BasisBibel (BB)
22

Jeremias Rede am Palast

221Der Herr gab Jeremia einen Auftrag:»Geh hinunter zum Palast des judäischen Königshausesund verkünde dort dieses Wort.2Du sollst sagen: Hör das Wort des Herrn,König von Juda22,2 König von Juda: Es ist nicht klar, welcher König genau angesprochen wird. Jeremia 1,2-3 nennt die Könige Joschija, Jojakim und Zidkija., der du auf dem Thron Davids sitzt!Nicht nur du sollst hören, sondern auch deine Beamtenund alle, die durch diese Tore22,2 diese Tore: Meint die Tore des Palastes. hereinkommen!3So spricht der Herr22,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Sorgt für Recht und Gerechtigkeitund rettet den Bedrückten vor seinem Peiniger!Unterdrückt nicht die Fremden, Waisen und Witwen22,3 Fremde, Waisen und Witwen: Von Armut bedrohte Personengruppen, die unter dem besonderen Schutz Gottes stehen; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 24,17-22.und tut niemandem Gewalt an!Vergießt niemals das Blut unschuldiger Menschenan diesem Ort!4Wenn ihr dieses Wort befolgt,werdet ihr auch in Zukunft Könige haben:Sie werden durch die Tore dieses Palastes ziehenund auf dem Thron Davids22,4 Thron Davids: König David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. sitzen.Mit Pferden und Wagen werden sie kommen,der König, seine Beamten und sein ganzer Hofstaat.5Gehorcht ihr diesen Worten aber nicht,wird dieser Palast zu einem Trümmerhaufen werden.Das schwöre ich bei mir selbst.– So lautet der Ausspruch des Herrn22,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.

6Das ist die Botschaft für das judäische Königshaus22,6 judäisches Königshaus: Wortspiel mit dem hebräischen Wort für Königshaus, das auch den Palast als Haus des Königs bezeichnen kann. Es steht im Folgenden für die Stadt Jerusalem.:So spricht der Herr22,6 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!Du bist mir lieb wie Gilead22,6 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer.,wie der Gipfel des Libanon22,6 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr … gefällst du mir.Und doch werde ich dich verwüstenund mache dich zu einer unbewohnten Stadt.7Ich werde Männer mit Waffen gegen dich schicken,mit dem heiligen Auftrag22,7 heiliger Auftrag: Die bewaffneten Männer führen Gottes Willen aus., dich zu zerstören.Sie werden deine besten Zedern22,7 beste Zedern: Kostbares Holz. Bild sowohl für die königliche Familie als auch für den Palast in Jerusalem. fällenund sie ins Feuer werfen.8Menschen aus vielen Ländernwerden an dieser Stadt vorbeikommenund einander fragen:»Warum hat der Herr dieser großen Stadt22,8 großen Stadt: Meint die Stadt Jerusalem. das angetan?«9Dann wird man ihnen antworten:»Weil ihre Bewohner den Bund22,9 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … verlassen haben,den der Herr, ihr Gott, mit ihnen geschlossen hatte.Sie haben andere Götter angebetet und sie verehrt.«

König Schallum wird nicht zurückkehren

10Trauert nicht um den toten König22,10 toter König: Meint König Joschija, der 609 v. Chr. in einer Schlacht gegen Pharao Necho II. starb.und haltet keine Totenklage22,10 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … für ihn!Trauert aber wegen des Königs, der gehen muss22,10 gehen muss: König Joschijas Sohn Schallum wurde 609 v. Chr. von Pharao Necho II. nach Ägypten verschleppt.!Denn er wird nie wieder zurückkehrenund das Land seiner Geburt nicht wiedersehen.11Denn so spricht der Herr:König Schallum22,11 Schallum: Anderer Name für Joahas, der 609 v. Chr. nur wenige Monate regierte, bevor er von Pharao Necho nach Ägypten verschleppt wurde. von Juda, der Sohn Joschijas,folgte seinem Vaters Joschija22,11 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. auf dem Thron.Doch er musste diesen Ort verlassenund wird nie wieder an diesen Ort zurückkehren.12Denn er wird dort sterben,wohin er verschleppt wurde.Dieses Land wird er nie wiedersehen.

