BasisBibel (BB)
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Kundschafter aus dem Stamm Dan kommen vorbei

181Damals gab es noch keinen König in Israel.Zu dieser Zeit suchte der Stamm Dan ein Gebiet,um sich dort niederzulassen.Denn unter den Stämmen Israels hatte er bis dahinnoch kein Gebiet als Erbbesitz18,1 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. erhalten.

2Die Leute aus Dan schickten nun fünf Männer los,die sie aus ihren Großfamilien ausgewählt hatten.Es waren ihre besten Soldaten aus Zora und Eschtaol18,2 Zora, Eschtaol: Ortschaften im Hügelland, etwa 25 km westlich von Jerusalem..Sie sollten das Land ausspionieren und erkunden.Die Daniter gaben ihnen den Auftrag:»Zieht durch das Land und erkundet es!«Da zogen sie durch das Gebirge Efraimund kamen zum Haus des Micha18,2 Micha: Die Geschichte von Micha und seinem Götterbild wird in Richter 17,1-5 erzählt..Dort übernachteten sie.3Als sie in die Nähe von Michas Haus waren,hörten sie den jungen Leviten18,3 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr … reden.An seiner Aussprache erkannten sie,dass er hier fremd war.Sie bogen vom Weg ab und fragten ihn aus:»Wer hat dich hierher gebracht?Was machst du an diesem Ort?Und warum bist du überhaupt hier?«4Er antwortete ihnen:»Das und das hat Micha für mich getan.Er hat mich in seinen Dienst gestelltund jetzt bin ich sein Priester18,4 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr …5Da verlangten sie von ihm:»Befrage Gott18,5 Gott befragen: Vor wichtigen Entscheidungen konnte man Gott durch einen Priester um Rat bitten. Die Antwort erfolgte durch Ziehen von Lossteinen, die entsprechend gekennzeichnet waren.! Wir wollen wissen:Ist das der richtige Weg,der unser Unternehmen zum Erfolg führt?«6Der Priester gab ihnen die Antwort:»Geht in Frieden!Der Herr ist mit dem Weg einverstanden,den ihr gerade geht.«

7Die fünf Männer zogen weiter, kamen nach Lajisch18,7 Lajisch: Anderer Name für die Stadt Dan, etwa 50 km nördlich des See Gennesaret gelegen.und stellten fest:Die Bevölkerung dort wohnte sicher in ihrer Stadt.Sie lebte nach Art der Phönizier18,7 Phönizier: Bewohner der nördlichen Küstenregion, die mit ihren Nachbarn regen Handel trieben.,sorglos und friedlich.Weit und breit gab es niemanden,der den Bewohnern der Stadt etwas zuleide tat.Keiner bedrückte oder bedrängte sie.Sie wohnten weit entfernt von den Phöniziern,und mit den Aramäern hatten sie nichts zu tun.8Die fünf Männer kamen nach Zora und Eschtaol18,8 Zora, Eschtaol: Ortschaften im Hügelland, etwa 25 km westlich von Jerusalem. zurück.Ihre Landsleute fragten sie:»Was habt ihr herausgefunden?«9Sie antworteten:»Auf! Lasst uns gegen Lajisch in den Kampf ziehen.Denn wir haben uns das Land angesehen und festgestellt:Es ist sehr gut geeignet!Ihr zögert noch?Tut das nicht, sondern macht euch gleich auf den Weg!Wenn ihr dorthin kommt, nehmt das Land in Besitz!10Bei eurer Ankunft trefft ihr auf ein Volk.Es wohnt dort sorglos in einem weiten Land,das sich nach allen Seiten erstreckt.Ja, Gott hat es in eure Gewalt gegeben.Es ist eine Gegend, in der es an nichts fehlt,was es auf der Erde gibt.«

