BasisBibel (BB)
29

Wehe der Stadt Jerusalem!

291Wehe dir, Ariel29,1 Ariel: Bezeichnung für Jerusalem, die wörtlich »Gotteslöwe«, vielleicht auch »Gottesherd« bedeutet.!Ariel – Stadt, die David belagerte29,1 Stadt, die David belagerte: 2. Samuel 5,6-12 erzählt davon, wie König David die Stadt Jerusalem belagert, einnimmt und zur Hauptstadt seines Königreichs macht.!Macht29,1 macht weiter: Angesprochen sind die Bewohner Jerusalems. nur Jahr für Jahr so weiter,und feiert ein Fest nach dem anderen!2Gott spricht: Ich werde Ariel in Bedrängnis bringen,sodass dort Jammern und Klagen zu hören sind.Dann wird sich ja zeigen,was für ein heldenhafter Löwe29,2 heldenhafter Löwe: Hier spielt der Text mit der Bedeutung des Namens Ariel. die Stadt ist!3Ich belagere sie von allen Seiten.Ich umgebe sie mit Gräbenund schütte Wälle gegen sie auf.4Dann liegen deine Bewohner winselnd auf der Erde,dumpf tönen ihre Worte aus dem Staub.Es klingt, als ob ein Totengeist aus der Erde spricht.Wispernd kommen ihre Worte aus dem Staub.

5Doch auf einmal wird die Menge deiner Feindeverweht wie feiner Staub im Wind.Die vielen Gewalttäter fliegen wie Spreu29,5 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. Mehr … davon.Denn ganz plötzlich 6greift der Herr Zebaot29,6 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … ein:Er kommt mit Donner, Erdbeben und großem Lärm,mit Wirbelsturm, Gewitter und loderndem Feuer.7Dann erscheint die Menge all der Völkernur wie ein böser Traum oder ein nächtlicher Spuk.Verschwunden sind alle, die Ariel29,7 Ariel: Bezeichnung für Jerusalem, die wörtlich »Gotteslöwe«, vielleicht auch »Gottesherd« bedeutet. bekämpften,die es angegriffen, belagert und bedrängt haben.8Es geht ihnen wie einem Hungrigen,der vom Essen träumt, doch mit leerem Magen aufwacht.Sie sind wie ein Durstiger, der vom Trinken träumt,doch erschöpft und mit trockener Kehle aufwacht.Ja, so geht es den vielen Völkern,die gegen den Berg Zion29,8 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … kämpfen.

Verblendung und Unverständnis

9Starrt vor euch hin, bis ihr erstarrt!Verschließt die Augen, bis ihr blind seid!Ihr seid betrunken, doch nicht vom Wein.Ihr torkelt, doch nicht vom Bier29,9 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber..10Denn der Herr hat einen Geist über euch kommen lassen,der euch in einen tiefen Schlaf versetzt.Eure Augen, die Propheten29,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr …, hat er verschlossen,eure Köpfe, die Seher29,10 Seher: Mensch, dem Gott die Gabe verliehen hat, verborgene Dinge und künftige Ereignisse vorherzusehen., hat er verhüllt.11Darum erscheint euch alles,was der Prophet geschaut hat29,11 was der Prophet geschaut hat: Umschreibung für eine Vision, in der Gott zu erkennen gibt, was er vorhat.,wie Worte in einem versiegelten Buch.Gibt man es einem, der lesen kann,und bittet ihn zu lesen, dann antwortet er:»Ich kann nicht, es ist ja versiegelt.«12Gibt man es mit derselben Bitte einem,der nicht lesen kann, dann antwortet er:»Ich kann nicht lesen.«

Falscher Gottesdienst und eingebildete Weisheit

13Der Herr hat gesagt:»Dieses Volk behauptet, mir nahe zu sein,und ehrt mich mit Worten.Aber mit dem Herzen ist es fern von mir.Seine Ehrfurcht vor mir ist nur angelernt,sie beruht auf menschlichen Vorschriften.14Darum will ich auch weiterhinseltsam an diesem Volk handeln,seltsam und wunderlich.Seine Weisen sind mit ihrer Weisheit am Ende.Von der Klugheit seiner Klugen ist nichts zu sehen.«

Wehe den Uneinsichtigen!

