BasisBibel (BB)
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Das Ende der Welt und die Zukunft Israels

Jesaja 24,1–27,13

Die Erde wird verwüstet

241Der Herr fegt die Erde leer und verwüstet sie.Er entstellt ihr Gesicht und zerstreut ihre Bewohner.2Es ergeht dem Priester24,2 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … wie dem Volk,dem Herrn wie dem Knecht, der Herrin wie der Magd.Käufer und Verkäufer, Entleiher und Verleiher,Schuldner und Gläubiger trifft dasselbe Schicksal.3Die Erde wird völlig leergefegt und geplündert.Das hat der Herr gesagt.4Dann trocknet die Erde aus und verwelkt,ja, die ganze Welt geht zugrunde und verwelkt.Auch die Herrscher der Erde gehen zugrunde.5Die Erde wurde von ihren Bewohnern entweiht24,5 entweiht: Die Missachtung der Gebote Gottes hat dazu geführt, dass die Schöpfung zerstört wird..Sie haben sich über Gottes Weisungen24,5 Weisungen: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. hinweggesetztund seine Ordnungen missachtet.Sie haben den Bund24,5 Bund: Vertrag, der zwischen zwei Parteien geschlossen wird. In 1. Mose/Genesis 9,1-17 schließt Gott nach der Sintflut einen Bund mit Noah, der für alle Zeiten gelten soll. gebrochen, der für immer gilt.6Darum trifft ein Fluch die Erde und vernichtet sie.Die Bewohner müssen ihre Schuld24,6 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … büßen.Sie werden von der Erde verschwinden,nur ganz wenige bleiben übrig.

7Die Trauben vertrocknen, die Weinstöcke24,7 Weinstock: Bezeichnung für die einzelne Weinpflanze. Mehr … verkümmern.Alle, die fröhlich waren, klagen und seufzen.8Man freut sich nicht mehr am Klang der Pauken,der Lärm ausgelassener Feiern ist verstummt.Freudiges Harfenspiel24,8 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. hört man nicht mehr.9Man trinkt keinen Wein mehr in fröhlicher Runde.Das Bier24,9 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber. stößt den Leuten bitter auf.10Die Stadt24,10 die Stadt: Bild für eine Macht, die sich Gott widersetzt. liegt in Trümmern und verwaist.Alle Häuser sind verriegelt,keiner kommt mehr hinein.11Auf den Straßen beklagt man laut,dass es keinen Wein mehr gibt.Verflogen ist alle Freude,das Vergnügen ist von der Erde verschwunden.12Von der Stadt sind nur Ruinen geblieben,die Tore wurden zertrümmert.13So wird es bei den Völkern auf der Erde zugehen.Es sieht aus wie nach der Olivenernteoder bei der Nachlese24,13 Nachlese: Was von der Ernte auf dem Feld übrig blieb, durfte von der ärmeren Bevölkerung eingesammelt werden; vgl. 3. Mose/Levitikus 19,9-10. im Weinberg.Die Ernte ist vorbei, es gibt nichts mehr zu holen.

14Die Überlebenden stimmen ein Loblied an.Im Westen jauchzen sie über die Größe des Herrn.15Darum erweist dem Herrn auch im Osten die Ehre.Auf den Inseln im Meer preist den Namen des Herrn.Er ist der Gott Israels.16Vom äußersten Ende der Erde hört man den Gesang:»Ehre sei dem gerechten Gott!«

Ich aber rufe: »Wehe, mir ist so elend, so elend!«Denn Räuber gehen auf Raubzug,räuberisch rauben sie alles weg.17Schrecken, Schacht und Schlingeerwarten euch, ihr Bewohner der Erde!18Wer dem schrecklichen Lärm entrinnt,fällt in einen tiefen Schacht.Wer aus dem Schacht herauskommt,verfängt sich in einer Schlinge.Die Schleusen des Himmels öffnen sich,und die Erde bebt in ihren Grundfesten.19Die Erde reißt und zerreißt,sie bricht und zerbricht,sie wankt und schwankt.20Die Erde torkelt wie ein Betrunkener,sie schwankt hin und her wie eine Hütte im Sturm.Ihre Verbrechen lasten schwer auf ihr,sie bricht zusammen und steht nicht wieder auf.

