BasisBibel (BB)
36

Erzählungen über Jesaja und König Hiskija

Jesaja 36,1–39,8

Die Assyrer belagern Jerusalem

361Im 14. Regierungsjahr von König Hiskija36,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.unternahm der assyrische König Sanherib36,1 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte.einen Feldzug gegen Juda36,1 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr ….Er eroberte alle befestigten Städte.2Damals sandte der assyrische Königseinen Feldherrn von Lachisch36,2 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. auszu König Hiskija nach Jerusalem36,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Der Feldherr trug den Titel Rabschake36,2 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte..Mit einem starken Heer bezog er Stellungan der Walkerfeldstraße36,2 Walkerfeldstraße: Liegt im Südosten Jerusalems und führt zu dem Ort, an dem die Weber ihre Stoffe im Wasser reinigten und durch »Walken«, das heißt durch Kneten und Schlagen, geschmeidig machten.,bei der Wasserleitung zum oberen Teich.3Da kam der Palastverwalter Eljakim,der Sohn des Hilkija, zu ihm heraus.In seiner Begleitung waren der Staatsschreiber36,3 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. Schebnaund der Staatssekretär36,3 Staatssekretär: Überwacht die Ausführung der Befehle des Königs und unterrichtet den König über Vorgänge im Volk. Joach, der Sohn des Asaf.

4Der Rabschake36,4 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. sagte zu ihnen:»Richtet Hiskija36,4 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. aus:So spricht der assyrische Großkönig36,4 Großkönig: Titel des assyrischen Königs. Hier ist von Sanherib die Rede..Worauf setzt du eigentlich dein Vertrauen?5Du meinst wohl, bloße Versprechungenersetzen Planung und Stärke im Krieg!Auf wen vertraust du nur so sehr,dass du einen Aufstand gegen mich anzettelst?6Vertraust du etwa auf Ägypten36,6 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr …?Ägypten ist doch nicht mehrals ein zerbrochenes Schilfrohr36,6 Schilf: Pflanze mit dünnem Stängel, die mehrere Meter hoch werden kann. Daher gerät sie leicht ins Schwanken oder knickt um..Wer sich darauf stützt,dem fährt es in die Hand und durchbohrt sie.So geht es allen, die auf den Pharao,den König von Ägypten vertrauen.7Oder wollt ihr mir sagen:›Wir vertrauen auf den Herrn, unseren Gott‹?Dessen Kultplätze und Altäre36,7 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …hat Hiskija doch beseitigt36,7 beseitigt: Von König Hiskijas Reformen berichtet 2. Könige 18,3-5.!Er hat in Juda36,7 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … und Jerusalem36,7 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … angeordnet:›Allein vor diesem Altar in Jerusalemsollt ihr Gott anbeten!‹8Mein Herr, der König von Assyrien,bietet dir eine Wette an:›Ich gebe dir 2000 Pferde,wenn du die Reiter dazu stellen kannst.‹9Dabei kannst du ja nicht einmal einen einzigen,unbedeutenden Hauptmann zurückschlagen,der meinem Herrn dient.Deshalb musstest du auf Ägypten vertrauen,das so viele Streitwagen und Reiter hat.10Nun frage ich dich:Bin ich etwa ohne Erlaubnis des Herrngegen dieses Land gezogen, um es zu verwüsten?Nein, der Herr selbst hat zu mir gesagt:›Zieh gegen dieses Land und verwüste es!‹«

11Da baten Eljakim, Schebna und Joach den Rabschake36,11 Rabschake: Titel für hohe zivile oder militärische Beamte in Assyrien. Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«.:»Sprich doch bitte Aramäisch36,11 Aramäisch: Sprache, die im assyrischen Reich gesprochen wurde.mit deinen Knechten36,11 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen., das verstehen wir.Sprich nicht Hebräisch mit uns,denn die Leute auf der Stadtmauer hören zu.«12Der Rabschake antwortete:»Hat mich mein Herr mit seiner Botschaftdenn nur zu euch und eurem Herrn gesandt?Nein, er hat mich auch zu den Leuten gesandt,die auf der Mauer sitzen.Die müssen bald ihren eigenen Kot essenund ihren eigenen Urin mit euch trinken.«

