BasisBibel (BB)

Die Situation nach Abschluss der Landnahme

Richter 1,1–3,6

Weitere Kämpfe im verheißenen Land

Richter 1,1–2,5

Juda und Simeon kämpfen gegen die Kanaaniter

11Nachdem Josua gestorben war1,1 nachdem Josua gestorben war: Josua führte die Israeliten in das von Gott verheißene Land, das sie in Besitz nahmen. Davon wird im Buch Josua erzählt. Das Buch endet mit dem Tod Josuas in Josua 24,29-31.,befragten1,1 Gott befragen: Vor wichtigen Entscheidungen konnte man Gott durch einen Priester um Rat bitten. Die Antwort erfolgte durch Ziehen von Lossteinen, die entsprechend gekennzeichnet waren. die Israeliten den Herrn1,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.:»Welcher Stamm1,1 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. unter uns soll zuerst ins Feld ziehen,um gegen die Kanaaniter1,1 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. zu kämpfen?«2Der Herr gab die Antwort:»Der Stamm Juda1,2 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. soll ins Feld ziehen!Ich gebe das Land in seine Gewalt.«3Da sagte Juda zu Simeon1,3 Simeon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Süden des judäischen Berglands., seinem Bruderstamm:»Zieh doch mit mir in das Gebiet,das mir durch das Los1,3 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen wurden, um eine Entscheidung herbeizuführen. zugeteilt wurde!Wir wollen gemeinsam gegen die Kanaaniter kämpfen.Dann werde auch ich mit dir in das Gebiet ziehen,das dir durch das Los zugeteilt wurde.«So schloss sich der Stamm Simeon dem Feldzug an.

4Als die Judäer1,4 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. in den Kampf zogen,gab der Herr die Kanaaniter1,4 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. und Perisiterin ihre Gewalt.Bei Besek1,4 Besek: Der einzige biblische Ort, mit dem sich der Ortsname verbinden lässt, liegt nordöstlich von Sichem an der Straße nach Bet-Schean. erschlugen sie 10.000 Mann.5In Besek trafen sie auf den König Adoni-Besekund kämpften gegen ihn.Sie besiegten die Kanaaniter und Perisiter.6Da ergriff Adoni-Besek die Flucht.Doch die Judäer jagten hinter ihm herund nahmen ihn gefangen.Sie schnitten ihm die Daumen abund seine großen Zehen.7Adoni-Besek sagte:»70 Königen ließ ich die Daumen abschneidenund ihre großen Zehen.Sie mussten sich von den Abfällen ernähren,die unter meinem Tisch lagen.Und jetzt geht es mir genauso.Dafür hat Gott gesorgt.«Anschließend brachten sie ihn nach Jerusalem,wo er starb.8Die Judäer kämpften nun auch gegen Jerusalemund eroberten die Stadt.Sie erschlugen ihre Einwohner mit dem Schwertund steckten die Stadt in Brand.

Die Städte Hebron und Debir werden erobert

9Die Judäer griffen die Kanaaniter an,die im Gebirge, in der Wüste und im Hügelland1,9 Hügelland: Wörtlich »Schefela«. Fruchtbares Land zwischen dem Gebirge Juda und der Küstenebene am Mittelmeer. wohnten.10Dann zogen sie gegen die Kanaaniter,die in Hebron1,10 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem. wohnten.Bei ihrem Kampf gegen Hebron,das früher Kirjat-Arba geheißen hatte,besiegten sie Scheschai, Ahiman und Talmai.11Von dort zogen sie gegen die Bewohner von Debir,das früher Kirjat-Sefer geheißen hatte.12Kaleb1,12 Kaleb: Stammvater der Kalebiter. Gemeinsam mit Josua hatte er im Auftrag Gottes das verheißene Land erkundet, vgl. 4. Mose/Numeri 13–14. sagte:»Wer die Stadt Kirjat-Sefer besiegt und erobert,dem gebe ich meine Tochter Achsa zur Frau.«13Da eroberte Otniel die Stadt.Er war der Sohn des Kenas und Kalebs jüngerer Bruder.Kaleb gab ihm daraufhin seine Tochter Achsa zur Frau.14Als die Braut ankam, drängte er sie dazu,von ihrem Vater fruchtbares Land zu erbitten.Als sie nun vom Esel herabstieg,fragte ihr Vater Kaleb: »Was willst du?«15Sie antwortete ihm: »Gib mir ein Abschiedsgeschenk!Denn du hast mich in ein trockenes Land verheiratet.Gib wir wenigstens ein paar Wasserteiche!«Da ließ ihr Kaleb den oberen und unteren Wasserteich.

