BasisBibel (BB)
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Jeremia darf nicht heiraten

161Das Wort des Herrn kam16,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2»Jeremia, heirate nicht!Du sollst an diesem Ort keine Kinder haben.3Denn so spricht der Herr16,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. über die Söhne und Töchter,die an diesem Ort geboren werden –und über ihre Mütter und ihre Väter,die sie in die Welt setzen in diesem Land:4Sie alle werden an schlimmen Krankheiten sterben.Man wird keine Totenklage16,4 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … für sie halten,und man wird sie nicht begraben.Stattdessen werden sie zu Dünger für die Felder.Durch Hunger und Krieg werden sie umkommen.Die Vögel des Himmels und die wilden Tierewerden ihre Leichen fressen.

5Ja, so spricht der Herr16,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Jeremia, betritt kein Haus, in dem getrauert wird!Geh nicht hin, um die Totenklage16,5 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … zu halten,und bekunde den Angehörigen kein Beileid!Denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk genommen,Güte und Erbarmen habe ich ihnen entzogen.– So lautet der Ausspruch des Herrn16,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..6Alle in diesem Land werden sterben – Große und Kleine.Man wird sie nicht begraben,und man wird keine Totenklage für sie halten.Niemand wird sich vor Trauer die Haut ritzen16,6 die Haut ritzen: Gehört zu den Trauerbräuchen. Durch die Selbstverwundung spürt man nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich den Schmerz des Verlustes.oder ihretwegen eine Glatze scheren16,6 Glatze scheren: Gehört zu den Trauerbräuchen. lassen.7Auch wird niemand die Trauernden trösten:Niemand isst mit ihnen das Trauerbrot16,7 Trauerbrot: Erste Mahlzeit nach einem Begräbnis. Das Brot soll die Trauernden trösten und stärken..Niemand trinkt mit ihnen den Trostbecher,wenn sie Vater oder Mutter verloren haben.

8Jeremia, betritt auch kein Haus, in dem gefeiert wird!Setz dich nicht dazuund iss und trink nicht mit!9Denn so spricht der Herr16,9 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot16,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Seht her!Ich werde dem Feiern ein Ende machen an diesem Ort –noch zu euren Lebzeiten und vor euren Augen.Jubel und Freude werden verstummen.Selbst Braut und Bräutigam wird man nicht mehr hören.«

Gott erklärt Jeremia, wie er das harte Gericht begründen soll

10Wenn du diesem Volk all diese Worte gesagt hast,werden sie dich, Jeremia, fragen:»Warum droht uns der Herr dieses große Unglück an?Was ist unsere Schuld?Was sind unsere Sünden16,10 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,die wir gegen den Herrn, unseren Gott, begangen haben?«11Dann sollst du ihnen antworten:»So lautet der Ausspruch des Herrn16,11 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Bereits eure Vorfahren haben mich verlassen.Sie sind anderen Göttern16,11 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … nachgelaufen,haben ihnen gedient und sie angebetet.Sie haben mich verlassenund meine Weisung16,11 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … nicht befolgt.12Doch ihr seid noch viel schlimmer als eure Vorfahren!Jeder von euch folgt seinem harten, bösen Herzen,um ja nicht auf mich zu hören.13Deshalb werde ich euch aus diesem Land schleudern.Ich werde euch fortwerfen in ein anderes Land,das weder ihr noch eure Vorfahren kanntet.Dort werdet ihr andere Götter anbeten,Tag und Nacht werdet ihr ihnen dienen.Denn ich werde mit euch keine Gnade16,13 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr … haben.«

Ausblick auf die zukünftige Rückkehr

14So lautet der Ausspruch des Herrn16,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Doch seht, es kommt eine Zeit,da wird man anders über Gott reden als jetzt.Man sagt dann nicht mehr: »So gewiss der Herr lebt,der die Israeliten aus Ägypten geführt16,14 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat.«15Stattdessen wird man sagen: »So gewiss der Herr lebt,der die Israeliten aus dem Land des Nordens16,15 Land des Nordens: Meint Babylonien. Der Weg nach Babylonien führte von Israel aus zunächst Richtung Norden. geführt hat.Und so gewiss der Herr lebt,der sie aus allen Ländern befreit hat,wohin er sie vertrieben hatte.«Dann werde ich sie in das Land zurückbringen,das ich ihren Vorfahren gegeben habe.

