BasisBibel (BB)
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Simsons Hochzeit

141Eines Tages ging Simson nach Timna.Dort sah er ein Mädchen, das ihm gefiel.Es war eine junge Philisterin14,1 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr ….2Als er wieder heimkam,sagte er zu seinem Vater und zu seiner Mutter:»Ich habe in Timna ein Mädchen kennengelernt,eine junge Philisterin.Die will ich heiraten! Gebt sie mir zur Frau!«3Da sagten seine Eltern zu ihm:»Gibt es denn bei uns und in unserem ganzen Volkkein anderes Mädchen, das dir gefällt?Musst du unbedingt eine Philisterin heiraten,eine aus diesem unbeschnittenen14,3 unbeschnitten: Verächtliche Bezeichnung für die Philister, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. Volk?«Simson antwortete seinem Vater:»Nein! Lasst mich diese heiraten!Ich meine, sie ist die Richtige für mich.«4Seine Eltern aber hatten keine Ahnung,dass das vom Herrn so gewollt war.Denn es sollte zum Kampf mit den Philistern kommen,die damals in Israel herrschten.

5Simson ging nun mit seinen Eltern nach Timna.Als sie an den Weinbergen von Timna vorbeikamen,sprang ihm plötzlich ein Löwe mit Gebrüll entgegen.6Da kam der Geist des Herrn14,6 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr … über ihn.Mit bloßen Händen riss er den Löwen in Stücke,so wie man ein Ziegenböckchen zum Essen zerlegt.Seinen Eltern aber erzählte er nichts davon.7Als er schließlich in die Stadt kam,redete er mit dem Mädchen über die Hochzeit.Simson meinte nämlich, sie sei die Richtige für ihn.

8Nach einigen Tagen ging er wieder hin,um sie zur Frau zu nehmen.Er verließ aber den Weg und wollte sehen,was mit dem toten Löwen geschehen war.Da entdeckte er ein Bienenvolk.Das hatte sich im Körper des toten Löwen eingenistet.Und Honig gab es auch.9Da nahm er die Honigwaben heraus,strich den Honig in seine Hand und aß unterwegs davon.Als er zu seinen Eltern kam,gab er auch ihnen von dem Honig zu essen.Er verriet ihnen aber nicht,dass der Honig aus dem Körper des toten Löwen stammte.

10Inzwischen war auch sein Vater gekommen,um die Hochzeit in die Wege zu leiten.Simson aber veranstaltete ein großes Fest,so wie es die jungen Leute machen.11Als die Bewohner von Timna ihn sahen,ließen sie 30 Freunde der Braut holen.Die sollten mit ihm feiern.12Simson sagte zu ihnen:»Ich will euch ein Rätsel14,12 Rätsel: Eigentlich war es üblich, dass dem Bräutigam solche Rätsel gegeben wurden. aufgeben.Wenn ihr die Lösung findet,schenke ich euch 30 Hemden und 30 Festtagskleider.Sieben Tage dauert das Fest,so lange habt ihr Zeit!13Könnt ihr es aber bis dahin nicht lösen,müsst ihr mir 30 Hemden und 30 Festtagskleider geben.«Da antworteten sie ihm:»Her mit dem Rätsel! Wir wollen es hören!«14Simson sagte zu ihnen:

»Etwas zu essen kam vom Fresser.

Und etwas Süßes kam vom Starken.«

Doch auch nach drei Tagen konnten sie nicht sagen,was das bedeutet.15Am vierten Tag bedrängten sie Simsons Frau:»Bring doch deinen Mann dazu,dass er uns die Lösung des Rätsels verrät!Sonst verbrennen wir dich und dein Vaterhaus.Was soll das denn? Eine Frechheit ist das:uns zum Fest einzuladen und uns arm zu machen!«16Da weinte ihm seine Frau etwas vor:»Was hast du nur gegen mich, Simson?Du liebst mich ja gar nicht.Du hast meinen Landsleuten ein Rätsel aufgegeben.Aber die Lösung verheimlichst du vor mir!«Er antwortete ihr:»Selbst meinen Eltern habe ich nichts gesagt!Warum sollte ich dir die Lösung verraten?«17Doch sie weinte weiter die ganzen sieben Tage,die das Fest dauerte.Endlich, am siebten Tag, deutete er ihr das Rätsel.Denn sie hatte ihn so lange damit gequält.Sie aber verriet die Lösung sofort ihren Landsleuten.

