BasisBibel (BB)
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Worte über Juda und Israel

Jesaja 1,1–12,6

Jerusalem zwischen Niedergang und Erneuerung

Jesaja 1,1-31

Buchüberschrift

11Dieses Buch enthält die Vision1,1 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. Jesajas.Er war der Sohn des Amoz.Er sah, wie es Juda1,1 Juda: Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt. und Jerusalem1,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. ergehen wird.Zu seiner Zeit waren Usija1,1 Usija: König des Südreichs Juda (773–736 v. Chr.). Die letzten Jahre seines Lebens regierte er wegen einer Krankheit gemeinsam mit seinem Sohn Jotam und seinem Enkel Ahas., Jotam1,1 Jotam: König des Südreichs Juda (756–741 v. Chr.)., Ahas1,1 Ahas: König des Südreichs Juda (741–725 v. Chr.). und Hiskija1,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte.Könige von Juda.

Uneinsichtige Kinder

2Hör zu, Himmel! Gib acht, Erde!Denn der Herr1,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. hat gesagt:»Ich habe Kinder großgezogen und heranwachsen sehen,aber sie haben sich von mir losgesagt.3Ein Ochse kennt seinen Besitzerund ein Esel die Futterkrippe seines Herrn.Aber Israel erkennt nichts,mein Volk kommt nicht zur Einsicht.«

Untreue und ihre Folgen

4Wehe dir, du schuldbeladenes Volk,dessen Sünden1,4 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. so schwer wiegen!Eine Bande von Verbrechern seid ihr,durch und durch verdorben!Ihr habt den Herrn1,4 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. verlassen.Den Heiligen Israels1,4 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. habt ihr verachtetund ihm den Rücken gekehrt.5Wohin soll man euch noch schlagen?Ihr werdet ja doch immer widerspenstiger!Euer Kopf ist schon überall verletztund das Herz ganz schwach.6Von Kopf bis Fuß ist kein Fleck mehr heil.Ihr seid voll blutiger Striemenund neu zugefügter Wunden.Man hat sie weder gereinigt noch verbundenund sie auch nicht mit Salbe bestrichen.

7Euer Land ist verwüstet1,7 euer Land ist verwüstet: 701 v. Chr. eroberten und verwüsteten die Assyrer Juda mit Ausnahme der Hauptstadt Jerusalem.,eure Städte sind im Feuer verbrannt.Fremde verzehren vor euren Augen,was euer Ackerland hervorbringt.Alles ist verwüstet.Zerstört lassen die Fremden das Land zurück.8Nur die Tochter Zion1,8 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. ist übrig geblieben.Sie steht da wie eine Hütte im Weinberg,wie ein Wachhäuschen im Gurkenfeld.Sie gleicht einer belagerten Stadt.9Doch einen kleinen Rest1,9 Rest Israels: Gruppe von Menschen, die Gottes Gericht überleben. Gott sammelt sie und schenkt ihnen eine neue Zukunft. von unshat der Herr Zebaot1,9 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck. übrig gelassen.Sonst wären wir wie Sodom1,9 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. geworden,wie Gomorra1,9 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. wären wir untergegangen.

Falscher und wahrer Gottesdienst

10Hört, was der Herr1,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zu sagen hat,ihr Machthaber von Sodom1,10 Machthaber von Sodom, Leute von Gomorra: Sinnbild für Menschen, die sich von Gott abgewandt haben und vernichtet wurden; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Hier werden die Mächtigen in Jerusalem so angesprochen.!Gebt acht auf die Weisung1,10 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. unseres Gottes,ihr Leute von Gomorra1,10 Leute von Gomorra: Sinnbild für Menschen, die sich von Gott abgewandt haben und vernichtet wurden; vgl. 1. Mose/Genesis 19. Hier werden die Mächtigen in Jerusalem so angesprochen.!11»Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern1,11 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.?«,spricht der Herr.»Ich habe es satt,dass ihr mir Widder1,11 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. als Brandopfer1,11 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. darbringt.Das Fett1,11 Fett: Fett galt als kostbarer Teil eines Tieres und wurde Gott daher als Opfer dargebracht. von gemästeten Kälbern widert mich an.Ich will kein Blut von Stieren, Lämmern und Böcken.12Ja, ihr kommt, um vor mir zu erscheinen.Aber wer hat denn von euch verlangt,dabei die Höfe in meinem Tempel zu zertrampeln?13Bringt mir nicht länger sinnlose Opfergaben dar.Ich kann den Duft eures Weihrauchs1,13 Weihrauch: Harz des Weihrauchbaums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen wohlriechenden Duft. nicht mehr riechen.Ihr feiert Neumond1,13 Neumond: Beginn eines neuen Monats und Anlass für ein religiöses Fest. und Sabbat1,13 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.und ruft Versammlungen aus.Doch ich halte es nicht aus,wenn ihr Unrecht tutund gleichzeitig Gottesdienste feiert.14Eure Neumondfeiern1,14 Neumond: Beginn eines neuen Monats und Anlass für ein religiöses Fest. und eure Festtage1,14 Feste: Religiöse Feierlichkeiten, die zu bestimmten Anlässen im Laufe eines Jahres gefeiert wurden.hasse ich zutiefst.Sie sind mir lästig.Ich bin es müde, sie zu ertragen.15Wenn ihr im Gebet1,15 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. die Hände zu mir ausstreckt,verschließe ich meine Augen vor euch.Auch wenn ihr noch so viel betet –ich höre es nicht.Denn an euren Händen klebt Blut.16Wascht euch!Reinigt euch1,16 Reinigung, sich reinigen: Religiöse Handlung, mit der Menschen und Dinge dafür vorbereitet werden, in der Nähe Gottes zu sein.!Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen!Hört auf, Böses zu tun!17Lernt, Gutes zu tun, sucht das Recht!Weist den Unterdrücker in die Schranken!Verhelft dem Waisenkind zum Recht!Zieht für die Witwe vor Gericht!«