Die Daniter rauben Michas Götterbild

11Nun machten sie sich auf den Weg.Es waren 600 mit Waffen ausgerüstete Männer.Sie stammten aus den Großfamilien der Daniter,aus den Ortschaften Zora und Eschtaol18,11 Zora, Eschtaol: Zwei Ortschaften im Hügelland, etwa 25 km westlich von Jerusalem..12Unterwegs errichteten sie ihr Heerlagerbei der Stadt Kirjat-Jearim in Juda.Deshalb heißt der Ort bis heute Mahane-Dan,das bedeutet: das Lager Dans.Der Ort liegt westlich von Kirjat-Jearim.13Dann zogen sie ins Gebirge Efraim18,13 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte. hinaufund kamen zu dem Haus des Micha.14Da meldeten sich die fünf Kundschafter zu Wort,die durchs Land gezogen und Lajisch18,14 Lajisch: Anderer Name für die Stadt Dan, etwa 50 km nördlich des See Gennesaret gelegen. erkundet hatten.Sie sagten zu ihren Landsleuten:»Wisst ihr eigentlich, was sich in dem Dorf befindet?Dort gibt es ein Götterbild mit Metallüberzug,dazu einen Kasten18,14 Kasten: Hebräisch Efod. Bezeichnet einen tragbaren Gegenstand. Mit seiner Hilfe konnte man eine göttliche Antwort auf eine konkrete Frage einholen., mit dem man Gott befragen kann,und die Figur einer Schutzgottheit18,14 Figur einer Schutzgottheit: Hebräisch Terafim. Eine aus Holz oder Ton hergestellte Statue eines verstorbenen Vorfahren, der in der Familie verehrt wurde..Nun überlegt euch, was ihr tun wollt.«15Da bogen sie vom Weg ab.Sie kamen zum Haus des Micha,wo der junge Levit wohnte.Den fragten sie, ob es ihm gut geht.16Die 600 mit Waffen ausgerüsteten Daniterhatten sich inzwischen am Toreingang aufgestellt.17Die fünf Kundschafter aber,die damals das Land erkundet hatten,drangen in das Haus ein.Sie waren gekommen, um das Götterbild zu rauben,den Kasten und die Figur einer Schutzgottheit.Draußen am Toreingang aber stand der Priester18,17 der Priester: Levit, der am Haustempel des Micha arbeitet; vgl. Richter 17,7-13.bei den 600 bewaffneten Männern.18Die fünf Männer waren also hineingegangen.Sie raubten aus dem Haus des Micha das Götterbild,den Kasten und die Figur einer Schutzgottheit.Da stellte der Priester sie zur Rede:»Was macht ihr denn da!«19Sie antworteten ihm:»Schweig! Halt den Mund und komm mit uns!Sei unser geistlicher Vater und Priester!Es ist doch besser für dich,Priester eines ganzen Stamms in Israel zu sein.Oder willst du Priester eines einzigen Mannes bleiben?«20Dem Priester gefiel, was sie sagten.Er nahm Kasten, Schutzgottheit und Götterbildund schloss sich dem Volk als ihr Priester an.21Dann brachen sie auf und zogen weiter.An ihrer Spitze ließen sie die Kinder gehen,das Vieh und die Lasttiere mit ihrem Hab und Gut.

22Sie waren noch nicht weit gekommen,da hatten sich die Männer zusammengetan,die im Dorf bei dem Haus des Micha lebten.Sie hefteten sich an die Fersen der Daniter.23Dann riefen sie den Danitern hinterher.Die drehten sich um und sagten zu Micha:»Was soll denn das?Warum habt ihr euch zusammengetan?«24Er antwortete:»Das ist doch mein Gott18,24 mein Gott: Hier wird nicht zwischen Michas Gott und Michas Götterbild unterschieden. Damit wird angedeutet, was von »selbst gemachten Göttern« zu halten ist.!Ich selbst habe ihn anfertigen lassen.Ihr habt ihn geraubt und den Priester18,24 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … dazu.Jetzt geht ihr weg! Was bleibt mir da noch?Wie könnt ihr zu mir sagen: Was soll denn das?«25Da entgegneten ihm die Daniter:»Kein einziges Wort mehr wollen wir von dir hören!Hier sind Männer, die vor nichts zurückschrecken.Die machen euch sofort nieder.Du könntest dein Leben verlieren, du und deine Familie!«26Dann setzten die Daniter ihren Weg fort.Micha aber musste einsehen,dass sie stärker waren als er.Er kehrte um und ging nach Hause.