18Es war am siebten Tag,bevor Simson zu seiner Braut ins Schlafzimmer ging14,18 ins Schlafzimmer ging: Die Fortsetzung der Erzählung in Richter 15,1 knüpft daran an. Andere übersetzen mit »bevor die Sonne unterging«..Da sagten die Männer aus der Stadt zu ihm:

»Was ist süßer14,18 Was ist süßer ...: »Honig« und »Löwe« sind die Lösung des Rätsels aus Vers 14. Der Honig war im Körper des toten Löwen verborgen, vgl. Vers 8-9. als Honig?

Und was ist stärker als ein Löwe?«

Simson aber antwortete ihnen:»Ihr habt meine Kuh vor euren Pflug gespannt14,18 meine Kuh vor euren Pflug gespannt: Simsons Frau wurde von den Stadtbewohnern dazu gedrängt, ihm das Geheimnis zu entlocken..Sonst hättet ihr mein Rätsel niemals gelöst.«19Danach kam der Geist des Herrn14,19 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr … über ihn.Er zog in die Stadt Aschkelon14,19 Aschkelon: Einflussreiche Stadt der Philister an der Mittelmeerküste.,erschlug dort 30 Männerund nahm ihnen ihre Kleidung weg.Die erbeuteten Festtagskleider gab er den Leuten,die sein Rätsel gelöst hatten.Doch er war noch immer voller Zorn,als er in sein Vaterhaus zurückkehrte.20Simsons Frau aber gab man einem anderen,der zu den Freunden der Braut gehört hatte.
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Simson rächt sich an den Philistern

151Einige Zeit war vergangen.Die Weizenernte15,1 Ernte: Die Getreideernte fand in der Antike im östlichen Mittelmeerraum in der Zeit von April bis Juni statt. Mehr … hatte gerade begonnen.Da wollte Simson seine Frau besuchenund brachte ihr ein Ziegenböckchen mit.Zu ihrem Vater sagte er:»Ich will zu meiner Frau ins Schlafzimmer gehen!«Doch ihr Vater versperrte ihm den Weg2und sagte zu ihm:»Ich war mir sicher, dass du sie satthast.So habe ich sie einem andern zur Frau gegeben.Aber sie hat ja noch eine jüngere Schwester.Die ist sogar noch schöner als sie.Die kannst du an ihrer Stelle haben.«3Simson antwortete den Leuten:»Dieses Mal sind die Philister15,3 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … selbst schuld,wenn ich ihnen jetzt einen Denkzettel verpasse!«

4Simson zog los und fing 300 Füchse,außerdem besorgte er sich Fackeln.Dann band er je zwei Tiere an den Schwänzen zusammenund befestigte dazwischen eine Fackel.5Nachdem er die Fackeln angezündet hatte,jagte er die Füchse in die Felder der Philister15,5 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr ….Sofort fing das Getreide Feuer:die Halme, die noch auf dem Feld standen,und die Garben15,5 Garben: Bei der Ernte gebündelte und zum Aufstellen zusammengebundene Getreidehalme., die man bereits geerntet hatte.Auch Weinberge und Olivenhaine brannten nieder.6Die Philister fragten sich: »Wer hat das getan?«Und es hieß: »Simson war’s!Der Schwiegersohn des Mannes aus Timna!Denn der hat Simson seine Frau weggenommenund sie einem anderen gegeben.«Da zogen die Philister nach Timnaund verbrannten die Frau und ihren Vater.7Simson aber sagte zu den Leuten:»Wenn ihr das getan habt, dann gnade euch Gott!Ich werde keine Ruhe geben,bis ich mich an euch gerächt habe!«8Daraufhin brach er ihnen sämtliche Knochenund versetzte ihnen so einen gewaltigen Schlag.Dann ging er wegund ließ sich in der Felsenhöhle von Etam nieder.

