BasisBibel (BB)
49

Die Hoffnungsbotschaft für Zion

Jesaja 49,1–53,12

Zweites Gottesknechtslied: Der Knecht als Licht für die Völker

491Hört mir zu, ihr Bewohner der Inseln49,1 Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt.!

Gebt acht, ihr Völker in der Ferne!

Der Herr hat mich in seinen Dienst gerufen,

als ich noch im Mutterleib war.

Schon im Schoß meiner Mutter

hat er mir meinen Namen gegeben.

2Er hat mir Worte in den Mund gelegt,

so scharf wie ein Schwert.

Versteckt in seiner Hand,

hat er mich bereitgehalten.

Wie einen spitzen Pfeil

hat er mich in seinem Köcher49,2 Köcher: Behältnis für das Mitführen von Pfeilen. aufbewahrt.

3Er sagte zu mir: »Du bist mein Knecht49,3 Knecht: Ehrentitel für das Volk Israel oder einen Einzelnen, der stellvertretend für Israel steht. Dieser Knecht tritt zum ersten Mal in Jesaja 42,1 auf..

Du trägst den Namen ›Israel‹49,3 Israel: Der Knecht Gottes steht hier stellvertretend für das Volk Israel und hat zugleich die Aufgabe, das Volk zu Gott zurückzuführen..

Durch dich will ich zeigen, wie herrlich ich bin.«

4Ich aber sagte: »Ich habe mich vergeblich bemüht,

für nichts und wieder nichts meine Kraft vertan.

Doch der Herr verhilft mir zu meinem Recht,

mein Gott wird mich belohnen.«

5Ja, der Herr hat mich schon im Mutterleib

zu seinem Knecht gemacht.

Ich sollte Jakob49,5 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. Mehr … zu ihm zurückführen

und ganz Israel49,5 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … bei ihm versammeln.

So wichtig war ich in seinen Augen,

mein Gott gab mir die Kraft dazu.

6Und jetzt sagt er: »Ja, du bist mein Knecht.

Du sollst die Stämme Jakobs49,6 Stämme Jakobs: Jakob ist hier Bezeichnung für das Volk Israel. wieder zusammenbringen

und die Überlebenden Israels49,6 Rest Israels: Gruppe von Menschen, die Gottes Gericht überleben. Gott sammelt sie und schenkt ihnen eine neue Zukunft. zurückführen.

Aber das ist mir zu wenig:

Ich mache dich auch zu einem Licht für die Völker.

Bis ans Ende der Erde reicht meine Rettung.«

Gott befreit sein Volk

7Jetzt redet der Herr, der heilige Gott Israels,der sein Volk befreit hat.Er sagt zu dem Volk,das von allen verachtet und gemieden wird,dem Knecht fremder Herrscher:»Könige werden sehen, wie du befreit wirst,und sich vor dir erheben.Fürsten werden auf die Knie fallen.Denn der Herr ist treu,der Heilige Israels49,7 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. hat dich erwählt.«

8So spricht der Herr49,8 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Als die Zeit kam, dir Gnade49,8 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr … zu erweisen,habe ich dich erhört.Am Tag der Rettung habe ich dir49,8 dir: Meint vermutlich den Perserkönig Kyros II. (558–530 v. Chr.), der große Teile des Alten Orients eroberte. geholfen.Ich habe dich geschaffenals Zeichen für den Bund49,8 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr … mit meinem Volk.Du sollst dem Land wieder aufhelfenund das verwüstete Erbe neu verteilen.9Den Gefangenen sollst du zurufen: »Ihr seid frei!«,denen im dunklen Kerker: »Kommt ans Licht!«An allen Wegen finden sie Nahrung,selbst die kahlen Hügelwerden ihnen zur fruchtbaren Weide.10Sie leiden weder Hunger noch Durst.Gluthitze und Sonne können ihnen nichts anhaben.Denn ich leite sie voller Erbarmenund führe sie zu frischen Wasserquellen.11Alle Berge ebne ich vor ihnen einund schütte Straßen für sie auf.12Seht doch: Aus der Ferne kommen sie herbei –die einen aus dem Norden und Westen,die anderen aus dem Land der Seweniter49,12 Seweniter: Bezeichnet die Bewohner des Gebietes um Assuan im Süden von Ägypten..

13Jubelt, ihr Himmel, freue dich, Erde!Brecht in Freudengeschrei aus, ihr Berge!Denn der Herr hat sein Volk getröstet,er hat Erbarmen mit den Unterdrückten.