Gottes Gericht über Israel

16Doch zunächst schicke ich viele Fischer16,16 Fischer: Bild für die Feinde Israels.,die die Menschen wie Fische fangen werden.Ausspruch des Herrn16,16 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Danach werde ich viele Jäger16,16 Jäger: Bild für die Feinde Israels. schicken.Sie werden die Menschen überall aufspüren,auf allen Bergen und Hügeln und in allen Felsspalten.Und sie werden sie jagen.17Denn meine Augen sind auf ihre Wege16,17 Weg: Bild für den Lebensweg und das Verhalten von Menschen. gerichtet.Sie können sich nicht verstecken.Ihre Schuld steht mir deutlich vor Augen.18Zuerst werde ich ihnen doppelt heimzahlen,was sie an Schuld und Sünden16,18 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … angehäuft haben.Denn dadurch haben sie mein Land entweiht.Mit ihren abscheulichen und ekelhaften Dingenhaben sie Israel, mein Eigentum16,18 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk., vollgestopft.Ihre toten Götzen16,18 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. machen es unrein16,18 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..

Ein Gebet Jeremias und Gottes Antwort

19Herr, du bist meine Stärke und Kraft,mein Zufluchtsort zur Zeit der Not!Zu dir kommen Völker vom Ende der Erde und sagen:»Ja, was unsere Vorfahren glaubten, war nur Betrug.Es war ein Nichts16,19 Nichts: Ein Götterbild, das nutzlos und wertlos ist, weil es nicht helfen kann., sinnloses und nutzloses Zeug.20Kann ein Mensch sich denn Götter machen?Götzen16,20 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. vielleicht, aber das sind doch keine Götter!«

21Deshalb werde ich den Völkern Einsicht schenken.Ich werde ihnen meine Kraft und Macht zeigen.Dann werden sie endlich erkennen,dass mein Name Herr ist16,21 mein Name ist HERR: Den Namen Gottes zu kennen, bedeutet, Gott als Herrscher anzuerkennen und mit ihm verbunden zu sein. Dieses Vorrecht hatte bisher nur das Volk Israel, vgl. 2. Mose/Exodus 3,13-15..
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Gott beschreibt das Ausmaß der Schuld Israels

171Die Sünde Judas17,1 Sünde Judas: Den Bewohnern des Südreichs Juda wird die Anbetung fremder Götter vorgeworfen. ist unauslöschlich aufgeschrieben.Mit eisernem Griffel17,1 Griffel: Spitzer Stab aus Holz oder Metall, mit dem Buchstaben in Tontafeln geritzt wurden. Je härter er war, desto tiefer konnte geritzt werden. und diamantener Spitzewurde sie in Tafeln und Hörner17,1 Hörner: Hier die vier Ecken eines Altars. Sie sind höher als die Opferfläche und werden »Hörner« genannt. eingeritzt.Die Tafeln sind die Herzen der Menschen,und die Hörner sind an ihren Altären.2Wie man sich um die eigenen Kinder kümmert,so kümmern sich die Leute von Juda um ihre Götzen.Ihre Söhne denken nur noch an die Altäre,an Kultpfähle17,2 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. unter grünen Bäumen17,2 grüner Baum: Besonders prächtige Bäume galten als Ort der Fruchtbarkeit. Dort wurden religiöse Bräuche durchgeführt. und auf den Höhen.3Deshalb gebe ich alles zur Plünderung frei:meinen Berg17,3 Gottes Berg: Meint wahrscheinlich den Zion, den Tempelberg in Jerusalem. mit dem Land darum herum, deinen Besitz,all deine Schätze und deine Kultplätze17,3 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden..Denn überall hast du, Juda, Sünden17,3 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … begangen.4Es ist allein deine Schuld,dass du deinen Erbbesitz17,4 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. hergeben musst,den ich dir gegeben habe.Du wirst deinen Feinden dienen müssenin einem Land, das du nicht kennst.Denn wie ein Feuer hast du meinen Zorn17,4 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … entfacht.Für immer wird es brennen.

