BasisBibel (BB)
30

Wehe denen, die in Ägypten Hilfe suchen!

301Wehe den starrsinnigen Kindern30,1 starrsinnige Kinder: Angeredet wird das Volk Israel.!– Ausspruch des Herrn30,1 Ausspruch des Herrn: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Sie schmieden Pläne ohne michund schließen Verträge30,1 Verträge schließen: Die Israeliten vertrauen nicht auf Gott und den Bund mit seinem Volk, sondern gehen Bündnisse mit der militärischen Großmacht Ägypten ein. gegen meinen Willen.So häufen sie eine Sünde30,1 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf die andere.2Ohne mich zu fragen,machen sie sich auf den Weg nach Ägypten30,2 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste..Sie suchen Sicherheit beim Pharao30,2 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.und Zuflucht im Schatten Ägyptens.3Doch der Schutz des Pharaowird eine einzige Enttäuschung für euch sein.Ihr findet keine Zuflucht im Schatten Ägyptens,sondern werdet im Stich gelassen.4Zwar sind Beamte des Pharao nach Zoan30,4 Zoan: Wie Hanes eine Grenzstadt zwischen Juda und Ägypten. Dort traf sich eine Delegation aus Juda zu Bündnisverhandlungen mit den Ägyptern. gekommen,und seine Boten haben Hanes30,4 Hanes: Wie Zoan eine Grenzstadt zwischen Juda und Ägypten, in denen sich eine Delegation aus Juda zu Bündnisverhandlungen mit den Ägyptern traf. erreicht.5Doch bitter enttäuscht wurden alle,die sich mit diesem nutzlosen Volk einließen.Ägypten bringt keine Hilfe und keinen Nutzen,sondern nur Schimpf und Schande ein.

Der gefährliche Weg nach Ägypten

6Das ist die Botschaft über die Tiere im Südland:Sie ziehen durch ein Land,in dem überall Gefahren lauern.Da gibt es brüllende Löwen,Giftschlangen und fliegende Drachen30,6 fliegende Drachen: Wörtlich »geflügelte Schlangen«. Aus Ägypten kennt man die Vorstellung, dass in der Wüste Unheil bringende dämonische Wesen in Schlangengestalt leben..Die Boten aus Juda30,6 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. haben Geschenke dabei,die sie auf den Rücken von Eseln geladen haben.Auf den Höckern von Kamelen bringen sie ihre Schätzezu einem Volk, das ihnen nichts nützt.7Die Hilfe Ägyptens30,7 Hilfe Ägyptens: Die Israeliten vertrauen nicht auf Gott und den Bund mit seinem Volk, sondern gehen Bündnisse mit der militärischen Großmacht Ägypten ein. ist völlig wertlos.Darum nenne ich es:Ungeheuer30,7 Ungeheuer: Wörtlich »Rahab«. Ägypten wird hier mit dem Namen eines Seeungeheuers angesprochen. Es ist in der Bibel Bild für das Chaos, das die Welt bedroht., das zur Untätigkeit verdammt ist.

Das Prophetenwort wird missachtet

8Gott sprach: Komm, nimm dir eine Tafel!Schreib die Botschaft auf,sodass es jeder sehen kann!Ritze sie als Inschrift ein,damit sie für immer erhalten bleibt.9Denn die Israeliten sind ein widerspenstiges Volk,lauter missratene Kinder.Auf die Weisung30,9 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. des Herrn30,9 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. wollten sie nicht hören.10Zu den Sehern30,10 Seher: Mensch, dem Gott die Gabe verliehen hat, verborgene Dinge und künftige Ereignisse vorherzusehen. sagen sie:»Verschont uns mit euren Visionen30,10 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.Zu den Propheten30,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. sagen sie:»Offenbart uns nicht, was wahr ist!Sagt uns nur, was uns schmeichelt,täuscht uns ruhig mit euren Offenbarungen!11Weicht ab vom rechten Weg,verlasst den richtigen Pfad!Lasst uns in Ruhe mit dem Heiligen Israels30,11 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt.

12Darum spricht der Heilige Israels30,12 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ihr habt das Wort Gottes missachtetund euer Vertrauen auf Gewalt und Betrug gesetzt.13Diese Schuld wird schwere Folgen für euch haben:Es geht euch wie einer hohen Mauer,an der ein Riss von oben nach unten verläuft.Mit der Zeit wird der Riss immer breiter,bis die Mauer plötzlich zusammenbricht.14Sie zerbricht wie ein Tonkrug,den man ohne Rücksicht zerschmettert.Unter den Scherben findet sich kein Stück mehr,mit dem man irgendetwas anfangen kann:Man kann damit weder Glut vom Ofen nehmennoch Wasser aus einer Pfütze schöpfen.

