BasisBibel NT+Ps (BB)
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41Dann klammern sich sieben Frauen

an einen einzigen Mann und sagen zu ihm:»Für unsere Kleidung und unsere Nahrungwollen wir selbst sorgen –wenn wir nur deinen Namen tragen dürfen!Nimm unsere Schande4,1 Schande: Unverheiratete Frauen hatten in der Antike oft ein sehr geringes gesellschaftliches Ansehen. von uns!«

Zions herrliche Zukunft

2Es kommt eine Zeit,da lässt der Herr im Land wieder Pflanzen wachsen.Alles, was hervorsprießt und wächst,wird zum herrlichen Schmuckfür die Überlebenden Israels4,2 Rest Israels: Gruppe von Menschen, die Gottes Gericht überleben. Gott sammelt sie und schenkt ihnen eine neue Zukunft..Und was das Land hervorbringt, ist ihr ganzer Stolz.3Wer noch übrig geblieben ist in Zion4,3 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr …und überlebt hat in Jerusalem,wird »heilig« genannt.So heißen alle in Jerusalem,die in der Liste der Überlebenden4,3 Liste der Überlebenden: Die Rückkehrer aus der Verbannung nach Babylon wurden in Listen registriert. Nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezzar II. 586 v. Chr. waren viele Menschen dorthin verschleppt worden. stehen.4Der Herr wäscht den Schmutz von den Töchtern Zions4,4 Töchter Zions: Meint die weiblichen Bewohner der Stadt Jerusalem. ab.Er spült das Blut weg,das in Jerusalem vergossen wurde.So reinigt er die Stadt durch seinen Geist4,4 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. Mehr …,der Recht schafft und von Unreinheit befreit.5Dann erschafft4,5 erschaffen: Das hebräische Wort für »erschaffen« ist selten und wird beispielsweise in der Schöpfungserzählung in 1. Mose/Genesis 1,1–2,4 verwendet. der Herr eine Wolke4,5 Wolke: Wolke, Rauch und Flamme erinnern an die Zeichen, mit denen Gott sein Volk beim Auszug aus Ägypten begleitete; vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22. für den Tag.Und für die Nacht erschafft er Rauchund eine leuchtende Flamme4,5 leuchtende Flamme: Wolke, Rauch und Flamme erinnern an die Zeichen, mit denen Gott sein Volk beim Auszug aus Ägypten begleitete, vgl. 2. Mose/Exodus 13,21-22..Die erscheinen über dem Berg Zionund seinen Festplätzen.So liegt Gottes Herrlichkeit4,5 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Mehr … auf dem Ortwie ein schützendes 6Laubdach.Das spendet Schatten in der Mittagshitzeund bietet Zuflucht und Schutz bei Unwetter und Regen.
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Fehlende Gerechtigkeit und zukünftige Verwüstung

Jesaja 5,1-30

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

51Ein Lied von meinem Freund will ich euch singen.Es ist das Lied von meinem Freund und seinem Weinberg5,1 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr …:Mein Freund hatte einen Weinbergauf einem fruchtbaren Hügel.2Er grub ihn um, entfernte die Steineund bepflanzte ihn mit den besten Weinstöcken.Mittendrin baute er einen Wachturm.Auch eine Kelter5,2 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. Mehr … zum Pressen der Trauben hob er aus.Dann wartete er auf eine gute Traubenernte,aber der Weinberg5,2 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … brachte nur schlechte Beeren hervor.

3Jetzt urteilt selbst,ihr Einwohner von Jerusalem5,3 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … und ihr Leute von Juda5,3 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …!Wer ist im Recht – ich oder mein Weinberg?4Habe ich irgendetwas vergessen?Was hätte ich für meinen Weinberg noch tun sollen?Ich konnte doch erwarten, dass er gute Trauben trägt.Warum hat er nur schlechte Beeren hervorgebracht?

5Ich will euch sagen,was ich mit meinem Weinberg tun werde:Die Hecke um ihn herum werde ich entfernenund seine Schutzmauer niederreißen.Dann werden die Tiere ihn kahl fressen und zertrampeln.6Ich werde ihn völlig verwildern lassen:Die Reben werden nicht mehr beschnittenund der Boden nicht mehr gehackt.Dornen und Disteln werden ihn überwuchern.Den Wolken werde ich verbieten,ihn mit Regen zu bewässern.

7Wer ist dieser Weinberg?Der Weinberg des Herrn Zebaot5,7 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …,das sind die Bewohner von Israel5,7 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.)..Die Leute von Juda5,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …,sie sind sein Lieblingsgarten.Der Herr wartete auf Rechtsspruch,doch seht her, da war Rechtsbruch.Er wartete auf Gerechtigkeit,doch hört nur, wie der Rechtlose schreit.

Wehe den Ungerechten!

