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Jiftach

Richter 10,1–12,15

Eine Liste von weiteren Richtern

101Auf Abimelech folgte ein Mann aus Issachar,der Israel retten sollte.Es war Tola, Sohn des Pua und Enkel des Dodo.Er wohnte in Schamir auf dem Gebirge Efraim2und herrschte10,2 herrschte: Das hebräische Verb bedeutet nicht nur »richten«, sondern auch »regieren«. Bei den sogenannten kleinen Richtern ist an eine einflussreiche Person zu denken, die über ein Gemeinwesen herrscht und Streitfälle schlichtet. 23 Jahre über Israel.Dann starb er und wurde in Schamir begraben.

3Auf ihn folgte Jair aus Gilead10,3 Gilead: Gebiet auf der Hochebene südöstlich des See Gennesaret..Er herrschte10,3 herrschte: Das hebräische Verb bedeutet nicht nur »richten«, sondern auch »regieren«. Bei den sogenannten kleinen Richtern ist an eine einflussreiche Person zu denken, die über ein Gemeinwesen herrscht und Streitfälle schlichtet. 22 Jahre über Israel.4Er hatte 30 Söhne, die auf 30 Eseln ritten.Zu ihrem Besitz gehörten 30 Ortschaften in Gilead,die bis heute die Zeltdörfer des Jair heißen.5Dann starb Jair und wurde in Kamon begraben.

Die Philister und Ammoniter bedrücken das Land

6Die Israeliten taten wieder,was in den Augen des Herrn böse war:Sie dienten den Baalen10,6 Baale: Sammelbezeichnung für Gottheiten, die im östlichen Mittelmeerraum verehrt wurden. und Astarten10,6 Astarte: Im östlichen Mittelmeerraum verehrte Kriegs- und Liebesgöttin. Die Mehrzahl »Astarten« steht hier für fremde Göttinnen im Allgemeinen.,das waren die Götter der Aramäer, Phönizier,Moabiter10,6 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. Mehr …, Ammoniter und Philister.Den Herrn aber verließen sie und dienten ihm nicht.7Da geriet der Herr in Zorn über die Israeliten.Er lieferte sie den Philistern10,7 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr … und Ammonitern10,7 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. aus.8Die unterdrückten die Israeliten 18 Jahre langund behandelten sie grausam.So erging es den Israeliten östlich des Jordan,die in Gilead, im Land der Amoriter, lebten.

9Die Ammoniter10,9 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. wollten aber auch die StämmeJuda10,9 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland., Benjamin10,9 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. und Efraim10,9 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. Mehr … unter ihre Gewalt zwingen.Als sie dazu über den Jordan zogen,kamen die Israeliten in große Bedrängnis.10Da schrien sie zum Herrn um Hilfeund bekannten ihre Sünden10,10 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …:»Wir haben uns gegen dich gestellt!Denn wir haben unseren Gott verlassenund stattdessen den Baalen10,10 Baale: Sammelbezeichnung für Gottheiten, die im östlichen Mittelmeerraum verehrt wurden. gedient.«11Der Herr sagte zu den Israeliten:»Habt ihr nicht damals unter den Ägyptern gelittenund unter den Amoritern, Ammonitern und Philistern10,11 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. Mehr …?12Und wie war das, als euch die Phönizier,die Amalekiter und Midianiter unterdrückten?Da habt ihr zu mir um Hilfe geschrien.Und ich habe euch aus ihrer Gewalt gerettet.13Doch ihr habt mich gleich wieder verlassen,um anderen Göttern10,13 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … zu dienen.Deshalb will ich euch nicht mehr helfen.14Tut, was ihr wollt!Schreit doch um Hilfe zu den anderen Göttern,die ihr euch erwählt habt!Die sollen euch retten, wenn ihr in Bedrängnis seid!«15Da antworteten die Israeliten dem Herrn:»Ja, wir haben Unrecht getan!Nun tu mit uns, was du für richtig hältst!Aber hilf uns bitte noch dieses eine Mal!«16Dann entfernten sie die fremden Götter aus ihrer Mitteund dienten wieder dem Herrn.Da konnte er das Leid Israels nicht länger ertragen.