Zions Klage und Gottes mütterlicher Trost

14Zion49,14 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … klagt: Der Herr hat mich verlassen,mein Gott hat mich vergessen.15Doch Gott antwortet:Kann denn eine Frau ihren Säugling vergessen?Hat sie nicht Erbarmen mit dem Kind,das sie im Leib getragen hat?Aber selbst wenn sie es vergessen sollte –ich vergesse dich nicht!16Sieh doch: Ich habe dich in meine Hände eingezeichnet,deine Stadtmauern habe ich stets vor Augen.17Die Leute, die dich wieder aufbauen, eilen herbei.Aber abziehen müssen alle,die dich zerstört und verwüstet49,17 zerstört und verwüstet: Meint die Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezzar II. 586 v. Chr. haben.18Blick auf und schau dich um:Schon versammeln sich alle, die zu dir kommen.Bei meinem Leben, Ausspruch des Herrn49,18 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.:Mit ihnen wirst du dich schmücken wie eine Braut,die den Hochzeitsschmuck anlegt.

19Noch liegst du49,19 du: Hier wird die Stadt Jerusalem angesprochen. in Trümmern,dein Land ist verwüstet und zerstört.Doch bald gibt es so viele Bewohner,dass der Platz zu eng für dich wird.Weit weg sind alle, die dich vernichten wollten.20Man hat dir deine Kinder weggenommen.Aber bald wirst du mit eigenen Ohren hören,wie sie zu dir sagen:»Der Raum ist uns zu eng geworden,schaff uns Platz zum Wohnen!«21Dann wirst du dich erstaunt fragen:»Wer hat denn diese Kinder für mich geboren?Man hat mir meine eigenen weggenommen,und ich konnte keine mehr bekommen.Ich war verbannt und ausgestoßen.Und wer hat sie dann großgezogen?Ich war doch ganz allein übrig geblieben.Wo kommen sie auf einmal her?«22So spricht Gott, der Herr49,22 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:»Ich gebe den Völkern mit meiner Hand ein Zeichen.Ich stelle ein Feldzeichen49,22 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. Mehr … auf,nach dem sie sich richten können.Sie bringen deine Söhne auf dem Arm herbei,deine Töchter tragen sie auf der Schulter.23Dann werden Könige deine Kinder hütenund Prinzessinnen ihre Ammen49,23 Amme: Frau, die anstelle der Mutter einen Säugling stillt und versorgt. sein.Sie fallen vor dir auf die Knieund verneigen sich bis zur Erde.Sie lecken dir den Staub von den Füßen.Dann wirst du erkennen, dass ich der Herr bin.Wer auf ihn hofft, wird nicht enttäuscht.«

24Du49,24 du: Hier wird die Stadt Jerusalem angesprochen. fragst:»Kann denn einem Mächtigen die Beute entgehen?Können Gefangene einem Gewaltherrscher entkommen?«25So spricht der Herr49,25 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:»Ja, auch einem Mächtigen können Gefangene entkommen,einem Gewaltherrscher kann die Beute entgehen.Denn ich kämpfe gegen die, die dich bekämpfen,und rette deine Kinder.26Ich werde dafür sorgen,dass deine Unterdrücker sich gegenseitig zerfleischen.Sie werden sich an ihrem eigenen Blut berauschen,so wie man sich mit Bier49,26 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber. besäuft.Dann sollen alle Menschen erkennen:Ich, der Herr, bin dein Retter,ich, der starke Gott Jakobs49,26 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie steht für das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes., bin dein Befreier.«
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Israels Schuld und Gottes rettende Macht

501So spricht der Herr50,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Habe ich eure Mutter50,1 eure Mutter: Meint die Stadt Jerusalem, die in der Bibel oft als Frau angesprochen wird. etwa verstoßen?Dann zeigt mir die Scheidungsurkunde50,1 Scheidungsurkunde: Dokument, das ein Mann seiner Frau geben musste, wenn er die Ehe auflösen wollte. Mehr …!Habe ich euch verkauft, um meine Schuld zu tilgen?Dann zeigt mir den Gläubiger!Nein, wegen eurer Schuld seid ihr verkauft worden,wegen eurer Verbrechen wurde eure Mutter verstoßen.2Warum war denn niemand von euch da, als ich kam?Warum hat niemand geantwortet, als ich euch rief?Ist denn meine Hand zu schwach, euch zu befreien?Fehlt mir die Kraft, euch zu retten?Seht doch: Schon wenn ich drohe,trocknet das Meer aus und Ströme werden zur Wüste.Weil es kein Wasser gibt,verdursten und verfaulen die Fische.3Ich kleide den Himmel in Schwarzund bedecke ihn mit einem Trauergewand50,3 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt..

Drittes Gottesknechtslied: Der Knecht vertraut auf Gott

4Gott, der Herr, nimmt meine Zunge50,4 meine Zunge: Hier spricht der Knecht Gottes, dessen Aufgabe in Jesaja 42,1-4 und Jesaja 49,1-6 beschrieben wird. in die Lehre.

