BasisBibel (BB)
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Wehe dem Verwüster!

331Wehe dir, Verwüster33,1 Verwüster: Bezeichnung für eine der politischen Großmächte, die das Nordreich Israel und das Südreich Juda wiederholt belagerten., der selbst nie verwüstet wurde!Wehe dir, Räuber, den niemand ausgeraubt hat!Wenn du alles verwüstet hast,wirst du selbst verwüstet.Wenn du genug geraubt hast,wirst du von anderen ausgeraubt.

Gebet um Hilfe

2Herr33,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., sei uns gnädig33,2 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt., denn auf dich hoffen wir.Zeig uns deine Macht an jedem Morgen,komm uns zu Hilfe in Zeiten der Not!3Wenn die Völker deine Stimme hören,ergreifen sie die Flucht.Wenn du dich zum Kampf erhebst,zerstreuen sie sich in alle Richtungen.4Dann stürzt man sich auf die Beutewie Heuschrecken33,4 Heuschrecken: Flugfähige und gefräßige Insekten, die sich von Grünpflanzen ernähren. In Schwärmen von Millionen Einzeltieren können sie ganze Ernten vernichten. auf das grüne Gras.Man fällt darüber her wie ein Schwarm von Insekten.5Der Herr ist erhaben, er wohnt in der Höhe.Er sorgt dafür, dass auf dem Berg Zion33,5 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.Recht und Gerechtigkeit herrschen.6Jerusalem, du wirst sichere Zeiten erleben.Die Stadt wird reich sein an Weisheit und Erkenntnis.Die Ehrfurcht vor dem Herrn ist ihr Schatz.

Das Land verödet

7Die Bewohner Jerusalems33,7 Jerusalems: Das hier im Hebräischen verwendete Wort lässt die Bezeichnung »Ariel« für Jerusalem anklingen, die in Jesaja 29,1 verwendet wird. schreien auf der Straße.Verzweifelt weinen die Boten,die der Stadt einst Frieden verkündet haben.8Die Wege sind menschenleer,niemand durchzieht mehr das Land.Die Feinde haben den Vertrag gebrochenund die Städte der Verwüstung preisgegeben.Ein Menschenleben zählt bei ihnen nichts.9Das Land trocknet aus und verkümmert.Der Libanon33,9 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. sieht jämmerlich aus, völlig verdorrt.Die Scharon-Ebene33,9 Scharon-Ebene: Fruchtbares Küstengebiet, zwischen dem Karmel und dem heutigen Tel Aviv gelegen. ist zur Steppe geworden.In Baschan33,9 Baschan: Fruchtbare Hochebene bei den Golanhöhen, östlich des See Gennesaret. und auf dem Karmel33,9 Karmel: Waldreiches Gebirge an der Mittelmeerküste südlich des heutigen Haifa.verlieren die Bäume ihr Laub.

Gericht über die Völker und die Sünder in Zion

10»Jetzt stehe ich auf!«, sagt der Herr33,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..»Ich erhebe mich und greife ein!«11Er sagt zu den Völkern:»Ihr seid schwanger mit Heuund bringt Stroh zur Welt.Euer Atem ist ein Feuer,das euch selbst verbrennt.«12So werden die Völker zu Asche verbrannt.Man wirft sie ins Feuerwie abgeschnittenes Dornengestrüpp.13»Ihr Völker in der Ferne, hört, was ich tue!Ihr in der Nähe, erkennt meine Macht!«

14Auch in Zion33,14 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. beginnen die Sünder33,14 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewandt haben und seinen Willen missachten. zu zittern,Angst hat die Gottlosen ergriffen.Sie fragen: »Wer von uns kann es aushaltenbei dem lodernden Feuer, das unaufhörlich brennt?«15Die Antwort lautet: »Wer gerecht lebt und die Wahrheit sagt,sich nicht durch Erpressung bereichertund kein Bestechungsgeld annimmt.Wer nicht hinhört, wenn man Mordpläne schmiedet,und nicht zuschaut, wo Unrecht geschieht.16Ein solcher Mensch wird auf sicheren Höhen wohnenund in Felsenfestungen Zuflucht finden.Er hat immer genug zu essen,an Wasser wird es ihm niemals fehlen.«