8Wehe denen, die ein Haus neben das andere stellenund ein Feld nach dem anderen aufkaufen!Am Ende gibt es keinen freien Platz mehr.Sie haben das ganze Land an sich gerissen.9Ich habe noch in den Ohren,was der Herr Zebaot5,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … geschworen hat:Die vielen Häuser werden verfallen,die schönen großen Gebäude stehen leer.10Selbst ein riesiger Weinberg5,10 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr …bringt nur einen einzigen Eimer Trauben hervor.Und wo tonnenweise Samen gesät wurde,erntet man nur einen Sack Getreide5,10 Getreide: Getreide, vor allem Weizen, war ein Grundnahrungsmittel, das hauptsächlich zum Backen von Brot verwendet wurde. Mehr ….

11Wehe denen, die schon frühmorgenshinter dem Bier5,11 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber. her sind!Bis tief in die Nacht berauschen sie sich am Wein5,11 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand. Mehr ….12Bei ihren Besäufnissen spielt manHarfe und Leier5,12 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. Mehr …, Handtrommel und Flöte5,12 Flöte: Musikinstrument aus Holz, Rohr oder Knochen, das mit dem Mund geblasen wird. Mehr …,und der Wein fließt in Strömen.Aber was der Herr tut, beachten sie nicht,auf sein Handeln schauen sie nicht.

13Darum musste mein Volk in die Verbannung5,13 Verbannung: Spielt ursprünglich auf die Feldzüge der Assyrer an, die 722 v. Chr. das Nordreich Israel zerstörten und 701 v. Chr. Jerusalem belagerten. Der Text wird aber auch auf den Untergang Jerusalems und die Verschleppung der Bevölkerung nach Babylon 586 v. Chr. gedeutet.,denn es erkannte Gott nicht.Die vornehmen Leute litten Hunger,und das einfache Volk verging vor Durst.14Das Totenreich5,14 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … öffnete seinen Rachenund riss sein Maul weit auf.Die Reichen fuhren hinabund genauso das einfache Volk,der ganze lärmende, feiernde Haufen.15So wurden die Menschen gebeugt und erniedrigt.Die Überheblichen schlugen ihre Augen nieder.16Aber der Herr Zebaot5,16 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … zeigte seine Größeund hielt Gericht.Der heilige Gott erwies sich als heiligund sorgte für Recht.

17Es kommt eine schlimme Zeit5,17 schlimme Zeit: Die Ankündigung nimmt den Gedanken von Vers 10 wieder auf.:Dann grasen überall Lämmer wie auf einer Weide.Und zwischen den Trümmernfressen sich fette Schafe satt.

18Wehe denen, die sich in Schuldund Lüge verstricken!Sie ziehen die Sünde5,18 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. Mehr … herbei,wie man einen Wagen am Seil zieht.19Sie spotten: »Gott soll sich beeilenund tun, was er plant.Dann können wir es sehen.Der Heilige Israels5,19 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. soll sein Vorhaben ausführen.Dann können wir es erkennen.«

20Wehe denen, die das Böse gutund das Gute böse nennen!Sie bezeichnen Finsternis als Lichtund Licht als Finsternis,Bitteres als süß und Süßes als bitter.

21Wehe denen, die sich als weise ansehenund sich selbst für klug halten!

22Wehe denen, die Helden beim Weintrinken5,22 Wein: Ein im Mittelmeerraum übliches Nahrungs- und Genussmittel. Wein ist zugleich Sinnbild für Lebensfreude und Wohlstand. Mehr … sindund starke Männer beim Bierbrauen5,22 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber.!23Sie sprechen den Schuldigen gegen Bestechung frei,und verweigern dem Unschuldigen ein gerechtes Urteil.24Darum geht es ihnen wie Stroh,das im Feuer verbrennt.Sie sind wie Heu,das in der Flamme zusammenfällt.Ihre Wurzel verfault und ihre Blüte verweht wie Staub.Denn sie haben die Weisung5,24 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … des Herrn Zebaot5,24 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … verworfen.Sie haben das Wort verachtet,das der Heilige Israels5,24 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. ihnen gesagt hat.

25*5,25 Vers 25: Der Refrain am Ende des Verses verbindet das vorliegende Gerichtswort gegen das Südreich Juda mit den Gerichtsworten über das Nordreich Israel in Jesaja 9,7–10,4. Deshalb ist der Zorn des Herrn gegen sein Volk entbrannt.Er hat seine Hand gegen es erhoben und zugeschlagen.Die Berge bebten,sodass die Leichen wie Dreck auf der Straße lagen.Bei all dem hat Gottes Zorn5,25 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … nicht nachgelassen.Seine Hand ist immer noch drohend erhoben.