13Dann trat der Rabschake36,13 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. noch weiter vorund rief laut auf Hebräisch:»Hört, was euch der assyrische Großkönig36,13 Großkönig: Titel des assyrischen Königs. Hier ist von Sanherib die Rede. zu sagen hat!14So spricht der König:Lasst euch von Hiskija36,14 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. nicht täuschen.Er kann euch nicht retten.15Lasst euch von Hiskija nicht dazu verleiten,auf den Herrn zu vertrauen.Hört nicht auf ihn, wenn er sagt:›Der Herr wird uns bestimmt retten.Diese Stadt wird dem König von Assyriennicht in die Hände fallen.‹16Hört nicht auf Hiskija!So spricht der König von Assyrien:Kommt heraus und schließt Frieden mit mir!Dann kann jeder von seinem Weinstockund seinem Feigenbaum essen.Und jeder kann Wasseraus seiner eigenen Zisterne36,16 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Mehr … trinken.17Später komme ich und hole euch in ein Land,das eurem ähnlich ist.Dort gibt es Getreide36,17 Getreide: Getreide, vor allem Weizen, war ein Grundnahrungsmittel, das hauptsächlich zum Backen von Brot verwendet wurde. Mehr … und Most36,17 Most: Vorstufe von Wein. Der Prozess, der den im Fruchtsaft enthaltenen Zucker in Alkohol umwandelt, hat begonnen.,Kornfelder und Weinberge36,17 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr ….18Deshalb lasst euch von Hiskija nichts vormachen,wenn er sagt: ›Der Herr wird uns retten.‹Haben etwa die Götter der anderen Völkerihre Länder vor dem König von Assyrien gerettet?19*36,19 Vers 19: Die in diesem Vers aufgezählten Städte wurden zur Zeit Jesajas von den Assyrern erobert. Wo sind denn die Götter von Hamat und Arpad?Wo sind die Götter von Sefarwajim?Haben sie Samaria36,19 Samaria: Hauptstadt des Nordreichs Israel, das 722 v. Chr. von den Assyrern erobert wurde. vor mir gerettet?20Welcher von den Göttern all dieser Länderhat sein Land vor mir gerettet?Wieso sollte ausgerechnet der Herr das könnenund Jerusalem36,20 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … vor mir retten?«

21Da schwiegen die Hofbeamtenund gaben ihm keine Antwort.Denn König Hiskija36,21 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. hatte ihnen befohlen:»Gebt ihm keine Antwort!«22Da kehrten die drei Beamten zu Hiskija zurück:der Palastverwalter Eljakim, der Sohn des Hilkija,der Staatsschreiber36,22 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. Schebnaund der Staatssekretär36,22 Staatssekretär: Überwacht die Ausführung der Befehle des Königs und unterrichtet den König über Vorgänge im Volk. Joach, der Sohn des Asaf.Mit zerrissenen Kleidern36,22 zerrissene Kleider: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung. traten sie vor den Königund berichteten ihm, was der Rabschake36,22 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. gesagt hatte.
37

Jesaja kündigt Hiskija die Rettung an

371Als König Hiskija37,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. das hörte,zerriss er seine Kleider37,1 seine Kleider zerreißen: Ausdruck tiefer Betroffenheit, beispielsweise bei Trauer, Wut oder Verzweiflung.und zog ein Trauergewand37,1 Trauergewand: Kleidungsstück aus rauem Leinen, das zum Zeichen von Trauer oder Buße auf bloßer Haut getragen wurde. Es wird auch »Sack« genannt. an.Dann ging er in den Tempel37,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr ….2Auch der Palastverwalter Eljakim,der Staatsschreiber37,2 Staatsschreiber: Beamter für alle Verwaltungsaufgaben. Schebna und die führenden Priesterzogen Trauergewänder an.So schickte Hiskija sie zum Propheten37,2 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja,dem Sohn des Amoz.3Sie sollten ihm ausrichten:»So spricht Hiskija:Heute ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schande.Es geht uns wie Kindern,die bei der Geburt feststecken.Doch den Frauen fehlt die Kraft, sie herauszupressen.4Vielleicht hört ja der Herr, dein Gott,was der Rabschake37,4 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. gesagt hat,und bestraft ihn dafür.Denn er hat den lebendigen Gott verhöhntim Auftrag seines Herrn, des assyrischen Königs37,4 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte..Bete doch für den Rest der Leute,den man in Jerusalem37,4 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … noch finden kann.«

5Mit dieser Botschaftkamen die Berater des Königs Hiskija37,5 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. zu Jesaja.6Der gab ihnen folgende Nachricht für ihren Herrn mit:»So spricht der Herr:Fürchte dich nicht vor dieser Drohung.Die Boten des assyrischen Königs37,6 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.haben mich mit ihren Worten verspottet.7Deshalb werde ich ihn verwirren:Er wird eine Nachricht bekommen,sodass er in sein Land zurückkehrt.Dort werde ich ihn durch das Schwert umkommen lassen.«8Da kehrte der Rabschake37,8 Rabschake: Übersetzt bedeutet der Name »Obermundschenk«. In Assyrien war das ein Titel für hohe zivile oder militärische Beamte. zum assyrischen König zurück.Denn er hatte erfahren,dass der König von Lachisch37,8 Lachisch: Stadt 44 km südwestlich von Jerusalem und wichtiger Militärstützpunkt. abgezogen warund gegen Libna37,8 Libna: Stadt nordöstlich von Lachisch. kämpfte.