Gott kündigt Fluch und Segen an

5So spricht der Herr17,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Fluch17,5 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … über den Mann,der sich auf Menschen verlässt!Vergängliches hält er für seine Stärke.Und sein Herz17,5 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. wendet sich vom Herrn ab.6Er gleicht einem Strauch in der Steppe,der nie gedeihen wird.Kümmerlich wächst er auf dürrem Wüstenboden,auf salzigem Land, wo sonst niemand lebt.

7Segen17,7 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … dagegen für den Mann,der auf den Herrn vertrautund dessen Zuversicht der Herr ist!8Er gleicht einem Baum,der am Wasser gepflanzt ist.Seine Wurzeln streckt er hin zum Bach.Vor der Hitze fürchtet er sich nicht,seine Blätter bleiben grün.Selbst ein trockenes Jahr macht ihm nichts aus,und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.

9Das menschliche Herz17,9 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. ist und bleibt ein Rätsel:Es ist abgrundtief verkehrt und unverbesserlich.Wer kann es ergründen?10Nur ich, der Herr, kann Herz und Nieren17,10 Nieren: Sitz innerer Gefühlsregungen und des Gewissens. Mehr … erforschen.Ich prüfe jeden Menschen,damit ich ihm das geben kann,was seinem Verhalten entspricht.11Wer seinen Reichtum nicht rechtmäßig erwirbt,gleicht einem Rebhuhn17,11 Rebhuhn: Baut seine Nester ungeschützt im Sand. Wenn ein Nest wegen Gefahr verlassen wurde, konnte es bei der Rückkehr zur Verwechslung und so zum Ausbrüten fremder Eier kommen., das fremde Eier ausbrütet:Mitten im Leben muss er schon alles zurücklassenund steht am Ende wie ein Trottel da.

Jeremia lobt Gott und bittet um Hilfe

12Der Ort, an dem unser Heiligtum17,12 unser Heiligtum: Meint den Tempel auf dem Berg Zion in Jerusalem. steht,ist ein herrlicher Thron, schon immer hoch erhaben!13Herr, du bist doch die Hoffnung Israels!Alle, die dich verlassen, werden jämmerlich umkommen!Ja, alle, die sich von dir abwenden, werden vergehen:Ihre Namen sind in Staub geschrieben17,13 in Staub geschrieben: Bild für Vergänglichkeit. Zeichen im Staub werden schnell vom Wind verweht.,weil sie den Herrn, ihre Quelle, verlassen haben.Dabei sprudelt aus ihm Wasser, das Leben schenkt.

14Heile mich, Herr, dann bin ich geheilt!Hilf mir, dann ist mir geholfen!Denn du bist der Grund für mein Lobgebet.15Sieh her, wie sie mich verspotten:»Wo bleibt denn, was der Herr angekündigt hat?Soll sein Wort doch endlich eintreffen!«16Doch ich habe mich nicht davor gedrückt,in deinem Auftrag als Hirte17,16 Hirte: Als Prophet hatte Jeremia von Gott den Auftrag, das Volk zu warnen. Er versteht sich dabei als Hirte, der Gott als dem obersten Hirten nachfolgt. aufzutreten.Den Tag des Unglücks sehne ich nicht herbei.Du weißt es:Jedes Wort, das über meine Lippen kam,liegt offen vor dir!17Stürze mich jetzt nicht in Verwirrung,sondern sei meine Zuflucht17,17 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. Mehr … am Tag des Unheils!18Bring Schande über meine Verfolger,aber nicht über mich!Sie sollen vom Schrecken überwältigt werden,aber nicht ich!Der Tag des Unheils soll sie hart treffen.Straf sie gleich doppelt –bis zu ihrem völligen Zusammenbruch!

Jeremia soll an den Ruhetag erinnern

19Der Herr sagte zu mir:»Geh und stell dich auf alle öffentlichen Plätze –in das Tor17,19 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen., durch das die einfachen Leute gehenund durch das die Könige Judas17,19 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … ein- und ausziehen,und in alle anderen Tore Jerusalems17,19 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …!20Dann fordere die Leute auf:Hört das Wort des Herrn, ihr Könige Judasund alle Bewohner von Juda und Jerusalem!Hört her, ihr alle, die ihr durch diese Tore geht!21So spricht der Herr17,21 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Wenn euch euer Leben lieb ist,schleppt am Sabbat17,21 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr … ja keine Lasten!Tragt keine Waren durch die Tore Jerusalems!22Bringt auch aus euren Häusern nichts heraus!Am Sabbat sollt ihr nicht arbeiten!Dieser Tag soll für euch ein heiliger Ruhetag sein,wie ich es euren Vorfahren geboten17,22 euren Vorfahren geboten: Das Gebot, am Sabbat nicht zu arbeiten, gehört zu den Zehn Geboten; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 5,12-15. habe.23Doch schon die haben nicht auf mich gehört.Statt mir Gehör zu schenken, waren sie halsstarrig.Sie weigerten sich, mir zu gehorchenund sich von mir erziehen zu lassen.