21Dann zieht der Herr die ganze Welt zur Rechenschaft:Er geht ins Gericht24,21 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. Mehr … mit den Mächten im Himmelund den Königen auf der Erde.22Sie werden zusammengetriebenund in einer Grube gefangen gehalten.In diesem Kerker bleiben sie eingesperrt,bis Gott sie nach langer Zeit zur Rechenschaft zieht.23Dann errötet der helle Mond vor Scham,und die glühende Sonne erbleicht.Denn der Herr Zebaot24,23 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … regiert als Königauf dem Berg Zion24,23 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … und in Jerusalem24,23 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Israels Älteste24,23 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. erstrahlen in Gottes herrlichem Glanz.
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Ein Danklied der Geretteten

251Herr, du bist mein Gott!Ich will dich loben und deinen Namen preisen,denn du hast Wunder25,1 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar. Mehr … getan.Was du seit Langem geplant hast,hast du treu und zuverlässig verwirklicht.2Du hast die Stadt25,2 die Stadt: Bild für eine Macht, die sich Gott widersetzt. in einen Schutthaufen verwandelt,die starke Festung liegt in Trümmern.Der Palast der fremden Herrscher ist zerstört,er wird nie wieder aufgebaut.3Das einst so mächtige Volk, das dort lebt,erweist dir die Ehre und erkennt deine Macht an.Man fürchtet dich in den Städten der Völker,die einmal Angst und Schrecken verbreiteten.4Denn bei dir fanden die Machtlosen Zuflucht,du warst den Armen ein Schutz in der Not.Du warst für sie wie ein schützendes Dach im Regen,wie ein Schatten bei glühender Hitze.Der Ansturm der Gewaltherrscher ist wie ein Regen,der an eine Mauer prasselt.5Er gleicht der Hitze in einem ausgetrockneten Land.Doch du bringst den Lärm der Fremden zum Schweigen.Du dämpfst das Triumphgeschrei der Gewaltherrscher,wie der Schatten einer Wolke die Hitze mildert.

Das Festmahl der Völker

6Der Herr Zebaot25,6 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … wird allen Völkernauf dem Berg Zion ein üppiges Festmahl bereiten.Es wird erlesene Weine und würzige Speisen geben.Man trinkt gut gelagerte, alte Weine.7Dann vernichtet Gott auf dem Zion25,7 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … den Trauerschleier,der allen Völkern das Gesicht verhüllt.Er entfernt das Tuch, das sie alle bedeckt.8Gott, der Herr, wird den Tod für immer vernichtenund die Tränen von allen Gesichtern abwischen.Er nimmt seinem Volk die Schmach,unter der es auf der ganzen Erde gelitten hat.Ja, das hat der Herr gesagt.

Schutz für den Zion und Strafe für Moab

9Zu der Zeit wird man sagen:Seht, das ist unser Gott!Auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt,und er hat uns geholfen.So ist der Herr, auf den wir gehofft haben.Lasst uns fröhlich sein und über seine Hilfe jubeln.10Die Hand des Herrn liegt schützend auf dem Berg Zion25,10 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr ….Moab25,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … aber wird in seinem eigenen Land zertreten,wie man Stroh auf dem Misthaufen25,10 Misthaufen: Wortspiel mit dem Namen der moabitischen Stadt »Madmen«, der im Hebräischen so klingt wie »Misthaufen«. zertritt.11Es rudert mit den Armen wie ein Schwimmer,der versucht, sich über Wasser zu halten.Doch Gott lässt Moab in seinem Hochmut untergehen,auch wenn es sich noch so sehr wehrt.12Deine festen, hohen Mauern reißt er nieder, Moab.Er zerstört sie und macht sie dem Erdboden gleich.
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Ein Freudenlied von Gottes Volk