17Inzwischen waren die Ammoniter10,17 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. aufmarschiertund hatten ihr Heerlager in Gilead10,17 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. errichtet.Da zogen auch die Israeliten ihre Truppen zusammenund schlugen ihr Heerlager bei Mizpa10,17 Mizpa: Im heutigen Jordanien gelegen, wahrscheinlich mit Ramat-Mizpe gleichzusetzen; vgl. Josua 13,26. auf.18Das Volk aber redete untereinander,und die Obersten in Gilead sprachen es aus:»Welcher Mann hat den Mut,als Erster gegen die Ammoniter zu kämpfen?Wer das tut, soll über alle herrschen,die im Land Gilead wohnen.«
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Jiftach soll Israel retten

111Im Land Gilead11,1 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. gab es einen Kriegshelden.Der hieß Jiftach und war der Sohn des Gilead,seine Mutter war eine Hure.2Sein Vater Gilead aber hatte weitere Söhne,die ihm seine Ehefrau geboren hatte.Als diese Söhne erwachsen wurden,vertrieben sie Jiftach aus seinem Vaterhaus.Sie sagten zu ihm:»Du sollst nichts vom Erbe unseres Vaters bekommen.Denn du bist ein unehelicher Sohn.«3Da floh Jiftach vor seinen Brüdernund ließ sich im Land Tob nieder.Dort scharten sich Männer um ihn,die nichts zu verlieren hatten.Mit ihnen unternahm er Raubzüge.

4Nach einiger Zeit begannen die Ammoniter11,4 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.einen Krieg gegen Israel.5Während die Ammoniter gegen Israel kämpften,machten sich die Ältesten11,5 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. Gileads auf den Weg.Sie wollten Jiftach aus dem Land Tob zurückholen.6Und so baten sie ihn:»Komm, sei du unser Anführer!Wir wollen die Ammoniter zurückschlagen.«7Jiftach hielt den Ältesten Gileads entgegen:»Habt ihr mich nicht mit eurem Hass verfolgtund aus meinem Vaterhaus vertrieben?Warum kommt ihr jetzt zu mir?Ihr kommt doch nur, weil ihr in Bedrängnis seid!«8Da sagten die Ältesten Gileads zu Jiftach:»Ja, du hast recht!Deshalb sind wir hier.Komm doch mit uns und kämpfe gegen die Ammoniter!Wenn du das tust,sollst du über alle herrschen,die im Land Gilead wohnen.«9Jiftach antwortete den Ältesten Gileads:»Gut, wenn ihr mich jetzt zurückholt,werde ich gegen die Ammoniter kämpfen.Wenn der Herr sie dann in meine Gewalt gibt,werde ich bei euch die Herrschaft übernehmen.«10Darauf sagten die Ältesten Gileads:»Der Herr hat gehört,was wir miteinander vereinbart haben.Dein Wort gilt, wir halten uns daran!«11So kehrte Jiftach mit den Ältesten Gileads zurück.Das Volk bestimmte ihn zum Anführerund übertrug ihm die Herrschaft.Jiftach aber ging zum Herrn ins Heiligtum von Mizpaund besprach mit ihm die ganze Angelegenheit.

Jiftach verhandelt mit den Ammonitern

12Jiftach schickte eine Botschaftan den König der Ammoniter11,12 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.:»Was willst du denn von mir?Warum bist du gegen mich ausgezogenund führst Krieg gegen mein Land?«13Der König der Ammoniter ließ Jiftach ausrichten:»Die Israeliten haben mir mein Land weggenommen,als sie damals aus Ägypten gekommen11,13 aus Ägypten gekommen: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10–21. sind.Es reichte vom Arnon11,13 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet. bis zum Jabbok11,13 Jabbok: Fluss im heutigen Jordanien, der nördlich des Toten Meeres in den Jordan mündet.,und im Westen war der Jordan11,13 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr … seine Grenze.Gib mir nun diese Gebiete freiwillig zurück!«