15Wehe denen, die ihre Pläne vor dem Herrn verbergen!Sie handeln im Schutz der Dunkelheit und denken:»Wer sieht uns schon? Wer achtet auf uns?«16Ihr verkehrt alles ins Gegenteil!Ist der Ton etwa dem Töpfer29,16 Töpfer: Handwerker, der Gefäße aus Ton formt. ebenbürtig?Kann das Werk über den Künstler sagen:»Er hat mich nicht geschaffen«?Oder kann der Tontopf über den Töpfer sagen:»Er hat keine Ahnung«?

Neue Einsicht und Gerechtigkeit für alle

17Nicht wahr? Es dauert nicht mehr lange,dann wird das Libanongebirge29,17 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr … zu fruchtbarem Land.Das ist so dicht bewachsen wie ein Wald.18Dann können diejenigen, die taub waren, wieder hörenund die Worte des Buches29,18 Worte des Buches: In Jesaja 29,11-12 wird die Vision, in der Gott dem Propheten seine Pläne mitteilt, mit einem versiegelten Buch verglichen. verstehen.Die Blinden können wieder sehenund werden aus Dunkelheit und Finsternis befreit.19Die Erniedrigten haben ihre Freude am Herrn,die Armen jubeln über den Heiligen Israels29,19 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt..20Denn es ist aus mit den Gewalttätern,die Schwätzer sind am Ende.Vernichtet sind alle, die Böses im Sinn hatten.21Niemand verleumdet mehr andere vor Gerichtoder stellt dem eine Falle, der im Tor29,21 Tor: Torgebäude in der Stadtmauer. Der Platz davor diente als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. Urteile fällt.Keiner bringt den Unschuldigen grundlos um sein Recht.

22Darum spricht der Herr29,22 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Abraham29,22 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. Mehr … befreit hat,zu den Nachkommen Jakobs29,22 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt.:Jetzt braucht sich kein Israelit mehr zu schämen,niemand muss mehr blass werden vor Schreck.23Wenn sie die Kinder sehen, die ich ihnen schenke,werden sie meinen Namen29,23 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr … heilig halten.Sie werden den Heiligen Jakobs29,23 Heiliger Jakobs: Wie Heiliger Israels eine ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels. heilig haltenund den Gott Israels verehren.24Dann kommen die Verwirrten zur Einsicht,und die Aufsässigen lassen sich belehren.
30

Wehe denen, die in Ägypten Hilfe suchen!

301Wehe den starrsinnigen Kindern30,1 starrsinnige Kinder: Angeredet wird das Volk Israel.!Ausspruch des Herrn30,1 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet.Sie schmieden Pläne ohne michund schließen Verträge30,1 Verträge schließen: Die Israeliten vertrauen nicht auf Gott und den Bund mit seinem Volk, sondern gehen Bündnisse mit der militärischen Großmacht Ägypten ein. gegen meinen Willen.So häufen sie eine Sünde30,1 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … auf die andere.2Ohne mich zu fragen,machen sie sich auf den Weg nach Ägypten30,2 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr ….Sie suchen Sicherheit beim Pharao30,2 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.und Zuflucht im Schatten Ägyptens.3Doch der Schutz des Pharaowird eine einzige Enttäuschung für euch sein.Ihr findet keine Zuflucht im Schatten Ägyptens,sondern werdet im Stich gelassen.4Zwar sind Beamte des Pharao nach Zoan30,4 Zoan: Wie Hanes eine Grenzstadt zwischen Juda und Ägypten. Dort traf sich eine Delegation aus Juda zu Bündnisverhandlungen mit den Ägyptern. gekommen,und seine Boten haben Hanes30,4 Hanes: Wie Zoan eine Grenzstadt zwischen Juda und Ägypten, in denen sich eine Delegation aus Juda zu Bündnisverhandlungen mit den Ägyptern traf. erreicht.5Doch bitter enttäuscht wurden alle,die sich mit diesem nutzlosen Volk einließen.Ägypten bringt keine Hilfe und keinen Nutzen,sondern nur Schimpf und Schande ein.