16Auch die Nachkommen des Keniters Hobab,des Schwiegervaters von Mose1,16 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.,hatten sich den Judäern angeschlossen.Sie waren von der Palmenstadt1,16 Palmenstadt: Häufig wird Jericho so genannt. Hier ist jedoch wahrscheinlich die Ortschaft Tamar gemeint, am Südwestende des Toten Meers. aufgebrochenund in die Wüste Juda südlich von Arad gezogen.Als sie dort ankamen,ließen sie sich bei den Amalekitern1,16 bei den Amalekitern: So die griechische Überlieferung. nieder.

Juda und Simeon kämpfen weiter

17Die Judäer1,17 Juda: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet lag im judäischen Bergland. zogen mit ihrem Bruderstamm Simeon1,17 Simeon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Süden des judäischen Berglands. weiter.Sie besiegten die Kanaaniter, die in Zefat wohnten,und weihten ihre Bewohner dem Untergang1,17 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht..Daher nannten sie die Stadt Horma1,17 Horma: Der Stadtname klingt im Hebräischen ähnlich wie das Verb haram »dem Untergang weihen«..18Die Städte Gaza1,18 Gaza: Bedeutende Stadt der Philister und Handelsstadt, im heutigen Gazastreifen gelegen., Aschkelon1,18 Aschkelon: Einflussreiche Stadt der Philister an der Mittelmeerküste., Ekron1,18 Ekron: Einflussreiche Stadt der Philister etwa 40 km westlich von Jerusalem. und ihre Gebietekonnten die Judäer nicht in Besitz nehmen1,18 nicht in Besitz nehmen: Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung und entspricht inhaltlich der zweiten Hälfte von Vers 19. Im hebräischen Text fehlt das Wort »nicht«..19Doch der Herr1,19 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. war mit den Judäern.So konnten sie zumindest das Bergland in Besitz nehmen.Die Küstenebene aber konnten sie nicht einnehmen,weil ihre Bewohner eiserne Streitwagen1,19 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. hatten.20Kaleb1,20 Kaleb: Gemeinsam mit Josua hatte er im Auftrag Gottes das verheißene Land erkundet, vgl. 4. Mose/Numeri 13–14. Als Dank dafür erhält er die Stadt Hebron als Besitz, vgl. Josua 14,6-15. aber hatte die Stadt Hebron1,20 Hebron: Stadt 35 km südlich von Jerusalem. bekommen,wie es Mose bestimmt hatte.Von dort konnte er die drei Söhne des Anak1,20 drei Söhne des Anak: Die in Vers 10 genannten Scheschai, Ahiman und Talmai, vgl. Josua 15,14. vertreiben.

21Über die Jebusiter1,21 Jebusiter: Bevölkerungsgruppe, die vor den Israeliten in Jerusalem und dem umliegenden Gebiet lebte., die Bewohner Jerusalems,ist ferner zu berichten:Die Benjaminiter1,21 Benjamin: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im judäischen Bergland, nördlich von Jerusalem. konnten sie nicht vertreiben.Deshalb wohnen die Jebusiter noch heute in Jerusalem1,21 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.,zusammen mit den Benjaminitern.