Die Daniter lassen sich in Lajisch nieder

27Die Daniter hatten also das Götterbild geraubt,das Micha hatte anfertigen lassen.Auch den Priester18,27 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … hatten sie mitgenommen,der bei ihm gewesen war.Schließlich kamen sie nach Lajisch18,27 Lajisch: Anderer Name für die Stadt Dan, etwa 50 km nördlich des See Gennesaret gelegen. zu dem Volk,das dort friedlich und sorglos lebte.Sie erschlugen die Bewohner mit dem Schwertund brannten die Stadt nieder.28Niemand konnte ihr zu Hilfe eilen.Denn sie lag weit entfernt von Phönizien18,28 Phönizien: Schmaler Landstreifen an der östlichen Mittelmeerküste vor allem auf dem Gebiet des heutigen Libanon. Mehr …,und mit den Aramäern hatte sie nichts zu tun.Die Stadt Lajisch lag in der Ebene von Bet-Rehob.

Die Daniter bauten die Stadt wieder auf und wohnten in ihr.29Die Stadt nannten sie Dan18,29 Dan: Stadt im Norden des Landes, etwa 50 km nördlich des See Gennesaret gelegen..Denn das war der Name ihres Stammvaters.Dan war einer der Söhne Israels18,29 Israel: Anderer Name für Jakob, den er von Gott in 1. Mose/Genesis 32,23-33 erhält. Mehr ….Die Stadt aber hatte früher Lajisch geheißen.30Die Daniter stellten das Götterbild bei sich auf.Der Levit18,30 Levit: Meint hier den Priester aus dem Haus Michas, der mit den Danitern nach Lajisch gegangen war; vgl. Richter 18,18-20. hieß übrigens Jonatanund stammte aus der Linie des Gerschom und des Mose.Er und seine Nachkommen waren Priester im Stamm Dan18,30 Dan: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Norden des Landes..Und sie blieben es bis zu dem Tag,an dem die Bevölkerung in die Verbannung18,30 Verbannung: Der assyrische König Tiglat-Pileser eroberte 733 v. Chr. Galiläa und siedelte die Bevölkerung in anderen Teilen seines Landes an. musste.31Das Götterbild, das Micha hatte anfertigen lassen,hatten sie in der Stadt Dan aufgestellt.Es blieb dort die ganze Zeit,solange das Haus Gottes in Schilo18,31 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Mehr … war.
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Die Bestrafung des Stammes Benjamin

Richter 19,1–21,25

Besuch beim Schwiegervater in Betlehem

191Damals gab es noch keinen König in Israel.Zu dieser Zeit lebte ein Levit19,1 Levit: Als Mann aus dem Stamm Levi besaß er kein Land, durfte dafür aber Dienst an einem Heiligtum tun. als Fremderim Hinterland des Gebirges Efraim19,1 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte..Er hatte sich eine Nebenfrau19,1 Nebenfrau: Ehefrau, die weniger Rechte als die Hauptfrau besitzt, aber höhergestellt ist als eine Sklavin. genommen,die aus Betlehem19,1 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Mehr … in Juda stammte.2Eines Tages ärgerte sich seine Nebenfrau über ihn,sie ärgerte sich so sehr, dass sie ihm weglief.Sie kehrte in ihr Vaterhaus zurücknach Betlehem in Juda.Dort blieb sie ganze vier Monate.3Da machte sich ihr Mann auf den Weg zu ihr.Er wollte sie dazu bewegen, zu ihm zurückzukommen.Auf die Reise nahm er einen Knecht und zwei Esel mit.

