BasisBibel (BB)
42

Erstes Gottesknechtslied: Gott stellt seinen Knecht vor

421Seht, das ist mein Knecht42,1 mein Knecht: Ehrentitel für das Volk Israel. Hier ein Einzelner, der stellvertretend für Israel steht. Diese Figur tritt in drei weiteren Texten in Erscheinung: Jesaja 49,1-6, Jesaja 50,4-9 und Jesaja 52,13–53,12., zu dem ich stehe.

Ihn habe ich erwählt,

und ihm gilt meine Zuneigung.

Ich habe ihm meinen Geist gegeben.

Er sorgt bei den Völkern für Recht.

2Er schreit nicht und ruft nicht laut.

Seine Stimme schallt nicht durch die Straßen.

3Ein geknicktes Schilfrohr42,3 Schilf: Pflanze mit dünnem Stängel, die mehrere Meter hoch werden kann. Daher gerät sie leicht ins Schwanken oder knickt um. zerbricht er nicht.

Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus.

Er bleibt seinem Auftrag treu und sorgt für Recht.

4Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen,

bis er auf der Erde das Recht durchgesetzt hat.

Sogar die fernen Inseln42,4 Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt. warten auf seine Weisung42,4 seine Weisung: Meint die Willensmitteilung Gottes, die der Knecht Gottes ausrichtet..

Gott befreit durch seinen Knecht

5Gott, der Herr42,5 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ist es,der den Himmel geschaffen hatund ihn ausspannt wie ein Zelt.Er breitet die Erde ausund lässt Pflanzen auf ihr wachsen.Er gibt den Menschen auf der Erde Atemund Lebensgeist denen, die auf ihr wohnen.6Er spricht: Ich, der Herr, bin dir42,6 dir: Gott redet den Knecht aus Jesaja 42,1 direkt an. treu.Ich habe dich gerufen,ich nehme dich bei der Hand und beschütze dich.Durch dich zeige ichmeine Verbundenheit42,6 Verbundenheit: Der Knecht ist Zeichen für den Bund Gottes mit den Menschen. mit den Menschen.Ich mache dich zum Licht für die Völker.7Du wirst Blinden die Augen öffnenund Gefangene aus dem Kerker holen.Die im Dunkeln sitzen, befreist du aus der Haft.8Ich bin der Herr, das ist mein Name.Meine Ehre lasse ich mir von niemandem nehmen.Das Lob, das mir zusteht,überlasse ich nicht den Götzenbildern42,8 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten..9Was ich früher vorhergesagt habe, ist eingetroffen.Jetzt kündige ich Neues an.Noch ehe es zum Vorschein kommt,lasse ich es euch wissen.

Ein neues Lied zur Ehre Gottes

10Singt dem Herrn42,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ein neues Lied,stimmt sein Lob an in den fernsten Winkeln der Erde!Lobt ihn, die ihr auf dem Meer fahrt und es bevölkert.Lobt ihn, ihr Inseln42,10 Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt. und deren Bewohner.11Freuen soll man sich in der Wüste und ihren Städten,in den Dörfern von Kedar42,11 Kedar: Beduinenstamm in Nordarabien..Die Bewohner von Sela42,11 Sela: Der Name bedeutet »Fels«, genau wie der Name der Stadt »Petra« im heutigen Jordanien. Möglicherweise handelt es sich um denselben Ort. sollen jubeln.Von den Gipfeln der Bergesoll ihr Jauchzen zu hören sein.12Sie alle geben dem Herrn die Ehre42,12 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht.,sie verbreiten sein Lob bis zu den fernsten Inseln.13Der Herr zieht in die Schlacht wie ein Held.Er kämpft mit Leidenschaft wie ein Krieger.Laut ruft er zum Kampf,als siegreicher Held tritt er seinen Feinden entgegen.

Gottes Verheißung und die Verspottung der Götter

Jesaja 42,14–44,23

Gott bricht sein Schweigen

14Lange habe ich geschwiegen,ich blieb still und hielt mich zurück.Jetzt aber stöhne ich wie eine Frau bei der Geburt,ich keuche und ringe um Luft.15Ich lasse Berge und Hügel vertrocknenund das Gras auf ihnen völlig verdorren.Flüsse verwandle ich in festen Bodenund Teiche lege ich trocken.16Ich lasse Blinde auf Wegen gehen,die sie vorher nicht kannten.Ich lasse sie auf Pfaden wandern,die ihnen unbekannt waren.Das Dunkel vor ihren Augen mache ich hellund das Holprige ebne ich ein.Das alles will ich tun,ich lasse mich nicht davon abbringen.17Ganz anders geht es denen,die auf Götzenbilder42,17 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. vertrauenund zu gegossenen Bildern sagen:»Ihr seid unsere Götter.«Sie müssen klein beigeben und stehen beschämt da.

Israel verschließt sich vor Gottes Weisung

18Hört zu, ihr Tauben!Schaut hin, ihr Blinden, damit ihr seht!19Wie könnt ihr nur so blind sein,wo ihr doch mein Knecht42,19 mein Knecht: Ehrentitel für das Volk Israel oder einen Einzelnen, der stellvertretend für Israel steht. seid?Wie könnt ihr nur so taub sein?Ihr seid doch der Bote, den ich senden will.Kann man so blind sein wie mein Vertrauter,so blind wie der Knecht des Herrn42,19 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.?20Ihr habt viel gesehen, aber nichts erkannt.Ihr habt die Ohren geöffnet, aber nichts begriffen.21Der Herr wollte seine Gerechtigkeit zeigen.Darum hat er Israel42,21 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. seine herrliche Weisung42,21 seine Weisung: Meint die Willensmitteilung Gottes, die der Knecht Gottes ausrichtet. gegeben.22Und doch ist das Volk ausgeraubtund zur Beute gemacht worden.Man hält sie in Erdlöchern gefangenund sperrt sie in Gefängnisse.Sie werden ausgeraubt,aber niemand kommt ihnen zu Hilfe.Sie sind zur Beute geworden,doch niemand sagt: »Lasst sie frei!«23Wer von euch nimmt sich das zu Herzen?Wer lernt daraus und hält sich in Zukunft daran?24Wer hat denn dafür gesorgt,dass die Nachkommen Jakobs42,24 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. ausgeplündert werden?Wer hat Israel den Räubern preisgegeben?Es ist der Herr!Ihm sind wir untreu gewesen.Niemand war bereit, ihm zu folgen.Niemand hat auf seine Weisung gehört.25Darum war er zornig auf die Israelitenund hat sie die Schrecken des Krieges spüren lassen.Sein glühender Zorn hat sie ringsum versengt,aber sie haben nichts begriffen.Er hat sie angezündet,aber sie haben es sich nicht zu Herzen genommen.