14Doch Jiftach schickte eine weitere Botschaftan den König der Ammoniter11,14 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland..15Er ließ ihm sagen: »So spricht Jiftach:Die Israeliten haben dir gar nichts weggenommen,weder das Land Moab11,15 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … noch das Land der Ammoniter!16Als Israel nämlich aus Ägypten kam11,16 aus Ägypten kam: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10–21.,zog es bis zum Schilfmeer durch die Wüsteund erreichte die Oase Kadesch11,16 Kadesch: Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel, die nach der Oase Kadesch benannt ist. Mehr ….17Von dort schickte Israel eine Botschaftan den König von Edom und forderte ihn auf:›Lass uns durch dein Land ziehen!‹Doch der König von Edom erlaubte es nicht11,17 der König von Edom erlaubte es nicht: 4. Mose/Numeri 20,14-21 erzählt davon, dass die Bitte der Israeliten, durch das Land der Moabiter zu ziehen, abgelehnt wird..Ebenso hatte man den König von Moab gefragt.Doch der wollte es auch nicht.So blieben die Israeliten in Kadesch.18Dann zogen sie weiter durch die Wüsteund machten einen Bogen um die Länder Edom11,18 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. und Moab.Als sie das Gebiet östlich von Moab erreichten,bezogen sie ihr Lager auf der anderen Seite des Arnon11,18 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet..Das Gebiet Moabs hatten sie also gar nicht betreten.Denn der Fluss Arnon bildet ja die Grenze von Moab.19Daraufhin schickte Israel eine Botschaftan den Amoriterkönig Sihon11,19 Sihon: Vom Sieg Israels über den König erzählt 4. Mose/Numeri 21,21-33., den König von Heschbon.Israel forderte ihn auf:›Lass uns durch dein Land ziehen,bis wir unser Ziel erreicht haben!‹20Doch Sihon glaubte den Israeliten nicht,dass sie nur durch sein Gebiet ziehen wollten.Deshalb rief er sein ganzes Kriegsvolk zusammen.Bei der Stadt Jahaz bezogen sie ihr Heerlagerund griffen die Israeliten an.21Da gab der Herr, der Gott Israels,Sihon und sein ganzes Heer in die Gewalt Israels.Die Israeliten siegten und eroberten das ganze Land.Sie nahmen es den Amoritern weg, die dort wohnten.22So eroberten sie das ganze Gebiet der Amoriter.Es reichte vom Arnon bis zum Jabbok11,22 Jabbok: Fluss im heutigen Jordanien, der nördlich des Toten Meeres in den Jordan mündet.,und im Westen war der Jordan11,22 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr … seine Grenze.23Ja, der Herr, der Gott Israels, hat das getan!Er hat die Amoriter aus dem Land vertrieben,damit die Israeliten es in Besitz nehmen konnten.Und jetzt kommst du und willst es für dich haben?24Muss ich dich daran erinnern:Wenn dein Gott Kemosch11,24 Kemosch: Hauptgott der Moabiter. ein Land einnimmt,gehört es dir.Alles aber, was der Herr, unser Gott,für uns in Besitz genommen hat, gehört uns!25Oder meinst du, dass du stärker bist als Balak,der Sohn des Zippor, der König von Moab?Hat der etwa Streit mit den Israeliten angefangenund gegen sie Krieg geführt?26Schon seit 300 Jahren wohnen die Israelitenin Heschbon11,26 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien. und Aroer mit ihren Ortschaftenund in allen Städten am Fluss Arnon.Warum habt ihr denn damals nichts unternommen,um die Städte an euch zu reißen?27Ich warne dich:Ich habe dir nichts angetan!Du aber setzt dich ins Unrecht,wenn du Krieg gegen mich führst.Der Herr ist der Richter!Er soll den Streit heute entscheidenzwischen den Israeliten und Ammonitern.«

28Doch der König der Ammoniter11,28 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. blieb unbelehrbar.Er wollte von der Botschaft nichts wissen,die Jiftach ihm geschickt hatte.29Da kam der Geist des Herrn11,29 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr … über Jiftach.Sofort zog er durch das Gebiet von Gilead11,29 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. und Manasse11,29 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland.und stellte ein Heer zusammen.Dann kehrte er nach Mizpa in Gilead zurückund zog von dort gegen die Ammoniter in den Krieg.

