BasisBibel (BB)
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Die Dürrekatastrophe

Jeremia 14,1–15,9

Die große Dürre

141Das ist das Wort des Herrn,das er Jeremia wegen der Dürre mitgeteilt hat:2Juda14,2 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … liegt traurig da,seine Tore sind verfallen14,2 Tore sind verfallen: Bild für den Niedergang der ganzen Stadt..Trauernd sind die Menschen zu Boden gesunken,Klageschrei steigt auf aus Jerusalem14,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….3Die Reichen schicken ihre Diener, um Wasser zu holen.Sie gehen zu den Zisternen14,3 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Mehr …,aber sie finden kein Wasser mehr.Sie kehren mit leeren Krügen zurück.Enttäuscht und betrübt verhüllen sie ihren Kopf14,3 Kopf verhüllen: Ausdruck tiefer Beschämung und Enttäuschung..4Der Erdboden hat lauter Risse,weil es nicht geregnet hat.Auch die Bauern sind betrübt und verhüllen ihren Kopf.5Selbst die Hirschkuh lässt ihr Junges im Stich.Gleich nach der Geburt hat sie es verlassen,weil es nirgendwo mehr Gras gibt.6Die Wildesel14,6 Wildesel: Anspruchsloses Tier, das auch in trockenen Gebieten überlebt. stehen auf den kahlen Höhenund hören sich an wie heulende Schakale14,6 heulende Schakale: Ein Schakal kann ein lang gezogenes Geheul anstimmen. Ähnlich klingt es, wenn Wildesel nach Luft schnappen..Ihre Augen sind trüb geworden,denn weit und breit wächst kein Grün mehr.

Das Volk betet um Hilfe

7Ach Herr, unsere Schuld14,7 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … klagt uns an,aber hilf uns doch um deines Namens willen14,7 um deines Namens willen: Die Beter gehen davon aus, dass es in Gottes eigenem Interesse ist, seinem Volk zu helfen.!Wir haben viel Schlimmes getanund uns so gegen dich gestellt14,7 sich gegen Gott stellen: Wer sich gegen Gott stellt und seinen Willen missachtet, begeht Sünden. Die Beziehung zwischen Gott und Mensch ist dann gestört..8Doch du bist die Hoffnung Israels,unser Retter in Zeiten der Not!Warum interessieren wir dich dann nicht?Unser Land scheint dir gleichgültig wie einem Fremden,wie einem Wanderer, der nur eine Nacht bleibt.9Warum tust du so, als ob du nicht helfen kannst?Warum bist du wie ein Held, der nicht retten kann?Dabei bist du doch mitten unter uns, Herr,und wir tragen deinen Namen!Lass uns doch nicht im Stich!

Gottes Reaktion auf das Gebet

10So spricht der Herr14,10 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. über dieses Volk:»Wie gern laufen sie haltlos hin und her14,10 hin und her laufen: Bild für die Anbetung verschiedener Götter. Mal wird der eine um Hilfe gebeten, mal der andere.,da schonen sie ihre Füße nicht.Deswegen hat der Herr kein Gefallen an ihnen.Er denkt an ihre Schuld.Für ihre Sünden14,10 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … wird er sie bestrafen.«

11Dann sagte der Herr zu mir:»Bete nicht für dieses Volk!Bitte mich nicht, dass ich ihnen Gutes tue!12Ich werde nicht auf ihr Gebet hören.Selbst wenn sie auch noch fasten14,12 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in der Bibel eine übliche religiöse Praxis. Mehr …,werde ich nicht auf ihr Gebet hören.Wenn sie Brandopfer14,12 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … oder Speiseopfer14,12 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr … darbringen,habe ich kein Gefallen daran.Denn ich bin entschlossen, sie zu vernichten –durch Krieg, Hunger und Seuchen bringe ich sie um.«

Jeremias Einwand und Gottes Antwort darauf

13Da wandte ich ein: »Ach, mein Herr und Gott!Sieh doch: Die anderen Propheten14,13 andere Propheten: Falsche Propheten, die nur behaupten, Gottes Willen zu verkünden. verkünden ihnen:›Es kommt kein Krieg,die Hungersnot wird euch nicht treffen.Stattdessen werde ich, der Herr, euch Frieden geben.Auf Dauer werdet ihr hier sicher leben können.‹«