24Doch wenn ihr wirklich auf mich hört,wird Jerusalem Bestand haben.Ausspruch des Herrn17,24 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Schleppt also am Sabbat17,24 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr … keine Lastenund tragt sie nicht durch die Tore17,24 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. dieser Stadt.Der Sabbat soll für euch ein heiliger Ruhetag sein,an dem ihr nicht arbeitet.25Dann werden Könige durch diese Tore einziehenund auf dem Thron Davids17,25 Thron Davids: In 2. Samuel 7,12-16 erhält König David von Gott das Versprechen, dass immer einer seiner Nachkommen auf dem Thron in Jerusalem sitzen wird. sitzen.Mit Wagen und Pferden werden sie kommen –die Könige und ihre hohen Beamten,genauso die Bewohner Judas17,25 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalems17,25 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Und diese Stadt wird für immer bewohnt sein.26Von überall her werden sie dann kommen,um Opfer17,26 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. Mehr … darzubringen:aus den Städten Judas, aus der Gegend um Jerusalem,aus dem Gebiet Benjamins17,26 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem., vom Hügelland,vom Bergland und aus der Wüste.Sie werden alle Arten von Opfern darbringen,Brandopfer17,26 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr …, Schlachtopfer17,26 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr …, Speiseopfer17,26 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr … und Weihrauch17,26 Weihrauch: Harz des Weihrauchbaums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen wohlriechenden Duft. Mehr ….Auch Dankopfer17,26 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. Mehr … werden sie ins Haus des Herrn17,26 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. bringen.

27Wenn ihr aber nicht auf mich hörtund der Sabbat17,27 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Mehr … für euch nicht heilig ist,wird die Strafe kommen.Schleppt ihr am Sabbat Lastenund tragt Waren durch die Tore17,27 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. Jerusalems17,27 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …,werde ich Feuer an die Tore legen.Dieses Feuer wird die Paläste Jerusalems auffressenund niemand kann es löschen.«
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Von der Verfolgung des Propheten

Jeremia 18,1–20,18

Das Gleichnis vom Töpfer

181Dieses Wort kam zu Jeremia vom Herrn:2Auf, geh hinunter zum Haus des Töpfers18,2 Töpfer: Handwerker, der Gefäße aus Ton formt.!Dort wirst du hören, was ich dir sagen will.3Ich ging also hinab zum Haus des Töpfers.Der arbeitete gerade an der Töpferscheibe18,3 Töpferscheibe: Gerät, auf dem Tongefäße hergestellt werden. Es wird mit dem Fuß angetrieben, während die Hände den Ton darauf zu einem Gefäß formen..4Wenn das Gefäß unter seinen Händen misslang,formte er aus dem Ton einfach ein anderes Gefäß.Der Töpfer machte es so, wie er wollte.

5Da kam das Wort des Herrn18,5 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:6Kann ich es mit euch nicht genauso machenwie dieser Töpfer18,6 Töpfer: Handwerker, der Gefäße aus Ton formt., ihr Leute von Israel?Ja, wie der Ton in der Hand des Töpfers,so seid ihr in meiner Hand, ihr Leute von Israel!Ausspruch des Herrn18,6 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.7Das eine Mal drohe icheinem Volk oder einem Königreich,es ganz und gar auszureißen und zu zerstören.8Wenn es umkehrt und sein böses Treiben sein lässt,führe ich das nicht aus.Ich bereue, dass ich ihnen Unheil angedroht habe.9Ein anderes Mal verheiße icheinem Volk oder einem Königreich,es aufzubauen und fest einzupflanzen.10Wenn es Böses tut und mir nicht gehorcht,führe ich das nicht aus.Ich bereue, dass ich ihnen Gutes verheißen habe.