Jiftach siegt und muss sein Versprechen halten

30Jiftach hatte ein Gelübde11,30 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … abgelegtund dem Herrn versprochen:»Wenn du die Ammoniter11,30 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. in meine Gewalt gibstund ich wohlbehalten aus dem Krieg zurückkehre,verspreche ich:31Was mir als Erstesaus der Tür meines Hauses entgegentritt,soll dem Herrn gehören.Ich will es ihm als Brandopfer darbringen.«

32Jiftach zog nun gegen die Ammoniter11,32 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. in den Kriegund kämpfte gegen sie.Da gab sie der Herr in seine Gewalt.33Er besiegte sie in dem ganzen Gebietzwischen Aroer, Minnit und Abel-Keramim.Außerdem vernichtete er 20 Städte.Die Ammoniter erlitten eine schwere Niederlageund wurden vor den Israeliten gedemütigt.34Dann kehrte Jiftach nach Mizpa11,34 Mizpa: Ortschaft etwa 12 km nördlich von Jerusalem. zurückund ging zu seinem Haus.Wer aber kam ihm da als Erstes entgegen?Es war seine Tochter!Sie tanzte fröhlich zum Takt der Handtrommel.Sie war sein einziges Kind.Außer ihr hatte er keinen Sohn und keine Tochter.35Als er sie sah,zerriss er seine Kleider11,35 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung. und rief:»Was für ein Unglück, meine Tochter!Du schmetterst mich zu Boden,du brichst mir das Herz.Denn ich habe meinen Mund aufgerissenund ein Gelübde11,35 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … beim Herrn abgelegt.Jetzt kann ich es nicht mehr rückgängig machen.«36Da antwortete sie ihm: »Vater!Du hast ein Gelübde beim Herrn abgelegt.Tu also mit mir, was du versprochen hast!Denn der Herr hat Wort gehalten.Er hat dir den Sieg über deine Feinde,den Sieg über die Ammoniter geschenkt.«

37Weiter sagte sie zu ihrem Vater:»Nur eins tu noch für mich, gib mir zwei Monate Zeit!Lass mich mit meinen Freundinnen in die Berge gehen.Dort möchte ich mit ihnen mein Schicksal beklagen,dass ich als unverheiratetes Mädchen sterben muss.«38Da sagte er: »Ja, tu das!«So schickte er sie für zwei Monate fort,zusammen mit ihren Freundinnen.Sie ging in die Berge und beklagte ihr Schicksal,als unverheiratetes Mädchen sterben zu müssen.39Als die zwei Monate um waren,kehrte sie zu ihrem Vater zurück.Dann tat er mit ihr,was das Gelübde11,39 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … von ihm forderte.Sie starb als unverheiratetes Mädchen.Und seitdem gibt es in Israel den Brauch:40Jahr für Jahr gehen die Töchter Israels in die Bergeund beklagen die Tochter des Gileaditers Jiftach.Vier Tage im Jahr tun sie das.
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Der Bruderkrieg zwischen Efraim und Gilead

121Die Männer aus Efraim12,1 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. Mehr … taten sich zusammen.Sie zogen nach Norden und warfen Jiftach vor:»Warum bist du ohne uns in den Krieg gezogen,um gegen die Ammoniter12,1 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. zu kämpfen?Warum hast du uns nicht aufgefordert,mit dir in den Krieg zu ziehen?Wir werden dir das Haus über dem Kopf anzünden!«2Jiftach aber antwortete ihnen:»Ich und mein Volk lagen mit den Ammonitern im Streit.Und der Streit war heftig.Da habe ich euch um Hilfe gerufen.Doch ihr habt mich nicht aus ihrer Gewalt gerettet.3Als ich sah, dass ihr mir nicht zu Hilfe kommt,handelte ich auf eigene Faust.Ich zog gegen die Ammoniter in den Kampf,und der Herr gab sie in meine Gewalt.Was soll das, dass ihr jetzt zu mir kommt?Wollt ihr gegen mich kämpfen?«

