BasisBibel (BB)
23

Tyros und Sidon sind zerstört

231Das ist die Botschaft für Tyros23,1 Tyros: Hafenstadt am östlichen Mittelmeer und Hauptstadt der Phönizier, im heutigen Libanon gelegen. Mehr …:Jammert, ihr großen Handelsschiffe23,1 Handelsschiffe: Wörtlich »Schiffe aus Tarschisch«. Sie sind nach der phönizischen Kolonie Tarschisch im heutigen Spanien benannt und zeichnen sich durch besondere Seetüchtigkeit aus.,denn Tyros ist zerstört.Es gibt keinen Hafen mehr, wo ihr anlegen könnt.Diese Nachricht hat euch aus Zypern23,1 Zypern: Wörtlich »Land Kittim«. Im Alten Testament wird die Mittelmeerinsel Zypern als »Land Kittim« oder »Land der Kittäer« bezeichnet. erreicht.2Erstarrt vor Entsetzen, ihr Bewohner der Küste!Einst tummelten sich bei dirdie Kaufleute aus Sidon23,2 Sidon: Bedeutende Hafenstadt der Phönizier am östlichen Mittelmeer, im heutigen Libanon gelegen. Mehr …, die zur See fuhren.3Über das weite Meer brachten sie herbei,was am Nil23,3 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte. und seinen Armen gesät und geerntet wurde.So machte Tyros großen Gewinnund wurde zum Handelsplatz für die Völker.4Schäm dich, Sidon, du Festung am Meer!Denn das Meer23,4 Meer: Das Meer klagt in der Rolle einer Mutter über das Schicksal ihrer Kinder, der Hafenstädte am Meer. klagt:»Es ist, als hätte ich nie in Wehen gelegenund Kinder zur Welt gebracht.Dabei wart ihr doch meine Söhne und Töchter,die ich großgezogen habe und heranwachsen sah.«5Wenn die Ägypter das hören,zittern sie vor Angstwie zuvor bei der Nachricht aus Tyros.

6Rettet euch übers Meer nach Tarschisch23,6 Tarschisch: Landschaft und Hafenstadt an der Südküste Spaniens, zur Zeit des Alten Testaments das westliche Ende der bekannten Welt. Mehr …!Jammert, ihr Bewohner der Küste!7Was ist aus eurer Stadt geworden,die in uralten Zeiten gegründet wurde?Einst wurde dort ausgelassen gefeiert.Ihre Bewohner machten sich auf,um ferne Länder zu besiedeln.8Wer hat das Unheil beschlossen,das über Tyros23,8 Tyros: Hafenstadt am östlichen Mittelmeer und Hauptstadt der Phönizier, im heutigen Libanon gelegen. Mehr … gekommen ist?Früher hat Tyros fremde Könige gekrönt.Seine Händler traten wie Fürsten auf,seine Kaufleute waren in der ganzen Welt berühmt.9Der Herr Zebaot23,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … hat das Unheil beschlossen!Er wollte die Stadt ihrer stolzen Pracht beraubenund die weltberühmten Leute verächtlich machen.10Und du, Tochter Tarschisch23,10 Tochter Tarschisch: Poetische Bezeichnung für die Stadt Tarschisch, eine phönizische Kolonie im heutigen Spanien. Tarschisch war berühmt für den Seehandel mit großen Schiffen.,musst in Zukunft dein Land bewässern,wie man es am Nil tut23,10 wie man es am Nil tut: Die Felder am Nil wurden nach der jährlichen Überschwemmung den Rest des Jahres durch ein aufwendiges System von Becken und Kanälen bewässert..Denn in Tyros gibt es keinen Hafen mehr.

11Der Herr hat seine Hand über das Meer erhobenund Königreiche erschüttert.Er hat den Befehl gegeben,Phöniziens23,11 Phönizien: Wörtlich »Kanaan«. Der Begriff wird hier auf das nördlich angrenzende Gebiet bezogen. Festungen zu zerstören.12Er sagte: »Du sollst nie mehr ausgelassen feiern,du geschändete Jungfrau, Tochter Sidon.Mach dich nur auf und flieh hinüber nach Zypern23,12 Zypern: Wörtlich »Kittim«. Im Alten Testament wird die Mittelmeerinsel Zypern als »Land Kittim« oder »Land der Kittäer« bezeichnet.!Auch dort wirst du keine Ruhe haben.«13Schaut euch das Land der Babylonier23,13 Land der Babylonier: Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris, südöstlich des heutigen Bagdad, das unter dem assyrischen König Tiglat-Pileser III. (744–727 v. Chr.) mehrfach zerstört wurde. an!Dieses Volk gibt es nicht mehr.Die Assyrer23,13 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. Mehr … haben das Land verwüstet,sodass nur noch wilde Tiere dort hausen.Sie haben Belagerungstürme errichtetund die Paläste dem Erdboden gleichgemacht.Babylon ist zu einem Trümmerhaufen geworden.14Jammert, ihr großen Handelsschiffe23,14 Handelsschiffe: Wörtlich »Schiffe aus Tarschisch«. Sie sind nach der phönizischen Kolonie Tarschisch im heutigen Spanien benannt und zeichnen sich durch besondere Seetüchtigkeit aus.,denn euer Hafen ist zerstört!

