BasisBibel NT+Ps (BB)
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Moab beklagt seine Verwüstung

151Das ist die Botschaft über Moab15,1 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr …:In der Nacht, als Ar15,1 Ar, Kir: In der ersten Hälfte des Kapitels werden verschiedene Städte im nördlichen Teil Moabs genannt. verwüstet wurde,war es um Moab geschehen.In der Nacht, als Kir15,1 Kir: Stadt im nördlichen Teil Moabs. verwüstet wurde,war es um Moab geschehen.2Man steigt zum Tempel hinauf,zu den Kultplätzen15,2 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden. von Dibon, um zu weinen.Moab jammert über Nebo und Medeba15,2 Nebo, Medeba: Städte im nördlichen Teil Moabs..Alle Köpfe sind kahl geschoren15,2 Köpfe kahl geschoren: Gehört zu den Trauerbräuchen.,alle Bärte abgeschnitten15,2 Bärte abgeschnitten: Gehört zu den Trauerbräuchen..3Auf den Straßen tragen die Leute Trauerkleider15,3 Trauerkleider: Kleidung aus rauem Leinen, auch Sack genannt. Man trägt sie zum Zeichen der Trauer auf der nackten Haut..Auf den Dächern und Plätzen jammern sieund lassen ihren Tränen freien Lauf.4Heschbon15,4 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien. und Elale schreien um Hilfe,bis nach Jahaz ist es zu hören.Darum zittern Moabs Krieger,ganz Moab bangt um sein Leben.

5Ich bin erschüttert und schreie um Hilfe für Moab15,5 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr ….Seine Bewohner fliehen bis nach Zoar15,5 Zoar, Eglat-Schelischija: Zoar und die folgenden Ortschaften liegen im südlichen Teil Moabs.und nach Eglat-Schelischija15,5 Eglat-Schelischija: Stadt im südlichen Teil Moabs..Unter Tränen steigen sie die Anhöhe von Luhit hinauf.Auf dem Weg nach Horonajimhört man das Geschrei über die Zerstörung.6Die Gewässer von Nimrim trocknen aus.Das Gras ist verdorrt, die Pflanzen verwelkt,alles Grün ist verschwunden.7Darum nehmen sie die Vorräteund alles, was ihnen blieb,und bringen es über den Pappelbach.8Das Geschrei macht in ganz Moab die Runde.Bis nach Eglajim und Beer-Elim hört man das Jammern.9Die Gewässer von Dimon15,9 Dimon: Stadt im südlichen Teil Moabs. sind voller Blut.Gott sagt: »Ich bringe noch mehr Unglück über Dimon.Löwen werden sich auf die Überlebenden Moabs stürzen,die im Land übrig geblieben sind.«
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Moabs Bitte um Hilfe und der neue Herrscher in Jerusalem

161Schickt Boten mit Schafböckenals Geschenk des Herrschers von Moab16,1 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … los!Die sollen aus dem Felsennest in der Wüste16,1 Felsennest in der Wüste: Bezeichnung für die Städte Moabs, die im Gebirge östlich des Toten Meers lagen.zum Berg der Tochter Zion16,1 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. ziehen und ausrichten:2»Moabs Töchter sind wie aufgescheuchte Vögel,die man aus dem Nest vertrieben hat.An den Übergängen des Arnon16,2 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet. irren sie hin und her.3Gebt uns einen Rat, trefft eine Entscheidung!Bietet Zuflucht wie ein Schatten,der in der Mittagshitze schützt wie die Nacht.Versteckt die Vertriebenen,verratet die Geflüchteten nicht!4Gewährt den Vertriebenen Moabs Gastrecht,versteckt sie vor dem Verfolger!«

Mit dem Peiniger16,4 Peiniger: Bezeichnung für die assyrische Großmacht, die die Moabiter unterdrückte. wird es einmal aus sein,die Verwüstung wird ein Ende nehmen.Der Unterdrücker verschwindet aus dem Land.5Dann wird ein Thron aufgestellt,der durch Gottes Güte Bestand hat.Darauf sitzt dauerhaft einer,der am Wohnort Davids16,5 Wohnort Davids: Meint die Stadt Jerusalem. König David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. regiert.Er hält sich an das Rechtund strebt nach Gerechtigkeit.

