten aus Edom25,21 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden., Moab25,21 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … und Ammon25,21 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.;22allen Königen von Tyros25,22 Tyros: Hafenstadt am östlichen Mittelmeer und Hauptstadt der Phönizier, im heutigen Libanon gelegen. Mehr … und von Sidon25,22 Sidon: Bedeutende Hafenstadt der Phönizier am östlichen Mittelmeer, im heutigen Libanon gelegen. Mehr …und allen Königen von den Inseln jenseits des Meeres;23den Leuten aus Dedan, Tema und Bus25,23 Dedan, Tema und Bus: Zentren des Handels in der arabischen Wüste.und allen, die sich seitlich am Kopf rasieren25,23 seitlich am Kopf rasieren: Arabische Stämme mit ungewöhnlicher Haartracht.;24allen Königen Arabiens und der fremden Wüstenvölker;25allen Königen von Simri25,25 Simri: Entweder ein uns heute nicht bekanntes Königreich oder stellvertretender Ausdruck für alle Könige, die wie Simri ihre Vorgänger ermordeten; vgl. 1. Könige 16,8-20., Elam25,25 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr … und Medien25,25 Medien: Gebiet im Gebirge, im Nordwesten des heutigen Iran gelegen. Mehr …;26allen Königen des Nordensaus den nahen und fernen Königreichen.Sie alle werden aus dem Becher trinken.Ja, alle Königreiche, die es auf der Erde gibt,werden den Zorn Gottes25,26 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … zu spüren bekommen.Und nach ihnen wird noch einer trinken müssen:der König von Scheschach25,26 Scheschach: Deckname für Babylon, der durch eine Vertauschung von Buchstaben im hebräischen Alphabet entsteht..

Gott gibt Jeremia weitere Anweisungen

27Auch das sollst du zu ihnen sagen:So spricht der Herr25,27 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot25,27 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Trinkt aus dem Becher25,27 Becher: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken., betrinkt und übergebt euch!Fallt hin und steht nicht wieder auf!Denn euch wird das Schwert niederstrecken,das ich zu euch sende.

28Wenn sie sich weigern,den Becher aus deiner Hand zu nehmen und zu trinken,dann sag ihnen: So spricht der Herr Zebaot:Ihr müsst trinken!29Seht doch hin, wie ich die Stadt strafe,die meinen Namen trägt25,29 Gottes Namen tragen: Meint die Stadt Jerusalem. Was Gottes Namen trägt, gehört zu ihm und gilt als heilig.!Denkt ihr etwa, ihr kommt ohne Strafe davon?Nein, ihr bleibt nicht verschont,denn ich rufe das Schwert herbei.Es wird alle Bewohner der Erde treffen.– So lautet der Ausspruch des Herrn25,29 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet. Zebaot.

Jeremia soll Gottes Gericht über die Völker verkünden

30Du sollst als Prophet25,30 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … zu allen Völkern redenund ihnen diese Worte verkünden:Der Herr brüllt donnernd aus der Höhe25,30 Höhe: Hier anderes Wort für den Himmel als den Bereich, in dem Gott wohnt.,aus seiner heiligen Wohnung erschallt seine Stimme.Mächtig brüllt er über sein Weideland25,30 Gottes Weideland: Gott wird in der Bibel oft als Hirte bezeichnet, der sich sorgend um sein Volk und sein Land kümmert..Über alle Bewohner der Erde erklingt sein Ruf,wie die Rufe, wenn sie die Trauben treten25,30 Trauben treten: Durch Stampfen mit den Füßen wurden die Weintrauben ausgepresst. In der Bibel oft ein Bild für das Gericht Gottes..31Bis ans Ende der Erde dringt der Schall.Denn der Herr klagt die Völker an.Er geht mit allen Menschen ins Gerichtund übergibt die Frevler25,31 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … dem Schwert.– So lautet der Ausspruch des Herrn25,31 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

32So spricht der Herr25,32 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot25,32 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Seht her! Unheil trifft ein Volk nach dem anderen.Ein gewaltiger Sturm zieht heran,an den Enden der Erde braut er sich zusammen.33Der Herr wird die Menschen erschlagen.Am Tag des Gerichts25,33 Tag des Gerichts: Der von Gott festgelegte Tag, an dem er gegen seine Feinde vorgehen wird. werden überall Leichen liegen,von einem Ende der Erde bis zum anderen.Niemand wird um sie trauern und sie einsammeln.Niemand wird sie begraben.Sie werden zu Dünger für die Felder.