Simson wird an die Philister ausgeliefert

9Die Philister15,9 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … zogen heran.Sie errichteten ihr Heerlager in Juda15,9 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland.und machten die Gegend von Lehi unsicher.10Die Judäer aber fragten sie:»Warum führt ihr gegen uns Krieg?«Sie antworteten:»Wir sind hier, um Simson gefangen zu nehmen!Wir wollen ihm heimzahlen, was er uns angetan hat!«11Da zogen 3000 Mann aus dem Gebirge Juda hinabzur Felsenhöhle bei Etam.Sie sagten zu Simson: »Weißt du denn nicht,dass die Philister über uns herrschen?Was hast du da zu unserem Schaden angerichtet?«Er antwortete ihnen:»Ich habe ihnen nur heimgezahlt,was sie mir angetan haben!«12Da sagten sie zu ihm:»Wir sind gekommen, um dich gefangen zu nehmen.Wir wollen dich an die Philister ausliefern.«Simson antwortete ihnen:»Also gut! Aber schwört mir,dass ihr mich nicht töten wollt.«13Sie sagten zu ihm:»Nein! Wir wollen dich nur gefangen nehmenund an die Philister ausliefern.Töten wollen wir dich bestimmt nicht!«Daraufhin fesselten sie ihn mit zwei neuen Strickenund brachten ihn von der Felsenhöhle weg.

Simson besiegt die Philister

14Als Simson nach Lehi kam,jubelten die Philister15,14 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … über seine Gefangennahme.Da kam der Geist des Herrn15,14 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr … über ihn.In diesem Augenblick spürte er kaum die Fesseln,mit denen man seine Arme zusammengebunden hatte.Sie waren nur noch so schwach wie Bindfäden,die vom Feuer angebrannt sind.Fast von selbst lösten sie sich von seinen Armen.15Auf dem Boden fand er den Kinnbacken eines Esels15,15 Kinnbacken eines Esels: Unterkieferknochen eines Esels, der von Simson als Schlagwaffe verwendet wird. Das hebräische Wort für Eselskinnbacken klingt ähnlich wie der Name der Stadt Lehi..Er streckte seine Hand aus und hob ihn auf.Dann erschlug er damit 1000 Philister.16Hinterher sagte Simson:»Mit einem Eselskinnbackenkonnte ich eine Menge packen.Mit einem Eselskinnbacken erschlug ich 1000 Mann.«

17Nachdem er das gesagt hatte,warf er den Kinnbacken weg.Da nannte man den Ort Ramat-Lehi,das heißt: Hügel des Kinnbackens.18Danach hatte er großen Durst.Er rief zum Herrn und sagte:»Durch mich, deinen Knecht,hast du Israel einen großen Sieg geschenkt.Lass mich jetzt nicht vor Durst umkommenund diesem unbeschnittenen15,18 unbeschnitten: Verächtliche Bezeichnung für die Philister, die im Gegensatz zu den Israeliten die Beschneidung nicht kannten. Volk in die Hände fallen!«19Da öffnete Gott eine Erdspalte in der Mulde,die sich bei der Stadt Lehi befand.Daraus floss Wasser hervor.Er trank davon und kam wieder zu Kräften.Deshalb nannte man den Ort En-Kore,das bedeutet: Quelle dessen, der gerufen hat.Der Ort, der bei Lehi liegt, heißt heute noch so.20Simson herrschte15,20 herrschte: Das hebräische Verb bedeutet nicht nur »richten«, sondern auch »regieren«. 20 Jahre über Israel.Das war zu der Zeit,als die Philister die Vorherrschaft hatten.
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Simson beweist seine Kraft in Gaza

161Eines Tages kam Simson nach Gaza16,1 Gaza: Bedeutende Stadt der Philister und Handelsstadt, im heutigen Gazastreifen gelegen..Dort sah er eine Hure und ging zu ihr ins Haus.2Bei den Einwohnern von Gaza sprach sich herum:»Simson ist hierhergekommen.«Als es Nacht geworden war,streiften sie in der Stadt umher.Beim Tor legten sie sich auf die Lauer.Doch die Nacht hindurch unternahmen sie nichts.Denn sie sagten sich:»Morgen in aller Frühe schlagen wir ihn tot!«3Simson aber schlief bis Mitternacht.Um Mitternacht stand er auf und ging zum Stadttor.Er packte die Torflügel mit den beiden Torpfostenund riss sie samt Riegel aus ihrer Halterung.Dann lud er die Torflügel auf seine Schulternund trug sie auf den Berg bei Hebron16,3 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem..