Klage über Moabs Verwüstung

6Wir haben von Moabs16,6 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … unglaublichem Hochmut gehört.Es gibt sich stolz, hochmütig und überheblich.Doch seine Prahlerei ist nur leeres Geschwätz.7Darum jammert ein Moabiter über den anderen,jeder von ihnen jammert.Sie trauern den Traubenkuchen von Kir-Heres nachund sind völlig verzweifelt.8Denn die Felder von Heschbon16,8 Heschbon: Stadt im Ostjordanland, 25 km östlich der Mündung des Jordan ins Tote Meer im heutigen Jordanien. sind verwelkt,die Weinstöcke von Sibma verdorrt.Die Herrscher der Völker haben ihre Reben zertreten.Die reichten einmal bis nach Jaser,sie verliefen sich bis in die Wüste.Ihre Ranken wucherten hinüber bis ans Tote Meer.9Darum weine ich mit Jaser um die Weinstöcke von Sibma.Ich vergieße Tränen über euch, Heschbon und Elale.Denn in eure Obsternte und eure Weinleseist das Freudengeschrei der Feinde hereingebrochen.10Freude und Jubel verschwinden aus den Obstgärten.In den Weinbergen jauchzt und singt man nicht mehr.In den Keltern16,10 Kelter: Eine aus dem Fels gehauene Grube, die zum Auspressen von reifen Trauben diente. Die Trauben wurden dazu mit den bloßen Füßen zertreten. Mehr … presst niemand mehr Trauben aus.»Ich mache dem Freudengeschrei ein Ende«, sagt Gott.11Darum bin ich zutiefst erschüttert über Moabund zittere wie die Saiten einer Harfe.Mein Herz klagt um Kir-Heres.12Die Moabiter mühen sich abmit ihren Gottesdiensten an den Kultplätzen16,12 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden..Sie kommen in ihr Heiligtum16,12 Tempel: Gebäude, in dem Gottesdienste gefeiert und Opfer für eine bestimmte Gottheit dargebracht wurden., um zu beten.Doch das alles nützt ihnen nichts.

Gottes neues Wort über Moab

13Das war das Wort,das der Herr vor langer Zeit über Moab16,13 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. Mehr … gesprochen hat.14Jetzt aber sagt der Herr:»In drei Jahren, der Dienstzeit16,14 Dienstzeit: Nach 5. Mose/Deuteronomium 15,18 umfasste die Dienstzeit eines Lohnarbeiters drei Jahre. eines Lohnarbeiters,wird man verächtlich auf Moabs Herrlichkeit schauen.Da kann es noch so viel Lärm um sich machen.Es bleibt nur ein winziger Rest übrig,der völlig machtlos ist.«
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Damaskus und das Nordreich Israel werden untergehen

171Das ist die Botschaft für Damaskus17,1 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Mehr …:Damaskus wird als Stadt verschwinden,es wird zu einem Trümmerhaufen.2Auch die Städte um Aroer17,2 Aroer: Stadt im Gebiet von Moab, die früher einmal von Damaskus aus beherrscht wurde. liegen verlassen da.Sie gehören den Viehherden,die völlig ungestört dort lagern.3In Efraim17,3 Efraim: Anderer Name für das Nordreich Israel, das gemeinsam mit den Aramäern Krieg gegen Jerusalem geführt hatte; vgl. Jesaja 7,1. wird es keine befestigte Stadt mehr gebenund in Damaskus kein Königtum.Von Arams17,3 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien. Glanz bleibt nicht viel übrig,es geht ihm genauso wie den Israeliten.– So lautet der Ausspruch des Herrn17,3 Ausspruch des HERRN: Formelhafter Ausdruck, der vor allem in den Prophetenbüchern ein Gotteswort kennzeichnet. Zebaot17,3 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. Mehr ….