Vorwürfe gegen König Jojakim

13Wehe dem, der sein Haus nicht mit Gerechtigkeit bautund die Räume seines Palastes nicht mit Recht!Er lässt Menschen umsonst für sich arbeitenund zahlt ihnen ihren Lohn nicht.14Doch für sich beschließt er: »Ich baue für micheinen riesigen Palast mit prunkvollen Räumen.«Er lässt Fenster herausbrechen,die Wände mit Zedernholz22,14 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. Mehr … verkleidenund leuchtend rot streichen.15Bist du etwa deshalb König,um mit Zedernholz anzugeben?Hat dein Vater nicht auch gut gegessen und getrunkenund sich trotzdem an Recht und Gerechtigkeit gehalten22,15 an Recht und Gerechtigkeit gehalten: König Jojakims Vater Joschija führte wichtige Reformen am Tempel in Jerusalem durch.?Und es ging ihm doch gut dabei!16Er war für arme und wehrlose Menschen daund hat ihnen zu ihrem Recht verholfen.Und es ging ihm gut.Das zu tun, heißt doch, mich wirklich zu kennen, oder?– So lautet der Ausspruch des Herrn22,16 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..17Aber du bist nur auf deinen Vorteil aus,deine Augen und dein Herz22,17 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. wollen nichts anderes.Du vergießt das Blut unschuldiger Menschenund greifst zu Unterdrückung und Erpressung.

18Darum spricht der Herr und kündigt an,was König Jojakim22,18 Jojakim: König des Südreichs Juda (609–598 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird Jerusalem von Nebukadnezzar II. belagert. von Juda, Joschijas22,18 Joschija: König des Südreichs Juda (640–609 v. Chr.). Er kam als Kind auf den Thron und führte Reformen am Tempel durch, vgl. 2. Könige 22,1–23,30. Sohn, erwartet:Man wird für den König keine Totenklage22,18 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … halten.Niemand wird klagen: »Ach, mein Bruder!«,oder sagen: »Ach, Schwester!«Niemand wird klagen: »Ach, unser Herr!«,oder sagen: »Ach, seine Majestät!«19Nein, wie man einen Esel begräbt,so wird man den König begraben:Man wird ihn fortschleifen und hinwerfen,draußen vor die Tore Jerusalems.

Jerusalems Untergang steht bevor

20Steig hinauf auf den Libanon22,20 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr … und schreie!Lass deine Klage in der Hochebene von Baschan22,20 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. hörenund schreie vom Gebirge Abarim22,20 Abarim: Gebirge im heutigen Jordanien, östlich des Toten Meeres. herab!Denn alle deine Liebhaber22,20 deine Liebhaber: Das Verhältnis zwischen Gott und Jerusalem wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Die Liebhaber sind hier Bild für fremde Herrscher und fremde Götter, von denen sich Israel Hilfe erhoffte. sind vernichtend geschlagen.21Als du22,21 du: Die Stadt Jerusalem wird als Frau angesprochen. dich sicher fühltest,habe ich versucht, mit dir zu reden.Doch du hast gemeint: »Ich will nichts davon hören!«So hast du es seit deiner Jugend gemacht –nie hast du auf mich gehört.22Der Wind wird deine Hirten weiden22,22 deine Hirten weiden: Die politischen und religiösen Führer des Volkes, die eigentlich für Stabilität sorgen sollten, werden hin und her getrieben. So bricht Chaos aus.und deine Liebhaber22,22 deine Liebhaber: Das Verhältnis zwischen Gott und Jerusalem wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Die Liebhaber sind hier Bild für fremde Herrscher und fremde Götter, von denen sich Israel Hilfe erhoffte. werden verschleppt.Dann wirst du dich für all deine Bosheit schämenund wirst vor Scham vergehen.23Noch thronst du oben auf dem Libanon.Noch hast du es dir zwischen Zedern22,23 Zedern: Das kostbare Holz der Zedernbäume wurde für den Bau prachtvoller Gebäude genutzt. bequem gemacht.Doch wie wirst du stöhnen, wenn die Wehen kommen –wenn du Schmerzen hast wie eine Frau bei der Geburt?