Simson und Delila

4Simson verliebte sich in eine Frau,die aus dem Sorektal16,4 Sorektal: Übersetzt »Traubental«, ein weites und fruchtbares Tal im Hügelland zwischen Mittelmeerküste und dem Gebirge Juda. stammte und Delila hieß.5Da gingen die Stadtfürsten der Philister16,5 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … zu ihrund forderten sie auf: »Mach ihm schöne Augen!Entlocke ihm sein Geheimnis:Woher kommt seine große Kraft?Wie können wir ihn überwältigen,ihn fesseln und in unsere Gewalt bringen?Jeder von uns zahlt dir 1100 Silberstücke.«6Da sagte Delila zu Simson:»Ach bitte, verrate mir:Woher kommt deine große Kraft?Womit kann man dich fesseln und besiegen?«7Simson antwortete:»Man kann mich mit sieben Bogensehnen16,7 Bogensehnen: Zum Spannen des Bogens wurden Sehnen aus tierischem Gewebe verwendet. Sie waren besonders zug- und reißfest. fesseln,die frisch und noch nicht getrocknet sind.Dann ist es aus mit meiner Kraft,und ich bin wie alle anderen Menschen.«8Die Stadtfürsten der Philister brachten ihralso sieben Bogensehnen.Die waren frisch und noch nicht getrocknet.Damit fesselte sie ihn.9Aber hinten im Schlafzimmer war einer,der alles heimlich beobachtete.Delila rief Simson zu:»Die Philister überfallen dich, Simson!«Da zerriss er die Bogensehnen wie Bindfäden,die bei der Berührung mit Feuer reißen.Das Geheimnis seiner Kraft wurde nicht bekannt.

10Delila sagte zu Simson:»Du hast mich getäuscht und mir Lügen erzählt.Doch jetzt verrate mir:Womit kann man dich fesseln?«11Er antwortete: »So geht’s!Man kann mich mit neuen Stricken fesseln,die noch zu keiner Arbeit benutzt worden sind.Dann ist es aus mit meiner Kraft,und ich bin wie alle anderen Menschen.«12Delila beschaffte sich also neue Strickeund fesselte ihn damit.Dann rief sie ihm zu:»Die Philister16,12 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … überfallen dich, Simson!«Aber hinten im Schlafzimmer war einer,der alles heimlich beobachtete.Da riss Simson die Stricke von seinen Armen,als wären es dünne Fäden.

13*16,13 Vers 13: Dieser Vers wird in der ausführlicheren Fassung der griechischen Übersetzung wiedergegeben. Delila sagte zu Simson:»Bis jetzt hast du mich nur getäuschtund mir nichts als Lügen erzählt.Verrate mir doch, womit man dich fesseln kann!«Er antwortete:»Du nimmst die sieben Locken meines Haares.Die verflichst du mit den Kettfäden16,13 Kettfäden: Mit dem Webstuhl fest verbundene Fäden, die längs gespannt sind. In sie wird der Webfaden quer eingeflochten. am Webstuhl16,13 Webstuhl: Mechanische Vorrichtung zum Herstellen eines Tuchs oder Teppichs.und machst sie mit einem Pflock im Boden fest.Dann ist es aus mit meiner Kraft,und ich bin wie alle anderen Menschen.«Da wiegte Delila ihn in den Schlafund verflocht die sieben Locken seines Haaresmit den Kettfäden.14Diese befestigte sie mit einem Pflock im Boden.Dann rief sie ihm zu:»Die Philister16,14 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … überfallen dich, Simson!«Da fuhr er aus dem Schlaf hochund riss den Pflock aus dem Boden,samt Webstuhl und Kettfäden.15Sie sprach zu ihm:»Wie kannst du sagen: Ich liebe dich!Aber du sagst mir nicht, was du weißt.Schon dreimal hast du mich jetzt getäuschtund es mir nicht verraten:Woher kommt deine große Kraft?«