4Jiftach rief alle Männer aus Gilead12,4 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. zusammen.Dann griffen sie die Efraimiter an und besiegten sie.Die Männer aus Gilead waren nämlich wütend darüber,dass die Efraimiter behauptet hatten:»Ihr Gileaditer seid doch gar kein eigener Stamm,sondern nur aus Efraim dahergelaufen.Euer Land Gilead gehört euch gar nicht,es gehört Efraim12,4 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. Mehr … und Manasse12,4 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland.5Die Gileaditer besetzten nun die Übergänge am Jordan12,5 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt. Mehr …,die in das Gebiet von Efraim führen.Kam nun ein flüchtiger Efraimiter und wollte hinüber,fragten ihn die Männer aus Gilead: »Bist du aus Efraim?«Wenn der dann »Nein!« sagte,6forderten sie ihn auf:»Sag mal das Wort: Schibbolet!«Denn die Efraimiter hatten Schwierigkeiten,das Wort richtig auszusprechen.Wenn er dann »Sibbolet« sagte,ergriffen sie ihn und töteten ihn auf der Stelle.So kamen zu dieser Zeit 42.000 Efraimiter ums Leben.

7Jiftach herrschte sechs Jahre über Israel.Dann starb der Gileaditer Jiftachund wurde in seiner Stadt in Gilead12,7 Gilead: Landschaft im heutigen Jordanien, zwischen See Gennesaret und Totem Meer. begraben.

Eine Liste von weiteren Richtern

8Nach Jiftach war Ibzan Richter in Israel.Er stammte aus Betlehem12,8 Betlehem: Ortschaft etwa 8 km südwestlich von Jerusalem. Mehr ….9Er hatte 30 Söhne und 30 Töchter.Seine Töchter verheiratete er außer Hausund für seine Söhne holte er 30 Töchterals Ehefrauen in sein Haus.Sieben Jahre herrschte12,9 herrschte: Das hebräische Verb bedeutet nicht nur »richten«, sondern auch »regieren«. Bei den sogenannten kleinen Richtern ist an eine einflussreiche Person zu denken, die über ein Gemeinwesen herrscht und Streitfälle schlichtet. er über Israel.10Dann starb Ibzan und wurde in Betlehem begraben.

11Nach ihm war Elon Richter12,11 Richter: Von Gott eingesetzte Anführer, vor allem für den Kampf gegen äußere Feinde. Mehr … in Israel.Er gehörte zum Stamm Sebulon12,11 Sebulon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa, östlich des Gebirges Karmel..Zehn Jahre herrschte12,11 herrschte: Das hebräische Verb bedeutet nicht nur »richten«, sondern auch »regieren«. Bei den sogenannten kleinen Richtern ist an eine einflussreiche Person zu denken, die über ein Gemeinwesen herrscht und Streitfälle schlichtet. er über Israel.12Dann starb Elon aus dem Stamm Sebulonund wurde in Ajalon im Gebiet von Sebulon begraben.

13Nach ihm war Abdon Richter12,13 Richter: Von Gott eingesetzte Anführer, vor allem für den Kampf gegen äußere Feinde. Mehr … in Israel.Er war der Sohn des Hillel und stammte aus Piraton.14Er hatte 40 Söhne und 30 Enkel,die ritten auf 70 Eseln.Acht Jahre herrschte12,14 herrschte: Das hebräische Verb bedeutet nicht nur »richten«, sondern auch »regieren«. Bei den sogenannten kleinen Richtern ist an eine einflussreiche Person zu denken, die über ein Gemeinwesen herrscht und Streitfälle schlichtet. er über Israel.15Dann starb Abdon, der Sohn des Hillel, aus Piraton.Er wurde in Piraton im Gebiet von Efraim12,15 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. Mehr … begraben,am Berg der Amalekiter.