14Darauf antwortete mir der Herr:»Diese Propheten verkünden Lügen in meinem Namen!Ich habe sie nicht gesandt und nicht beauftragtund nicht zu ihnen gesprochen.Was sie euch verkünden, ist alles erlogen und wertlos:angebliche Visionen, Wahrsagerei und Betrug.15Deswegen werde ich diese Propheten strafen,die vorgeben, in meinem Namen zu sprechen.So spricht der Herr14,15 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ich habe diese Propheten nicht gesandt, die behaupten,Krieg und Hungersnot werden dieses Land nicht treffen.Deshalb werden sie durch Krieg und Hunger sterben.16Genauso wird es dem Volk ergehen,das auf ihre prophetischen Worte hört:Sie werden tot auf den Straßen Jerusalems14,16 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … liegen,weil Hunger und Krieg sie umbringen.Niemand wird sie begraben –weder sie noch ihre Frauen noch ihre Kinder.Sie alle werde ich mit Unglück überschütten.

17Jeremia, verkünde ihnen dieses Wort:›Aus meinen Augen fließen Tränen,ohne Ende strömen sie Tag und Nacht.Denn die Tochter meines Volkes14,17 Tochter meines Volkes: Meint die Stadt Jerusalem. liegt am Boden.Ein vernichtender Schlag hat sie getroffen.18Gehe ich hinaus aufs Feld,sehe ich dort Leichen, vom Schwert erschlagen.Gehe ich in die Stadt,sehe ich dort den Hungertod.Selbst Propheten und Priester14,18 Propheten, Priester: Alle religiösen Führer des Volkes. sind verschwunden.Sie wurden in ein Land verbannt14,18 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. Mehr …, das ihnen fremd ist.‹«

Das Volk bittet Gott noch einmal

19»Herr, hast du Juda14,19 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … wirklich verworfen?Ekelst du dich etwa vor Zion14,19 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr …?Warum hast du uns so sehr geschlagen,dass uns niemand heilen kann?Wir hofften auf Frieden, aber es kommt nichts Gutes.Wir hofften auf eine Zeit der Heilung,aber es kommt nur Schrecken.20Ja, Herr, wir erkennen unsere Schuld14,20 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,unsere eigene Bosheit und die unserer Eltern.Wir haben uns gegen dich gestellt.21Aber verachte uns deswegen nicht!Es geht doch um die Ehre deines Namens14,21 die Ehre deines Namens: Die Beter gehen davon aus, dass es in Gottes eigenem Interesse ist, seinem Volk zu helfen.und um den Thron deiner Herrlichkeit14,21 Thron deiner Herrlichkeit: Der Tempel in Jerusalem galt als der Ort, an dem Gott mit seiner Herrlichkeit wohnt.!Denk an den Bund14,21 Bund: 2. Mose/Exodus 19–20 erzählt vom Bund, den Gott mit den Israeliten schließt.,den du mit uns geschlossen hast!Und brich ihn nicht!22Gibt es unter den nichtigen Götzen14,22 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. der Völker einen,der Regen spenden kann?Oder kann der Himmel es von selbst regnen lassen?Du allein kannst es, Herr, unser Gott!Deshalb hoffen wir auf dich.Denn du hast das alles gemacht.«
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Gottes Reaktion auf das zweite Gebet

151Der Herr sagte zu mir15,1 mir: Meint den Propheten Jeremia.:Selbst wenn Mose15,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. Mehr … und Samuel15,1 Samuel: Prophet und Richter um 1000 v. Chr., in der Übergangszeit zum Königtum. vor mir stehen würden,würde mein Herz doch nicht für dieses Volk schlagen.Schick sie weg!Sie sollen mir aus den Augen gehen!2Wenn sie dich fragen: »Wohin sollen wir gehen?«,dann antworte ihnen: »So spricht der Herr15,2 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:In den Tod, in den Kampf,in den Hunger oder in die Gefangenschaft –jeder dorthin, wofür er bestimmt ist.3Vier Schrecken lasse ich auf sie los:Zuerst kommt das Schwert, um sie zu töten.Dann kommen Hunde15,3 Hunde: Vor den Stadttoren lebten halbwild herumstreundende Hunde, die sich teilweise von Aas und Leichen ernährten., die sie wegschleifen.Danach kommen die Vögel und andere Tiere,um sie aufzufressen und ganz zu vernichten.– So lautet der Ausspruch des Herrn15,3 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..4Ich werde sie zum abschreckenden Beispiel machenfür alle Königreiche dieser Erde.Das alles mache ich wegen Manasse15,4 Manasse: König des Südreichs Juda (696–642 v. Chr.). Ihm wird vorgeworfen, in Juda den Götzendienst eingeführt zu haben; vgl. 2. Könige 21,1-18.,dem Sohn von Hiskija, dem König von Juda.Es ist die Strafe für alles,was er in Jerusalem15,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … getan hat.«