Die Stadt Bet-El wird eingenommen

22Auch die beiden Stämme aus dem Haus Josef1,22 Haus Josef: Meint die Stämme Efraim und Manasse, die auf die gleichnamigen Söhne Josefs zurückgeführt werden; vgl. Josua 17,14-18.zogen in den Kampf, nämlich gegen Bet-El1,22 Bet-El: Ortschaft 16 km nördlich von Jerusalem. Der Name bedeutet übersetzt »Haus Gottes«..Und der Herr1,22 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. war mit ihnen.23Sie schickten Leute aus,um die Stadt Bet-El auszuspionieren.Die hatte früher Lus geheißen.24Als sie die Stadt beobachteten,sahen sie einen Mann aus ihr kommen und fragten ihn:»Kannst du uns eine Stelle zeigen,an der wir in die Stadt eindringen können?Dann sorgen wir dafür, dass dir nichts passiert.«25Da zeigte er ihnen eine Stelle,an der sie in die Stadt eindringen konnten.So besiegten sie die Stadt und töteten ihre Bewohner.Doch den Mann ließen sie gehen,zusammen mit allen seinen Verwandten.26Der Mann ging in das Land der Hetiterund gründete dort eine Stadt.Er gab ihr den Namen Lus,und so heißt sie noch heute.

Gebiete, die nicht erobert werden konnten

27Dem Stamm Manasse1,27 Manasse: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Die eine Hälfte seines Siedlungsgebiets liegt zwischen Mittelmeer und Jordan, die andere erstreckt sich von dort aus weiter ins Ostjordanland. gelang es aber nicht,die Einwohner aus den großen Städten zu vertreiben:aus Bet-Schean1,27 Bet-Schean: Bedeutende Stadt südwestlich des See Gennesaret, in einem fruchtbaren Tal gelegen. Dort kreuzten sich zwei Handelsstraßen., Taanach, Dor, Jibleam und Megiddo1,27 Megiddo: Bedeutende Stadt im nördlichen Israel, an der Kreuzung zweier Handelsstraßen.,mit allen Ortschaften, die zu ihnen gehörten.So blieben die Kanaaniter1,27 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. im Land und wohnten dort.28Doch als die Israeliten stark geworden waren,ließen sie die Kanaaniter für sich arbeiten.Vertreiben konnten sie die Kanaaniter nicht.29Dem Stamm Efraim1,29 Efraim: Stamm Israels, der nach einem der beiden Söhne Josefs benannt ist. Sein Siedlungsgebiet liegt im mittleren Westjordanland und erstreckt sich bis zum Mittelmeer. gelang es nicht,die Kanaaniter aus der Stadt Geser1,29 Geser: Ortschaft 40 km westlich von Jerusalem. zu vertreiben.So blieben die Kanaaniter1,29 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. in Geser wohnen,mitten im Gebiet von Efraim.30Dem Stamm Sebulon1,30 Sebulon: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa, östlich des Gebirges Karmel. gelang es nicht,die Einwohner aus Kitron und Nahalol zu vertreiben.So blieben die Kanaaniter1,30 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. mitten unter ihnen wohnen.Doch sie wurden zur Arbeit gezwungen.31Dem Stamm Ascher1,31 Ascher: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt am Mittelmeer, nördlich des Gebirges Karmel. gelang es nicht,die Einwohner aus mehreren Städten zu vertreiben:aus Akko, Sidon1,31 Sidon: Bedeutende Hafenstadt der Phönizier am östlichen Mittelmeer, im heutigen Libanon gelegen., Mahaleb, Achsib, Helba, Afek und Rehob.32So lebten die Ascheriter unter den Kanaanitern1,32 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.,die dort im Land wohnten.Denn sie hatten die Kanaaniter nicht vertrieben.33Dem Stamm Naftali1,33 Naftali: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt in Galiläa. gelang es nicht,die Einwohner aus Bet-Schemesch und Bet-Anatzu vertreiben.So lebten die Naftaliter unter den Kanaanitern1,33 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.,die dort im Land wohnten.Doch die Einwohner von Bet-Schemesch und Bet-Anatwurden zur Arbeit gezwungen.34Der Stamm Dan1,34 Dan: Einer der zwölf Stämme Israels. Sein Siedlungsgebiet liegt im Norden des Landes. kam aber in Bedrängnis.Denn die Amoriter1,34 Amoriter: Meint hier die Edomiter, deren Gebiet an der Südgrenze Judas beginnt und das Gebirge südöstlich des Toten Meers umfasst. drängten die Daniter ins Gebirgeund ließen sie nicht in die Ebene herabkommen.35So blieben die Amoriter im Landund wohnten in Har-Heres, Ajalon und Schaalbim.Die Stämme aus dem Haus Josef1,35 Haus Josef: Meint die Stämme Efraim und Manasse, die auf die gleichnamigen Söhne Josefs zurückgeführt werden; vgl. Josua 17,14-18.brachten sie schließlich in ihre Gewaltund zwangen sie zur Arbeit.36Das Gebiet der Amoriter1,36 Amoriter: Meint hier die Edomiter, deren Gebiet an der Südgrenze Judas beginnt und das Gebirge südöstlich des Toten Meers umfasst. erstreckt sichvom Skorpionenpass bis zur Felsenstadtund darüber hinaus.

