BasisBibel (BB)
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Ägypten versinkt in Streit und Verwirrung

191Das ist die Botschaft für Ägypten19,1 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr …:Seht, auf einer schnell ziehenden Wolkekommt der Herr nach Ägypten gefahren.Die Götter19,1 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr … Ägyptens zittern vor ihm,und die Menschen verlieren den Mut.2Gott sagt: »Ich stachle die Ägypter gegeneinander auf,sodass einer den anderen angreift:Bruder kämpft gegen Bruder, Freund gegen Freund,Stadt gegen Stadt, Provinz gegen Provinz.3Die Ägypter werden den Verstand verlieren,ihre Pläne bringe ich durcheinander.Dann suchen sie Rat bei Göttern und Zauberernund befragen Totenbeschwörer19,3 Totenbeschwörer: Die Befragung von Totengeistern war in Israel verboten, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 18,11. und Wahrsager19,3 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. Mehr ….4Ich gebe die Ägypter in die Gewalt eines Tyrannen,ein grausamer König wird über sie herrschen.«– So lautet der Ausspruch Gottes19,4 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet., des Herrn Zebaot19,4 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….

5Das Wasser des Nil19,5 Nil: Fluss in Ägypten, der durch jährliche Überschwemmungen die Fruchtbarkeit des Landes sicherte. wird versiegen,der Fluss verdunstet und trocknet aus.6Seine Nebenarme beginnen zu stinken,die Kanäle Ägyptens verkümmern und trocknen aus.Das Schilf und das Gras am Ufer verwelken.7Auch die Wiesen an der Mündung des Nilund die Felder am Ufer verdorren.Der Wind fegt darüber und verweht die Saat,sodass nichts mehr davon übrig bleibt.8Die Fischer klagen und jammern,traurig sind alle, die im Nil angeln.Wer sein Netz im Wasser auslegt, ist betrübt.9Auch alle, die Flachs19,9 Flachs: Pflanze, aus der Leinen hergestellt wird. Dabei werden die getrockneten Fasern über Kämme gezogen und so in einzelne »Fäden« zerteilt. anbauen, sind enttäuscht.Die Frauen, die ihn kämmen, sind entsetzt,die Weber sind blass vor Sorge.10Die Leute, die Seile daraus drehen, sind verzweifelt.Die Lohnarbeiter haben den Mut verloren.

11Nichts als Dummköpfe sind die Fürsten von Zoan19,11 Zoan: In der Bibel Name der ägyptischen Stadt Tanis im östlichen Nildelta.,die klugen Berater des Pharao19,11 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. reden lauter Unsinn.Wie könnt ihr nur zum Pharao sagen:»Wir sind Nachkommen weiser Männerund stammen von einem uralten Königsgeschlecht ab«?12Wo sind denn deine weisen Berater geblieben, Pharao?Sollen sie dir doch mitteilen und erklären,was der Herr Zebaot19,12 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … mit Ägypten vorhat!13Die Fürsten von Zoan stehen dumm da,die Herrscher vom Memfis19,13 Memfis: Bedeutende Stadt am Nil und zeitweilig Hauptstadt Ägyptens. haben sich getäuscht.Die Vorsteher der Provinzen führen Ägypten in die Irre.14Der Herr hat ihnen einen Geist gegeben,der ihren Verstand verwirrt.Sie führen Ägypten in die Irrebei allem, was es unternimmt.So taumelt es wie ein Betrunkener,der in sein Erbrochenes tappt.15Was Ägypten auch anpackt, misslingt ihm.Weder die Oberschicht noch das einfache Volkbringt irgendetwas zustande.16Dann verhalten sich die Ägypter wie ängstliche Frauen.Sie zittern vor Angst, wenn der Herr Zebaotdrohend seine Hand nach ihnen ausstreckt.17Das Land Juda19,17 Juda: Der südliche Teil des Landes, in dem die Israeliten lebten. Mehr … wird zum Schrecken der Ägypter.Wenn man es nur erwähnt,zucken sie schon zusammen.Sie erschrecken bei dem Gedanken daran,was der Herr Zebaot mit ihnen vorhat.