Ein Drohbrief des assyrischen Königs Sanherib

9Damals erhielt der König von Assyrien37,9 König von Assyrien: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte. die Nachricht:»Tirhaka, der König von Kusch37,9 Kusch: Gebiet, das vom südlichen Teil Ägyptens bis in den heutigen Sudan reicht.,ist zum Krieg gegen dich ausgezogen.«Daraufhin schickte er Boten zu Hiskija37,9 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.mit folgendem Auftrag:10»So sollt ihr zu König Hiskija von Juda sprechen:Lass dich von deinem Gott nicht betrügen.Du vertraust ihm und denkst:Jerusalem37,10 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … wird dem assyrischen Könignicht in die Hände fallen.‹11Du hast doch gehört, was die Könige von Assyrienden anderen Ländern angetan haben.Sie haben alle vollständig verwüstet.Und ausgerechnet du solltest gerettet werden?12*37,12 Vers 12-13: Die in diesem Vers aufgezählten Städte wurden zur Zeit Jesajas von den Assyrern erobert. Sind denn die Völker,die meine Vorfahren vernichtet haben,von ihren Göttern gerettet worden?Was ist mit Gosan, Haran und Rezef geschehen?Wie steht es um die Nachkommen Edens,die in Telassar lebten?13Wo ist der König von Hamat geblieben?Wo ist der König von Arpad,wo der König der Stadt Sefarwajim?Wo sind die Könige von Hena und Awa?«14Das alles stand in einem Brief,den Hiskija von den Boten erhielt.Nachdem er ihn gelesen hatte,ging er zum Tempel37,14 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … hinaufund legte ihn dem Herrn vor.

Hiskijas Gebet

15Hiskija37,15 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. betete im Tempel37,15 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr … zum Herrn:16»Herr Zebaot37,16 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, Gott Israels,der über den Kerubim37,16 Kerubim: Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes. Mehr … thront!Du allein bist Gottund herrschst über alle Reiche der Erde.Du hast den Himmel und die Erde gemacht.17Herr, hab ein offenes Ohr für mich und höre!Herr, öffne deine Augen und sieh!Hör dir die Worte von Sanherib37,17 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. an.Er hat diesen Brief geschickt,um dich, den lebendigen Gott zu verhöhnen.18Es ist wahr, Herr:Die Könige von Assyrien37,18 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. haben alle Länder verwüstet19und deren Götter ins Feuer geworfen.Es waren ja auch gar keine Götter,sondern Machwerke von Menschenhandaus Holz oder Stein.Deshalb konnten die Assyrer sie vernichten.20Nun bitte ich dich, Herr, unser Gott:Rette uns vor dem König von Assyrien!Dann werden alle Königreiche der Erde erkennen,dass du allein der Herr bist.«

Gottes Wort über Sanherib

21Daraufhin schickte Jesaja, der Sohn des Amoz,eine Botschaft an Hiskija37,21 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.:»So spricht der Herr, der Gott Israels:Du hast zu mir gebetet,weil Sanherib37,21 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte., der König von Assyrien, dich bedroht.22Dies ist das Wort, das der Herr ihm zu sagen hat:Die Jungfrau, die Tochter Zion37,22 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem.,verachtet und verspottet dich.Die Tochter Jerusalemschüttelt ihren Kopf über dich.23Wen hast du da verhöhnt und beschimpft?Gegen wen hast du deine Stimme erhoben?Wen hast du unverschämt angeschaut?Es war der Heilige Israels37,23 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt.!24Durch deine Beraterhast du den Herrn verhöhnt und geprahlt:›Mit meinen vielen Streitwagen37,24 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr …habe ich die höchsten Berge bezwungen.Bis in die hintersten Winkel des Libanon37,24 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr …bin ich vorgedrungen.Dort habe ich die höchsten Zedern37,24 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. Mehr … gefälltund die schönsten Zypressen37,24 Zypresse: Immergrüner Nadelbaum von säulenartiger Gestalt, der eine Höhe von 9–15 m erreicht. Mehr ….Auf die höchsten Gipfelund in die dichtesten Wälder bin ich gelangt.25Ich habe nach Wasser gegraben und es weggetrunken.Mit meinen Füßen versperre ich alle Arme des Nil37,25 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte.und lasse Ägypten37,25 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … austrocknen.‹26Hast du37,26 du: Hier spricht Gott zu Sanherib. es denn nicht gemerkt?Ich habe das von Anfang an geplantund schon längst in Angriff genommen.Jetzt habe ich es dazu kommen lassen,dass du befestigte Städte zerstört hast.Du hast sie dem Erdboden gleichgemacht.27Ihre Bewohner verließ der Mut,Angst und Verzweiflung packten sie.Sie verwelkten wie Kraut auf dem Feld.Es ging ihnen wie frischem Grünund dem Gras auf dem Dach,das im Ostwind37,27 Ostwind: Die Übersetzung folgt einer hebräischen Textfassung, die in Qumran gefunden wurde. verdorrt.28Ich weiß, ob du zu Hause bleibstoder aufbrichst und losziehst.Ich weiß auch, dass du gegen mich wütest.29Ja, du wütest gegen mich,und ich habe von deiner Überheblichkeit gehört.Darum ziehe ich dir einen Ring durch die Naseund lege dir Zaumzeug ins Maul.So führe ich dich auf demselben Weg zurück,auf dem du gekommen bist.