Der Engel des Herrn klagt an

21Der Engel2,1 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. des Herrn2,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. kam von Gilgal2,1 Gilgal: Heiligtum in der Nähe von Jericho. Dort haben die Israeliten nach ihrem Durchzug durch den Jordan zwölf Steine aufgestellt, vgl. Josua 4,19-20. nach Bochim.Er sprach: »Ich habe euch aus Ägypten geführt2,1 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..Dann habe ich euch in das Land gebracht,von dem ich euren Vorfahren geschworen2,1 euren Vorfahren geschworen: In 2. Mose/Exodus 6,7-8 verspricht Gott, sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten zu führen und ihnen Land zu schenken. habe,dass es euch gehören soll.Damals hatte ich gesagt:›Ich will meinen Bund2,1 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. niemals brechen.‹2Euch aber hatte ich gesagt2,2 euch aber hatte ich gesagt: Diese Anweisung Gottes findet sich in 2. Mose/Exodus 34,12-13.:›Ihr sollt keinen Vertrag schließenmit den Bewohnern des Landes!Ihr sollt ihre Altäre zerstören!‹Doch was habt ihr getan?Ihr habt nicht auf mich gehört!3So sage ich euch jetzt:Ich will sie nicht aus eurem Land vertreiben.Dann werdet ihr ihnen in die Falle gehen,und ihre Götter2,3 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. werden euch zum Verhängnis werden.«4Als der Engel des Herrn diese Drohunggegen alle Israeliten ausgesprochen hatte,begann das Volk zu weinen.5Darum nannte man den Ort Bochim,das bedeutet: die Weinenden.Dann brachten sie dort Schlachtopfer2,5 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. dar für den Herrn.

Ausblick auf die Zeit der Richter

Richter 2,6–3,6

Josuas Tod und Begräbnis

6Josua2,6 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. schickte das Volk heim.So kehrten die Israeliten zurück,jeder zu seinem Erbbesitz2,6 Erbbesitz: Der Anteil der Israeliten an dem Land, das Gott ihnen gibt. Sie dürfen das Land für ihren Lebensunterhalt nutzen, der Eigentümer bleibt Gott.,um das Land einzunehmen.7Das Volk aber diente dem Herrn2,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,solange Josua lebte.Auch nach seinem Tod blieben sie dabei,solange die Ältesten2,7 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. lebten.Die waren noch Augenzeugen von allem gewesen,was der Herr Großes für Israel getan hatte.8Josua, der Sohn des Nun, der Knecht des Herrn,starb im Alter von 110 Jahren.9Man begrub ihn im Gebiet seines Erbbesitzes,nämlich in Timnat-Heres auf dem Gebirge Efraim2,9 Efraim: Gebirgszug im mittleren Westjordanland. Der Name kommt vom Stamm Efraim, der dort sein Siedlungsgebiet hatte.,nördlich vom Berg Gaasch.10Als schließlich alle gestorben waren,die zu seiner Generation gehört hatten,folgte ihnen eine neue Generation.Die wusste nichts mehr vom Herrnund von allem, was er für Israel getan hatte.