Das Schicksal König Jojachins

24So lautet der Ausspruch des Herrn22,24 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:»Bei meinem Leben!König Konja22,24 Konja: Anderer Name für König Jojachin, der von Nebukadnezzar II. 597 v. Chr. in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde. von Juda, du Sohn Jojakims,du hast kein Mitleid verdient!Wärst du ein Siegelring22,24 Siegelring: Persönlicher Stempel, der als Ring getragen wurde. Er diente dazu, Urkunden oder Verträge zu beglaubigen, und war daher von hohem Wert. an meiner rechten Hand,würde ich dich doch von dort wegreißen.25Ich werde dich in die Hand von Menschen geben,die dir nach dem Leben trachten.Ja, ich werde dich in die Hand derer geben,vor denen du Angst hast,in die Hand von Nebukadnezzar22,25 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., dem babylonischen König,und in die Gewalt der Babylonier22,25 Babylonier: Wörtlich »Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt..26Ich werde dich hinauswerfen,dich und deine Mutter, die dich geboren hat.Ich werde euch in ein fremdes Land22,26 fremdes Land: König Konja wurde 597 v. Chr. von Nebukadnezzar II. nach Babylonien verschleppt. schleudern,in dem ihr nicht geboren wurdet.Dort werdet ihr sterben.27Aber in das Land, in das ihr euch zurücksehnt,werdet ihr nicht zurückkehren –so sehr ihr euch auch danach sehnt.«

28Warum trifft König Konja22,28 Konja: Anderer Name für König Jojachin, der von Nebukadnezzar II. 597 v. Chr. in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde. all das?Ist er ein Gefäß, das niemand mehr benutzen willund das man zerschlagen kann?Oder ist er wie Geschirr, das keinem mehr gefällt?Warum wurden er und seine Nachkommen hinausgeworfenund in ein Land geschleudert, das ihnen fremd ist?

29Land, Land, Land, hör das Wort des Herrn!30So spricht der Herr22,30 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:»Schreibt über das Leben dieses Mannes:Kinderlos.Sein Leben lang erfolglos.Ohne Thronfolger.Keiner seiner Nachkommen wird es schaffen,auf dem Thron Davids22,30 Thron Davids: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen auf dem Thron in Jerusalem sitzen wird. zu sitzenund über Juda22,30 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … zu herrschen.«
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Schlechte und gute Hirten

231Weh euch, ihr Hirten23,1 Hirten: Bild für die religiös und politisch führenden Männer des Volkes, die für Ordnung und Schutz sorgen sollten.!Ihr richtet die Schafe23,1 Schafe: Bild für das Volk Israel. zugrundeund treibt sie fort von meiner Weide.– So lautet der Ausspruch des Herrn23,1 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..2Darum spricht der Herr23,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels,zu den Hirten, die das Volk weiden:Ihr habt meine Schafe auseinandergetriebenund weit verstreut.Ihr habt euch nicht um sie gekümmert.Jetzt werde ich mich um euch kümmern!Böses habt ihr getan.– So lautet der Ausspruch des Herrn.