Seine Frau führte ihn ins Haus ihres Vaters.Als nun der Vater der jungen Frau ihn sah,freute er sich und kam ihm entgegen.4Sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau,wollte ihn aber nicht gleich wieder gehen lassen.So blieb der Levit19,4 Levit: Meint hier den Priester aus dem Haus Michas, der mit den Danitern nach Lajisch gegangen war; vgl. Richter 18,18-20. drei Tage bei ihm.Sie aßen, tranken und übernachteten dort.

5Am Morgen des vierten Tages standen sie früh auf,um abzureisen.Der Vater der jungen Frau sagte zum Schwiegersohn:»Iss doch noch einen Bissen Brot!Ihr könnt euch später auf den Weg machen.«6So blieben sie noch.Die beiden Männer aßen miteinander und tranken.Dann sagte der Vater der jungen Frau zu dem Mann:»Du willst doch nicht schon gehen?Bleib über Nacht und lass es dir gut gehen!«7Doch der Mann stand auf und wollte abreisen.Sein Schwiegervater aber nötigte ihn zu bleiben.So blieb er noch eine Nacht.

8Am Morgen des fünften Tages stand er früh auf,um endlich abzureisen.Da sagte sein Schwiegervater schon wieder:»Iss doch noch etwas!«Und sie ließen sich Zeit bis zum Nachmittag.Die beiden Männer aßen wieder.9Dann stand der Mann auf und wollte abreisen,zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Knecht.Sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau,sagte daraufhin:»Seht doch, wie spät es schon ist!Es wird bald Abend, bleibt doch noch über Nacht!Ja, der Tag ist schon fast vorbei.Bleib die Nacht hier und lass es dir gut gehen!Ihr könnt euch morgen früh auf den Weg machen.Dann geht’s nach Hause.«10Doch der Mann wollte auf keinen Fall bleiben.So ging er los und kam bis zu der Stadt Jebus,das ist Jerusalem.Er führte die beiden bepackten Esel mit sich,und seine Ehefrau begleitete ihn.

Auf der Suche nach einer Unterkunft in Gibea

11Als sie in die Nähe von Jebus19,11 Jebus: Name Jerusalems, bevor die Stadt vom Volk Israel erobert wurde. kamen,war es schon sehr spät am Tag.Da sagte der Knecht zu seinem Herrn:»Lass uns vom Weg abbiegenund in die Stadt der Jebusiter19,11 Jebusiter: Bevölkerungsgruppe, die vor den Israeliten in Jerusalem und dem umliegenden Gebiet lebte. gehen!Dort können wir übernachten.«12Sein Herr aber sagte zu ihm:»Nein! Wir gehen nicht in eine fremde Stadt.Die Jebusiter gehören nicht zu den Israeliten.Wir ziehen weiter bis Gibea19,12 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem.13Etwas später sagte er zu seinem Knecht:»Auf geht’s! Lass uns versuchen,eine der israelitischen Ortschaften zu erreichen.In Gibea oder in Rama können wir übernachten.«14Sie zogen also weiter, an Jerusalem vorüber.Die Sonne aber ging schon unter.Da erreichten sie Gibea, das zu Benjamin19,14 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. gehört.15Sie bogen vom Weg ab, um in Gibea zu übernachten.Der Levit ging hin und stellte sich auf den Dorfplatz.Doch es ließ sich niemand blicken,der sie zum Übernachten nach Hause einlud.

16Schließlich kam ein alter Mann vorbei,der bis zum Abend auf dem Feld gearbeitet hatte.Der Mann stammte aus dem Gebirge Efraim19,16 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte.und lebte als Fremder in Gibea19,16 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem..Die Bewohner des Ortes aber waren Benjaminiter.17Als der Mann aufblickte,sah er den Reisenden auf dem Dorfplatz stehen.Da fragte der alte Mann:»Wohin willst du?Und woher kommst du?«18Der Levit sagte zu ihm:»Wir sind auf der Durchreise.Wir kommen von Betlehem19,18 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Mehr … in Judaund wollen ins Hinterland des Gebirges Efraim.Dort bin ich nämlich zu Hause.Ich machte eine Reise nach Betlehem in Juda.Und jetzt bin ich gerade auf dem Heimweg.Doch niemand will mich in sein Haus einladen.19Und das, obwohl wir alles dabeihaben:Stroh und Futter für unsere Esel,Brot und Wein für mich, meine Frau und meinen Knecht.Es fehlt wirklich an nichts.«20Da sagte der alte Mann:»Friede sei mit dir!Was du brauchst, lass meine Sorge sein!Nur übernachte nicht hier auf dem Dorfplatz!«21Er nahm sie mit in sein Haus,fütterte die Esel und wusch seinen Gästen die Füße.Dann setzten sie sich zum Essen und zum Trinken.