Die Geschichte der Richter wiederholt sich

11Die Israeliten taten,was in den Augen des Herrn2,11 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. böse war:Sie dienten den Baal-Göttern2,11 Baal-Götter: Sammelbezeichnung für Gottheiten, die im östlichen Mittelmeerraum verehrt wurden.12und verließen den Herrnden Gott ihrer Vorfahren,der sie aus dem Land Ägypten geführt2,12 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hatte.Ja, sie folgten den fremden Göttern,die ihre Nachbarvölker verehrten,und beteten sie an.So reizten sie den Herrn zum Zorn.

13Als sie aber den Herrn verließen,um Baal2,13 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt. und den Astarten2,13 Astarte: Im palästinisch-syrischen Raum verehrte Kriegs- und Liebesgöttin. Die Mehrzahl »Astarten« steht hier für fremde Göttinnen im Allgemeinen. zu dienen,14packte den Herrn der Zorn.Er überließ die Israeliten den Räubern,die sie ausraubten.Er lieferte sie den Nachbarvölkern aus,die sie bekämpften.Und die Israeliten hatten keine Kraft,ihren Feinden zu widerstehen.15Sooft sie nämlich ins Feld zogen,war der Herr gegen sie.Dann stürzte er sie ins Unglück,wie es der Herr ihnen angedrohtund durch einen Schwur bekräftigt hatte.So brachte er sie in große Bedrängnis2,15 in große Bedrängnis: Die folgenden Richtergeschichten setzen voraus, dass die Israeliten daraufhin Gott um Hilfe anflehen; vgl. beispielsweise Richter 3,9..

16Dann ließ der Herr Richter2,16 Richter: Von Gott eingesetzte Anführer, vor allem für den Kampf gegen äußere Feinde. auftreten,die das Volk aus der Gewalt der Räuber retteten.17Aber auch ihren Richtern gehorchten sie nicht.Sie liefen fremden Göttern2,17 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. nach und beteten sie an.So schnell also waren sie vom Weg abgekommen,den ihre Vorfahren eingeschlagen hatten.Die hatten den Geboten des Herrn gehorcht.Sie aber taten es nicht. –18Sooft nun der Herr Richter auftreten ließ,war der Herr mit dem Richter.Und so rettete er die Israelitenaus der Gewalt ihrer Feinde,solange der Richter lebte.Denn es tat dem Herrn leid,wenn er die Israeliten jammern hörte –so sehr litten sie unter den Feinden,die sie quälten und unterdrückten.

19War der Richter2,19 Richter: Von Gott eingesetzte Anführer, vor allem für den Kampf gegen äußere Feinde. aber tot,wurden die Israeliten wieder rückfällig.Ja, sie trieben es noch schlimmerals die Generation davor.Sie liefen den fremden Göttern2,19 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. nach,dienten ihnen und beteten sie an.Sie ließen nichts aus an schlechten Taten,blieben ungehorsam und starrsinnig.

Gott droht Israel Konsequenzen an

20Der Herr2,20 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. geriet in Zorn über Israel.Er sprach: »Ich werde das nicht durchgehen lassen:Dieses Volk hat sich nicht an meinen Bund2,20 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. gehalten,den ich mit ihren Vorfahren geschlossen habe.Sie haben mir nicht gehorcht.21Nun werde ich von den Völkern keines mehr vertreiben.Alle Völker, die Josua2,21 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. nicht besiegen konnte,bleiben nach seinem Tod im Land.22Dadurch will ich Israel auf die Probe stellen:Werden sie auf dem Weg des Herrn bleibenwie ihre Vorfahren?Werden sie auf ihm weitergehen?Oder tun sie es nicht?«23So ließ der Herr die fremden Völker in Ruhe.Er wollte sie nämlich nicht so schnell vertreiben.Auch Josua hatte er sie nicht in die Hand gegeben.