Gott regiert als König in Zion

17Ihr Bewohner Jerusalems33,17 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.,ihr werdet Gott mit eigenen Augen sehen,den König33,17 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt. in seiner ganzen Schönheit.Ihr werdet über ein offenes, weites Land schauen.18Wenn ihr an die schrecklichen Zeiten zurückdenkt,werdet ihr euch erstaunt fragen:»Wo ist der Unterdrücker33,18 Unterdrücker: Bezeichnung für eine der politischen Großmächte, die das Nordreich Israel und das Südreich Juda wiederholt belagerten., der Steuern einziehtund Abgaben auf die Waage legt?Wo ist der, der die Festungen überwacht?«19Ihr müsst nicht mehr mit ansehen,wie sich ein fremdes Volk frech aufführt.Verschwunden ist das Volk mit der dunklen Sprache33,19 Volk mit der dunklen Sprache: Bezeichnung für eine der politischen Großmächte, die das Nordreich Israel und das Südreich Juda wiederholt belagerten.,mit gestammelten Wörter, die niemand versteht.20Schaut auf die Stadt Zion33,20 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.,in der wir unsere Feste feiern.Ihr werdet mit eigenen Augen sehen,wie Jerusalem zu einem sicheren Ort wird.Es gleicht einem Zelt, das niemand mehr abbricht.Keiner zieht seine Pflöcke heraus,seine Seile werden nie mehr gelöst.21Denn der Herr33,21 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. in seiner Macht ist bei uns.Jerusalem liegt an einem Strom mit breiten Armen.Doch keine Rudergaleere33,21 Rudergaleere: Großes Schiff, das von einer Vielzahl von Ruderern über das Meer bewegt wurde. fährt auf ihm,kein mächtiges Schiff segelt darauf.22Denn der Herr herrscht über uns,der Herr gibt uns Gesetze,der Herr ist unser König.Er ist es, der uns hilft.23Dann braucht es kein Feldzeichen33,23 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. mehr:Schlaff hängen die Seile herab,mit denen man es befestigt.Sie halten das Gestell mit der Stange nicht mehrund müssen auch keine Fahne mehr spannen.Man verteilt reichlich Beute,selbst Gelähmte beteiligen sich an den Plünderungen.24Kein Einwohner Jerusalems wird mehr sagen:»Ich bin krank.«Dem Volk, das dort wohnt, ist die Schuld33,24 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. vergeben.
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Gericht über Edom und Israels Heimkehr

Jesaja 34,1–35,10

Gottes Gericht über Edom und die Völker

341Tretet näher, ihr Völker, und hört zu!Kommt her und passt gut auf!Die ganze Welt soll zuhören,die Erde mit allem, was auf ihr lebt:2Der Herr34,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ist wütend auf alle Völker.Sein Zorn34,2 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. richtet sich gegen ihre Heeresmacht.Er hat sie dem Untergang geweiht34,2 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht.und zum Schlachten freigegeben.3Man wirft die Getöteten achtlos weg,von den Leichen steigt Verwesungsgeruch auf.Ihr Blut durchtränkt die Berge.4Alle Gestirne am Himmel verschwinden,der Himmel rollt sich zusammen wie eine Schriftrolle34,4 Schriftrolle: Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde..Die Sterne verwelken wie dürres Weinlaub,wie verkümmerte Früchte am Feigenbaum.

5Gott sagt: Mein Schwert erscheint34,5 erscheint: Die Übersetzung folgt einer hebräischen Textfassung, die in Qumran gefunden wurde. In anderen Texten steht hier »sich (am Blut) berauschen«. am Himmel.Dann fährt es nieder auf Edom34,5 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden.,das Volk, das ich dem Untergang geweiht34,5 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht. habe.An ihm vollstrecke ich das Gericht.6Der Herr hält ein Schwert in der Hand.Es ist blutverschmiertwie beim Schlachten von Lämmern und Böcken.Es trieft von Fett wie ein Schlachtermesser,an dem Fett von den Nieren der Widder klebt.Der Herr feiert ein Opferfest in Bozra34,6 Bozra: Hauptstadt Edoms, etwa 40 km südöstlich des Toten Meers.,im Land Edom ist ein großer Schlachttag.7Auch wilde Stiere fallen ihm zum Opfer,junge Bullen und starke Büffel.Das Land ist durchtränkt von ihrem Blut,und der Boden trieft von ihrem Fett.8Ja, es kommt der Tag der Abrechnung34,8 Tag der Abrechnung: Der von Gott festgelegte Gerichtstag, an dem er gegen seine Feinde vorgehen wird..Es kommt das Jahr, in dem der Herr Vergeltung übtund Zion zu seinem Recht verhilft.9Dann verwandeln sich Edoms Bäche in Pech,und sein Boden wird zu Schwefel.Das ganze Land steht in Flammen.10Das Feuer brennt Tag und Nacht,unaufhörlich steigt Rauch auf.Das Land liegt für alle Zeiten in Trümmern,nie wieder durchquert es jemand.