Segen für Ägypten, Assyrien und Israel

18Zu der Zeit gibt es in Ägypten19,18 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … fünf besondere Städte.Dort spricht man Hebräisch19,18 Hebräisch: Sprache der Israeliten.und bekennt sich zum Herrn Zebaot19,18 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….Eine davon wird Ir-Heres19,18 Ir-Heres: Meint wahrscheinlich Heliopolis (»Sonnenstadt«), in der der Sonnengott verehrt wurde. Hier soll in Zukunft der Gott Israels angebetet werden. genannt,das heißt: Sonnenstadt.19Dann gibt es mitten in Ägypten einen Altar19,19 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …,der dem Herrn geweiht ist.An der Landesgrenze errichtet man einen Kultstein19,19 Kultstein: Hebräisch Massebe. Ein von Menschen aufgerichteter Stein mit religiöser Bedeutung.,der an den Herrn erinnert.20Er ist ein sichtbares Zeichen,das den Herrn Zebaot im Land Ägypten bezeugt.Wenn die Ägypter unterdrückt werdenund den Herrn um Hilfe bitten,schickt er ihnen einen Retter.Der wird für sie kämpfen und sie befreien.21Dann gibt sich der Herr den Ägyptern zu erkennen,und die Ägypter erkennen den Herrn.Sie verehren ihn mit Schlacht-19,21 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. Mehr … und Speiseopfern19,21 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. Mehr ….Sie legen dem Herrn Gelübde19,21 Gelübde: Versprechen, das ein Mensch Gott gibt. Es muss in jedem Fall eingelöst werden. Mehr … abund erfüllen sie auch.22Der Herr schlägt die Ägypter,aber er heilt sie auch wieder.Wenn sie zum Herrn umkehren,lässt er sich von ihren Bitten bewegen und heilt sie.

23Zu der Zeit wird eine Straßevon Ägypten nach Assyrien19,23 von Ägypten nach Assyrien: Im Kampf um die Vorherrschaft verwickelten die beiden politischen Großmächte die ganze Region immer wieder in Kriege. Jetzt stehen sie in direkter Verbindung zueinander. führen.So können die Assyrer19,23 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak. nach Ägypten19,23 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … kommenund die Ägypter nach Assyrien.Ägypter und Assyrer werden Gott gemeinsam verehren.24Dann ist Israel19,24 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr … der Dritte im Bundeneben Assyrien und Ägypten –zum Segen für die ganze Erde.25Der Herr Zebaot19,25 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr … segnet19,25 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … sie mit den Worten:»Gesegnet ist Ägypten, mein Volk.Gesegnet ist Assyrien,das ich mit eigener Hand geschaffen habe.Gesegnet ist Israel, mein Eigentum19,25 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk.
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Jesaja als lebendiges Zeichen

201Es war das Jahr, in dem der Assyrerkönig Sargon20,1 Sargon: König Sargon II. herrschte 722–705 v. Chr. über Assyrien und vergrößerte das Reich durch mehrere Feldzüge. 712 v. Chr. eroberte er die Stadt Aschdod an der Mittelmeerküste.den Oberbefehlshaber des Heeres nach Aschdod20,1 Aschdod: Einflussreiche Stadt der Philister an der Mittelmeerküste. sandte.Der kämpfte gegen die Stadt und eroberte sie.2Drei Jahre zuvor hatte der Herrzu Jesaja, dem Sohn des Amoz, gesagt:»Geh, löse das Tuch, das du um die Hüften trägst,und zieh deine Sandalen aus!«Jesaja hatte es getan,er war halb nackt und barfuß umhergelaufen.3Da sagte der Herr:»Seit drei Jahren läuft mein Knecht20,3 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr … Jesajahalb nackt und barfuß umher.So ist er ein lebendiges Zeichenund eine Warnung für Ägypten20,3 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. Mehr … und Kusch20,3 Kusch: Gebiet, das vom südlichen Teil Ägyptens bis in den heutigen Sudan reicht.:4Dort wird der König von Assyrien20,4 Assyrien: Militärische Großmacht in der gleichnamigen Region am oberen Tigris, im heutigen Irak.Gefangene nehmen und sie verschleppen.Es wird Junge und Alte treffen.Halb nackt und barfuß werden sie weggeführt,sogar mit nacktem Gesäß.Es ist eine Schande für Ägypten.5Dann erschrecken alle,die ihre Hoffnung auf Kusch gesetzt haben.Wer große Stücke auf Ägypten hielt, ist enttäuscht.«6Die Bewohner der Mittelmeerküste werden sagen:»Schaut, so weit ist es mit denen gekommen,auf die wir unsere Hoffnung gesetzt haben.Von ihnen haben wir uns Hilfe und Schutzvor dem König von Assyrien versprochen.Wie können wir jetzt noch gerettet werden?«
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Babylon wird zerstört

211Das ist die Botschaft für Babylonien21,1 Babylonien: Reich der Babylonier am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris. Als militärische Großmacht beherrschten sie viele Jahrhunderte das politische Geschehen im Alten Orient.,das trockene Land am Meer21,1 das trockene Land am Meer: Der rätselhafte Ausdruck spielt möglicherweise auf die drohende Verwüstung Babyloniens an.:Wie Stürme, die durch das Südland fegen,naht das Unheil aus der Wüste.Es kommt aus einem furchterregenden Land.