Der gefährliche Weg nach Ägypten

6Das ist die Botschaft über die Tiere im Südland:Sie ziehen durch ein Land,in dem überall Gefahren lauern.Da gibt es brüllende Löwen,Giftschlangen und fliegende Drachen30,6 fliegende Drachen: Wörtlich »geflügelte Schlangen«. Aus Ägypten kennt man die Vorstellung, dass in der Wüste Unheil bringende dämonische Wesen in Schlangengestalt leben..Die Boten aus Juda30,6 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. Mehr … haben Geschenke dabei,die sie auf den Rücken von Eseln geladen haben.Auf den Höckern von Kamelen bringen sie ihre Schätzezu einem Volk, das ihnen nichts nützt.7Die Hilfe Ägyptens30,7 Hilfe Ägyptens: Die Israeliten vertrauen nicht auf Gott und den Bund mit seinem Volk, sondern gehen Bündnisse mit der militärischen Großmacht Ägypten ein. ist völlig wertlos.Darum nenne ich es:Ungeheuer30,7 Ungeheuer: Wörtlich »Rahab«. Ägypten wird hier mit dem Namen eines Seeungeheuers angesprochen. Es ist in der Bibel Bild für das Chaos, das die Welt bedroht., das zur Untätigkeit verdammt ist.

Das Prophetenwort wird missachtet

8Gott sprach: Komm, nimm dir eine Tafel!Schreib die Botschaft auf,sodass es jeder sehen kann!Ritze sie als Inschrift ein,damit sie für immer erhalten bleibt.9Denn die Israeliten sind ein widerspenstiges Volk,lauter missratene Kinder.Auf die Weisung30,9 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. Mehr … des Herrn wollten sie nicht hören.10Zu den Sehern30,10 Seher: Mensch, dem Gott die Gabe verliehen hat, verborgene Dinge und künftige Ereignisse vorherzusehen. sagen sie:»Verschont uns mir euren Visionen30,10 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …Zu den Propheten30,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … sagen sie:»Offenbart uns nicht, was wahr ist!Sagt uns nur, was uns schmeichelt,täuscht uns ruhig mit euren Offenbarungen!11Weicht ab vom rechten Weg,verlasst den richtigen Pfad!Lasst uns in Ruhe mit dem Heiligen Israels30,11 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt.

12Darum spricht der Heilige Israels30,12 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ihr habt das Wort Gottes missachtetund euer Vertrauen auf Gewalt und Betrug gesetzt.13Diese Schuld wird schwere Folgen für euch haben:Es geht euch wie einer hohen Mauer,an der ein Riss von oben nach unten verläuft.Mit der Zeit wird der Riss immer breiter,bis die Mauer plötzlich zusammenbricht.14Sie zerbricht wie ein Tonkrug,den man ohne Rücksicht zerschmettert.Unter den Scherben findet sich kein Stück mehr,mit dem man irgendetwas anfangen kann:Man kann damit weder Glut vom Ofen nehmennoch Wasser aus einer Pfütze schöpfen.

15So sprach Gott, der Herr30,15 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Heilige Israels30,15 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt.:»Wenn ihr umkehrt und still seid,werdet ihr gerettet.Wenn ihr Ruhe bewahrt und Vertrauen habt,seid ihr stark.«Doch das wolltet ihr nicht.16Stattdessen habt ihr gesagt:»Nein! Auf Rossen wollen wir dahinrasen30,16 dahinrasen: Statt Ruhe zu bewahren und auf Gott zu vertrauen, will Juda in den Kampf gegen Assyrien ziehen.« –darum werdet ihr rasend die Flucht ergreifen.»Auf Rennpferden wollen wir reiten« –darum werden eure Verfolger euch überrennen.17Tausend von euch werden fliehen,wenn ein Einzelner sie bedroht.Vor fünf Feinden lauft ihr alle davon,bis nur noch ein kümmerlicher Rest übrig bleibt.Der steht einsam dawie eine Fahnenstange auf einem Berggipfeloder ein Feldzeichen30,17 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. Mehr … auf einer Anhöhe.