3Ich selbst will nun den Rest meiner Schafe23,3 Rest meiner Schafe: Hier Bild für den Teil des Volkes Israel, der Gottes Gericht überlebt. Gott sammelt sie wie ein Hirte und schenkt ihnen eine neue Zukunft. sammeln.Ich werde sie aus allen Ländern zusammenbringen,in die ich sie vertrieben habe.Ich werde sie zurück in ihr Weideland23,3 ihr Weideland: Bild für das Land, in dem das Volk unter Gottes Schutz leben soll. bringen.Dort werden sie fruchtbar sein und sich vermehren.4Ich werde neue Hirten23,4 Hirten: Bild für die religiös und politisch führenden Männer des Volkes, die für Ordnung und Schutz sorgen sollten. einsetzen,die sie weiden und beschützen.Meine Schafe werden sich nicht mehr fürchten.Nichts kann sie erschrecken,und keines wird verloren gehen.– So lautet der Ausspruch des Herrn23,4 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

5Seht, es kommt eine Zeit,in der ich für David einen Nachfolger23,5 Nachfolger: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen über Israel herrschen wird. einsetzen werde,einen gerechten Spross23,5 gerechter Spross: Junger Trieb, aus dem eine neue Pflanze wächst. Hier Bild für den von Gott eingesetzten König, der in der Nachfolge Davids das Volk Israel retten wird..Ausspruch des Herrn23,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Er wird als König herrschen und gut regieren.Recht und Gerechtigkeit werden ihn auszeichnen,und er wird sie im Land durchsetzen.6Zu dieser Zeit wird Juda gerettet werden,und Israel wird in Sicherheit leben.Das wird der Name sein, den man ihm geben wird:»Der Herr ist unsere Gerechtigkeit!23,6 Der HERR ist unsere Gerechtigkeit!: Die hebräische Formulierung klingt ähnlich wie der Name von König Zidkija.«

7Seht, es kommt eine Zeit,in der man Gott einen anderen Beinamen geben wird.Ausspruch des Herrn23,7 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Dann sagt man beim Schwören nicht mehr:»So gewiss der Herr lebt,der die Israeliten aus Ägypten geführt23,7 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat!«8Stattdessen wird man sagen:»So gewiss der Herr lebt,der die Nachkommenschaft Israels23,8 Nachkommenschaft Israels: Während die Rettung Israels aus der Sklaverei in Ägypten nur einer Generation galt, wird die zukünftige Rettung allen Generationen gelten. herausgeführt hat!Er hat sie aus dem Land im Norden23,8 Land im Norden: Meint Babylonien. Der Weg nach Babylonien führte von Israel aus zunächst Richtung Norden. befreit.Er hat sie aus allen Ländern zurückgebracht,in die er sie vertrieben hatte.Jetzt leben sie auf ihrem eigenen Land.«

Kritik an den falschen Propheten

Jeremia 23,9-40

Alle sind gottlos, auch die Propheten und Priester

9Über die anderen Propheten23,9 andere Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden. muss ich sagen:Tief in mir ist mein Herz zerbrochen.Mein ganzer Körper zittert.Ich bin wie ein Betrunkener,wie einer, der vom Wein bezwungen wurde.Der Herr hat mich überwältigt,seine heiligen23,9 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen. Mehr … Worte haben mich gepackt.Und ich muss sagen:10»Das Land ist voller Ehebrecher.Deshalb liegt ein Fluch23,10 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … auf ihm.Wegen dieses Fluches herrscht Trockenheit im Land.Weideland und Steppe verdorren.Die Menschen haben nur Böses im Sinn.Unrecht zu tun ist ihre Stärke.11Selbst die Propheten und Priester23,11 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … sind gottlos.Sogar in meinem Haus23,11 mein Haus: Gottes Haus ist der Tempel in Jerusalem. stoße ich auf ihre Bosheit!– So lautet der Ausspruch des Herrn23,11 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..12Deswegen soll ihr Weg rutschig23,12 rutschiger Weg: Bild für den Lebensweg, auf dem der Mensch keinen Halt mehr findet. werden.In der Dunkelheit werden sie gestoßenund kommen zu Fall.Denn ich werde Unheil über sie bringen,das Jahr der Rache wird kommen.– So lautet der Ausspruch des Herrn