Der Feind aus der Ferne

26Gott stellt ein Feldzeichen5,26 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. Mehr … auffür ein Volk aus der Ferne5,26 Volk aus der Ferne: Spielt auf die Assyrer an, die 722 v. Chr. das Nordreich Israel zerstörten und 701 v. Chr. Jerusalem belagerten. Der hebräische Text bezieht den Ausdruck auf viele Völker, die das Südreich Juda angegriffen haben..Er pfeift das Volk herbei vom Ende der Erde,und schon kommt es rasch näher.27Darunter ist keiner, der müde ist oder stolpert.Keiner nickt ein oder schläft.Bei keinem löst sich der Gürtel um die Hüften,keinem reißt ein Schuhriemen.28Die Pfeile der Soldaten sind gespitztund all ihre Bogen5,28 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. gespannt.Die Hufe ihrer Pferde sind hart wie Kieselsteine.Die Räder ihrer Wagen drehen sich schnell wie der Wind.29Sie brüllen wie eine Löwinund grollen wie junge Löwen.Der Löwe grollt und packt seine Beute.Er schafft sie beiseite,niemand kann sie ihm entreißen.30So klingt es an dem Tag,an dem das fremde Volk über Israel5,30 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … herfällt.Es klingt wie das Grollen des Meeres im Sturm.Schaut man auf der Erde umher,sieht man nichts als bedrückende Finsternis.Das Licht ist hinter dunklen Wolken verschwunden.
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Jesajas Bericht aus der Zeit des Krieges gegen Juda

Jesaja 6,1–9,6

Jesajas Begegnung mit dem heiligen Gott

61In dem Jahr, in dem König Usija6,1 Usija: König des Südreichs Juda (773–736 v. Chr.). starb,hatte ich eine Vision6,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …:Ich sah den Herrnauf einem hoch aufragenden Thron sitzen.Die Schleppen seines Gewandesfüllten die ganze Tempelhalle aus.2Serafim6,2 Serafim: Geflügelte Schlangenwesen, die im Alten Orient für den Schutz vor Feinden stehen. Hier tragen die Serafim menschliche Züge und müssen sich selbst vor dem heiligen Gott schützen. standen dienend vor ihm.Jeder von ihnen hatte sechs Flügel.Mit zweien verhüllte er sein Gesicht,mit zweien seine Beine,und mit zweien flog er.3Einer rief dem anderen zu:»Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaot6,3 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …!Sein herrlicher Glanz erfüllt die ganze Erde.«4Sie riefen so laut,dass die Türschwellen im Tempel bebten.Das ganze Gebäude füllte sich mit Rauch.5Da sprach ich: »Wehe mir, ich bin verloren!Denn ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen6,5 unreine Lippen: Die unreinen Lippen stehen für die Schuld, die den Menschen von Gott trennt.,und lebe in einem Volk mit unreinen Lippen.Und doch habe ich den König, den Herrn Zebaot,mit eigenen Augen gesehen.«6Da kam einer der Serafim zu mir geflogen.In seiner Hand hielt er eine glühende Kohle.Die hatte er mit einer Zange vom Altar genommen.7Damit berührte er meine Lippen und sagte:»Wenn ich jetzt deine Lippen berühre,ist deine Sünde6,7 Sünde: Die Trennung des Menschen von Gott, seinem Schöpfer. Sie führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. Mehr … verschwundenund deine Schuld6,7 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … vergeben.«

8Dann hörte ich den Herrn sagen:»Wen soll ich senden?Wer will unser6,8 unser: Gott wendet sich hier an die himmlische Ratsversammlung. Bote sein?«Ich antwortete: »Hier bin ich, sende mich!«9Er sagte: »Geh und sprich zu diesem Volk:›Hört nur zu – doch kommt nicht zur Einsicht!Seht nur hin – doch erkennt nichts!‹10Verhärte das Herz6,10 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. dieses Volkes,verstopfe seine Ohren und verklebe seine Augen!Es soll mit seinen Augen nicht mehr sehenund mit seinen Ohren nicht mehr hören.Sein Herz soll nicht zur Einsicht kommen.Es soll sich nicht ändernund nicht wieder heil werden.«11Ich fragte: »Herr, wie lange soll das so bleiben?«Er antwortete:»Bis die Städte verödet und unbewohnt sindund die Häuser menschenleer.Bis das Ackerland zur Wüste geworden ist.«12Denn der Herr wird die Menschen weit wegführen.Dann wird das Land einsam und verlassen daliegen.13Selbst wenn noch ein Zehntel darin übrig bleibt,wird das Land wieder kahl gefressen.Es geht ihm wie einer gefällten Eiche oder Terebinthe:Sogar die Triebe, die aus dem Stumpf wachsen,werden wieder abgefressen.Doch der Stumpf bleibt.Er ist wie ein heiliger Same, aus dem Neues wächst.