Umkehr oder Untergang

18»Kommt, lasst uns miteinander vor Gericht1,18 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. ziehen«,spricht der Herr1,18 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..»Auch wenn eure Sünden1,18 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. scharlachrot sind,können sie weiß werden wie Schnee.Und wenn sie purpurrot sind,können sie weiß werden wie Wolle.19Wenn ihr nur wollt und auf mich hört,werdet ihr von dem Guten im Land essen.20Wenn ihr euch aber weigert und Widerstand leistet,werdet ihr vom Schwert gefressen1,20 vom Schwert gefressen: Bezeichnung für Krieg und Überfall. werden.«Das hat der Herr selbst gesagt.

Jerusalem wird wieder zur Stadt des Rechts

21Wie konnte die treue Stadt1,21 die treue Stadt: Meint Jerusalem. nur zur Hure1,21 Hure: Das Verhältnis zwischen Gott und der Stadt Jerusalem wird in der Bibel oft als Ehe beschrieben. Wenn die Stadt zur Hure wird, war sie Gott gegenüber untreu. werden?Früher hatte hier das Recht seinen Platz,die Gerechtigkeit war hier zu Hause.Doch jetzt haben die Mörder das Sagen.22Dein Silber, Jerusalem, ist mit Schlacke1,22 Schlacke: Abfallprodukt bei der Silbergewinnung. verunreinigt,dein Bier ist mit Wasser verdünnt.23Deine Beamten halten sich nicht an die Gesetze,sie machen mit Dieben gemeinsame Sache.Sie lassen sich alle gern bestechenund sind auf der Jagd nach Geschenken.Doch für das Recht des Waisenkindestreten sie nicht ein.Die Klage der Witwe lassen sie bei Gericht nicht zu.24Darum spricht Gott, der Herr1,24 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Zebaot1,24 Zebaot: Der Beiname bedeutet übersetzt »(Gott) der himmlischen Heere« und bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.,der starke Gott Israels:»Wehe dir! Ich werde es meinen Gegnern heimzahlenund mich an meinen Feinden rächen.25Ich werde mich gegen dich wenden, Jerusalem!Mit Lauge1,25 Lauge: Schlacke und Blei sind Abfallprodukte der Silbergewinnung. Mit Lauge lassen sich diese unreinen Anteile ausscheiden. werde ich dein Silber von Schlacke reinigenund das Blei daraus entfernen.26Ich werde wieder gerechte Richter bei dir einsetzen,wie du sie einst hattest.Berater wie früher wirst du haben.Dann trägst du wieder die Namen›Burg der Gerechtigkeit‹ und ›treue Stadt‹.«27Zion1,27 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. findet Erlösung durch das Recht,und die dort umkehren, durch Gerechtigkeit.28Aber die Verbrecher und Sünder1,28 Sünder: Menschen, die sich von Gott abgewandt haben und seinen Willen missachten. werden vernichtet.Alle, die den Herrn verlassen, kommen um.

Unheil für die Götzendiener

29Schande wird über euch kommen wegen der Eichen1,29 Eichen: Gemeint sind heilige Bäume, die in einem geweihten Garten standen.,die ihr so verlockend findet.Ihr müsst euch schämen wegen der Gärten,die ihr euch für den Götzendienst1,29 Götzendienst: Verehrung einer fremden Gottheit, die in Israel verboten war. ausgesucht habt.30Es wird euch gehen wie einer Eiche,deren Laub verwelkt.Ihr werdet vertrocknen wie ein Garten,der kein Wasser bekommt.31Wer sich stark fühlt, wird wie dürres Stroh.Und was er tut, wird zum Funken.Beides zusammen geht in Flammen auf,und niemand ist da, der löscht.