Kein Mitleid für das Volk

5Wer hat Mitleid mit dir, Jerusalem15,5 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …,und wer fühlt mit dir?Wer kommt, um dich zu fragen, wie es dir geht?6Du warst es doch, die mich zurückgestoßen hat!Ausspruch des Herrn15,6 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Du hast mir den Rücken zugekehrt!Also habe ich dich gepackt und vernichtet.Denn ich war es leid,immer und immer wieder Erbarmen mit dir zu haben.7Ich habe sie in ihren Toren15,7 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. auseinandergetrieben –wie die Spreu15,7 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. Mehr … vom Weizen wurden sie getrennt15,7 Worfschaufel, worfeln: Mit einer Worfschaufel wurde das gedroschene Getreide in die Luft geworfen, um Getreidekörner von Stroh und Spreu zu trennen. Mehr ….Ich habe mein Volk kinderlos gemachtund ließ es zugrunde gehen.Doch mein Volk hat die falschen Wege nicht verlassenund ist nicht umgekehrt.8Mittlerweile gibt es mehr Witwen als Sand am Meer.Denn am helllichten Tag ließ ich den Zerstörer kommen.Blitzartig traf es die Mütter der jungen Männer:Angst und Schrecken haben sie gepackt.9Die Frau, die sieben Kinder geboren hat,welkt dahin und haucht ihr Leben aus.Mitten am Tag ging für sie die Sonne unter.Sie ist am Ende und ohne Hoffnung.Und wer doch überlebt,soll durch das Schwert sterben.Ich werde sie alle den Feinden ausliefern.– So lautet der Ausspruch des Herrn15,9 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..

Vom Leiden des Propheten

Jeremia 15,10–17,27

Jeremia klagt über seine Einsamkeit

10»Weh mir, meine Mutter,dass du mich geboren hast!Ich liege mit aller Welt im Streit,und alle feinden mich an.Dabei bin ich niemand Geld schuldigund habe von anderen nichts geliehen.Trotzdem verfluchen mich alle.«

11Darauf antwortete der Herr:»Das steht fest: Ich will nur das Beste.Auch steht fest: In der Zeit von Unheil und Notdurfte der Feind dich treffen –aber er kann dich nicht zerbrechen.12Kann man denn Eisen zerbrechen,hartes Eisen aus dem Norden und Bronze15,12 Bronze: Metall-Legierung aus Kupfer und Zinn. Sie wurde zur Herstellung von Schmuck, Waffen und Gegenständen für den Gottesdienst verwendet.?

13Doch dich, Jerusalem15,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …, gebe ich zur Plünderung frei.Deinen Reichtum und deine Schätze wird man dir nehmen.Und das nicht für einen guten Kaufpreis,sondern wegen deiner ganzen Sünden15,13 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,die du überall getan hast.

14Das wird das Schicksal deiner Feinde sein, Jeremia:Ich werde sie in die Verbannung15,14 Verbannung: Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben. Mehr … führenin ein Land, das du nicht kennst.Denn mein Zorn ist gegen euch alle aufgeflammtund wird euch noch verbrennen.«