Die Schandtat in Gibea

22Während sie sich’s gut gehen ließen,kamen Leute aus der Stadt, ganz üble Kerle.Die umstellten das Haus und schlugen an die Tür.Sie verlangten von dem alten Mann, dem Hausherrn:»Gib den Mann heraus, den Leviten,der als Gast in dein Haus gekommen ist!Der soll uns mal so richtig kennenlernen.«23Da ging der Hausherr hinaus und sagte zu ihnen:»Nein, meine Brüder!Vergewaltigt ihn nicht!Der Mann ist doch als Gast in mein Haus gekommen.Tut nicht so etwas Schlimmes!24Seht, hier ist meine unverheiratete Tochterund hier ist die Ehefrau des Leviten19,24 Levit: Meint hier den Priester aus dem Haus Michas, der mit den Danitern nach Lajisch gegangen war; vgl. Richter 18,18-20.!Diese beiden will ich euch herausgeben.Vergewaltigt sie und tut mit ihnen, was ihr wollt!Doch diesem Mann hier dürft ihr nichts Schlimmes tun.«25Die Männer wollten aber nicht auf ihn hören.Da packte der Levit seine Ehefrauund brachte sie zu ihnen hinaus auf die Straße.Die Männer vergewaltigten sie und missbrauchten siedie ganze Nacht bis zum Morgen.Es dämmerte schon,als sie aufhörten und sie gehen ließen.

26Bei Tagesanbruch kam die Frau zurück.Sie kam bis an den Eingang des Hauses,in dem sich ihr Mann aufhielt.Dort brach sie zusammen und blieb liegen,bis es hell wurde.27Am Morgen stand ihr Mann auf,öffnete die Haustür und ging hinaus.Er wollte sich auf die Heimreise machen.Da lag die Frau im Eingang des Hauses,ihre Hände berührten die Türschwelle.Als er seine Ehefrau so daliegen sah, 28sagte er zu ihr:»Steh auf! Wir wollen gehen!«Doch sie gab keine Antwort19,28 keine Antwort: Das bedeutet, dass sie tot war..Da legte er sie auf seinen Eselund machte sich auf den Weg nach Hause.29Als er aber zu Hause ankam, griff er nach einem Messer.Dann nahm er den Leichnam seiner Frauund zerschnitt ihn in zwölf Stücke.Die schickte er überall hin in Israel.30Jeder, der es sah, rief aus:»So etwas Unglaubliches19,30 so etwas Unglaubliches: Dieses schreckliche Geschehen wurde als »Schandtat von Gibea« sprichwörtlich in Israel, vgl. Hosea 10,9. ist noch nie geschehen,seit Israel aus dem Land Ägypten gezogen ist.Bis heute ist so etwas nicht vorgekommen.Nun denkt nach, beratet euch und entscheidet!«
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Es kommt zum Kampf gegen die Benjaminiter

201Alle Israeliten zogen in den Kampf.Die ganze Gemeinde versammelte sich geschlossenvon Dan bis Beerscheba20,1 von Dan bis Beerscheba: Die beiden Orte kennzeichnen die Nord- und Südgrenze des Landes, das den Stämmen Israels zugeteilt wurde. – dazu das Land Gilead20,1 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer..In Mizpa20,1 Mizpa: Ortschaft etwa 12 km nördlich von Jerusalem. kamen sie zusammen bei dem Herrn.2Alle führenden Männer und alle Stämme Israels20,2 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr …bildeten als Volk Gottes eine große Versammlung:Das Fußvolk zählte 400.000 Schwertkämpfer.