Die Propheten Jerusalems sind schlimmer als die Propheten Samarias

13Auch bei den Propheten23,13 Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden. Samarias23,13 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, 722 v. Chr. von den Assyrern zerstört. sah ich Schlimmes:Sie haben im Namen Baals23,13 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … prophetisch geredet.So haben sie Israel23,13 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)., mein Volk, verführt.14Aber was ich bei den Propheten Jerusalems23,14 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … sah,ist grauenhaft:Ehebruch und ein Leben voller Lügen.Sie bestärken die Bösen noch in ihrem Treibenund verhindern so, dass sie umkehren.Keiner hört auf mit seinen Verbrechen.Für mich sind sie wie Sodom23,14 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Mehr … gewordenund die Leute in Jerusalem wie Gomorra23,14 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Mehr ….15Deswegen spricht der Herr Zebaot23,15 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … zu diesen Propheten:Seht her!Ich gebe ihnen bitteres Essen23,15 bitteres Essen: Bild für die Zerstörung der Lebensgrundlage. Den Menschen wird die Strafe Gottes nicht schmecken.und lasse sie giftiges Wasser trinken.Denn von ihnen ist die Gottlosigkeit ausgegangen,die Propheten Jerusalems verdarben das ganze Land.

16So spricht der Herr23,16 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot23,16 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …:Hört nicht auf die Worte dieser Propheten23,16 diese Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden.!Mit ihrem prophetischen Gerede täuschen sie euch.Sie verkünden euch, was ihnen ihr Herz einflüstert.Nichts davon kommt aus dem Mund des Herrn.17Sie beruhigen diejenigen, die mich verachten,und behaupten immer und immer wieder:»Der Herr hat gesprochen:Ihr werdet in Frieden und in Sicherheit leben.«Auch für jeden, der seinem sturen Herzen folgt,haben sie dieselbe Botschaft:»Es wird kein Unheil über euch kommen!«

Diese Propheten haben keinen Auftrag von Gott

18Aber wer von ihnen stand vor dem Herrn?Wer gehört zum Kreis seiner Vertrauten,sodass er sein Wort sehen und hören kann?Wer hat auf sein Wort geachtet?Wer hat es wirklich gehört?

19Seht her: Der Sturmwind bricht los.Die Wut des Herrn wirbelt alles durcheinanderund braust über die Köpfe der Frevler23,19 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … hinweg.20Der Zorn des Herrn23,20 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … wird nicht aufhören zu wüten,bis er alles vollbracht hat – bis er getan hat,was sich der Herr in seinem Herzen vorgenommen hat.Wenn es so weit ist, werdet ihr das alles begreifen.

21Ich23,21 ich: Gemeint ist Gott. habe diese Propheten23,21 diese Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden. nicht geschickt,sie aber kommen trotzdem angelaufen.Ich habe nicht zu ihnen gesprochen,sie aber reden trotzdem prophetisch.22Sie standen nicht im Kreis meiner Vertrauten.Sonst könnten sie meinem Volk meine Worte verkünden.Sonst würden sie es auf den rechten Weg zurückbringenund die Leute davon abbringen, Böses zu tun.

Gott kennt das Treiben der Propheten ganz genau

23Bin ich nur ein Gott, der den Menschen nahe ist?Oder bin ich nicht auch ein Gott, der fern ist?– So lautet der Ausspruch des Herrn23,23 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..24Kann sich jemand so gut vor mir verstecken,dass ich ihn nicht sehe?– Ausspruch des HerrnBin nicht ich es, der Himmel und Erde erfüllt?– So lautet der Ausspruch des Herrn.