15»Herr, du weißt alles!Denk an mich und kümmere dich um mich!Nimm endlich Rache an denen, die mich verfolgen!Halt deinen Zorn15,15 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … nicht länger zurück,sonst komme ich noch um!Bedenke, dass ich das alles nur deinetwegen erleide.16Hast du mir deine Worte geschenkt,habe ich jedes Wort verschlungen.Dein Wort ist mein Glückund bringt Freude in mein Herz.Denn ich gehöre zu dirund trage deinen Namen15,16 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. Mehr …,Herr Zebaot15,16 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …!17Nie saß ich mit anderen froh zusammen,nie konnte ich fröhlich sein.Von deiner Hand niedergedrückt, saß ich einsam da.Du hattest mich mit Missmut erfüllt.18Warum nimmt mein Leiden kein Ende?Warum ist meine Wunde so tief,dass sie nicht heilen kann?Eine Täuschung bist du für mich.Du bist wie Wasser, von dem man nicht weiß,ob es da ist oder nicht.«

19Darauf antwortete der Herr:»Wenn du umkehrst15,19 umkehren: Rückkehr zu Gott und das Vertrauen auf seine Hilfe., lasse ich dich umkehren.Dann darfst du wieder vor mir stehen15,19 vor mir stehen: Wer vor Gott steht und sein Angesicht schaut, erfährt die liebevolle Zuwendung Gottes..Wenn aus dir heraus wertvolle Worte kommenund nicht solcher Unsinn,wirst du wieder wie mein Mund15,19 wie mein Mund: Die folgenden Verse nehmen Bezug auf die Berufung Jeremias als Prophet in Jeremia 1,8-19. sein.Dann werden sich die Menschen dir zuwenden.Aber du sollst dich ihnen nicht zuwenden.20Ich werde dich zu einer Mauer aus Bronze machen,die diesem Volk fest gegenübersteht.Sie werden gegen dich kämpfen,aber nichts gegen dich ausrichten.Denn ich bin mit dir,um dir zu helfen und um dich zu retten.– So lautet der Ausspruch des Herrn15,20 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..21Ich werde dich aus der Hand der Bösen rettenund dich aus der Gewalt der Verbrecher befreien.«
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Jeremia darf nicht heiraten

161Das Wort des Herrn kam16,1 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu mir:2»Jeremia, heirate nicht!Du sollst an diesem Ort keine Kinder haben.3Denn so spricht der Herr16,3 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. über die Söhne und Töchter,die an diesem Ort geboren werden –und über ihre Mütter und ihre Väter,die sie in die Welt setzen in diesem Land:4Sie alle werden an schlimmen Krankheiten sterben.Man wird keine Totenklage16,4 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … für sie halten,und man wird sie nicht begraben.Stattdessen werden sie zu Dünger für die Felder.Durch Hunger und Krieg werden sie umkommen.Die Vögel des Himmels und die wilden Tierewerden ihre Leichen fressen.

5Ja, so spricht der Herr16,5 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Jeremia, betritt kein Haus, in dem getrauert wird!Geh nicht hin, um die Totenklage16,5 Totenklage: Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde. Mehr … zu halten,und bekunde den Angehörigen kein Beileid!Denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk genommen,Güte und Erbarmen habe ich ihnen entzogen.– So lautet der Ausspruch des Herrn16,5 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..6Alle in diesem Land werden sterben – Große und Kleine.Man wird sie nicht begraben,und man wird keine Totenklage für sie halten.Niemand wird sich vor Trauer die Haut ritzen16,6 die Haut ritzen: Gehört zu den Trauerbräuchen. Durch die Selbstverwundung spürt man nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich den Schmerz des Verlustes.oder ihretwegen eine Glatze scheren16,6 Glatze scheren: Gehört zu den Trauerbräuchen. lassen.7Auch wird niemand die Trauernden trösten:Niemand isst mit ihnen das Trauerbrot16,7 Trauerbrot: Erste Mahlzeit nach einem Begräbnis. Das Brot soll die Trauernden trösten und stärken..Niemand trinkt mit ihnen den Trostbecher,wenn sie Vater oder Mutter verloren haben.