11Darum rede jetzt mit den Leuten in Juda18,11 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …und mit den Bewohnern Jerusalems18,11 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Richte ihnen aus:»So spricht der Herr18,11 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.: Passt auf!Ich bereite gerade euer Unheil vor.Ich mache einen Plan gegen euch.Kehrt um, jeder von seinem falschen Weg18,11 falscher Weg: Bild für eine Lebensweise, die nicht Gottes Willen entspricht.!Bessert euer Leben und euer Tun!«12Doch sie werden sagen:»Daraus wird nichts!Wir verfolgen lieber unsere eigenen Pläne.«Ein jeder tut, was ihm in den Sinn kommt,was seinem bösen Herzen gefällt.

Israels Abkehr von Gott ist ganz verkehrt

13So spricht der Herr18,13 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Erkundigt euch doch bei den anderen Völkern,wer so etwas schon gehört hat!Die Jungfrau Israel18,13 Jungfrau Israel: Das Verhältnis zwischen Gott und Israel wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Hier wird Israel als Jungfrau vorgestellt, die ihren Bräutigam erwartet. hat sich ganz abscheulich verhalten.14Schmilzt etwa der Schnee auf den Gipfeln des Libanon18,14 Schnee auf den Gipfeln des Libanon: Die über 3000 m hohen Berge des Libanongebirges sind im Winter und bis weit in den Frühling hinein mit Schnee bedeckt.?Versiegt ein Bach, der aus dem Gebirge gespeist wird?15Doch mein Volk handelt verkehrt und vergisst mich.Den nichtigen Götzen18,15 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. bringen sie Räucheropfer18,15 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar. Mehr … dar.Diese Götzen haben sie vom richtigen Weg abgebrachtund zum Stolpern gebracht.Mein Volk blieb nicht auf den Pfaden,die sich von Anfang an bewährt hatten,sondern sie begaben sich auf Abwege.16Deshalb wurde ihr Land zu einer Wüste des Grauens,und für immer müssen sie den Spott ertragen.Jeder, der vorbeikommt, wird entsetzt seinund den Kopf schütteln.17Wenn der Feind kommt, werde ich sie zerstreuenund sie auseinanderjagen wie der Ostwind18,17 Ostwind: Bringt heiße und sehr trockene Wüstenluft, die schwer erträglich ist..Am Tag ihres Unglücks kehre ich ihnen den Rücken zu,und mein Angesicht werden sie nicht schauen18,17 mein Angesicht nicht schauen: Bild für den Abbruch der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk..

Jeremia leidet unter den Angriffen

18Die Leute hatten den Entschluss gefasst:»Los! Lasst uns Pläne gegen Jeremia schmieden!Denn uns wird es nie an etwas fehlen:Der Priester18,18 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … wird immer Weisung18,18 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … haben,der Weise immer einen guten Rat,und der Prophet18,18 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … hat immer etwas zu sagen.Also los! Wir schlagen ihn!Zunächst sollen ihn unsere Worte treffen.Und was er sagt, beachten wir einfach nicht.«

19Da betete Jeremia:»Herr, achte wenigstens du auf mich!Hör, was meine Gegner sagen!20Soll denn Gutes mit Bösem vergolten werden?Sie haben mir eine Grube gegraben,um mir das Leben zu nehmen.Erinnere dich, wie ich vor dir stand,um Gutes für sie zu erbitten!Ich bat dich, deinen Zorn18,20 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … von ihnen abzuwenden.21Jetzt aber strafe sie:Ihre Kinder sollen vor Hunger und im Krieg sterben.Ihre Frauen sollen kinderlos sein und Witwen werden.Ihre Männer sollen den Tod finden.Ihre jungen Männer sollen im Kampf fallen.22Aus ihren Häusern soll man Geschrei hören,wenn sie plötzlich überfallen werden –von Soldaten, die du schickst.Denn sie haben eine Grube gegraben, um mich zu fangen.Und für meine Füße haben sie ein Netz18,22 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. Mehr … ausgelegt.23Doch du, Herr, kennst all ihre Mordpläne.Schenk ihnen niemals Vergebung für ihre Schuld!Lösch ihre Sünden18,23 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … in deiner Erinnerung nicht aus!Wenn es Zeit für dein Gericht ist,dann rechne mit ihnen ab:Lass sie stürzen und hilflos vor dir liegen.«