261Zu der Zeit wird man im Land Juda26,1 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr …dieses Lied über Jerusalem singen:»Wir haben eine gut befestigte Stadt.Gott hat Mauern und Wälle zu ihrem Schutz errichtet.2Öffnet ihre Tore!Dann kann das Volk der Gerechten26,2 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. einziehen,das Gott die Treue gehalten hat.3Wer unerschütterlich auf dich vertraut,dem schenkst du bleibenden Frieden26,3 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr ….4Vertraut für immer auf den Herrn,denn Gott, der Herr, ist ein Fels für alle Zeiten.5Er bringt alle zu Fall, die hoch oben thronen.Er erniedrigt die hoch aufragende Stadt26,5 die hoch aufragende Stadt: Bild für eine Macht, die sich Gott widersetzt.,stößt sie zu Boden, bis sie im Staub liegt.6Die Armen zertreten sie mit ihren Füßen,die Machtlosen trampeln auf ihr herum.«

Ein Gebet der Gerechten

7Der Pfad des Gerechten26,7 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. führt zum Ziel.Sein Weg verläuft geradeaus, weil du ihn bahnst.8Auch als du mit uns ins Gericht26,8 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. Mehr … gingst,haben wir unsere Hoffnung auf dich gesetzt, Herr.Wir sehnen uns von Herzen danach,deinen Namen anzurufen und dich zu rühmen.9Mein Herz sehnt sich nach dir in der Nacht,alles in mir verlangt nach dir.Wenn du mit der Erde ins Gericht gehst,lernen die Bewohner der Welt, was Gerechtigkeit26,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. Mehr … ist.10Doch wenn einem Frevler26,10 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … Gnade26,10 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Mehr … widerfährt,lernt er niemals, was Gerechtigkeit ist.Selbst dort, wo das Recht gilt,tut er Unrecht und missachtet die Macht des Herrn.11Herr, deine Hand ist drohend erhoben,und sie bemerken es nicht.Doch wenn sie sehen, wie sehr du dein Volk liebst,werden sie beschämt dastehen.Feuer wird deine Feinde vernichten.12Uns aber, Herr, wirst du Frieden26,12 Frieden: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht. Mehr … verschaffen.Denn was immer wir erreicht haben, es ist dein Werk.

13Herr, unser Gott, andere Herren haben uns beherrscht.Doch allein dich und deinen Namen rühmen wir.14Sie aber sind tot und werden nicht wieder lebendig.Sie sind Schatten, die nie wieder aufstehen.Du hast sie zur Rechenschaft gezogen und vernichtet.Jede Erinnerung an sie hast du ausgelöscht.15Doch dein Volk, Herr, hast du vermehrt und vergrößert.Du hast alle Grenzen seines Landes ausgedehnt.So hast du deine Herrlichkeit26,15 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Mehr … gezeigt.16Herr, in der Not haben die Israeliten dich gesucht.Als deine Schläge sie trafen,begannen sie leise zu flehen.17Wir waren wie eine Schwangere kurz vor der Geburt,die sich vor Schmerzen krümmt und schreit.So ging es uns, Herr, als wir fern von dir waren:18Wir hatten Wehen wie eine schwangere Frau,aber wir brachten nichts als Luft zur Welt.Wir konnten dem Land keine Rettung bringen,und der Erde wurden keine neuen Bewohner geboren.19Doch deine Toten, Herr, werden leben,die Leichen meines Volkes werden auferstehen.Wacht auf, jubelt, alle, die ihr in der Erde liegt!Du bist wie der belebende Tau26,19 Tau: Feuchtigkeit, die sich über Nacht in Form von Tröpfchen ablagert. So werden die Pflanzen im trockenen Sommer oder in der Wüste mit Wasser versorgt. im Morgenlicht.Darum gibt die Erde die Verstorbenen heraus.

Das Weltgericht

20Ihr Leute meines Volkes26,20 meines Volkes: Gemeint ist das Volk Israel., geht in eure Kammernund schließt die Türen hinter euch zu!Verbergt euch dort für kurze Zeit,bis Gottes Zorn26,20 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … vergangen ist.21Seht doch: Der Herr verlässt seine Wohnstätteund zieht die Bewohner der Erdewegen ihrer Schuld zur Rechenschaft.Dann wird das Blut wieder sichtbar,das auf der Erde vergossen wurde.Sie verbirgt die Ermordeten nicht länger.