Gott erbarmt sich wieder über sein Volk

18Der Herr wartet sehnlichst darauf,euch wieder gnädig30,18 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr … zu sein.Er schreitet ein und hat Erbarmen mit euch.Denn der Herr ist ein Gott des Rechts.Glücklich sind alle, die auf ihn warten!19Der Berg Zion30,19 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … wird wieder bevölkert sein,in Jerusalem muss niemand mehr weinen.Wenn ihr um Hilfe ruft, ist Gott euch gnädig.Sobald er euch hört, antwortet er.20Der Herr wird euch in der Not mit Brot sättigen.In der Bedrängnis wird er euch mit Wasser versorgen.Er wird sich nicht länger verbergen,sondern euch als Lehrer begegnen.Mit eigenen Augen werdet ihr euren Lehrer sehen.21Wenn ihr nach rechts oder links vom Weg abkommt,werdet ihr hinter euch eine Stimme hören:»Das ist der Weg, den ihr gehen sollt!«22Dann werdet ihr eure mit Silber überzogenen Götzen30,22 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild.und eure in Gold gekleideten Götterbilder30,22 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … entweihen.Ihr werdet sie wegwerfen wie Abfallund sagen: »Weg damit!«

23Gott wird euch Regen geben,sodass die Saat auf den Feldern aufgeht.Das Getreide, das auf dem Acker wächst,wird kräftig und üppig dastehen.Dann grasen eure Herden auf weitläufigen Wiesen.24Auch den Rindern und Eseln,mit denen ihr eure Felder bestellt, wird es gut gehen:Sie werden würziges Futter fressen,das man ihnen mit Schaufeln und Gabeln hinstreut.25Auf allen hohen Bergen und Hügelnwerden Bäche voller Wasser fließen.So wird es sein am Tag der großen Abrechnung,wenn die feindlichen Türme einstürzen.26Der Mond wird so hell scheinen wie die Sonne.Die Sonne scheint siebenmal heller als sonst,ein Tag bringt so viel Licht wie eine ganze Woche.Dann verbindet der Herr die Wunden seines Volkes.Er heilt die Verletzungen,die dem Volk zugefügt wurden.

Assyrien wird endgültig geschlagen

27Seht nur! Der Herr erscheint aus der Ferne.Seine Nase schnaubt heftig vor Zorn,seine Lippen beben vor Wut,seine Zunge versprüht loderndes Feuer.28Sein Atem strömt wie ein reißender Fluss,dessen Wasser den Menschen bis zum Hals reicht.Er schüttelt die Völker in einem Sieb,bis nichts mehr von ihnen übrig bleibt.Er legt ihnen einen Zaum ins Maulund führt sie in die Irre.29Ihr Israeliten aber werdet Lieder singenwie in der Nacht, in der man heilige Feste feiert30,29 Nacht, in der man heilige Feste feiert: Nächtliche Feiern gab es etwa beim Neujahrsfest oder beim Laubhüttenfest..Ihr werdet euch von Herzen freuenwie die Pilger auf dem Weg nach Jerusalem.Unter Flötenspiel werdet ihr zum Gottesberg ziehen,zum Herrn, dem Fels Israels30,29 Fels Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt..