34Heult und schreit, ihr Hirten25,34 Hirten: Bild für die religiös und politisch führenden Männer des Volkes, die für Ordnung und Schutz sorgen sollten.!Wälzt euch im Staub25,34 im Staub wälzen: Gehört zu den Trauerbräuchen., ihr Herren der Herde!Denn es ist jetzt so weit: Ihr werdet geschlachtet.Ihr werdet zerstreut –wie ein kostbares Gefäß werdet ihr zerbrechen.35Da ist keine Zuflucht mehr für die Hirten,und für die Herren der Herde gibt es kein Entkommen.36Dafür hört man bei den Hirten Geschrei,und die Herren der Herde heulen jämmerlich.Denn der Herr zerstört ihre Weide.37Das friedliche Weideland wird verwüstet,wenn der feurige Zorn des Herrn25,37 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … darüberjagt.38Wie ein Löwe sein Versteck verlässt,so hat er seinen Ort verlassen.Sein rasendes Schwert und sein glühender Zornverwandeln ihr Land in ein Bild des Schreckens.
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Jeremias Wirken bis zur Zerstörung Jerusalems

Jeremia 26,1–38,28

Jeremias Auseinandersetzung mit den falschen Propheten

Jeremia 26,1–29,32

Jeremias Rede im Tempel

261Es war am Anfang der Regierungszeit Jojakims26,1 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert.,des Sohnes Joschijas26,1 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30., des Königs von Juda.Damals kam dieses Wort vom Herrn zu Jeremia:2So spricht der Herr26,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Stell dich in die Halle26,2 Halle: Offener Eingangsbereich des Tempels. im Haus des Herrn26,2 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.!Rede zu allen, die aus den Städten Judas26,2 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … kommen,um im Haus des Herrn Gott anzubeten!Verkünde ihnen alle Worte,die ich dir für sie aufgetragen habe!Lass ja nichts davon weg!3Vielleicht hören sie zu und kehren umund jeder verlässt seinen bösen Weg26,3 böser Weg: Bild für eine Lebensweise gegen den Willen Gottes..Dann bereue ich es,dass ich Unheil über sie bringen wollte,weil sie Böses tun.

4Das sollst du ihnen sagen:So spricht der Herr:Hört auf mich! Geht auf meinen Wegen26,4 geht auf meinen Wegen: Wörtlich »geht in meiner Weisung«. Bild für eine Lebensweise nach dem Willen Gottes.,die ich euch gezeigt habe!5Hört auf die Worte meiner Knechte26,5 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr …, der Propheten26,5 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …,die ich zu euch geschickt habe.Unermüdlich sende ich sie zu euch,obwohl ihr nicht auf sie gehört habt.6Wenn ihr weiterhin nicht auf mich hört,mache ich es mit diesem Haus wie mit Schilo26,6 Schilo: Stadt im Westjordanland mit einem Heiligtum, in dem früher die Bundeslade aufbewahrt wurde. Zur Zeit Jeremias waren das Heiligtum und die Stadt völlig zerstört..Und den Namen Jerusalems mache ich zu einem Fluch26,6 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr …:Bei allen Völkern der Erde wird er für Unheil stehen.

Jeremia wird angeklagt und kommt vor Gericht

7Die Priester26,7 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …, Propheten26,7 Propheten: Wurden befragt, wenn man eine Antwort von Gott bekommen wollte. Viele von ihnen hielten sich am Tempel auf. und das ganze Volk hörten,was Jeremia im Haus des Herrn26,7 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. verkündete.8Jeremia gab ihnen jedes dieser Worte26,8 jedes dieser Worte: Meint die Gerichtsankündigung in den Versen 4-6. weiter,die der Herr ihm für das ganze Volk aufgetragen hatte.Als er damit fertig war,ergriffen ihn Priester, Propheten und das ganze Volk.Sie riefen: »Du musst sterben!9Warum hast du so etwas im Haus des Herrn geweissagt?Du hast gesagt,dass es diesem Haus hier wie Schilo26,9 Schilo: Stadt im Westjordanland mit einem Heiligtum, in dem früher die Bundeslade aufbewahrt wurde. Zur Zeit Jeremias waren das Heiligtum und die Stadt völlig zerstört. ergehen soll.Diese Stadt soll zerstört werden und unbewohnt sein.«

Da versammelte sich das ganze Volk um Jeremiaim Haus des Herrn26,9 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..10Als die hohen Beamten26,10 hohe Beamte: Personen mit dem Recht, Urteile zu fällen und Strafen zu verhängen. von Juda26,10 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … davon hörten,verließen sie das Haus des Königsund gingen zum Haus des Herrn hinauf.Dort nahmen sie Platz im neuen Tor des Tempels.11Dann erhoben die Priester26,11 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und Propheten26,11 Propheten: Wurden befragt, wenn man eine Antwort von Gott bekommen wollte. Viele von ihnen hielten sich am Tempel auf. Anklage.Sie sagten zu den Beamten und zum ganzen Volk:»Dieser Mann verdient das Todesurteil!Er hat gegen diese Stadt geweissagt.Das habt ihr mit euren eigenen Ohren gehört.«