30Ich will dir ein Zeichen geben, Hiskija37,30 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte..Daran sollst du erkennen, dass ich das tue:In diesem Jahr sollt ihr essen,was nach der Ernte von selbst nachwächst.Im nächsten Jahr müsst ihr euch von dem ernähren,was dann noch wild wächst.Aber im dritten Jahrkönnt ihr wieder säen und ernten.Ihr könnt Weinberge37,30 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr … bepflanzenund ihre Trauben genießen.31Die Judäer, die mit dem Leben davongekommen sind,werden gedeihen wie Pflanzen:Sie werden unten tiefe Wurzeln schlagenund oben reiche Frucht bringen.32Und die wenigen, die in Jerusalem37,32 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … überlebt haben,werden sich vom Berg Zion37,32 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … her wieder ausbreiten.Der Herr Zebaot37,32 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … bewirkt dasin seiner leidenschaftlichen Liebe.33Deshalb spricht der Herr über den König von Assyrien37,33 König von Assyrien: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.:Er wird nicht in diese Stadt eindringenund keinen Pfeil auf sie schießen.Er wird sie nicht mit Schilden umringenund keinen Belagerungswall37,33 Belagerungswall: Um eine Stadt herum errichteter Damm aus Erde. Er verhindert sowohl die Flucht aus der belagerten Stadt als auch die Versorgung der Stadt von außen. gegen sie aufschütten.34Auf demselben Weg, auf dem er gekommen ist,wird er wieder abziehen.Er wird nicht in diese Stadt eindringen.– So lautet der Ausspruch des Herrn37,34 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..35Ich werde diese Stadt beschützen und retten.Das bin ich mir und meinem Knecht David37,35 Knecht David: Meint König David, dem von Gott versprochen wurde, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. schuldig.«

Gottes Strafgericht über die Assyrer und Sanheribs Tod

36Da zog der Engel37,36 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. Mehr … des Herrn ausund erschlug im Lager der Assyrer37,36 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr … 185.000 Mann.Als man am Morgen aufstand,lag dort alles voller Leichen.37Der assyrische König Sanherib37,37 Sanherib: König von Assyrien (704–681 v. Chr.), der 701 v. Chr. Juda eroberte und Jerusalem belagerte. brach auf und zog ab.Er kehrte nach Ninive37,37 Ninive: Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die Stadt lag am Tigris auf dem Gebiet des heutigen Mossul im Irak. zurück und blieb dort.38Einmal betete er im Tempel seines Gottes Nisroch.Als er dazu niederkniete,ermordeten ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer.Sie erschlugen ihn mit dem Schwert.Dann flohen sie in das Land Ararat.Asarhaddon37,38 Asarhaddon: König von Assyrien (680–669 v. Chr.). Er führte Kriege im östlichen Mittelmeerraum und siedelte die besiegte Bevölkerung in anderen Teilen seines Reiches an., der Sohn des Sanherib,wurde König an seiner Stelle.
38