30Dann lässt der Herr seine mächtige Stimme ertönen.Er zeigt seinen Arm, mit dem er zuschlägt.Mit gewaltigem Zorn greift er ein,mit um sich fressendem Feuer,mit Unwetter, Wolkenbruch und Hagel.31Assyrien30,31 Assyrien: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Sie zerstörte 722 v. Chr. das Nordreich Israel und belagerte 701 v. Chr. die Stadt Jerusalem. ist zu Tode erschrocken,wenn es die Stimme des Herrn hörtund seine Stockschläge spürt.32Jeder Schlag, den der Herr den Assyrern zufügt,wird begleitet von Trommelwirbel und Harfenspiel.Mit voller Wucht bekämpft er sie.33Schon seit Langem ist eine Feuerstätte vorbereitet.Sie ist auch für ihren König bestimmt.Tief und breit hat man sie ausgehoben,es gibt jede Menge Holz für den Scheiterhaufen.Der Atem des Herrn setzt ihn in Brandwie ein Strom von brennendem Schwefel.
31

Wehe denen, die auf Ägypten vertrauen!

311Wehe denen,die sich auf den Weg nach Ägypten31,1 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … machen,um dort Hilfe31,1 Hilfe: Die Israeliten vertrauen nicht auf Gott und den Bund mit seinem Volk, sondern gehen Bündnisse mit der militärischen Großmacht Ägypten ein. zu suchen!Sie verlassen sich auf Pferdeund vertrauen auf die vielen Streitwagen31,1 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … und Reiter.Aber auf den Heiligen Israels31,1 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. achten sie nicht,sie fragen nicht, was der Herr will.2Sie halten sich selbst für klug,doch wirklich weise ist nur Gott.Er hat Unheil kommen lassenund seine Worte nicht zurückgenommen.Er steht auf gegen die Bande der Übeltäterund stellt sich ihren Helfern in den Weg.3Denn die Ägypter sind Menschen und nicht Gott.Ihre Pferde sind aus Fleisch und Blut,sie haben keine göttliche Lebenskraft.Wenn der Herr drohend seine Hand erhebt,stolpert der Helfer und der Hilfesuchende stürzt.Gemeinsam gehen sie zugrunde.

Jerusalem wird bedroht und gerettet

4Der Herr hat zu mir gesagt31,4 so spricht der HERR: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern.:Ein Löwe verteidigt knurrend seine Beute,wenn man eine Menge Hirten31,4 Hirten: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Hier Bild für fremde Könige, die Jerusalem bedrohen. gegen ihn zusammenruft.Von ihrem Geschrei lässt er sich nicht einschüchternund von ihrem Lärm nicht beeindrucken.Genauso unbeirrt kommt der Herr Zebaot31,4 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … herab,um auf dem Berg Zion31,4 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … und seinem Hügel zu kämpfen.5Wie ein Vogel seine Jungen mit den Flügeln schützt,so wird der Herr Zebaot Jerusalem31,5 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … beschützen.Er wird es beschützen31,5 beschützen: Die Zusage erinnert an die Rettung Jerusalems, von der in Jesaja 36–37 erzählt wird. und retten,verschonen und befreien.

6Ihr Israeliten, kehrt um zu dem Gott,von dem ihr euch so weit entfernt habt!7Denn es kommt eine Zeit,da wendet man sich von den Götzen31,7 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. ab.Man verwirft die silbernen und goldenen Machwerke,die ihr gegen Gottes Willen hergestellt habt.8Dann kommen die Assyrer31,8 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr … durch das Schwert um –aber es ist kein menschliches Schwert.Es wird unter ihnen wüten –doch nicht wie eine menschliche Waffe.Ihre jungen Soldaten laufen vor dem Schwert davonund werden zur Zwangsarbeit verpflichtet.9Ihr König, einst ein Fels in der Schlacht,vergeht vor lauter Angst.Die Heerführer lassen die Fahne im Stichund ergreifen die Flucht.– So lautet der Ausspruch des Herrn31,9 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet..Er hat eine Feuerstätte31,9 Feuerstätte: Vermutlich eine Anspielung auf einen Altar im Tempel von Jerusalem, auf dem die Opfer für Gott verbrannt wurden. in Jerusalemund lässt seine Flamme auf dem Berg Zion brennen.