8Jeremia, betritt auch kein Haus, in dem gefeiert wird!Setz dich nicht dazuund iss und trink nicht mit!9Denn so spricht der Herr16,9 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern. Zebaot16,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, der Gott Israels:Seht her!Ich werde dem Feiern ein Ende machen an diesem Ort –noch zu euren Lebzeiten und vor euren Augen.Jubel und Freude werden verstummen.Selbst Braut und Bräutigam wird man nicht mehr hören.«

Gott erklärt Jeremia, wie er das harte Gericht begründen soll

10Wenn du diesem Volk all diese Worte gesagt hast,werden sie dich, Jeremia, fragen:»Warum droht uns der Herr dieses große Unglück an?Was ist unsere Schuld?Was sind unsere Sünden16,10 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …,die wir gegen den Herrn, unseren Gott, begangen haben?«11Dann sollst du ihnen antworten:»So lautet der Ausspruch des Herrn16,11 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Bereits eure Vorfahren haben mich verlassen.Sie sind anderen Göttern16,11 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … nachgelaufen,haben ihnen gedient und sie angebetet.Sie haben mich verlassenund meine Weisung16,11 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … nicht befolgt.12Doch ihr seid noch viel schlimmer als eure Vorfahren!Jeder von euch folgt seinem harten, bösen Herzen,um ja nicht auf mich zu hören.13Deshalb werde ich euch aus diesem Land schleudern.Ich werde euch fortwerfen in ein anderes Land,das weder ihr noch eure Vorfahren kanntet.Dort werdet ihr andere Götter anbeten,Tag und Nacht werdet ihr ihnen dienen.Denn ich werde mit euch keine Gnade16,13 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr … haben.«

Ausblick auf die zukünftige Rückkehr

14So lautet der Ausspruch des Herrn16,14 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Doch seht, es kommt eine Zeit,da wird man anders über Gott reden als jetzt.Man sagt dann nicht mehr: »So gewiss der Herr lebt,der die Israeliten aus Ägypten geführt16,14 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat.«15Stattdessen wird man sagen: »So gewiss der Herr lebt,der die Israeliten aus dem Land des Nordens16,15 Land des Nordens: Meint Babylonien. Der Weg nach Babylonien führte von Israel aus zunächst Richtung Norden. geführt hat.Und so gewiss der Herr lebt,der sie aus allen Ländern befreit hat,wohin er sie vertrieben hatte.«Dann werde ich sie in das Land zurückbringen,das ich ihren Vorfahren gegeben habe.

Gottes Gericht über Israel

16Doch zunächst schicke ich viele Fischer16,16 Fischer: Bild für die Feinde Israels.,die die Menschen wie Fische fangen werden.Ausspruch des Herrn16,16 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Danach werde ich viele Jäger16,16 Jäger: Bild für die Feinde Israels. schicken.Sie werden die Menschen überall aufspüren,auf allen Bergen und Hügeln und in allen Felsspalten.Und sie werden sie jagen.17Denn meine Augen sind auf ihre Wege16,17 Weg: Bild für den Lebensweg und das Verhalten von Menschen. gerichtet.Sie können sich nicht verstecken.Ihre Schuld steht mir deutlich vor Augen.18Zuerst werde ich ihnen doppelt heimzahlen,was sie an Schuld und Sünden16,18 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … angehäuft haben.Denn dadurch haben sie mein Land entweiht.Mit ihren abscheulichen und ekelhaften Dingenhaben sie Israel, mein Eigentum16,18 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk., vollgestopft.Ihre toten Götzen16,18 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. machen es unrein16,18 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein..

Ein Gebet Jeremias und Gottes Antwort

19Herr, du bist meine Stärke und Kraft,mein Zufluchtsort zur Zeit der Not!Zu dir kommen Völker vom Ende der Erde und sagen:»Ja, was unsere Vorfahren glaubten, war nur Betrug.Es war ein Nichts16,19 Nichts: Ein Götterbild, das nutzlos und wertlos ist, weil es nicht helfen kann., sinnloses und nutzloses Zeug.20Kann ein Mensch sich denn Götter machen?Götzen16,20 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. vielleicht, aber das sind doch keine Götter!«

21Deshalb werde ich den Völkern Einsicht schenken.Ich werde ihnen meine Kraft und Macht zeigen.Dann werden sie endlich erkennen,dass mein Name Herr ist16,21 mein Name ist HERR: Den Namen Gottes zu kennen, bedeutet, Gott als Herrscher anzuerkennen und mit ihm verbunden zu sein. Dieses Vorrecht hatte bisher nur das Volk Israel, vgl. 2. Mose/Exodus 3,13-15..