Simson verrät das Geheimnis seiner Kraft

16So fragte sie ihn Tag für Tag.Sie quälte ihn und machte ihm das Leben zur Hölle.17Da vertraute er ihr sein Geheimnis an und sagte:»Mir wurden noch nie die Haare geschnitten.Denn ich bin seit meiner Geburt Gott geweiht16,17 Gott geweiht: Die Eltern versprachen Gott, dass Simson von Geburt an das Leben eines Nasiräers führen soll. Deshalb war ihm das Schneiden der Haare verboten..Wenn mir die Haare geschnitten werden,verlässt mich meine Kraftund ich werde schwach.Dann bin ich nur noch wie alle anderen Menschen.«18Delila merkte gleich,dass er ihr sein Geheimnis anvertraut hatte.Sie ließ die Stadtfürsten der Philister16,18 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … rufen:»Jetzt müsst ihr kommen!Er hat mir alles gesagt, was er weiß.«Die Stadtfürsten der Philister kamen zu ihrund brachten die versprochenen Silberstücke mit.19Delila aber ließ Simson in ihrem Schoß einschlafen.Dann rief sie einen Mann herbei.Der schnitt ihm die sieben Locken seines Haares ab.So erreichte sie, dass er überwältigt werden konnte.Denn seine Kraft hatte ihn verlassen.20Sie rief: »Die Philister überfallen dich, Simson!«Da fuhr er aus dem Schlaf hoch und dachte:»Auch diesmal werde ich davonkommen wie schon so oftund meine Fesseln abschütteln.«Er wusste ja nicht,dass ihn der Herr verlassen16,20 verlassen: Gemeint ist, dass Simson seine Kraft verloren hat, die ihm von Gott gegeben wurde. hatte.21Die Philister aber packten ihnund stachen ihm die Augen aus.Dann führten sie ihn nach Gaza16,21 Gaza: Bedeutende Stadt der Philister und Handelsstadt, im heutigen Gazastreifen gelegen.und legten ihn in eiserne Ketten.Im Gefängnis musste er die Handmühle16,21 Handmühle: Besteht aus einem flachen Unterstein und einem faustgroßen, runden Oberstein. Durch Drehen des oberen Steins auf dem unteren wird das Korn zwischen beiden zu Mehl zermahlen. drehen.22Doch sein Haar begann wieder zu wachsen,nachdem es abgeschnitten worden war.

Simson rächt sich an den Philistern

23Die Stadtfürsten der Philister16,23 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … kamen zusammen,um ihrem Gott Dagon16,23 Dagon: Wettergott, der mit dem Wachsen des Getreides in Verbindung gebracht wird. Er wurde von den Philistern verehrt. ein großes Opfer darzubringen.Sie wollten ein Freudenfest feiern und sagten:»Unser Gott hat Simson in unsere Gewalt gegeben,unser Feind ist besiegt.«24Als die Leute Simson sahen,priesen sie ihren Gott und sangen:»Unser Gott gab ihn in unsere Gewalt –unseren Feind, der unser Land verwüstetund so viele von uns erschlagen hat.«

25Als das Fest immer vergnügter wurde,sagten sie: »Holt doch Simson her!Wir wollen unseren Spaß mit ihm haben.«Sie ließen Simson aus dem Gefängnis holen.Er musste sich vor ihnen zum Narren machen.Dann stellte man ihn zwischen die Säulen16,25 Säulen: Bei größeren Gebäuden wurde das Dach von frei stehenden Pfeilern aus Holz oder Stein getragen..26Ein junger Mann führte ihn an der Hand.Den bat Simson: »Lass mich kurz los!Ich will die Säulen ertasten, die das Haus tragen.Dann kann ich mich an sie lehnen.«27Das Haus war voll von Männern und Frauen.Auch alle Stadtfürsten der Philister16,27 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … waren dort.Schließlich hatten noch etwa 3000 Männer und Frauenauf dem Dach Platz gefunden.Sie alle wollten zuschauen,wie Simson sich zum Narren machte.

28Da rief Simson zum Herrn und betete:»Ach Herr, mein Gott, denk doch an mich!Gib mir meine Kraft wieder, nur dies eine Mal!Ich will mich an den Philistern16,28 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … rächen –wenigstens für eines meiner Augen16,28 meine Augen: Die Philister hatten sie Simson ausgestochen.29Simson ertastete die beiden Säulen,die das Haus in der Mitte trugen.Er stemmte sich gegen sie –den rechten Arm gegen die eine Säule,den linken gegen die andere.30Simson sagte:»So gehe ich in den Todzusammen mit den Philistern.«Dann setzte er seine ganze Kraft ein.Da stürzte das Haus zusammen –über den Stadtfürsten und über allen Leuten,die sich darin befanden.Man zählte die Toten,die Simson mit sich in den Tod gerissen hatte.Es waren mehr als die Erschlagenen,die er zu Lebzeiten getötet hatte.

31Seine Brüder kamen mit der Familie seines Vaters.Sie nahmen seinen Leichnam und trugen ihn ins Gebirge.Dort begruben sie ihn im Grab seines Vaters Manoach,das zwischen Zora und Eschtaol16,31 Zora, Eschtaol: Ortschaften im Hügelland, etwa 25 km westlich von Jerusalem. lag.Simson war 20 Jahre lang Richter16,31 Richter: Von Gott eingesetzte Anführer, vor allem für den Kampf gegen äußere Feinde. Mehr … in Israel gewesen.