Jeremia verteidigt sich

12Da ergriff Jeremia das Wortund sagte zu allen Beamten und dem ganzen Volk:»Der Herr hat mich gesandt,um die Worte zu verkünden,die ihr gehört habt.Gegen dieses Haus und gegen diese Stadtsollte ich weissagen.13So bessert jetzt euer Leben und euer Tun!Hört auf den Herrn, euren Gott!Dann wird der Herr es bereuen,dass er euch Unheil angedroht hat.14Seht her: Ich bin in eurer Hand!Macht mit mir, was euch gut und recht erscheint!15Doch bedenkt: Wenn ihr mich tötet,vergießt ihr unschuldiges Blut.Dieses Blut wird über euch kommen26,15 Blut wird über euch kommen: Der Mord an Jeremia würde nicht ungestraft bleiben. Gott würde die Schuldigen zur Verantwortung ziehen.,über diese Stadt und ihre Bewohner.Denn das ist die Wahrheit:Der Herr hat mich zu euch geschickt,um euch alle diese Worte zu sagen.Ihr sollt sie hören.«

Jeremia wird freigesprochen

16Das hörten die Beamten und das ganze Volk.Sie sagten zu den Priestern26,16 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … und Propheten26,16 Propheten: Wurden befragt, wenn man eine Antwort von Gott bekommen wollte. Viele von ihnen hielten sich am Tempel auf.:»Dieser Mann verdient nicht das Todesurteil!Er spricht zu uns im Namen des Herrn, unseres Gottes.«

17Es waren einige Männer aufgestanden,die zu den Ältesten des Landes26,17 Älteste des Landes: Angesehene und geachtete Bürger von Juda, deren Worte ein besonderes Gewicht hatten. gehörten.Die hatten zur ganzen versammelten Menge gesagt:18»Micha26,18 Micha: Prophet, dessen Worte im Buch Micha aufgeschrieben sind. Das Zitat steht in Micha 3,12. aus Moreschet war damals Prophet26,18 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …,als Hiskija26,18 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. König von Juda war.Auch er verkündete dem ganzen Volk von Juda:So spricht der Herr26,18 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot26,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Der Zion26,18 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … wird umgepflügt wie ein Acker.Jerusalem26,18 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … wird zu einem Trümmerfeldund der Tempelberg zum finsteren Wald.‹19Ließ König Hiskija von Juda Micha dafür etwa töten?Verlangte ganz Juda26,19 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … etwa seine Hinrichtung?Hatte der König nicht Ehrfurcht26,19 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn?Haben sie nicht den Herrn angefleht?Er sollte seine Drohung bereuen.Das Unheil, das er ihnen angekündigt hatte,sollte er nicht über sie kommen lassen.Doch was tun wir?Wir bringen großes Unheil über uns selbst!«

Der Prophet Urija dagegen wird hingerichtet

20Zu Jeremias Lebzeiten gab es noch einen anderen Mann,der im Namen des Herrn als Prophet26,20 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … sprach:Urija26,20 Urija: Nur hier genannter Prophet, dessen Heimatstadt etwa 13 km westlich von Jerusalem lag., der Sohn des Schemaja, aus Kirjat-Jearim.Auch er weissagte gegen diese Stadt und dieses Landund tat das genau wie Jeremia.21König Jojakim26,21 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert. hörte, was Urija ankündigte,auch all seine Soldaten und Beamten hörten die Worte.Deshalb wollte der König ihn töten.Doch Urija hörte davon.Er bekam Angst und floh nach Ägypten26,21 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….22Da schickte König Jojakim Männer nach Ägypten:Elnatan, den Sohn des Achbor, und einige Leute mit ihm.23Sie holten Urija aus Ägyptenund brachten ihn zu König Jojakim.Der ließ ihn mit dem Schwert hinrichtenund seinen Leichnam auf den Armenfriedhof26,23 Armenfriedhof: Ort, an dem die einfache Bevölkerung begraben wurde. werfen.

24Jeremia dagegen wurde nicht hingerichtet.Denn Ahikam, der Sohn des Schafan26,24 Schafan: Aus Schafans Familie stammten viele hohe Beamte, beispielsweise der Schreiber von König Joschija; vgl. 2. Könige 22,3., beschützte ihnund verhinderte so, dass das Volk ihn töten konnte.