11Eulen und Igel nehmen es in Besitz,Uhus und Raben hausen dort.Gott misst das Land mit der Messschnur34,11 Messschnur: Eine Schnur, die man zum Bauen und Landvermessen verwendet.und grenzt es mit dem Senkblei34,11 Senkblei: Bleigewicht an einer langen Schnur. Damit kann man beispielsweise prüfen, ob eine Wand senkrecht steht. ab.Es soll für immer verwüstet und unbewohnbar bleiben.12Es gibt keine vornehmen Leute mehr,die einen König ausrufen könnten.Alle führenden Männer sind verschwunden.13In Edoms34,13 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. Palästen wachsen Dornensträucher,in den Festungen Unkraut und Disteln.Schakale34,13 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. bevölkern das Land,junge Strauße siedeln sich dort an.14Wildkatzen treffen auf Hyänen,Bocksgeister34,14 Bocksgeister: Dämonische Wesen in Gestalt von Ziegen- oder Schafböcken. begegnen einander.Sogar das Nachtgespenst34,14 Nachtgespenst: Wortspiel mit dem hebräischen Wort für Nacht (lajlah) und dem Namen eines weiblichen Dämons (Lilit). ruht sich dort ausund findet eine Bleibe für sich.15Die Pfeilschlange34,15 Pfeilschlange: Das hebräische Wort bezeichnet wahrscheinlich eine Schlange aus der Familie der Nattern, die in Steppen, Geröll oder Ruinen zu finden ist. nistet dort und legt ihre Eier.Die brütet sie aus und lässt die Jungen liegen.Auch die Geier34,15 Geier: Großer Greifvogel, der Aas frisst und deshalb in der Bibel zu den unreinen Tieren zählt. Typisch ist sein meist kahler Kopf und Hals. versammeln sich in Scharen.16Forscht und lest nach34,16 forscht und lest nach: Die Angeredeten sollen entdecken, dass sich die genannten Tiere auch an anderen Stellen im Buch Jesaja und in der Bibel finden. So erkennen sie die Zuverlässigkeit der prophetischen Worte. im Buch des Herrn:Nicht eines von diesen Tieren fehlt dort,man vermisst kein einziges von ihnen.Denn der Herr selbst hat es befohlen,sein Geist hat sie zusammengeführt.17Er hat ihnen das Land zugelost34,17 zugelost: 4. Mose/Numeri 26,52-56 erzählt, dass das Land durch ein Losverfahren an die Stämme Israels verteilt wird.und es eigenhändig mit der Messschnur eingeteilt.Sie werden es für immer besitzenund für alle Zeiten darin wohnen.
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Die Befreiten kehren heim

351Die Wüste und das dürre Land werden fröhlich sein.Die Steppe wird jubeln und blühen wie eine Lilie.2Sie steht in voller Blüte und jubelt,sie jubelt und jauchzt vor Freude.Sie wird so herrlich sein wie der Libanon35,2 Libanon, Karmel, Scharon-Ebene: Fruchtbare Gebiete an den Grenzen von Israel.,so prächtig wie der Karmel35,2 Karmel: Waldreiches Gebirge an der Mittelmeerküste südlich des heutigen Haifa. und die Scharon-Ebene35,2 Scharon-Ebene: Fruchtbares Küstengebiet, zwischen dem Karmel und dem heutigen Tel Aviv gelegen..Alle werden die Herrlichkeit35,2 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. des Herrn35,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sehen,die Pracht unseres Gottes erblicken.

3Macht die müden Hände wieder starkund die weichen Knie wieder fest.4Sagt denen, die den Mut verloren haben:»Seid stark und habt keine Angst!Seht, das ist euer Gott!Er übt Vergeltung und schafft Recht.Er selbst kommt, um euch zu befreien.«

5Dann gehen den Blinden die Augen auf,und die Ohren der Tauben werden geöffnet.6Der Gelähmte springt wie ein Hirsch,der Stumme jubelt aus vollem Hals.In der Wüste brechen Quellen auf,und Bäche bewässern die Steppe.7Der glühende Sand wird zu einem Teich,in der Dürre sprudeln frische Wasserquellen.Wo einst die Schakale35,7 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt. hausten,wachsen Gras, Schilf35,7 Schilf: Pflanze mit dünnem Stängel, die mehrere Meter hoch werden kann. Daher gerät sie leicht ins Schwanken oder knickt um. und Papyrus35,7 Papyrus: Pflanze, die vor allem an Flüssen wächst und bis zu 5 m hoch wird..

8Eine Straße35,8 Straße: Gedacht ist an eine Verbindungsstraße zwischen Babylon und Jerusalem, auf der die Juden, die in der Verbannung in Babylonien lebten, in ihre Heimat zurückkehren können. wird dort verlaufen,die wird man den »heiligen Weg« nennen.Kein Unreiner35,8 unrein: Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. wird sie betreten.Sie gehört denen, die auf dem rechten Weg sind.Selbst Unwissende gehen nicht in die Irre.9Auf dieser Straße gibt es keinen Löwen,kein Raubtier ist auf ihr zu finden.Nur die erlösten Menschen sind dort unterwegs.10Alle, die der Herr befreit hat,kehren jubelnd zum Berg Zion35,10 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. zurück.Grenzenlose Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben.Jubel und Freude stellen sich ein,Sorgen und Seufzen sind für immer verschwunden.