3Die Benjaminiter20,3 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. erfuhren davon,dass die Israeliten nach Mizpa gezogen waren.Die Israeliten aber fragten nach,wie es zu der Schandtat von Gibea20,3 Schandtat von Gibea: Gemeint ist die Verletzung des Gastrechts, vgl. Richter 19,22-30. gekommen war.4Da antwortete ihnen der Levit20,4 Leviten: Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi. Mehr …,der Mann der ermordeten Frau:»Auf meiner Reise kam ich nach Gibea20,4 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem. in Benjamin.Dort wollte ich mit meiner Nebenfrau20,4 Nebenfrau: Ehefrau, die weniger Rechte als die Hauptfrau besitzt, aber höhergestellt ist als eine Sklavin. übernachten.5Doch die Herren der Stadt Gibea hatten etwas gegen mich.In der Nacht umstellten sie das Haus, um mich zu töten.Dann aber haben sie meine Nebenfrau vergewaltigt,sodass sie gestorben ist.6Da habe ich ihren Leichnam genommen.Ich habe ihn in Stücke geschnittenund in alle Gegenden geschickt,die zum Erbbesitz20,6 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott. Israels gehören.Denn die Benjaminiter haben ein Verbrechen verübt,etwas sehr Schlimmes haben sie in Israel getan.7Ihr alle seid doch Israeliten!Also kümmert euch um die Sacheund beratet euch jetzt und hier!«8Da waren sich alle im Volk einig und sagten:»Niemand von uns geht heim,kein Einziger kehrt nach Hause zurück!9Vielmehr ist es eine beschlossene Sache,dass wir gegen Gibea vorgehen.Das Los20,9 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. Mehr … bestimmt, wer in den Kampf zieht.10Ein Teil der Männer soll für die Verpflegung sorgen.Dazu bestimmen wir aus allen Stämmen Israelsjeweils 10 Mann von 100, 100 Mann von 1000und 1000 Mann von 10.000.Alle anderen sollen gegen Gibea-Benjamin vorrückenund die Benjaminiter hart bestrafen –für die Schandtat, die sie in Israel begangen haben.«

11So bildete ganz Israel ein einziges Heer,um gegen die Stadt in den Kampf zu ziehen.12Die Stämme Israels20,12 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … aber schickten Boten umher.Die zogen durch das Gebiet von Benjamin20,12 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem.und verbreiteten überall die Botschaft:»Wie konnte nur ein solches Unrecht bei euch geschehen!13Jetzt gebt die Männer heraus, diese üblen Kerle,die das in Gibea getan haben!Wir wollen sie töten.Nur so können wir das Böse aus Israel entfernen.«Die Benjaminiter wollten aber nicht auf sie hören,obwohl die Israeliten ihre Brüder waren.14Sie schickten Truppen aus ihren Städten nach Gibea,um gegen die Israeliten zu kämpfen.15An diesem Tag zählte man 26.000 Schwertkämpfer,die aus den benjaminitischen Städten eintrafen.Das war die Zahl ohne die Einwohner von Gibea.16Außerdem befanden sich unter den Kriegsleuten700 ausgewählte Soldaten, allesamt Linkshänder.Die konnten Steine haargenau schleudern,ihr Ziel verfehlten sie nicht.

17Bei den Israeliten zählte man ohne die Benjaminiter400.000 Schwertkämpfer, lauter kampferfahrene Männer.18Sie machten sich nun auf den Weg nach Bet-El20,18 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«.,um Gott zu befragen20,18 Gott befragen: Vor wichtigen Entscheidungen konnte man Gott durch einen Priester um Rat bitten. Die Antwort erfolgte durch Ziehen von Lossteinen, die entsprechend gekennzeichnet waren..Die Israeliten stellten die Frage:»Welcher Stamm20,18 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Mehr … unter uns soll zuerst ins Feld ziehen,um gegen die Benjaminiter zu kämpfen?«Der Herr gab die Antwort:»Der Stamm Juda zuerst!«