15So sprach Gott, der Herr30,15 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Heilige Israels30,15 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt.:»Wenn ihr umkehrt und still seid,werdet ihr gerettet.Wenn ihr Ruhe bewahrt und Vertrauen habt,seid ihr stark.«Doch das wolltet ihr nicht.16Stattdessen habt ihr gesagt:»Nein! Auf Rossen wollen wir dahinrasen30,16 dahinrasen: Statt Ruhe zu bewahren und auf Gott zu vertrauen, will Juda in den Kampf gegen Assyrien ziehen.« –darum werdet ihr rasend die Flucht ergreifen.»Auf Rennpferden wollen wir reiten« –darum werden eure Verfolger euch überrennen.17Tausend von euch werden fliehen,wenn ein Einzelner sie bedroht.Vor fünf Feinden lauft ihr alle davon,bis nur noch ein kümmerlicher Rest übrig bleibt.Der steht einsam dawie eine Fahnenstange auf einem Berggipfeloder ein Feldzeichen30,17 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. auf einer Anhöhe.

Gott erbarmt sich wieder über sein Volk

18Der Herr30,18 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. wartet sehnlichst darauf,euch wieder gnädig30,18 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. zu sein.Er schreitet ein und hat Erbarmen mit euch.Denn der Herr ist ein Gott des Rechts.Glücklich sind alle, die auf ihn warten!19Der Berg Zion30,19 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. wird wieder bevölkert sein,in Jerusalem muss niemand mehr weinen.Wenn ihr um Hilfe ruft, ist Gott euch gnädig.Sobald er euch hört, antwortet er.20Der Herr wird euch in der Not mit Brot sättigen.In der Bedrängnis wird er euch mit Wasser versorgen.Er wird sich nicht länger verbergen,sondern euch als Lehrer begegnen.Mit eigenen Augen werdet ihr euren Lehrer sehen.21Wenn ihr nach rechts oder links vom Weg abkommt,werdet ihr hinter euch eine Stimme hören:»Das ist der Weg, den ihr gehen sollt!«22Dann werdet ihr eure mit Silber überzogenen Götzen30,22 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild.und eure in Gold gekleideten Götterbilder30,22 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. entweihen.Ihr werdet sie wegwerfen wie Abfallund sagen: »Weg damit!«

23Gott wird euch Regen geben,sodass die Saat auf den Feldern aufgeht.Das Getreide, das auf dem Acker wächst,wird kräftig und üppig dastehen.Dann grasen eure Herden auf weitläufigen Wiesen.24Auch den Rindern und Eseln,mit denen ihr eure Felder bestellt, wird es gut gehen:Sie werden würziges Futter fressen,das man ihnen mit Schaufeln und Gabeln hinstreut.25Auf allen hohen Bergen und Hügelnwerden Bäche voller Wasser fließen.So wird es sein am Tag der großen Abrechnung,wenn die feindlichen Türme einstürzen.26Der Mond wird so hell scheinen wie die Sonne.Die Sonne scheint siebenmal heller als sonst,ein Tag bringt so viel Licht wie eine ganze Woche.Dann verbindet der Herr die Wunden seines Volkes.Er heilt die Verletzungen,die dem Volk zugefügt wurden.

Assyrien wird endgültig geschlagen

27Seht nur! Der Herr30,27 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. erscheint aus der Ferne.Seine Nase schnaubt heftig vor Zorn,seine Lippen beben vor Wut,seine Zunge versprüht loderndes Feuer.28Sein Atem strömt wie ein reißender Fluss,dessen Wasser den Menschen bis zum Hals reicht.Er schüttelt die Völker in einem Sieb,bis nichts mehr von ihnen übrig bleibt.Er legt ihnen einen Zaum ins Maulund führt sie in die Irre.29Ihr Israeliten aber werdet Lieder singenwie in der Nacht, in der man heilige Feste feiert30,29 Nacht, in der man heilige Feste feiert: Nächtliche Feiern gab es etwa beim Neujahrsfest oder beim Laubhüttenfest..Ihr werdet euch von Herzen freuenwie die Pilger auf dem Weg nach Jerusalem.Unter Flötenspiel werdet ihr zum Gottesberg ziehen,zum Herrn, dem Fels Israels30,29 Fels Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt..

30Dann lässt der Herr seine mächtige Stimme ertönen.Er zeigt seinen Arm, mit dem er zuschlägt.Mit gewaltigem Zorn greift er ein,mit um sich fressendem Feuer,mit Unwetter, Wolkenbruch und Hagel.31Assyrien30,31 Assyrien: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Sie zerstörte 722 v. Chr. das Nordreich Israel und belagerte 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem. ist zu Tode erschrocken,wenn es die Stimme des Herrn hörtund seine Stockschläge spürt.32Jeder Schlag, den der Herr den Assyrern zufügt,wird begleitet von Trommelwirbel und Harfenspiel.Mit voller Wucht bekämpft er sie.33Schon seit Langem ist eine Feuerstätte vorbereitet.Sie ist auch für ihren König bestimmt.Tief und breit hat man sie ausgehoben,es gibt jede Menge Holz für den Scheiterhaufen.Der Atem des Herrn setzt ihn in Brandwie ein Strom von brennendem Schwefel.