Tyros wird wieder Handel treiben

15Es kommt eine Zeit,da wird Tyros23,15 Tyros: Hafenstadt am östlichen Mittelmeer und Hauptstadt der Phönizier, im heutigen Libanon gelegen. Mehr … 70 Jahre lang vergessen sein –solange, wie ein König lebt.Nach den 70 Jahren wird Tyros erleben,was im Lied von der Hure beschrieben wird:16»Nimm deine Harfeund zieh durch die Stadt, vergessene Hure!Spiel schöne Melodien und sing viele Lieder!Vielleicht wird man sich an dich erinnern.«17Wenn die 70 Jahre vorbei sind,wird sich der Herr um die Stadt Tyros kümmern.Sie wird ihr Geld wieder mit Hurerei verdienen23,17 wieder mit Hurerei verdienen: Abwertung der ertragreichen Handelsbeziehungen der Stadt Tyros. Die Vielzahl der Handelspartner wird mit den wechselnden Männern verglichen, um deren Bedürfnisse sich eine Hure kümmert.und sich an alle Königreiche der Erde verkaufen.18Aber was sie damit verdient,gehört dem Herrn als heilige Gabe.Der Gewinn wird nicht gesammelt und gehortet.Er kommt denen zugute,die in der Nähe des Herrn leben23,18 in der Nähe des HERRN leben: Meint Menschen, die dicht beim Tempel in Jerusalem wohnen..So können sie sich satt essenund festliche Kleider tragen.
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Das Ende der Welt und die Zukunft Israels

Jesaja 24,1–27,13

Die Erde wird verwüstet

241Der Herr fegt die Erde leer und verwüstet sie.Er entstellt ihr Gesicht und zerstreut ihre Bewohner.2Es ergeht dem Priester24,2 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … wie dem Volk,dem Herrn wie dem Knecht, der Herrin wie der Magd.Käufer und Verkäufer, Entleiher und Verleiher,Schuldner und Gläubiger trifft dasselbe Schicksal.3Die Erde wird völlig leergefegt und geplündert.Das hat der Herr gesagt.4Dann trocknet die Erde aus und verwelkt,ja, die ganze Welt geht zugrunde und verwelkt.Auch die Herrscher der Erde gehen zugrunde.5Die Erde wurde von ihren Bewohnern entweiht24,5 entweiht: Die Missachtung der Gebote Gottes hat dazu geführt, dass die Schöpfung zerstört wird..Sie haben sich über Gottes Weisungen24,5 Weisungen: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. hinweggesetztund seine Ordnungen missachtet.Sie haben den Bund24,5 Bund: Vertrag, der zwischen zwei Parteien geschlossen wird. In 1. Mose/Genesis 9,1-17 schließt Gott nach der Sintflut einen Bund mit Noah, der für alle Zeiten gelten soll. gebrochen, der für immer gilt.6Darum trifft ein Fluch die Erde und vernichtet sie.Die Bewohner müssen ihre Schuld24,6 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … büßen.Sie werden von der Erde verschwinden,nur ganz wenige bleiben übrig.

7Die Trauben vertrocknen, die Weinstöcke24,7 Weinstock: Bezeichnung für die einzelne Weinpflanze. Mehr … verkümmern.Alle, die fröhlich waren, klagen und seufzen.8Man freut sich nicht mehr am Klang der Pauken,der Lärm ausgelassener Feiern ist verstummt.Freudiges Harfenspiel24,8 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. hört man nicht mehr.9Man trinkt keinen Wein mehr in fröhlicher Runde.Das Bier24,9 Bier: Ein durch Gärung von Getreide alkoholhaltiges Getränk, im Vergleich zu heute viel süßer und trüber. stößt den Leuten bitter auf.10Die Stadt24,10 die Stadt: Bild für eine Macht, die sich Gott widersetzt. liegt in Trümmern und verwaist.Alle Häuser sind verriegelt,keiner kommt mehr hinein.11Auf den Straßen beklagt man laut,dass es keinen Wein mehr gibt.Verflogen ist alle Freude,das Vergnügen ist von der Erde verschwunden.12Von der Stadt sind nur Ruinen geblieben,die Tore wurden zertrümmert.13So wird es bei den Völkern auf der Erde zugehen.Es sieht aus wie nach der Olivenernteoder bei der Nachlese24,13 Nachlese: Was von der Ernte auf dem Feld übrig blieb, durfte von der ärmeren Bevölkerung eingesammelt werden; vgl. 3. Mose/Levitikus 19,9-10. im Weinberg.Die Ernte ist vorbei, es gibt nichts mehr zu holen.