Als sein Schüler kann ich dem Erschöpften

ein Wort zusprechen, das ihm Mut macht.

Jeden Morgen öffnet er mir die Ohren.

So kann ich auf ihn hören,

wie ein Schüler auf seinen Lehrer hört.

5Gott, der Herr, hat mir die Ohren geöffnet.

Ich habe mich nicht verschlossen

und mich seinem Auftrag nicht entzogen.

6Als sie mich schlugen,

habe ich ihnen den Rücken dargeboten.

Als sie mir den Bart ausrissen,

habe ich meine Wangen hingehalten.

Mein Gesicht habe ich nicht verhüllt,

als sie mich beschimpften und anspuckten.

7Aber Gott, der Herr, steht mir50,7 mir: Hier spricht der Knecht Gottes, dessen Aufgabe in Jesaja 42,1-4 und Jesaja 49,1-6 beschrieben wird. bei.

Darum lasse ich mich nicht einschüchtern.

Ich mache mein Gesicht hart wie einen Kieselstein.

Denn ich weiß, dass ich nicht enttäuscht werde.

8Gott ist mir nahe,

er setzt mein Recht durch.

Wer will mich da noch anklagen?

Der soll ruhig mit mir vor Gericht ziehen!

Wer will mein Recht anfechten?

Der soll nur kommen!

9Ja, Gott, der Herr, steht mir bei.

Wer will mich da noch verurteilen?

All meine Gegner zerfallen wie ein Kleid,

das von Motten zerfressen ist.

Wer hört auf den Knecht?

10Wer von euch begegnet dem Herrn mit Ehrfurcht50,10 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr …und hört auf das, was sein Knecht50,10 sein Knecht: Ehrentitel für das Volk Israel oder einen Einzelnen, der stellvertretend für Israel steht. sagt?Der darf wissen:Wenn er durchs Dunkle geht und kein Licht sieht,kann er auf die Gegenwart des Herrn vertrauen.Auf seinen Gott kann er sich verlassen.11Zu euch aber, die ihr Feuer machtund Brandpfeile anzündet, sagt Gott:Lauft in euer eigenes Feuerund in die Pfeile, die ihr angezündet habt!Ihr bekommt meine Hand zu spürenund werdet qualvoll zugrunde gehen.
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Gottes Gerechtigkeit bleibt für immer

511Hört auf mich,alle, die ihr auf Gerechtigkeit aus seid!Hört, alle, die ihr nach mir, dem Herrn, fragt!Schaut auf den Felsen, aus dem ihr gehauen seid!Schaut auf den Brunnenschacht,aus dem ihr herausgebrochen seid!2Schaut auf Abraham51,2 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr …, euren Vater,und auf Sara51,2 Sara: Frau von Abraham, der als Stammvater des Volkes Israel gilt., die euch geboren hat!Als Einzelnen habe ich Abraham berufen51,2 berufen: Abraham erhielt von Gott den Auftrag, ins Land Israel zu ziehen. Dort wurde er zum Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12,1-3.,doch mit zahlreichen Nachkommen habe ich ihn gesegnet.3Ja, der Herr tröstet Zion51,3 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr …,er tröstet die Stadt, die in Trümmern liegt.Ihr verwüstetes Land verwandelt er in den Garten Eden51,3 Garten Eden: Name für das Paradies. Eden bezeichnet die fruchtbare und wasserreiche Landschaft, in der die ersten Menschen lebten.,die Steppe blüht wie das Paradies.Jubel und Freudenrufe erschallen dort,man hört Lobgesang und Danklieder.

4Hör mir gut zu, mein Volk, und pass auf!Denn von mir kommt Weisung51,4 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr ….Bald mache ich meine Rechtsordnungzu einem Licht für die Völker.5Meine Gerechtigkeit51,5 meine Gerechtigkeit: Gottes Gerechtigkeit zeigt sich für das Volk Israel in seinen Taten, die Ausdruck seiner Liebe und Treue sind. ist nahe,meine Rettung ist schon auf dem Weg.Mit starker Hand schaffe ich Recht unter den Völkern.Auf mich hoffen die Bewohner der fernsten Inseln51,5 Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt..Sie warten darauf, dass ich meine Stärke zeige.6Schaut hinauf zum Himmelund blickt herab auf die Erde!Der Himmel verweht wie Rauch,die Erde zerfällt wie ein abgetragenes Kleid.Ihre Bewohner sterben wie die Fliegen.Aber meine Hilfe wird niemals enden,meine Gerechtigkeit ist unerschütterlich.