4Zu der Zeit verliert Jakob17,4 Jakob: Bezeichnung für das Nordreich Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. an Gewicht,sein fetter Leib magert ab bis auf die Knochen.5Es geht zu wie bei der Getreideernte:Der Schnitter17,5 Schnitter: Erntearbeiter, der mit einer Sichel die Halme des Getreides abschneidet. rafft die Halme zusammenund mäht die Ähren mit kräftiger Hand ab.Am Ende sammelt man die stehen gebliebenen Ähren einwie bei der Ernte in der Ebene Refaim17,5 Ebene Refaim: Talebene südwestlich von Jerusalem..6So bleibt auch von Israel nur ein Rest übrig.Es gleicht der Nachlese17,6 Nachlese: Was von der Ernte auf dem Feld übrig blieb, durfte von der ärmeren Bevölkerung eingesammelt werden; vgl. 3. Mose/Levitikus 19,9-10. beim Abernten der Ölbäume:Da bleiben nur zwei, drei Oliven in der Spitze hängenoder vier, fünf an den unteren Zweigen.– So lautet der Ausspruch des Herrn,des Gottes Israels.

7Zu der Zeit schauen die Menschen auf ihren Schöpfer17,7 Schöpfer: Von der Erschaffung des Menschen durch Gott erzählt 1. Mose/Genesis 1,26-28..Sie richten ihren Blick auf den Heiligen Israels17,7 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt..8Sie schauen nicht mehr auf die Altäre17,8 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Mehr …,die sie mit eigener Hand geschaffen haben.Sie blicken nicht mehr auf ihr eigenes Machwerk,auf die Kultpfähle17,8 Kultpfahl: Hebräisch Aschera. Ein von Menschen aufgerichteter Holzpfahl mit religiöser Bedeutung. und Räucheraltäre17,8 Räucheraltar: Spezieller kleiner Altar, auf dem Räucheropfer verbrannt wurden. Mehr ….

9Zu der Zeit sind Israels befestigte Städte verlassen.Es geht ihnen wie den Städten der Hiwiter und Amoriter17,9 Städte der Hiwiter und Amoriter: Der Text folgt der griechischen Übersetzung.,die diese einst den Israeliten hinterließen17,9 einst den Israeliten hinterließen: Hiwiter und Amoriter lebten im Land, bevor die Israeliten es in Besitz nahmen..Es entsteht eine menschenleere Wüste.10Denn du hast den Gott vergessen,der dir hilft, Israel.An den Felsen, der dir Zuflucht bietet,hast du nicht gedacht.Darum leg nur hübsche Gärten17,10 hübsche Gärten: Gärten, in denen Fruchtbarkeitsgötter verehrt werden. anund setz Reben für fremde Götter17,10 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. Mehr ….11Pflanze sie nur und zieh sie am selben Tag groß.Säe sie am Morgenund bring sie gleich zum Sprießen.Doch dann kommen Krankheit und unheilbarer Schmerz,und die Ernte ist dahin.

Der Ansturm der Völker gegen das Gottesvolk scheitert

12Hört das Toben der vielen Völker!Sie toben wie das tobende Meer.Hört ihr Tosen!Sie tosen wie tosende Wassermassen.13Völker tosen wie tosende Wassermassen,doch Gott weist sie in die Schranken.Schon sind sie auf und davon:Sie werden verjagt wie Spreu17,13 Spreu: Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden. Mehr …,die der Wind auf den Bergen wegbläst.Sie fliegen davon wie Dorngestrüpp,das der Sturm vor sich her wirbelt.14Am Abend macht sich Schrecken breit –doch noch bevor es Morgen wird, ist alles vorbei.Das ist das Schicksal derer, die uns plündern.So geht es denen, die uns ausrauben.