2Ich21,2 ich: Hier spricht der Prophet Jesaja. hatte eine schreckliche Vision21,2 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Mehr …:»Der Räuber geht auf Raubzug,der Verwüster richtet Verwüstung an.Zieht in den Krieg, ihr Elamiter21,2 Elam: Gebiet östlich von Babylonien, entspricht ungefähr dem heutigen Südwest-Iran. Mehr …!Beginnt mit der Belagerung, ihr Meder21,2 Meder: Volk, das im Gebirge im Norden des heutigen Iran lebte. Gemeinsam mit den Persern eroberten sie 539 v. Chr. die Stadt Babylon.!Ich will dafür sorgen,dass niemand mehr unter den Babyloniern21,2 Babylonier: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. leiden muss.«3Darum zittere ich am ganzen Körper.Von Krämpfen gepackt winde ich michwie eine Frau bei der Geburt.Ich krümme mich vor Entsetzen,sodass mir Hören und Sehen vergeht.4Mein Herz rast, Angst hat mich gepackt.Die Abenddämmerung, die ich so liebe,bringt mir nichts als Schrecken.5In Babylon deckt man den Tischund rückt die Polster zurecht,um zu essen und zu trinken.Plötzlich ertönt ein Ruf: »Steht auf, ihr Fürsten,und greift zu den Waffen!«

6Der Herr hat zu mir gesagt:»Los, stell einen Späher21,6 Späher: Hält Ausschau nach herannahenden Feinden, um die Bewohner der Stadt rechtzeitig warnen zu können. auf!Der soll melden, was er sieht.7Wenn er Streitwagen21,7 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. Mehr … mit Pferden sieht,soll er gut aufpassen.Wenn eine Karawane von Eseln und Kamelen erscheint,soll er sie nicht aus den Augen lassen.«8Da rief der Beobachter:»Herr, den ganzen Tag stehe ich auf meinem Posten,jede Nacht halte ich Wache.9Plötzlich sehe ich einen Zugvon Männern mit Pferdegespannen heranziehen.Und jemand ruft laut: ›Babylon21,9 Babylon: Hauptstadt Babyloniens. Nach der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. wurden viele Bewohner dorthin verschleppt. ist gefallen!All seine Götterbilder21,9 Götterbild: Aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes kleines Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. Mehr … liegen zerschmettert am Boden.‹«10Mein geschlagenes Volk Israel21,10 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …,das man drischt wie Korn auf dem Dreschplatz21,10 Dreschplatz: Ebener Platz außerhalb einer Siedlung, auf dem das Getreide gedroschen und die Spreu vom Weizen getrennt wird. Mehr …!Diese Botschaft verkünde ich dir.Ich habe sie gehört vom Herrn Zebaot21,10 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr …, dem Gott Israels.

Duma und Arabien leiden unter Krieg und Vertreibung

11Das ist die Botschaft für Duma21,11 Duma: Vermutlich ein anderer Name für Edom, einen Nachbarstaat Israels im Süden.:Vom Gebirge Seir21,11 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. ruft einer:»Wächter, wann ist die Nacht vorüber?Wächter, wie lange dauert sie noch?«12Der Wächter antwortet:»Bald kommt der Morgen, doch noch ist es Nacht.Wenn ihr fragen wollt, kommt später noch einmal.«

13Das ist die Botschaft für Arabien:»Ihr Karawanen aus Dedan21,13 Dedan, Tema: Oasen in der arabischen Wüste.,ihr müsst euch in die Steppe zurückziehenund im Gestrüpp übernachten.«14»Bringt den Durstigen aus Dedan Wasser,ihr Bewohner der Gegend von Tema21,14 Tema: Wie Dedan eine Oase in der arabischen Wüste.!Versorgt die Geflüchteten mit Brot!15Denn sie fliehen vor dem gezückten Schwertund dem gespannten Bogen.Sie wollen sich vor den Schrecken des Krieges retten.«16Der Herr hat zu mir gesagt:»In einem Jahr ist es vorbei mit der Macht von Kedar21,16 Kedar: Stamm in Nordarabien, der für seine Bogenschützen berühmt war..Sie geht so sicher zu Endewie die Dienstzeit eines Tagelöhners.17Von Kedars tapferen Bogenschützenbleiben nur ganz wenige übrig.«Das sagt der Herr, der Gott Israels.