7Hört mir zu: Ihr kennt doch meine Gerechtigkeit51,7 meine Gerechtigkeit: Gottes Gerechtigkeit zeigt sich in seinen Taten für das Volk Israel, die Ausdruck seiner Liebe und Treue sind.und seid das Volk, das meine Weisung51,7 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … im Herzen trägt.Habt keine Angst, wenn die Leute euch verhöhnen.Lasst euch von den Beschimpfungen nicht einschüchtern.8Denn eure Gegner gehen zugrundewie ein Wollkleid, das von Motten zerfressen wird.Aber meine Gerechtigkeit bleibt für immer,meine Hilfe gilt für alle Zeit.

Ein dreifacher Weckruf

9Wach auf, wach auf!Zeig, wie mächtig du bist, Herr!Wach auf und zeig deine Stärke wie in alten Zeiten,wie in den Tagen der Urzeit!Bist du es nicht, der einst den Drachen erschlagen51,9 den Drachen erschlagen: Wörtlich »Rahab«. Chaoswesen, das im Meer lebt. Im Alten Testament ist Rahab Sinnbild für die tobenden Wasserfluten, die die Welt bedrohen.und das Ungeheuer erstochen hat?10Hast du nicht das Meer trockengelegt51,10 das Meer trockengelegt: Anspielung auf die Erschaffung der Welt, vgl. 1. Mose/Genesis 1,9-10.und dem Wasser aus der Tiefe eine Grenze gesetzt?Hast du nicht einen Weg auf dem Meeresgrund51,10 Weg auf dem Meeresgrund: Anspielung auf die Rettung der Israeliten auf der Flucht vor dem ägyptischen Heer, vgl. 2. Mose/Exodus 14,15-22. gebahnt,damit die Befreiten hindurchziehen konnten?11So kehren die Befreiten des Herrn auch jetzt zurück,jubelnd kehren sie heim zum Berg Zion51,11 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr ….Grenzenlose Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben.Jubel und Freude stellen sich ein,Sorgen und Seufzen sind für immer verschwunden.12Gott sagt: Ich bin es, der dich tröstet.Wieso fürchtest du dich vor Menschen,die sterben und vergehen wie Gras?13Hast du etwa vergessen,dass der Herr dein Schöpfer ist?Er hat doch den Himmel ausgespannt wie ein Zeltund die Erde auf festen Grund gestellt.Wieso zitterst du die ganze Zeit vor Angst,wenn deine Feinde wüten und dich vernichten wollen?Was ist denn aus ihrer Wut geworden?14Bald werden die Gefangenen aus dem Kerker befreit.Sie werden dort nicht sterben und verscharrt werden.Noch werden sie verhungern, weil es an Nahrung fehlt.15Ich bin doch der Herr, dein Gott.Ich wühle das Meer auf, sodass die Wellen tosen.Mein Name ist Herr Zebaot51,15 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….16Ich habe dir meine Worte in den Mund gelegtund halte meine Hand schützend über dich.Ich schlage den Himmel auf wie ein Zeltund stelle die Erde auf festen Grund.Zu Zion sage ich: »Du bist mein Volk.«

17Werde wach, werde wach, steh auf, Jerusalem!Der Herr hat dir den Becher seines Zorns51,17 Becher seines Zorns: Bild für das Gericht Gottes, das Menschen so erschüttert, dass sie wie Betrunkene wanken. gereicht,der betrunken macht und dich taumeln lässt.Du hast daraus getrunkenund ihn ausgeleert bis zum letzten Tropfen.18Von den Kindern, die du geboren hast,half dir keines beim Gehen.Von allen, die du großgezogen hast,nahm dich keines bei der Hand.19Du bist mit doppeltem Unheil geschlagen –wer hat Mitleid mit dir?Verwüstung und Zerstörung,Hunger und Schwert haben dich getroffen –wer tröstet dich?20Deine Kinder lagen hilflos an allen Straßenecken,wie Antilopen, die sich im Netz verfangen haben.Sie waren überwältigt vom Zorn des Herrn51,20 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr …,vom Drohen deines Gottes.21Deshalb hör mir zu, du gedemütigte Stadt,die du betrunken bist, doch nicht vom Wein.22So spricht Gott, der Herr51,22 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.,dein Gott, der für sein Volk kämpft:Ich nehme dir den Becher aus der Hand,der dich taumeln lässt.Aus dem Becher meines Zornsmusst du nicht länger trinken.23Ich reiche ihn denen,die dich gequält und zu dir gesagt haben:»Leg dich hin, wir wollen auf dir herumtrampeln!«Du hast dich flach auf den Boden gelegt.Sie trampelten auf deinem Rücken herumwie auf einer Straße.