25Ich habe genau gehört,was diese Propheten23,25 diese Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden. in meinem Namen verkündet haben.Ihre prophetischen Botschaften sind erlogen,wenn sie behaupten:»Ich hatte einen Traum! Ja, einen prophetischen Traum!«26Wie lange soll das noch so gehen?Was wollen sie denn erreichen,wenn sie erlogene Botschaften verkünden,wenn sie das sagen, was ihnen ihr Herz einflüstert?27Einer erzählt dem anderen seinen Traum.Wollen sie, dass mein Volk so meinen Namen vergisst23,27 Gottes Namen vergessen: Wer Gottes Namen vergisst, lebt auch nicht mehr nach seinen Geboten.?Genauso haben es schon ihre Vorfahren getan:Sie haben meinen Namen wegen Baal23,27 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. Mehr … vergessen.

28Ein Prophet, der Träume hat, soll Träume erzählen!Wer aber mein Wort hat, soll mein Wort verkünden –in aller Wahrheit!Dann wird sich zeigen, was Stroh und was Getreide ist.– So lautet der Ausspruch des Herrn23,28 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..29Ist mein Wort nicht wie Feuer?– Ausspruch des HerrnIst es nicht wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt?

30Darum gehe ich nun gegen diese Propheten23,30 diese Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden. vor,die sich gegenseitig ihre Botschaften stehlen.Dabei tun sie auch noch so, als seien es meine Worte.– So lautet der Ausspruch des Herrn23,30 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..31Ich gehe gegen die Propheten vor,die selbst einen Ausspruch erdichten.– So lautet der Ausspruch des Herrn.32Und ich gehe gegen die Propheten vor,die ihre erlogenen Träume erzählen.Mit ihrem Geschwätz führen sie mein Volk in die Irre.Ich habe sie nicht gesandt, ihnen nichts aufgetragen.Meinem Volk nützen sie überhaupt nichts.– So lautet der Ausspruch des Herrn.

Gottes Wort ist keine Last

33Dieses Volk oder ein anderer Prophet23,33 anderer Prophet: Falscher Prophet, der nur behauptet, Gottes Willen zu verkünden. oder Priester23,33 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …wird dich fragen:»Wie schwer ist der Spruch des Herrn diesmal?Welche Last23,33 Last: Anspielung auf das im Hebräischen gleichlautende Wort für »Spruch«. kündigt er uns an?«Dann sollst du ihnen antworten:»Ihr selbst seid die Last!Das ist der Ausspruch des Herrn23,33 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Wie eine Last werfe ich euch ab!«34Jeden, der mein Wort als Last bezeichnet,werde ich zusammen mit seiner Familie strafen –egal, ob Priester, Prophet oder jemand aus dem Volk.35So sollt ihr zueinander sagen und miteinander reden:»Was hat der Herr geantwortet?Was hat der Herr gesagt?«36Aber den Ausdruck »Last des Herrn«sollt ihr nicht mehr verwenden.Denn die wahre Last ist euer eigenes Wort.Dafür habt ihr die Worte des lebendigen Gottes verdreht,die Worte des Herrn Zebaot23,36 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …,die Worte unseres Gottes.

37Wenn ihr den Propheten23,37 der Prophet: Jeremia oder ein anderer echter Prophet Gottes. fragen wollt, dann sagt:»Was hat der Herr geantwortet?Was hat der Herr gesagt?«38Sprecht nicht vom »schweren Spruch des Herrn«!Ich habe euch sogar davor gewarnt,mein Wort so zu bezeichnen.Das ist der Ausspruch des Herrn:Wenn ihr diesen Ausdruck trotzdem verwendet,39werde ich euch völlig aufgeben.Wie eine Last werde ich euch abwerfen.Die Stadt, die ich euch und euren Vorfahren gab,werde ich wegwerfen.40Ich bringe ewige Schande über euch.Für immer wird man über euch spottenund euer Unglück niemals vergessen.
24