19Am frühen Morgen brachen die Israeliten aufund errichteten ihr Heerlager gegenüber von Gibea20,19 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem..20Dann zogen die Männer Israels in die Schlachtgegen die Benjaminiter.Vor Gibea stellten sie sich in Schlachtordnung auf.21Da stürmten die Benjaminiter aus Gibea hervorund machten die Israeliten nieder.An diesem Tag fielen 22.000 Mann.22Doch das Kriegsvolk Israels fasste neuen Mut.Sie stellten sich nochmals in Schlachtordnung auf –und zwar dort, wo sie am ersten Tag gestanden hatten.23Zuvor waren die Israeliten nach Bet-El20,23 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«. gezogen.Dort weinten sie vor dem Herrn bis zum Abend.Dann befragten20,23 befragen: Vor wichtigen Entscheidungen konnte man Gott durch einen Priester um Rat bitten. Die Antwort erfolgte durch Ziehen von Lossteinen, die entsprechend gekennzeichnet waren. sie erneut den Herrn:»Sollen wir die Benjaminiter, unsere Brüder,noch einmal angreifen?«Der Herr gab die Antwort:»Ja, zieht gegen sie in die Schlacht!«

24Die Israeliten zogen also auch am zweiten Tagin die Schlacht gegen die Benjaminiter20,24 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem..25Wieder kamen die Benjaminiter aus Gibea,stürmten ihnen entgegen und machten sie nieder.Diesmal fielen von den Israeliten 18.000 Schwertkämpfer.26Daraufhin zog das ganze Kriegsvolk nach Bet-El.Nachdem alle Israeliten dort angekommen waren,weinten sie ununterbrochen vor dem Herrn.Sie fasteten den ganzen Tag bis zum Abendund brachten Brand-20,26 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. Mehr … und Schlachtopfer20,26 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … darvor dem Herrn.27Dann befragten20,27 befragen: Vor wichtigen Entscheidungen konnte man Gott durch einen Priester um Rat bitten. Die Antwort erfolgte durch Ziehen von Lossteinen, die entsprechend gekennzeichnet waren. die Israeliten den Herrn.Zu dieser Zeit stand die Bundeslade20,27 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. Mehr … Gottes in Bet-El20,27 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«..28Und Pinhas, der Sohn des Eleasar und Enkel des Aaron20,28 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. Mehr …,tat seinen Dienst als Priester20,28 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … vor dem Herrn.Die Israeliten stellten die Frage:»Sollen wir noch einmal gegen die Benjaminiter,gegen unsere Brüder, in die Schlacht ziehen?Oder sollen wir es sein lassen?«Der Herr gab die Antwort:»Ja, zieht in die Schlacht!Denn morgen gebe ich sie in eure Gewalt.«29Daraufhin legten die Israeliten einen Hinterhaltin der Umgebung von Gibea.

Die Benjaminiter werden vernichtet

30Auch am dritten Tag zogen die Israelitengegen die Benjaminiter20,30 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. ins Feld.Vor Gibea stellten sie sich in Schlachtordnung auf,wie sie es auch die beiden vorigen Male getan hatten.31Die Benjaminiter stürmten dem Kriegsvolk entgegenund ließen sich so von der Stadt weglocken.Dann begannen sie wie die beiden vorigen Male,einige vom Kriegsvolk zu erschlagen.Auf freiem Feld töteten sie etwa 30 Israeliten.Sie taten es entlang der beiden Straßen,von denen die eine nach Bet-El20,31 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«. hinaufführtund die andere nach Gibeon20,31 nach Gibeon: So die vermutete Lesart. Kurz hinter Gibea biegt diese Landstraße nach Nordwesten ab und führt in das wenige Kilometer entfernte Gibeon..32Da dachten die Benjaminiter20,32 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. schon:»Der Sieg gehört uns wie in der Schlacht zuvor.«Doch die Israeliten hatten einen Plan:»Lasst uns zunächst fliehen!So locken wir sie hinaus auf die beiden Straßen,die von der Stadt wegführen.«33Alle Israeliten hatten sich also zurückgezogen.Bei Baal-Tamar bildeten sie eine neue Schlachtreihe.Die anderen Israeliten aber,die westlich von Gibea20,33 westlich von Gibea: So die griechische Überlieferung. Nach dem hebräischen Text befand sich der Hinterhalt bei der Stadt Geba, etwa 5 km nordöstlich von Gibea. im Hinterhalt lagen,stürmten aus ihrem Versteck hervor.34Es waren 10.000 Männer,die man aus ganz Israel ausgewählt hatte.Die rückten nun auf Gibea vor.Es kam zu einem heftigen Gefecht.Die Benjaminiter aber wussten noch nicht,dass sie in die Falle gegangen waren.35Der Herr schenkte Israel den Sieg über Benjamin.An diesem Tag töteten die Israeliten25.100 Benjaminiter, lauter Schwertkämpfer.36Da mussten die Benjaminiter einsehen,dass sie eine schwere Niederlage erlitten hatten.