Hiskijas Krankheit und das göttliche Zeichen

381Zu dieser Zeit wurde Hiskija38,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. todkrank.Da kam der Prophet38,1 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihmund sagte: »So spricht der Herr38,1 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Regle deine Angelegenheiten,denn du wirst nicht mehr gesund, sondern stirbst.«2Da drehte Hiskija das Gesicht zur Wandund betete zum Herrn:3»Ach Herr, denk doch daran,wie ich vor dir gelebt habe:Ich habe mich treu an dich gehalten.Mit ganzem Herzen bin ich dir gefolgtund habe getan, was dir gefällt.«Dabei brach Hiskija in Tränen aus und weinte laut.4Da kam das Wort des Herrn38,4 das Wort des HERRN kam: Typische Redewendung in prophetischen Büchern. Sie verdeutlicht, dass die Propheten in ihren Worten Gottes Willen weitergeben. zu Jesaja:5»Geh zu Hiskija und richte ihm aus:So spricht der Herr, der Gott deines Vorfahren David38,5 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …!Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen.Deshalb will ich dein Leben um 15 Jahre verlängern.6Auch vor dem assyrischen König38,6 assyrischer König: Meint Sanherib, der 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem belagerte.will ich dich und diese Stadt retten.Ich werde Jerusalem38,6 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … beschützen.7Ich will dir ein Zeichen geben.Daran sollst du erkennen,dass der Herr sein Versprechen hält:8Du kennst doch die Treppe, die Ahas38,8 Ahas: König des Südreichs Juda (741–725 v. Chr.). gebaut hat.Je nach Sonnenstand fällt Schatten auf ihre Stufen.Den werde ich um zehn Stufen nach oben steigen lassen,obwohl er schon weitergegangen ist.«Da bewegte sich die Sonne zurück,und der Schatten stieg um zehn Stufen nach oben.

Hiskijas Dankgebet

9Hiskija38,9 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte., der König von Juda38,9 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr …,erholte sich von seiner Krankheit.Dann verfasste er dieses Gebet38,9 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. Mehr …:

10Als ich krank war, sagte ich:

Mitten im Leben muss ich gehen.

Ich stehe an der Schwelle des Todes,

der Rest meiner Jahre wird mir genommen.

11Dann kann ich den Herrn nicht mehr sehen,

den Herrn im Land der Lebendigen38,11 Land der Lebendigen: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich..

Dann kann ich keinen Menschen mehr erblicken,

weil ich nicht mehr auf der Welt bin.

12Meine Bleibe auf der Erde wird abgebrochen,

sie wird weggetragen wie ein Hirtenzelt.

Ich habe mein Leben zu Ende gewebt,

wie ein Weber, der am Schluss den Stoff einrollt.

Der wird dann vom Webstuhl abgeschnitten.

Tag und Nacht lässt du, Gott, mich mein Ende spüren.

13Bis zum Morgen versuche ich vergeblich,

zur Ruhe zu kommen.

Doch wie ein Löwe zertrümmerst du mir die Knochen.

Ja, Tag und Nacht lässt du mich mein Ende spüren.

14Ich piepse vor Angst wie eine Schwalbe

und gurre wie eine furchtsame Taube.

Voll Sehnsucht richte ich meine Augen nach oben:

Herr, ich bin in Not – tritt für mich ein!

15Was soll ich sonst sagen?

Er38,15 er: Gemeint ist Gott. hat doch nur getan, was er mir angedroht hat.

Ich bin so verbittert,

dass ich keinen Schlaf mehr finde.

16Herr, das ist es, wovon man lebt,

und worin auch ich die Kraft zum Leben finde:

Du kannst mich gesund machen.

Deshalb lass mich leben!

17Jetzt weiß ich:

Mein bitteres Leid hat mir Frieden gebracht.

In deiner Liebe hast du mein Leben

vor Tod und Grab bewahrt.

Denn all meine Sünden38,17 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … hast du genommen

und weit hinter dich geworfen.

18Im Totenreich38,18 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr … ertönt kein Dank,

im Tod kein Lob für dich.

Wer ins Grab hinabgestiegen ist,

hofft nicht mehr auf deine Treue.

19Doch wer am Leben ist, der kann dir danken,

so wie ich es heute tue.

Väter erzählen ihren Kindern von deiner Treue.

20Der Herr hat mich gerettet.

Deshalb wollen wir in seinem Tempel38,20 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. Mehr …

singen und musizieren, solange wir leben.

Jesaja behandelt Hiskijas Krankheit

21Außerdem ordnete Jesaja an:»Nehmt eine Paste aus Feigenund streicht sie auf Hiskijas38,21 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte. Geschwür.Dann wird er gesund.«22Hiskija aber fragte:»Woran kann ich das erkennen?Was ist das Zeichen,dass ich wieder in den Tempel gehen38,22 wieder in den Tempel gehen: Bei Hautkrankheiten musste ein Priester die Heilung bestätigen, bevor der Geheilte wieder am Gottesdienst teilnehmen konnte. kann?«