Das Schicksal des Volkes Israel in der Verbannung

Jeremia 24,1–25,14

Jeremias Vision von den guten und schlechten Feigen

241Der Herr ließ mich eine Vision24,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr … sehen:Zwei Körbe gefüllt mit Feigenstanden vor dem Tempel24,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … des Herrn.Es war die Zeit,als Nebukadnezzar24,1 Nebukadnezzar II.: König des babylonischen Reichs in Mesopotamien 605–562 v. Chr., der König von Babylonien,viele weggeführt und nach Babylon gebracht24,1 nach Babylon gebracht: 597 v. Chr. wurde ein Teil der Oberschicht Jerusalems in die Verbannung nach Babylon geführt. hatte.Darunter König Jojachin24,1 Jojachin: König des Südreichs Juda (598–597 v. Chr.). Am Ende seiner Regierungszeit wird er von Nebukadnezzar II. in die Verbannung nach Babylon geführt. von Juda, den Sohn des Jojakim,die hohen Beamten Judasund die Handwerker und Metallarbeiter aus Jerusalem24,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….2In dem einen Korb waren sehr gute Feigen,so gut wie die ersten reifen Feigen.In dem anderen Korb waren sehr schlechte Feigen,so schlecht, dass sie ungenießbar waren.3Da fragte mich der Herr:»Was siehst du, Jeremia?«Ich antwortete: »Feigen!Die guten Feigen sind besonders gut.Aber die schlechten Feigen sind so schlecht,dass sie ungenießbar sind.«

4Da kam dieses Wort des Herrn zu mir:5»So spricht der Herr24,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels:Die Menschen, die aus Juda24,5 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … weggebracht24,5 weggebracht: 597 v. Chr. wurde ein Teil der Oberschicht Jerusalems in die Verbannung nach Babylon geführt. wurden,sind für mich wie diese guten Feigen.Ich habe sie von diesem Ort weggeschicktund ins Land der Babylonier24,5 Land der Babylonier: Wörtlich »Land der Chaldäer«. Im Alten Testament werden die Menschen, die in Babylonien wohnen, häufig Chaldäer genannt. gebracht.Doch es wird ihnen zum Guten dienen.

6Mit Liebe sehe ich sie und nur mit guter Absicht:Ich werde sie in dieses Land zurückbringen.Ich werde sie nicht niedermachen, sondern aufrichten,sie nicht ausreißen, sondern einpflanzen.7Und ich werde ihnen ein Herz24,7 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. geben,damit sie mich erkennen.Sie sollen begreifen, dass ich der Herr bin.Sie werden mein Volk sein,und ich werde ihr Gott sein.Denn mit ganzem Herzen werden sie umkehrenund sich mir wieder zuwenden.

8Aber wie diese schlechten, ungenießbaren Feigenwerde ich die anderen behandeln:König Zidkija24,8 Zidkija: Letzter Herrscher des Südreichs Juda (597–586 v. Chr.). Er wurde von Nebukadnezzar II. zum König gemacht. von Juda, seine Beamten,die Überlebenden in Jerusalem24,8 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und in diesem Landund die, die sich in Ägypten niedergelassen24,8 in Ägypten niedergelassen: Vor den Angriffen der Babylonier auf Juda floh ein Teil der Bewohner nach Ägypten. haben.Ja, so spricht der Herr24,8 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.!9Ich werde sie zum Inbegriff des Unheils machen.Für alle Königreiche der Erdesollen sie als abschreckendes Beispiel dienen.Sprichwörtlich sind sie für Schande, Hohn und Spott.An allen Orten, an die ich sie verbannen werde,werden sie als verflucht24,9 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … gelten.10Ich werde ihnen Krieg, Hunger und Seuche schicken,bis sie ganz verschwunden sind.Dann bleibt niemand mehr übrig in dem Land,das ich ihnen und ihren Vorfahren gegeben24,10 ihren Vorfahren gegeben: Davon, dass Gott seinem Volk ein Land geben wird, erzählt beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. habe.«