Die Israeliten hatten also ihre Stellung aufgegebenund sich vor den Benjaminitern zurückgezogen20,36 zurückgezogen: Die folgenden Verse bieten eine zweite Darstellung der Schlacht, die bereits ab Vers 33 geschildert wurde..Sie vertrauten ganz und gar auf den Hinterhalt,den sie bei Gibea gelegt hatten.37Die Männer im Hinterhalt aber handelten schnell.Sie überfielen Gibea20,37 Gibea: Stadt 5 km nördlich von Jerusalem., drangen in die Stadt einund töteten die Bevölkerung mit scharfem Schwert.38Als Zeichen für das übrige Heer Israelshatte man ein Rauchsignal verabredet.Das ließen sie aus der Stadt aufsteigen.39Da kehrte das Heer Israels zurückund griff wieder in den Kampf ein.Die Benjaminiter waren gerade dabei,einige von den Israeliten zu erschlagen.Sie töteten etwa 30 Mann und dachten schon:»Ganz sicher gehört uns der Siegwie in der Schlacht zuvor.«40Da erschien plötzlich das Rauchsignal.Es stieg wie eine Säule aus der Stadt auf.Als sich die Benjaminiter rückwärtswandten,war der Himmel über der Stadt schon voller Rauch.41In diesem Moment griff das Heer Israels ein.Da bekamen es die Benjaminiter mit der Angst zu tun.Denn sie mussten erkennen,dass sie in die Falle gegangen waren.42Sie flohen vor den Israeliten in Richtung Wüste.Aber das Kampfgeschehen holte sie ein.Die Männer, die aus der Stadt kamen,nahmen die Benjaminiter in die Zange und töteten sie.43Sie kreisten die Benjaminiter ein und verfolgten siebis in die Gegend östlich von Gibea.Dabei gönnten sie sich keine Pause.44So fielen von den Benjaminitern 18.000 Mann.Sie alle waren kampferfahrene Männer gewesen.45Der Rest von ihnen floh in die Wüste,um sich beim Felsen Rimmon in Sicherheit zu bringen.Doch die Israeliten jagten hinter ihnen herund erschlugen auf den Straßen weitere 5000 Mann.Aber auch dann blieben sie ihnen auf den Fersen.Bis zu der Ortschaft Gidom setzten sie ihnen nachund erschlugen von ihnen nochmals 2000 Mann.46An diesem Tag zählte man alles in allem25.000 Gefallene, lauter Schwertkämpfer aus Benjamin.Sie alle waren kampferfahrene Männer gewesen.47Nur einigen war die Flucht in die Wüste gelungen.Es waren 600 Männer, die den Felsen Rimmon erreichten.Dort beim Rimmonfelsen blieben sie vier Monate lang.

48Das Heer Israels kehrte nach Benjamin zurückund tötete dort alles mit scharfem Schwert:Menschen, Tiere und alles, was sie vorfanden.Alle Städte Benjamins legten sie in Schutt und Asche.