14Die Überlebenden stimmen ein Loblied an.Im Westen jauchzen sie über die Größe des Herrn.15Darum erweist dem Herrn auch im Osten die Ehre.Auf den Inseln im Meer preist den Namen des Herrn.Er ist der Gott Israels.16Vom äußersten Ende der Erde hört man den Gesang:»Ehre sei dem gerechten Gott!«

Ich aber rufe: »Wehe, mir ist so elend, so elend!«Denn Räuber gehen auf Raubzug,räuberisch rauben sie alles weg.17Schrecken, Schacht und Schlingeerwarten euch, ihr Bewohner der Erde!18Wer dem schrecklichen Lärm entrinnt,fällt in einen tiefen Schacht.Wer aus dem Schacht herauskommt,verfängt sich in einer Schlinge.Die Schleusen des Himmels öffnen sich,und die Erde bebt in ihren Grundfesten.19Die Erde reißt und zerreißt,sie bricht und zerbricht,sie wankt und schwankt.20Die Erde torkelt wie ein Betrunkener,sie schwankt hin und her wie eine Hütte im Sturm.Ihre Verbrechen lasten schwer auf ihr,sie bricht zusammen und steht nicht wieder auf.

21Dann zieht der Herr die ganze Welt zur Rechenschaft:Er geht ins Gericht24,21 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. Mehr … mit den Mächten im Himmelund den Königen auf der Erde.22Sie werden zusammengetriebenund in einer Grube gefangen gehalten.In diesem Kerker bleiben sie eingesperrt,bis Gott sie nach langer Zeit zur Rechenschaft zieht.23Dann errötet der helle Mond vor Scham,und die glühende Sonne erbleicht.Denn der Herr Zebaot24,23 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … regiert als Königauf dem Berg Zion24,23 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … und in Jerusalem24,23 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr ….Israels Älteste24,23 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. erstrahlen in Gottes herrlichem Glanz.
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Ein Danklied der Geretteten

251Herr, du bist mein Gott!Ich will dich loben und deinen Namen preisen,denn du hast Wunder25,1 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar. Mehr … getan.Was du seit Langem geplant hast,hast du treu und zuverlässig verwirklicht.2Du hast die Stadt25,2 die Stadt: Bild für eine Macht, die sich Gott widersetzt. in einen Schutthaufen verwandelt,die starke Festung liegt in Trümmern.Der Palast der fremden Herrscher ist zerstört,er wird nie wieder aufgebaut.3Das einst so mächtige Volk, das dort lebt,erweist dir die Ehre und erkennt deine Macht an.Man fürchtet dich in den Städten der Völker,die einmal Angst und Schrecken verbreiteten.4Denn bei dir fanden die Machtlosen Zuflucht,du warst den Armen ein Schutz in der Not.Du warst für sie wie ein schützendes Dach im Regen,wie ein Schatten bei glühender Hitze.Der Ansturm der Gewaltherrscher ist wie ein Regen,der an eine Mauer prasselt.5Er gleicht der Hitze in einem ausgetrockneten Land.Doch du bringst den Lärm der Fremden zum Schweigen.Du dämpfst das Triumphgeschrei der Gewaltherrscher,wie der Schatten einer Wolke die Hitze mildert.

Das Festmahl der Völker

6Der Herr Zebaot25,6 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … wird allen Völkernauf dem Berg Zion ein üppiges Festmahl bereiten.Es wird erlesene Weine und würzige Speisen geben.Man trinkt gut gelagerte, alte Weine.7Dann vernichtet Gott auf dem Zion25,7 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr … den Trauerschleier,der allen Völkern das Gesicht verhüllt.Er entfernt das Tuch, das sie alle bedeckt.8Gott, der Herr, wird den Tod für immer vernichtenund die Tränen von allen Gesichtern abwischen.Er nimmt seinem Volk die Schmach,unter der es auf der ganzen Erde gelitten hat.Ja, das hat der Herr gesagt.

Schutz für den Zion und Strafe für Moab

9Zu der Zeit wird man sagen:Seht, das ist unser Gott!Auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt,und er hat uns geholfen.So ist der Herr, auf den wir gehofft haben.Lasst uns fröhlich sein und über seine Hilfe jubeln.10Die Hand des Herrn liegt schützend auf dem Berg Zion25,10 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr ….Moab25,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … aber wird in seinem eigenen Land zertreten,wie man Stroh auf dem Misthaufen25,10 Misthaufen: Wortspiel mit dem Namen der moabitischen Stadt »Madmen«, der im Hebräischen so klingt wie »Misthaufen«. zertritt.11Es rudert mit den Armen wie ein Schwimmer,der versucht, sich über Wasser zu halten.Doch Gott lässt Moab in seinem Hochmut untergehen,auch wenn es sich noch so sehr wehrt.12Deine festen, hohen Mauern reißt er nieder, Moab.Er zerstört sie und macht sie dem Erdboden gleich.